Once bitten twice shy

von dreamxy
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Balthazar Castiel Dean Winchester Jo Harvelle
18.05.2018
10.04.2019
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Da bin ich wieder! :)
Heute ist ein seltsamer Tag... heute morgen als um 5:30 mein Wecker geklingelt hat, war ich übermüdet und kaum stand ich auf der Arbeit, war ich total aufgekratzt. Laut einer Kollegin war ich ein "aufgedrehter Flummi" -womit sie nicht ganz falsch liegt :D
Ich beschwer mich aber nicht, ich hab ein paar Dinge erledigen können, dazu zählt auch, dass ich das Kapitel fertig bekommen habe und es euch präsentieren kann!!

Danke an alle, die trotz längerer Pausen immer noch mit dabei sind und Danke Danke Danke (!!!) für die ganzen Reviews zum letzten Kapitel *-* ♥︎ (auch wenn ich euch das Herzchen gebrochen habe..)

Viel Spaß beim neuen Kapitel! Es ist ein wenig kürzer ausgefallen, aber... naja, lest selbst ;)


++++
neuntes Kapitel: Queen of Hearts




Am nächsten Tag stand Cas in der Küche, als Lärm von draußen zu ihm drang. Er legte den zu knetenden Teig zur Seite, wusch sich die Hände und wollte nachsehen, was los war. Sein Herz rutschte ihm tief in die Hose, als er Deans Frau und eine andere Frau sah, die beide aussahen, als wären sie auf 180. Er war sich nicht sicher, aber er meinte ihre Begleitung aus Deans Büro wieder zuerkennen. Zumindest ihr Gesicht kam ihm bekannt vor.

„DU!“, sagte Deans Frau, zeigte mit dem Finger auf ihn. „Wie kannst du es wagen?!“

Schnell sah er sich um und war erleichtert zu sehen, dass die Bäckerei, mit Ausnahme seiner engsten Freunde, leer war. Zar saß an der Theke, mit schon vor Wut rotem Gesicht, genau wie Meg. Hannah und Nora sahen aus, als wollten sie die beiden zurückhalten und die Begleitung von Deans Frau hielt die beiden im Auge, falls sie die schwangere Frau in Deckung ziehen konnte.

So dankbar Cas auch für die leere Bäckerei war, so musste es nicht zwangsläufig bleiben. Und das Letzte was er brauchte, war, dass jemand diese Unterhaltung mitbekam.

„Bitte, können wir das hinten besprechen?“

„Was, sollen deine Freunde nicht erfahren was für ein betrügender Mistkerl du bist?“

„Hey!“, rief Meg jetzt und Cas konnte sehen, wie Nora Zar die Hände auf die Schultern legte, um ihn auf seinem Platz zu halten. Cas bedeutete ihm mit einem Handzeichen, dass er alles unter Kontrolle hatte. Die Frau ihm gegenüber war genauso ein Opfer wie er es war und daran musste er sich erinnern. Er fragte sich nur, wie sie das rausgefunden hatte.

Als er sich wieder zu ihr wandte, versuchte er eine ruhige Stimme zu behalten. „Hör zu, ich verstehe, dass du wütend bist. Aber du sollst wissen, dass ich keine Ahnung hatte. Er hat mit dir gespielt, genau wie mit mir.“

„Was?!“, sagten beide Frauen gleichzeitig mit einem Ausdruck der Verirrung auf ihren Gesichtern.

Bevor Cas das weiter erläutern konnte, sprang Zar ein: „Er meinte, egal was dein betrügender Ehemann gesagt hat, Cas wusste es nicht.“

„Mein was?“, rief Deans Frau.

Ihre Begleitung hingegen stöhnte, als hätte sie eine Erleuchtung. „Oh mein Gott, sie denken, dass Dean und du verheiratet seid.“

Was? Nein!“, die Schwangere sah von ihrer Freundin fassungslos zu ihm. „Oh Gott, nein. Wieso zur Hölle solltest du das denken?“

„Vielleicht weil du von ihm schwanger bist?“

Für den Kommentar erhielt Meg einen so bitterbösen Blick, dass Cas sich kurzzeitig Sorgen um das Leben seiner besten Freundin machte. Bevor sie antwortete, legte die Frau eine Hand auf ihren Bauch, als würde ein Instinkt sie überkommen, ihr Kind vor so viel negativer Energie zu schützen.

„Okay, hör zu. Ich bin Jo Harvelle, das ist Jody Mills und Dean und ich sind nicht zusammen!“

„Also ist das nicht sein Kind?“, meldete Lily sich zu Wort, wahrscheinlich um die Situation zu lockern und alles ins Reine zu bringen.

