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Lost Hope

von grantaire
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Gen
Agron Nasir
18.05.2018
25.05.2018
4
11.735
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Dieses Kapitel
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18.05.2018 3.585
 
Agron war am Nachmittag mit Lugo und Saxa losgezogen um in einer Villa mitten in der Stadt gerade mal einen halben Tagesmarsch von ihrem Versteck entfernt Waffen und Vorräte zu besorgen. Der Auftrag war riskant da in der Stadt viele Römer stationiert waren und die Villa Senator Graccus gehörte. Einem entschiedenen Gegner jedweder fortschrittlicher Ideen. Nasir hatte sich Sorgen um seine Sicherheit gemacht doch Agron hatte ihn einfach angelächelt und damit all seine Sorgen vertrieben. Seiner Meinung nach war dieser Auftrag nicht mehr als ein kurzer Spaziergang und er würde schon vor Mitternacht wieder da sein.



Trotz der Sorge um seinen Geliebten war Nasir irgendwann doch eingeschlafen.
Als die Sonne wieder aufging und Agron immer noch nicht bei ihm aufgetaucht war wurde seine Sorge zu Angst. Irgendetwas musste passiert sein. Nasir verließ das Zelt, das er mit Agron teilte, und suchte Spartacus in der Hoffnung auf Neuigkeiten. Als er Spartacus mit Saxa und Lugo im Innenhof in eine heftige Diskussion vertieft vorfand, schwoll sein Herz vor Erleichterung an. Doch auch Sorge um seinen Geliebten machte sich in ihm breit. Er sah sich nach Agron's unverkennbarer Gestalt um, sah ihn aber nicht. Als er sich Spartacus und den beiden Germanen näherte, bemerkte ihn Lugo und sah schnell weg. Die Erleichterung, die Nasir's Herz erfüllt hatte, verebbte langsam und seine Sorge um Agron wuchs. Etwas war passiert.. "Was gibt es Neues von der Villa? Wo ist Agron?" Saxa, sah irgendwie schuldbewusst aus und Lugo konnte ihn noch nicht einmal anschauen "Nasir ..." Als er nicht weiter redete, knurrte Nasir wütend: "sag mir verdammt nochmal wo Agron ist!"




"Wir wurden von den Römern in der Stadt entdeckt. Agron kämpfte, um uns Zeit zum Rückzug zu geben, aber er wurde an dem Mal erkannt, das er trägt. Die Bewohner der Stadt griffen in den Kampf ein, er konnte nicht entkommen." Fick die Götter. Der Boden schien unter seinen Füßen zu schwanken, und er fiel auf die Knie, völlig fassungslos. Er atmete tief durch, bevor er fragte: "Lebt er noch?" Lugo warf Spartacus einen Blick zu, bevor er antwortete. "Ja." Nasir konnte wieder atmen. "Seine Hinrichtung ist in drei Tagen." Er schien noch etwas hinzufügen zu wollen, überlegte es sich dann aber anders. Nasir war schon verletzt genug da musste er nicht auch noch erfahren als was Agron diente. Spartacus schwieg. Nasir atmete tief durch, kam wieder auf die Beine und starrte Spartacus an. "Was verheimlichst du mir?" "Agron soll Spartacus dazu verleiten sich in Graccus Villa locken zu lassen." Nasir wandte sich an Spartacus: "Und was sind deine Gedanken dazu?" Spartacus sah ihn an, Mitleid und Empathie in seinem Blick. Nasir starrte zurück und wartete auf eine Antwort. "Nasir", sagte Spartacus leise"Ich kann nichts tun, ohne sein Leben weiter zu gefährden. Sie werden mich erwarten, und ich habe nicht genug Wissen über diese Villa um ihn zu rechtzeitig zu finden und zu befreien. Agron ist darauf vorbereitet. Es tut mir wirklich leid. " Er streckte die Hand aus, um Nasirs Schulter zu drücken, und zwang ihn, in seine Augen zu sehen. Spartacus sah Nasir an, Wut und Trauer kämpften in den Augen des Syrers gegeneinander. "Ich kann nichts tun." Nasirs Gesicht zeigte keine Emotionen mehr. "Ich verstehe", sagte er einfach, bevor er sich zurückzog und steif zu ihrem Zelt zurückging. Auf dem Weg zurück zu ihrem Zelt war Nasir tief in Gedanken versunken. Wut auf Spartacus und Sorge um seinen Geliebten schwirrten durch seinen Kopf. Auf einmal formte sich eine Idee in seinem Kopf.


