Ein fast perfekter Sieg

von Snowsong
OneshotFantasy / P16
Canim Lararl Vordkönigin
03.06.2018
03.06.2018
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Alle Figuren, Ländereien und sonstiges gehört Jim Butcher. Mit diesem Os wird kein Geld verdient, er ist regelrecht anhand der Freude des Schreibens erstanden und soll meine Leser unterhalten.


Codex Alera habe ich in sehr wenigen Tagen komplett durchgesuchtet. Eine herrliche Fantasy- Geschichte. Mein absoluter Lieblingsband ist Band 5, in dem auch der von mir verfasste Os spielt.
Ich habe versucht, den Os so zu schreiben, dass man die Handlung versteht, ohne die Buchreihe zu kennen. Ich hoffe, es ist mir gelungen.^^

In diesem Sinne, viel Spaß beim lesen.

Eure Snowsong






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Ein fast perfekter Sieg


Das Gefühl des Triumph war berauschend. ES war großartig, lieblich, herrlich, süß... es war einfach  perfekt!

Tief atmete sie die kalte Luft ein. Hier und da verunreinigte der Gestand von Rauch, brennendem Pelz oder aufsteigender Säure die klare Luft, aber das würde sich legen. Der Himmel war voller dunkler Wolken.
Bald würde der nächste Regen kommen, und alle diese Gerüche davon spülen. Dann würde nichts mehr an die Schlacht erinnern, die bis vor kurzem noch getobt hatte.
Dann würde nur noch die Gewissheit des Sieges zurückbleiben.

Unter ihr lag eine riesige Zitadelle. Ihre Kinder zogen durch die Straßen und Gassen, um zu jagen, töten und zu vernichten. Ihr Ziel waren jene, die nicht mehr hatten fliehen können oder nicht hatten fliehen wollen.
Zugegeben, sie waren zäh gewesen, diese Köter. Aber das machte den Sieg über sie nur noch glorreicher.

Zwei Jahre hatten sie gekämpft und sich dem unvermeidlichen widersetzt; nur um doch am Ende zu unterliegen. Eigentlich hätten sie gleich aufgeben können, dass hätte ihnen allen viel Zeit erspart. Aber wie sie feststellen musste, hielten diese Hunde nicht viel vom logischen Denken.
Aber was wollte man auch von Tieren erwarten?

Eine Windböe ließ ihre langen, weißen Haare wild im Wind tanzen und öffnete zeitgleich für einen Moment ihren schwarzen Umhang. Ihr schwarzer Chitinpanzer glänzte im schwachen Licht des Wolken behangenen Tages.  
Hier und da waren schrammen zu erkennen, die von Schwertern, Pfeilen und Bolzen stammten. Doch dies war nichts, was dauerhaft bleiben würde. Sie würde sich einfach schälen, die erste Schicht des Panzers ablegen. Dann würden auch die Schrammen wieder verschwunden sein.

Was fanden die anderen Geschöpfen denn nur an Rüstungen aus Metall?

Das entzog sich ihrem Verständnis. Schließlich war es doch viel praktischer und Zeitsparender sich einen Panzer wachsen zu lassen. Um eine Rüstung zu schmieden bedarf es erst einmal eine Mine, dann das entsprechende Metall. Dieses musste in Barren gegossen und dann zu einer Rüstung weiterverarbeitet werden. Und die Rüstungen passten nicht immer genau. Eine Rüstung die nicht passte, wieß Lücken auf.

Und Lücken konnten den Tod bedeuten.

Alles in allem, diese Wesen dachten fehlerhaft. Aber anderseits waren sie auch keine Vord.
Vord waren der Inbegriff von Perfektion. Aus diesem Grund war sie heute auch siegreich gewesen. Es war, weil sie die Vord- Königin war. Das beinhaltete schon, fehlerfrei zu sein.

Nun ja, fast fehlerfrei.

Zähneknirschend dachte sie an ihre Mutter.
Mutter war fehlerhaft, sie hatte sich zu viel von diesen verdammten Wesen das sich Tavi nannte, abgeschaut. Sie hatte zu viel Blut von jenen getrunken und hatte damit auch deren Fehler übernommen.

