Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Detroit: Cash Royal

GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P12 Slash
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
06.06.2018
06.06.2018
1
3.431
6
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
 
06.06.2018 3.431
 
Hier ein kleines Vorwort.
Solltest du Detroit: become human noch nicht durchgespielt haben, muss ich hier gleich mal eine kleine Spoilerwarnung raushauen. Die Geschichte spielt nach einem bestimmen Ende von Detroit: become human. Solltest du es noch nicht gespielt/ gesehen haben, würde ich dir empfehlen, das erst mal nachzuholen. Ab hier ist jetzt keine Spoilerfreie Zone mehr.

--SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER----SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER--SPOILER--

Zuerst zum Spiel. Ich muss leider sagen, Detroit: become human ist kein besonders tolles Spiel geworden. Ich meine weder das Gameplay noch die Grafik, ich meine die Story selbst. Zwar hast du extrem viele Möglichkeiten dich zu entscheiden, allerdings fehlt oft das Feingefühl bei bestimmten Themen oder schlicht der Zusammenhang.  Am besten fand ich die Stellen mit Connor und Hank. Die Chemie hat zwischen den beiden zum Großteil einfach funktioniert, auch wenn die Story einfach viel zu oft zu große Sprünge hinlegte was die Emotionen angeht. Wie Connor Schritt für Schritt seine Emotionen entdeckt hat einfach so viel mehr Potenzial als wenn wir mit ihm auch gleich in den ersten paar Kapiteln zum Abweichler geworden wären.
Trotz allem hatte ich meinen Spaß mit dem Spiel, vielleicht auch deshalb, weil das Ende das ich erreicht habe mich dann doch ganz zufrieden zurückließ.
Aber hier soll es nicht um meine eigene Meinung zu dem Spiel gehen, sondern darum wie es weitergeht.

Die Geschichte spielt nach dem Ende der friedlichen Demonstration der Androiden. Markus hat es geschafft mit einer friedlichen Revolution die Freiheit für die Androiden zu gewinnen, Kara, Alice und Luther sind unbeschadet nach Kanada geflohen und Connor hat sich Marcus angeschlossen und hat nach dem Abspann Hank wieder getroffen.
Soweit die Ausgangssituation.



Kapitel 1


03.November.2040, 12:25 Uhr

Zwei Jahre sind schnell vorbei.
Zwei Jahre ist die Demonstration der Androiden jetzt her, und so mit auch der Wandel der Gesellschaft. In Detroit leben seither die Menschen neben den Androiden, doch stabil ist die Situation noch lange nicht. Immer neue Fragen stellen sich und immer neue Gesetze müssen verabschiedet werden. Als erstes wurde beschlossen, den Androiden für ihr Arbeit einen Lohn auszuzahlen. Zum Zum einen, um den Androiden die Freiheit und Selbstbestimmung zu geben, nicht mehr von einem Besitzer abhängig zu sein, zum anderen um die Arbeitslosigkeit unter den Menschen einzudämmen.

Doch der Plan, so gut er auch ausgearbeitet war, ging nicht auf. Firmen stellten nach wie vor überwiegend Androiden ein, weil sie schlichtweg effizienter und ausdauernder arbeiten können, als jeder noch so motivierte Mensch.
Daraufhin kam die Idee auf, Androiden müssten einfach ein höheres Gehalt ausgezahlt bekommen, damit Betriebe gezwungen seien aus Kostengründen mehr Menschen einzustellen. Man versuchte zwar den Vorschlag mit Studien zu unterstützen, er führte aber trotzdem im ganzen Land zu Protesten und Unruhen auf Seiten der Menschen, die sich diskriminiert fühlten. Beteiligte Politiker erhielten Morddrohungen und es wurden Massenkundgebungen organisiert. So wurde er nie offiziell dem Senat vorgelegt.
Aus Konflikten wie diesem rührte her, dass die Situation zu der Zeit extrem angespannt war. Vom erhofften friedlichen und gleichberechtigtem Zusammenleben war man noch weit entfernt.

Im Moment wird über eine Art der Androidensteuer diskutiert, welche die Industrie bei der Einstellung von Androiden monatlich an den Staat zahlen müssten. Durch solch eine konstruktive Politik, wird die Situation langsam entschärft, geklärt ist sie aber damit noch lange nicht.

Androiden dürfen nach wie vor nicht wählen gehen, geschweige denn eigene Kandidaten aufstellen. Alle Gerichte sind maßlos überlastet und überall werden händeringend neue Richter gesucht.