Spartacus hatte gesagt, er könne nichts tun, um Agron zu retten, dass der römische scheiß Senator der ihn erwartete zweifellos einen Hinterhalt geplant hatte. Er verstand natürlich dass Spartacus das Risiko zu hoch war aber hier ging es um das Leben von seinem Geliebten. Hätte Spartacus für seine verstorbene Frau nicht genauso gehandelt? Die Römer planten Spartacus gefangen zu nehmen, aber sie erwarteten Nasir nicht. Er musste seinen Geliebten retten. Koste es was es wolle.




Agron saß währenddessen angekettet mit einer schweren Kette um seinen Hals in einer kleinen, dunklen Zelle. Ihm tat der Kopf weh wo ihn ein Hieb mit der Breitseite eines Schwertes in die Dunkelheit geschickt hatte sein Bein blutete noch immer und überall auf seinem Oberkörper und seinem Rücken waren Brandwunden und die Striemen von brutalen Peitschenhieben. Er war extrem durstig, aber er wusste, dass er bis zum Morgen, wenn sie ihn erneut mit Peitschenhieben und glühenden Eisen verhörten, kein Wasser bekommen würde. Er wusste, dass er sagen könnte was die Römer wissen wollten, und vielleicht würden sie ihm jetzt etwas Wasser geben, als Gegenleistung für die Zusammenarbeit. So oder so sie würden ihm auf jedenfall bald etwas zu trinken geben. Er war für sie noch von Bedeutung. Sterben sollte er erst in drei Tagen auf dem Marktplatz wo es alle sehen konnten. Höchstwahrscheinlich würden sie ihn am Morgen weiter Foltern um ihn zum reden zu bringen und er würde Schweigen um Nasir und all die anderen befreiten Sklaven zu beschützen. Die Römer würden sein Leben bis zu seiner Hinrichtung zur Hölle machen, weil er nicht mit Informationen über die Rebellion herausrücken würde, aber sie würden sein Leben nicht gefährden. Er hasste sich dafür, aber er dachte ernsthaft daran, um Wasser zu betteln. Sein Hals war so trocken und wund von seinen schreien während der Folter, dass er nicht wusste, ob seine Stimme noch so kräftig klang wie er hoffte. "Nein", sagte er barsch zu sich selbst. Er verdrängte seine Bedürfnisse und verfluchte sich dafür, dass er es überhaupt in Betracht gezogen hatte um Wasser zu betteln.




Mühsam, wegen seinem Verwundeten Bein erhob Agron sich und setzte sich auf die harte Pritsche in der Ecke seiner Zelle und zwang sich, über seine Situation nachzudenken. Er würde bald sterben. Er war darauf vorbereitet gewesen, seine Freunde bis zu seinem letzten Atemzug zu verteidigen, als sie in der Villa entdeckt worden waren. Er hoffte das Lugo und Saxa die Flucht aus der Stadt gelungen war.




Agron war kurz eingenickt. Das Geräusch von Schritten die sich seiner Zelle näherten weckte ihn auf. Für einen kurzen Moment fragte er sich, ob jemand kommen würde, um ihm Wasser anzubieten, aber er rügte sich schnell dafür, dass er eine solche Hoffnung hatte. Es wäre auch merkwürdig, wenn jetzt neue Gefangene kommen würden schließlich war es mitten in der Nacht, die Schritte hörten sich an wie von zwei Leuten, langsam und mühselig humpelte er zur Tür. Sein Bein schmerzte schon bei der geringsten Belastung und die Kette um seinen Hals spannte sich bis sie ihn fast würgte. Neugierig schaute er durch die  Gitterstäbe seiner Zelle in den langen Gang. Als der Soldat und sein Gefangener in Sicht kamen, spürte Agron, wie sein Herz brach. Der Gefangene war sein Geliebter Nasir.




