True Beauty

von Alex1912
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16
Elijah Mikaelson Niklaus Mikaelson OC (Own Character)
30.05.2018
12.07.2018
22
54807
5
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
Vielen Dank für die Favorisierungen und die Empfehlung, ich habe mich wirklich sehr gefreut. Ganz besonderen Dank an SunnyHummel für die Review, über weitere Rückmeldungen würde ich mich natürlich freuen.

Jetzt viel Spaß beim nächsten Kapitel ; )

„Nur ein Spaziergang“
Am nächsten Tag wachte ich schon früh auf um zur Arbeit zu gehen. Manche verstehen mich vielleicht nicht, aber ich liebe es, zu arbeiten. Das ist für mich die einzige Möglichkeit aus dieser verdammten Hölle, die ich mein zu Hause nenne, zu entkommen.
Sofort nach dem Aufwachen stand ich auf und zog meine Schwesternuniform an. Ich arbeitete im Fleur-de-Liz Sanatorium am Stadtrand von New Orleans, eine Arbeit, die ich über alles liebte. Schnell band ich mir noch meine Haare unter der Schwesternhaube zusammen, dann lief ich hinunter in die Küche um zu frühstücken. Ich frühstückte immer mit den Bediensteten zusammen, auch wenn mein Vater das nicht gerne sah. Aber während ich unter der Woche aus dem Haus ging schliefen er und Lilian noch, und ich fand es unsinnig, nur für mich den Tisch decken zu lassen. Da es heute schon spät war frühstückte ich ihm stehen und unterhielt mich dabei mit Marta, unserer Haushälterin. Sie war ein herzensguter Mensch und das, was bei mir einer Mutter wohl am nächsten kam. „Pass auf dich auf Kind, dass du dich nicht ansteckst.“, meinte sie wie jeden Morgen mit einem leichten Schmunzeln zum Abschied, dann scheuchte sie mich aus der Küche, um das Frühstück für meinen Vater und Lilian machen zu können. Die große Wanduhr in der Eingangshalle verriet mir, dass ich schon spät dran war uns so schlüpfte ich ein Paar bequeme Schuhe und rannte die Straße hinunter.
Da das Sanatorium so weit außerhalb und fast am anderen Ende der Stadt lag, musste ich jeden Morgen die Straßenbahn nehmen. Aber das machte mir nichts aus, im Gegenteil. Ich mochte es, die anderen Leute zu beobachten, die morgens zur Arbeit fuhren. Sie waren so ganz anders als die Leute, mit denen ich sonst Umgang hatte. Ich war mir sicher, dass keiner der Leute, mit denen sich Lilian gestern getroffen hatte, heute Morgen aufgestanden war, um zur Arbeit zu gehen.
Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde, dann musste ich noch eine Viertelstunde laufen, bis ich zum Sanatorium kam. Ein großes weißes Gebäude, das fast einem Gefängnis glich. Aber hier fühlte ich mich zu Hause. Ich tat etwas, das ich konnte und wusste, was ich hier sollte. Hier wurde ich respektiert. Das war alles, was sich ein Mensch wünschen konnte. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen betrat ich das Gebäude und konnte sofort vergessen, dass ich mich vor zwei Tagen mit Elijah Mikaelson unterhalten hatte, und das bei mir sonst im Leben alles schief ging.