Sobald dieses Land ihr und ihrer Schwester gehörte, und zu einer Festung ausgebaut war, würde sie ihre Mutter jagen und beseitigen. Zugegeben, dass war keine schöne Aufgabe, aber notwendig. Es durfte kein Makel bleiben.

Die Königin ließ ihre schwarzen Insektenaugen über die Stadt huschen, bis sie am Horizont hängen blieb. Dort hinten, am Meer, dort würde sie den finalen Schlag setzten. Und; ironischerweise, von dort kamen sie auch her.

Ihre Mutter hatte in dem Land Alera gelebt, das jenseits des Meeres lag und dort geschlafen, eher sie von dem Wesen Tavi geweckt worden war. Sie hatte das Blut von Tavi und von einem Weibchen das Kitai hieß, getrunken und hatte so deren Körperform angenommen.
Zwei Arme, zwei Beine, weiße Haare, ein Mund mit stumpfend zähnen und so weiter und so fort. Im Grunde war es ein eher unpraktischer Körper und sie würde ihn vielleicht bald austauschen.
Das war noch ein Vorteil, den die Vord hatten: Sie waren an keine Gestalt gebunden, konnten, nach dem sie das Blut eines Wesen gekostet hatten, sein Körper annehmen.

Ihre Mutter hatte bald erkannt, dass Alera nicht sicher war. Die Wesen dort waren in der Lage, seltsame Dinge mit den Elementen zu vollbringen. Manche konnten fliegen, andere konnten aus nichts Feuer erschaffen oder Berge zum Einsturz bringen.
Kurz um, es war nicht sicher gewesen. Denn eine Königin musste sich erst einen Staat aufbauen und viele Kinder erschaffen, eher sie diese Fehlerhaften Wesen ausrotten konnte.
Wie es also in der Natur der Vord lag, hatte Mutter zuerst zwei andere Königinnen erschaffen, und diese dann ausgesandt, damit sie selbst einen eigenen Stadt gründen konnten.

Dann hatte Mutter ein Bündnis mit den Canim geschlossen. Und dieses Bündnis war nun deren Untergang gewesen.
Fast empfand sie Mitleid mit diesen Canim. Aber nur fast.

Die Canim unterschieden sich sehr von den Aleranern. Die Canim waren groß, waren zwischen 7- 9 Fuß groß, pelzig und mit Zähnen und Klauen bewaffnet.
Mutter hatte einmal erzählt, die Canim würden Wölfen ähneln; bloß, das diese auf vier Pfoten liefen. Die Canim aber liefen die meiste Zeit auf zwei Pfoten.  Und sie trugen Rüstungen aus Metall, zusätzlich konnten sie sogar eine breiten Spannweite von Waffen führen.

Sie waren gefährlich, aber, wie schon erwähnt, fehlerhaft.

Die Gesellschaft der Canim war in unterschiedliche Kasten eingeteilt. Zwischen dem Kriegerkasten und den sogenannten Ritualisten gab es wohl schon seit Generationen Streit. Die Ritualisten wollten die Krieger loswerden, waren aber zu schwach, um dies zu bewerkstelligen.

Aus diesem Grund hatte einer der Ritualisten, Sarl, erinnerte sie sich, mit ihrer Mutter einen Packt geschlossen.
Mit einem Schiff war Mutter dann von Alera nach Canea, der Heimat der Canim gekommen. Dort hatte sie sich versteckt und ihre Schwester und sie erschaffen.
Zuerst hatten sie sich gebeugt, hatten den Ritualisten geholfen und sie unterstützt. Doch als sie Zahlreicher waren, hatten sie sich befreit, hatten jagt auf jene gemacht, mit denen sie Verbünden gewesen waren.
Schließlich hatte Canea gebrannt.

Fehlerhafte Idioten. Hätten sie sich zusammengetan und gemeinsam gegen ihre Schwester und sie gekämpft, hätten sie verloren. Aber Canea war in verschiedene Gebiete unterteilt, die von jeweils einer anderen Person regiert wurden. Und diese Köter hatten Jahrhunderte lang gegeneinander Krieg geführt. Sie trauten einander nicht.
Und sie hatten den Ernst der Lage unterschätzt.

