Amin anta lle a alarin cuio ar cen, melethril

von Eruanna
OneshotRomanze, Freundschaft / P12
Halbarad OC (Own Character)
07.06.2018
07.06.2018
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Dieser OneShot ist in allererster Linie CinderSky gewidmet. Ich hoffe, diese Fortsetzung von Thuriloswens Geschichte gefällt dir so gut wie der erste OneShot dieser Reihe;) Noch eine letzte Randbemerkung, bevor es los geht, es ist auch ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk für mich, denn ich werde zwei Wochen lang nichts schreiben/hochladen können.
Liebe Grüße Eruanna

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2960 D. Z. in einem kleinen versteckten Dorf:
Es war ein seltener Anblick die beiden Freunde in einen erbitterten Kampf zu sehen. Calwen und Halbarad umkreisten einander lauernd, ehe sie gleichzeitig angriffen. Allein schon die Kraft, die hinter den Schlägen beider Waffen steckte ließ den Boden unter ihren nackten Füßen vibrieren. Ohne sich allzu groß anzustrengen blockte sie mit ihrem Kampfstab das Schwert ihres Freundes ab. Sie kannte alle Tricks, Finten und Taktiken des dunkelhaarigen Waldläufers. Gemeinsam waren sie ausgebildet worden und oft genug standen sie in einem Kampf Seite an Seite. Calwen war ebenso Kriegerin wie Heilerin, da sie beides brauchte, sobald sie allein in der Wildnis lebte. Sie musste auf sich gestellt überleben können und dank ihrer umfassenden Ausbildung konnte sie es. Halbarad war ein würdiger Gegner, war es schon immer gewesen. Obwohl sie in der Regel bei den Übungskämpfen darauf achteten, einander nicht zu verletzen, kam es durchaus vor, dass sie beide mit Blessuren davonkamen. Manchmal, so wie jetzt, ging es mehr darum, Halbarad eine Chance zu geben, die aufgestaute Wut freizulassen. Und da war eine Menge vorhanden. Calwen konnte mit ihrem Freund in jedem Gemütszustand umgehen. Darin unterschied sie sich deutlich von den meisten Waldläufern. Sie besaß für eine Frau ungewöhnlich viel Kraft, begegnete ihrem hünenhaften Kindheitsgefährten auf der gleichen Augenhöhe und konnte sehr gut in ihm lesen.
Halbarad mochte sich so sehr anstrengen wie er wollte, er konnte seine Freundin nicht besiegen. Zu gut kannte sie ihn. Außerdem verwirrte sie ihn immer wieder mit wechselnden Schritt- oder Schlagabfolgen. Mehr als einmal hatte sie ihn schon in die Ecke gedrängt und dabei keine Miene verzogen. Das war auch nicht nötig. Während er seine gesamte Wut in seinen Kampfstil einfließen ließ wurde sie immer ruhiger und kalkulierender. Besser könnte sie auch seinem Temperament gar nicht begegnen. Indem sie diese Kämpfe zuließ bewahrte sie ihn davor im Zorn andere zu verletzen. Im Augenblick galt sein Zorn auch seinem Cousin Aragorn, der statt bei seinem Volk zu sein, wo er hingehörte, sich Thengel als Soldat unterwarf! Er konnte diese kühle Ignoranz des Jüngeren einfach nicht fassen. Während sich die Probleme der Dúnedain zu verschärfen schienen, weilte ihr Anführer in Rohan und ließ sich als Heerführer feiern. Neben dem Zorn spielten Enttäuschung, Bitterkeit und Schmerz eine große Rolle in seinem Gefühlschaos. Sein jüngerer Vetter war definitiv nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Nein, Aragorn schien auch kein Interesse daran zu haben, sein Schicksal anzunehmen. Lieber lief er davon und steckte seinen Kopf in den Sand.
