[WDUR] Man munkelt

von Caligula
GeschichteRomanze / P12
Audrey Weasley Percy Weasley
01.06.2018
01.06.2018
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~ Man munkelt ~

Beitrag zum WDUR
Motto: Verstaubte Pairings
Vorgabe: Es soll außerdem um Gerüchte gehen, egal in welcher Form.


Suchend sah sich die junge Frau im Bahnhof um; versuchte den Blick über das hektische, geschäftige Treiben auf die Anzeigen der verschiedenen Gleise zu konzentrieren. Lief immer wieder zwischen den Gleisen neun und zehn hin und her und konnte einfach nicht entdecken, wonach sie suchte. Das Problem war, dass sie auch niemanden nach Hilfe fragen konnte. Weder Passanten noch einen des Bahnhofpersonals, denn niemand würde ihr helfen. Sie würden sie für verrückt erklären und langsam begann sie selbst an ihrem Verstand zu zweifeln – was tat sie hier bloß? Sie verbrachte ihren freien Nachmittag im Bahnhof King's Cross und suchte nach einem Gleis Neundreiviertel! Sie konnte wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Selten hatte ihr ein Mann dermaßen den Kopf verdreht.
Ein Blick auf ihre Armbanduhr verriet, dass ihr nur noch wenige Minuten bis zu ihrer Verabredung blieben. Dabei war sie immer überpünktlich. Mit diesem ungewöhnlichen Treffpunkt schien das jedoch eine schier unmöglich zu lösende Herausforderung. Nervös und hektisch sah sie sich zu allen Seiten um. Gleis neun. Gleis zehn. Dazwischen gab es nichts und das sollte sie auch nicht weiter verwundern. Wie hatte sie sich überhaupt auf so einen Blödsinn einlassen können? Statt weiter nach einem ganz offensichtlich nicht existierenden Gleis zu suchen, hielt sie nun nach ihrer Verabredung selbst Ausschau. Es musste sich um einen Scherz seinerseits gehandelt haben; vermutlich meinte er mit Gleis Neundreiviertel einfach, sie würden sich irgendwo dazwischen treffen. Sie machte zwei Schritte näher an das Schild des zehnten Gleises. So, das würde wohl eher einem Dreiviertel entsprechen. Wieder suchte sie nach dem strahlend roten Haarschopf ihrer Verabredung. Hoffentlich würde er überhaupt kommen und hatte sie nicht vollkommen veräppelt. Aber er hatte sehr freundlich und aufrichtig auf sie gewirkt, als sie ihn vor einer Woche in der U-Bahnstation kennengelernt hatte, wo er sie um Hilfe beim Ziehen eines Tickets gebeten hatte und während der Bahnfahrt, die sie gemeinsam verbracht hatten. Ein bisschen verlegen, als er ihr etwas holprig vorgeschlagen hatte, sich bei einer Tasse Tee mal in Ruhe zu unterhalten. Sie wollte nicht glauben, dass er sich nur einen Scherz mit ihr erlaubt haben könnte.

Und dann, als sie jemand von hinten an der Schulter antippte und sie sich umdrehte, stand er plötzlich vor ihr, ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Wo war er plötzlich hergekommen? „Hallo, Miss Audrey“, begrüßte er sie und reichte ihr höflich die Hand. Lachend erwiderte sie die Geste.
„Hallo! Ähm, Audrey reicht.“
„Sehr gerne“, erwiderte Percy. Der einzige Percy, den sie kannte; Audrey hatte geglaubt, Eltern würden ihre Söhne nicht mehr Percy nennen, aber so konnte man sich irren. Ein schelmisches Grinsen auf den Lippen und die Hände auf dem Rücken verschränkt, sah er sich kurz im Bahnhof um, ehe seine Aufmerksamkeit wieder ganz ihr galt. „Wie ich sehe, haben Sie das Gleis Neundreiviertel nicht finden können“, stellte er amüsiert fest.
