Herzblut

von Niji-chan
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Armin Arlert Eren Jäger Furlan Church Hanji Zoe Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman
22.05.2018
07.07.2019
53
298823
113
Alle Kapitel
318 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Ungewohnt späte Stunde, ich weiß. Aber ich wollte unbedingt das Kapitel heute noch hochladen.
Es ist vielleich ein bisschen vollgepackt. Ich hoffe ihr mögt es trotzdem :]
Jetzt beginnt der Endspurt!
Ich kann es noch gar nicht glauben... Nur noch 5 Kapitel
Q___Q

Viel Spaß!

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Kapitel 45
Das entscheidende Spiel


Theo Magath wirkte wie immer, wie die Ruhe in Person, während man ihn interviewte.
Er zeigte lediglich angebrachte Zerknirschung, ob der Tatsache, dass einige ihrer Spieler wohl mit dem eldischen Klima nicht zurechtgekommen waren und nun mit einem grippalen Infekt spieluntauglich, im Bett lagen.
Außerdem hatte sich eine der jungen Spielerinnen während des Trainings einen schmerzhaften Riss an der Sehne des Sprunggelenks zugezogen.
Colt Griece stand im Flur und lauschte ungesehen von den Medienvertretern den falschen Worten des Präsidenten. Den kein Einziges entsprach der vollen Wahrheit.
Neben Colt stand Zeke an die Wand gelehnt. Er sah gar nicht zu Magath hin. Er hatte die Händen in den Hosentaschen und den Blick auf einen unbestimmten Punkt einen halben Meter vor seinen Schuhspitzen gerichtet.
Seit Tagen konnte Colt beobachten, wie nachdenklich sein alter Freund geworden war. Wie blass und in sich gekehrt, er manchmal wirkte. Allerdings nur, wenn sie unter sich waren. Vor allen anderen zeigte Zeke seine übliche Gelassenheit und sein konzentriertes Funkeln in den Augen.
Gerade führte Magath aus, dass sie dank der internationalen Fußballliga eine Lösung für ihr Personalproblem gefunden hätten.
So durften sie Spieler nachnominieren, die eigentlich laut Vertrag erst ab der neuen Saison zum Kader gehörten.
Eine Ausnahmesituation.
"Wie wird Shiganshina reagieren, wenn sie erfahren, dass wir zwei ihrer ehemaligen Spieler aufstellen?"
Zeke schwieg so lange, dass Colt schon glaubte, er würde ihm nicht antworten. Doch dann nickte er.
"Sie werden nicht begeistert sein."
Der Jüngere sah wieder zu Magath hin. Colt konnte nicht unbedingt sagen, dass er den Präsidenten mochte. Auch Zeke tat das nicht. Bestenfalls konnte man sie als Zweckgemeinschaft betiteln.
Schließlich beendete Theo Magath das Gespräch mit der Presse und kehrte zu dem Trainergespann zurück. Er stöhnte etwas entnervt.
"Nicht zu fassen", murrte er. "Da haben diese Idioten ja echt was angerichtet. Die Presse hat sich kaum für unsere Neulinge interessiert. Kann man diesen Irrsinn glauben? Wie kann man nur so bescheuert sein und ins offene Messer laufen?"
Colt wusste sofort, was ihr Präsident meinte. Die PK des FC Shiganshina vor fünf Tagen war bereits jetzt schon legendär und würde wohl in die Geschichtsbücher des Fußballs eingehen.
Auch er und Zeke hatten dieses unfassbare Geschehen live am Fernseher verfolgt.
"Ich hab wirklich das Gefühl, dass sie am liebsten nur nach unseren Ansichten darüber gefragt hätten. Pah." Magath verzog derart angewidert das Gesicht, dass Colt zusammenzuckte.
"Ekelerregend." Der Magath schauderte. "Würde mir zu Ohren kommen, dass sich in meinem Team schwule Spieler befinden, würde ich sie hochkant aus dem Vertrag schmeißen."
Zeke schob seine Brille zurecht. "Sie wissen, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung entlassen werden kann?"
"Hah! Na, klar. Offiziell nicht. Aber nur Idioten lassen das durchblicken." Er winkte ab. "Es gibt tausend andere Möglichkeiten."
Colt spürte einen kalten Schauer im Nacken. Er sah Zekes Augen blitzen. Der junge Mann wusste Bescheid. Er kannte Zekes Geheimnis seiner Bi-Sexualität. Aber weil er geschworen hatte, nichts zu verraten, blieb er auch jetzt stumm. Ein wenig schämte er sich, dass er seinem Vorgesetzten nicht widersprechen konnte.
