Twist of Fate

von nyma
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 Slash
Aaron Carol Peletier Daryl Dixon Judith Grimes Paul "Jesus" Rovia Rick Grimes
30.05.2018
18.12.2018
54
169004
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Guten Morgen und vielen Dank an alle, die dieser neuen Geschichte eine Chance gegeben und hier reingeschaut haben! Ich werde die neuen Kapitel 2x wöchentlich hochladen - immer Mittwoch und Samstag. Die Geschichte hat zum jetzigen Stand insgesamt etwa 90.000 Worte und ist damit recht umfangreich. Ein letzter Handlungsstrang wartet noch aufgelöst zu werden, aber ich arbeite täglich dem Ende der Geschichte entgegen und kann zusichern, dass sie nicht irgendwann einfach abgebrochen wird!
Hin und wieder ein kleiner Lesergruß steigert jedoch die Motivation. ;-) Also lasst Euch nicht davon abhalten mir gelegentlich ein paar Zeilen in den Reviews zu hinterlassen. Es gehört einfach dazu und ist wie das Salz in der Suppe.

Liebe Grüße und viel Spaß mit dem neuen Teil
nyma


**

Aus dem heißen Sommertag war eine schwülfeuchte Nacht geworden. Enid und Daryl hatten die erste Nachtwache übernommen. Um die Türen und Fenster der Hütte fest zu verschließen, war es definitiv zu heiß. Jeder kühlende Windhauch war willkommen. So kamen sie um eine Nachtwache nicht drum rum. Doch die größte Gefahr waren nicht die Beißer, die von ihrem Lagerfeuer, den Essensgerüchen und dem Duft von lebendem Mensch angelockt werden könnten. Es waren die anderen Menschen, die ihnen die größere Sorge bereiteten.
Wenn jemand hier auf sie stoßen sollte ... mit diesen Unmengen an Proviant, mit den Autos und dem Treibstoff, den sie ebenfalls in der Höhle verräumt hatten, dann wären sie für die finsteren Truppen, die hier durch die Lande streiften, ein gefundenes Fressen.
Langsam ging Daryl vor der Hütte auf und ab, um die Müdigkeit aus seinen Gliedern zu vertreiben. Sein Blick fiel auf Enid, die auf den Stufen der Veranda saß, den Kopf in die Hände gestützt.
Er ließ sich neben sie sinken und stieß sie mit dem Ellenbogen an. "Du denkst so laut, dass ich es rattern höre. Was ist los?"
Sie zuckte mit einem Schnauben die Schultern und schwieg lange. Dann brach es leise aus ihr raus: "Wünschst du dir nicht auch manchmal jemanden zu haben, der dich beim Einschlafen im Arm hält? Ich meine gerade jetzt, wo es mit Rick und dir ..."
Daryl brachte sie mit einer Handbewegung zum Schwiegen. Er blieb eine Weile still, sodass sie bereits glaubte, er würde das Thema für beendet erklären. Doch dann sagte er mit einem schmalen Grinsen: "Wer wünscht sich das nicht, wenn einem im Winter beinahe der Arsch abfriert? Nichts wärmt besser als Körperwärme! Wenns nachts allerdings 30 Grad hat, dann eher nicht!"
Enid stöhnte auf und verpasste ihm einen Klaps mit dem Handrücken gegen den Oberschenkel. "Du weißt, dass ich das nicht meine!"
"Mhm", brummte er leise und zündete sich eine Zigarette an. "Dachte du und der Blonde aus North Carolina ..."
Sie schnaubte mürrisch. "Er ist ein Idiot!"
"Soll ich ihn für dich verprügeln?", bot Daryl ernst an.
Enid seufzte. "Vermutlich würde er schreiend weglaufen und sich hinter Mamis Rockzipfel verstecken."
Der Armbrustschütze runzelte die Stirn. "Was ist das Problem, Enid?"
Sie sprang auf und lief unruhig vor ihm auf und ab. "Das Problem ist, dass alle Jungs in meinem Alter die totalen Lappen sind! Sie machen jedes Mal ein Theater davon rauszugehen. Und führen sich auf wie Superhelden, wenn sie wieder im Camp sind. Sie sind ... Warum können die nicht normal sein? So wie Du, Aaron, Jesus, Rick, Eduardo ... Wie Carl es war."