Wenigstens blieb Calwen bei ihm und stand im Kampf gegen die Orks bei. Auf sie war Verlass. Langsam wurden seine Atemzüge ruhiger und er entspannte sich sogar zunehmend. Schließlich nickte er ihr zu und brach ihren Kampf ab. Mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen stützte sie sich auf ihren Stab. „Na, ist dein Kopf wieder kühl wie eh und je?“
Er grinste und legte den Kopf in den Nacken um einen prüfenden Blick in den Himmel zu werfen. Es sah eindeutig nach Regen aus, aber das störte ihn nicht. „Das wäre er spätestens beim Gewitterausbruch. Danke.“
„Gern geschehen.“ Ihre silberblauen Augen funkelten leicht, als sie ihn betrachtete. Er hatte markante, klare Gesichtszüge, dunkle, fast schwarze Augen, die stets wachsam schienen und schwarze Locken. Insgesamt bot er einen äußerst angenehmen Anblick. Eigentlich war es erstaunlich, dass er noch immer ungebunden war. An Verehrerinnen mangelte es ihm zwar nicht, aber die Frauen trauten sich nicht wirklich ihn anzusprechen. Vielleicht lag das an seiner scharfen Zunge, seiner Verschlossenheit oder daran, dass er nicht mehr sprach als nötig. Allein mit ihr, Calwen führte er lange Gespräche und taute auf. Sie war in der Lage den wirklichen Halbarad zu erreichen. Deshalb war sie wahrscheinlich auch die Einzige, die er jemals in Betracht ziehen würde. Sie verstand ihn wie niemand sonst. Die Elben hatten ihr einst gesagt, dass sie die Einzige war, die zwischen ihn und einer zerstörten Seele stand. Die Frage war nur, ob sie bereit war, ihr Leben seiner Heilung zu widmen. In ihm war so viel Schmerz, Trauer und Verzweiflung. Er hatte sich niemals von seiner Mutter verabschieden können und sein Vater hatte nach ihrem Verschwinden kein Wort mehr mit ihm gesprochen. Es war eine furchtbare Zeit gewesen. Sein einziger Halt war Calwen. Natürlich hatten die Erwachsenen versucht ihm zu helfen, aber ihre Methoden brachten ihn wenig. Einmal hatte er ihr anvertraut, dass er nur bei ihr sich sicher, geliebt um seiner selbstwillen und bedingungslos akzeptiert fühlte.
Ihre Freundschaft zueinander war außergewöhnlich stark und intensiv. Wer wenn nicht Calwen könnte Halbarads seelische Wunden heilen? Niemand. „Hast du Hunger, mellon? Mit gefüllten Magen lässt es sich leichter über die Ungerechtigkeiten der Welt diskutieren.“
„Du machst dich doch lustig über mich. Und ja, ich habe Hunger.“
Sie zog eine Augenbraue hoch und legte den Stab locker über ihre Schulter. „Das würde ich doch nie wagen. Dich ärgern ja, aber mich wirklich auf bösartige Weise über dich lustig machen – niemals.“
Lachend schlang er einen Arm um ihre Taille und lenkte sie in Richtung seiner Hütte. Die beiden kochten oft und gerne zusammen. Insbesondere deshalb, weil diese gemeinsame Arbeit sie beruhigte und entspannte.
„Ich weiß, Cal. Du glaubst gar nicht, wie dankbar ich für dieses Wissen bin. Auf dich kann ich selbst in der schwierigsten Situation zählen.“
Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie hinter ihm eintrat. Dieses gegenseitige bedingungslose Vertrauen war einzigartig. Sie brauchten einander, vertrauten sich alles an und hatten eine so tiefe Bindung, das Außenstehende sie oft als Seelengefährten bezeichneten. Obwohl jeder von ihnen eine eigenständige, unabhängige Persönlichkeit war, brauchten sie um wirklich zu leben doch den jeweils anderen.  
Sie wussten wie der andere dachte, konnten die nächsten Schritte voraussehen und agierten in einem Kampf wie ein einziges Wesen, jede Bewegung präzise auf den anderen abgestimmt. Calwen und Halbarad waren im wahrsten Sinne des Sprichwortes ,Ein Herz und eine Seele’. Sie trennten sich nur zum Schlafen, aber ansonsten verbrachten sie ihre Zeit immer zusammen. Die Nähe tat ihnen nur gut.
