When it's time just let me die

GeschichteAngst, Tragödie / P12
Atsushi Nakajima Chuya Nakahara Dazai Osamu Kunikida Doppo
05.06.2018
15.06.2018
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Yokohama - 08:30Uhr

Dazai lag friedlich schlafend in seinem Bett, als plötzlich sein Handy anfing zu klingeln und er erschrocken zusammenzuckte. Hecktisch tastete er nach dem nervig bimmelnden Gerät, um den Anruf entgegenzunehmen.

»Dazai, würdest du bitte einen Blick auf die Uhr werfen?«, fragte eine ihm bekannte, genervt klingende Stimme.
»Kunikida..?«
»Ja, so lautet mein Name. Und nun beweg deinen faulen Hintern in's Büro, du bist bereits eine halbe Stunde zu spät dran! Wie oft soll ich dir noch erklären, wie sehr ich es hasse, wenn du meinen Terminplan durcheinanderbringst? Nie ist Verlass auf dich!«
»Es tut mir leid. Ich bin schon auf dem Weg.«

Hatte er sich gerade wirklich bei Kunikida entschuldigt..?

Verwirrt hievte Dazai sich aus dem Bett und ging in's Bad. Er betrachtete sich eine Zeit lang im Spiegel. Seine von Narben übersähte Haut, die er gleich wieder unter unzähligen Verbänden verbergen würde.
Stich- und Schussverletzungen,... Erinnerungen an seine Zeit bei der Mafia.
Tiefe Schnitte und Kratzer, die er sich selbst zugefügt hatte,... Erinnerungen an dunkle Momente. Momente, in denen er seine Fassade nicht aufrecht erhalten konnte. Als der Selbsthass zu groß wurde.

Er griff nach dem kleinen Schränkchen neben dem Spiegel und nahm eine der vielen Packungen Mullbinden heraus.
»Du Verschwender von Verbandsmaterial!«, hallte es durch seinen Kopf, während er sich den Körper verband.
Warum mussten sie ihm immer solch verletzende Sachen an den Kopf werfen?
»Dann stirb doch!«
»Ich hasse dich, Bastard!«
...

Um halb 10 verließ Dazai sein Zimmer und machte sich auf den Weg in's Büro. Er würde Ärger und den Hass der anderen zu spüren bekommen. Nicht, dass das etwas neues wäre. Er war schon oft zu spät gekommen. Aber-

»Dazai, da bist du ja endlich! Mir ist egal, ob du gerade wieder aus dem Fluss gefischt worden bist: Setz dich an deinen Schreibtisch und mach deine Arbeit! Ich brauche immer noch dringend den Bericht über den Auftrag von letzter Woche! Entweder den kriegst du heute fertig, oder ich schließe dich hier so lange ein bis es der Fall ist!«, schnauzte Kunikida.
»Aber Kunikida! Heute ist so schönes Wetter, findest du nicht auch? Was gibt es da entspannenderes, als im Fluss-«
»Ruhe und los jetzt! Kein Wort mehr, bis dieser Bericht geschrieben ist!«
»Atsushiii~«, rief Dazai freudenstrahlend, in der Hoffnung, sich die Arbeit vom Leib halten zu können.
»Tut mir leid, Dazai, ich kann das nicht wieder übernehmen. Ich und Tanizaki müssen zu einem Auftrag.«, entgegnete Atsushi und verließ in dessen Begleitung das Büro.

Resigniert ging Dazai zu seinem Arbeitsplatz und fuhr den Computer hoch.
Er hatte keine Kraft, um einen Bericht zu schreiben. Keine Motivation. Er wollte wieder nach Hause. Einfach nur schlafen. Tief schlafen. Und vielleicht nie wieder aufwachen...
Gedankenversunken starrte er den Bildschirm an.
Würde es auffallen, wenn er jetzt einfach ging?
Wortlos stand er auf und ging in Richtung Tür.
»Dazai, setz dich und mach endlich deine Arbeit! Manchmal frage ich mich wirklich, wozu du hier angestellt bist! Du bist zu nichts nütze!«, brüllte Kunikida.
»Ach ja? Ist das so..?«, murmelte Dazai und verließ mit gesenktem Kopf das Büro...
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