Er fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht, dann streckte er sie nach dem Mädchen aus. "Komm her, Kleines!"
Mit einem tiefen Seufzen setzte sie sich wieder auf die Stufen, wo Daryls Arm sich tröstend um ihre Schulter legte. "Vermisst ihn immer noch, hm?"
"Ja", erwiderte sie tonlos. "Aber vielleicht ... vielleicht gar nicht ihn. Ich weiß an manchen Tagen kaum noch, wie er aussah. Vielleicht ... ich vermisse einfach jemanden, der so ist wie ich."
Daryls Gesicht verzog sich zu einem amüsierten Lächeln. "So jemanden wie dich gibt es nur einmal." Er küsste sie sanft auf die Haare und starrte dann nachdenklich auf die Glut seiner Zigarette. "Normale Leute wie wir, he?" Er lachte humorlos auf. "Dachte immer wir wären die kaputten Typen. Die meisten Leute in deinem Alter haben überlebt, weil sie hinter irgendwelchen Mauern und Zäunen gesessen haben. Können wohl nich' so sein wie wir. Macht sie ja nicht zu schlechteren Menschen. Eher im Gegenteil vielleicht."
"Pffff ..." Enid löste sich von ihm und musterte ihn eindringlich. "Ich habe nie bessere Menschen kennengelernt als Euch."
Er lachte laut auf und zuckte mit den Schultern. "Die Typen aus Ohio sehen das sicher anders."
"Oh ja!", lachte sie leise. "Aber wer ist auch so blöd, kommt in eine Safezone und legt sich als erstes mit den Clanchefs an?"
"Clanchefs?"
"Rick und Du - ihr habt in Alexandria nun einmal das Sagen. Und wenn ich irgendwo neu bin, muss ich vielleicht manchmal auch einfach die Klappe halten. Und nicht ausgerechnet diesen Leuten ans Bein pissen." Sie kicherte leise.
Daryl gab einen unartikulierten Laut von sich. Das war der Unterschied zwischen ihnen und vielen der neuen Siedler in Alexandria und den anderen Sicherheitszonen: Während es für sie immer entscheidend war stärker zu sein, als die Gefahren, die von außen kamen, hatte der Großteil der Menschen gelernt sich in den Camps zu behaupten. Gerade neue Leute fügten sich nur ungern in bestehende Regeln. Eine Familie aus Ohio war zuletzt ganz besonders negativ aufgefallen. Lebensmittel waren streng rationiert - aber es musste niemand Hunger leiden und es stand jedem frei rauszugehen um für den Eigenbedarf zu jagen und zu plündern. Nur waren die meisten Menschen dazu nicht in der Lage und zudem zu bequem, um es zu lernen.
Stehlen war ganz groß in Mode gekommen, nur hatten die Neuen sich mit der Falschen angelegt. Nachdem man sie schon mehrfach verdächtigt hatte, hatten sie einen schweren Fehler begangen. Sie hatten wohl in Carol, die gerade auf Besuch in Alexandria war und solange in Ricks Haus lebte, eine harmlose, und vor allem wehrlose Frau gesehen. Nach diversen Konflikten hatte die Familie Alexandria bei Nacht und Nebel wieder verlassen wollen - doch zuvor hatten sie sich an Ricks Vorratskammer vergriffen. Gerade in der Nacht hatte Carol ihr Schlaflager bei ihm aufgeschlagen und so sahen sich die Leute aus Ohio ihrem schlimmsten Albtraum gegenüber.
Sie hatten in der Nacht Alexandria verlassen - jedoch ohne Verpflegung.
Daryl schnippte seine Zigarette in die Glut des niederbrennenden Feuers und stemmte sich mit einem leisen Ächzen auf die Beine. Dann ging er hinüber zu dem Esstisch, auf dem noch die Reste ihres kleinen Festmahls standen. Er zupfte etwas von dem Spanferkel ab, schob es sich gemeinsam mit einer Tomate in den Mund und spülte es mit einem Schluck Bier hinunter.
Enid verzog das Gesicht. "Orr, dir kann man echt nicht beim Essen zugucken!"
"Dann guck halt weg!", knurrte der Armbrustschütze mit vollem Mund und griff noch einmal nach dem Spanferkel.