Sein Geliebter wurde von dem Soldaten grob in Agron's Zelle geschubst dann ließ der Soldat sie allein. Kurz darauf kam er mit einem Schemel wieder. Agron hatte in den vergangenen Stunden die Hölle auf Erden durchgemacht und sein ganzer Körper brannte vor Schmerzen. Alles in ihm schrie danach, seinen Geliebten zu umarmen und nie wieder loszulassen. Doch das würde Nasir's Sicherheit gefärden und das würde er sich nie verzeihen. Als der Soldat ihn ansprach, wusste er genau was er zu sagen hatte. Er musste behaupten Nasir noch nie gesehen zu haben auch wenn es ihm das Herz zerriss. "Kennst du diesen Mann?" bellte der Soldat. Nasir sah Agron mit solcher Traurigkeit und Sorge in den Augen an. "Ist er wie du ein Teil von Spartacus Aufstand?" "Geliebter!" Schluchzte Nasir. Der Zustand von seinem Geliebten war noch schlimmer als Nasir erwartet hatte. Agron blutete an Brust und Rücken, stank nach verbranntem Fleisch und schonte sein linkes Bein aus dem immer noch ein schmales Rinnsal Blut floss. Außerdem war er mit einer schweren Kette um seinen Hals an die Wand gefesselt worden. Agron konnte sich höchstens fünf Schritte weit von der Pritsche entfernen dann schnürte die Kette ihm die Luft ab. Die Römer mussten in den vergangenen Stunden alles versucht haben um seine Zunge zu lösen. "Was haben sie dir angetan? Es tut mir so leid! Ich habe dich enttäuscht!" Agron wollte so gern etwas beruhigendes oder tröstendes zu ihm sagen. Aber er konnte nicht. Wenn er Nasir tröstete, würden die römischen Schweine wissen, das er Nasir kannte. Mit anderen Worten er würde seinen Geliebten ins verderben schicken wenn er zugab ihn zu kennen. Mit harten, unlesbaren Augen sah er den Offizier an. "Wir waren Sklaven in der gleichen Villa", sagte Agron. "Ich weiß nicht einmal seinen Namen und habe noch nie ein Wort mit ihm gewechselt. Er ist ein schwächlicher, kleiner Syrer und gehört auf keinen Fall zu den Sklaven in Spartacus Gefolge. Dafür ist er viel zu dumm. Ihn hier festzuhalten ist reine Platzverschwendung".
Agron zeriss es das Herz so über seinen Geliebten zu sprechen doch er musste Nasir unbedingt beschützen.





Nasir war sich nicht sicher, was schlimmer war, Agron's Verachtung ihm gegenüber oder der schrecklich, schwache Klang, der Stimme seines Geliebten. Warum behandelte ihn Agron auf einmal so kalt und abweisend? Auf diese Frage fand er keine Antwort. Nasir stolperte über einen losen stein und fiel zu Boden. Agron brauchte die ganze Disziplin, die er beschwören konnte, um nicht direkt zu ihm zu eilen, um ihm zu helfen. Er humpelte unter Schmerzen zurück zur Pritsche und setzte sich mühsam wieder hin und sah Nasir kalt und unnachgiebig an. Nasir sah ihn traurig an, aber Agron, der sah, dass der Offizier einen Stuhl mit der Absicht mitgebracht hatte, sie weiter zu beobachten, ließ sein Gesicht gleichgültig aussehen. Innerlich trauerte er und betete, dass Nasir sein Verhalten verstehen würde.