Aber Jo schüttelte den Kopf. „Es geht dich eigentlich nichts an, aber wenn du es unbedingt wissen willst: Ja, es ist Deans Kind. Aber wir sind nicht zusammen. Wir sind Freunde.“

„So hat es sich gestern aber definitiv nicht angehört.“, sprang Cas in die Breche, bevor einer seiner Freunde irgendetwas sagen konnte, ließ all seine Verbitterung in die Worte einfließen. Was war das hier für ein Spiel?

„Gestern?“, frage Jo und Cas nickte.

„Ich wollte Dean besuchen. Ihn im Büro überraschen. Und ich hab euch gesehen. Zusammen.“, stellte er klar, als er wieder zu Jo sah.

Einen Moment später wurden ihre Augen größer. „Oh mein Gott. Gott, bitte sag mir, dass du den Mist nicht fabriziert hast, wegen dem, was du vor Deans Büro gesehen hast!“

Dieses Mal stand Zar wirklich auf. „Ok, du hörst lieber auf, so über meinen Freund zu red-“

„Nein, DU hältst lieber den Mund!“, unterbrach Jo ihn, pures Gift in ihrer Stimme, bevor sie Cas wütend anstarrte. „Sag mir, dass du Dean nicht betrogen hast, weil du uns zusammen gesehen und deine eigenen Schlüsse gezogen hast, ohne vorher zu fragen!“

Irgendetwas fühlte sich hier wirklich, wirklich falsch an und Cas bekam langsam aber sicher ein schlechtes Gewissen. Er hatte keine Ahnung, was er sagen sollte, während Jo ihn immer noch in Grund und Boden starrte, ihre Hand strich unruhig über ihren Babybauch.

„Ich hab Dean nicht betrogen. Ich könnte nie-“

„Cas!“, versuchte Zar ihn zu stoppen, aber er ignorierte ihn.

„Das könnte ich nie tun. Cain ist ein alter Freund und bereit, die Rolle zu spielen.“

Beide Frauen sahen geschockt aus und Jody fand als erstes ihre Stimme wieder „Aber… wieso?“

Jetzt kochte die Wut in Cas hoch. Wie konnte sie ihn nicht verstehen? „Habt ihr auch nur den Hauch einer Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn man mitbekommt, dass man nur das kleine, schmutzige Geheimnis von einem verheirateten Kerl ist?!“

„Aber Dean und ich sind nicht verheiratet!“, schrie Jo, Jody versuchte sie zu beruhigen, während Jos Hand immer noch über ihren Bauch rieb.

Cas schüttelte den Kopf. „Aber das wusste ich nicht.“

„Du hättest fragen können!“

„Damit er mich vor dir verhöhnt und verleugnet? Ja, danke, nein. Hatte ich schon, brauch ich nicht nochmal.“ Eine Träne lief ihm über die Wange, als der Ärger weiter hochkochte und sich Inias Gesicht nach vorne drängte.

Jos wütende Worte holten ihn wieder in die Gegenwart. „Du egoistisches Arschloch. Hast du überhaupt eine Ahnung was du angerichtet hast? Du hast sein Herz gebrochen!“ Jos Gesicht verzog sich seltsam, als sich etwas anderes als Ärger mit reinmischte. Ihre Hand flog jetzt unkontrollierter über ihren Bauch, aber sie redete weiter. „Wegen dir hat er wieder das trinken angefangen.“

„Er hat was?“, presste Cas hervor, verpasste beinah Jodys geflüstertes „Jo?“

„Wir haben ihn heute morgen gefunden. Bewusstlos in seinem Wagen.“

„Jo.“, sagte ihre Freundin wieder, aber Jo hörte nicht, obwohl sie sich jetzt schwer gegen sie lehnte.

„Und du bist der Arsch, der ihn wieder zum Trinken gebracht hat. Verdammt nochmal, er liebt dich und du -arrrgghh.“

Noch bevor Cas reagieren konnte, war Balthazar an Jos Seite gesprintet, der Arzt half ihr, sich zu setzen. Alle Gedanken an Dean waren wie weggefegt, als Jo einmal nach Luft schnappte und dann zusammen klappte.


