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Abgezockt

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P12 / Gen
Ed Lane Julianna "Jules" Callaghan Mike "Spike" Scarletti Sam Braddock Sergeant Gregory Parker
02.06.2018
31.10.2018
10
25.138
 
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29.06.2018 2.744
 
Die Einladung

Während sich die beiden zum wiederholten Mal an diesem Tag in den Wald begeben, bringt Ed Sam auf den neusten Stand, da jener gedanklich mit Shawn beschäftigt war, anstatt auf die Stimmen in seinem Ohr zu hören.
„Ich habe Greg informiert. Er hat sofort einen weiteren Rettungswagen gerufen. Leah und Jules sind schon mit den Rettungskräften auf dem Weg hierher.“
„Hoffentlich brauchen wir sie nicht.“
Zustimmend brummt Ed, während er mit seinen Augen die Umgebung absucht. Plötzlich schreit Sam neben ihm auf.
„Spike!“
Sofort sprintet Sam los, Ed dicht auf seinen Fersen. Unsanft lässt er sich neben der bewusstlosen Form seines Kollegen auf die Knie fallen. Als er die geschlossenen Augen und die bleiche Haut sieht, wird ihm kurzzeitig schlecht. Er atmet einmal tief durch, um seine Fassung zu wieder zu gewinnen, bevor er sich daran macht herauszufinden, wie es Spike geht.
„Spike?“
Energisch schüttelt er Spike an seiner Schulter, in der Hoffnung, dass er darauf reagiert. Doch zu seinem und Eds Bedauern erhalten sie keinerlei Reaktion. Er senkt nun seinen Kopf herab, sodass dieser nur wenige Zentimeter über dessen Gesicht ist. Gespannt hält er den Atem an und erst, als er die regelmäßigen, jedoch flachen, Atemzüge hört und auf seiner Wange spürt, lässt er ihn wieder entweichen.
„Wie geht es ihm?“, fragt Greg über den Funk.
„Er lebt“, teilt Sam mit. „Er ist bewusstlos und seine Atmung ist sehr flach, aber er lebt.“
Ed, der sich auf der anderen Seite von Spike postiert hat, atmet erleichtert aus. Behutsam beginnt er mit Sam Spikes Schutzweste zu entfernen und den Bewusstlosen nach Verletzungen zu untersuchen. Als Sam dessen Kopf abtastet, spürt er etwas Feucht-klebriges an seiner Hand. Wortlos zeigt er Ed seine mit Blut beschmierte Hand.
„Er muss sich den Kopf gestoßen haben“, mutmaßt Ed, während er fortfährt Spike nach weiteren Verletzungen zu untersuchen. Abgesehen von einem kleinen roten Fleck im Bereich der unteren Rippen, kann er jedoch keine finden. „Ich vermute, dass die Kugel die Schussweste getroffen hat. Er hat sich bestimmt die Rippen geprellt. Hoffentlich sind sie nicht gebrochen.“
Gerade, als er das T-Shirt wieder runter zieht, entweicht Spike ein leises Stöhnen.
„Spike?“ Sofort rüttelt Sam ihn wieder leicht an der Schulter. „Komm schon Spike. Zeit aufzuwachen.“
Zu seiner großen Verwunderung gehorcht ihm Spike. Erst blinzelt er nur leicht, doch dann reißt er die Augen weit auf und blickt sich um. Als sein Blick auf Sam fällt, sieht dieser die Panik in Spikes Augen.
„Sam?“, keucht er. „Ich ... ich kann nicht atmen.“
„Atme langsam ein und aus Spike. Die Kugel hat deine Weste getroffen und deine Rippen sind wahrscheinlich geprellt.“
„Ach deswegen fühle ich mich, als hätte mich ein Lkw angefahren“, sagt er schief grinsend. Doch das falsche Lächeln erlischt sofort wieder. „Ich glaube, mir wird schlecht.“
Ohne zu zögern reagiert Sam, indem er Spike hilft, sich auf die Seite zu drehen. Der stößt einen kurzen Schmerzensschrei aus, als seine malträtierten Rippen belastet werden, doch dieser wird abgewürgt, als er sich übergibt. Als er fertig ist, lässt er sich stöhnend wieder auf den Rücken rollen. Der Schmerz, der sich soeben von seiner Brust aus in seinem ganzen Körper verteilt ist unerträglich und für einen kurzen Moment verschwimmt alles um ihn herum. Das Gefühl, keine Luft zu bekommen, ist übermächtig und so reagiert er mit der denkbar schlechtesten Lösung. Er beginnt zu hyperventilieren. Doch trotz der gesteigerten Atemfrequenz scheinen sich seine Lungen nicht mit Luft zu füllen. Plötzlich spürt er die tröstende Wärme von Händen in seinem Gesicht. Verzweifelt versucht er sich darauf zu konzentrieren. Erst langsam dringen die Geräusche des Waldes wieder an seine Ohren, genau wie die besorgten Stimmen von Sam und Ed.
