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Der Anfang vom Ende

OneshotAllgemein / P12
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
01.06.2018
01.06.2018
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Leutnant Hank Anderson hatte eigentlich nie vorgehabt einmal einem Androiden das Leben zu retten, und dann gleich mehrfach an einem Tag. Himmel, er hatte schon gelebt da hatte es noch kein Internet gegeben! Und jetzt? Jetzt stand er in einer Gasse und sah fasziniert zu wie tausende Androiden in Reih und Glied da standen, vor ihnen der Plastikkerl, der sie aufgeweckt hatte… Er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, er war stolz auf Connor. Gut, er hatte gesehen wie Connor gestorben war, um ihn zu beschützen, und am nächsten Tag war er wieder dagewesen als wäre nichts passiert…
Misstrauisch kniff er die Augen zusammen und trat vor. Etwas stimmte nicht… Langsam ging er durch das Schneetreiben, die Augen auf Connors leuchtende LED gerichtet. Rot.
„Verdammte Scheiße!“ murmelte er und als Connor die Pistole hervorholte rannte er los. Was hatte dieser Idiot denn jetzt vor?!
„Connor!“ rief er, kletterte umständlich auf das Podest, als sich Connor die Pistole unters Kinn drückte, die Augen immer noch geschloßen und die LED blinkte hektisch wie eine Warnmeldung. Die weiß gekleideten Androiden starrten den Menschen verwirrt an.
„Gott, blöde Maschinenarme!“ Er presste die Zähne zusammen, während er die Pistole Millimeter von Connors Kopf wegschob. Hin und wieder zuckte es im Gesicht, und leider auch am Finger der am Abzug lag, des Androiden. Es sah so aus als kämpfte er, aber gegen wen?
„Lass mich helfen!“ Hank sah gestresst auf, in die blauen Augen eines anderen Androiden mit blonden Haaren, der, nach einem kurzen Blick auf Connor, ebenfalls die Waffe wegzog. Die Welt schien stillzustehen, die Androiden sahen ihnen angespannt zu, noch ein anderer Android war auf das Podest geklettert und stand unschlüssig herum während es immer noch schneite als gäbe es kein Morgen.
Der Schuß der sich schließlich löste, richtete keinerlei Schaden an und Hank riss ihm die Waffe aus der Hand. Zwar war eine Haarsträhne von Connor an gekokelt, aber immer noch besser als ein irreparables Loch im Kopf. Hank bekam eine Gänsehaut bei dem Gedanken dass es danach keinen Connor mehr gegeben hätte.
„Danke.“ wandte er sich nur knapp an den Blonden, während der Andere sich jetzt an die Menge wandte. Connor blinzelte verwirrt und Hank packte ihn an der Schulter, um ihn vom Podest zu kriegen. Das musste sonst keiner sehen.
„Was sollte das?! Connor! Russisch Roulette spielen, das ist mein Part!“ blaffte er den Jüngeren schließlich an, als sie etwas abseits standen. Er sah kurz auf die LED, inzwischen war es immerhin wieder gelb, blinkte aber immer noch hektisch.
„Es war die einzige Chance…“, fing Connor an, nur um von Hank zu unterbrochen werden.
„Einzige Chance?! Du hast eine verdammte Revolution gewonnen und wolltest dich umbringen?“ Connor hob die Hände und Hank bemerkte beruhigt dass sich die LED langsam wieder blau färbte.
„Nein, es war wegen CyberLife! Amanda hat versucht mich zu kontrollieren, da ich der neue Anführer der Revolution bin…“ Hank hörte etwas, von dem er noch vor wenigen Wochen gedacht hätte es wäre gar nicht möglich: Angst in der Stimme dieses als knallharten Abweichlerjäger gebauten Androiden, der jetzt irgendwie sein Freund geworden war.
Kurz sah er zu dem Podest.
„Ich will ja nichts sagen, aber den Platz hat sich der Andere geschnappt.“ Connor sah ebenfalls kurz zu dem Ort wo sein Leben beinahe ein Ende gefunden hatte. Josh sprach zu den Androiden, wie Markus es nicht hätte besser tun können.
„Aber man kann dich von außen kontrollieren? Na wunderbar… das hat uns gerade noch gefehlt.“ Hank seufzte, aber war es nicht eigentlich nur eine Frage der Zeit gewesen? Immerhin war Connor trotz allem immer noch eine Maschine und Maschinen konnten gehackt werden. Trotzdem ließ er ihn nicht aus den Augen, seine LED blinkte immer wieder gelb auf und das gefiel ihm ganz und gar nicht.
„Was ist los, Junge?“ Er würde hier nicht weggehen bis dieser dumme Plastikkerl redete! Obwohl… doch er würde gehen, und Connor notfalls mit Gewalt hinter sich herziehen.
„Komm! Hier ist es mir zu laut!“ knurrte er also und ging einfach los, er musste sich nicht umdrehen um zu sehen das Connor ihm folgte. Immerhin tat er das schon seit sie sich kannten, wie ein Hund.

„Connor!“ Die fremde Stimme ließ Beide herumfahren, aber es war bloß der blonde Android.
„Du hast mir das Leben gerettet, ich glaube dafür habe ich mich noch nicht bedanken können.“ sagte der Blonde und hielt ihm förmlich die Hand hin, die Connor schließlich schüttelte.
Hank sah verwirrt zwischen ihnen hin und her. Was hatte er da denn verpasst? Nun, er hatte sowieso eine ganze Menge verpasst.
„Ich wollte einen alten Fehler wieder gut machen, den ich Jemandem aus deiner Modellreihe angetan habe... Wie heißt du?“ fragte Connor schließlich zögernd.
„Simon.“ Mehr gab es zwischen den Beiden nicht zu sagen und Hank und Connor gingen langsam zu seinem Auto, ein Wunder das es diesen kleinen Krieg unbeschadet überstanden hatte.