"Dieser Levi Ackermann", fuhr Magath ungerührt fort. "Dieser arrogante Scheißkerl. Er hat sich jetzt selbst sein Grab geschaufelt. Wäre er nicht so verdammt gut, würde ihn niemand je wieder im Team haben wollen. Dieser Jäger wird es noch merken. Der kann sich im Leben nicht halten. Geschweige denn wird einen neuen Verein finden, der schwules Gesindel aufnimmt. Naja. Nicht schade drum. Er wird danach Stück für Stück im Niemandsland versinken. Keiner wird ihn je wieder aufstellen. Seine Karriere ist nach diesem Spiel vorbei." Der Präsident grinste kühl. "Er wird sein ganzes Leben lang wissen, wem er das zu verdanken hat. Und es hoffentlich bitter bereuen, sich auf diesen Kerl eingelassen zu haben."
Zeke stieß sich von der Wand ab. Dann ging er einfach davon. Seine Schultern verkrampft.
Colt ballte stumm die Fäuste an den Seiten.
Plötzlich stand Magath extrem nahe an ihm und zischte ihm ins Ohr. "Was ist mit ihm? Zieht er den Schwanz ein?"
Colt erstarrte. Schweiß brach auf seiner Stirn aus. "Nein, Sir. Ich glaube..."
"Sie haben ein Auge auf ihn, oder? Ich traue dem Kerl nicht mal so weit, wie ich spucken kann", knurrte der Ältere drohend. "Ein Ausbruch kommt uns alle teuer zu stehen. Jeder von uns hängt zu tief mit da drin", betonte Magath mit einer Eiseskälte in der Stimme. Er trat zurück. Aber nur ein kleines Stück. "Diese Dreckspack aus Eldia... Was bilden die sich ein? Allen voran Erwin Smith und sein schwules Gesindel. Ein Grund mehr sie vernichtend zu schlagen. Koste es was es wolle, Grice. Verstanden?!"
Colt riss die Augen auf. Wie weit wollte er denn noch gehen? War es nicht langsam genug? Würde es nicht reichen, nächsten Samstag als Sieger vom Platz zu gehen?
"Krieger ist ein beschissenes Großmaul. Ich dachte er hätte Eier in der Hose." Magath schüttelte den Kopf. "So kann man sich täuschen."
"Ich bin sicher-", versuchte Colt es erneut.
Doch der Ältere machte eine harsche Handbewegung und der Jüngere verstummte augenblicklich. "Ruf sie an. Ich will sie so schnell wie möglich sprechen. Verabrede ein Treffen. Auf sie kann ich mich wenigstens verlassen. Sie ist immerhin bereit wirklich alles zu tun."
Colt schluckte schwer und senkte den Blick. "Ja, Sir..."
Er hatte praktisch kein Geheimnis vor seinem Freund Zeke. Und das, obwohl sie sich erst zwei Jahre kannten. Der ehemalige Baseballstar hatte dagegen sicher einige Dinge, die er ihm nicht erzählte.
Colt Grice hütete nur dieses eine. Und das betraf sie.


Levi musterte die glibberige gelblich-klare Pampe, die an seiner Scheibe fast in Zeitlupe abwärts glitt. Zwischendrin hingen einzelne weiße oder braune kleine Scherben der Schale.
Widerlich...
"Eier?! Ist das ihr Ernst?!" Eren explodierte schier neben ihm.
"So lange es nur das Busfenster trifft und nicht meinen Kopf, kann ich damit leben", meinte Levi und widerstand dem Drang, den Vorhang zuzuziehen. Die Scheiben waren mit Folie verdunkelt. Niemand konnte sein Gesicht dahinter sehen. Vermutlich ein Zufallstreffer. Und das klatschende Geräusch und die angeekelten Laute hinter ihm, zeigten ihm, dass das stimmte.
"Das waren Liberio-Fans!" Eren hing halb über ihm und presste seine Nase gegen die Scheibe, um die Übeltäter unter den Fans am Straßenrand auszumachen.
"Lass das, Eren." Levi versuchte ihn zurückzudrängen. "Es sind Idioten. Ob Liberio oder Shiganshina oder sonst ein Fan. Die haben nichts im Kopf. Wenn sie keinen echten Grund zum Pöbeln haben, suchen sie so lange, bis sie einen finden. Solche beschissenen Säcke findest du überall. Nicht nur im Fußball. Wir haben ihnen eben einfach mal einen praktischen Aufhänger geliefert."
Eren sah ihn an. Seine grünen Augen sprühten vor Zorn. "Aber-"
"Nichts aber. Setz dich. Wir sind gleich wieder im Stadion." Er packte ihn an der Schulter und zwang ihn grob in seinen Sitz zurück.
Sie kamen gerade von einem großen Empfang in einem schicken Hotel in der Innenstadt. Dort waren sie zum Frühstück beim Ober-Bürgermeister eingeladen gewesen.
Jetzt wurde es Zeit, sich mental auf das Endspiel einzustellen. Die Straßen wurden hier und da von Fans der beiden Teams gesäumt. Sie alle strömten hinauf zum Marienberg und brachten sich in Stimmung für das Großereignis. Das Finale der Weltmeisterschaft.
Jeder auf seine Weise.