Ein großer Schritt, der von Androiden und einem mehrheitlichen Teil der Menschen gleichermaßen mit großen Paraden gefeiert wurde, war die Öffnung der Ehe für Androiden. Seid dem 11.Juli.2040, dürften zwei Androiden gesetzlich heiraten, und sind einem Menschenpaar gesetzlich gleichgestellt.
Gesellschaftliche und gerichtliche Diskussionen gibt es allerdings noch beim Thema Ehe zwischen Android und Mensch. Die treibende Kraft hinter diesem Konflikt ist ein junges Paar aus einem Androiden und einer Frau, denen bis zum heutigen Tag die Heirat verweigert wurde.

Die meisten Androiden haben mittlerweile ein eigenes Zuhause, eigene Besitztümer und verdienen Geld mit ihrer Arbeit. Kurzum, führen ein ganz normales Leben.
Andere verstehen sich gut mit ihren ehemaligen Besitzern und wohnen daher nach wie vor mit diesen zusammen.

Ein Beispiel für so eine Art der Wohngemeinschaft ist die von Connor und Hank. Zwar war Connor zu keinem Zeitpunkt in Hanks Besitz, doch nachdem dieser im Zuge der Revolution bei Cyberlife einbrach wurde ihm so sein Platz aberkannt. Connor stand sozusagen mit einem Schlag auf der Straße. Hank hatte ihn damals aus Pflichtbewusstsein und zum Teil auch aus Freundschaft bei sich aufgenommen, auch deshalb, weil Connor sehr geringe Ansprüche hatte. Weder brauchte er ein Bett zum schlafen, noch Platz im Kühlschrank für Nahrungsmittel. Lediglich einen kleinen Teil des Kleiderschrankes beanspruchte er für sich, sowie im Wohnzimmer eine Ecke für seine neue Freizeitbeschäftigung – das Cello spielen. Hank war schon gar nicht mehr überrascht, wie schnell Connor das Instrument gelernt und sein Können perfektioniert hatte.


03.November.2040, 12:25 Uhr (ich würde das Datum hier erst einfügen)

„Lieutenant Anderson, es gibt einen neuen Fall“
Connor stand von Hanks Bett. Er hatte bereits die Vorhänge geöffnet und das Zimmer mit frischer Luft geflutet, doch weder das Licht oder die Kälte, noch das Klingeln seines Weckers brachten Hank dazu die Augen zu öffnen. Also entschloss sich Connor drastischere Maßnahmen zu ergreifen, schließlich arbeiteten sie zusammen.
„Lieutenant, ein neuer Fall.“ versuchte es Connor erneut, diesmal ein gutes Stück lauter. „Was? Wer ist gefallen?“ Hank rieb sich verschlafen die Augen. „Niemand ist gefallen“ berichtigte ihn sein Partner: „nur erschossen.“ „Erschossen?“ Langsam richtete Hank sich auf und schaute auf die Uhr: „Scheiße, Connor. Weißt du eigentlich wie spät es ist? Du kannst mich doch nicht in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf reißen.“ Der Wecker zeigte 12:28 Uhr.
„Mir ist bewusst, dass Sie gestern erst spät ins Bett sind gegangen sind, trotzdem hielt ich es für angemessen, sie über die neusten Ereignisse zu informieren. Schließlich wurde uns ein neuer Fall zugeteilt. Wir werden bereits erwartet.“
„Kannst du dir dieses geschwollenen Gelaber nicht mal langsam abgewöhnen?“ Connor ging an das Fester und schloss es wieder. Für Anfang November war es schon ziemlich kalt draußen. „Tut mir leid Lieutenant, aber das ist nun mal meine Art.“
Vor sich hin grummelnd stieg Hank aus dem Bett. „ Ich brauche noch mindestens eine Stunde. Sumo muss noch raus und ich muss noch frühstücken und mich waschen.“ „Nicht nötig“ erwiderte Connor: „ Ich war bereits ein eine Stunde und 27 Minuten mit Sumo spazieren, habe ihn gefüttert und ihr Frühstück vorbereitet.“ Skeptisch drehte Hank sich zu ihm um. „Sicher, dass du kein verschissener Haushaltsandroid bist?“ „Ganz sicher, Lieutenant, ich wollte lediglich Zeit sparen.“ „Ahja“ seufzte Hank und verschwand Richtung Badezimmer.