„Dann lass uns doch mal sehen, was deine Speisekammer zu bieten hat.“ Mit einem frechen Zwinkern entwischte sie seinem ausgestreckten Arm und öffnete die Tür zum besagten Raum. Zufrieden musterte sie die ,Ausbeute’ ihres letzten Einkaufs. Nun, das reichte eindeutig aus um ein Festmahl zu bereiten. Ihre Augen begannen zu leuchten, als sie den Honigtopf entdeckte. Mhm, sie liebte Honig über alles. Hinter sich hörte sie ein tiefes befreites Lachen. Der geliebte Laut jagte freudige Schauder über ihren Rücken. Wenn er lachte, wirkte er so viel glücklicher und jünger. Rasch griff sie sich den Honigtopf und drehte sich mit lachenden Augen zu ihm um. Schmunzelnd stützte er sich am Türrahmen auf und musterte sie. Dabei entging ihm weder, das ihre Finger blitzschnell in die leckere Substanz eintauchte, noch wie unschuldig sie ihn dabei ansah. Vergnügt schüttelte er den Kopf. Seine kleine Cal würde sich nie ändern. „Du bist eine freche kleine Naschkatze, weißt du das eigentlich Cal?“
„Wie kommst du denn darauf, Hal? Ich bin keine Katze.“
„Soll ich dich etwa mit einem Bären oder Honigdachs vergleichen?“
Sie grinste und leckte genüsslich den Finger ab. Der Anblick ließ ihn nicht kalt, ganz im Gegenteil. Aber sie waren Freunde und er wollte diese Freundschaft nicht gefährden durch körperliche Begierde. Dennoch, dies war seine Calwen. Das Mädchen, dass ihn ohne Worte verstand und immer zu ihm gehalten hatte, selbst wenn es sie ihn Schwierigkeiten brachte. Doch wenn er jemals eine Frau heiraten würde, dann wäre das sie. Keine andere gab ihm das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden. Ohne sie konnte er nicht atmen. Erst mit ihr fühlte er sich ganz. Als wäre sie die andere Hälfte seiner Seele. Vielleicht verstand sie ihn deshalb so gut. Weil sie wahrhaftig zu ihm passte.
„Soweit ich weiß, haben wir zumindest eine Gemeinsamkeit. Aber wage es ja nicht mich deshalb Bärchen zu nennen! Oder du wirst es bereuen.“
Schmunzelnd betrachtete er sie. Seine dunklen Augen schimmerten warm und liebevoll. Halbarad wusste es noch nicht, aber er war bereits dabei geheilt zu werden. Von ihrer gegenseitigen Liebe. Denn auch Calwen liebte ihn. Nichts konnte den Schmerz eines solchen Verlusts besser überwinden als das Leben mit einer starken Liebe zu feiern.

2995 D.Z. im versteckten Dorf der Waldläufer:
Die frühen Morgenstrahlen stahlen sich in das kleine Zimmer. Auf der Schlafstatt lag ein Paar, dass sich so fest ineinander verschlungen hatte, dass man meinen könnte, sie wären zu einem einzigen Wesen verschmolzen. Von ihnen ging das tiefe Band einer wahren einzigartigen Liebe aus. Dunkle Locken kitzelten seine Nase, als das Licht ihn weckte. Mit dem reinen Gefühl, geliebt zu werden und selbst zu lieben öffnete er die Augen. In seinen Armen schmiegte sich die immer noch schlummernde Calwen. Ein zärtliches Lächeln umspielte seine Lippen. Die Valar hatten ihre Liebe wahrhaftig gesegnet. Noch konnte man es nicht sehen, aber seine geliebte Naschkatze trug sein Kind unter dem Herzen. Allein dieser Gedanke, bald ein winziges Wesen in den Armen zu halten, das eine Mischung von ihnen beiden war und doch einzigartig war überwältigend. Noch immer konnte er sein Glück kaum fassen. Womit hatte er nur es verdient, Calwen und bald ein gemeinsames Kind zu haben? Liebevoll spielte er mit ihren Locken, wickelte sie sich um die Finger, ehe er sie mit einem Kuss weckte. Sie hatten ihr restliches Leben Zeit, die schmerzhaften Erinnerungen durch Lachen, Liebe, Freude und Glück zu ersetzen. Ja, Halbarad hatte Frieden mit sich selbst und seinem Vater geschlossen. Obwohl Letzterer tot war, hatte er ihm doch vergeben. Auslöser dafür war neben Calwens bedingungsloser Liebe die Tagebücher und Briefe seiner Mutter gewesen. Endlich hatte er begriffen, warum sie damals gegangen war. Heute würden sie ihrem Grab einen Besuch abstatten um ihr zu sagen, dass sie verheiratet waren und bald ein Kind bekamen. Es fühlte sich richtig an, es sie wissen zu lassen.
Thuriloswen und sein ungeborener kleiner Bruder.
In dem Halbarad das Leben mit seiner kleinen Familie feierte gedachte er seiner Mutter am besten. Er war unendlich dankbar für alles, was sie ihm geschenkt hatte. Am meisten für sein Leben. Denn sonst hätte er niemals Calwen kennen- und lieben gelernt. Sie war sein hellster Stern am Himmel. Mit ihr fühlte er sich ganz. Sie war seine Seele, sein Herz und sein Atem. Sie war alles, was er zum leben brauchte.  

Mellon = Freund
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