Die Vorbeifahrt ihres Busses wurde nicht nur negativ begleitet. Es gab auch Menschen, die aufgeregt zu jubeln anfingen. Fahnen schwenken und positive Spruchschilder hochhielten.
Levi entdeckte sogar vereinzelte Regenbogenflaggen. Nicht, dass er darauf stand. Aber er wusste sehr wohl, was sie aussagten.
Die Rolle als Vorkämpfer in der Gleichberechtigung von Homosexuellen, gefiel ihm nicht wirklich und er wollte sie auch überhaupt nicht haben. Alle Interviewanfragen in dieser Richtung, hatte er über Farlan möglichst höflich ablehnen lassen.
Na, schön. In die Scheiße hatte er sich höchstselbst geritten. Jetzt musste er irgendwie lernen, darin zu schwimmen.
Levi verzog das Gesicht über seine eigene unbewusste eklige Metapher. Schlafmangel... Er hatte ganz sicher Schlafmangel.
Der Grund dafür war diesmal nicht Eren. Die letzten Tage hatten sie sich wirklich brav verhalten.
Doch jetzt war Levi unruhiger und unausgeglichener denn je. Konzentration war daher etwas, das er bitternötig hatte.
Und die Tatsache, dass Eren sich heute spontan - und vor allem ungefragt - im Bus neben ihn gesetzt hatte, trug nicht zur Besserung bei.
Das einzige, dass ihn extrem freute, war das der Junge keine Probleme mit seinen Freunden bekam. Die jüngeren Spieler bewiesen allesamt ein hohes Maß an Toleranz. Und nach ersten Unsicherheiten war schnell wieder normaler Umgang an der Tagesordnung gewesen.
Es waren eher ältere Spieler, die damit nicht richtig umgehen konnten. Und Levi wusste von zweien, die schon um Transfers für die Ligasaison gebeten hatten.
Ihm konnte das egal sein. Die zwei gehörten ohnehin nicht zur Stammelf. Waren Auswechselspieler, die kaum - beziehungsweise gar keine - Einwechselzeit verbuchen konnten. Die wären wohl auch so gegangen.
Levi wusste, dass es Eren nicht egal sein würde. Für ihn stand die Spielerehre über allem. Fortlaufen und Fahnenflucht ging gar nicht.
Der Dunkelhaarige fühlte sich schlecht. Er hatte sein Transfergesuch selbst noch nicht zurückgezogen. Und von Farlan wusste er, dass es immer noch mehr als nur ein Angebot gab, auch wenn ein paar Rückzüge dabei gewesen waren.
Noch hatte er sich nicht entschieden. Dazu war die nächsten Tage noch genug Zeit.
Nicht heute.
Sein Blick glitt leicht zur Seite. Eren war noch immer aufgebracht. Eigentlich war er das seit gestern im Dauerzustand. Er schwankte lediglich zwischen Zorn und Schmerz.
Der Verrat von Reiner und Berthold schmerzte ihn. Noch mehr, nachdem Armin herausgefunden hatten, dass nicht nur Annie eine gebürtige Marley war. Nein, auch die beiden hatten ihre Wurzeln auf dem Festland.
Und damit stand für Levi fest, dass er sich mit seinem Verdacht bestätigt fühlte.
Das Mittel in seiner Flasche in der Kabine. Das mussten die beiden gewesen. Vielleicht sogar diejenigen, die es in seine Urin- und Blutprobe geschmuggelt hatten.
Allerdings konnte er sich nicht erklären, wie ihnen dieser zweite Coup gelungen sein konnte.
Eren jedenfalls konnte sich an eine Begebenheit in der Halbzeitpause erinnern, als sie die Kabine gerade verlassen hatten.
Berthold war als Letztes gekommen. Und die beiden hatten sich ungewöhnlich seltsam verhalten.
Ein Beweis war das nicht. Aber nach dem Finale würden sie ihren Verdacht an die Polizei weitergeben.
Jetzt wollten sie diese Scheißkerle mit ihren persönlichen Waffen schlagen. Sie wollten das Finale gewinnen und ihnen damit alles heimzahlen.
Der Gedanke, dass es Rainer und Berthold gelungen sein könnte, sich in die Eingeweide des Stadions in Trost zu schleichen und dort Eren zu überfallen, schmeckte ihm noch weniger. Wenn er je auch nur den geringsten Beweis dafür erhielt, würde er ihnen das Leben zu Hölle machen.
Ihnen und Zeke, der mit seinem verfluchten Kreuzzug gegen ihn, hinter all dem steckte.


"Du hast mich nie gefragt", sagte Jean unvermittelt, als er sich die Kniestrümpfe über die Stutzen zog.
Eren blinzelte. "Was, nie gefragt."
"Was mein Grund gewesen ist."
Noch immer erschloss sich Eren nicht, was der junge Mann neben ihm damit sagen wollte. Aber sein ernster Ausdruck verriet ihm, dass es ihm sehr wichtig sein musste.