„Beruhige dich Spike. Ich weiß, dass es wehtut, aber du musst dich auf deine Atmung fokussieren.“
„Ich krieg keine Luft“, presst er hervor.
„Atme ruhig ein und aus.“
Übertrieben atmet Sam ein und aus, um Spike anzuleiten seinem Vorbild zu folgen. Und tatsächlich verlangsamt sich dessen Atmung auf ein normales Maß. Beruhigend legt Ed seine Hand auf Spikes Schulter.
„Sehr gut Spike.“
„Römer und Wälder. Ich wusste schon immer, dass nichts Gutes für mich in Wäldern wartet.“
Spike lächelt ihn kurz an, bevor sich seine Augen zurück in seinen Schädel drehen und sein Kopf leblos zur Seite kippt.
„Spike? Verdammt.“
„Ed?“, ertönt plötzlich Jules’ Stimme.
„Jules! Dich schickt der Himmel.“
„Wir haben euer Paket, das ihr hinterlassen habt, gefunden. Wo genau seid ihr?“
„Geradeaus in den Wald. Nach ein paar Metern seht ihr uns schon. Beeilt euch, Spike ist wieder bewusstlos.“
„Wir sind gleich da“, versichert Jules ihnen.
Nur wenige Minuten später hören Ed und Sam Geraschel im Unterholz. Sofort ist Sam auf den Beinen und winkt dem Rettungstrupp zu.
„Wir sind hier!“
Als Jules ihn entdeckt, beschleunigt sie ihre Schritte, Leah und die Sanitäter nur wenige Meter hinter ihr. Augenblicklich machen die beiden Polizisten den Sanitätern Platz, damit diese ihre Arbeit ausführen können. Gespannt beobachten die Vier, wie ihr Kollege versorgt wird und als er für den Transport stabil ist, wird er von den Sanitätern behutsam auf ihre mitgebrachte Trage befördert. So schnell diese können, allerdings ohne dass sie Spike mehr Schmerzen zufügen, bringen diese ihn in Richtung ihres Rettungswagens. Dich dahinter folgen die SRU – Mitglieder, welche sich nur kurz aufhalten lassen, um Shawn einzusammeln. Die ganze Zeit, die sie brauchen, um vom Wald zum Wagen zu gelangen, gewinnt Spike sein Bewusstsein nicht zurück.

Nachdem sie Shawn Hudson der Polizei übergeben haben, macht sich das Team auf den Weg Richtung Krankenhaus. Sie treffen nur kurz nach dem Rettungswagen dort ein und als sie nach Spike fragen, erfahren sie, dass er gerade noch untersucht wird. Nach einer relativ kurzen, dennoch unerträglichen Zeit des Wartens, taucht endlich ein Arzt bei ihnen auf.
„Ich nehme an, dass Sie die Kollegen von Constable Scarlatti sind?“
„Sie liegen mit Ihrer Annahme richtig. Wie geht es ihm?“
„Seine Rippen sind geprellt, er hat eine Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung. Aber er wird wieder auf die Beine kommen. Im Moment schläft er, doch ich sollte Ihnen von ihm ausrichten, dass Sie nicht warten brauchen, bis er wieder aufwacht.“
Bei den Worten des Arztes durchströmt das Team Erleichterung. Als Spike erneut bewusstlos wurde, hatten sie sich Sorgen gemacht, dass es doch ernster war, als sie zunächst vermutet hatten.
„Auf welche Station liegt er?“
„Dritte Etage, Station 8, Zimmer 815. Bitte melden Sie sich zuvor im Stationszimmer an, bevor Sie ihn besuchen.“
„Machen wir. Vielen Dank.“
„Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag.“
Mit diesen Worten verabschiedet sich der Arzt und lässt das Team in der Mitte des wuseligen Wartezimmers zurück.