Es brach Agron das Herz, so kalt zu seinem Geliebten zu sein. Immer noch versuchte Nasir ihn zu einer Reaktion zu bringen in der Hoffnung, dass Agron ihn noch liebte. "Agron bitte!" Nasir würde gleich weinen. "Ich weiß, dass ich nicht so stark und kampferfahren wie du bin, aber ich bin jetzt hier! Ich werde weiter für unsere Sache kämpfen! Sprech einfach nur mit mir, bitte!" Der Soldat sah mit großem Interesse zu und Agron bestand weiter darauf, dass er Nasir nicht kannte. "Wie kannst du das sagen? Du kennst mich, natürlich tust du das! auch wenn keine Liebe mehr zwischen uns ist, sag nicht, dass du mich nicht kennst!" "Kleiner", sagte Agron ruhig. "Ich entschuldige mich, aber ich habe dich nur ein paar Mal gesehen. Ich kenne deinen Namen nicht. Woher du meinen kennst, weiß ich nicht. Nasir ging langsam und zögernd auf die Pritsche zu, wo Agron saß und schluchzte dabei in einem fort. Agron zeriss dieser Anblick das Herz doch er musste stark bleiben. Er musste seinen Geliebten beschützen. Wenn er weiter angab Nasir nicht zu kennen würden die Römer ihn bei Tagesanbruch freilassen und er wäre in Sicherheit. Sogar der Soldat, der sie beobachtete, wurde langsam müde vom Zuschauen. "Geh schlafen, du verdammter Idiot", schnauzte er und schlug mit seinem Schwert gegen die Gitterstäbe. Nasir hatte ihm in dieser Nacht genug Ärger gemacht. "Er sagt, dass er dich nicht kennt. Es ist besser für dich, wenn er es nicht tut. Weißt du nicht, was auf ihm zukommt? Willst du ein Kreuz neben ihm?" Nasir umklammerte Agron's Bein. Ein Wärmeschauer floss durch Agron's Körper doch er ließ es sich nicht anmerken.






Agron hasste sich dafür, seinen Geliebten so zu behandeln, aber er riss sein Bein aus Nasir's Griff auf die Pritsche und trat Nasir dabei. "Nein!" sagte dieser und wich mit Tränen in den Augen vor Agron zurück. "Nein, nein, ich kann nicht zulassen, dass sie dir das antun!" Agron funkelte ihn böse an. Er musste einen Weg finden, ihm zu sagen, was er wirklich dachte, aber er konnte das Risiko nicht eingehen, solange der Wachmann zusah. Also starrte er ihn an, so gemein er konnte. Er wollte, dass seine Augen etwas sagen wie, es ist in Ordnung. Ich bin so dankbar, dass du in Sicherheit bist und ich möchte dass das so bleibt. Bitte vergib mir, Geliebter. Nasir verstand die Nachricht nicht. Er sah nur Ablehnung in Agron's Augen die ihn früher mit Wärme und Liebe angeschaut hatten. Was war passiert was die Liebe zwischen ihnen zerstört hatte? Danach herrschte Schweigen in der Zelle das nur um einmal durch Nasir unterbrochen wurde, der sich in den Eimer erbrach, in den Agron zuvor gepinkelt hatte und den die Römer noch nicht wieder geleert hatten. Nasir fragte sich, wie spät es war. Er fing an, sich auf den Morgen zu freuen wenn die Römer ihn endlich freiließen. Jetzt da Agron ihn anscheinend nicht mehr liebte hielt ihn nichts mehr hier. Er verstand nicht warum sein Geliebter ihn so behandelte nach allem was sie zusammen durchgemacht hatten und Agron's Zurückweisung hatte ihn tiefer verletzt als eine Waffe es je könnte. Trotz allem würde es ihm immer noch wehtun, Agron an diesem schrecklichen Ort zurückzulassen, aber er hatte keine Wahl. Er lag wach und starrte an die Decke, während der Soldat, der sie beobachtet hatte, auf seinem Stuhl eingeschlafen war. Er wagte es nicht, Agron anzusehen, der, wach auf seiner Pritsche lag und mit den Gedanken ganz weit weg zu sein schien. Mindestens eine Stunde verging und der Soldat rührte sich nicht. Nasir dachte daran, zu schlafen, doch der Boden der Zelle war zu hart und stank nach Schweiß, Fäkalien und erbrochenem. In der kalten Nachtluft fing er trotz seiner gefütterten Kleidung und seinem Umhang an zu zittern. Wie musste sich da erst Agron fühlen der nur einen zerrissenen Lendenschurz trug."Nasir", sagte die schwache, krächzende Stimme seines Geliebten. Er setzte sich sofort auf und sah, dass Agron ihn ansah und sich mühsam von der Pritsche erhob er schwankte bedenklich und die Kette um seinen Hals spannte sich. "Agron!" sagte Nasir laut, aus Freude dass sein Geliebter endlich wieder mit ihm sprach. Agron's Augen weiteten sich vor Angst und er legte einen Finger auf seine Lippen, um seinen Zellengenossen zu beruhigen. "Ruhe!" Sagte er leise. Dann stand er langsam auf und ging sehr vorsichtig, sein verletztes Bein schonend durch die Zelle um sich neben Nasir zu setzen. Mit Sorge beobachtete Nasir wie sich die Kette um Agron's Hals bis zum äußersten spannte und er sah den Schmerz den jede Bewegung verursachte deutlich in den Augen seines Geliebten. Plötzlich brach Agron zusammen und stieß einen Schrei aus der Nasir durch Mark und Bein ging als sich ein scharfer Stein in seinen von Wunden übersäten Rücken bohrte. Nasir war sofort an seiner Seite.
Vorsichtig half er seinem Geliebten beim aufstehen und führte ihn zur Pritsche dort half er Agron sich hinzusetzen. Vorsichtig legte er Agron seinen Umhang um die Schultern um ihn zu wärmen und den Blutfluss seiner Wunden zu stoppen. "Hier.  Trink" Flüsterte Nasir. Dankbar nahm Agron die angebotene Feldflasche entgegen und trank in tiefen Zügen.