"Weißt du nicht mehr?", fragte Jean weiter. "Vor drei Monaten, als wir nach Shiganshina fuhren. Da hast du dich gewundert, wieso ich nicht zu Sina bin und stattdessen bei Shiganshina unterschrieben habe."
"Und du hast gesagt, dass Erwin dir das bessere Angebot gemacht hat", erinnerte Eren sich.
Jean nickte. "Willst du es wissen? Was dieses Angebot war?"
Eren nickte. "Ja. Was war es?"
"Marco." Der Aschblonde richtete sich auf. "Er hat mir versprochen, dass Marco die besten Physiotherapeuten bekommt, die er in Eldia auftreiben kann. Und das er Marco einen Job im Verein gibt, wenn der das möchte."
Eren riss die Augen auf. "Das war es?! Ehrlich gesagt..."
"... dachtest du, dass er mir ein besseres Gehalt als in Sina angeboten hat, nicht wahr? Hah... Da staunst du was." Jean seufzte. "Ich bin wohl doch nicht so ein Vollarsch, wie du dachtest."
Verlegen fasste Eren sich in den Nacken. "Das denke ich schon lange nicht mehr von dir."
Der junge Mann neben ihm seufzte. "Hör zu Eren. Wegen all dem Trubel... Ich hoffe du hast gemerkt, dass ich es ernst meinte, was ich da in der Besprechung gesagt hab. Ich hab kein Problem mit dir. Halt dein Temperament im Zaum, wenn's nötig ist und alles ist okay. Mehr brauche ich nicht, damit ich mit dir klar komme."
"Ich geb mir Mühe." Eren grinste verrutscht. "Aber hey... eine Frage... Marco und du...?"
"Nein." Jean schüttelte langsam den Kopf. "Weißt du, ich jedenfalls nicht. Marco schon. Aber wir zwei sind einfach nur beste Kumpels geworden. Ich hab viel mit ihm durchgestanden."
"Verstehe..." Jetzt ergab das einen Sinn. Jean konnte deswegen so ruhig bleiben und sich so tolerant geben, weil er bereits einen Menschen kannte, der diese Art von Geheimnis hatte.
"Weißt du noch? Was du im Bus vor dem ersten Achtelfinale gesagt hast? Das man die Gefühle des anderen nicht verstehen muss? Weil es einfach sein Gefühl ist? Das hat mich sehr beeindruckt. Denn so zu denken, ist echt erwachsen. Ausgerechnet von dir... Und in dem Moment hätte ich mir gewünscht, dass Marco dich auch hört. Denn er tut sich immer noch schwer, sich nicht für seine eigenen Gefühle zu hassen."
Eren schluckte schwer. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Aber Jean schien auch auf keine Antwort zu warten.
"Eren..." Jetzt sah ihn der andere fest an. "Lass uns diese Marley-Säcke und vor allem Reiner und Berthold heute fertig machen. Die sollen keine Sekunde Land gegen uns sehen!" Er streckte Eren entschlossen die Hand hin. Dieser ergriff sie und sie drückten sie fest in diesem Versprechen.


Das Stadion erbebte. Es war bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft und die Stimmung kochte bereits jetzt, wo es noch nicht mal Zeit zum Anstoß war.
Erst mal hieß es nur Warmlaufen.
Die Männer und Frauen aus Marley in der linken Hälfte, Erens Team in der rechten. Sauber getrennt durch die Mittellinie.
Ein Grund für das Toben der Fans waren ganz klar bestimmte Spieler.
Zum einen Reiner und Berthold. Eren konnte das Pfeifkonzert der blauweißen Anhänger mehr als nur nachempfinden. Würde er auf den Rängen sitzen, er würde sich ebenso heißer brüllen, um seine Wut über diesen Verrat, auszudrücken.
Eren musste sich richtig zusammenreißen, nicht ständig hinzugucken und die beiden Scheißkerle mit Blicken aufzuspießen. Das fiel ihm echt verdammt schwer. Und er wusste auch noch überhaupt nicht, wie er das nachher während des Spiels schaffen könnte.
Schon jetzt hatte er das Gefühl, kurz vor einer roten Karte zu stehen.
Seit Tagen war er im Gespräch mit Levi über dieses Thema. Der hatte ihn sogar eigenhändig zum Teampsychologen geschleppt und verlangt, dass er das dort klären sollte.
Eren hatte sich darauf eingelassen und eigentlich gedacht, gute Vorarbeit geleistet zu haben.
Doch jetzt, wo er die beiden wiedersah. Im rotgelben Trikot der Liberio Titans, wurde ihm speiübel.
"Sie sind es nicht wehrt", stieß Isabel ihn an. "Wir werden die beiden gleich ordentlich Dreck fressen lassen, okay?" Ihr entschlossenes Grinsen, ließ Eren nicken.
Das weitere Opfer der Pfiffe (diesmal aus den Reihen der Liberio-Fans) war Levi.