Ungläubig runzelte sie die Stirn. „Das haben Sie ernst gemeint? Es gibt doch kein Gleis Neundreiviertel. In keinem Bahnhof.“
„Oh, man munkelt in King's Cross gibt es eines.“
„Munkelt man?“, wiederholte sie mit skeptisch gehobener Braue. „Davon höre ich zum ersten Mal.“
„Das muss nicht heißen, dass er nicht existiert.“
„Na schön.“ Audrey verschränkte die Arme vor der Brust und sah erwartungsvoll zu ihm hoch. Wenn er dieses Spielchen spielen wollte, würde sie eben mitmachen. Sicherlich hatte er irgendeinen Plan, den sie ihm nicht versauen wollte. Ganz im Gegenteil schätzte sie seinen Einfallsreichtum. Niemand würde es vermuten, aber Audrey war insgeheim eine Träumerin. Und ein Mann, der so viel Fantasie an den Tag legte, traf genau ihren Geschmack. Ganz egal wie verzweifelt die Kollegen sie mit Miles aus der Buchhaltung verkuppeln wollten. „Und wo ist dieses ominöse Gleis?“, wollte sie wissen und sah sich demonstrativ um.
Percy zögerte, senkte kurz den Blick als überlege er, ob er dieses alberne Spiel wirklich fortführen wollte. Seine Haare waren ordentlich zur Seite gekämmt und sein Anzug wies kaum Falten auf. Auf den ersten Blick war er viel zu erwachsen für solche Spielchen. Doch seine Augen funkelten abenteuerlustig und er grinste weiterhin schelmisch. „Das Gleis ist versteckt. Sie müssen die Augen schließen.“
„Ich soll ihn mir also vorstellen?“, schloss sie.
„Nein, nein“, wehrte Percy kopfschüttelnd ab. „Sie müssen einfach nur die Augen schließen und sich von mir führen lassen. Und wenn Sie die Augen wieder öffnen, werden Sie ihn sehen. Sie müssen sich nichts vorstellen.“ Ihren stutzigen Blick ignorierend hielt er ihr die Hand hin, die sie nach kurzem Zögern ergriff. Bereitwillig schloss sie die Augen.
„In Ordnung, Percy. Ich vertraue Ihnen.“
Seine Hand war schwitzig; er war genauso aufgeregt wie sie. Für gewöhnlich dauerte es länger, bis sie eine Beziehung körperlich werden ließ, und wenn es nur ums Händchenhalten ging. Sie war schüchtern und sie war alles andere als spontan und doch hielt sie nun die Hand eines Mannes, den sie nur von einer zehnminütigen Bahnfahrt kannte und der sie bei ihrem ersten Date zu einem imaginären Bahngleis führen wollte. Verrückt. Die freie Hand an seinem Arm ließ sie sich von ihm über den Gleis ziehen, bis er nach wenigen Schritten stoppte. In letzter Sekunde hielt er sie davon ab, die Augen zu öffnen. „Wir sind noch nicht da“, erklärte er.
„Aha...“, machte Audrey verwundert. „Ich hätte gedacht, der Gleis wäre hier ganz in der Nähe.“
„Oh, es ist bloß ein Katzensprung“, bestätigte Percy, was sie erst recht die Stirn runzeln ließ. „Allerdings müssen wir das letzte Stück laufen. Und es ist wichtig, dass Sie die Augen währenddessen geschlossen halten.“
„Mom...wir laufen? Und wenn wir in jemanden reinlaufen?“, fragte sie, obwohl das nicht ihre größte Sorge war. Weit mehr Gedanken machte sie sich darum, wie blöd sie dabei aussehen würde, wenn sie mit geschlossenen Augen durch den Bahnhof rannte und wie blöd die Leute gucken würden. Und was wenn sie ausgerechnet jemand sah, den sie kannte? Ein bisschen Spielerei war ja ganz nett, aber langsam wurde es zu albern.
„Ich passe doch auf Sie auf“, versicherte Percy und drückte ihre Hand kurz.Eine seltsame, unangemessene Zuversicht durchströmte sie. Sie wusste, dass sie ihm vertrauen konnte, obwohl sie ihn kaum kannte. Und sie tat es, auch wenn ihr die Vorstellung, sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren, nach wie vor nicht schmeckte.
