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Andrastes heiliger Hintern (One Shot und Kurzgeschichten - Sammlung)

von DieLadi
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Der Eiserne Bulle Dorian Varric Tethras
27.05.2018
06.02.2021
25
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27.05.2018 1.144
 
"Tja, Dorian,“ sagte Varric, „wie es ausschaut, hast du diese Wette wohl verloren.“
Verflixt. Aber der Zwerg hatte recht. Das konnte Dorian nicht bestreiten.
Varric, der ebenso wie alle anderen schon ein wenig angeheitert war, erhob sich von seinem Stuhl.
„Also...“
Dorian seufzte. Aber was soll man tun, Wettschulden sind Ehrenschulden. Das galt hier auf der Himmelsfeste ebenso wie in Tevinter. Also Augen zu und durch.

„Gut,“ sagte er. „Da ich ein Ehrenmann bin, werde ich meine Wettschulden einlösen. Aber dazu brauche ich vernünftige Musik, und damit meine ich nicht Lelianas Lerchengesang!“
„Kein Problem,“ sagte Varric. Er verschwand durch die Vordertür der Taverne und war wenige Minuten später wieder da. Er hatte drei Leute im Schlepptau mir verschiedenen Instrumenten. Nichts, was in Tevinter als solche bezeichnet worden wären, aber hier, mitten in der Einöde in den Bergen von Ferelden, durfte man nicht so anspruchsvoll sein.

Dorian seufzte.
„Okay,“ sagte er dann. „was habt ihr so drauf?“
Eine weile diskutieren sie, und zu seiner Überraschung waren die drei gar nicht übel, hatten ein recht breitgefächertes Repertoire und spielten  ganz passabel für so eine Hinterwäldler- Hühnerhofkapelle.


Schließlich entledigte sich Dorian seiner Stiefel und sprang mit bloßen Füssen auf den Tisch, der mitten im Raum stand.
Er sprang hinauf und wartete. Wenn er schon so eine Nummer abzog, dann wollte er dafür die volle Aufmerksamkeit. Denn er war sich immerhin etwas schuldig. Er war sexy und gutaussehend und klug, also sollte man sich ihm gefälligst voll und ganz widmen. Na bitte.

„Ruhe mal!“ rief nun Varric in den Raum. Aber das wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, denn Dorians Präsenz auf diesem Tisch, seine Ausstrahlung allein genügte, dass nach und nach alle schwiegen und zu ihm hinübersahen.

Auch der Bulle.

Als Dorian letzteres bemerkte, spürte er eine gewissen Hitze in sich aufsteigen. Pavus, dachte er, du wirst doch jetzt nicht rot werden? Er schüttelte die Verlegenheit ab, dir sich da kurz über ihn legen wollte. Dorian Pavus wird nicht verlegen, immerhin ist es doch ganz natürlich, das jeder, wirklich jeder dem bestaussehenden Mann der Himmelsfest dabei zusieht, wenn er auf einem Tisch der Taverne steht und offensichtlich vorhat, eine Show zu liefern!
Na also.

Die drei Jungs von der Hochzeiten- und- Todesfälle  auf- dem-Land- Kapelle begannen zu spielen. Es klang gar nicht übel, und es war einer jener aufpeitschenden und unter die Haut gehenden Melodien, die dem Raum direkt eine etwas erhitzte Atmosphäre verliehen. Einige Leute sogen hörbar sie Luft ein.
Dorian grinste.

Und dann begann er, sich zu der Musik zu bewegen.
Auf dem Tisch tanzen, das war sein Wetteinsatz gewesen, und zwar sexy.
Gut, sollten sie haben.
Er bewegte die Hüften, ließ sie kreisen, während sein restlicher, durchtrainierter Körper komplett unter Spannung stand, wie eine gespannte Feder.
Er lies die rechte Hand seien linke Körperseite hinauf fahren, über seine Wange in sein Haar, über den Nacken wieder hinab und mit ein er eleganten Bewegung in eine lockende Geste in Richtung des Publikums ausgleiten.
Wieder kreisten seine Hüften, er setzte die Füße voreinander, machte ein paar zierliche Schritte. Vorsichtig, besonders groß war der Tisch immerhin nicht.
Es ließ seine Hüften einen Shimmy vollführen, und als seine Hand das nächste mal wieder so an seinem Körper entlang fuhr, blieben beim Hinuntergleiten seine Finger an der ledernen Verschnürung seiner leinenen Tunika hängen, die er über den bequemen weichledernen Leggins trug. Die Tunika wirkte sehr schlicht, aber sie war von feinster Qualität und bester Verarbeitung, denn, Fereldener Hinterland hin oder her, Dorian legte wert auf hochwertige Kleidung.
Jedenfalls öffneten seine Finger neckisch zupfend die Bänder, und nach dem nächsten Hüftkreisen schoben seine Hände langsam aber sicher die Tunika in die Höhe.
Er zog sie sich über den Kopf, drehte sie ein paar mal und warf sie in die Menge.