„Was tun wir jetzt?“, fragt Leah nach einer kurzen Pause des Schweigens.
„Ich für meinen Teil werde hier warten, bis er wieder aufwacht“, verkündet Sam mit einem herausfordernden Ton, als würde er jeden davor warnen wollen, es auch nur zu versuchen ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
„Ich warte mit dir“, sagt Jules.
„Ich rufe nur kurz Sophie an.“
„Ich bleibe auch.“
Stolz blickt der Sergeant in die Runde. Er ist froh zu wissen, dass sein Team nicht nur Kollegen sind, sondern auch Freunde. Dennoch können sie nicht alle in Spikes Zimmer warten, bis er endlich aufwacht. Sie würden die Schwestern ganz nervös machen.
„Ed, fahr nach Hause. Sophie wird sich nicht freuen, wenn du schon wieder das Essen ausfallen lässt. Und ihr werdet auch nicht hier bleiben. Morgen ist wieder ein harter Tag und Spike wird es nicht für gut heißen, wenn alle seinetwegen übermüdet sind.“
„Ich bleibe“, sagt Sam felsenfest. „Und nichts kann mich davon abbringen.“
„Sam ...“
Herausfordernd verschränkt er die Arme vor der Brust. Greg schüttelt den Kopf und gibt nach.
„Nach schön, aber ihr anderen geht.“
Widerwillig grummelnd gibt das restliche Team nach. Sie verabschieden sich von dem Sergeanten und von Sam, bevor sie in den späten Nachmittag verschwinden. Die Hinterbliebenen blicken den anderen nach, bevor sie sich auf den Weg zur Station machen. Nachdem Sie sich bei einer gestressten, dennoch freundlichen Krankenschwester angemeldet haben, schleichen sie sich leise in Spikes Zimmer. Zu ihrem Glück ist es ein Einzelzimmer, sodass sie niemand stören werden, während sie darauf warten, dass Spike aufwacht.
Sie warten noch gar nicht so lange, da geht die Tür erneut leise auf. Doch anstatt einer der Schwestern steckt Jules ihren Kopf in das Zimmer. Als sie sieht, dass Greg und Sam sie verwundert anstarren, schließt sie behutsam die Tür und schleicht zu ihnen.
„Tut mir leid Sarge, aber ich konnte nicht nach Hause gehen, ohne ihn gesehen zu haben.“
Entschuldigend, wie ein Kind, dass eine Predigt erwartet, blickt sie ihren Chef an. Doch zu ihrem Glück bleibt die Standpauke aus.
„Setzen Sie sich“, sagt Greg mit einem leichten Lächeln.
Dankbar setzt sich Jules auf den Stuhl zwischen den beiden Männern und wartet, wie sie, darauf, dass Spike aufwacht.

Dies tut er, als die Sonne längst untergegangen ist, wobei es die anderen Anwesenden zuerst nicht bemerken. Angeregt flüsternd unterhalten sie sich über das letzte Spiel der Toronto Maple Leafes.
„Schade nur, dass sie verloren haben“, wirft Spike dazwischen, als er bemerkt, über was sich seine Kollegen unterhalten.
„Spike!“, stößt Jules hervor. Innerhalb eines Herzschlages ist sie an Spikes Seite. „Wie fühlst du dich?“
„Etwas überfahren. Mir ist ziemlich schwindelig und jeder Atemzug schmerzt, aber ansonsten fühle ich mich großartig.“
Mitleidig begutachtet sie ihn. Spike erwidert ihren Blick mit einem breiten, dennoch erschöpft wirkenden, Grinsen. Ein großer Verband umwindet seinen Kopf und aufgrund der Schmerzen in seinem Oberkörper atmet er sehr flach und gepresst.
„Hat der Arzt dir schon gesagt, wann er dich wieder entlassen wird?“, fragt ihn Greg.
„Er möchte mich aufgrund der Gehirnerschütterung nur zur Beobachtung hierbehalten. Immerhin war der Baumstamm ziemlich hart und mein Kopf hat das nicht so gut vertragen.“
„Und ich dachte, du hättest einen Dickschädel“, scherzt Sam.