„Okay“, gab sie schließlich ihr Einverständnis und holte tief Luft. Percy setzte sich in Bewegung, wurde rasch schneller und sie hielt Schritt und presste die Augenlider fest aufeinander, während sie versuchte sich vorzustellen, dass der Bahnhof vollkommen leer war; dass nicht die geringste Gefahr bestünde, auf irgendein Hindernis zu treffen.
Sie erschrak, als sie doch einen Widerstand spürte. Nichts Materielles, eher so als hätte sie eine unsichtbare Wand durchstoßen und sie spürte einen Druck auf ihren Ohren. Percy hielt sie immer noch fest und kam langsam zum Stehen.
„Was war das?“, wollte sie panisch wissen. Jetzt erst fiel ihr außerdem auf, dass die Hintergrundgeräusche verschwunden waren; die Stimmen der vielen Menschen, das Rauschen der Züge, die Lautsprecherdurchsagen...es war mucksmäuschenstill. Als hätten sie den Bahnhof verlassen. Alles in ihr drängte danach die Augen zu öffnen und sich umzuschauen, doch sie wagte es nicht, Percys Anweisung zu missachten.
„Was war was?“, stellte Percy eine amüsierte Gegenfrage. Verzweifelt versuchte Audrey ihren Eindruck in Worte zu fassen, hatte jedoch das Gefühl, dass Percy nichts verstand, weshalb sie sich schließlich auf eine Frage beschränkte.
„Wo sind wir?“
Percy schmunzelte. „Audrey, Sie dürfen die Augen jetzt öffnen.“

Vorsichtig blinzelnd, als könne sie direkt in ein Feuer sehen, tat sie wie geheißen und stellte erstaunt fest, dass sie sich immer noch im Bahnhof befanden. Und doch schien dieser Ort wie eine Parallelwelt. Der Gleis auf dem sie standen war wie ausgestorben. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Auch fehlten die anderen Gleise, als bestünde der Bahnhof plötzlich nur noch aus diesem einzigen. „Wo sind wir?“, wiederholte sie ihre Frage zaghaft. Ein seltsames Gefühl beschlich sie; etwas war nicht richtig.
„Wir befinden uns auf Gleis Neundreiviertel, wie ich angekündigt habe“, erklärte er ganz locker. Zur Verdeutlichung deutete er mit der freien Hand auf eine Beschilderung über ihren Köpfen. Tatsächlich wurde dort der Gleis Neundreiviertel ausgezeichnet. Außerdem stand dort etwas von einem Hogwartsexpress. Was auch immer das sein sollte.
„Ist das echt?“, wollte sie skeptisch wissen. Es fühlte sich an wie ein groß angelegter Scherz. Aber warum sollte er sich so viel Mühe für sie geben?
„Meine Liebe...“, seufzte er. „Ja, es ist echt. Und ich breche gerade eines unserer wichtigsten Gesetze, in dem ich Ihnen diesen Ort hier zeige.“
„Eines unserer wichtigsten Gesetze...?“, wiederholte sie verwirrt. „Wo...befindet sich denn dieser Ort? Und gegen welches Gesetz verstoßen Sie damit..?“
„Nun, wir befinden uns nach wie vor im Bahnhof“, begann er...irgendwie nervös. Das Grinsen war aus seinem Gesicht verschwunden und nun machte sich ein Hauch von Sorge erkennbar. „Es ist...ein geheimes Gleis. Nur Eingeweihte wissen, wo es sich befindet.“
„Und wer ist eingeweiht?“, hakte sie neugierig nach, ohne ihn aus den Augen zu lassen, während sein Blick unstet durch den Raum huschte.
„Ich, zum Beispiel.“ Ach was.
„Aber ich bin es nicht, oder?“
Er biss sich auf die Unterlippe und senkte beschämt den Blick. „Nein, Sie nicht.“
„Warum haben Sie mich dann hergeführt?“
Erst jetzt ließ er ihre Hand los und spazierte am Rand des Gleises entlang. Audrey folgte ihm. „Ich wollte es Ihnen zeigen, weil...es war...“ Er tat einen schweren Seufzer. „Es war dumm von mir. Ich wollte Sie...beeindrucken...“, gestand er schließlich peinlich berührt. Audrey gab ihm einen Moment, ehe sie sich mit der nächsten Frage an ihn wandte.