Scheinbar zufällig.
Doch...
Nun ja, es war Absicht, dass sie an einem der Hörner des Bullen hängenblieb.
Der Bulle hob den Kopf, den er vorher zurück zu seinem Bierkrug gesenkt hatte. Er schien als einziger Dorians Darbietung nicht verfolgt zu haben.
Doch nun nahm er das Kleidungsstück von seinem Horn, hängte es neben sich über einen Stuhl und sah mit festem Blick zu dem Mann, der dort in der Mitte der Leute seinen Tanz vollführte.

Dorian sah es mit einer Mischung aus Freude und ein klein wenig Befangenheit.
Warum brachte ihn, der doch so vor Selbstbewusstsein strotzte, dieser große Qunari so aus dem Konzept?
Konzentriere dich, Pavus! sagte er zu sich selbst.
Immerhin bietest du hier gerade den Blicken der Leute deinen entblößten Oberkörper.
Das erfordert Sorgfalt.
Er bog den Rücken durch, geschmeidig wie eine Katze, ließ die Füße tänzeln.
Einige schnelle, geschickte Schritte, eine Drehung.
Seine zugegebener Massen ziemlich heiße Rückansicht zeigte nun in Richtung des Bullen. Das Muskelspiel unter Dorians Haut war eine Augenweide und entlockte manch einer Frau, aber auch manch einem Mann einen sehnsuchtsvollen Seufzer.

Der Bulle leckte sich sie trockenen Lippen und schluckte.
Beim Erbauer.
Dieser Vint war ein verdammter Mistkerl.
Lange hatte er, der Bulle, den ganz offensichtlichen Flirtversuchen des kleineren widerstanden.
Immerhin – ein Mann aus Tevinter, noch dazu ein Magier, das war alles, was man ihn daheim unter dem Qun zu fürchten gelehrt hatte.
Aber jetzt... dieses Biest wusste doch genau, was er da anstellte! Der Bulle war sich nicht einmal sicher, dass er die Wette nicht absichtlich verloren hatte, um diese Show abziehen zu können.
Verdammt, wenn dem so war, hatte er wohl sein Ziel erreicht.

Der Bulle schob geräuschvoll seinen Stuhl zurück und stand auf.
Das Musikstück der drei Fereldener Partykracher verklang, und Applaus brandete auf.
Ein paar zustimmende Pfiffe, Gelächter, Hochrufe.
Dorian stand noch immer dort auf dem Tisch und verbeugte sich in alle Richtungen.

Als der Bulle an den Tisch trat, verstummten die Leute.
Er sah zu Dorian auf. Der schaute fragen, lächelnd, ein klein wenig zitternd zu dem Qunari.
Der Bulle streckte seine Hand in Dorians Richtung.
Er wartete, einen  Augenblick schien es, als wäre die Zeit verlangsamt.
Dann legte sich Dorians kleine, gepflegte Hand in die große, schwielige Pranke des Bullen.

„Komm.“ Das war das einzige Wort, das der Qunari sagte.
Dorian Augen glühten, als er mit geschmeidigen Bewegungen vom Tisch auf einen Stuhl und von dort auf den Boden trat.
Der Bulle sah ihm in die Augen. Dann strebte er mit dem Vint an der Hand dem Ausgang zu, und der Mann, dem eben noch die begehrlichen Blicke so vieler gegolten hatten, folgte dem Bullen ohne weiteren Kommentar.

Als die Tür hinter den beiden ins Schloss fiel, begannen die Gespräche im Raum wieder aufzuleben.
Varric schmunzelte.
Er hob Dorians Schuhe vom Boden auf und nahm die Tunika, die noch über der Stuhllehne hing und sagte zu Inquisitor Trevelyan:
„Werde ich ihm später bringen.“
Der Inquisitor grinste zurück und sagte:
„Vielleicht besser morgen.“
Beide sahen sich an, und dann gaben sie sich ein High five.

Die ganze Sache hatte doch offenbar wunderbar funktioniert.
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