Doch während Berthold und Reiner sichtlich nervös über den Platz gingen, perlte an Levi jeder Ruf, jeder Pfiff und jeder geschmissene Pappbecher ab, wie Wasser auf Teflon.
Nicht ein einziges Teil des geworfenen Mülls traf Levi wirklich. Stattdessen bückte sich der dunkelhaarige Stürmer jedes Mal, hob die Sachen auf und drückte sie dem nächstbesten Ordner am Spielfeldrand in die Hände.
Überhaupt hatten die Ordner viel zu tun. Die aufgeheizte Stimmung wurde noch schlimmer, als es bei den Ultrafans der Titans Bewegung gab. Aus dem Nichts zauberten sie ein ellenlanges Spruchband hervor.
Darauf stand allen Ernstes:

"Fick dich, Levi Ackermann! Dopingbetrüger und schwul! Mehr Schande geht nicht!"

Eren riss der ohnehin dünne Faden der Beherrschung mit einem gewaltigen Knall. Er wollte augenblicklich hin stürmen und diesen Arschlöchern ihr eigenes Spruchband in den Hals stopfen.
Doch sofort waren einige seiner Kameraden zur Stelle und hielten ihn zurück.
"Die Ordner kümmern sich schon!", hörte er Eld, der einer derjenigen war, der ihn festhielt.
Tatsächlich hatte er die Männer gar nicht bemerkt, die sofort in den Block vorrückten und das Band beschlagnahmten. Sicherlich würden auch einige der Ultras saftige Strafen erhalten. Vielleicht sogar augenblicklichen Verweis aus dem Stadion.
"Tch", machte Levi, der entspannt zu ihnen schlenderte. "Wie kann man so blöd sein? Da haben sie Tickets für ein Finale der Weltmeisterschaft ergattert und sau teuer bezahlt und jetzt kriegen sie nicht mal den Anstoß mit. Ein Wunder, dass sie bei der Intelligenz ohne Rechtschreibfehler ausgekommen sind."
Levis Coolness färbte augenblicklich auf Eren ab. "Macht dich das gar nicht wütend?", fragte er so ruhig, dass Eld und Gunther ihn wieder losließen.
Levi hob eine Schulter. "Doch. Ziemlich. Aber was soll ich machen? Ich kann ihnen keinen Verstand mehr einprügeln. Die grauen Zellen sind schon seit Jahren auf nimmer Wiedersehen verloren. Zeitverschwendung." Er wandte sich ab. "Schluss jetzt. Wir beenden das Aufwärmen und konzentrieren uns auf das, was wirklich wichtig ist."
Mikasa trat neben Eren. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter. Der Brünette sah noch einmal zurück.
Tatsächlich wurden gerade mehrere Fans von den Ordnern aus dem Stadion geführt.
"Warum nur Levi...", wunderte Eren sich. "Warum hacken sie nicht auch auf mir rum oder auf Ymir?" Die Sommersprossige hatte sich doch auch geoutet und er selbst war mit auf dem Foto gewesen.
"Ist das nicht klar?", fragte Mikasa. "Für Liberio ist Levi das größte Gefahrenpotenzial. Sie wollen ihn verunsichern und ihn aus der Ruhe bringen. In der Hoffnung, dass er nicht so spielen kann, wie unter normalen Umständen. Ymir und du, sind dagegen kleine unbedeutende Fische für sie."
Eren verzog das Gesicht. "Na, Dankeschön."
Die Dunkelhaarige sah ihn fest an. Dann trat sie ganz nah an ihn heran und starrte ihm in die Augen. "Nutz das."
"Häh?!" Eren wich etwas zurück.
"Nutz das aus", wiederholte sie. "Sie unterschätzen dich. Nicht nur die Fans tun das. Ich wette Liberio tut das auch. Kämpfe und lehre sie das Fürchten!"
Eren schluckte. "Im Moment hätte ich an ihrer Stelle mehr Angst vor dir."
Mikasa strich sich Haare aus der Stirn. "Was der Zwerg kann, kann ich schon lange."


Ein Tag zuvor:

Erwin ließ die Magnete mit den Rückennummern gegen die Aufstelltafel klacken.
In seiner Hand hielt er ein Klemmbrett mit Notizen gegen seine Brust. Er warf kaum einen Blick darauf. Vermutlich kannte er seine Aufstellung auswendig.
"Tor: Gunther."
Der große Mann mit den nach hinten gegelten Haaren nickte. Diese Personalie war natürlich keine große Überraschung.
"Abwehr: Isabel. Petra. Eld. Auruo." Jeder Name wurde mit dem metallischen Klack eines Magneten begleitet. Alle Angesprochenen nickte ebenso.
"Mittelfeld: Jean. Moses. Nifa."
Erens Blick huschte zu Conni und Sasha. Die beiden wirkten sichtlich enttäuscht. Aber die Taktik, sie erst zum späteren Zeitpunkt im Spiel einzusetzen, hatte sich schon mehrfach bewährt. Den vierten verblieben Platz im Mittelfeld würde sicher Ymir erhalten.