"Wie bist du eigentlich hier hereingekommen?" Stellte Agron die Frage die ihm seit Nasir's Ankunft durch den Kopf ging. "Bitte verzeih mir Geliebter", sagte Nasir"ich musste unbedingt etwas tun um dich zu retten. Ich habe der Wache am Tor gesagt dass ich dich nachhause holen soll damit unser Dominus dich dort bestrafen kann und dass ich sein Leibsklave bin". Langsam legte Agron seinen Kopf auf Nasir's Schoß. "Verzeih mir mein Verhalten in den letzten Stunden" flüsterte er müde. "Ich konnte die Soldaten nicht wissen lassen, dass ich dich kenne. Ich könnte es nicht ertragen, wenn dir etwas passieren würde." "Mir?" antwortete Nasir entsetzt. "Wenn mir etwas passiert? Agron, weißt du nicht, wo du bist? Was werden sie dir noch alles antun? Verdammt nochmal in drei Tagen wirst du ans Kreuz genagelt " Nasir's Stimme klang gequält und verzweifelt. "Umso mehr Grund, dich zu beschützen", sagte Agron traurig. "Ich weiß was mit mir passieren wird und wahrscheinlich habe ich es noch nichtmal anders verdient doch dein Leben werde ich retten." Agron musste tief durchatmen um einen Schwindelanfall zu unterdrücken. Agron's weitere Worte wurden von einem Hustenanfall unterbrochen. Nasir nahm ihn vorsichtig in den Arm und hielt ihn aufrecht um ihm das Atmen zu erleichtern.
Nasir schrie beinahe entsetzt auf als er sah wie Agron ohnmächtig wurde, aber er wusste, dass er leise sein musste, also biss er sich heftig auf die Unterlippe es begann fast zu bluten. Agron der wieder zu Bewusstsein gekommen war zog Nasir trotz seiner Schmerzen fest in seine Arme.






"Geliebter, du bist der einzige, den ich noch habe. Seit meine Familie getötet wurde", sagte er verzweifelt. "Ich bin so erleichtert zu wissen, dass du lebst und bei Morgengrauen freigelassen wirst. Ich könnte es nicht ertragen wenn du auch hingerichtet werden würdest. Lebe dein Leben. Werde glücklich. Für uns beide." "Ich würde für dich sterben oder ins Gefängnis gehen, Agron", antwortete Nasir. "Für tausend Jahre würde ich ins Gefängnis gehen, wenn es dir helfen würde." "Du kannst mir nicht helfen", sagte Agron traurig. "Es gibt nichts, was du tun kannst, meine mithilfe bei Spartacus Aufstand ist durch glaubhafte Zeugen bewiesen. Ich weiß, was mich erwartet und ich akzeptiere es, weil ich wusste, dass es mein Schicksal sein könnte, seit ich mich Spartacus angeschlossen habe. Aber das ist nicht dein Schicksal, liebster. Wenn du mir helfen willst, musst du leben und frei sein. Ich werde etwas Frieden haben bei dem was auf mich zukommt, wenn ich weiß, dass es dir gut geht. " Nasir sah ihn an und sah die Verzweiflung in Agron's Augen, sein Herz brach als ihm klar würde dass er nichts mehr für Agron tun konnte. Flucht war wegen den vielen Soldaten, Agron's Verletzungen und seiner Fesseln unmöglich.