Am frühen Nachmittag war ich mit der Arbeit fertig und trat hinaus auf den weiten Platz. Die Sonne hatte mittlerweile eine große Kraft und es war heiß. Ich zog die Haube ab und öffnete die Uniform ein wenig, wenn ich das nicht tun würde, würde ich eingehen. Wenn mein Vater mich so sehen würde, würde er wahrscheinlich verrückt werden, aber der hatte gerade bestimmt genug zu tun. Nicht, dass es mir nicht schon passiert wäre, einmal war mein Vater auf die Idee gekommen, mich nach der Arbeit abzuholen. Keine besonders schöne Erinnerung. „Wollen wir am Wochenende ausgehen?“, fragte Lola, meine beste Freundin, als wir über den Platz gingen. „Gerne. Ich muss dringend auf anderen Gedanken kommen.“ Lola lachte, dann verabschiedete sie sich von mir uns lief davon, wahrscheinlich musste sie ihren Sohn irgendwo abholen. Lola führte ein ganz anderes Leben als ich. Obwohl sie auch 18 war, hatte sie bereits einen zweijährigen Sohn, der tagsüber bei der Mutter seines Vaters war. Sie arbeitete, um die winzige Wohnung in der Stadt zu bezahlen, in der sie beide wohnten. Manchmal beneidete ich sie, sie hatte ein Leben, wie sie es wollte, einen Sohn, der ihr ein uns alles war und keinen Vater, der sie für das hatte, was sie tat. Sie musste sich nicht dafür schämen, ein Teil ihrer Familie zu sein, und doch nicht dazu zu gehören.
Alleine ging ich zur Straßenbahn und fragte mich, was ich heute noch machen sollte. Ich wollte nicht zu Hause bleiben, dort hatte ich sowieso nichts zu tun. Aber etwas Besseres fiel mir auch nicht an. Während ich in der Straßenbahn stand spielte ich mit dem Gedanken, mich noch in ein Cafe zu setzten. Doch gerade als ich ausstieg, trat ein großer Mann im Anzug zu mir. Überrascht blickte ich ihn an, bis ich Elijah Mikaelson erkannte. „Was wollen sie von mir?“, fragte ich kühl und ging schnell weiter. Ich wollte nicht mit ihm gesehen werden, das würde nur Ärger geben. Aber er hielt ohne Mühe Schritt und lief neben mir her. „Ich glaube, unser Gespräch bei der Verlobungsfeier Ihrer Schwester wurde recht abrupt unterbrochen.“ „Meiner Meinung nach viel zu früh.“ Er lachte, auch wenn das Lachen nicht wirklich glücklich klang. „Ich habe erfahren, dass Sie eine Mutterlose sind.“ Abrupt blieb ich stehen und fuhr zu ihm herum. Was sollte das? „Woher wissen Sie das?“ Ich brauchte einen Moment, um meine Stimme zu finden. „Sie behandeln es ja nicht wirklich als Geheimnis.“ Damit hatte er recht. „Gut, dann wissen Sie eben, dass ich meine Mutter umgebracht habe, was wollen Sie jetzt von mir?“ „Ich wollte mich mit Ihnen unterhalten.“, meinte er mit einem freundlichen Lächeln. „Wirklich sehr nett von Ihnen, aber ich muss dringend nach Hause.“, log ich. „Dann begleite ich Sie nach Hause, was ist schon gegen einen kleinen Spaziergang einzuwenden.“ Ich wusste nicht, was ich dagegen sagen sollte, und noch bevor ich auch nur die Möglichkeit hatte zu widersprechen, nahm er mich an den Schultern und gemeinsam gingen wir die Straße entlang. Da ich nicht wusste, was ich zu ihm sagen sollte, schwieg ich und ging neben ihm her.
