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Die Tochter des dunklen Lords

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P16 / Het
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle OC (Own Character) Ronald "Ron" Weasley
06.06.2018
23.09.2022
94
154.435
71
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23.09.2022 2.456
 
Ich hatte niemals vor gehabt, ein Junkie zu werden, und doch wusste ich seit dem Moment an, in dem der Trank meine Lippen berührt hatte, dass ich mehr wollte. Dass ich nie wieder ohne ihm leben wollte. Ich war berauscht von dem Gefühl, das mir der Trank gab. Ich fühlte mich leicht und frei. Es war so, als wäre es das erste Mal, dass ich ich selbst war. Ich war der festen Überzeugung, dass dieser Trank das Beste aus mir herausholte und das Schlechteste tief in mir vergrub.

Der Tag an dem ich zum ersten Mal von dem Trank nahm, war der, an dem ich Harry treffen wollte. Wir gingen zusammen über die Ländereien von Hogwarts, sprachen über die Schule, unsere Familien und über unsere Talente. Niemals fühlte ich mich so mutig und locker bei einem Gespräch mit Harry wie an diesem Tag. Niemals zuvor und niemals danach. Ja, Harry und ich hatten an diesem Tag richtig Spaß. Wir brachten uns ständig zum Lachen und irgendwann, es war bereits die Sonne untergegangen, kamen wir auf die Idee, im schwarzen See schwimmen zu gehen. Und weil ich immer noch auf einem Trip war und weil Harry sowieso der mutigere von uns beiden war, sprangen wir zusammen, voll bekleidet, ins kalte Wasser.

Wir lachten beide aus vollem Hals, als wir auftauchten. Ich schwamm mit zwei kräftigen Zügen weiter hinaus auf den See und legte mich dort mit dem Rücken auf die spiegelglatte Oberfläche. Als ich in den Himmel blickte und die ersten Sterne zählen konnte, überzog sich mein gesamter Körper mit einer Gänsehaut. Wir waren so furchtbar klein und unbedeutsam, schoss es mir durch den Kopf. Wie lächerlich war es doch nur, dass mein Vater die Weltherrschaft übernehmen wollte. Was bedeutete schon die Welt, wenn man nur bedachte, wie viele andere Planeten es noch gab?

Etwas streifte mich am Rücken und eine Sekunde später zog es mich unter Wasser. Ich kreischte, aber das Wasser dämpfte meinen Schrei und als ich meine Augen öffnete, verstummte ich sowieso von allein. Harry war derjenige, der mich umklammert hielt und mich mit großen Augen anstarrte. Ich grinste und zog ihn noch ein Stück weiter unter Wasser.

Als wir so weit unten waren, dass nur noch Fetzen des Mondlichts bei uns ankamen, hielten wir inne. Ich konnte Harrys Gesicht schemenhaft vor meinem sehen und griff mit den Fingerspitzen dorthin, wo ich seine linke Wange vermutete. Harrys Haut fühlte sich warm und weich an. In den Moment, indem mich ein warmes Gefühl überkam und ich das Gefühl hatte, es wäre der rechte Moment, Harry zu küssen, packte er meine Hand und paddelte wieder hinauf zur Oberfläche.

In der Zeit in der ich zur Luft gezogen wurde, fühlte es sich so an, als würde die Zeit stehen bleiben. Plötzlich konnte ich jede Zelle meines Körpers spüren. Ich fühlte es, wie das Wasser sanft über meine Haut strich und mich nach unten drängen wollte. Und ich hörte das Leben im schwarzen See. Viele kleine Stimmen, die mich zu sich riefen. Am stärksten spürte ich aber das Band zwischen Harry und mir. Er hielt mich fest und schwamm mit kräftigen Zügen nach oben. Harry würde mich niemals hier unten lassen. Instinktiv wusste ich, dass wenn morgen erst die zweite Aufgabe des Trimagischen Turniers wäre, ich diejenige wäre, die für Harry hier unten gefangen wäre. Ein Lächeln zierte meine Lippen, als ich aus dem Wasser auftauchte. Harry grinste mich schief an.