Als er die Küche betrat,war sein Partner gerade dabei dein Kaffee zu machen. Hank hatte sich in den letzten zwei Jahren an die Anwesenheit des  Androiden gewöhnt. Zwar brachte ihn Connors Art regelmäßig auf die Palme, doch mit der Zeit entwickelte sich eine ganz angenehme Beziehung zwischen den beiden. Zudem war es deutlich interessanter mit ihm zusammen zu arbeiten, seit er nicht mehr nur rein rational handelte. Er gähnte. Gerstern Abend wurde es aber tatsächlich noch echt Spät. Er erinnerte sich an nicht mehr viel, nur das Connor ihn irgendwann heim gebracht haben muss.
„Sag mal Connor“ Hank setzte sich an den Tisch: „Hast du eigentlich jemals etwas getan, was du später bereut hast?“ „Wie meinen Sie Lieutenant?“ Fragte Connor als er den Kaffee auf den Tisch stellte. „Naja, ob du etwas getan hast, ohne davor Berechnungen angestellt zu haben.“ „Nicht das ich wüsste. Das wäre in meinen Augen auch nicht besonders sinnvoll.“ Hank nickte und überlegte kurz: „Du kannst es ja mal ausprobieren. Versuche einfach mal vor einer Aktion nicht groß nachzudenken, sondern einfach zu machen und schau dann mal was passiert.“ „Das wäre extrem riskant“ Hank grinste: „Aber es macht Spaß“ „Mh“ Conner dachte über die Aussage seines Partners nach, als er den Tisch abräumte.


03.November.2040, 12:49 Uhr

Ben Collins wartete bereits am Eingang des Parks auf sie: „Morgen Hank, na, so früh am Morgen schon wach?“ begrüßte er den Leutnant. „Nicht wenn es nach mir ginge“ grummelte Hank. Collins sah auf sein Protokoll: „Die Spurensuche ist gerade eingetroffen und hat schon mit der Arbeit begonnen.“
Er begleitete Hank und Connor in das Zentrum des Parks. „Was ist überhaupt passiert?“ fragte Hank und sah sich um.
Der Park war um diese Jahreszeit nicht besonders gut besucht,trotzdem weckte der abgesperrte Bereich in vielen Besuchern Neugierde. Mal ganz abgesehen, von den ganzen Reporten,die sich sowieso um Tatorte sammelten die die Motten um das Licht.

„Ein Android wurde heute Morgen tot aufgefunden.“ Erklärte Collins als die drei den Abgesperrten Bereich betraten: „ Er hat ein Schusswunde am Kopf und mehrere aufgeschürften Stellen an den Gliedmaßen. Wir vermuten, dass es einen Kampf gegeben haben musste. Die Spaziergängerin, die ihn gefunden hat, wird gerade von Chris verhört.“
Mittlerweile hatten sie den Tatort erreicht. „Hier wären wir, tobt euch aus“ vor ihnen lag der tote Android. Er lag auf dem Rücken mit einer nicht zu übersehenden Wunde am Kopf. Um ihn herum stellte die Spurensicherung die Beweise sicher. „Da hatte wohl jemand Feinde“ meinte Hank und drehte sich zu Collins: „habt ihr die Tatwaffe schon gefunden?“ „Nein“ gab Collins zu und schaute auf sein Protokoll: „die Waffe war nicht hier, eben sowenig wie die Kugel. Beides muss der Mörder mitgenommen haben.“

Während Hank mit Collins die Beweise durchging, begann Connor mit der Untersuchung der Leiche. Er tauchte seinen Finger in das blaue Blut und führte ihn anschließend zum Mund. Der Android war ein AV500, registriert auf den Namen Samuel. Er war im Moment arbeitslos, hatte aber auch keine Vorstrafen. Als nächstes untersuchte Connor die Schusswunde am Kopf. Sie hatte zwei wichtigen Komponenten im Kopfbereich getroffen, der Android war vermutlich sofort tot. Eigenartig war nur, dass sich kaum Thirium um den Kopf angesammelt hatte. Bei einer solchen Wunde müsste gut ein halber Liter ausgelaufen sein. Als er den Kopf anhob sah am Hinterkopf eine deutlich kleiner Schusswunde, er musste demnach von hinten erschossen worden sein.
Zu guter Letzt sah er nach den Schürfwunden an den Gliedmaßen. Sie waren nicht tief, ein funktionierendes System hätte sie binnen Sekunden verschlossen.