Das letzte Gebiet, welches noch zu erobern war, war Shuar. Und hier stand sie nun, auf dem Turm der Zitadelle und blickte auf die unterworfene Stadt.
Dies war die letzte Verteidigung gewesen, die Shuar gehabt hatte. Nun stand ihr und ihren Kindern der Weg ins Landesinnere offen.

Hinter ihr wurde ein tiefes Knurren laut. Die Königin begann zu lächeln. Langsam drehte sie sich um.
Ihre Kinder hatten ihn tatsächlich lebend gefangen. Das versüßte ihr den Sieg um so mehr. Doch, es war einfach perfekt.

Ihre Kinder, Vord in den unterschiedlichsten Formen, ausgestattet mit einem schwarzen Chitinpanzer und scharfen Greifscheren, oder mit Händen die mit Klauen bestückt waren, brachten ihr einen Canim.
Sie hatten ihm wohl weißlich das Maul zugebunden. Canim hatten starke Zähne und noch stärkere Kiefer, mit denen sie mühelos Knochen zerbeißen konnten. Seine mit Klauen besetzten pfotenartige Hände waren fest zusammengeschnürt. Um seinen Hals lag ein Seil, das von vier Vordwachen gehalten wurde.
Er würde nicht ausbrechen können, selbst wenn er all seine verbliebenen Kraftreserven mobilisierte.

„Kriegsführer Lararl“, sie lächelte ihn breit an „Es ist mir eine Ehre. Endlich treffen wir uns persönlich.“
Lararl knurrte.

Er war ein kleiner Vertreter seiner Art. Die meisten Canim waren zwischen 7- 8, manche sogar 9 Fuß groß. Lararl maß etwa 6 Fuß. Das tat seiner Stärke und seinem Willen jedoch keinen Abstrich.
Sie hatte Lararl beobachtet, wie er mit zwei Schwertern bewaffnet ihre Kinder niedergemäht hatte. Mochte er auch kleiner sein, er war stämmig, hatte Kraft in dem kleinen Körper.
Nur, diese brachte ihm jetzt nichts mehr.

„Zieht ihm die Rüstung aus, sie stört mich.“ sie sprach absichtlich laut, verwendete diese hässliche, knurrende Sprache der Köter.
Er werte sich, doch es hatte keinen Sinn. Nach kurzer Zeit lag die dunkelblaue Rüstung auf dem Boden. Unter der Rüstung trug Lararl ein Hemd aus Stoff, wohl, damit die Rüstung nicht das Fell beschädigte.
Missbillig schüttelte sie den Kopf. Und da war es wieder, das Thema. Warum konnten sie sich nicht einfach eine Rüstung wachsen lassen?

Anderseits, es würde dieses wunderschöne Fell ablösen.

„Auf die Knie mit ihm!“ befahl sie kalt. Die Wachen traten Lararl in die Kniekehle und zwangen ihn; unter Protest, auf die Knie.
Stumm gab sie den Wachen den Befehl, Lararl nun gut zu fixieren. Dann hob sie ihre Hände und vergrub die Finger in Lararls Pelz.

Lararl war schon ein älterer Cane. Sein, für Shuar klassisches, goldfarbenes Fell war mit silbernen Streifen versehen.
Wie alle angehörige des Kriegerkasten hatte auch Lararl viele Narben, die er sich in Kämpfen zugezogen hatte. An manchen Stellen war der Pelz dunkel verfärbt; Blut, welches aus erst kürzlich entstandenen Wunden entsprungen war.

Die Königin schloss für einen kurzen Moment die Augen. Das Fell war weich, kuschelig.
Doch, vielleicht würde sie sich einen Pelz wachsen lassen. Es fühlte sich gut an.

Shuar war ein kaltes, karges Land. Es gab hier einen sehr langen Winter und sehr, sehr kurze Sommer. Das hatte dafür gesorgt, dass die Felle der Canim hier dichter und weicher. Vermutlich war auch die Fettschicht unter dem Pelz um einiges dicker. Und wenn sie so überlegte, war der Pelz bestimmt auch um einiges Wasserabweisender.
Perfekt an eine kalte Umgebung angepasst.

