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Unbändiges Meer

GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P12
OC (Own Character) Sharrkan
20.05.2018
02.08.2018
17
30.335
16
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20.05.2018 471
 
*Prolog*

Meerjungfrauen.

Mädchen mit einem Fischschwanz statt Beinen, einer Stimmer wie klarer Kristall und einer Schönheit, die mit nichts in der Welt zu vergleichen ist.

Jahrhunderte lang wurden Märchen von diesen Wesen erzählt, von ihrer Schönheit, ihren Liedern… doch vor allem von ihrer Tödlichkeit. Denn Meerjungfrauen seien verantwortlich für kenternde Schiffe, deren Untergang sie mit Stürmen herbeiführten; nicht einmal der Wind konnte ihrem Gesang widerstehen – so die Legende.

Doch stimmt das auch oder wurden diese Wesen nur als Sündenbock genommen, da sie sich nicht wehren konnten? Zwar sind Meerjungfrauen tatsächlich wunderschöne Mädchen mit einem Fischschwanz, doch wie auch bei den Menschen an Land gibt es bei ihnen gute und schlechte Sängerinnen.

Zudem… nun, Meerjungfrauen fürchten die Menschen. Schon immer waren diese Wesen – die die Bezeichnung Meermädchen bevorzugen – sehr scheu und versuchten nur, Schiffe mit ihrer Stimme und ihrem Auftauchen von den Stürmen fortzulocken; leider aber wurden sie missverstanden und die verzauberten Seemänner sahen das Verderben nicht kommen.

Sehr bald berichteten Überlebende von den Meermädchen und eine Jagd auf sie begann; es galt als Heldentat, ein solches Wesen zu töten. Wie grausam und engstirnig waren die Menschen, dass sie diese schönen, unschuldigen und vor allem wehrlosen Wese töteten? So wendete sich die Hilfsbereitschaft der Meermädchen gegen sie und schon bald lösten ihre prachtvollen, früher vor Leben nur so übersprudelnden Unterwassersiedlungen sich auf und jede kämpfte nur noch um ihr eigenes Überleben.

Wurde ein neues Meermädchen geboren, wurde es ausgesetzt, sobald es selbst schwimmen und die Gefährlichkeit der Menschen konnte, zusätzlicher Ballast bedeutete nur zusätzliches Risiko. Viele Meermädchen versuchten mit allen Mitteln, keine Kinder zu bekommen, um diese grausame Entscheidung nicht treffen zu müssen, andere töten ihre Töchter sofort, um ihnen den Kampf um das Überleben zu ersparen.

Einige Meermädchen verließen sogar das Meer und wurden zu Menschen, um dieses Leben nicht mehr führen zu müssen; an Land waren sie sicher und unerkannt. Doch natürlich fehlte ihnen das Meer, sodass viele sich selbst verrieten oder anderweitig starben; ein Meermädchen von seiner wahren Natur zu trennen ist das grausamste, was man tun kann.

Nach und nach gab es immer weniger Meermädchen, bis der Kontakt schließlich abbrach, nun leben diese Wesen über alle Meere verstreut, versteckt und in ständiger Angst vor dem Tod – nicht nur wegen der Menschen oder wegen der Raubfische. Meermädchen sind solch liebenswürdige Wesen, dass sie es nicht über sich bringen, zu töten; sie ernähren sich von Seegräsern und anderen essbaren Wasserpflanzen.

Früher war dies kein Problem, da die Meermädchen – ebenso wie die Menschen – Ackerbau betrieben und auch einen florierenden Handel hatten. Doch als die Siedlungen sich auflösten, wurde es immer schwerer an Essen zu bekommen und viele von ihnen verhungerten auch schlicht und einfach.

Doch wer weiß? Vielleicht wird ja eines Tages für diese Wesen ein Lichtstrahl erscheinen, einer, der ihnen den Weg in ein neues, besseres Leben weist…
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