Once bitten twice shy

von dreamxy
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
18.05.2018
11.01.2019
9
38616
10
Alle
42 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
Huhu, ich melde mich auch mal wieder aus der Versenkung.
Ich hoffe, ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen!

Ich hatte ne schwierige Zeit, die letzten Monate und bin nicht zum schreiben gekommen, jetzt bin ich aber wieder voll da!
Ihr glaubt gar nicht, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen hab. Ein Bullet Journal ist echt klasse und motivierend!!

Ok, damit seid ihr entlassen, ihr habt ja immerhin lange genug auf dieses Kapitel warten müssen :)



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achtes Kapitel: letting the old demons out





Cas war immer noch nervös wegen Montag.

Nach einer langen Diskussion mit sich selbst kam er zu dem Entschluss, dass er Dean vertraute. Die Wendung seiner Gedanken kam überraschend. Aber ihr Gespräch vergangenen Samstag war so offen und ehrlich gewesen, obwohl der Gedanke, dass Dean mit einem anderen Kerl rumgemacht hatte, alles andere als schön war, nahm er es an. Immerhin fühlte Dean sich damit auch nicht wohl. Allerdings hatte Dean auch noch ein anderes Geheimnis. Dazu kamen noch seine Freunde und Familie, die ihm sagten, er sollte ihm nicht vertrauen.

Er wünschte sich wirklich, dass Dean gestern noch vorbei geschaut hätte, aber als er den Anruf bekommen hatte, war er so aufgeladen. Dean war mehr als nur schockiert und Cas konnte sehr gut verstehen, dass er für seine Freundin da sein wollte, auch wenn er überrascht war, dass er von ihr bisher nie ein Wort gehört hatte.

Sie hatten noch einiges an Gesprächsstoff.

„Verdammt, Cas.“, zischte Meg und nahm ihm die Schaufel aus der Hand um den Kunden zu bedienen, der offensichtlich auf sein Stück Kuchen wartete.

So wie es aussah, war Cas in seine eigene Welt abgedriftet und hatte auf halbem Weg seine Bewegung und Arbeit eingestellt. Schnell murmelte er eine Entschuldigung und zog sich zurück. Lily folgte ihm sofort.

„Castiel.“

„Mir geht’s gut.“

Sie zögerte eine Sekunde lang, fuhr dann aber fort: „Ok, hör zu. Ich kenne dich noch nicht so lange und du bist mein Boss, also sollte ich das wahrscheinlich nicht sagen, aber du bist heute nicht bei der Sache.“

Seufzend fuhr Cas sich mit der Hand über das Gesicht.

„Tut mir leid.“

„Ist okay. Jeder hat mal einen schlechten Tag.“

Castiel nickte nur.

„Wenn du dir einen Moment nehmen willst, geht das klar. Meg, Kelvin und ich kriegen das hin.“

„Bist du sicher? Ich würde euch ungerne mit dem Neuen alleine lassen.“

„Kelvin stellt sich super an. Ist ja nicht so, als hätte er keine Erfahrung in Bäckereien.“ Das stimmte immerhin. „Komm schon, Castiel. Wir wissen beide, dass dir frische Luft schnappen gut tun wird.“

Nein, was er jetzt brauchte, war Dean. Sie mussten das alles klären. Er wollte ihn in den Armen halten und wenn es nur für ein paar kurze Sekunden war. Er vermisste ihn so, dass es beinah weh tat.

„Okay“, stimmte Cas zu -musste ja niemand wissen, wo er frische Luft schnappen würde. „Schätze, du hast recht.“

Lily lächelte und nickte ermutigend, bevor sie wieder nach vorne ging.

Nachdem er die Schürze abgelegt hatte, ging Cas nach oben, um Schlüssel und Portemonnaie einzustecken, prüfte nochmal, dass sein Handy noch in der Hosentasche war, dann ging er wieder runter. Gekonnt ignorierte er den Blick, den Meg ihm zuwarf, vermutlich wusste sie genau, wo er hin wollte. Cas winkte Lily und Kelvin zu und war schon aus der Tür draußen.