Sie hatte das Fell von Canim aus anderen Gebieten ebenfalls berührt. Jeder Kriegsführer hatte vor ihr gekniet, so wie Lararl jetzt.
Jeder einzelne, bis auf Kriegsführer Varg. Aber auch dieser würde bald vor ihr Knien. Sie würde ihn bezwingen; sein Gebiet gehörte ihr bereits, war das erste, das gefallen war. Nur der Umstand, dass er in Alera gewesen war, hatte ihn bis jetzt beschützt. Doch der dumme Hund war zurückgekommen.
Und damit hatte er sein Schicksal besiegelt.

„Du hast ein wundervolles Fell, Lararl“, flüsterte sie ihm zu. „Einzigartig. Ich mag es.“
Er knurrte und starrte sie hasserfüllt an.

Lararl hatte einzigartige Augen. Es waren Augen, die sie noch nie bei einem anderen Canim gesehen hatte.
Die Königin liebte Dinge, sie einzigartig waren.

Lararls Augen waren himmelblau. Eine ovale, rote Pupille hob sich deutlich ab.
Im Moment versuchte er, sie mit seinem Blick zu erdolchen. Auch seine Gedanken waren getränkt von seinem Hass auf sie. Bis zu einem gewissen Grad konnte sie das ja nachvollziehen, schließlich hatte sie seine Stadt eingenommen und ließ gerade die letzten seines Volkes jagen und vernichten.

Langsam zog sie ihre Hände zurück, ließ sie von deinen Wangen langsam zu seiner Kehle wandern. Dort verweilten ihre Hände.
Er zitterte.
Das Berühren der Kehle hatte bei den Canim eine andere Bedeutung als bei ihr oder den Aleranern.
„Ich habe dich besiegt, habe dich unterworfen, Kriegsführer. Nun gehört dein Leben mir.“

Sein Maul war gut verschlossen, aber seine Gedanken nicht. Jede Königin konnte Gedanken lesen. Das war eine praktische Gabe.
Sie musst lächeln, als sie seine trotzigen Gedanken hörte. Er verweigerte ihr den Sieg.

„Stur bis zum Ende, nicht war?“ ihr Finger fuhren langsam zum Kragen des schlichten Hemdes. Der Stoff war rau und in der gleichen Farbe wie seine Rüstung. Schlichte, goldene Stickereien verzierten es.

„Ich könnte dir ohne wenn und aber das Herz aus der Brust reisen, weißt du?“ sie legte ihre Hand auf die Höhe von Lararls Herzen. Unter dem Stoff und dem Pelz konnte sie den kräftigen, gesunden Herzschlag des Canims spüren.
„Ja, dein Leben liegt in meiner Hand. Wie fühlt es sich an, ausgeliefert und hilflos zu sein?“ ihre Worte entfachten seine Wut und seinen Hass nur noch mehr.

„Du gefällst mir, Lararl. Schon als ich deine Festung gesehen habe wusste ich, dass ich dich besitzen werden. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es so weit war.“ sie kicherte. Dann nickte sie den Wachen zu.

Eine der Wachen schnitt die Seile um das Maul des Canims auf. Lararl reagierte sofort. Mit einem fauchen schnappte er nach ihr.
Die Königin verzog keine Miene, als die scharfen,spitzen Zähne nur wenige Fingerbreit vor ihrem Gesicht zuschnappten. Es war ein beeindruckendes Gebiss.  
Mit noch immer zurückgezogener Lefze knurrte er sie an. Aber er kam nicht vorwärts. Ihre Wachen hielten ihn fest.

„Egal wie sehr du dich zur Wehr setzt, du hast verloren. Sie es ein.“ die Königin hob die Hand. Lararl erstarrte. Wo zuvor noch Wut in seinen Augen gelegen hatte, war nun Entsetzten.
Augenblicklich schloss er seinen Maul ganz und versuchte, von ihr weg zu kommen.