*~*~*



Dean war froh, dass Jody Will heute in den Kindergarten gebracht hatte und anschließend einen Erholungstag mit Jo machte. Er wollte nicht, dass sein Sohn ihn so sah und noch weniger wollte er, dass Jo ihn noch mehr bemutterte als heute Morgen schon. Gott, er fühlte sich wie ein Arsch. Und Jo hatte recht. Natürlich hatte sie das, hatte sie immer. Aber dieses Mal besonders, weil kein Kerl der Welt es wert war, wieder dem Alkohol zu verfallen. Dean war nie Alkoholiker gewesen, nicht wirklich zumindest. Aber sie beide wussten, dass er zu oft zur Flasche gegriffen hatte, um mit dem Scheiß in seinem Leben klarzukommen. Er war jetzt seit über vier Jahren trocken und hatte sich von Cas geradewegs wieder in den Abgrund stoßen lassen.

Du wolltest eine feste Beziehung. Ich nicht. Wie du sehen kannst, gibt es einfach zu vielen andere Optionen.

Cas Worte klangen ihm immer noch in den Ohren und sie taten so verdammt weh. Eine Träne löste sich aus seinem Augenwinkel, als er seine zweite Tasse Kaffee trank.

Heartbeat von Bad Company lief auf seinem Handy, das neben ihm auf der Couch lag und als Dean es aufhob, stöhnte er. Jo wollte wahrscheinlich schauen, ob es ihm gut ging und egal wie verlockend es war, nicht dranzugehen, entschied er sich dagegen. Auf keinen Fall würde er sie jetzt stressen, indem sie anfing sich Sorgen zu machen -mehr als eh schon.

„Hey, Jo.“

Die Stimme, die ihm antwortete, war das Letzte, womit er gerechnet hatte. „Dean, ich bin’s.“

Dean setzte sich sofort aufrecht hin. Wieso zur Hälle hatte Cas Jos Handy?

„Dean, du musst ins Krankenhaus kommen.“

„Cas, wo ist Jo?“

„Sie… sie ist in die Bäckerei gekommen und… wir haben geredet und dann hatte sie plötzlich Schmerzen. Wir haben sie ins Krankenhaus gebracht und-“

„Ich bin unterwegs!“, antwortete Dean und legte auf, ohne ihm noch länger zuzuhören.

Scheiße.

Scheiße, scheiße, scheiße.


Jo hatte Cas konfrontiert. Was zur Hölle war aus ihrem Erholungstag mit Massagen und dem ganzen Zeug geworden? Sie wusste doch, wie gefährlich Stress jeglicher Art für sie und die Schwangerschaft war, wieso also machte sie so einen Mist?

Dean wusste die Antwort, natürlich, aber er konnte nicht darüber nachdenken, sonst würde er durchdrehen. Stattdessen zog er sich schnell eine Jeans über und schnappte sich seine Schlüssel. Gott sei Dank war er wieder nüchtern und hatte nicht nach einer neuen Flasche gegriffen, wie er es ursprünglich vorhatte.

Die Fahrt zum Krankenhaus war die reinste Folter, als er versuchte, nicht zu schnell zu fahren. Es würde Jo auch nicht helfen, wenn er das Auto jetzt um einen Baum wickelte.

Er fand einen Parkplatz in der Nähe vom Eingang und sprintete den kurzen Weg zur Empfangstheke.

„Entschuldigen Sie, ich muss zu Jo Harvelle. Sie wurde vor ein paar Minuten eingeliefert.“

„Sind sie mit ihr verwandt?“

„Ich… ja. Sie hat Probleme mit ihrer Schwangerschaft und ich bin der Vater.“

„Sind sie verheiratet?“

„Tut mir leid, was? Haben sie nicht gehört? Sie ist schwanger mit meinem Kind.“

„Sir, es tut mir-“

„Dean!“

Dean drehte sich um, hielt nach dem Mann Ausschau, zu dem die Stimme gehörte. Als er ihn sah, machte sein Herz einen Hüpfer und er ging auf ihn zu. Dann setzte sein Hirn wieder ein und die Realität kam schmerzhaft zurück. Dieser Typ hatte mit ihm gespielt. Hatte ihm das Herz rausgerissen und darauf rumgetrampelt. Und nur deswegen hatte er wieder getrunken und Jo im Krankenhaus, vielleicht verlor sie gerade ihr Kind.

Dieser Kerl hatte Nerven, überhaupt hier zu sein!

Dean schob seine Emotionen ganz weit weg, als er bei ihm ankam, aber die Wand hinter ihm ansah.

„Wo ist sie?“

„Sie wird gerade untersucht. Keine Neuigkeiten bisher.“

Nickend folgte Dean Cas schweigend zum Wartebereich. As er die Tür öffnete, war er überrascht, Jody zu sehen, die gerade ein Telefonat beendete. Als sie ihn sah, entspannten sich ihre Schultern sofort und sie kam zu ihm, um ihn zu umarmen. Dean erwiderte die Umarmung nicht.