Die Parkplätze vor der Agentur waren alle voll, also parkte er ein Stück weiter die Straße runter. Als er an Deans Impala vorbei kam, ließ er die Finger über das schwarze Metall gleiten. Er liebte dieses Auto und fragte sich, ob Dean dafür offen wäre, gewisse Dinge auf dem Rücksitz zu tun.

Apropos Rücksitz…

Cas kniff die Augen zusammen, als er einen Schritt zurück machte und einen Kindersitz dort erkannte. Was war das denn?

Ein kalter Zug ging durch seinen Körper, aber bevor er das Ganze logisch angehen konnte, ging eine Tür auf und Deans Stimme wurde zu ihm getragen. Als er sich umdrehte, sah er den Mann telefonierend vor dem Büro stehen und in Richtung Hauptstraße sehen.

Castiel zögerte, wollte ihn nicht bei der Arbeit stören. Statt also zu ihm zu gehen, blieb er stehen und beobachtete, wie sich ein Lächeln auf Deans Lippen ausbreitete, als ein gelbes Auto auf der anderen Straßenseite hielt und er sofort das Telefonat beendete. Cas Blick wanderte zu dem Auto aus dem eine von den Hunters ausstieg. Castiel erkannte die roten Haare von Freitag -Charlie?

Während eine andere Frau in der Beifahrertür erschien, öffnete Charlie die hintere Autotür und ein kleiner Junge sprang auf die Straße.

Als der Junge hochsah, breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus -eines, was ihn sehr an Dean erinnerte.

„Dad!“

In seiner Brust blieb sein Herz stehen und ohne, dass er es bemerkte, stolperte er drei Schritte zurück und drückte sich mit dem Rücken gegen die Wand einer Seitenstraße.

Nein. Nein nein nein. Bitte, Gott. Bitte nicht.

Trotzdem konnte er Deans glückselige Antwort hören: „Hey, Kumpel. Bist du schon aufgeregt?“

„Ja!“ kam die Antwort voller Enthusiasmus, wie nur Kinder sie haben konnten.

Er war wie erstarrt. Dean hatte einen Sohn? Einen Sohn? Wieso… wieso hatte er ihm das nicht erzählt?

Es gibt noch so viel, was du nicht über mich weißt.

Deans Worte und all seine kleinen Hinweise von vor 2 Tagen klingelten in seinen Ohren.

Oh Gott, war das etwa das Geheimnis?

Aber… wieso?

Jeder hatte eine Vergangenheit… okay, er hatte also einen Sohn. Auch wenn es seltsam war, dass er ihm nichts davon gesagt hatte in den… wie viel? 10 Wochen, die sie sich kannten?

Während Cas dabei war, seine Gedanken zu sortieren, hörte er Dean Charlie danken fürs Vorbeibringen und dann sagte er was von einem „Dick Fall“, der anscheinend geklappt hatte -was zu Hölle passierte hier eigentlich?

Cas Gedanken waren ein einziges Chaos. Er wollte wegrennen, wollte gar nicht hier sein. Aber jetzt war er hier und vielleicht gab es einen Grund dafür. Vorsichtig lugte er um die Ecke, sah, wie Dean seinen Jungen auf dem Arm hatte und die Blonde Charlie hinterher winkte, während die im Gebäude verschwand.

Deans nächste Bewegung stieß einen eiskalten Dolch mitten in Cas‘ Herz.

Der Mann legte seinen freien Arm um die blonde Frau und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor beide den Weg zu seinem Auto und damit in Cas Richtung.

„Hey, Liebes, wie fühlst du dich?“

„Ganz gut, schätze ich.“, antwortete sie und legte ihren Arm um seine Mitte, mit der anderen hielt sie Deans Hand auf ihrer Schulter.

Cas hörte nicht, worüber die beiden redeten, ein schrilles Klingeln in seinem Ohr übertönte alles. Was passierte hier? Und dann sah er es -ihren Babybauch.

Könnte das hier Deans Freundin sein? Die, die Probleme mit ihrer Schwangerschaft hatte? Okay, Dean hatte einen Sohn und hatte es geheim gehalten, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er ein betrügender Mistkerl mit Frau und einem zweiten Kind auf dem Weg war, richtig? Vielleicht war das Baby nicht sein und vielleicht lief zwischen den beiden auch gar nichts. Das war vollkommen möglich, richtig?