„Der blaue Fleck an Ihrem Auge ist schon fast verschwunden.“ Damit hatte ich nicht gerechnet, überrascht blickte ich ihn an. „Was geht Sie das an?“ Er ging nicht auf die Frage ein. „Darf ich fragen, wer Sie geschlagen hat?“ Warum fragte er mich das? Hatte er noch nie etwas von Höflichkeitsformen gehört? „Das geht Sie überhaupt nichts an.“ Plötzlich spürte ich seine Hand an meiner Schulter. Er brachte mich dazu, stehen zu bleiben und mich zu ihm zu drehen. „Sagen Sie mir, wer sie geschlagen hat.“, sagte er dann eindringlich und sah mir direkt in die Augen. Mir war bewusst, dass er mich manipulierte. Und alles in meinem Körper sträubte sich dagegen, aber ich musste ihm antworten. „Mein Vater.“, brachte ich mit zitternder Stimme heraus. Elijah trat ein Stück zurück und musterte mich, aber er schien nicht überrascht. Das musste er schon vorher gewusst haben. „Sie haben da Blut auf ihrer Uniform.“, meinte er dann. Damit brachte er mich vollkommen aus dem Konzept. Schnell blickte ich an mir herunter und erkannte, dass er recht hatte. An dem kurzen langen Rock klebte Blut. „Das muss von einem Patienten kommen. Ich hoffe es stört Sie nicht.“, entschuldigt ich mich schnell. Diese dummen Floskeln saßen schon so tief in mir drin, dass ich mich bei ihm entschuldigte! Vorsichtig spähte ich in seine Augen, um irgendeine Form des Blutdurstes zu erkennen, aber mal abgesehen davon, dass ich keine Ahnung hatte, wonach ich suchen sollte, erkannte ich nichts. „Nein, ist schon alles gut.“, meinte Elijah und blickte mich amüsiert an. Ich konnte merken, wie ich rot wurde. Das war alles so verdammt peinlich. „Komm, lassen Sie uns weiter gehen.“ Er blickte mich auffordernd an und hielt mir seinen Arm zum einhaken hin. Wiederstreben hakte ich mich bei ihm ein und gemeinsam gingen wir weiter.
„Was wollen Sie von mir?“, fragte ich jetzt noch einmal. „Ich will mich mit ihnen unterhalten, Louise.“ „Warum?“, fragte ich überrascht. „Ich mag Sie, und ich würde Sie gerne näher kennen lernen.“ „Ich glaube nicht, dass mein Vater nicht begeistert davon wäre.“ „Schlägt er Sie dann wieder?“ Ich ignorierte die Frage, schlimm genug, dass er überhaupt wusste, was in unserer Familie vorging. „Er muss ja nichts davon erfahren.“, schlug Elijah schließlich vor, als wir uns dem Anwesen meiner Familie näherten. „Und warum nehmen Sie an, dass ich so etwas vor meinem Vater verheimlichen würde?“ Wir blieben vor dem Tor stehen und blickten uns in die Augen. „Ich glaube nicht, dass Sie eine Frau sind, die sich viel sagen lässt.“, nahm Elijah an, und ich konnte nicht anders, im musste lächeln. „Damit haben Sie vielleicht recht.“ „Gut, dann treffen wir uns morgen, wenn sie mit der Arbeit fertig sind, auch einen Kaffee. Ich hole Sie ab. Dann können wir auch darüber reden, was er bedeutet, eine Mutterlose zu sein.“ Mit diesem letzten Versprechen ließ er mich stehen und ging davon. Verwirrt blickte ich ihm nach. Was bedeutete es, eine Mutterlose zu ein? In diesem Moment fühlte ich mich, als hätte ich von nichts eine Ahnung. Dann riss ich mich zusammen und ging ins Haus. Innerlich betete ich, dass niemand den ich kannte, uns gesehen hatte. Ich wollte mir nicht vorstellen, was mein Vater tun würde, wenn er herausfand, dass ich mich schon wieder mit Elijah Mikaelson unterhalten hatte. Aber ich musste mir eingestehen, dass ich ihn mochte. Er sah nicht das umwerfende Aussehen seines Bruders, aber er war freundlich und er schien sich wirklich für mich interessieren. Auch wenn ich mir sorgen machte, was das für mich bedeutete. Doch Morgen würde ich ihn wieder treffen, und ich gab zu, dass ich mich darauf freute.

Elijah POV
Louise war etwas Besonderes, das hatte ich schon an dem Abend erkannt, als ich sie kennengelernt hatte. Es schien nicht so, als würde sie zu dieser Welt von verwöhnten Privilegierten gehören. Sie arbeitete, obwohl ihre Familie eine der reichsten der Stadt war, und sie hatte nur wenig Scheu davor, sich mit anderen Männern in der Öffentlichkeit zu zeigen. Außerdem versteckte sie ihre Narben nicht, als wäre sie stolz auf sie. Warum sie allerdings ihre Male versteckte, wusste ich nicht. Gerne hätte ich sie einmal gesehen, Klaus meinte, die Male jeder Mutterlosen sähen anders aus.