„Hast du zugelassen, dass Jo zu ihm geht und ihn sich vornimmt?“

„Fang gar nicht erst damit an, Dean Winchester.“, sagte Jody, umarmte ihn immer noch und ließ ihn nicht los, bis er die Umarmung erwiderte. Erst dann ließ sie ihn wieder gehen. „Du weißt genauso gut wie ich, dass sie sonst alleine gegangen wäre. Also dachte ich, es ist schlauer, wenigstens an ihrer Seite zu bleiben.

Ein leises Grummeln war das Einzige, was sie als Antwort von Dean bekam, bevor er den Raum durchstreifte.

Jody ließ ihn durchatmen, bevor sie fortfuhr.

„Ich hab ein paar Anrufe gemacht. Donna holt Will im Kindergarten ab und geht mit ihm in den Park, damit er nichts mitbekommt. Du musst nur dort anrufen und den Betreuern Bescheid geben. Und Sam weiß Bescheid. Er ist so schnell er kann hier, genau wie die anderen.“

Dean nickte nur, während er immer noch auf und ab ging, vermied es dabei, Cas anzusehen. Oder seinen schleimigen Freund -wie war sein Name nochmal? Zar? Was für ein Name war das überhaupt? Und was zur Hölle machte das Arschloch hier? Beinah musste er lachen. So ein Idiot. Besaß doch wirklich die Frechheit, IHN einen betrügenden Bastard zu nennen. Da sollte er seinen eigenen Freund lieber mal ansehen.

Deans Rumgerenne und seine wilden Gedanken wurden erst unterbrochen, als Jody ihm eine Hand auf die Brust legte und ihm den Weg abschnitt. „Kindergarten.“

„Richtig.“, antwortete er und zog schnell sein Handy raus, um den Anruf zu erledigen. Er ließ den Direktor wissen, was passiert war und dass Donna Will abholte. Als er auflegte, fühlte er sich seltsam verloren.

Jo war in Lebensgefahr, sie konnten ihr kleines Mädchen verlieren und der Kerl, in den er sich verliebt hatte, war ein Arsch.

Einem Impuls folgend schmiss Dean sein Handy gegen die nächste Wand, bevor er auf einem Stuhl zusammenbrach, das Gesicht in den Händen vergrub. Er hörte, wie jemand aufstand und den Raum verließ, sah aber nicht auf.

Sekunden später setzte sich jemand neben ihn, der zögerlich seine Hand auf seinen Rücken legte. Als er erkannte, wer derjenige war, wollte er die Hand sofort abschütteln, der süße Duft nach Kuchen traf ihn tief. Aber er war viel zu schwach für irgendwas und er sehnte sich nach der Berührung von diesem Mann. Dafür konnte er sich später hassen.

„Balthazar sieht nach ihr.“, sagte Cas mit sanfter Stimme, jedoch mit einem harten Unterton. „Er ist Arzt hier im Krankenhaus. Er kommt irgendwie an ein Update ran.“

Entweder war dieser schleimige Mistkerl wirklich so gut und schnell oder Dean und Cas saßen Ewigkeiten zusammen. Dean wusste es nicht. Jedenfalls zog Cas erst seine Hand zurück, als die Tür wieder aufging und Dean zwang sich, aufzusehen.

Balthazar atmete schwer, sah aber nicht aus, als gäbe es schlechte Neuigkeiten, das wertete Dean als gutes Zeichen. „Sie haben sie für jetzt stabilisiert und machen noch ein paar Tests. Sie haben schon eine Vermutung, aber noch ist es zu früh für Diagnosen.“

„Was ist es?“, fragte Cas an Deans Stelle.

„Wollten sie nicht sagen. Aber das Wichtigste ist doch, dass es Jo und dem Baby gut geht. Sie werden strengstens überwacht und Jo ist sediert, damit sie nicht noch mehr Stress ausgesetzt ist.“

Erleichtert schloss Dean die Augen und nutzte den Moment, um seine Gedanken zu ordnen.

Jo und seinem kleinen Mädchen ging es gut. Es war alles in Ordnung.

Dann sah er wieder zu Balthazar hoch. „Ich schätze, ich darf sie nicht sehen?“

Nein, tut mir leid.“, sagte er und es sah so aus, als würde er es wirklich so meinen. „Es sind immer noch Ärzte um sie herum, um einen Test nach dem anderen zu machen. Sie schläft jetzt. Aber sie haben versprochen, sie sagen uns Bescheid, sobald es etwas Neues gibt.“

„Okay“, flüsterte Dean und ließ den Blick schweifen. Er starrte einfach vor sich her und versuchte, von dem Gefühlschaos in sich, nicht durchzudrehen.