Doch der Magnet, den Erwin anhängte, war der mit der Nummer 11. Er setzte ihn mittig unten. Somit wäre Levis Rolle die, Abwehr und Mittelfeld gleichermaßen, je nach Bedarf, zu unterstützen.
Jetzt war es Eren, der seine Enttäuschung kaum verbergen konnte. Er hatte so gehofft, mit Levi im Sturm zu spielen. Falls er, Eren, überhaupt in der Startelf wäre.
Er sah zu Levi hinüber. Der Dunkelhaarige saß mit schmalen Augen da und fixierte die Tafel. Eren sah, wie seine Kiefer mahlten. Er schien über etwas nachzudenken.
Levi würde nicht widersprechen. Schon immer hatte er sich Erwins Plänen gefügt. Nie würde er wirklich Einspruch erheben.
"Sturm: Ymir", fuhr Erwin fort. Allerdings war Ymirs Rolle eher die, der hängenden Spitze. Also ähnlich wie Levis Rolle, würde sie Sturm und Mittelfeld verbinden.
"Mikasa. Und zu guter letzt: Eren."
"Wirklich?!", platzte es aus dem Jungen heraus. "Ich darf in die Startelf und in den Sturm?!"
Erwin nickte. Mike schmunzelte still neben ihm und Armin, der auch dabeistehen durfte, grinste unverhohlen.
Erens Herz vollführte nicht nur einen Purzelbaum, nein es machte gleich einen dreifachen Looping.
Vor lauter Freude darüber, merkte er kaum das Lächeln, dass sich in seinen Zügen bildete, als es die Überraschung ablöste.
Er hatte sich so angestrengt. Nie hätte er gedacht, dass er es schaffen würde, nach dem Überfall und seiner Gehirnerschütterung fit genug für die Startelf zu werden.
"Erwin", erklang Levis dunkle Stimme unweit von ihm. "Nimm mich von dieser Position."
Der blonde Cheftrainer hob eine seiner dicken Brauen. "Bist du nicht einverstanden?"
"Nein", antwortete Levi prompt, wie entschlossen. "Ich will im Sturm spielen."
Nicht nur Eren blieb der Mund offen stehen. Allein Erwin blieb gelassen. Die beiden lieferten sich ein kurzes Blickduell.
Dann hob sich der Mundwinkel des Trainers leicht. "Na dann. Wie wäre es damit?" Er wandte sich um, löste Levis Magnet ab, setzte ihn in den Sturm neben Mikasa. Erens Magnet rutschte auf Ymirs Position und Ymir glitt dafür auf Levis ehemaligen Punkt.
"Aber Eren dafür den Sturm zu nehmen, ist total unfair!", fuhr Mikasa auf. "Er war doch eben so-"
Erwin hob eine Hand und unterbrach sie damit. "Eren", wandte er sich an den Brünetten. "Was sagst du dazu?"
Alle Blicke richteten sich auf ihn. Eren biss sich auf die Unterlippe. "Das ist noch der Sturm", sagte er. "Ich bin damit die hängende Spitze, oder?"
"Richtig."
"Levi könnte das genauso!", regte Mikasa sich weiter auf.
"Könnte er", nickte ihr Trainer schlicht. "Aber ich bin sicher, dass Eren das noch viel besser kann."
Erens Herz setzte einen Schlag aus. "Wie bitte?"
Diesmal war es Mike, der sprach. "Levi und Mikasa räumen dir links und rechts den Weg frei und du startest durch. Konter aus der Tiefe. War das nicht mal dein Spezialgebiet?"
Blinzelnd nickte Eren. "Stimmt..." Einen Moment lang blieb sein Blick auf die Knie gerichtet. Dann sah er auf. "Eigentlich ist es mir egal, wo ich eingesetzt werde. Ich will einfach nur spielen."
Er spürte nicht nur das Rasen seines Pulses, sondern auch die Blicke von allen Seiten. Doch diese Worte meinte er ganz genau so. Und er staunte selbst darüber, wie tief sie aus seinem Herzen kamen.
Schließlich war es Erwin, der die Sache entschied. "Das hier", er deutete hinter sich auf die Tafel. "Ist unsere Spielaufstellung für das Finale. Wer noch ein Problem hat, kann das im persönlichen Gespräch mit mir klären. Wir kommen jetzt zu den jeweiligen Aufgaben."
Erwin verteilte nun die zu erwartende Aufstellung ihres Gegners auf der Tafel und führte aus, wer wen wie decken sollte.


Levi blieb sitzen, bis alle gegangen waren. Seelenruhig wartete er, stand dann auf und schloss hinter Eren, der wohl auf ihn hatte warten wollen, die Tür. Noch für einen Moment waren die großen Augen des Jüngeren zu sehen, als er ihn überrascht anstarrte. Aber dann waren Levi und Erwin allein im Raum.
Der Blonde lächelte ihn an. "Du hast noch was zu sagen?"