Eine Weile schwiegen sie einträchtig, dann griff Enid ihr vorangegangenes Thema noch einmal auf. "Fehlt er dir denn gar nicht? Ich meine, nicht unbedingt Rick ... Eher allgemein. Ein Mensch, der zu dir gehört. Mit dem du alles teilst? Es hat doch eine Weile gut funktioniert."
Er schwieg lange und beinahe glaubte sie keine Antwort mehr zu bekommen, dann kam er wieder zu ihr herüber und stützte sich mit den Unterarmen auf die Brüstung der Veranda. "Ich denke darüber nicht allzu häufig nach", murmelte er leise. "Vielleicht fehlt er mir, manchmal. Dann quasseln Carol, Judith und Jesus einen halben Tag ohne Punkt und Komma und dann bin ich froh, wenn -" Er unterbrach sich mit einem Seufzen. "Ich bin nicht sicher, ob wir es wieder hinkriegen würden. Es ist gut so, wie es ist! Wir sind für dieses Beziehungszeugs nicht gemacht."
Leise Schritte ließen sie herumfahren. Aaron und Jesus kamen aus der Hütte. "Hey ihr Zwei, wir übernehmen. Versucht noch etwas Schlaf zu finden. Damit wir morgen bei Zeiten loskommen."

Aaron und Jesus entfernten sich von der Hütte und setzten sich auf einen umgestürzten Baumstamm, mit dem Teich im Rücken. So hatten sie ihre Unterkunft komplett im Blick.
Der Scout aus Alexandria überprüfte seine Schußwaffe, bevor er seinem Freund einen forschenden Blick zuwarf. "Na, hätte ich dich schlafen lassen sollen?"
Jesus zuckte mit den Schultern. "Ich glaube, es war einfach zu viel Sonne in den letzten Tagen."
"Kopfschmerzen?", fragte Aaron leise.
Sein Freund nickte. "Ja, auch."
"Komm ...", forderte Aaron ihn auf und ließ sich von dem Baumstamm sinken, so dass er direkt auf dem Waldboden saß.
Jesus tat es ihm gleich und ließ sich von Aaron in die Waagerechte bugsieren. Mit einem Seufzen legte er seinen Kopf in Aarons Schoß und genoss dessen Hände, die sanft seine Schläfen massierten.
"Tut gut, dich wieder bei mir zu haben, Paul", sagte Aaron leise und musterte das Gesicht seines Freundes. Jesus hatte die Augen geschlossen, doch ein kleines Lächeln ließ seine Mundwinkel zucken.
Die Hand des Langhaarigen tastete suchend nach der seines Freundes und umschloss sie schließlich sanft. "Ich hab dich auch vermisst", murmelte er dann mit schlaftrunkener Stimme. "Es ist ein gutes Gefühl, finde ich. Dich zu vermissen. Mich zu freuen, dich zu sehen. Bei dir zu sein ..."
Aaron schwieg, doch er legte seine Hand liebevoll auf Jesus’ Brust und spürte dessen Herzschlag nach. Eine ganze Weile genossen sie still die Nähe des anderen, dann räusperte Jesus sich leise. "Denkst du, er meint es ernst?"
"Wer meint was ernst?", hakte Aaron nach.
"Daryl. Dass er sich nicht nach ... nach sowas hier ... nach Rick sehnt." Sie hatten das Gespräch zwischen Daryl und Enid  unbeabsichtigt mitangehört und es hatte den Langhaarigen nachdenklich gestimmt.
Aaron kniff nachdenklich die Augen zusammen. "Hm. Es ist schon immer ein einziges Auf und Ab zwischen ihm und Rick gewesen. Ich bin mir nicht sicher, ob es mehr ist, als dass sie sich voneinander körperlich angezogen fühlen."
"Denkst du, er ist einsam?"
Aaron atmete tief ein. "Oh je, du stellst Fragen. Für einen Einzelgänger ist er ziemlich häufig unter Menschen. Er hat Carol. Und Judith und Enid folgen ihm wie Schatten. Das sind vielleicht keine romantischen Verbindungen, aber dennoch Familie. Vielleicht braucht er diese Beständigkeit mehr als wildes Rumgeknutsche am Lagerfeuer. Und wenn er es wirklich will, dann holt er es sich bei Rick. Von einer Eiszeit zur nächsten. Er ist wohl nicht so der klassische Familienmensch."
