Ein Dämonenherz schlägt

OneshotRomanze, Fantasy / P16
Sytry
28.05.2018
28.05.2018
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Es war draußen schon längst Nacht geworden. Alle Schüler schliefen wahrscheinlich tief. Alle, außer einer; Sitri lag wach in seinem Bett, schon seit Stunden. Er blickte gedankenverloren die Decke des Zimmers an. Selbst Sitris unwillkommener Zimmergenosse Dantalion schlief schon lange, wie man an seinem leisen Atem hören konnte. ‘Ich frage mich wirklich, wie lange William noch damit warten will, eine Entscheidung zu fällen, wen er nun wählt. So langsam bin ich die Menschenwelt leid, auch wenn das Essen hier besser schmeckt und…ich mich nicht meinem Onkel unterwerfen muss.‘ dachte der Dämon, schon eine Weile beschäftigte ihn diese Frage. Er wollte nicht länger im Bett liegen bleiben, wenn er sowieso nicht schlafen konnte, also stand er leise auf und schlich zur Tür. So geräuschlos wie möglich öffnete er sie und betrat den Korridor, welcher nicht ganz dunkel war, da das Mondlicht durch das Fenster am Ende des Ganges schien. Sitri ließ sein Nachtgewand in seine normale Kleidung umwandeln. Er ging die Treppe hinunter und öffnete die Tür nach draußen.  

Es war eine warme Nacht und durch den Vollmond war alles gut erkennbar,  das Licht erleuchtete alles. Sitri lief über die Wiesenfläche in den Wald hinein. Ein bisschen frische Luft würde ihm gut tun. ‘Was mach ich nur eigentlich hier?‘ fragte er sich in Gedanken selbst, ‘Ich verschwende sinnlos Zeit hier in der Schule, es macht mich noch krank, wenn ich hier dauernd so viele Leute um mich herum habe.‘ stellte der Dämon kopfschüttelnd fest. „Manchmal wünschte ich mir wirklich, ich hätte meine eigene Sippe, in der ich tun und lassen könnte, was ich wollte. Ohne diesen Zwang,… ohne diese Aufgabe.“ Sagte er nun leise zu sich selbst. Wie lange würde das wohl noch so gehen? Wann würde William die Entscheidung treffen und diese Angelegenheit endlich aus der Welt geschafft werden? In jenem Moment, während Sitri noch vor sich hin grübelte, verspürte er hinter sich einen Windhauch und ein kurzes Aufleuchten. „Oho, ich glaube ja kaum, was ich da gerade gehört habe.“ Erklang eine verzückt klingende Stimme hinter ihm. Er drehte sich um und erblickte niemand anderen als Gilles de Rais da unter der alten Eiche stehend. „Gilles, was machst du denn um diese Uhrzeit hier?“ fragte Sitri erschrocken. Er fragte sich wie viel Gilles wohl mitbekommen hatte. „Nun ja, ich habe gesehen, dass Ihr nicht schlafen konntet und nachts einfach so das Haus verlassen habt. Das gehört sich ja wohl gar nicht für einen Unterstufler.“ Sagte der rosahaarige Nephilim mit dem großen Hut grinsend. Sitris zunächst wütender Blick wurde nun trauriger, er blickte nach unten und sagte; „Nein, das weiß ich selbst. Aber ich konnte einfach nicht schlafen.“ Gilles‘ Mimik veränderte sich und er kam einige Schritte näher, bis er vor Sitri stand. Er beugte sich ein wenig herunter zu ihm und fragte; „Was bedrückt Euch denn so, dass Ihr nicht schlafen könnt? Habt Ihr mich vermisst?“ Er grinste wieder. Sitri schaute nach oben und trotzig antwortete er; „Nein, ganz bestimmt nicht. Das hat nichts mit dir zu tun.“ Er errötete leicht, er hasste es, wenn Gilles so etwas sagte. „Warum beobachtest du mich überhaupt?“ fragte Sitri dann, „Euer Onkel hat mir aufgetragen, immer ein Auge auf Euch zu haben.“ Antwortete Gilles weiter grinsend. Sitri blickte wieder nach unten; „Mein Onkel…welchen Grund sollte es auch sonst geben.“ Sitri wurde aus seinen Gedanken gerissen; Gilles legte zwei Finger an sein Kinn und hob es sanft an, damit Sitri ihn anschaute, dann sagte er; „Das ist aber doch kein Grund, so traurig drein zu blicken. Warum statten wir unserer Heimat nicht einen Besuch ab? Da kommt Ihr auf andere Gedanken und momentan bringt Euch der Aufenthalt hier sowieso nichts.“ Sitris Augen weiteten sich, er wusste, er könnte nicht verneinen, auch wenn er nicht dahin wollte. „Mein Onkel würde mir keine Wahl lassen, also muss ich wohl mitgehen.“ Sagte Sitri leise. „Ja so sieht es wohl aus.“ Überlegte Gilles, „Dann kommt.“ Gilles wollte schon losgehen, als er noch einmal inne hielt und sich umdrehte zu Sitri; „Übrigens…vielleicht solltet Ihr Euch mehr im Mondlicht aufhalten. Es lässt Eure Augen viel schöner wirken, finde ich. Ich habe das Gefühl, das Mondlicht zeigt Euch mehr von Eurer echten Seite, nicht von der dieser Prinzessin, als welche Ihr hier behandelt werdet.“ Stellte der Nephilim fest. Sitri lief erneut leicht rot an, sagte aber nichts und folgte Gilles zum Portal.