In diesem Moment kniete sich Hank zu Connor herunter: „Und, denn Fall schon gelöst?“ „Es ist komplizierter als ich zuerst annahm.“ erklärte Connor: „Die Beweise passen nicht zu unserem Tatort.“ „Was soll dass denn jetzt heißen?“ „Sehen sie hier.“ Connor deutete auf den Kopf: „Zwei Komponenten wurden beschädigt. Es müsste viel mehr Thirium um die Leiche verteilt sein. Außerdem ist die Eintrittswunde hinten und nicht vorne, es ist zwar nicht unmöglich aber doch sehr unwahrscheinlich, dass jemand nach hinten fällt, nachdem er von hinten erschossen wurde.“ „Mh...da hast du recht“ Hank neigte seinen Kopf zur Seite. „Eben. Zusätzlich haben wir noch die Aufschürfungen an den Gliedmaßen. Hätte er sich diese vor dem Tod bei einem Kampf oder Ähnlichem zugezogen wären sie automatisch verheilt.“ „Und was schließt du aus den Beweisen?“ fragte Hank und stand wieder auf. „Der Mord fand nicht hier statt.“ Hank hob die Augenbrauen. Die Schnelligkeit und Präzession mit der Connor die Beweise analysiert und auswertet verblüffte ihn immer wieder.

„Ben“ rief Hank seinen Kollegen zu sich. „Was gibt’s, habt ihr was herausgefunden?“ Connor übernahm das Wort: „ Das hier ist nicht der Tatort. Die Position der Eintrittswunde, das fehlende Thirium und die Schleifspuren sprechen dafür, dass die Leiche erst nach dem  Mord hier her gebracht wurde.“ „Na riesig“ seufzte Ben und notierte die Daten im Protokoll: „Jetzt fehlen uns nicht nur Täter und Mordwaffe, sondern auch noch der Tatort.“ Connor kam ein Gedanke: „Quasi wie bei Cluedo“. Ben und Hank sahen ihn irritiert an: „Scheiße Connor, wo kam denn das jetzt her?“ Connor blinzelte kurz: „Kam mir gerade nur so in den Sinn. Ich fand, der Vergleich war durchaus passend.“  Hank grinste und nickte zustimmend. „Und was machen wir jetzt?“ „Ich werde versuchen den Speicher den Androiden auszulesen, vielleicht gibt es noch Bilder vom letzten Ort an dem er sich befand.“ Sein Partner ging einen Schritt zur Seite, damit Connor wieder an die Leiche konnte. Interessiert beobachteten er und Collins wie Connor sich mit dem toten Androiden verband.

Das erste was Connor sah waren Störbilder. Anschneiden hatte der Schuss in den Kopf dem Gedächtnisspeicher erheblichen Schaden zugefügt. Immer wieder ging er die Erinnerungen des Androiden durch. Irgendwo musste doch etwas zu erkennen sein. Und tatsächlich. Für eine Millisekunde flackerte ein Bild auf. Weder in zumutbarer Qualität, noch lange genug, um mehrere Winkel des Ortes zu haben, aber immerhin. Kurz prüfte Connor noch die Zeit der Aufnahme: 02.November.2040, 22:14 Uhr. Zum Schluss speicherte er beide Informationen ab, und löste die Verbindung. Für ihn hatte der Vorgang mehrere Minuten gedauert, in Wirklichkeit waren aber kaum ein paar Sekunden verstrichen.Exzellente Rechenleistung macht es möglich.

„Ich habe etwas gefunden.“ Connor erhob sich und wante sich zu Collins: „würden sie mir bitte kurz das Protokoll reichen?“ Collins reichte ihm nach einem Seufzer das Tablet. Als Connor es in die Hand nahm verband er sich direkt mit dem Gerät und lud das Bild aus seinem Speicher hoch: „Hier, das ist die letzte brauchbare Erinnerung die ich finden konnte“ Hank und Collins betrachteten das Bild. „Es hat nicht die nötige Qualität um es durch meine Datenbank laufen zu lassen, allerdings sind durchaus einige Komponenten sichtbar.“ Erklärte Connor. „Das sind doch Spielautomaten, oder nicht?“ Hank kniff die Augen zusammen und versuchte die Objekte auf dem Bild erkennen zu können. „Da könntest du recht haben.“ Nickte Collins: „Eine ganze Reihe Automaten sogar. Sieht aus wie in einem Casino.“
Connor griff auf seine Datenbank zu: „In ganz Detroit gibt es insgesamt fünf Casinos. In einem von ihnen muss der Android letzte Nacht kurz vor seinem Tod gewesen sein.“ Collins nahm das Tablet wieder an sich: „Wir haben hier die Farbe und die Anordnung der Automaten. Ich geb das an die Kollegen weiter, die werden sich die Casinos mal näher ansehen.“ Einen kurzen Augenblick sah Hank seinem Kollegen nach, bis er sich wieder Connor zuband: „Da haben wir ihn nun, den ersten offiziellen Mord an einem Androiden.“ Connor nickte. Das Gesetz, dass der Mord an Androiden mit dem Mord an Menschen gleichzustellen sei war nicht mal einen Monat alt. „Na komm“ Hank legte ihm seine Hand um die Schulter: „lass uns aufs Revier gehen. Vielleicht haben sie bis dahin schon etwas herausgefunden.“


