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Der Preis von Liebe

von Fae2705
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Elphaba Thropp Glinda/Galinda Upland of the Upper Uplands
28.05.2018
28.05.2018
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Disclaimer: Die Charaktere gehören leider nicht mir, deswegen ich borge sie mir auch nur von Gregory Maguire und Stephen Schwartz aus.

Der Preis von Liebe


Als Elphaba von der Bibliothek in das Zimmer, das sie sich mit Galinda teilte, zurückkam, stand diese gerade vor dem Spiegel und betrachtete sich von allen Seiten.

Galinda trug das himmelblaue Spitzenkleid, das sie im letzten Monat gemeinsam gekauft hatten. Ja, manchmal ließ sich Elphaba auch zu Shoppingausflügen mit Galinda überreden. Aber das gestaltete sich meist so, dass Galinda ein Geschäft nach dem anderen aufsuchte und Elphaba mit den Tüten hinterherlief. Trotzdem genoss sie es mit ihrer Freundin ein wenig Zeit zu verbringen.

„Oh hallo Elphie. Du bist ja schon zurück aus dem Labor.“
„Bibliothek“, korrigierte Elphaba sie.
„Wie auch immer“, meinte Galinda, war aber mit ihren Gedanken schon wieder bei ihrem Spiegelbild und zupfte ihre blonden Locken in Form.

Elphaba setzte sich auf ihr Bett und betrachtete Galinda nachdenklich.

Vor drei Wochen hätte Galinda noch genau gewusst wo sie gewesen war.
Vor drei Wochen hätten sie den heutigen Abend mit langen Gesprächen, Süßigkeiten und Beauty-Maßnahmen verbracht, wie jeden Samstag Abend.
Vor drei Wochen war Galinda aber noch nicht mit Fiyero zusammen gewesen.
Vor drei Wochen hatte Galinda ihre Freundschaft mit Elphaba gegen eine Beziehung mit Fiyero eingetauscht, sozusagen.

Für Elphaba fühlte es sich jedenfalls so an, so als wäre sie nun überflüssig im Leben ihrer Freundin.

Nur noch zu einer Randfigur degradiert.

Unwichtig geworden.

Einerseits gönnte sie Galinda in Glück von ganzem Herzen, aber es ta t weh so ausgetauscht zu werden.
Elphabas Gedanken schweiften ab zu dem Tag vor drei Wochen. Den Tag, als das Ende ihrer Freundschaft begonnen hatte.

Elphaba hatte es sich auf ihrem Bett bequem gemacht, umringt von ihren Fachbüchern zum Thema „THIERE in Oz“ und ihrem Schreibblock in der Hand.
Sie wollte noch den Aufsatz fertig kriegen, bevor Galinda von ihrem Shoppingbummel zurückkam und ihr Mädelsabend beginnen konnte.

Eigentlich hasste Elphaba dieses ganze Mädchenzeug. Schminken, shoppen – das war ihr alles zu viel, überflüssig. Aber die Zeit mit Galinda, das war schon etwas Besonderes. Elphaba hatte bis sie nach Oz gekommen war nie eine Freundin gehabt. Und für diese Freundschaft nahm sie auch manchmal in Kauf, dass sie Dinge machten, die ihr eigentlich keinen Spaß machten. Mehr als einmal hatte sie auf eine Ausstellung verzichtet, weil Galinda lieber in das neue Café gehen wollte. Das war aber schon in Ordnung. Für eine Freundschaft machte man schon mal Kompromisse.
Und ein bisschen konnte sich Elphaba auch mit den Beautyprodukten arrangieren. Nagellack war ganz ok. Und Galinda holte immer ihre Lieblingsschokolade.

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Galinda stürmte herein.

Elphie, wir haben uns geküsst, so richtig geküsst“, verkündete Galinda mit vor Freude quietschender Stimme, „Fiyero und ich haben uns geküsst.“


Und mit diesen Worten hatte Galinda den Anfang vom Ende ihrer Freundschaft begonnen.

Eine Freundschaft, die Elphaba soviel bedeutete.
Eine Freundschaft, die sie eigentlich nicht aufgeben wollte.

Aber gerade war das Aufgeben so einfach.

Der Schmerz über die verlorene Freundschaft würde irgendwann vergehen.
Bestimmt.
War das jedoch die richtige Entscheidung?
Vielleicht sollte sie einfach mal mit Galinda reden. Ihr endlich sagen, wie sehr sie die Freundschaft vermisste, ihre Mädelsabende, das stundenlange Reden bei ihrer Tasse Tee.

Die Worte kamen jedoch nicht über ihre Lippen.

Stattdessen war es Galinda, die das Wort an Elphaba richtete.
Galinda, die jedoch kein Wort über ihre Freundschaft verlor, sondern wieder nur von ihrem Schatz-Spatz sprach, das einzige Thema, dass es anscheinend jetzt nur noch in ihrem Leben gab.

„Weißt du, mein Schatz-Spatz und ich wollen heute in das neue Restaurant gehen. Ein ganz romantisches Restaurant Wenn er mir irgendwann einen Heiratsantrag macht, dann hoffte ich, dass er ihn dort macht. Es wäre so perfekt. Kerzenlicht, gutes Essen und wir Zwei.“
„Ihr seid doch gerade erst seit drei Wochen zusammen.“
„Ich werde mein Brautkleid dann in der Smaragdstadt kaufen, bei OZ-Brides. Nur meine Mutter und ich werden dort hinfahren. Es wird ein wunderbarerer Moment werden, einmalig. Und den werde ich mit meiner Mutter teilen.“

Galinda schien Elphaba nicht gehört zu haben oder sie wollte sie nicht hören, wie so oft.

„Und mein Schatz-Spatz wird diesen wunderbaren Anzug tragen, der so perfekt zu ihm passt. Vielleicht in blau, in der Farbe seiner Augen.“

Elphaba konnte gerade so ein Augenrollen unterdrücken.

Schatz-Spatz, sie konnte diesen Namen nicht mehr hören. Galinda sprach nur noch von ihm. Galindas Leben, die Prioritäten in diesem, hatten sich verändert.

Es schien als drehte sich Galindas Welt nur noch um Schatz-Spatz.
Eine Welt, in der es für Elphaba keinen Platz mehr gab.
Für sie und ihre Freundschaft keinen Platz mehr gab.
Das war wohl der Preis von Liebe.

Ihre Freundschaft.

Ende
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