In den nächsten Wochen konnten wir nur ein einziges Mal unseren Tauchgang wiederholen. Die restlichen Treffen mussten mit Übungsstunden für das Trimagische Turnier ersetzt werden. Fast jeden Abend also übten Hermine, Ron und ich mit Harry diverse Angriffs- und Verteidigungszauber. Meistens lief es darauf hinaus, dass Hermine einen guten Spruch kannte, oder in einem Buch gefunden hatte, ihn uns beibrachte und schließlich Harry und ich gegeneinander antraten, weil wir die zwei Stärksten waren. Ich spürte, wie verärgert Hermine darüber war, dass sie in der Praxis schwächer war als wir, aber ich tat nichts gegen ihren Unmut, weil mir Harrys Aufmerksamkeit immer noch wichtiger war. Irgendwie spürte ich, dass nun die entscheidende Zeit gekommen war, in der ich Harry Potter endlich fest an mich binden musste. Wir hatten die finale Phase erreicht.

Mitte Mai sprach mich Draco erstmals an. Nach fast einem Monat des Stillschweigens zwischen uns, trafen wir uns wieder und redeten über das Vorgefallene. Weil ich vor dem Treffen zwei kräftige Schlücke meines - wie ich ihn mittlerweile liebevoll nannte - Lebenselixiers genommen hatte, und weil viel Zeit verstrichen war, war ich sehr entspannt. Auch Draco schien aus dem Vorfall keine große Sache machen zu wollen und meinte sogar, dass wir das gerne wiederholen könnten. "Ich hätte nichts gegen eine Freundschaft plus", meinte er und zeigte grinsend seine weißen Zähne.

"Natürlich hast du das nicht", sagte ich zurück und boxte ihn in die Schulter. "Ich allerdings kann das Angebot auf keinen Fall annehmen."

Es gab tausend Gründe die dagegen sprachen und vier Hauptgründe: Erstens wollte ich auf keinen Fall wieder Harrys Misstrauen schüren (ich hatte ihn sogar heute extra vorgewarnt und erzählt, dass wir nun endlich einen Schlussstrich unter unsere Freundschaft ziehen wollten), zweitens wusste ich, dass so eine Freundschaft das reinste Gefühlschaos für mich bedeuten würde, drittens war ich immer noch nicht bereit, mit irgendjemandem zu schlafen und viertens hatte ich nicht vergessen, dass ich Draco und Pansy auf der Karte des Rumtreibers zusammen erwischt hatte. Nur leider konnte ich ihn, ohne das Geheimnis über die Karte zu erzählen, nicht so einfach zur Rede stellen.

Draco schien nicht sonderlich überrascht von meiner Absage zu sein, oder - ich konnte es nicht ganz einschätzen - er hatte den Vorschlag ohnehin nicht ernst gemeint.

"Ich nehme an, dass du dich auch freundschaftlich nicht mehr treffen möchtest?", erkundigte sich Draco. Während er nachfragte, drehte er seinen Zauberstab mit zwei Fingern im Kreis.

"Wie kommst du darauf?"

"Na ja, ganz offensichtlich ist es dir nun wirklich sehr ernst damit, dass du dich mit Potter, Granger und dem Wiesel anfreunden möchtest. Selbst Blinde könnten sehen, dass du dich fast schon krampfhaft an sie klammerst."

"Halt die Klappe!" Beleidigt verschränkte ich die Arme vor meinem Körper. "Diese Freundschaft ist nicht nur einseitig und sie geht dich übrigens nichts an!"

"Nein natürlich nicht. Die drei haben ja niemand Besseres als dich. Sie müssten wirklich glücklich sein, von so jemandem wie dir die Freundschaft angeboten zu bekommen. Und trotzdem, oder eben genau deswegen, verstehe ich nicht, warum du glaubst, dass du die drei brauchst. Sie sind nichtsnutzige Dummköpfe!"

"Haben wir dieses Gespräch nicht schon oft genug geführt? Sei einfach still Draco!"

"Wenn du nicht schlauer daraus wirst, kann ich dir auch nicht helfen. Ich sage dir nur, dass ich kein Interesse daran habe, mit Potters Freundin befreundet zu sein."

"Gut, dann wäre das auch geklärt. Ich wollte dir übrigens tatsächlich auch die Freundschaft kündigen."

Kurz erkannte ich einen erstaunten Blick auf Dracos Gesicht, schnell wurde der allerdings wütend. Stumm warfen wir uns also feindselige Blicke zu. Nach einigen Sekunden drehte ich mich um und ging Richtung Ausgang. Ich hatte schon längst entschieden, für wen ich mich entscheiden würde. Denn anders als Draco dachte, entschied ich mich für meinen Vater und nicht für Harry. Und für meine Familie würde ich mich immer entscheiden.