03.November.2040, 19:03 Uhr

Die letzten Stunden im Revier hatten Connor und Hank damit verbracht Fotos aus Casinos mit den Erinnerungen des Androiden zu vergleichen und Nachforschungen über das Opfer anzustellen. Bild für Bild ging Connor durch. Bei vielen passte die Farbe nicht, bei anderen war die Anordnung eine andere. Er wanderte von Bild zu Bild bis er plötzlich innehielt: „Das ist es“. Auf seinem Bildschirm hatte er zwei Aufnahmen nebeneinander gelegt. Auf der rechten Seite das Bild aus dem Speicher des Androiden auf der linken ein Foto das einer der Polizisten geschossen hatte. Hank kam um den Schreibtisch herum: „Mh, Farbe stimmt, die Anordnung stimmt und die Dekoration im Hintergrund könnte passen. Welches Casino ist das?“ „Das „Cash Royal“ Es ist auch das nächstliegendste am Park.“ „Ich gebe Ben sofort Bescheid.“ Hank nahm sein Telefon und ging ein paar Schritte zur Seite.

Connor lehnte sich kurz zurück und sah sich um. Er war nach wie vor de einzige Android der in der bei Ermittlungen arbeitete. Die wenigsten Menschen waren der Überzeugung, dass ein Androide in der Lage war, Menschen gut genug zu verstehen, um diesen Job ausführen zu können. Nach der Revolution vor zwei Jahren hatte sich Hank dafür eingesetzt, dass er weiter bei der Detroit Police ermitteln durfte. Nicht alle waren von diesem Vorschlag begeistert, doch zuguterletzt bekam er den Job. Er hatte Hank wirklich viel zu verdanken.

Als Hank aufgelegt hatte kam er zu Connor zurück. „Ben meinte, dass wir erst morgen das Casino untersuchen dürfen. Im Moment läuft das Verfahren für den Untersuchungsbefehl. Doch bei den Beweisen, ist es so gut wie sicher, dass wir die nötige Unterschrift bekommen.“ „Dann soll er bitte darauf achten, dass sämtliche Angestellte die gestern Nacht dort gearbeitet haben morgen anwesend sind.“ Hank nickte: „Das habe ich ihm bereits gesagt.“
Er schaute auf die Uhr:“ halb Acht, in ner dreiviertel Stunde spielen die Deroit Gears, willst du mit in Jimmys Bar?“ Connor warf einen Blick auf seinen Bildschirm: „sind sie sicher, dass wir für morgen gut genug vorbereitet sind?“ „Aber hallo“ beschwichtigte Hank als er sein Zeug zusammenpackte: „Wozu saßen wir denn hier stundenlang rum?“ Resigniert packte auch Connor zusammen und folgte Hank.