„Aber wo genau sind wir hier nun? Was ist das für ein Ort und was ist ein Hogwartsexpress“, las sie mühselig von der Beschilderung ab, die sie immer weiter hinter sich ließen.
„Mit jeder Antwort, die ich Ihnen gebe, mache ich es nur schlimmer“, sagte er zerknirscht.
„Dann hätten Sie mich besser nicht herbringen sollen, oder?“
„Nein, hätte ich nicht“, gab er reuevoll zu. Sie betrachtete ihn erwartungsvoll, doch er wich ihrem Blick aus.
„Also...starten von hier geheime Militäroperationen?“, riet sie ins Blaue. Endlich sah Percy sie wieder an, die Stirn verblüfft gerunzelt.
„Aber nein! Mit dem Militär hat das hier nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, von hier startet jedes Jahr zur gleichen Zeit ein Schulzug Richtung Schottland.“
„Schottland?“, staunte Audrey mit weit aufgerissenen Augen. „Das ist aber ganz schön weit weg. Und...haben Sie diese Schule auch besucht?“
„Woher wissen Sie das?“
„War geraten.“
Er ließ den Blick sehnsüchtig in weite Fernen schweifen. „Ja, es stimmt, ich habe diese Schule besucht. Sie war wie ein zweites Zuhause für mich. Ich war gerne dort. Und dort habe ich auch jene Frau kennengelernt. Jene Frau, die mir dann das Herz gebrochen hat.“
„Oh...das tut mir leid...“, erklärte Audrey überfordert. Dieses Date steuerte mehr und mehr auf eine totale Katastrophe zu. Wieso sprach er über seine Ex? Wieso führte er sie an einen streng geheimen Ort? „Percy...was genau wollen Sie von mir?“ Eigentlich war es überhaupt nicht ihre Art so direkt und fast schon schroff zu sein. Sie war stets rücksichtsvoll; zu rücksichtsvoll, wie ihr schon oftmals vorgeworfen worden war. Aber so wie sie diesem Percy auf eine seltsame Art und Weise ein unangemessenes Vertrauen entgegenbrachte, so konnte sie in seiner Gegenwart ein ihr gänzlich fremdes Selbstbewusstsein an den Tag legen. Vielleicht war all dies diesem seltsamen Ort geschuldet, der sich gänzlich außerhalb ihrer Dimension zu befinden schien.
Percy blieb stehen und verharrte einen Moment auf der gleichen Stelle ohne sich zu rühren oder sie anzusehen. Als er sich dann schließlich zu ihr umdrehte, blickt er ernst drein. „Das alles ist ganz und gar untypisch für mich“, begann er. „Eine Frau zu einem Date einzuladen...mich gegen die Regeln des Ministeriums zu widersetzen, um eine Frau zu beeindrucken...ganz und gar untypisch für mich“, wiederholte er und schüttelte über sein eigenes Verhalten den Kopf. „Wenn meine Brüder das hören würden, sie würden es nicht glauben.“
„Warum haben Sie es dann getan?“
„Weil ich Sie um jeden Preis beeindrucken wollte. Ich weiß, wir kennen uns kaum, aber...Sie haben mich von Anfang an in Ihren Bann gezogen, Audrey.“
Sie schmunzelte geschmeichelt. „Sie mich auch, Percy.“
„Ich würde Sie gerne wiedersehen. Noch so viel öfter sehen.“
„Dagegen hätte ich nichts einzuwenden“, gab sie ihm mit einem aufmunternden Lächeln zu verstehen. Seine Unsicherheit rührte sie, dabei war sie selbst doch kein Aufreisser. Aber es stimmte, sie wollte ihn besser kennenlernen.
