Ein Brief für Tristan

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
02.06.2018
02.06.2018
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Mein geliebter Tristan,

heute schreibe ich diesen Brief an Dich, weil es so viele Dinge gibt, die mir durch den Kopf gehen und die ich Dir gerne sagen möchte.
Bestimmt wunderst Du Dich darüber, dass ausgerechnet ich Dir schreibe – eine quasi völlig Fremde, die Du nur vom Sehen kennst.
Den Grund dafür versuche ich in den nachfolgenden Zeilen zu schildern, auch wenn es mir alles andere als leicht fällt, Dir das so offen mitzuteilen. Aber ich kann einfach nicht länger schweigen, kann mich nicht länger gegen das, was ich fühle wehren, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, reinen Tisch zu machen und Dir geradeheraus zu sagen, was Sache ist – auch wenn Du danach wahrscheinlich nie wieder etwas von mir wissen willst.
Tristan, als wir uns zum allerersten Mal begegnet sind, als ich zum ersten Mal Dein Lächeln und Deine Augen gesehen habe, da war es schon um mich geschehen. Nur eine ganz flüchtige Begrüßung von Dir hat dazu ausgereicht, um mich wissen zu lassen, dass Du viel mehr für mich bist als einfach nur eine nette Bekanntschaft.
Auch wenn ich selbst nicht damit gerechnet habe, dass es so schnell geht, aber von einem Augenblick zum nächsten hatte ich mein Herz an Dich verloren. Auch wenn ich fast gar nichts von Dir gewusst habe, noch nicht einmal Dein Alter, so habe ich trotzdem ganz genau gespürt, dass Du der Eine für mich bist. Der Eine und Einzige.
Ich kann mir vorstellen, wie seltsam sich das anhört, aber es war ganz einfach so. Ich habe mich unsterblich in Dich verliebt, Tristan.
Egal, was ich auch versucht habe und wo immer ich auch war – ich habe Dich einfach nicht aus meinem Kopf, geschweige denn, aus meinem Herzen gekriegt. Vollkommen ungeahnt hast Du Dich dort eingeschlichen, hast mein Leben total aus dem Gleis und meine Gedanken zum Tanzen gebracht.
Denn seit diesem Abend, seit ich zum ersten Mal in Deine Augen sah, kann ich an nichts anderes mehr denken als an Dich. Dein Bild verfolgt mich immer und überall, Dein strohblondes, seidiges Haar und Deine tiefen, warmen Augen gehen mir nicht aus dem Sinn.
Und je mehr ich mich dazu zwinge, Dich zu vergessen, je mehr ich versuche, Dich hinter mir zu lassen und damit abzuschließen, desto stärker und unerbittlicher brennt meine Sehnsucht nach Dir. Meine Sehnsucht nach Deinem Lächeln, nach einer einzigen Berührung von Dir. Danach, Deine Hand zu nehmen und sie niemals mehr loslassen zu müssen. Dir ganz nah zu sein, Dich zu halten und nur ein einziges Mal in das Hochgefühl Deiner Zuneigung zu kommen.
Auch wenn ich weiß, dass das niemals geschehen wird, dass Du mich nie so sehen wirst wie ich Dich sehe, male ich es mir trotzdem Tag für Tag in meinen Träumen aus und wünsche mir, dass Du einen einzigen Atemzug lang nur mir gehörst.
Nur einen Moment lang meine Zeit mit Dir teilen, Dich nur einmal lieben dürfen, Dir einmal alles von mir geben und mit Dir zusammen sein. Wenn das passieren würde, könnte ich sofort unbeschwert und ganz ohne Reue sterben, weil mein Leben seinen Sinn erfüllt hätte.
Denn dieser Sinn, Tristan, das bist Du. Du allein machst mich vollkommen, erfüllst mich mit Glück und Euphorie, die ich so noch nie zuvor gespürt habe.
Du bist die Sonne an jedem einzelnen Morgen und das Sternenmeer in der Nacht. Du bist mehr, als ich mir jemals erträumen kann, mehr als ich in der Lage bin zu begreifen.
Auch wenn Du mich nie lieben wirst, auch wenn Du den Wunsch, der ganz tief in mir brennt, nicht erfüllen kannst und mich nie so sehen wirst wie ich Dich sehe – meine Gefühle für Dich wird das nicht beeinflussen.
Sie werden immer da sein, werden mich stetig begleiten und mir vor Augen halten, was für ein einzigartiger Mann Du bist.
Tristan, egal, was auch passiert, mein Herz wird immer nur Dir gehören. Es wird Dich immer lieben, wird sich immer nach Dir sehnen und an jedem einzelnen Tag für Dich schlagen. Nur für Dich ganz allein.
Bis zum letzten Atemzug.


In aufrichtiger, unvergänglicher Liebe,
Deine R.
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