Jo ging es gut.

Ihrem Mädchen ging es gut.

Aber nur für jetzt. Jede Sekunde konnte sich das ändern.

Und Cas saß direkt neben ihm.

Als er den Kopf drehte, begegnete er einem Blick voller Sorge. Cas Hand lag nah genug, dass Dean sie nehmen konnte… er konnte sich einfach an ihn schmiegen, sich von Cas stützen lassen, all seine Sorgen beruhigen.

Das war genau das was er wollte. Aber er konnte nicht. Damit würde er nicht klarkommen.

Stattdessen stand er auf und tigerte wieder durch den Raum.

Jody war es, die ihn wieder davon abbrachte. Dieses Mal flüchtete er bereitwillig in ihre Arme, ließ sich von ihr halten, während er versuchte, nicht zu weinen.

Jo und dem Mädchen geht es gut. Vertrau den Ärzten, dass sie rausfinden, was los ist.

Es dauerte einen Moment bis er erkannte, dass Jody die Worte in sein Ohr geflüstert hatte und dadurch seine rastlosen Gedanken vertrieb. So standen sie eine Weile da, bis er immer ruhiger wurde, während er das Gesicht an ihrem Hals vergraben hatte, ihre Wärme und ihren Duft ihn umgaben. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass Jody die Mutterrolle übernommen hatte, nachdem zuerst seine Eltern und dann später auch die von Jo gestorben waren, ohne dass er es bemerkt hatte. Sein Griff um ihren Körper festigte er nochmal.

„Dean, es gibt da Etwas, was du wissen solltest.“

„Okay“, flüsterte er, vertraute ihr voll und ganz. Wenn sie etwas sagen musste, dann sollte sie das.

Er fühlte, wie sich ihre Lippen seinem Ohr näherten, damit nur er ihre Worte hörte. „Cas hat dich und Jo gestern gesehen und gedacht, ihr wärt verheiratet.“

Deans Augenlider flogen auf, seine Augen wurden größer. Seine erste Reaktion war, Jod von sich zu schieben, aber da sie ihn so gut kannte, ließ sie ihn nicht. Ohne ihn loszulassen fuhr sie fort.

„Was er letzte Nacht getan hat, war nur, um sein eigenes Herz zu schützen. Er hat dich nicht betrogen.“

Deans Herz war kurz davor, aus seiner Brust zu springen und er brauchte Platz. Platz, den Jody ihm nicht geben wollte. Diese Frau kannte ihn viel zu gut.

„Du denkst vielleicht, dass das nicht der richtige Zeitpunkt ist, aber du kannst momentan nichts für Jo oder dein Baby tun. Aber du kannst das klären. Damit dein Kopf wieder freier wird. Das ist das Beste, wie du Jo jetzt helfen kannst.“

„Jody-“

„Nein.“, flüsterte sie scharf. „Dean, ich mein’s ernst. Du leidest. Und das ist nicht nötig. Klärt das. Klärt das, damit dein Mann dir den Rücken stärken kann. Die wirst du brachen, um sie an Jo weiterzugeben, wenn sie dich dann braucht.“

Es klang so einfach, wenn Jody das so sagte.

Endlich konnte er sich aus ihrer Umarmung winden, dann sah Dean zu Cas. Er sah aus wie ein Häufchen Elend, aber seine Augen fixierten Dean. Als sie einander ansahen, setzte Cas sich aufrechter hin, legte den Kopf leicht schief und sah Dean fragend an.

Eine sanfte aber bestimmende Hand schob ihn in Cas Richtung, die letzten Schritte schaffte er dann alleine.

Ein Schritt nach dem anderen.

Noch ein Schritt.

Dann stand er direkt vor ihm und musste nicht laut sprechen „Stimmt es?“

Cas Augen huschten zu Jody, versuchte zu verstehen, was sie ihm wohl gesagt hatte. Da er aber nicht glaubte, dass Cas Gedanken lesen konnte, wurde Dean deutlicher. „Stimmt es, dass du mich nicht betrogen hast?“

Sofort füllten Cas Augen sich mit Tränen, als er heftig nickte.

Irgendetwas in Dean löste sich und er konnte freier Atmen.

Und als er Cas leise „Können… wir reden?“, fragen hörte, nickte er nur und wandte sich zu der Glastür, die in den kleinen Garten führte.
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