Egal was Nasir tat, sein Plan war zum Scheitern verurteilt. Wie dumm er gewesen war, zu glauben, dass er seinen Geliebten retten könnte. Er spürte, wie ihm Tränen über's Gesicht strömten. "Versprich mir etwas", begann Agron. "Versprich mir, dass du den Soldaten am Morgen sagst, dass du nicht weißt, wer ich bin, dass du nur so dahergeredet hast und dass du Dinge gesagt hast, die keinen Sinn ergeben. Sag dass du einen Fehler gemacht hast und entschuldige dich bei ihnen, so ein Theater veranstaltet zu haben.
Verlasse diesen Ort und komm nie wieder zurück. "



"Agron, das kann ich nicht", begann Nasir. "Versprich es mir", unterbrach Agron ihn. "Versprich mir auch, dass, egal was passiert, du dich nicht in Gefahr bringen wirst um mich zu retten. Wo immer meine Hinrichtung stattfindet, versprich mir, dass du sie nicht stören oder unterbrechen wirst und versuche irgendwann wieder glücklich zu werden. Mein geliebter Schatz dein Leben bedeutet mir soviel mehr als das meine. " "Nein, nein", schluchzte Nasir. "Ich kann das nicht versprechen! Ich kann dir nicht versprechen, dich alleine zu lassen, damit du dich dem stellen kannst!" "Bitte, mein Herz bring dich in Sicherheit", bat Agron. Ihm war schwindelig, seine Wunden brannten wie Feuer und er biss die Zähne zusammen damit Nasir nicht sah wie schlecht es wirklich um ihn stand. Er verschloss Nasir's Mund mit seinen Lippen und drückte seine Hand. Nasir erkannte, dass er seinem Herz niemals etwas nicht versprechen könnte. Er schloss die Augen und nickte stumm. "Aber", begann er und holte tief Luft. "Du musst mir auch etwas versprechen, mein Herz." "Was?" "Du musst mir versprechen, dass du nicht aufgibst", begann Nasir. "Du wirst überleben, Agron." Agron öffnete sofort den Mund um zu protestieren, aber Nasir unterbrach ihn. "Nein", sagte er. "Du musst mir Versprechen dass du gegen die Grausamkeiten der Römer ankämpft und versuchst dich zu befreien bis du keine Kraft mehr hast. " "Ich verspreche es", sagte Agron, und dann zog er seinen Geliebten in eine enge Umarmung. Sie saßen eine Weile schweigend beisammen. Nichts anderes musste mehr gesagt werden. Nasir's  Gegenwart beruhigte Agron und er vergaß für kurze Zeit seine Schmerzen und seine Fesseln. Beide wussten, dass Agron's Leben in wenigen Tagen zu Ende sein würde doch jetzt für den Augenblick schöpften sie Kraft aus der Anwesenheit ihres Partners. Agron schlief langsam ein. Nasir streichelte ihn weiter zärtlich über die Haare um ihm in ihren letzten gemeinsamen Augenblicken Trost zu spenden. Vorsichtig strich er über Agron's Oberkörper die frischen Brandwunden und Peitschenstriemen trieben ihn Tränen in die Augen. Wie viel mehr Schmerz und leid musste sein Geliebter noch ertragen bis er von seinen Qualen erlöst werden würde?. Als der Soldat der sie bewachte sich zu rühren begann, sprang Nasir, der nicht mal ans schlafen dachte, schnell auf und kehrte zu seinem Schlafplatz am anderen Ende der Zelle zurück. Er lehnte sich gegen die Wand  und warf Agron der mühsam versuchte sich aufzurichten, jedoch immer wieder zusammen sackte einen traurigen Blick zu. Es war Zeit, sich zu verabschieden. Er würde seinen Geliebten in diesem Leben wahrscheinlich nicht Wiedersehen.
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