"Alecto!", hielt mich Draco, bevor ich die Tür öffnen konnte, auf. "Das heißt nicht, dass wir Feinde sind. Ich will mich nur in der nächsten Zeit nicht hier mit dir treffen. Ich treffe mich bestimmt nicht extra heimlich mit dir, nur weil Potter sonst die Freundschaft kündigt."

"Ok." Das klang doch ganz gut, fand ich. Ich hatte schließlich auch kein Interesse, mich mit Draco zu treffen, wollte aber auch keinen Streit.

Anstatt das Gespräch damit zu beenden, sprach Draco aber leider weiter: "Wenn du endlich eingesehen hast, dass dir die Gunst von Harry wenig bringen wird, werde ich bereit sein, mich wieder mit dir zu treffen."

Ich weiß nicht, was genau der Auslöser war - vielleicht führte auch der Trank zu Stimmungsschwankungen -, aber plötzlich zischte ich mit erhobener Stimme: "Tu nicht so, als hättest du nicht genau den gleichen Plan wie ich gehabt. Ich weiß ganz genau, dass dir deine Eltern vor der ersten Klasse eingeredet haben, dich mit Harry gut zu stellen. Nur weil du zu ungeschickt dafür warst, heißt das nicht, dass du jetzt eifersüchtig auf mich sein musst. Wir und auch alle anderen intelligenten Menschen wissen, dass es nicht schaden kann, mit Harry befreundet zu sein. Harry ist ein mächtiger Zauberer und das weißt du ganz genau!"

"Du bist doch verrückt!", brüllte nun auch Draco. Ich hatte ihn selten so die Fassung verlieren sehen. Sein Gesicht war rot vor Wut angelaufen. "Niemals, niemals könnte ich mit dem Mörder meines Vaters befreundet sein! Wäre ich an deiner Stelle, gäbe es Potter gar nicht mehr!"

Kurz verlor auch ich die Fassung, hatte ich doch selbst schon oft meine Zweifel gehabt, ob es nicht doch besser wäre, Harry für seine Tat zu hassen. Aber, und das wusste Draco natürlich nicht, ich war mit Harry ja bloß aus dem Grund befreundet, weil ich ihm irgendwann einmal damit richtig weh tun konnte.

"Du benimmst dich so kindisch, Draco. Du bist blind vor Wut. Waren deine Eltern sehr enttäuscht von dir, als du ihnen erzählt hast, dass du dich nicht mit Harry angefreundet hast, sondern dich ständig mit ihm streitest und er dich hasst?"

Damit hatte auch ich Dracos wunden Punkt getroffen. Ich kannte ihn einfach zu gut.
Draco sah mich stumm aus grauen Augen an. Seine Hände zitterten vor Wut.

"Sei jetzt bloß nicht beleidigt!", schoss es aus mir heraus. "Wir haben ausgemacht, dass wir uns nicht streiten werden."

"Ja, das sollten wir nicht.", bestätigte Draco, sah aber keineswegs versöhnlicher aus. "Und weißt du auch, warum nicht?", fragte mich Draco.

Anstatt zu fragen, verdüsterte sich mein Gesicht. Ich ahnte, dass es keine lieben Worte sein würden, die Draco als Erklärung parat hatte.

"Meine Eltern haben mich - ähnlich wie damals bei Potter - beauftragt, mich mit dir anzufreunden. Sollte jemals der dunkle Lord wieder kommen, wäre es gut, eine Verbündete zu haben, meinten sie."

Etwas in mir sackte in sich zusammen. Es war so, als wäre ein Stück aus mir ausgebrochen, so als hätte ein Teil meines Herzens den Namen "naiv" gehabt und als wäre dieser gerade eben verloren gegangen.

Eine innere Wut packte mich und so zog ich meinen Zauberstab heraus und richtete ihn gegen Draco. Die Spitze des Stabes bohrte sich in Dracos Hals.

"Lass das Alecto!", zischte Draco. "Du weißt, was du geschworen hast!"
"Zum Glück weiß ich aber auch, dass ich dich ungestraft verfluchen kann. Oder hast du schon wieder vergessen, was mit Pansy passiert ist? Der Fluch hätte dich treffen sollen."

"Du kannst vielleicht den Zauberstab gegen mich richten, aber mich verfluchen kannst du nicht. Oder zumindest nicht ohne zu sterben!"