Auf der anderen Seite fand sich Sitri unweit des Anwesens seines Onkels Baalberith wieder. Während Gilles de Rais ohne jede Einschränkung oder ein Gefühl der Ehrfurcht los stolzierte, fühlte sich Sitri mit jedem Schritt unbehaglicher. ‘Wie kann das nur sein, dass er keine Angst vor ihm hat? Woher nimmt er diesen Stolz und…diese Stärke?‘ fragte er sich während er die Gestalt von Gilles vor ihm betrachtete. Am Eingangstor ließen sie die Wachen sofort durch. Sitri folgte Gilles die Treppe hinauf. Dann fanden sie sich vor einem langen Gang wieder. Am Ende des Ganges klopfte der Dämon mit den rosafarbenen Haaren an die große Tür. Ohne auf eine Antwort zu warten, öffnete er sie und sagte; „Herr Baalberith, Euer Neffe Sitri ist hier. Ich habe mir erlaubt, ihn her zu bringen.“ Der Großdämon mit dem schwarzen Haar tat einen kaum merklichen Blick zur Tür, dann lächelte er und sagte; „Gilles, schön, dass du endlich wieder da bist. Ich hatte mich schon gefragt, wo du bleibst und gut, dass du Sitri gleich mitgebracht hast.“ Gilles de Rais und Sitri traten in den Saal. „Gilles du wartest an der Tür. Sitri, komm her.“ Befahl Baalberith, immer noch lächelnd. Mit etwas wackeligen Knien trat Sitri dann vor den throngleichen Stuhl, auf dem sein Onkel saß. „Seid gegrüßt…Onkel.“ Sagte Sitri leise, ohne den Großdämon anzusehen. Baalberith erhob sich aus seinem Stuhl und ging ein paar Schritte auf Sitri zu. Mit einer Hand erfasste er dessen Kinn und hob es an, damit er ihn anschauen musste. Sein Lächeln wurde noch breiter; „Sitri lass dich ansehen. Du bist so bezaubernd wie immer. Wie machst du das nur? Deine großen blauen Augen und die kristallfarbenen Haare - ich wette, die Menschen vergöttern dich an dieser Schule.“ Sitri schluckte. Am liebsten hätte er sich aus dem Griff seines Onkels entrissen. „Und wie geht es voran mit dem Auserwählten? Inzwischen hast du doch sicher seine Stimme fast für dich gewonnen.“ Fuhr Baalberith fort. Das war der Satz, auf den Sitri gewartet hatte. Er hatte befürchtet, dass sein Onkel ihn so etwas fragen würde. Was sollte er nun nur sagen? Sitri versuchte, dem Blick seinen Onkels zu weichen. Sofort verging Baalberith das Lächeln und sein Gesichtsausdruck bekam etwas Eiskaltes; „Soll das heißen, du hast ihn noch nicht von dir überzeugt?!“ Sitri bekam plötzlich ein schreckliches Gefühl der Angst. Was sollte er nur tun? „Nein….Onkel, ich…ich bin ja fast soweit, nur…“ Sitri blieben die Worte im Hals stecken. Baalberiths Blick lähmte ihn vor Angst. ‘Nein, was…was mach ich denn jetzt? Ich kann es ihm nicht sagen. Wie auch? Wie soll ich ihm erklären, wie aussichtslos das ist, Williams Stimme zu bekommen? Ich sehe es ihm doch an, auch wenn er ihn augenscheinlich nicht leiden kann, er wird sich für Dantalion entscheiden. Ich würde mich an Williams Stellte ja auch nicht für mich entscheiden. Wenn mein Onkel das erfährt, wird er mich umbringen!‘ dachte Sitri entsetzt, ihm kamen fast die Tränen. „Sag mal, was bildest du dir eigentlich ein?!“ schrie Baalberith nun, „Ich habe dir befohlen, diese Stimme für dich zu gewinnen, sonst kommen wir nie an die Spitze, und du Schwächling lässt dich so einfach unterkriegen! Von einem dreckigen Nephilim?!“ Sitri ging ein paar Schritte rückwärts vor Angst, bis er hinfiel. Zitternd blickte er zu seinem Onkel auf, hatte nicht die Kraft, aufzustehen. Baalberith stand vor ihm. Sein Blick verriet, dass er Sitri nicht ungestraft lassen wollte. Er holte mit einem Arm aus und verpasste Sitri eine heftige Ohrfeige. Es fühlte sich wie ein Peitschenhieb an, es brannte höllisch. Sitri kamen die Tränen. Baalberith holte zum zweiten Schlag aus, immer noch diesen eiskalten Blick in den Augen habend. Offenbar dachte er gar nicht daran, aufzuhören als er Sitris Blick sah. Sitri kniff die Augen zu, damit er den Schmerz nicht so spüren musste. Doch Baalberith traf Sitris Wange nicht. Sitri öffnete die Augen; es erschien ihm wie ein Licht vor sich. Es war Gilles de Rais. Er hatte sich vor ihn gestellt und hielt Baalberiths Handgelenk fest; „Wagt es, ihn noch einmal anzurühren und ich schwöre Euch, ich werde sämtliche meiner menschlichen Eigenschaften wieder in meinen Verstand zurück holen und Euch quälen, wie Ihr im ganzen Leben noch nie gequält worden seid. Und ich weiß, wovon ich spreche, wenn ich vom Foltern rede. Ich habe Hunderte auf diese Weise getötet!“ giftete Gilles mit einer Stärke die Sitri nicht begriff den Großdämon an. Gilles wirkte einen bombenartigen Fluch auf Baalberith, was einen Haufen Rauch verursachte und Baalberith gegen die Wand prallen lies. Dann drehte sich Gilles um, erfasste Sitri, hob ihn hoch und rannte mit ihm in den Armen nach draußen. „Das wird ihn nicht lange aufhalten. Meine Flüche kommen gegen ihn kaum an, er hat gerade nur nicht damit gerechnet.“ Sagte er zu Sitri während er rannte.  Er ließ wieder ein Portal erscheinen und gemeinsam entschwanden sie.