„Die anderen Kriegsführer haben auch so reagiert, weißt du? Sie haben auch versucht, zu kämpfen. Aber soll ich dir etwas verraten? Es hat nichts gebracht.“
In ihrer Hand befand sich ein kleiner, silbriger Parasit. Mit ihm konnte sie die Fehlerhaften Kreaturen kontrollieren. Sie hatte ihn weiterentwickelt, damit er die Canim kontrollieren konnte. Die Parasiten ihrer Mutter hatten sie teilweise wieder hervorgewürgt bekommen. Dieser hier hatte unzählige dünne, lange Fangarme. Diese regten sich Träge.

Einer der Wachen legte Lararl eine große Hand auf die Schnauze.

„Früher oder später musst du Luft holen, dass wissen wir.“ der Parasit musste oral aufgenommen werden. Er ging durch den Mund hinein in die Speiseröhre und setzte sich dann fest. Die besessene Kreatur verlor jegliche Kontrolle über ihren Körper und über ihren Willen.    

Sie beobachtete lächeln den Kampf, den Lararl focht. Er versuchte, die große Hand abzuschütteln, versuchte, denn Drang, Luft zu holen, zu unterdrücken. Doch diesen Reflex des Körpers konnte er nicht zurückdrängen. Schließlich schnappte er nach Luft.

Augenblicklich packten zwei Wachen den Ober- und Unterkiefer des Cane und hielten sein Maul offen. Langsam, genüsslich näherte sich die Königin dem Kriegsführer.  
Für einen Moment genoss sie deine Angst, sein Entsetzen. Es fühlte sich großartig an, zu siegen.

Dann stutzte sie. Unter all seinen Gedanken, die von Hass, Angst und Entsetzten zählten, gab es auch etwas, was ihr missfiel: Hoffnung.
Es war nur ein kleiner Funke und sie hätte ihn fast übersehen, aber er war doch da. Ein Geschöpf namens Tavar hatte in ihm die Hoffnung gesät, dass sein Volk überleben würde. Es war nur ein Gedanke, aber er erzürnte sie.

Mit einem wütenden Grollen überbrückte sie die Distanz zwischen Lararl und sich. Der Parasit sprang von ihrer Hand in das offene Maul.
Lararl röchelte, als sich ihr Diener einen Weg durch die Kehle nach unten suchte.

Lararl kämpfte erneut. Aber sein Widerstand brach, die Emotionen in seinen einzigartigen Augen erlosch nach und nach. Und mit ihm seine Gegenwert.
Schließlich war sein Blick leer, sein Körper bewegte sich nicht mehr. Und alles, was Kriegsführer Lararl einmal gewesen war, war nicht mehr.
Jetzt gehörte er ihr. Ihr alleine.  

Die Wachen lösten seines Fesseln, denn ab jetzt brauchte er sie nicht mehr. Er würde tun, was sie ihm befahl; ausnahmslos, bedingungslos.

Und doch befriedigte sie es nicht. Ihr perfekter Sieg war zunichte gemacht worden. Ruiniert von diesem Tavar!
Er würde dafür Zahlen! Sie würde ihn vernichten, ihn zerschmettern. Sie würde ihn büßen lassen, dass er ihr ihren perfekten Sieg ruiniert hatte.

Molvar.

Ein Hafen, wie sie wusste. Bis jetzt war sie davon ausgegangen, dass es nicht genügend Schiffe gab, um die letzten Canim von ihr weg zu bringen. Doch in Lararl hatte der Funke der Hoffnung geglüht. Tavar hatte ihm sein Wort gegeben, und Lararl glaubte  es. Er glaubte, das Tavar jeden einzelnen Canim der noch nicht gefallen war, in Sicherheit bringen konnte.

Wie konnte sie nur von einem perfekten Sieg sprechen, wenn ihre vernichteten Gegner am Ende immer noch Hoffnung besaßen? Wenn sie immer noch etwas hatten, an dem sie festhalten konnten.

„Wir brechen nach Molvar auf“, raunte die Königin leise „Und dann werden wir sie uns hohlen. Niemand entzieht sich dem Griff der Vord.“

Aus ihrem perfekten Sieg war ein fast perfekter Sieg geworden. Das würde sie nicht dulden. Die Vord waren perfekt, alles andere war fehlerhaft!
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