Ich hatte beschlossen, es langsam anzugehen. Sie musste uns vertrauen. Wenn es nach Nik gegangen wäre, dann hätten wir sie entführt und irgendwo eingesperrt, bis sie auf unserer Seite war. Aber das war gefährlich. Mutterlose trugen eine große dunkle Macht in sich, anders als die der anderen Hexen. Aber sie waren impulsiv, und wenn sie sich zu sehr aufregten, brach ihre Macht aus und konnte einiges zerstören. Das wollte ich für Louise auf keinen Fall, denn ich mochte sie wirklich. Ich fragte mich, was sie wohl über uns dachte, über mich und meine Familie. Sie schien auf jeden Fall keine Angst vor uns zu haben, zumindest schien das so. Das war noch etwas, was mich an ihr reizte. Ich wusste immer nicht, ob sie alles nur spielte oder ernst meinte. So gerne würde ich ihre Gedanken lesen können, wissen, was sie dachte.
Schon seit Stunden drehten sich meine Gedanken um Louise, und ich musste Nik recht geben. Liebe waren wirklich die größte Aufregung, die es geben konnte. Natürlich liebte ich sie nicht, noch nicht, aber ich mochte sie sehr, mehr als die meisten Personen, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt hatte. Doch jetzt versuchte ich meine Gedanken an sie zu vertreiben und betrat unser Anwesen. Nik stand oben in seinem Malzimmer und war in eine große Leinwand vertieft. „Wie verlief dein Gespräch mit der kleinen Claire?“, fragte er, ohne aufzusehen. „Wir treffen uns morgen auf einen Kaffee.“, meinte ich und schenkte mir einen Drink ein. „Und wann hast du endlich vor, sie zu uns zu holen?“ Überrascht sah ich ihn an. Er schien meiner Verwirrung zu bemerken und blickte mich an. „Dir ist schon klar, dass sie unbedingt aus ihrer Familie gebracht werden muss. Wenn sie sie schlagen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie einen Ausbruch hat und dann haben wir ein Problem.“ „Das glaube ich nicht. Ihre Macht ist gebannt, dass heißt, sie müsste sich schon sehr aufregen. Und außerdem, stell dir mal vor, wir würden sie entführen uns in irgendeinem Zimmer hier einsperren. Sie würde verrückt werden, und dann würde ihre Macht erst recht ausbrechen.“ „Deswegen habe ich diese Aufgabe ja auch dir überlassen. Du wirst sie dazu bringen, hier freiwillig einzuziehen, damit wir sie unter Kontrolle haben.“ Ich wusste, dass er recht hatte. Louise musste weg aus diesem Haus, nicht nur, weil ihre Macht jeden Moment ausbrechen konnte, sondern auch, weil ich nicht wollte, dass sie weiter bei ihrer Familie leben musste. Ich wollte sie beschützen, selbst vor ihrer Familie. „Morgen werde ich ihr erklären, welche Macht sie in sich trägt, und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie versteht, dass sie hier sicher ist.“ „Beeil dich besser, sonst nehme ich doch noch den Plan mit Knebel und Fesseln.“ Seine Stimme hatte wieder etwas Höhnisches und ich hätte ihm am liebsten eine reingehauen. Auch wenn ich sein Bruder war, manchmal, nein, eigentlich fast immer war Nik sehr anstrengend. Ich ließ ihn weiter malen und verließ das Zimmer.

Was haltet ihr von der Geschichte bis jetzt? Wie gefallen euch die POVs von Elijah und Niklaus?  Soll ich mehr davon machen oder weniger? Freue mich schon auf eure Rückmeldungen.
Review schreiben