Als er bemerkte, dass sich nichts mehr rührte und es still wurde, öffnete Sitri vorsichtig die Augen und wunderte sich über das, was er sah; es kam ihm nicht im Geringsten bekannt vor. Die Gegend sah merkwürdig aus, Sitri war sich nicht sicher, ob das noch immer die Hölle war, oder die Welt der Menschen. Es war dunkel, der Mond war hinter einer dicken Schicht aus Wolken versteckt, seine Gestalt ließ sich nur wage erkennen. Die Landschaft bestand aus vielen flachen Hügeln, vereinzelt standen ein paar kleinere Bäume. Auf dem Hügel vor ihnen machte Sitri die Umrisse einer Burg aus. „Wo sind wir?“ fragte er und erst jetzt bemerkte er, dass Gilles ihn noch immer in den Armen hielt. Sitri lief rot an und machte eine Bewegung, um von Gilles auf den Boden gelassen zu werden. „Könnt Ihr stehen?“ fragte Gilles mit einem ungewohnten Unterton, der etwas von Sorge erkennen ließ. „Ja, es geht schon. Wo sind wir, Gilles?“ fragte Sitri erneut, „Wir sind in Frankreich, in der Bretagne genauer gesagt.“ Antwortete der Nephilim ohne Sitri anzuschauen. Sein Blick schweifte gedankenverloren in die Ferne. Etwas Ernstes, Melancholisches lag nun in seinem Blick. „Gilles, was hast du? Dieser Blick ist irgendwie untypisch für dich.“ Stellte Sitri fest, „Ach…nichts, ich habe mich nur erinnert. Kommt mit.“ Gilles ging voran und Sitri folgte ihm, in Richtung der Burg. Sitri wunderte sich; Erinnert? Was meinte er mit erinnert? Als sie direkt vor der Burg standen, lichtete sich der Himmel und das Licht des Mondes schien direkt auf die Burg. Sitri erkannte nun, dass es nur noch eine Ruine war. Er ging nicht weiter. Gilles de Rais bemerkte das, als er noch ein paar Schritte gegangen war, und hielt auch inne; „Kommt schon. Wir sind hier sicher. Dies…ist früher eine meiner Burgen gewesen, wisst Ihr? Es war eine der letzten, nachdem ich so viele verkauft hatte. Ich dachte, wir wären hier sicherer als in London, deswegen habe ich uns hierher gebracht.“ , „Aber das…ist doch nur eine Ruine.“ Widersprach Sitri, „Natürlich ist es eine Ruine, ich bin immerhin seit 400 Jahren tot und keiner hat sich darum gekümmert.“ Gilles lachte bitter, „Aber mit etwas Magie wird das schon.“ Fügte er hinzu. Und er stieg die Treppe auf den Hügel hinauf zur Burg. Sitri blickte ihm nach, ihm fiel auf, dass er von Gilles eigentlich kaum mehr wusste, als was nach der Blaubart Sage von ihm bekannt war.

Doch Sitri war sich sicher, dass noch mehr in Gilles war, als nur der Ursprung dieses Märchens. Er beschloss, ihm zu folgen. Oben auf dem Hügel angekommen, betrat Sitri hinter Gilles den Hof der ehemaligen Burg. Gilles ließ ein Zelt an einer der Wände erscheinen. ‘Wo hat er das denn gelernt?‘ fragte sich Sitri und war einfach nur glücklich, dass sie einen Unterschlupf hatten. Gemeinsam gingen sie in das Zelt. Sitri entflammte eine kleine Laterne, um etwas Licht zu haben. „Es war bestimmt wunderschön hier.“ Sagte Sitri, als er sich auf die Decke auf den Boden gesetzt hatte, in die Flammen der Laterne starrend, „Ich glaube nicht, dass Ihr es wunderschön hier gefunden hättet. Das Chateau hat eigentlich nur der Befriedigung meiner Begierden nach großen Festen, der schwarzen Magie und…dem Missbrauch von Jungen gedient.“ Sagte Gilles, ebenfalls in die Flammen schauend.  Sitri blickte auf und schaute Gilles an. Als er sein Gesicht so sah, hatte er irgendwie das Bedürfnis, etwas zu ihm sagen zu müssen. Etwas, dass ihm zeigte, dass er mehr war, als nur der Mörder. Doch ihm fiel nichts ein und so sagte er; „Gilles, danke, dass du mir geholfen hast. Ich alleine hätte nicht die Kraft gehabt, mich meinem Onkel zu widersetzen. Ich hätte allerdings auch nie gedacht,…dass du das für mich tun würdest.“ Fügte Sitri noch leiser hinzu und kam sich gleichzeitig dumm vor, weil das überhaupt nicht zu dem passte, was Gilles gesagt hatte. „Nein nein, Ihr habt bestimmt gedacht, ich wäre voll und ganz auf Seiten Eures Onkels.“ Sagte Gilles, grinste wieder auf seine typische Art und wischte sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Das hab ich allerdings. Tut mir leid, dass ich dir nicht vertraut habe.“, „Ihr vertraut mir? Jetzt, nach dieser Aktion? Sitri, im Ernst, Ihr braucht Euch nicht wundern, wenn Euer Onkel Euch ausnutzt, Ihr seid viel zu naiv.“ Entgegnete Gilles. „Und doch hast du mich beschützt, danke dafür, wirklich.“ Sitri senkte den Blick wieder. „Sitri, was ist überhaupt los? Warum habt Ihr so entsetzliche Angst vor Baalberith? Ihr bräuchtet Euch doch nur zu wehren oder holt Euch endlich Williams Stimme, dann wäre das Problem geklärt.“ Sagte Gilles und betrachtete untangiert seine Handschuhe. „Nein!“, schrie Sitri nun auf und er hatte die Nase voll, „Nein, nichts wäre geklärt damit!“ sein Blick wurde nun noch trauriger, „Verstehst du das nicht? Ich kann es nicht. Ich will es nicht, ich wollte nie Regent der Hölle sein. Ich wollte einfach nur ich sein. Ich bin nicht der Richtige dafür! William wird sich für Dantalion entscheiden und das ist auch gut so. Ich kann das nicht machen, ich gehöre nicht auf diesen Thron. Nur mein Onkel will das unbedingt.“ Sitri war wieder den Tränen nahe. „Meint Ihr das im Ernst? Aber warum habt Ihr Euch nicht gleich widersetzt?“ fragte Gilles ungläubig, „Du verstehst es wirklich nicht. Du siehst doch, dass ich dafür nicht stark genug bin. Wenn du mir nicht geholfen hättest, hätte mein Onkel wer weiß was gemacht.  