Only you can heal me

von sunrise82
GeschichteDrama, Romanze / P18
OC (Own Character) Samu Haber
25.05.2018
20.02.2019
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Deutschland 2014


Der Regen prasselt an die Autoscheibe. Bei jedem Donner erzittert das Glas. Der Blitz erhellt das Wageninnere. Konzentriert lenkt Samu durch die Strassen von Potsdam. Immer wieder wird ihm die Sicht erschwert. Die Scheibenwischer kommen kaum noch nach, bei diesen sintflutartigen Niederschlägen. Sie hätten besser das Angebot annehmen sollen, bei Emma im Gästezimmer zu übernachten. Doch das wollte Samu nicht. Er spürt ihre Abneigung gegen ihn. Das sie nicht damit einverstanden ist, dass er mit ihrer Tochter zusammen ist.

Diese sitzt ruhig neben ihm auf dem Beifahrersitz. Schaut gedankenverloren aus dem Fenster. Bis sie sich mit einem Lächeln zu ihm wendet „Ich liebe dich Samu.“ Er weiss, in ihren Worten steckt so viel mehr als nur diese einfachen Buchstaben. Sie versteht ihn, ohne dass er seine Gefühle laut aussprechen muss. Kennt ihn, in und auswendig und weiss, was gerade in ihm vorgeht. Ihre Hand legt sich auf seine, die auf dem Schaltknüppel ruht „Ich fühle mich auch wohler im Hotel mein Schatz. Möchte einfach nur bei dir sein und morgen fliegen wir wieder nach Helsinki zurück.“

Liebevoll sieht sie ihn an bei ihren Worten. Er schaut zu ihr. Ist einen Moment von der Fahrbahn abgelenkt. Als er wieder nach vorne blickt, kommen Scheinwerfer auf ihn zu. Im letzten Moment kann Samu ausweichen, dann ist alles Schwarz um ihn. Ausser Atem schreckt er hoch. Sein Puls rast und das Herz klopft wie wild gegen seine Rippen. Das Shirt klebt an Samus verschwitzten Körper. Er braucht einen Moment, um zu realisieren wo er ist. In einem Hotelbett in Berlin. Diesen Albtraum hatte er schon lange nicht mehr. Worüber er froh ist. An schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Müde quält er seinen Körper aus dem Bett. Zittert wie Espenlaub.

Mit weichen Knien läuft Samu ins Bad. Spritzt sich kaltes Wasser ins Gesicht. Doch das bringt nicht die gewünschte Wirkung. Er stellt sich unter die Dusche. Seine aufkommenden Tränen vermischen sich mit dem warmen Wasser, welches über seinen Körper fliesst. Nach und nach lockern sich seine angespannten Muskeln. Mit einem Handtuch um die Hüften verlässt er das Bad. Seine Haare hat er nur notdürftig trocken gerubbelt.

Schwerfällig lässt Samu sich auf die Bettkante nieder. Schaut in die sternenklare Nacht hinaus. Gestern hat er so wie es aussieht, vergessen die Vorhänge zu ziehen. Der Mond scheint durch die Fenster. Taucht das ganze Zimmer in ein weiches Licht. Bedächtig fährt Samu über sein Tattoo am rechten Unterarm. Nur zu genau weiss er wann er dieses gestochen hat. Und was er dabei für Gefühle hatte. Die Tränen drohen ihn wieder zu übermannen. Er schluckt den dicken Kloss in seinem Hals hinunter.

Sein Blick schweift zur Uhr. Die roten Ziffern zeigen 04:05 Uhr an. Samu schüttelt seinen Kopf. Es ist noch viel zu früh um wirklich aufzustehen. Doch schlafen kann er nicht mehr. Zu sehr hat er Angst, wieder den gleichen Traum zu haben. Er nimmt die Gitarre, welche neben dem Bett an der Wand lehnt. Fängt leise an die Seiten zu zupfen. Musik hat ihm schon immer geholfen. Gedankenverloren entlockt er dem Instrument eine Melodie.
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