Er war so in Gedanken versunken, dass er viel zu spät bemerkte, dass die drei fast schon bei dem Impala angekommen waren. Schnell presste er sich so fest es ging gegen die Hausfassade. Gott, wie sehr er wünschte, die nächsten Worte nicht gehört zu haben.

„Okay“, Deans Stimme war so nah „wer will rausfinden, ob er einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester bekommt?“

„Iiiiiiich!“

„Dann mal los.“

„Dad, wenn ich keine kleine Schwester bekomme, werden du und Mommy dann noch ein Geschwisterchen machen?“

Bitte, Gott, lass es aufhören.

„Natürlich, Kumpel.“

„Dean! Versprich ihm sowas nicht!“ Cas hörtedie Worte der Frau, als die erste Tür zufiel. „Ich werde nicht noch einen kleinen Winchester austragen, nachdem ich mit diesem hier so Probleme hab.“

„Tja, dann, Liebes, bete lieber, dass das da drin ein kleines Mädchen ist oder wir müssen da nochmal durch.“

Cas presste eine Hand über den Mund, um ein Schluchzen zurück zu halten. Das Lächeln auf Deans Gesicht konnte man hören. Und das letzte was er jetzt gebrauchen konnte, war, dass sie ihn bemerkten.

„Urgh, manchmal hasse ich dich.“, stöhnte sie, aber sie klang so fröhlich, dass Cas sich fast übergeben musste.

„Ich weiß. Ich dich auch.“ Nur einen Moment später fiel die letzte Tür zu. Der Motor heulte auf und dann, endlich, fuhr das Auto davon.

Kaum war das passiert, drehte Cas sich um und erbrach seinen Mageninhalt, sein ganzer Körper zitterte während ein Schluchzer nach dem anderen aus seiner Kehle kam.

Wie hatte er sich nur so irren können? Wie hatte er Dean all sein Vertrauen schenken können, während der nur mit ihm spielte?

Aber Dean war nicht wie Bart.

Nein, Dean war ein zweiter Inias und das war so viel schlimmer.

Mit dem Gedanken ließ Cas seinen Tränen endgültig freien Lauf, lehnte sich gegen die Backsteinwand und ließ sein Herz in Millionen Stücke zerbrechen.



*~*~*



Dean konnte es nicht glauben, als er den Ultraschal ansah. Er hielt Jo’s Hand, als eine Freudenträne sich aus seinem Augenwinkel stahl. Ihn interessierte gerade herzlich wenig, wer das sah.

„Also bekomm ich eine kleine Schwester?“

„Ja, junger Mann. Ganz ohne Zweifel.“, antwortete Missouri ihm mit einem Lächeln. Sie hatte Will schon auf die Welt gebracht und jetzt würde sie ihnen auch mit ihrer kleinen Tochter helfen.

Ihre Tochter!

Sie bekamen ein kleines Mädchen.

Dean platzte vor Glück, während Missouri ein paar Knöpfe drückte. Ein kleines Bild wurde ausgedruckt und sie reichte es an ihn weiter, drückte seinen Arm, bevor sie die beiden Jungs rausschickte, um mit der Untersuchung weiter zu machen.

Im Flur war einiges los, aber es könnte ihn nicht weniger interessieren. Seine ganze Aufmerksamkeit galt seinem Sohn, der auf seinem Schoß saß und sich mit ihm das Bild anschaute.

Sie bekamen wirklich ein kleines Mädchen.

Das muss ich Cas zeigen.

Der Gedanke ließ ihn nicht mal mehr inne halten. Es bewirkte nur, dass sein Lächeln noch größer wurde und sich Wäre in seinem Körper ausbreitete.

Er zog seinen Sohn enger an sich, legte sein Kinn auf dessen Kopf ab. Ohne Zweifel, er wollte Cas in ihrem Leben.

Nicht nur in seinem, in ihrem.