Ich kann es einfach nicht, Gilles, und umso mehr bin ich froh, dich zu haben. So bringt wenigstens einer die Stärke auf, die ich aufbringen sollte.“ Sagte Sitri, sich falsch vorkommend. Gilles betrachtete Sitri einen Moment, dann schließlich sagte er auf eine seltsam ruhige Art und Weise; „Ihr wisst hoffentlich, dass Ihr eine der nur zwei Personen seid, für die ich mein Leben opfern würde. Also müsst Ihr stark sein. Denkt Ihr, ein Massenmörder wie ich würde sein Leben für jeden Beliebigen aufs Spiel setzen, nur damit er Punkte in der Hölle macht?“ Gilles lachte wieder bitterlich auf. Sitri hob den Kopf verärgert  und packte Gilles am Kragen; „Hör endlich mit diesem Mörder Gequatsche auf! Ich glaube dir das einfach nicht, dass du nur massenweise Jungen getötet hast! Da ist doch noch viel mehr in dir, sonst wärst du nicht so.“ schrie er ihn an und legte den Kopf an Gilles‘ Brust. Er fühlte sich so verzweifelt, er  verdrückte sich eine weitere Träne. Gilles wich erst leicht zurück, vor Schreck, es war einfach seltsam, wenn ihm jemand so nahe war. Doch dann legte er sanft die Hand an Sitris Kopf und streichelte sein Kristallhaar leicht. Sitri blickte augenblicklich auf und schaute Gilles an, ihm direkt in die Augen. Vorsichtig begann der Nephilim nun, über Sitris Wange zu streicheln und blickte ihn dabei auf eine für Sitri ganz ungewohnte Art an.

Sitri kam Gilles noch weiter entgegen. Er wollte es so sehr, das wurde ihm jetzt klar; und dann...berührten ihre Münder einander leicht. Was war das? Es fühlte sich für Sitri zu schön an, noch nie hatte er so etwas gespürt. Gilles‘ Lippen waren warm und er strömte immer noch diese Stärke aus, das konnten nicht nur die Lippen eines Massenmörders sein, da musste einfach noch mehr sein. Nach einem kurzen Augenblick wich Sitri wenige Zentimeter zurück und blickte erneut auf, um dem größeren Gilles in die fliederfarbenen Augen schauen zu können. Zärtlich sagte der Dämonenprinz; „Ich wusste es. Und du willst nur ein Mörder sein?“ Und er lächelte. Gilles lächelte ebenfalls leicht, es war ein ganz anderes Lächeln als Sitri es bisher von ihm gekannt hatte. Es war nicht dieses leicht verrückte Grinsen, es war ein natürliches Lächeln, das voller Wärme und Zärtlichkeit war. „Sitri, Eure Augen, sie scheinen wieder, wie vorhin im Mondlicht.“ Sagte er schließlich. „Gilles ich…weiß nicht, was ich gerade getan habe.“ Sagte Sitri plötzlich erschrocken und wich noch weiter zurück und der Schein seiner Augen erlosch wieder, „Ich…habe so etwas noch nie vorher getan.“ Beendete er den Satz und lief rot an. „Wie, Ihr habt noch nie jemanden geküsst? Ihr, als Dämon der Leidenschaft?“ Fragte Gilles ungläubig und musste sich ein Lachen verkneifen. „Es tut mir leid, wenn ich noch nie für jemanden so etwas empfunden habe, dass ich ihn küssen wollte, okay?“ rechtfertigte sich der Dämonenprinz. Jedes Lächeln entwich nun aus Gilles‘ Gesicht. Er schaute den nun zu Boden blickenden Sitri an. Als dieser das bemerkte, schaute er wieder auf, Gilles in die Augen; „Du bist wirklich der Einzige, bei dem ich mich immer sicher und beschützt gefühlt habe.“ Sagte Sitri schließlich. Wieder begannen seine Augen zu scheinen, doch auch etwas Trauriges spiegelte sich darin wieder. Gilles stand auf; „Kommt mit, wir tanzen jetzt zusammen.“ Forderte er Sitri auf, „Waaaas? Aber warum das denn? Wir haben doch gar keine Musik und ich sehe furchtbar aus.“ Stammelte Sitri, „Ach Unsinn, kommt schon.“ Sagte der Nephilim und reichte dem Dämonenprinz die Hand. Sitri ergriff sie schließlich etwas missmutig und stand auch auf. Nachdem beide nach draußen gegangen waren, ergriff Gilles erneut sanft Sitris Hand, während er den anderen Arm sanft an seine Hüfte legte. „Eure Hände, sie sind winzig, wie die einer jungen Frau.“ Stellte Gilles fest. „Ich bin ja generell kleiner als du, und zierlich, da können doch auch meine Hände klein sein.“ Sagte Sitri und blickte Gilles Hände an, welche noch immer von den Handschuhen verdeckt waren. Gilles begann zu tanzen, zwei Schritte vor, einen zurück, dann eine langsame Drehung. Er zog Sitri sanft mit sich mit. Ihre Absätze klapperten über die alten Steine. So tanzten sie eine Weile. „Ihr macht das doch hervorragend. Früher habe ich viel so getanzt, auf großen Festen. Bevor…es passierte.“ Sagte Gilles leise, das Ende mehr zu sich selbst, als zu Sitri. Doch der Dämonenprinz  wusste, von wem Gilles redete; Jeanne D’Arc. Es machte Sitri traurig, Gilles so zu sehen. ‘Seine Seele wird immer davon gezeichnet sein. Eigentlich ist es kein Wunder, dass er nach ihrer Hinrichtung so durchgedreht ist. Er hat sie angebetet,  sie regelrecht vergöttert.‘ dachte Sitri traurig. Er nahm nun allen Mut zusammen, den er aufbringen konnte und fragte Gilles etwas, das ihn schon so lange beschäftigte; „Du liebst sie noch immer, oder?“ Gilles‘ Blick glitt dann irgendwo gedankenverloren an Sitri vorbei, es schien ihn schwer zu beschäftigen. „Ich…werde sie immer lieben. Aber anders, als wenn man sonst jemanden liebt. Es ist mehr eine Form der Verehrung. Das Problem ist, was aus ihr geworden ist. Sie ist eine Heilige, das war sie immer. Doch sie bei den Engeln zu sehen, das fällt mir echt schwer, das zu ertragen.“ Antwortete der Nephilim mit dem rosafarbenen Haar. Sitri wollte ihm so unbedingt helfen, er konnte das nicht länger ertragen. Er legte die Arme um Gilles‘ Hals.

