Once bitten twice shy

von dreamxy
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Balthazar Castiel Dean Winchester Jo Harvelle
18.05.2018
10.04.2019
12
49479
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Prolog



Die Flasche war verlockend. Drei Jahre ohne einen Tropfen harten Alkohol und jetzt war sie wieder da.

Dean war kein Alkoholiker, aber als er noch jünger war, gab es viele Nächte, in denen er mehr als nur betrunken war, gefolgt von dummen Ideen, einigen Fehlern und fiesen Katern am nächsten Morgen. Und dann, an diesem einen Abend war er so betrunken, dass er nicht einmal realisierte, was eine bescheuerte Idee es war, sich in dem Zustand hinters Steuer zu setzen. Es war Glück für ihn, dass er sich so gut mit Autos auskannte, ansonsten hätte er viel Geld in die Reparatur stecken müssen, um sein Baby wieder fahrtüchtig zu bekommen. Und nochmal mehr Glück war es, dass er eine gute Versicherung hatte, ansonsten hätten die Krankenhausrechnungen das beendet, was der Baum angefangen hatte: Ihn vorzeitig unter die Erde befördern.

Seitdem hatte er nichts Hochprozentiges mehr angerührt, nur das übliche Bier hier und da, wenn man in Gesellschaft war. Und auch da hatte er sich eine Grenze gesetzt, seine Freunde und Familie half ihm dabei. Aber jetzt stand da diese Flasche Whiskey vor ihm und er könnte schwören, sie rief nach ihm. Sah aus wie ein alter Freund, der ihm versprach, den Schmerz zu nehmen.

Es wäre so einfach. Niemand war zuhause, er hatte das Haus für sich alleine und allein sein eigener Wille hielt ihn davon ab, sich die glänzende Flüssigkeit einfach zu schnappen. Drei Jahre. Wollte er wirklich irgendsoein Arschloch die Macht dazu geben, ihn wieder mit dem Trinken anfangen zu bringen?

Der Gedanke allein reichte am Ende aus, damit er den Blick von dem Alkohol abwandte. Stattdessen beschloss er, Sam eine schnelle und kurze Nachricht zu schicken. Es war schon viel zu lange her, dass er mit seinem kleinen Bruder unterwegs war. Und nicht einmal fünf Minuten später schnappte er sich seine Schlüssel und machte sich auf den Weg.

Als er durch die Straßen von Lawrence, Kansas fuhr, hatte Dean beinah einen Herzinfarkt. Pam's, eines von Deans Lieblingsdiners, hatte geschlossen. Nicht einfach nur für den Rest des Tages, nein. Die Fenster waren abgedeckt, mit einem großen Schild darüber, auf dem Danke für die tollen 22 Jahre und Auf Wiedersehen stand. Dean war sich sicher, gleich zu weinen. Erst letzte Woche war er zum Mittag dort gewesen, wieso hatte Pam das nicht erwähnt? Sie wusste doch, wie sehr er ihre Burger liebte und jetzt war sie einfach weg?

„Tja, fick mein Leben“, murmelte Dean. Damit waren es zwei Leute, die nur an einem Tag sein Herz gebrochen hatten. Und der Tag war noch lange nicht vorbei, der Abend war gerade erst angebrochen. Also noch genug Zeit für andere Menschen, einen Weg zu finden, sein Leben noch beschissener zu machen. Er fuhr weiter und betete, dass ihn das Treffen mit seinem Bruder weiter von der Flasche fernhalten würde.


*~*~*



Es war vorbei. Drei Jahre und es war einfach vorbei.

Ein letztes Mal sah Cas sich in dem recht leeren Zimmer um, seine letzte Tasche hatte er in der einen, die Schlüssel in der anderen Hand. Drei Jahre. Drei Jahre seines Lebens hatte er in dieser Wohnung verbracht und trotzdem hatte alles, was er mit nahm, in sein Auto gepasst. Seiner Familie hatte er es rational erklärt -wieso mehr für das Nachsenden der Möbel zahlen, als die Sachen eigentlich wert waren? In Wahrheit, wollte er sie einfach nicht. Wollte nichts haben, was ihn auch nur im Geringsten an Chicago und seine Zeit hier erinnerte. Er brauchte einen Neuanfang. Schon wieder.

Seine Bücher und ein paar persönliche Dinge. Ein paar Klamotten, aber nicht alle. Ein Neuanfang bedeutete auch einen neuen Inhalt für seinen Kleiderschrank. Das wars. Drei Jahre, zusammen gepackt in seinem Auto, und er hatte immer noch genug Platz für Tramper. Nicht, dass er unbedingt einen mitnehmen würde, aber trotzdem.

Er fand auch nichts, dass er vergessen hatte, also verließ er endlich das Appartment und schloss die Tür hinter sich. Nachdem er die Schlüssel seinem Vermieter zurück gegeben und seine Kaution zurück bekommen hatte, war er verschwunden.

Er schmiss seine Tasche auf den Beifahrersitz -soviel zu Platz für Tramper- und setzte seine Sonnenbrille auf und schon war er unterwegs. Kaum, dass er die Geschwindigkeitsbegrenzung von Chicago hinter sich gelassen hatte, fühlte er sich, als könnte er das erste Mal seit zwei Wochen wieder richtig atmen.

Sein Handy vibrierte und da es nur einer seiner Geschwister sein konnte, die fragten, ob er schon auf der Straße war, warf er einen Blick darauf.

[Inias 10:44] Wo bist du? Können wir reden?

„Fick dich.“

Kurz checkte er den Verkehr und fuhr dann rechts ran, zog seine Sonnenbrille runter und ohne den Text nochmal zu lesen, blockierte Cas Inias Nummer und löschte sie direkt. Nichts hatte sich verändert, die Welt drehte sich weiter und irgendwie fühlte sich seine Tat gerade eben unbedeutend an. Besonders verglichen damit, dass er sein Leben in Chicago aufgab, nur um von diesem Kerl wegzukommen. Aber genau wie das Verlassen der Stadtgrenze, fühlte sich auch das befreiend an.

Schnell schickte er noch eine Nachricht an seinen Lieblingsbruder, Gabriel, um ihn wissen zu lassen, dass er auf dem Weg war. Dann setzte er seine Sonnenbrille wieder auf, drehte das Radio auf, dass ihm Ramble On von Led Zepplin nur so um die Ohren flog, und ließ sein altes Leben endgültig hinter sich.



++++


Halli hallo und guten Abend, meine Lieben :D
Und schon habt ihr mich wieder an der Backe -oder ganz neu an der Backe. Aber was soll ich sagen, ich liebe es einfach. Der Prolog war zwar etwas kürzer, aber ich hoffe, er hat euch trotzdem gefallen!
Bei der Geschichte handelt es sich wieder um eine Übersetzung vom englischen Original von meiner lieben noxsoulmate.
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