Ich lachte hysterisch auf. Meine linke Hand packte Dracos Hals, während die andere immer noch den Zauberstab in sein Fleisch bohrte. Wütend zischte ich: "Lieber sterbe ich, als mich von deiner Familie drangsalieren zu lassen. Sollte ich aber sterben, dann will ich doch zumindest dich mit in den Tod reißen."

"Bitte Alecto." Seit ich den Griff um Dracos Hals gefestigt hatte, zitterte er. "Ich wollte niemals, dass es soweit kommt!"

"Dass was nicht so weit kommt? Dass deine Familie uns zwingt, einen unbrechbaren Schwur zu leisten, oder zu dieser Situation?" Ein weiteres Mal entfuhr mir ein grässliches, hexenartiges Lachen. Ich empfand Spaß darin, Draco zittern zu sehen.

"Entschuldigung", flehte Draco, "ich bitte für alles, was meine Familie dir jemals angetan hat, für Entschuldigung. Es war auch nicht ernst gemeint, dass ich nur wegen meiner Elern mit dir befreundet bin. Das weißt du doch selbst auch gut genug. Lass mich jetzt los!"

Einige Sekunden starrte ich auf Draco herab und ließ ihn flehend zittern. Dann ließ ich langsam seinen Hals los und ging einen Schritt zurück. Zufrieden stellte ich fest, dass sich auf Dracos Hals Abdrücke meiner Fingernägel befanden. Einer war sogar so tief, dass sich ein kleiner Blutfaden gebildet hatte.

Draco, der mittlerweile seinen eigenen Zauberstab in der Hand hielt, stand still im Raum und schien anscheinend zu überlegen, was er tun sollte. Ich wartete gespannt auf seine Reaktion. Genoss es, dass ich die Überhand hatte. Schließlich wussten wir beide, dass ich ihn haushoch im Duellieren schlagen würde.

Zu meiner großen Überraschung ließ sich Draco in einen Sessel fallen und steckte seinen Zauberstab wieder zurück. "Ich kann mich noch genau daran erinnern, als wir uns gestritten haben. Es führt ja doch zu nichts. Lass uns die ganze Sache einfach wieder vergessen und Freunde bleiben." Schnell schob er nach: "Freunde, die sich nicht heimlich treffen."

Ich war überrumpelt von Dracos plötzlicher Entscheidung. Schnell bahnten sich hunderte Fragen in meinen Kopf. Warum wollte Draco plötzlich wieder eine Freundschaft? Meinte er damit, dass er mich öffentlich treffen wollte? War er immer noch in mich verknallt und wollte deswegen keinen Streit? Hatte er einfach nur Angst? War das mit der Bitte seiner Eltern gelogen, oder nicht? Konnte ich mich öffentlich mit Draco als Freund treffen? Könnte ich trotzdem noch mit Harry befreundet sein?

"Alecto?"

"Äh ja, abgemacht." Mein Herz war wieder einmal schneller als mein Kopf. „Aber eine Frage habe ich noch", schob ich rasch nach, „was soll das mit Pansy? Ich habe euch zwei zusammen gesehen."
Ohne nachzudenken erklärte Draco: „Sie ist verknallt in mich, belästigt mich und sucht ständig meine Nähe. Ich hingegen will gar nichts von ihr."
Ein Blick in seine Augen gab mir den Glauben, ihm vertrauen zu können. Schließlich wusste ich schon lange, dass Pansy in Draco vernarrt war.
„Na gut, dann lass uns wieder Freunde sein."
"Sehr gut. Aber wehe du willst, dass ich Potter treffe!"

"Äh nein, hatte ich nicht vor." Ehe ich fragen konnte, ob Draco nun vorhatte, mich tatsächlich auch zum Beispiel in der großen Halle vor allen anderen anzusprechen, verließ er den Raum. Ich blieb verwirrt und etwas wütend darüber, dass ich ihm wieder einmal verziehen hatte, zurück.


~*~


Heyy^^

Ich wollte mich einmal bei euch erkundigen, seit wann ihr bei der Geschichte dabei seid. Mich würde das brennend interessieren :))
Ich habe als 13-jährige mit der Geschichte im April 2018 zu Schreiben begonnen und bin jetzt bereits 18 (o.o). Die Zeit vergeht soo schnell haha

Liebe Grüße
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