Spurlos

von Lelema
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
01.06.2018
10.11.2018
23
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Inhaltsangabe

Es war ein Tag wie jeder andere auch, doch schon bald muss sich die Intelligence mit einer grausamen Nachricht auseinandersetzen. Auf Hochtouren versuchen sie ihren Freund und Kollegen, Jay Halstead, zu helfen.


Kapitel 1 – Sorge um Ethan

“Aufwachen. Komm schon, buddy. Wir sind spät dran.” rüttelte Jay an der schmalen Schulter. Gefühlt jeden Morgen kämpfte er mit der wohl sehr starken Müdigkeit seines Sohnes an.

“Ich möchte schlafen.” nuschelte er müde, dreht seinem Vater dem Rücken zu und schloss die Augen erneut.

“Du weißt genau was ich tue, wenn du nicht aufstehst.” grinste Jay, startete eine Kitzel-Attacke und hielt wenig später seinen Jungen fest im Arm, “Zieh dich an. Wir müssen gleich los.”

Ethan seufzte. Hätte er nicht seinen dad gebeten aufgrund des Hockeyspieles länger wach bleiben zu dürfen, dann wäre er jetzt nicht so müde.

Der Ablauf war dennoch jeden Morgen gleich. Anziehen, Frühstücken, Schulsachen packen und dann ging es schon los zur Schule.

„Wer holt dich ab?“ fragte Jay sicherheitshalber nach und lunzte durch den Rückspiegel.
„Megan.“ Antwortete Ethan.
„Richtig. Wann und wo?“
„Am Schulzaun um 15 Uhr.“
„Alles klar. Viel Spaß in der Schule.“
“Bye Dad!”

CPDCPDCPD

“Ach komm schon. Das war mein Ernst.” grinste Jay und trottete hinter Erin in den Pausenraum.

“Ich soll allein mit 2 Halstead Männer in North Wisconsin verweilen, wo vermutlich noch nicht einmal fließend Wasser gibt?“ fragte Erin misstrauisch.

“Um… da gibt es fließend Wasser.”

“Achja? Ich weiß nicht, Jay. Die Natur ist nicht ganz so meins. Ich bin ein Stadtkind.”

“Das ist doch egal. Ich sag ja nicht das wir nach North Wisconsin ziehen. Nur ein Wochenende. Die Hütte ist toll und die Natur großartig.”

“Du möchtest Ethan erzählen das wir zusammen sind, oder?” stellte Erin fest und stellte ihren Kaffeebecher auf dem Tisch.

“Sei mal nicht so besorgt…  Ethan wird sich freuen.”

“Es geht nicht um Ethan, sondern darum das wir eigentlich nicht zusammen sein dürfen. Wir Verstößen gegen Voight einzige und wichtigste Regel.”

“Erin, ich möchte endlich offiziell mit dir zusammen sein. Ich will mich nicht länger verstecken.”

“Ich denke darüber nach.”

Im selben Moment klingelte Jays Handy. Das Display zeigte die Nummer der Babysitterin an. Kaum nahm Jay den Anruf an, quasselte Megan panisch drauf los, “Ich habe alles abgesucht. Ich weiß nicht, wo er ist oder habe ich mich am Tag verirrt?”

“Megan, ganz ruhig. Was ist los? Was ist mit Ethan?” fragte Jay und Erin schaute ihren Partner besorgt an.

“Er…  er ist weg. Verschwunden. Er war nicht da als ich ihn abholen wollte, aber ich hatte auch 30 Minuten Verspätung.” stammelte Sie.

“Bleib dort. Ich bin auf dem Weg.” beendete Jay das Gespräch und stürmte los.

“Jay! Was ist mit Ethan?” rief Erin ihm hinterher.

“Ich weiß nicht. Er ist verschwunden.” sagte Jay panisch und griff nach seiner Jacke, welches über den Stuhl hang.

“Und dann gehst du alleine? Wir kommen mit dir.” sagte Antonio.

CPDCPDCPD

“Megan! Jetzt nochmal ganz ruhig, was ist mit Ethan?” fragte Jay und die Intelligence versammelten sich um die junge Studentin.

“Ich wollte ihn abholen, aber ich hatte eine kleine Panne mit dem Auto, weshalb ich 30 Minuten später hier war. Normalerweise wartet Ethan direkt hier an der Schule oder auf dem Spielplatz, aber er war nicht da. Ich habe alles abgesucht. Er ist weg.” weinte sie.

“Vielleicht ist Ethan alleine nachhause gegangen?” überlegte Adam.

“Okay. Schickt Roman und Burgess dahin. Sie sollen auch den Schulweg abfahren.” sagte Voight und Adam verschwand zum Telefonieren.

“Ethan würde nicht alleine nachhause gehen… wenn ich Verspätung habe dann spielt er auf dem Spielplatz.” erklärte Ruby.

“Wir überprüfen nur alle Möglichkeiten.” sagte Erin.

“Hat Ethan ein Handy?” fragte Al neugierig und sah sich auf dem leeren Schulhof um.

“Nein. Ich habe mal darüber nachgedacht, aber er vermisst bislang kein Handy… also braucht er auch noch keins.”