Percy räusperte sich. „Nun, ich bin niemand, der sich leichtfertig auf andere einlässt.“ Sie nickte bestätigend. „Mir ist wirklich viel an Ihnen gelegen. Deshalb...es gibt etwas, das Sie über mich wissen sollten.“ Audrey schluckte. Seine Ansprache machte ihr fast ein wenig Angst. Auf den ersten Blick hatte er wie ein spießiger Bürohengst gewirkt. Dann hatte er Sinn für Humor bewiesen und sie an diesen seltsamen Ort entführt. Aber was wollte er ihr an diesem entlegenen Flecken beichten? Es musste etwas Schwerwiegendes sein; etwas, das sie in ihrer Entscheidung, in weiterhin treffen zu wollen, maßgeblich beeinflussen würde.
„Was sollte ich wissen?“, fragte sie mit bemüht fester Stimme, um sich ihre Nervosität möglichst nicht anmerken zu lassen.

„Man munkelt, dass es Magie und Zauberei wirklich gibt.“

Einen Moment war sie zu perplex um überhaupt irgendwas zu sagen. Erstaunt riss sie die Augen auf und betrachtete ihn prüfend. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Mundwinkel und doch schien er seine Worte ernst zu meinen.
„Munkelt man?“, gab sie amüsiert von sich, wie sie auch zuvor auf seinen Spruch reagiert hatte. „Gehört das zu Ihrem Geständnis?“
Percy nickte ernst. „Was halten Sie von diesem Gerücht?“, wollte er wissen.
Überlegend stieß sie den Atem aus. Das war zugegebenermaßen eine Frage, mit der sie überhaupt nicht gerechnet hatte. Wann hatte sie das letzte Mal über so etwas wie Magie und Zauberei nachgedacht? Sie war die Tochter einer gewissenhaften Hausfrau und eines bodenständigen Büroangestellten, die ihr früh beigebracht hatten, Träumereien und Fantasien hinter sich zu lassen, um erwachsen zu werden. Doch sie hatte stets an die Magie von Büchern geglaubt. Und dann war da ja noch dieser attraktive, junge Mann, der sie an diesen wahrhaft magischen Ort geführt hatte.
„Ich...munkle das ebenfalls“, gestand sie schließlich grinsend.
Überrascht zog Percy die Brauen hoch. „Ja, wirklich?“ Sie nickte. „Glauben Sie wirklich daran?“
„Ich glaube ganz fest daran, dass sich nicht alles auf dieser Welt mit reiner Logik erklären lässt. So wie das hier.“ Mit einer allumfassenden Geste wies sie auf den leeren Bahnhofsgleis.
„Nun, Audrey, wenn Sie wirklich daran glauben können...“ Unsicher trat er auf sie zu und sie hoffte, dass er nicht merkte, wie sich ihr Körper leicht anspannte, vor allem, als er etwas aus der Innentasche seiner Anzugjacke zog. Aber sie wollte ihm vertrauen. Nein, sie tat es. Was auch immer er nun wieder für sie in petto hatte, sie wusste, er würde ihr nichts tun.
Schwungvoll hob er den rechten Arm und während eines winzigen Blinzelns ihrerseits hatte er wie aus dem Nichts einen bunten Blumenstrauß hervorgezaubert. Staunend schlug Audrey die Hände vor den Mund.
„Wie haben Sie...? Wo haben Sie denn plötzlich die Blumen her?“ Er hatte keine Blumen dabei gehabt! Er trug nichts als einen eng anliegenden Anzug, in dem sich nichts verstecken ließ, erst recht kein ganzer Strauß Blumen. Seiner Bewegung nach zu urteilen, hatte er diese hinter seinem Rücken hervorgezogen...? Aber auch das war ganz unmöglich, auch das hätte sie doch bemerken müssen.
„Magie“, erklärte er knapp und mit einem Grinsen über ihr verblüfftes Gesicht. Zaghaft streckte sie die Hände nach den bunten Blüten aus. Sie fühlten sich echt an. Sie dufteten.
„Wie haben Sie das gemacht?“, wollte sie einfach nicht aufgeben. Auf seine auffordernde Geste hin, nahm sie den Strauß schließlich entgegen.
„Man munkelt außerdem, dass Magie nicht nur ein Gerücht ist“, sagte er zwinkernd.
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