Als Gilles das Gefühl der Wärme durch Sitris Arme bemerkte, blickte er ihn wieder an und hörte auf, zu tanzen. Nun blieben beide stehen, regungslos, und schwiegen. Sitri blickte Gilles an, verlor sich in den fliederfarbenen Augen, die schon so viel Leid gesehen hatten, aber auch so viel Himmlisches. „Gilles, verzeih‘ mir.“ Sagte der Dämon schließlich, streckte den Hals leicht und küsste den Nephilim erneut, dabei verschob er leicht dessen großen Hut. Das Mondlicht schien auf beide herab und warf große Schatten hinter sie, auf die Mauern der Burgruine. Gilles legte schließlich beide Arme um Sitris Hüfte und zog ihn sanft zu sich heran, um den Kuss zu intensivieren. Beide hatten die Augen geschlossen und ihre langen Wimpern berührten sich beinah. So sanft fühlte es sich für Sitri an. Gilles wusste, dass Sitri sich wahrscheinlich nicht trauen würde, also tat er nach einer Weile den nächsten Schritt; mit seiner Zunge berührte er immer wieder Sitris Lippen und bat um Einlass, bis Sitri den Mund öffnete und diesen gewährte. Ihre Zungen umtanzten sich. Der Dämonenprinz  unterbrach den leidenschaftlichen Kuss dann auf einmal und sagte; „Vielleicht sollten wir wieder rein gehen, mir wird kalt.“ Gilles nickte grinsend und beide Dämonen gingen ins Zelt zurück. Und im Schein der Laterne begann Sitri wieder, Gilles zu küssen. Irgendwann bemerkte Gilles etwas, eine kleine Hand mit schmalen Fingern, welche über den unteren Teil seines Bauches strich und schließlich begann, die Knöpfe seiner Hose zu öffnen. Augenblicklich unterbrach der Nephilim  den Kuss und hielt Sitris Hand fest. Er schaute ihn nur entgeistert an. Sitri sagte leise; „Gilles,…bitte.“ Seine blauen Augen wurden noch größer, als sonst ohnehin schon. „Sitri, ich kann das nicht.“ Sagte Gilles schließlich, jeden Blick auf ihn vermeidend. „Warum nicht?“ fragte der Dämonenprinz enttäuscht, „Es geht nicht. Überlegt doch mal, ich habe das früher so oft getan, mit Jungen, die Euch ähnlich waren; jung und schön. Und ich habe sie alle umgebracht. Ich kann das nicht, es erinnert mich zu sehr daran, und ich will nie wieder so sein.“ Antwortete er schließlich. Sitri schaute ihn einen Moment an und fragte darauf; „Und deine Gefühle? Hast du für mich auch nur diese Gefühle der Befriedigung, wie für diese Jungen?“, „Nein!“ Gilles biss die Zähne zusammen, „Genau das ist es ja.“ Sitri lächelte nun und legte eine Hand auf Gilles‘ noch mit seinem lila Mantel überdeckten rechten Arm. „Dann ist doch alles gut. Vergiss doch deine Vergangenheit einfach mal für ein paar Stunden, auch wenn das hier vielleicht noch schwieriger wird. Ich bin doch auch nicht die ganze Zeit davon geplagt, ändern kannst du daran sowieso nichts mehr. Und bitte, rede mich mit du an. Ich bin nicht höher gestellt als du, jedenfalls nicht wirklich und nicht hier. Du bist schließlich viel stärker als ich.“ Sagte Sitri liebevoll und streichelte Gilles‘ Arm sanft. Der Nephilim sah einen Moment nach unten auf seinen Arm und auf Sitris kleine Hand. Dann sah er wieder auf und dem Dämonenprinz direkt in die blauen Augen, die wieder so schön glänzten; „Sitri ich muss sagen, ich bin überrascht. Du hast dich schon so viel verändert in der kurzen Zeit, seitdem wir von deinem Onkel geflohen sind. Ich bin stolz auf dich.“ Sagte der Nephilim und grinste wieder, „Und…ich danke dir auch. Du hast Recht, vielleicht sollte ich das alles mal für ein paar Stunden vergessen und mich  auf das Jetzt konzentrieren,…auf dich. Ich weiß bloß nicht...wie leicht ich das kann.“  Und nun war es Gilles, der Sitri wieder zu sich heran zog und ihn wieder küsste. Dabei glitt seine Hand sanft über jeden Zentimeter von Sitris Oberkörper. Schnell bemerkte Gilles wieder, wie unerfahren Sitri in so etwas war, sein Körper war ganz steif. „Sitri mach dich locker. Lass‘ dich einfach gehen, sonst kannst du dich daran nicht erfreuen, glaube mir.“ Flüsterte Gilles dem Dämon ins Ohr. Sitri errötete wieder, er versuchte, Gilles Ratschlag nachzukommen; er entspannte sich. Gilles küsste ihn inniger, hitziger. Sitri schlang wieder die Arme um ihn. Er entschied, sich mehr zu wagen, und glitt mit seinen dünnen Fingern wieder über Gilles Körper. „Gilles…ich will jeden Teil deines Körpers erkunden, wenn du es mir erlaubst.“ Nuschelte Sitri leise zwischen die Küsse. Gilles lächelte nur und küsste Sitri weiter. Offenbar gewährte der Nephilim es ihm. Und so gelangten Sitris Finger wieder zu Gilles‘ Hose und vorsichtig öffnete er die Knöpfe. Doch weiter kam er nicht; plötzlich legte Gilles die Arme wieder um Sitris Taille und manövrierte dessen Körper zu Boden, so dass er nun auf dem Rücken lag. „Gilles, was machst du?!“ fragte Sitri erschrocken, „Ich sorge dafür, dass es angenehmer wird.