"Ich hab deine Autorität untergraben", begann Levi und lehnte sich mit dem Rücken an die Tür. "Und du hast das zugelassen. Warum?"
Der Trainer verlor dieses beschissene kühle Lächeln nicht. "Vielleicht hat es mich nicht gestört."
"Sollte es aber."
"Verrate du mir lieber, wieso du mit deinem Protest gewartet hast, bis ich die komplette Aufstellung verkündet habe?", verlangte Erwin von ihm, legte sein Klemmbrett auf einem Stuhl ab und begann die Tafel zu säubern.
"Ich habe darüber nachgedacht, ob ich es tun soll", antwortete Levi mit schmalem Blick.
"Und du hast einen Grund gefunden, wie ich sehen durfte." Erwin blickte über seine Schulter. "Du wolltest wissen, ob ich Eren aufstelle, nicht wahr? Wenn ich ihn auf der Bank belassen hätte. Hättest du dann auch protestiert?"
Levi verschränkte die Arme. "Werden wir wohl nie erfahren." Die Augenbraue hatte nur bedingt Recht.
Ja, er hatte im gleichen Moment überlegt, sich gegen die Rolle im hinteren Mittelfeld zu wehren. Aber nicht unbedingt, weil er mit Eren zusammen spielen wollte. Eigentlich hatte er geglaubt, dass es so das Beste sei. Als Sturmpartner hätte es vielleicht schon wieder neues Gerede gegeben.
Schon jetzt grübelten die Klatschblätter, ob Eren sich seine relativ feste Stammspielerposition erschlafen haben könnte. Unfassbar, dieser Vorwurf.
Eren hatte so hart an sich gearbeitet. Hatte in kürzester Zeit sowohl charakterlich, als auch spielerisch solche Fortschritte gemacht.
Das musste ihm erst einmal jemand nachmachen, bevor er sich solche Spekulationen erlauben durfte.
Alles, was Levi getan hatte, war ihm eine Wildcard zu geben. Und das war vor ihrer etwas holprigen Beziehung passiert.
Das Eren spielen durfte. Dass er nun im Sturm in der Startelf stehen konnte. Das hatte nicht viel mit ihm, Levi, zu tun. Denn er kannte Erwin zu gut. Wenn er nicht von dem Jungen überzeugt gewesen wäre, hätte er Eren niemals aufgestellt. Da hätte Levi noch so viele Autogramme schreiben können. Das war klar.
Der echte Grund, warum Levi seine Position im Sturm verlangt hatte, lag daran, wie Erens Augen aufgeleuchtet waren, als er seine Ernennung hörte.
Dieser Blick. Dieses Funkeln. Da war es wieder. Erens Leidenschaft, die ihn einst so mitgerissen hatte.
Und er wollte das sehen. Aus nächster Nähe.
Und das konnte er nur im Sturm, wenn sie gemeinsam, Seite an Seite spielten.
Er stieß sich von der Tür ab und stellte sich neben Erwin. Sein Blick fiel auf das Klemmbrett, wo der Trainer sich seine Aufstellung schon vor der Besprechung erarbeitet und aufgezeichnet hatte.
Levi hatte es genau gesehen. Nicht einen Strich, hatte der Hüne darauf verändert, nachdem Levi seinen Einspruch erhoben hatte.
"Hah!", machte Levi. "Wirst du dich eigentlich jemals ändern, du beschissener Puppenspieler?"
Erwin lachte. "Dann würde es doch nur noch halb so viel Spaß machen, oder?"
Die Skizze auf dem Papier entsprach genau dem, was zuletzt auf der Tafel entstanden war.
Erwin war und blieb ein verdammter Trickser, der nur zu genau wusste, welche Knöpfe er drücken musste.
"Tch..."


Finaltag:

Erens Herzschlag beschleunigte sich im gleichen Tempo, wie die Trommeln und die Gesänge draußen im Stadion, die nun nach der Aufregung eben wieder aufwallten.
Sie standen im sogenannten Tunnel. Hintereinander aufgereiht, Levi als Kapitän ganz vorne. Unterm Arm den Mannschaftswimpel.
In gleichem Reih und Glied warteten die Männer und Frauen aus Liberio rechts neben ihnen. An ihrer Spitze stand Marcel Galliard.
An der Spitze aber, standen die Unparteiischen, die als erstes das Stadion betreten würde.
Jeder der Spieler hatte ein Einlaufkind an der Hand. Alle zwischen fünf und zwölf Jahren. Die Kinder kamen alle je aus einem der Länder, beziehungsweise Städte, die an diesem Turnier teilgenommen hatten.
An Erens Hand stand ein kleines Mädchen von knapp zehn Jahren. Vor ihm stand Mikasa, die einen Jungen führte. Auch Levi hatte das Vergnügen mit einem Mädchen. Die Kleine war aber offensichtlich eine der jüngsten hier, hochgradig nervös und tippelte von einem Fuß auf den anderen.