„Wann hast du dem den das Leben gerettet?“ fragte Hank schließlich, nachdem sie einige Zeit einfach still im Auto gesessen hatten. Sie hatten viel nachzudenken. Die ganze USA hatte jetzt viel nachzudenken!
„Bei dem Fernsehturm, auf dem Dach. Ich habe analysiert das einer der Abweichler noch da sein musste und habe herausgefunden wo er war.“, Connor zögerte kurz, „Ich bin vor seinem Versteck gestanden und bin dann wieder gegangen um die Androiden in der Küche zu befragen.“ Hank verzog das Gesicht als er sich daran erinnerte, wie Connor für ihn gestorben war. Das hatte ihn wirklich einige Zeit wachgehalten… Mal war es Cole der da voller blauem Blut und Einschusslöchern lag. Schließlich startete er endlich den Wagen und stellte die Musik etwas leiser. Die Fahrt hätte direkt aus einem Horrorfilm stammen können: überall lagen Leichen, Androiden neben Polizisten.
„Das war aber noch nicht alles, oder, Connor?“ fragte er schließlich und erlaubte sich einen kurzen Blick auf die Spiegelung des Jüngeren. Ein kurzes aufblitzen von rot, dann wieder gelb. Hank überlegte beunruhigt ob er irgendwelche Waffen hier hatte, aber er hatte nur die die er immer bei sich trug. Die einzige Möglichkeit wie Connor sich hier umbringen könnte, wäre seinen Kopf gegen die Scheibe zu schlagen und diesen Kampf würde die Scheibe sofort verlieren. Er wurde etwas langsamer als Connor ihn direkt ansah, sein Gesicht so menschlich und ratlos wie noch nie.
„Es war in meiner Programmierung!“ Es klang als wäre das etwas Wichtiges, und ein Android hätte es wohl auch verstanden aber der Polizist musterte ihn nur kurz, dann zuckte er beinahe entschuldigend mit den Schultern.
„Das heißt was jetzt?“ Connor holte fahrig seine Münze aus der Hosentasche, ein Wunder das er das Ding immer noch hatte, und fing an sie von einer Hand in die andere zu werfen.
„Das ich ein Abweichler werde, das war in meiner Programmierung. Es war keine Entscheidung, ich war programmiert so zu handeln!“ Zum ersten Mal hörte er echte Verzweiflung von seinem Partner und Hank seufzte, ehe er ihm leicht auf die Schulter klopfte.
„Nun, das klingt beschissen. Aber du bist jetzt trotzdem hier, Junge! Hast einen freien Willen, hast diese Amanda nicht gewinnen lassen… Und deine Programmierung hast du doch durchbrochen, wenn ich das mit den Abweichlern richtig verstanden habe, nicht? Also kein Problem.“ war sein Fazit und Connor hörte tatsächlich auf nervös mit der Münze herumzuspielen. Dann setzte er sich wieder gerade hin und die Spiegelung verritt Hank das er es tatsächlich geschafft hatte ihn zu beruhigen. Was für eine Überraschung, er hatte sich mal nicht wie ein Arschloch benommen!
„Vielleicht brauchst du nur eine Firewall…“ Connor lächelte kurz und sah aus dem Fenster, inzwischen waren sie fast bei Hanks Haus. Der Schnee knirschte als sie zur Eingangstür gingen, hier schien es die Revolution nie gegeben zu haben, alles war friedlich und Sumo begrüßte sie schwanzwedelnd an der Tür. Connor streichelte den Bernhardiner ausgiebig und Hank schnaubte belustigt.
„Hättest du mich erschossen?“ Die Frage zerstörte den Anschein der Idylle und Hank seufzte genervt. Dafür brauchte er ein Bier…
„Nun, du warst schon einmal hier, und, wie du es sagen würdest: die Wahrscheinlichkeit das du den Namen meines Hundes und meines Sohnes kanntest, war sehr hoch.“ Glücklicherweise beließ es Connor dabei.
„Aber… Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll.“ Nachdenklich kraulte er Sumo hinter den Ohren und Hank kam mit seinem Bier zurück. Er hatte keine Mission mehr, und fühlte sich zum ersten Mal verloren. Wenn Markus noch leben würde, er hätte ihm ohne Zweifel geholfen, aber so? Der Anführer der friedlichen Revolution war bei den Kämpfen getötet worden, und es tat ihm wirklich leid, obwohl er ihn nicht lange gekannt hatte.
„Na was wohl? Morgen gehen wir natürlich ins Revier, es wird die nächsten Tage und Wochen viel zu tun geben!“, Hank drehte sich nochmal zu Connor um, der ihn anstarrte als könnte er die Worte nicht fassen und Hank musste grinsen, „Was denn? Dachtest du, du kannst dich verdrücken, wenn es so viel Arbeit für uns geben wird, Junge?“

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Wer sich das Herz brechen möchte kann gerne die Fortsetzung lesen!

Die Fortsetzung der Fortsetzung, die das gebrochene Herz wieder zusammenfügen sollte!
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