“Du musst dich nicht rechtfertigen. Diego und Eva hatten in dem Alter auch noch kein Handy.” meinte Antonio.

„Alles klar.“ Brummte Voight und schielte auf seine Armbanduhr, „Wir haben 16 Uhr. Kevin, du holst die Klassenliste und telefonierst sie ab. Alle anderen schauen sich hier und auf dem Spielplatz um. Befragt die Anwohner und findet Zeugen. Und sagt Mouse Bescheid, er soll die Überwachungskameras überprüfen.“

CPDCPDCPD

“Alles wird gut, Jay. Ich denke Ethan ist mit Freunden unterwegs.” tröstete Erin ihrem verzweifelten Partner, der sich auf dem Spielplatz umsah. Eine Schaukel, eine Rutsche, ein Klettergerüst und ein Sandkasten gab es. Doch keine einzige Spur von Ethans verbleib.

“Er ist noch ein kleiner Junge. Er zieht nicht einfach so mit Freunden los. Nicht in dem Alter.” meinte Jay und raufte sich hilflos durch die Haare, “Hier ist überhaupt nichts.”

“Wer weiß. Vielleicht ist er bei einem Freund zuhause und er hat vergessen Bescheid zu geben.”

“Nicht Ethan. Das sieht ihn nicht ähnlich.”
murmelte Jay und checkte die eingegangene Nachricht auf dem Smartphone.

*In der Wohnung war niemand. Nachbarn sahen ihn auch nicht. Fahren den Schulweg ab - Kim*

“Verdammt.”

“Was ist denn?” fragte Erin neugierig.

“Zuhause ist er nicht.”

“Mach dich nicht verrückt, Jay. Er taucht schon wieder auf.” ermutigte Erin ihren Partner.

In der Zwischenzeit befragten Adam und Alvin die Anwohner, ob sie was verdächtiges sahen.
“Sie haben nichts gesehen? Wirklich nichts?” fragte Adam noch einmal nach.

“Nein, wenn ich es ihnen doch sage. Ich habe kein Kind hier gesehen.” versicherte die Frau

“Wen suchen sie denn?” fragte ein älterer Herr.

“Wer sind sie?” fragte Al misstrauisch.

“John Thomas. Ich wohne gleich dadrüben.” stellte sich der ältere Mann vor und zeigte auf ein Mehrfamilienhaus.

“Wir suchen nach einem Jungen.” erklärte Al und zeigte ihn ein Bild des Kindes, “Haben Sie ihn gesehen?”

“Ja...ja ich denke schon. Er ist die Straße runtergelaufen Richtung Mall.”

“Können sie den Jungen beschreiben?” fragte Adam misstrauisch.

“Blonde Haare, blaue Jeans und braune Jacke.” sagte der Mann.

“Vielen Dank für ihre Hilfe.” murmelte Adam und die beiden Detectives kehrten ihn den Rücken zu, “Es war nicht Ethan. Laut Halstead, hat er eine schwarze Hose und eine dunkel grüne Sweatjacke angehabt.”

“Zur Sicherheit lässt du den Mann überprüfen… vielleicht hat er absichtlich eine Fehlinformation gegeben.” murmelte Al.

“Du gehst also davon aus, dass der Mann angestiftet wurde eine Fehlinformation zu geben?”

“Ich gehe von gar nichts aus. Ich weiß nur, dass hier der Sohn eines Kollegen vermisst wird.”

Derweil fuhren Roman und Burgess zum wiederholten Male den Schulweg ab.

“Kim, wie oft den noch. Hier ist nichts auffälliges und ich bezweifle sehr, dass der Junge durch so eine Gasse gelaufen ist.” stöhnte Roman genervt auf.

“Vielleicht ist Ethan nicht freiwillig hier lang gelaufen, sondern wurde gezwungen, oder jemand hat ihn verletzt hier hingeworfen.
“Kann sein.”

“Ethan ist clever. Außerdem hat Jay ihn bestimmt erzählt, was er tun soll falls irgendwas nicht in ordnung ist. Vielleicht wurde er entführt und hat ein Hinweis zurückgelassen.”

“Ja genau. Er hat bestimmt die Zeit gehabt ein Hilferuf zu schreiben.”

“Roman ich meine es ernst.”

“Ich weiß, aber ich denke wir sollten noch einen anderen Weg abfahren.” meinte Roman und Burgess nickte.
Eine Straße nach der anderen fuhren sie langsam ab. Auf dem ersten Blick gab es nichts auffälliges am wegesrand zu sehen. Burgess bat schließlich darum die letzten Meter zur Schule selbst den Weg abzugehen. Scharfsinnig beobachtete sie jeden kleinen Winkel und befragte die angrenzenden Ladenbesitzer, doch sie hatte keinen Erfolg.
Kim war nur noch eine Straße von der Schule entfernt, als sie am Boden etwas aufblitzen sah. Langsam beugte sie sich herab und nahm eine kaputte Kugelkette in die Hand. Es war eine Dog Tag und auch die Beschriftung war eindeutig zu erkennen -  Jay Halstead.

“Was ist nur passiert, Ethan?” murmelte Kim vor sich hin und griff zum Funkgerät.
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