03.November.2040, 22:50 Uhr

„Ou man ey“ Hank kippte seinen Drink: „Jimmy, nochmal nen Doppelten. Scheiße, hast du gesehen was Denton Carter da heute abgeliefert hat?“ Connor betrachtete skeptisch den Drink welchen Hank sich nun bestellt hatte. Es war schon der sechste an diesem Abend. „Ja habe ich Lieutenant. Er hat gerade einmal 27% der Würfe von der Dreierlinie versenkt. Das liegt weit unter seinem Durchschnitt“ „Ja sag ich doch“ beschwerte sich Hank, ohne wirklich begriffen zu haben, was Connor da so genau gesagt hatte.
Hank reagierte auf die Niederlage seines Lieblingsvereins wie immer – frustriert und mit Alkohol. Am Anfang war Connor bei solchen Besuchen in der Bar nur sehr selten mitgekommen aber inwzischen begleitete er ihn regelmäßig. Zum einen, weil Hank in Begleitung generell weniger trank, zum anderen weil er Hank wirklich gern hatte.
Er genoss seine Anwesenheit. Dieser Kontrast zwischen dem fähigen Lieutenant und dem frustrierten Saufkopf übte eine unstillbare Faszination auf Connor aus. Keine Programmierung der Welt kann einen auf so einen gegensätzlichen Charakter vorbereiten.
„Lieutenant, ich will ihnen keinen erneuten Vortrag über ihren Alkoholkonsum halten, aber ich würde es bevorzugen, wenn das hier ihr letzter Drink wäre.“ Skeptisch betrachtete Hank das Glas in seiner Hand. „Na gut“ erwiderte er mürrisch, exte den Drink und griff nach seinem Mantel: „Das Spiel is eh rum, lass uns gehen.“ Connor war froh dieses Mal nur wenig Überzeugungsarbeit leisten zu müssen und folgte Hank aus der Bar.

„Lieutenant, wo gehen sie hin?“ Er beeilte sich seinen Partner einzuholen. „Ich geh nach Hause, wohin denn sonst?“ „Wollen sie kein Taxi?“ fragte Connor verwundert. Von Hank kam nur ein „Nope“. Eine Weile lang liefen sie schweigend nebeneinander her. Die kalte Novemberluft half Hank den Kopf ein bisschen frei zu bekommen, obwohl der Alkohol kräftig dagegen steuerte.

„Erinnerst du dich an den Fall vor zwei Jahren? Der mit den beiden Tracis?“ Connor sah zu Hank rüber: „Sie meinen den, mit dem toten Freier im Eden Club?“ „Genau.“ Hank betrachtete den wolkenlosen Himmel: „Wie funktioniert eigentlich Liebe zwischen zwei Androiden?“ Irritiert hob Connor die Augenbrauen: „Was genau meinen Sie?“ „Naja, du weißt schon. Habt ihr auch, naja... ist ja auch egal.“ „Falls sie wissen wollen, ob wir Sex haben können dann kann ich Ihnen die Frage gerne beantworten. Alle Androiden sind nach dem gleichen Grundmodell gebaut. Da dieses Modell auch in Sexclubs und Ähnlichem eingesetzt wurden haben alle Androiden funktionierende Geschlechtsteile und...“ „Jaja, so genau wollte ich es gar nicht wissen.“ winkte Hank ab: „Hat mich nur interessiert. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, wie ihr Liebe zum Ausdruck bringt.“

„Wie Menschen eben auch. Wir lernen jemanden kennen, verlieben uns und entweder sagen wir es oder wir behalten es für uns.“ Hank sah Connor an: „Welche Gründe sollte man haben, so etwas für sich zu behalten?“ Beide hielten kurz an, bis die Ampel wieder auf grün schaltete. „Zum Beispiel weil der andere bereits in einer Beziehung ist, oder weil man Angst vor der Reaktion hat, wenn man es dem anderen sagt.“ „Pah, einfach machen, nicht lange Nachdenken“ lachte Hank: „wenn man es nicht versucht hat, weiß man nie, wie der andere reagiert.“ Er überlegte ein Weilchen. Der Alkohol in seinem Blut zeigte immer noch Wirkung. Als er Connor betrachtete, muss Hank nochmals auflachen: „Ich glaube nicht, dass du schon mal jemanden geküsst hast.“ „Wie kommen sie jetzt darauf Leutnant?“ fragte Connor. „Mit deiner Art kommst du bestimmt nicht gut bei Frauen an.“ Kritisch sah Connor zu ihm hinüber: „Lieutenant, ich glaube zwei drei Drinks weniger hätten ihnen auch nicht geschadet.“ „He, ich lass mir von keinem sagen wie viel ich zu – uarg“ im letzten Moment konnte Connor den fallenden Hank noch abfangen und lehnte in an eine Straßenlaterne. „Urgs, danke, mein Schädel brummt und ich-“ Connor kam Hanks Satz von heute Morgen in den Sinn: Versuche einfach mal vor einer Aktion nicht groß nach zudenken, sondern einfach zu machen und schau dann was passiert. Einen kurzen Moment wägte er noch ab, bevor er sich einfach vorbeugte und Hank küsste.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast