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Wo ein Anfang ist, muß auch ein Ende sein.

OneshotDrama / P16
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
02.06.2018
02.06.2018
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So, nachdem mir diese Idee nicht mehr aus dem Kopf wollte, habe ich beschloßen das zu schreiben, auch wenn es mir fast das Herz gebrochen hat. Wer sich das Happy End aus dem Vorgänger nicht ruinieren will, sollte das NICHT lesen!

Wer allerdings das Happy End nach dieser Fortsetzung lesen will, kann die Fortsetzung der Fortsetzung lesen!

LG
Schro




Die Sonne schien und tauchte die Beerdigung in ein viel zu helles Licht. Sumo ging gemächlich zwischen den Anwesenden umher, schnüffelte hier und dort an einer der Personen und trottete dann zurück um sich mit einem schnaufen auf den Boden zu legen, als würde er ahnen was da passierte.
Hank Anderson hockte auf einer der unbequemen Bänke und konnte es immer noch nicht ganz fassen. Er, ein alter Trunkebold, lebte noch während Connor, dieser ach so teure Android, da jetzt unter der Erde lag.
Stumm fuhr er sich durch die Haare, er hatte schon wieder einen Sohn verloren… Was hatte er bloß getan um das zu verdienen? Dann sah er wieder auf, musterte abermals die Gäste die zu dieser eigentlich unmöglichen Beerdigung gekommen waren. Es waren mehr als er vermutet hätte: insgesamt sechs Personen.
„Sind Sie Herr Anderson?“ Er sah auf, neben ihm stand eine junge Frau mit kurzen hellen Haaren. Kurz musterte er sie, er mochte zwar alt sein aber er konnte sich immer noch gut genug an Gesichter erinnern. Einige Schritte hinter ihr stand ein kleines Mädchen, auch an sie konnte er sich noch erinnern, die spektakuläre Flucht über den Highway war ihm immer noch klar vor Augen. Und wie er Connor davon hatte abhalten müssen nicht direkt hinterher zu laufen wegen seiner blöden Mission…
„Ja.“ sagte er schließlich knapp und Kara zögerte kurz, dann setzte sie sich neben ihn.
„Ich wollte Ihnen nur sagen… Wir haben Connor nochmal nach Jericho getroffen, er hat sich bei uns entschuldigt dass er uns damals verfolgt hat.“, kurz ging ihr Blick zu dem unscheinbaren Grabstein, „Es tut mir wirklich leid das er gestorben ist.“ sagte sie sanft und Hank nickte bloß. Kaum war sie verschwunden kam aber schon der Nächste und Hank presste wütend die Lippen zusammen. Er wollte Ruhe, verdammt! Und ein Bier!
„Hast du nichts Schwarzes im Kleiderschrank?“ Genervt sah er auf und war verwundert das es ein Kollege von ihm war, ohne die Uniform hatte er ihn gar nicht erkannt. Andererseits… Hatte er nicht im Fernsehturm kurz mit Connor geredet? Woher hatten sich diese Beiden denn gekannt? Griesgrämig deutete er auf seine schwarze Hose. Wieso war es so wichtig schwarz zu tragen, wenn schon die Gedanken schwarz waren?
„Woher kanntest du ihn?“, war es dieses Mal Hank der das Gespräch anfing, „Ihr habt euch zuvor kurz unterhalten, wieso?“
„Weil er mir das Leben gerettet hat. Ohne ihn wäre ich verblutet.“ Hank sah ihn überrascht an. Das musste gewesen bevor Connor zu ihm gekommen war… Anscheinend hatte er damals schon Anzeichen eines Abweichlers entwickelt, genau wie es von seiner Programmierung vorgeschrieben war. Der Andere deutete kurz in Richtung des anderen Mädchens.
„Die Kleine da, Emma, war von einem Abweichler als Geisel genommen worden und er hat ihr das Leben gerettet.“ Hank schnaubte kurz, anscheinend gehörte Leute zu retten zu Connors Hobbys. Sein Kollege klopfte ihm kurz auf die Schulter, dann war er endlich wieder alleine.
Er saß immer noch dort, als die Anderen schon gegangen waren, dann stand er langsam auf, seine Gelenke knackten und Sumo hob kurz den Kopf als sein Herrchen langsam auf das Grab zuging. Einige Minuten schwieg er bloß, dann hockte er sich langsam auf die noch warme Erde und seufzte. Dieser Name sollte nicht auf einem Grabstein stehen! Er stand schon auf dem Ausweis, das hatte seiner Meinung nach völlig gereicht. Connor Anderson, da es einfach komisch wirkte wenn dort kein Nachname stand.
„Ich hätte vor dir sterben sollen, Junge!“ fing er schließlich an zu reden, die Gefühle in ihm schwangen wild zwischen Wut, Trauer und Verzweiflung hin und her.
„Aber… Ich hab diesen blöden Fisch gekauft den du dir zulegen wolltest.“ Dann schwieg er wieder, die Augen dieses Mal auf das Todesdatum gerichtet. Vor einem halben Jahr hatte die Gleichberechtigung erst angefangen, natürlich war sie immer noch in den Kinderschuhen, oder eher Babyschuhen weil es noch immer so viele Probleme zwischen den beiden Rassen gab.
Und vor fünf Tagen war Connor gestorben, endgültig und ohne Nachfolgermodell das ihn am nächsten Morgen begrüßen würde, als wäre nichts passiert!
Hank vergrub das Gesicht in den Händen und presste die Zähne zusammen, die Tränen kümmerten sich aber nicht darum sondern floßen munter zwischen seinen Fingern hindurch. Sumo winselte kurz und schmiegte sich an ihn und er umarmte den großen Hund der es still geschehen ließ.