„Sehr witzig. Auf jeden Fall kann ich schon morgen wieder raus.“
„Schön zu hören, dass Sie alles so gut überstanden haben. Ich werde Ihnen vier Wochen freigeben, damit Sie sich erholen können.“
„Danke Boss.“
Spike versucht das aufsteigende Gähnen zu unterdrücken, doch es gelingt ihm nicht. Weit reißt er seinen Mund auf und gewährt dem Gähnen den Ausgang. Zischend atmet er wieder ein, als die Dehnung einen stechenden Schmerz in seinem Brustkorb auslöst. Nur langsam klingt das Stechen ab. Er lehnt sich wieder zurück in das weiche Kissen und blickt müde blinzelnd zu seinem Team.
„Wir sollten dich jetzt schlafen lassen“, meint Jules mütterlich.
„Ich bin nicht müde. Ich bin topfit.“
Der Satz wirkt allerdings weniger überzeugend, da der Bombenspezialist erneut leicht gähnen muss. Zum Glück nicht so stark wie zuvor, sodass diesmal nur ein dumpfer Druck entsteht. Mit hochgezogener Augenbraue sieht Jules auf ihn runter. Unter ihrem mahnenden Blick rutscht er tiefer in das Kissen und gibt gehorsam zu, dass er doch etwas Schlaf vertragen kann. Eilig verabschieden sich Greg, Sam und Jules von Spike, der merklich geschafft ist und kaum, dass sie das Zimmer verlassen haben, ist er auch schon eingeschlafen.

Die Wochen ziehen ins Lande und Spikes Erholung schreitet immer weiter voran. Mit jedem Tag, der vergeht, freut er sich mehr, dass die Schmerzen abnehmen, bis sie beinahe kaum noch zu spüren sind. Und da er kaum noch Beschwerden hat, will er unbedingt wieder arbeiten gehen. Die Wochen der Schonung waren für ihn die Hölle und der Bewegungsmangel macht ihm langsam zu schaffen. Zu seinem großen Glück hat er endlich mal Zeit für die Dinge, die er zuvor vernachlässigt hatte. Er hat es endlich geschafft seine CD-Sammlung zu ordnen, er telefoniert momentan beinahe täglich mit seiner Mutter und kocht sich sogar jede Mahlzeit selbst. Doch trotz der großen Vorteile, die diese neu gewonnene Freiheit bringt, brennt es ihm unter den Fingern wieder seine Kollegen zu unterstützen. Diese besuchen ihn auch ab und an und halten ihn auf dem Laufenden, was in seiner Abwesenheit bei der SRU vor sich geht. Doch dadurch ist seine Sehnsucht nur gewachsen.
So hat er sich nach zweieinhalb Wochen Genesungsprozess entschieden, der SRU einen Besuch abzustatten. Er weiß, dass heute ein Training angesetzt ist, sodass er sein Team definitiv nicht verpassen wird. Gut gelaunt schlendert er in den frühen Morgenstunden durch die Gänge des SRU – Gebäudes und seine Laune hebt sich noch, als er Winnie an ihrem Tisch sitzen sieht. Seit dem Morgen des Einsatzes hatte er die Dispatcherin nicht mehr gesehen, denn diese ist direkt nach ihrer Schicht in den Urlaub gefahren und ist erst heute an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Mit dem breitesten Grinsen, dass er zu bieten hat, geht Spike auf Winnie zu.
„Guten Morgen!“
„Spike! Was machst du hier? Und wie geht es dir? Es tut mir leid, dass ich dich nicht besuchen konnte. Tut es noch sehr weh?“
„Es geht schon wieder“, winkt Spike ab. „Wie war dein Urlaub?“
„Fantastisch. Ich wünschte, dass er länger gedauert hätte.“
„Ich tausche sofort mit dir.“
Bedauernd schaut ihn Winnie an.
„Es ist doch nur noch eine Woche.“
„Eineinhalb“, korrigiert sie Spike mit düsterem Gesichtsausdruck.
„Die überlebst du auch noch.“
„Nur, wenn du mit mir Essen gehst.“
Überrascht blickt ihn Winnie an.
„Spike. Ich ...“
„Du musst. Immerhin bin ich schwer verletzt worden.“
„Ach wirklich?“, fragt ihn Winnie lächelnd, obwohl ihre Augen etwas ganz anderes sagen.
Um Anteilnahme heischend setzt Spike einen leidenden Gesichtsausdruck auf.