"Ich hätte nichts gegen wildes Rumgeknutsche am Lagerfeuer!" Ohne die Augen zu öffnen verzog Jesus' Mund sich zu einem breiten Grinsen. Dann stemmte er sich langsam aus seiner Position hoch, legte Aaron eine Hand in den Nacken und näherte sich seinem Mund. "Das war doch als Aufforderung zu verstehen, oder?"


Wie geplant waren sie am nächsten Morgen in aller Frühe aufgebrochen. Während eines kleinen Frühstücks hatten sie ein weiteres Mal wildeste Vermutungen angestellt, was sie in DC erwarten würde. Aarons Vorstellung ging sogar soweit, dass er mutmaßte, die ehemalige Hauptstadt komplett abgeriegelt, aber voll bewohnt und gut organisiert vorzufinden. Er gab zu, sich nicht vorstellen zu können, dass man die Stadt aufgegeben hatte. Verschiedene Militärstützpunkte und deren Krankenhäuser und Forschungszentren lagen in unmittelbarer Nähe - und damit die Möglichkeit im Katastrophenfall sofort zu reagieren.
Eduardo hingegen glaubte, dass die Stadt in der Hand von verschiedenen Gangs lag und sie im Grunde auf einem Selbstmordkommando unterwegs waren.
Bevor Daryl auf sein Bike stieg, schüttelte er den Kopf. "Wir werden dort gar nichts finden. Nur eine Geisterstadt, wie in Richmond und Fredericksburg."
Wie immer hatte Aaron, der ewige Optimist, lachend widersprochen. "Aber irgendwo müssen die Menschen ja sein, oder?"
Nun waren sie schon eine ganze Weile auf der Route 95 Richtung Norden unterwegs. Sie hatten sich dazu entschieden den Pick-up bei der Waldhütte zurückzulassen und lediglich mit dem alten Kleinbus aus Hilltop und Daryls und Enids Bike zu fahren. Es ging ihnen noch nicht darum bergeweise Bedarfsgüter zu erbeuten, sondern um eine schlichte Sondierung der Gegend. Großstädte konnten durchaus eine Goldgrube sein. Oder eine tödliche Falle.
Zunächst einmal war es ein ähnliches Bild wie sie es schon in anderen Städten gesehen hatten. Die Fahrbahn, die aus der Stadt hinausführte war verstopft von einer Vielzahl von Fahrzeugen, wohingegen die Zufahrtsstraße wie leergefegt war.
"Vielleicht hat Aaron Recht! Schau mal!", rief Enid laut gegen die Motorengeräusche an.
Auf der Strecke vor ihnen schien eine Barriere erbaut worden zu sein. Militärfahrzeuge, sogar Panzer standen auf der Straße. Die beiden Biker drosselten ihr Tempo und ließen sich hinter den Kleinbus fallen.
"Falls jemand schießt, drehen wir sofort um und hauen ab!", wies Daryl sie an.
Enid nickte und versuchte etwas zu erkennen. "Da ist niemand!"
"Du siehst niemanden! Das ist ein Unterschied", erwiderte Daryl und bremste, als Eduardo den Bus zum Halten brachte. Der Armbrustschütze rollte vor bis auf Höhe des Fahrerfensters. "Was meint ihr?"
Eduardo fuhr sich mit einer Hand nachdenklich über den Mund. "Wenn dort jemand ist, haben sie uns längst gesehen. Warum gibt sich niemand zu erkennen?"
Daryl zuckte mit den Schultern und spähte ins Innere des Fahrzeugs, als Tara und Eduardo alarmiert nach hinten sahen.
"Was ist los?", fragte der Armbrustschütze und stieg von seinem Bike - eine Hand an der Waffe, bemüht sowohl die Umgebung im Auge zu behalten, als auch herauszufinden, was im Wageninneren vor sich ging.
"Enid, ist deine Waffe entsichert? Bleib im Schutz des Wagens und lass die Umgebung nicht aus den Augen!", wies Daryl die Jüngste an. Ein ungutes Bauchgefühl machte sich in ihm breit, während er den Bus umrundete, dessen Seitentür aufgeschoben wurde.
"Warum bleibt ihr nicht im Wagen?", bellte der Armbrustschütze.