“ Sagte der Nephilim lächelnd. Er beugte sich über Sitri und küsste ihn wieder sanft. Sitri liebte dieses wunderschöne Gefühl immer noch. Gilles weiche Lippen, wie sie seine berührten. Nach dem Kuss sagte er leise; „Gilles…ich verstehe nicht, warum ich eigentlich nicht früher bemerkt habe, was ich für dich empfinde. Ich weiß, das mag jetzt komisch klingen, aber für mich ist es etwas ganz neues, so etwas zu empfinden. Und dass wir hier sind, an einem für dich so prägenden Ort, in dieser irgendwie wunderschönen Gegend. Ich habe das Gefühl, ich bin noch nie so frei gewesen.“ Und er lächelte ihn verliebt an. „Naja, ich habe zwar schon so etwas empfunden, aber so etwas noch nie aus echten Gefühlen getan.“ Gab der Nephilim zu, „Auch wenn ich ohne deinen Onkel längst tot wäre, bin ich auch froh, dass wir jetzt nicht länger unter seinem Befehl stehen müssen. Ich hatte das echt satt. Es hat mich genervt, besonders in den ersten Jahren. Ich war es gewohnt, alles zu tun, wie ich es wollte, und dann das.“ Endete er. Sitri glaubte, sich verhört zu haben; „Wie, du warst in Jeanne verliebt aber hast ihr deine Liebe nie gestanden?“ fragte er und seine blauen Augen wurden noch größer. Der Nephilim schaute Sitri mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck an. ‘Was will er mir damit sagen? Dieses Gesicht habe ich noch nie bei ihm gesehen.‘ dachte Sitri für sich. Gilles nahm einen tiefen Atemzug, dann sagte er; „Nein. Das habe ich nie. Auch wenn sich im Laufe der Geschichte die unterschiedlichsten Mythen über unsere angebliche Beziehung gebildet haben. Aber nein, ich habe es ihr nie gesagt. Ich glaube, ich hatte einfach Angst, vor beidem. Dass sie meine Gefühle nicht erwiderte, aber auch, dass sie sie erwidern könnte. Jeanne war einfach kein Mensch, sie war eine Heilige. Ich hatte das Gefühl, wenn ich ihr von meinen Gefühlen erzählen würde, würde ich sie irgendwie beschmutzen. Ich hätte sie nie berühren können. Aber naja, nun ist sie nicht mehr, was sie einst war und das ironischer Weise dank der Engel.“ Gilles grinste wieder, als er das sagte.

Doch Sitri war überhaupt nicht danach zumute. Er wünschte sich so sehr, Gilles würde einmal von ihm so reden, doch er erkannte, dass es für Gilles nie jemanden anderen geben könnte, der wie Jeanne war. Er würde sie immer lieben. Sitri wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Gilles sein Kinn sanft anhob, damit er ihn anblickte. „Hey, hör doch mal auf, so Trübsal zu blasen. Das gehört sich ja wohl kaum für einen Prinz der Hölle. Außerdem müssen meine Gefühle für Jeanne ja nicht bedeuten, dass ich nie wieder für jemand anderen etwas empfinden könnte.“ Sagte er dann. „Meinst du das ernst?“ fragte Sitri nun voller Hpffnung, er konnte es kaum glauben, „Natürlich mein kleiner naiver Sitri. Hin und wieder meine ich auch mal etwas ernst.“ Antwortete der Nephilim. Sitri hatte das Reden satt, dieses unnötige Hinauszögern konnte er kaum ertragen. Er wollte Gilles einfach nur nah sein. Also zog er den Nephilim mit den rosanen Haaren wieder zu sich herunter um ihn zu küssen. Und so sanft war es wieder. Leise hauchte Gilles dann zwischen die Küsse; „Zieh deine Kleider aus, Sitri…los.“ Und es dauerte nicht lange bis der Dämonenprinz nichts mehr weiter trug, außer der Unterhose. Abermals begann Sitri, an Gilles‘ Hosen  zu knöpfen, bis sie schließlich offen waren. Gilles nahm den großen Hut ab und zog den gleichfarbigen Mantel aus. Dann das Hemd, die Schuhe und die Handschuhe. „So jetzt kannst du mir die Hosen endlich ausziehen. Du scheinst es ja eilig damit zu haben.“ Sagte er grinsend und Sitri errötete erst wieder, aber dann musste er lächeln. Gilles begann, Sitri am ganzen Körper zu küssen. Der Dämon stöhnte auf. „Sitri, ich glaube…nhn…die anderen wissen gar nicht, was sie an deinem Körper alle verpasst haben…er ist wunderschön.“  Sagte Gilles voller Genuss durch die Küsse hindurch, „Das…ah…sagst ausgerechnet du? Ich hätte nie gedacht, dass du unter deinen ganzen Kleidern so einen gut gebauten Körper versteckst.“ Sagte Sitri, die Augen vor Lust geschlossen haltend. „Tja, ich bin vielleicht nicht ganz so androgyn wie viele denken.“ Entgegnete der Nephilim, „Unsinn, du bist…ah…einfach großartig.“ Keuchte Sitri und begann langsam Gilles Unterhose herunter zu ziehen. Und so tat es Gilles bei Sitri. „Wird es weh tun?“ fragte Sitri ängstlich, „Nein, vielleicht ein bisschen. Keine Sorge, ich passe schon auf. Ich denke mal, dass ich diesbezüglich doch genug dazu gelernt habe.“ Sagte Gilles, Sitri liebevoll eine Strähne aus dem Gesicht wischend. Als Gilles Sitri einen letzten Kuss geben wollte, hielt dieser ihn sanft zurück. „Was ist denn?“ fragte Gilles verwundert, Sitri antwortete leise; „Ich…ich will das nicht in dieser Position tun…ich will dir nahe sein. Mich an deinen Körper schmiegen können, mit dem Gefühl wissend, dass du mich immer beschützen wirst.