Erens Begleiterin dagegen wirkte eher gelangweilt.
Allerdings hatte er auch kaum Augen für sie. Denn immer wieder huschte sein Blick über seine Schulter, während sie warteten.
Am Ende der Reihe stand nämlich Zeke und plauderte mit Erwin.
Die Mine seines Trainers war glatt, wie eh und je. Nichts war zu erkennen, was in ihm vorging, während Zeke sich betont gutgelaunt gab.
Es fühlte sich seltsam an, diesen Mann so nah zu wissen. Nicht nur, weil er nun um ihre Verwandtschaft wusste und Levis Verdacht kannte.
Vor allem, weil er wusste, welche Vergangenheit er mit seinem Liebsten teilte.
Eren biss sich auf die Unterlippe. Nun fing er schon an Levi in Gedanken solche Titel aufzudrücken.
Er sollte sich nicht darüber den Kopf zerbrechen. Er sollte nicht daran denken, dass dieser Kerl sich mal Hoffnungen bei Levi gemacht hatte. Er sollte auch nicht daran denken, dass Zeke wohl vor Eifersucht auf seinen jüngeren Halbbruder verging.
Er sollte nicht einmal darüber nachdenken, dass er überhaupt sein Halbbruder war.
Dieser Mann war ihm fremd. Und er hatte klar gemacht, dass er von Eren nichts wissen wollte.
Stattdessen könnte er verantwortlich für den Dopingvorwurf sein. Und auch für den Überfall auf Eren.
Dieser Kerl, der blutsverwandt mit ihm war, hatte zugelassen, dass man Eren betäubte, niederschlug und auf demütigende Art und Weise liegen ließ.
Seine Schultern verspannten sich vor Wut. Sollte Zeke doch sauer auf Levi sein. Sollte er doch ihren gemeinsamen Vater zum Teufel wünschen.
Doch mit all dem hatte Eren nichts zu tun gehabt. Er war in dieser Sache als einziger vollständig unwissend und unbeteiligt gewesen.
"Eren?", hörte er Mikasas Stimme vor sich, die sich zu ihm umgewandt hatte.
Er sah, aus seinen Gedanken gerissen, auf. Auch Levi warf einen kleinen Blick über seine Schulter.
"Alles okay", behauptete Eren. Er zwang sich zu einem verkrampften Lächeln. "Ich will nur endlich aufs Spielfeld! Das ist alles. Ich werde hier noch irre."
Damit log er nicht mal. Denn zu seinem Unbehagen trug ja nicht nur Zeke bei. Nein. Da waren zu allem Überfluss auch noch Rainer und Berthold, die zum Glück etwas weiter hinten standen. Und Auruo und Eld, die das Pech hatten, neben ihnen stehen zu müssen, ignorierten sie vollkommen professionell.
Neben Eren stand dagegen Annie Leonhard. Er hatte nie viel mit ihr zu tun gehabt. Ihr gegenüber empfand er keinen echten Groll. Nur pures Unverständnis.
Und er dachte an Armin. Armin, dessen Wunsch es war zu verstehen.
Nur einmal hatte Eren alles daran gesetzt zu verstehen. Nur bei Levi hatte er unter allen Umständen verstehen wollen.
Zeke dagegen... Zeke... wollte dagegen unbedingt unter egal abstempeln.
Weiter kam er dann nicht mehr mit seinen Gedanken. Denn da signalisierten die Schiedsrichter, dass es nun so weit war.
Mit entschlossenen und hochkonzentrierten Minen verließen beide Teams den Gang. Betraten das Feld und passierte das Podest, auf dem der Weltmeisterpokal ausgestellt war.
Eren wusste, dass es Pech brachte, ihn anzufassen oder auch nur zu lange anzustarren. Also hielt er den Blick fest nach vorn gerichtete. Fixierte Levis Hinterkopf und war sich auf einmal seiner weichen Knie bewusst.
Nicht wegen dem Mann, der vor Mikasa herlief. Diesmal nicht.
Diesmal war es die Erkenntnis, die ihn überrollte.
Da ging er nun. Marschierte zu dramatischer Stadionmusik auf den heiligen Rasen seines geliebten FC Shiganshina. Im Eren-Krüger-Stadion.
Es war das Finale. Das Finale der Weltmeisterschaft.
Und er, Eren Jäger, würde spielen. Im Trikot der Flügel der Freiheit.
Gemeinsam mit Levi Ackermann. Seinem Idol. Seinem Liebsten.
Nur noch zehn Minuten bis zum Anpfiff. Und wenn es keine Verlängerung oder Elfmeterschießen gab, nur noch neunzig Minuten bis zum Spielende. Bis zum Sieg oder zur Niederlage.
Hier und jetzt würde sich alles entscheiden.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~
Hier mal wieder eine begeisterte Leseempfehlung von mir!
Ich lege euch "Yesterday I Died" von der lieben Rise4Revolution ans Herz!
<3
Review schreiben