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Andrastes heiliger Hintern (One Shot und Kurzgeschichten - Sammlung)

von DieLadi
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Der Eiserne Bulle Dorian Varric Tethras
27.05.2018
06.02.2021
25
23.952
8
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03.06.2018 957
 
Da war dieser Elf.
Er war klein und zierlich. Er hatte ein Gesicht voller Sommersprossen, eine kleine Stupsnase, dunkle glutvolle Augen. Er war schlank, wie alle Elfen sind und war von ausgesprochen fröhlichem Gemüt.
Dorian mochte ihn vom ersten Augenblick.
Es machte Spaß, sich mit ihm zu unterhalten. Er schien recht belesen zu sein, was für einen Stadtelfen eher ungewöhnlich war. Und er hatte einen spitzbübischen Humor, der Dorians Nerv traf. Er selber war ja eher von trockenem Sarkasmus geprägt, doch dieses charmante Necken, dieses  aushecken von Scherzen über andere, die jedoch nie unter die Gürtellinie gingen, das mochte er einfach.
Der Kleine gefiel ihm.

Der Elf hatte einen Namen, der wie alle Elfennamen unaussprechlich war. Doch wie alle seiner Rasse hatte er sich einen für Nichtelfen besser benutzbaren Zweitnamen zugelegt.
Dorian jedoch nannte ihn einfach nur „Kleiner“. Er fand, dass das zu ihm passte und dem Kleinen schien das durchaus nichts auszumachen.
Also blieb er dabei.

Der Kleine schien sich in seiner Gegenwart ebenfalls wohlzufühlen. Und ehrlich gesagt, fiel es jedem auf, jedem außer Dorian selber, dass er sogar sehr wohl fühlte.
Sehr sehr wohl.


Sie hatten  den ganzen Nachmittag im Hof der Himmelsfeste zugebracht.
Während Cullen seine Rekruten drillte, hatten Dorian und Varric den Zivilisten, die daran interessiert waren, beigebracht, sich zu verteidigen, und zwar mit dem, was gerade zur Hand war. Dorian war nicht nur ein geschickter Magier, er war auch ein guter Kämpfer, ganz gleich ob mit dem Schwert, der Faust oder einem herumliegenden Knüppel. Und genau diese Art des Kampfes, dreckig, fies aber wirksam, brachte er den Männern und auch Frauen, die so etwas bisher nicht gewohnt waren, bei, damit sie im Notfall ihr Leben zumindest nicht wehrlos hergeben mussten.

Es herrschte reger Andrang, und so begann der Kleine, der schon recht viel von Dorian gelernt hatte, ihn zu unterstützen und Dorian sah es mit Anerkennung und sparte nicht mit Lob.
Der Kleine hing dagegen an seine Lippen und tat alles, um diese Anerkennung zu bekommen.

Müde und verschwitzt, aber sehr zufrieden, ging Dorian am Ende des Tages zurück in die Kammer im Wachturm.
Er stieß die Tür auf und sah zu seiner Überraschung, dass die Kammer nicht so leer war, wie erwartet.
Auf dem Bett lag ausgestreckt der Eiserne Bulle.

„Amatus!“ sagte Dorian. „Du bist schon zurück? Ich habe dich und die Bande gar nicht zurückkommen sehen!“
Und ein breites Grinsen zog sich über sein Gesicht.
Der Bulle jedoch blickte finster drein.
„Vor einer Stunde,“ grummelte er.
Dorian stutzte. „Aha...“

Irgendetwas war hier nicht in Ordnung. Normalerweise war es eher so, dass der Bulle, wenn er von einem Auftrag mit seinen Leuten zurück in die Himmelsfeste kehrte, als erstes Dorian, seinen Liebsten, suchte, um ihn zu begrüßen und fest in den Arm zu nehmen.
Und zu küssen, oh Mann, diese Küsse...

Dorian wusste nicht recht, wie er reagieren sollte.
„Ist... ist irgendwas geschehen?“
„Sag du es mir,“ sagte der Bulle und sah ihn finster an. Dann stand er langsam auf.
„Vielleicht sollte ich meine Sachen packen. Im Quartier meiner Sturmbullen ist Platz für mich.“

Dorian war wie vor den Kopf geschlagen. Was zum Teufel ging hier vor?
„Was soll das, Amatus? Willst du mir verdammt noch mal erklären, was hier los ist?“
„Du sagt 'Amatus', Dorian, aber bin ich das denn überhaupt noch für dich?“
„Natürlich!“ Dorian schnaufte. So langsam wurde er sauer.

Er ging auf den Bullen zu und baute sich vor ihm auf.
„Bulle, jetzt hör mir gefälligst zu. Ich habe keine Ahnung, was in deinem gehörnten Dickschädel vorgeht. Aber wenn du mir das jetzt nicht auf der Stelle erklärst, dann werde ich richtig zornig. Und glaub mir, ich mag ein ganzes Ende kleiner und schmaler sein als du Muskelpaket, aber du willst mich nicht zornig erleben! Also mach den Mund auf!“

Der Qunari schluckte.
„Ich habe dich gesehen, Kadan. Im Hof. Mit dem... Elf.“
„Was?!“
Dorian war fassungslos. Klar, Varric hatte da was angedeutet, der Kleine würde auf ihn stehen und so... aber das hatte er nicht für voll genommen. Und er wollte von dem Elfen schon gar nichts. Gott, der war ein zerbrechliches Schilfrohr im Winde, damit konnte er nichts anfangen. Er hatte den Bullen, groß, stark, doppelt so breit wie er. Und sehr... beschützend.
Dorian schätzte es, dass in ihrer Beziehung er der „Kleine“ war.

Der Bulle sah ihn mit trauriger Mine an.
Dorian jedoch zog die Augenbrauen hoch, holte Luft und dann begann er loszupoltern.
„Ja, sag mal bist du denn von allen guten Geistern verlassen? Glaubst du denn ernsthaft, dass ich mich einem anderen zuwende, kaum dass du ein paar Tage nicht hier bist? Für was hältst du mich eigentlich?“
Er schnaubte.
„Ich habe dir alles von mir geschenkt. Meinen Körper, meine Seele und mein Herz. Ich habe dir mehr als ein mal gesagt, ich liebe dich. Glaubst du, ich sagte so was aus einer Laune heraus? Der Elf ist niedlich, aber du bist die Liebe meines Lebens, du... du... gehörntes Rindviech!“
Er hatte sich richtig in Rage geredet.


Der Bulle starrte ihn an.
Die Liebe seine Lebens.
Das hatte Dorian gesagt.
So langsam kam es ihm zu Bewusstsein. Und so langsam löste sich die Klammer aus Eifersucht, die sich um sein Herz gelegt hatte.

Die Liebe seine Lebens.
Er schluckte wieder und sagte leise: „Ich... bitte verzeih mir, Kadan. Ich hätte dir vertrauen sollen. Es tut mir leid.“
Er streckte de Hände nach Dorian aus.
Dorian ergriff sie.
„Ach Amatus,“ sagte er sanft und schmiegte sich an die Brust des größeren Mannes.
„So groß wie du bist, so dumm bist du auch.“ Und dann zog er den Bullen zu einem liebevollen Kuss zu sich herab.
Den Bullen durchflutete eine sanfte Wärme.

Er hatte noch nie etwas zärtlicheres gehört.
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