„Darf ich ihr einen Namen geben, Dad?“

„Kommt drauf an. Wie würdest du sie denn nennen?“

Während Will ein paar seltsame Mädchennamen aufzählte, holte Dean sein Handy raus. Er hörte seinem Sohn aufmerksam zu und schrieb nebenbei eine Nachricht an Cas.

[Ich, 1:22 p.m] Hast du später Zeit? Etwas Wunderbares ist passiert und ich will es dir sagen  <3


Dean war nicht allzu überrascht, dass keine Antwort kam. Cas war gerade mit dem Mittagsgeschäft beschäftigt, also schob er sein Handy wieder weg und umarmte seinen Sohn, während er wieder auf das Bild seiner Tochter starrte. Er konnte es gar nicht abwarten, wenn Cas endlich seine Familie traf.


*~*~*



Voller Unglauben starrte Castiel auf sein Handy. Was zur Hölle meinte Dean damit? Etwas Wunderbares? War er nicht gerade bei seiner Frau und fand mit ihr das Geschlecht ihres Kindes heraus? Also was wollte er ihm so unbedingt sagen?

Mit einem Schnauben warf er sein Handy ans andere Ende vom Bett.

„Ich hab dir gesagt, er ist ein Arsch. Du hättest auf mich hören sollen!“

„Ja, Danke Zar. Sehr hilfreich.“

Cas fühlte sich beschissen.

Als er wieder bei der Bäckerei ankam, war er direkt nach oben gegangen, ignorierte die fragenden Blicke seiner Mitarbeiter. Dreißig Minuten später waren Zar und Gabriel aufgetaucht. Die beiden fanden ihn in seinem Schlafzimmer, tief unter der Bettdecke vergraben. Zwischen dem ganzen Weinen und Schluchzen erzählte er ihnen, was passiert war.

Es dauerte eine Weile, aber irgendwann hatte er keine Tränen mehr zu weinen, die wurden durch Leere und Wut ersetzt. Reine, tief gehende Wut als er Deans Nachricht gelesen hatte.

Jetzt, wo sein Kopf wieder klarer war, dauerte es nicht mehr lange bis er die Puzzleteile zusammengesetzt hatte. Es war ziemlich eindeutig, dass die Frau, die er gesehen hatte, und Deans „Freundin“ mit den Schwangerschaftsproblemen ein und dieselbe Person waren. Kein Wunder, dass Dean so außer sich war diese Nacht. Und trotzdem hatte er es geschafft, Cas anzulügen ohne zu zögern. Er hatte ihm ins Gesicht gesehen und gelogen. Eine Freundin, ja, na klar!

„Ich hab es satt, das Opfer zu sein“, keifte er schlussendlich, gleichzeitig verließen ein paar letzte Tränen seine Augenwinkel. Aber dieses Mal waren es vor Wut heiße Tränen. „Ich hab es satt, dass alle mit meinem Herz spielen und davon kommen.“

„Dann lass sie nicht davon kommen!“, antwortete Gabriel und stand von dem Stuhl auf, auf dem er saß.

Zar erhob sich vom Bett, ebenfalls mit einem Nicken und sah zu Cas runter. „Gabe hat recht. Dreh den Spieß um.“

„Was?“ Das machte überhaupt keinen Sinn.

Gabriel hingegen schien Zar folgen zu können. „Genau. Stell sicher, dass er derjenige ist, mit dem gespielt wird. Lass ihn seine eigene Medizin schlucken.“

„Ihr redet wirres Zeug.“

„Au contraire mon amour“, antwortete Zar, zog sein Handy hervor, bevor er zu Gab sah. „Ich mach das. Kümmer du dich drum, dass er präsentabel aussieht, wenn Dean hier auftaucht.“

„Schon dabei.“, war alles, was Gabe dazu zu sagen hatte und noch bevor Cas protestieren konnte, klemmte Zar schon am Handy und sein Bruder schleifte ihn aus dem Bett ins Badezimmer.


*~*~*



Der Plan war bescheuert, das war Cas klar. Und es würde Dean verletzen, sehr sogar, das wusste er auch.