„Ja. Meine Rippen tun ziemlich weh und ich habe noch immer einen blauen Fleck!“ Um seine Worte zu unterstreichen, hebt er sein Shirt hoch und deutet auf die Stelle, welche nur noch leicht gelblich braun verfärbt ist. Doch Spike erreicht sein Ziel. Voller Mitleid schaut Winnie ihn an. „Nur ein Essen mit einer schönen Frau kann diese Schmerzen lindern.“
Winnie lacht laut auf, während Spike versucht weiter leidend dreinzuschauen, ohne zu schmunzeln.
„Okay“, sagt sie nach einer Weile.
Erstaunt über sein Glück, dass sie endlich zugestimmt hat, fällt ihm beinahe die Kinnlade runter.
„Okay?“, fragt er nach.
„Ja“, bestätigt ihm Winnie. „Ich gehe mit dir Essen.“
Schnell gewinnt Spike seine Fassung wieder.
„Das ist gut. Dann morgen? Um acht abends? Ich hole dich ab.“
„Um acht klingt gut.“
„Dann bis morgen.“
„Bis morgen.“
Mit wild klopfenden Herzen wendet er sich zum Gehen. Nichts, aber auch gar nichts, wird ihm heute das breite Grinsen aus seinem Gesicht wischen können.
„Ach, Spike?“, ertönt es plötzlich hinter ihm. Sofort dreht er sich wieder zu ihr um. „Ich liebe italienisches Essen.“
„Das trifft sich gut. Ich zufälligerweise auch.“
Für einen Moment beobachtet er jede Facette ihres wunderschönen Gesichtes. Ihre welligen braunen Haare, ihre großen braunen Augen sowie ihre wohlgeformten Lippen. Gedanklich schießt er einen Schnappschuss von eben jenem Moment, um ihn für immer in seinem Herzen zu tragen. Mit einem selbstzufriedenen Grinsen macht er sich endgültig auf den Weg zum Trainingsfeld. Noch bevor er auf diesem ankommt, vernimmt er die Stimmen seines Teams.
„Schneller Leah! Du hängst ihn ab!“
Das ist eindeutig Jules’ Stimme.
„Schneller Ed. Nur noch zwanzig Meter.“
Gerade, als Spike auf den sonnigen Platz tritt, bricht Jubel aus. Er sieht, wie Jules und Leah einklatschen, während Ed und Sam dem ganzen Szenario mit Unmut zusehen.
„Sam, ich hoffe, du weißt, welcher Druck auf dir lastet?“, fragt ihn Ed mit ernster Stimme. „Wir haben Gleichstand und nun liegt es an dir, uns den Sieg zu holen. Bist du dafür bereit?“
„Definitiv!“, versichert ihm Sam, während er sich an der Startlinie positioniert.
Jules dreht sich noch einmal kurz um, um etwas zu trinken. Dabei entdeckt sie eine Person, die über das Trainingsfeld auf sie zukommt.
„Spike!“, ruft Jules verwundert aus.
Sofort halten seine Kollegen inne und drehen sich zu ihm um.
„Hi Leute!“
Freudig wird er von seinem Team begrüßt, das ihm augenblicklich entgegenkommt.
„Was machst du hier?“, fragt Ed schließlich.
„Ich wollte schauen, was ihr ohne mich so macht. Und ich langweile mich zu Tode.“
„Kann ich nachvollziehen.“
„Wo ist der Sarge?“
„Er hat heute eine Fortbildung zu Verhandlungstaktiken“, setzt ihn Ed in Kenntnis.
„Ich wusste gar nicht, dass er sich in diesem Thema noch fortbilden muss.“
„Braucht er auch nicht. Er ist der Redner.“
„Deswegen habt ihr heute so viel Freizeit.“
„Das nennst du Freizeit? Wir müssen hart arbeiten, um von den beiden Frauen nicht geschlagen zu werden.“
„Und egal, wie sehr sie es versuchen, es wird ihnen nicht gelingen“, prophezeit Jules mit einem breiten Lächeln.
„Das werden wir noch sehen.“
Mit einem provokativen Blick stellt sich Sam wieder an der Startlinie auf. Jules folgt der Einladung und nach Eds Startsignal sprinten die beiden los. Spike verfolgt das Spektakel mit einem kleinen Lächeln. Hier bei seinem Team ist seine Langeweile wie wegblasen und er kann es kaum noch erwarten, wieder arbeiten zu gehen.
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