“ Und seine Augen begannen wieder zu scheinen; „Weißt du, ich bin einfach so froh, dich zu haben. Ich brauche dich so, ich habe einfach Angst, dass du vielleicht doch irgendwann weggehst. Ich denke, ich muss jede Minute mit dir ausnutzen, so gut es geht.“ Nachdem der Dämonenprinz das gesagt hatte, wusste der Nephilim mit den rosa Haaren nichts zu antworten. Er begriff nicht, wie Sitri auf diese Idee kam; „Ach mein armer kleiner Sitri. Du bist schon etwas ganz besonderes, ich bin noch nie jemandem begegnet, der sich nach so kurzer Zeit so gebunden an jemanden gefühlt hat. Du brauchst einfach immer jemanden, an dem du dich festhalten kannst oder? Obwohl du das eigentlich nicht nötig hättest.“ Und dann tat Gilles etwas womit Sitri nicht gerechnet hatte; er umarmte ihn, so sanft und liebevoll. Sitri konnte sich vor Verwunderung nicht rühren. Und während die beiden Dämonen so verharrten, flüsterte Gilles; „Ich habe dir doch schon gesagt, dass ich dich nicht allein lassen würde. Wir sind ja irgendwie eine Familie, auch wenn eine Beziehung darin unüblich ist. Ich will dir doch auch nahe sein, aber du brauchst keine Angst zu haben. Wir haben doch noch so viel Zeit.“ Sitri kullerten ein paar Tränen über die Wange. Er löste sich aus der Umarmung, um Gilles anschauen zu können. Gilles lächelte ihn an und fügte noch leise hinzu; „Es ist doch alles gut.“ Und Sitri konnte nicht anders als Gilles abermals zu küssen und seine ganze Zuneigung in diesen einen Kuss zu geben. Der Kuss war feucht, aufgrund seiner Tränen, aber auch so gefühlvoll und schön. Sitri hörte nicht auf, Gilles zu küssen. Stattdessen fanden Gilles‘ Hände ihren Weg unter Sitris Po und hoben ihn sacht an, bis er auf Gilles’ Schoß saß. „Ich denke…nhn…den Rest bekommst du allein hin.“ Flüsterte Gilles. Sitri wurde plötzlich ganz nervös. Er hörte auf, Gilles zu küssen und schaute ihn unsicher an. Der Nephilim grinste wieder und sagte; „Komm schon, du weißt doch, was du machen musst. Da kann gar nichts schief gehen.“ Sitri hatte schon als Gilles ihn ausgezogen hatte bemerkt, dass die Zone jenseits seines Bauchnabels reagierte, doch erst jetzt wurde ihm bewusst, dass es Gilles ja auch so gehen musste, damit es möglich war. Sitri schluckte, schaute an seinem schmalen Oberkörper nach unten, auf seine rechts und links an Gilles‘ Körper vorbei gespreizten Beine. Er schaute dann den Körper des Nephilim an und bemerkte, dass er bereits so weit war. Sitri begann zu schwitzen. Gilles bemerkte die immer noch große Unsicherheit des Dämonenprinzen und beugte sich vor, um ihm ins Ohr zu flüstern; „Setz‘ dich einfach auf mich, ich helfe dir.“ Und Sitri rückte mit seinem Körper wieder ein Stück nach vorne, bis er genau spüren konnte, was von Gilles‘ Körper sich unter ihm befand und sein Körper begann anzuschwellen. Gilles Finger glitten über Sitris blassen Körper, hinunter zu seinem Po und zwischen die Pobacken. Vorsichtig drang ein Finger in Sitri ein. Sitri hielt den Atem an. ‘Das fühlt sich alles andere als gut an.‘ dachte er verunsichert. „Ganz ruhig, das wird schon.“ Sagte der Nephilim geduldig. Er begann, den Finger erst langsam und vorsichtig, dann etwas mehr zu bewegen. Nach einer Weile nahm er einen zweiten Finger dazu, da fühlte es sich schon besser an. Irgendwann kam dann noch der Dritte und Sitri fühlte sich viel besser. Seltsam voll irgendwie, aber es erfüllte ihn mit Lust und er stöhnte auf. „Ist es jetzt besser?“ fragte Gilles, „Und…ah...wie.“ stöhnte Sitri, die Augen geschlossen haltend. Irgendwann wehrte sich Sitris Körper nicht länger gegen die Bewegungen und Gilles sagte; „Du bist jetzt bereit.“, Sitris Nervosität stieg noch einmal, “Es tut mir nur leid, dass wir nichts hier haben, womit es etwas leichter geht...Und weniger weh tut.” Der Dämonenprinz schluckte und winkelte die Beine etwas an, um seinen Körper etwas nach oben zu drücken, dann fasste er unter sich und sein Herz machte einen Satz als er das berührte, wonach er gesucht hatte. Der rosahaarige Nephilim half dem Dämon, indem er seine Pobacken vorsichtig auseinander drückte. Sitri ließ seinen Körper langsam sinken. Er verspürte einen Schmerzmoment, als Gilles in ihn eindrang, ganz langsam. Dann fühlte er jedoch nur noch pure Lust und gab sich einfach hin. Irgendwann konnte Gilles nicht tiefer in ihn dringen, irgendein Widerstand war da. „Sitri…dein Körper…er ist…ah…wirklich wunderschön.“ Stöhnte Gilles genüsslich, als er sich in Sitri befand und ihm einen Moment des Gewöhnens gab. Sitri legte die Arme um Gilles‘ Schultern, schaute ihn noch einmal an und dann begann er, sich langsam auf und ab zu bewegen. „Gilles…ist das…ah normal, das…fühlt sich großartig an.“ Flüsterte Sitri leise und stöhnte. Er errötete stark. Gilles antwortete keuchend; „Jaa...Das ist normal. Du bist so...hhh...So warm...“ Und beide genossen es in vollen Zügen.