Tara wandte sich ihm zu, während sie die Beifahrertür öffnete. "Jesus ... Ihm gehts scheinbar nicht gut."
"Fuck! Und das ist niemandem eine Meile eher aufgefallen, verdammt?" Ohne die Gegend aus den Augen zu lassen, griff Daryl nach dem Fernglas, das auf dem Armaturenbrett des Busses lag, seine Waffe entsichert in der Hand. "Enid, du sicherst die Rückseite! Eduardo?"
"Hab alles im Blick!", kam es von dem Dunkelhaarigen, der in der relativen Deckung der Fahrertür umherspähte.
"Hey? Was ist los bei Euch?", fragte Daryl, während er mit dem Fernglas die Gegend nach einem Lebenszeichen absuchte. Bevor er eine Antwort erhielt, hörte er es bereits. Jesus übergab sich lautstark über die Leitplanke. "Ich sehe hier nichts und niemanden!", murrte er schließlich und legte das Fernglas aus der Hand. "Eduardo! Enid! Behaltet die Gegend trotzdem im Auge."
Daryl ließ die Waffe sinken, behielt sie jedoch schussbereit in der Hand, während er sich Jesus, Tara und Aaron zuwandte. Der Langhaarige saß in der geöffneten Seitentür des Wagens, die Ellenbogen auf die Oberschenkel gestützt, das Gesicht in den Händen verborgen.
Während Aaron in seinem Rucksack nach irgendetwas suchte, legte Daryl Jesus die Hand auf die Schulter. "Hey? Was ist los mit dir?"
Der Langhaarige zuckte mit den Schultern und nahm die Hände vom Gesicht. "Hab bestimmt nur was Falsches gegessen", erhielt er als leise Antwort.
Daryl biss sich nachdenklich auf die Innenseite seiner Unterlippe. Er musterte den Freund forschend, streckte die Hand aus und schob sie in Jesus Nacken. Dann schüttelte er den Kopf. "Du hast Fieber. Du bist krank."
"In Oceanside hatten sie gerade Probleme mit einem Virus. Ne Magen-Darm-Sache", warf Eduardo ein.
Daryl wandte sich zu Eduardo um. "Ja, das sagtest du. Hattet ihr Kontakt zu den Kranken?"
Der Dunkelhaarige zuckte mit den Schultern. "Mit denen, die bereits krank waren nicht. Aber ich weiß nicht, wie es mit der Ansteckungsgefahr während der Inkubationszeit ist."
Erneut verfiel Daryl in nachdenkliches Schweigen und ging ein Stück an der Straßenbegrenzung auf und ab. Sie befanden sich auf einer kleineren Anhöhe mit Blick auf die Ausläufer der Stadt. Um sie herum gab es nichts außer von bewaldetem Gebiet umgebene Asphaltflächen. Und die Militärfahrzeuge direkt vor ihnen.
"Daryl?", kam es leise von Enid, die zum Himmel deutete. Tiefschwarze Wolkenberge näherten sich ihnen aus südöstlicher Richtung. Der Richtung, aus der sie gekommen waren und die ihre einzige Anlaufstelle bot.
"Scheiße!", knurrte er und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. "In ein Unwetter fahren wir nicht. Sonst sitzen wir in der Pampa und kommen weder vor noch zurück. Enid, Eduardo und ich werden sehen, ob wir dort vorne weiterkommen. Wenn das problemlos gelingt, suchen wir nach einer sicheren Bleibe für die nächsten Stunden und holen Euch. Hier scheint es recht sauber zu sein. Es sind keine Streuner zu sehen. Wenn was ist - egal was - dann feuert einen Schuß ab."
Er wandte sich um und ging vor Jesus in die Hocke, der einen erschreckend jämmerlichen Eindruck machte. "Hey! Du machst keinen Scheiß, hörst du!"
Jesus verzog das Gesicht. "Jetzt haben wir die Tour solange geplant. Verdammte Scheiße ..."
"Völlig egal, Bruder. Ruh dich aus, okay?"
Daryl tauschte ernste Blicke mit Tara und Aaron, dann wandte er sich seinem Bike zu. "Enid, du kommst mit auf mein Bike. Eduardo nimmt deins!" Er ließ den Motor an und suchte noch einmal Taras Blick. "Wenn wir bis zum Abend nicht zurück sind, dann wartet nicht auf uns!"
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