Aber er war einfach durch. Er hatte Dean vertraut. Er hatte ihm vertraut und ihm vergeben, dass er ihm nicht von seinem Job gesagt hatte. Jetzt konnte er ihm einige Dinge nicht mehr glauben, beispielsweise was das Betrügen betraf. Er hatte ihm ins Gesicht gelogen.

Die Erinnerungen an all das waren der Grund, wieso er Gabe und Zar zugehört hatte und als die Glocken über der Tür um kurz nach Sechs Deans Ankommen verkündeten, nickte er kurz als Zeichen.

„Cas, hey“, begrüßte Dean ihn mit einem freudestrahlenden Lächeln. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. „Ich weiß, du hast auf meine Frage nicht geantwortet, aber ich dachte, ich schau trotzdem vorbei und versuch mein Glück.“

Wie er ihn weiter so anstrahlte, fiel es Cas außerordentlich schwer, die Rolle zu spielen, die er von seinem Bruder und von seinem Freund bekommen hatte. Dean sah so ehrlich glücklich aus ihn zu sehen und Cas wollte nichts weiter als ihm die Lüge zu glauben und in seine Arme zu sinken.

Aber dann erinnerte sich an das, was er wenige Stunden zuvor noch gesehen und gehört hatte und die Kälte rollte wieder über ihn, übernahm die Führung.

„Dean“, erwiderte er den Gruß, versuchte ihn nicht sofort zu konfrontieren. Er wusste, Dean würde sich irgendwie rausreden und das konnte er nicht zulassen.

Aber scheinbar hatte er seine Stimme doch nicht so gut unter Kontrolle, weil Deans Lächeln kleiner wurde. „Cas, alles okay? Ist was passiert?“

Die Sorge in Deans Stimme fachte seine unterdrückte Wut nur noch mehr an. Okay, Zeit das Ding zum Laufen zu bringen.

Er nahm seine Schürze ab, überließ das Aufräumen Meg und Lily, dann ging er um die Theke herum.

„Eigentlich, ja, ist es. Dass du jetzt hier auftauchst, war nicht geplant.“

„Ähm… tut mir leid.“, antwortete Dean verunsichert. Ob durch seine Worte oder den Ton wusste er nicht. Vielleicht beides, aber es war auch egal. „Ich dachte, ich überrasche dich.“

„Ja, tut mir leid. Das macht das Ganze jetzt merkwürdig. Dean, das ist Cain.“, sagte Cas und deutete auf den Mann, der die ganze Zeit in einer der Sitzboxen saß, nur auf diesen Moment wartend. Er gab Dean genug Zeit, um Cain zu mustern und Cas dann wieder fragend anzusehen, bevor er seinen Satz beendete: „er ist mein Date heute.“

Ein verblüffter Ausdruck machte sich auf Deans Gesicht breit und war einen Moment lang sprachlos, bevor er nur „Date?“ hervorpressen konnte.

Cas wünschte wirklich, sein Herz würde nicht so sehr weh tun, als er Dean ins Gesicht sah. Es würde eine Weile dauern, bis er diese Gefühle abschütteln konnte und dafür hasste er ihn noch mehr.

„Ja, mein Date.“, sagte er wieder. „Ich weiß, das ist jetzt seltsam, aber ich hatte nicht vor, dass ihr beide euch seht.“

„Cas, ich…“, fing Dean an, sein Blick huschte über jeden Zentimeter von Cas Gesicht. „Ich versteh das nicht. Was geht hier vor?“

„Dann erkläre ich es dir.“, sagte Cain als er aufstand und seinen Arm um Cas Mitte legte. Dean zuckte zurück, als hätte man ihn geschlagen. „Es tut mir wirklich leid, dass du das so rausfinden musstest. Hat Cas dir nicht erzählt, dass er sich in den letzten Monaten auch mit anderen Kerlen trifft?“

Cas fiel es schwer, seine Gefühle zurückzudrängen. Erstrecht als Dean sie einfach nur anstarrte, die Lippen bewegten sich als würde er etwas sagen wollen, aber kein Ton kam hervor. Dann blieb sein Blick bei Cas hängen. „Ich dachte, wir hätten das geklärt? Ich dachte, das mit uns wäre klar?“

So ein Arsch! Stand da und sagte sowas -während seine schwangere Frau mit seinem Kind zuhause war!
Widerlich.