Sitri schmiegte seinen Körper an Gilles‘ um seine Wärme zu spüren und um ihm zu zeigen, wie sehr er ihn brauchte. Auch Gilles legte die Arme um Sitri und den Kopf auf seine Schultern. Allmählich bewegten sich beide immer schneller und schon bald konnte Sitri nicht mehr und spürte etwas ganz seltsames in seinem Unterleib. Und dann geschah es; eine warme Flüssigkeit ergoss sich aus seinem Körper auf Gilles‘ Bauch. Sitri hielt inne vor Scham. „Ganz ruhig...das ist doch normal. Herzlichen Glückwunsch...für dein erstes Mal hast du ziemlich lange durchgehalten.“ Sagte Gilles und lachte einen Moment. „Hey, ich bin sicher, bei dir dauert es auch nicht mehr lange.“ Rechtfertigte sich Sitri, hochrot angelaufen. Gilles atmete tief aus, in diesem Moment spürte Sitri etwas Warmes in sich; „Nein, da…hast du wohl recht.“ Antwortete Gilles und Sitri begriff, dass dem Nephilim gerade das Gleiche passiert war. Er errötete noch mehr und selbst in Gilles‘ Gesicht war nun etwas Röte zu erkennen. Beide schlossen die Augen einen Moment, um die Intensivität einfach nur zu spüren, die flüssige Wärme. Dann öffnete Sitri die Augen wieder; er war total erschöpft, er stieg runter von Gilles und lies sich mit zitternden Beinen neben ihm nieder; „Tut mir leid, dass es nur so kurz war. Ich konnte einfach nicht mehr.“ Sagte er leise, „Das ist schon in Ordnung mein kleiner Sitri.”, Sagte Gilles mit einem Lächeln und streichelte Sitri sanft über den Kopf, “Hat es dir denn wenigstens gefallen?“ fragte der Nephilim. Sitri blickte nach oben, um den über ihn gebeugten Gilles in die Augen schauen zu können und sagte; „Es war wunderschön. Ich danke dir so Gilles. Nicht nur dafür, für alles. Ich frage mich wirklich, ob Dämonen tatsächlich kein Herz mehr besitzen sollen. Ich glaube nämlich...auch wenn das total kitschig klingt...aber ich glaube...meines schlägt für dich.“ Und er lächelte, wieder leicht rot werdend. Nun entwich jedes Lächeln aus dem Gesicht des Nephilims und es war einen Moment still. Doch dann sagte er; „Ich dachte immer, ich hätte gar kein Herz mehr, weil Jeanne es gestohlen hat. Auch keinen Verstand. Wie hätte ich den bei dem was ich getan habe...denn besitzen können?    Aber irgendwie…nein. Das hat sich geändert. Mein Herz schlägt und ich bin bei klarem Verstand - und beides weil ich dich gefunden habe. Weil ich jemanden gefunden habe, der mir etwas bedeutet...und den ich beschützen will. “ Entgegnete der Nephilim und jetzt lächelte er wieder ein wenig. Und Sitri stützte sich nach oben um Gilles noch einen letzen Kuss zu geben. Und in diesem Moment fühlte er sich so glücklich wie noch nie. Dann sagte er voller Zärtlichkeit; „Ich wusste, dass da mehr in dir ist als nur der Mörder. Du hast mich beschützt und gerettet, so viele Male. Du hast mir Kraft gegeben und Hoffnung und deine Zuneigung gezeigt und du warst bei mir, immer. Noch nie hat mir jemand so viel bedeutet wie du. Gilles, wenn ich ein Herz habe, dann weil du da bist. Ich liebe dich.“ Und seine Augen leuchteten wie niemals zuvor. Und der Nephilim antwortete; „Wenn wir noch Liebe empfinden können, dann fühle ich wohl genauso; Mein kleiner Sitri, ich liebe dich auch. Dich mit deinem jetzt endlich vorhanden Mut und deinem wahren Ich, hinter dieser wunderschönen Fassade. Danke, dass du den Menschen neben diesem Monster in mir wieder zum Vorschein gebracht hast.“ Und Arm in Arm aneinander geschmiegt in diesem Zelt, schliefen sie vor den Mauern jener alten Burgruine ein, beschützt unter einer Decke aus Sternen.

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So das war's. Ich hoffe es hat euch gefallen. Schreibt doch bitte wie ihr darüber denkt. Und urteilt bitte nicht zu hart. Wie gesagt, ich hab zwar schon einige FF geschrieben, aber noch nie eine veröffentlicht.^^
Ciao :*