Es war natürlich wegen einem Fall gewesen, die waren aus dem Boden geschoßen wie genmanipulierte Pilze: da hatte einer einen Androiden getötet, da hatten welche Randale gemacht und so weiter. Fowler hatte kaum eine ruhige Minute gehabt und natürlich hatte sich auch das Arschloch Reed mit Kommentaren nicht zurückgehalten.
„Wie kannst du dabei so ruhig bleiben, Connor?“ hatte Hank ihn schließlich gefragt als sie am Schauplatz dieses Verbrechens ankamen.
„Weil ich es gewohnt bin, Hank.“ kam die ruhige Antwort und Hank schüttelte genervt den Kopf. Manchmal fragte er sich ob Connor wirklich Gefühle hatte oder nur so tat… Kein Mensch konnte bei den ständigen Sticheleien von Reed ruhig bleiben, und das waren nur die die er mitbekommen hatte, wahrscheinlich war es schlimmer wenn Connor alleine war. Gut, Connor war immerhin kein Mensch, und Hank selber hätte Reed dafür schon längst verprügelt. Vielleicht löschte Connor diese ganzen Begegnungen ja aus seinem Gedächtnis.
Mehr hatte der Android dazu natürlich nicht zu sagen, also schwiegen sie auch im Aufzug, während Connor wieder diese trotz allem beeindruckenden Tricks mit der Münze machte. Wo er die wohl wieder her hatte? Wahrscheinlich hatte er eine ganze Tasche voll, wenn Hank sie ihm wieder mal abnahm.
„Also, was haben wir?“ wandte er sich gleich an einen der Anderen, während Connor sich gleich zielstrebig zum Tatort begab. Entweder um seinen Finger in Blut zu stecken oder um mit einem Scan den genauen Tathergang mal eben zu rekonstruieren.
„Ein Computerspezialist hat seine Frau erstochen… Er ist abgehauen, wir haben aber schon eine Meldung rausgegeben, den kriegen wir.“ Sein Kollege sah kurz auf sein Handy und verzog verwundert das Gesicht. Dann hielt er es Hank hin, der Bildschirm war schwarz.
„Das hatte es noch nie!“ Hank zuckte bloß die Schultern, dann musste er sich halt ein neues kaufen.
„Connor!“ rief er, allmählich musste der doch mit analysieren oder ablecken oder was auch immer er scannte fertig sein, oder? Als keine Antwort kam seufzte er genervt und ging zu dem Raum wo die meisten Forensiker waren, die allesamt entweder auf ihre defekten Geräte oder auf den reglosen Androiden starrten. Hank hielt kurz inne, sein Gehirn weigerte sich das vor ihm zu verarbeiten. Dann kniete er sich neben ihn, ignorierte das er damit eventuell Beweise zerstörte und rüttelte ihn heftig an der Schulter.
„Connor!“ rief er und drehte unsanft seinen Kopf in seine Richtung. Was er sah ließ ihn versteinern und er blieb mit geöffnetem Mund fassungslos sitzen. Die LED war aus.
„Was ist passiert?“ fragte er schließlich, und als keiner antwortete, sprang er auf und packte einen der Forensiker an dem weißen Schutzanzug.
„Was passiert ist! Sofort!“ Der Mann hob abwehrend die Hände.
„Ich weiß es nicht! Unsere Geräte haben ganz plötzlich aufgehört zu arbeiten!“
Es stellte sich später heraus das in der Wohnung eine EMP-Bombe gewesen war, die irgendwie durch die Untersuchungen aktiviert worden war… Der ganze Block war auf einen Schlag offline weil nichts mehr funktionierte.

„Tja…“, Hank zog schließlich Connors Ausweis aus der Tasche und legte ihn sorgfältig vor den Grabstein, neben die Münze.
„Ich glaube ich werde mir noch einen Hund zulegen… Was hältst du von einem Schäferhund?“, er schwieg kurz als könnte er wirklich eine Antwort kriegen, „Ja, ich dachte mir der passt ganz gut...“

Einige Tage später stand er mit Sumo im Tierheim und sah sich die Hunde an. Die Angestellte holte gerade einen der Schäferhunde hervor, der Hank aus braunen Augen ansah und beinahe vorsichtig mit dem Schwanz wedelte.
„Er scheint sie zu mögen!“ sagte die junge Frau lächelnd und Hank hielt dem Hund die Hand hin, der kurz daran schnüffelte, dann hockte er sich auf den Boden und starrte Hank an.
„Ich bin froh dass ihn endlich Jemand adoptiert.“ Fing die Frau an zu reden, während sie alles vorbereitete, „Oh. Sie sind Polizist?“ Hank nickte, während Sumo sich langsam dem neuen Hund näherte.
„Er war früher Polizeihund, aber dann wurde er anscheinend traumatisiert und konnte nicht mehr eingesetzt werden… Wollen Sie ihn trotzdem?“ Hank musste lächeln und tätschelte dem Schäferhund sacht den Kopf.
„Auf jeden Fall!“ Gab es Wiedergeburt? Der Gedanke war ihm zuvor noch nie gekommen, aber das? Wie viele zufällige Meilensteine im Leben konnte bitte dieser Hund mit Connor teilen? Am Ende war das noch ein Androidenhund…
„Haben Sie schon einen Namen?“ Die Frau lächelte und der Hund schlug wieder langsam mit dem Schwanz.
„Connor.“
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