„Nein, Dean. DU hast das gesagt, ich hab es nie erwidert.“

Er konnte genau sehen, wie Dean schwer schluckte und wenn er sich nicht komplett irrte, dann wurden seine Augen glasiger. Es sah aus, als wäre er wirklich verletzt, was wohl der Beweis dafür war, dass Dean wirklich Gefühle für ihn entwickelt hatte. Aber er war immer noch ein Betrüger und Cas war sich sicher, wenn er ihn konfrontiert hätte, als seine Frau dabei war, würde er anders reagieren. Wahrscheinlich wäre es die gleiche Reaktion wie bei Inias.

„Kann…“ Dean schluckte nochmal „Cas, können wir bitte darüber reden?“, fragte er leise, streckte sogar die Hand nach ihm aus.

Aber Cas hatte es satt. Er war fertig mit Dean. Fertig mit diesen Tricks und diesen verdammt grünen Augen die so ernst schauten und doch Geheimnisse bargen.

„Ich wüsste nicht, was es da zu reden gibt, Dean. Du wolltest eine feste Beziehung. Ich nicht. Wie du sehen kannst, gibt es einfach zu vielen andere Optionen.“

Mit diesen Worten führte Cain an dem vor Schock beinah erstarrten Mann vorbei nach draußen und zu seinem Auto. Er stieg ein ohne zurück zu blicken. Aber sobald sie losgefahren waren und die Bäckerei außer Sicht war, fingen die Tränen wieder an zu laufen.


*~*~*



Dean fühlte sich, als wäre sein ganzer Körper taub.

Er hatte keine Ahnung, wie er die Bäckerei verlassen hatte oder wie er zu seinem Auto gekommen war. Er erinnerte sich auch nicht an die Fahrt, als war ihm auch schleierhaft, wie er in seiner Garage ankam, mit einer neuen Flasche Whiskey auf dem Beifahrersitz.

Alles war taub.

Und trotzdem wusste er, dass ihm gerade das Herz in Millionen Stücke gebrochen worden war. So sehr wie jetzt hatte es noch nie weh getan -und das sagte ihm alles, was er wissen musste.

Er hatte Cas mehr als irgendjemand zuvor geliebt.

Und er hatte ihm gerade das Herz rausgerissen und war darauf herumgetrampelt.

Du wolltest eine feste Beziehung. Ich nicht.

Dean konnte nur den Kopf über seine eigene Dummheit schütteln. Dann spürte er die kalte Flasche in seiner Hand.

Über vier Jahre. Seit vier Jahren hatte er keinen Schluck Alkohol mehr getrunken, nicht mal als Aaron ihm das Herz gebrochen hatte. Ohne zu Zögern öffnete er jetzt die Flasche und trank einen großzügigen Schluck, der Alkohol brannte sich seinen Weg durch seine Kehle.

Jo und Will waren irgendwo im Haus, aber Jody war früher vorbei gekommen, um bei ihnen zu bleiben. Ihnen ging es gut.

Wieder trank er.

Und Cas war mit einem andern aus. Der Kerl war sogar älter. Wollte er das? Einen Älteren?

Noch ein Schluck.

Cas hatte recht, er hatte ihm nie eine Antwort gegeben. Dean hatte sein Schweigen einfach als Bestätigung hingenommen.

Dieses Mal nahm er einen längeren Zug, zwei große Schlucke.

Er hatte ihn in sein Leben lassen wollen. Er war zu ihm gekommen um ihm von seinem Sohn, seiner Tochter und Jo zu erzählen.

Wieder ein Schluck.

Er hatte gedacht, Cas wäre anders -ehrlich, gut, liebenswürdig.

Und wieder trank er.

Er war liebenswürdig. Denn, verdammt, Dean liebte ihn.

Er liebte ihn so sehr, dass es weh tat also hob Dean die Flasche an die Lippen und versuchte die Schmerzen und Erinnerungen in einem Schluck zu ertränken.



++++


Lasst mich doch wissen, ob ich noch sehr eingerostet bin, oder nicht :D

PS: Bitte tötet mich nicht..
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