Das Blut von Mittelerde  -Schicksal-

von Soleira
GeschichteFantasy, Freundschaft / P18
Aragorn Dwalin Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
18.05.2018
17.09.2019
47
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Hallo alle zusammen,

Lang ist es her, seit ich meine Geschichte „Das Blut von Mittelerde“ im Hobbit Fandom abgeschlossen habe. Ich habe euch schon damals einen zweiten Teil versprochen. Und hier ist er.

Wer die Vorgeschichte noch nicht gelesen hat, dem würde ich dazu raten diese zuerst zu lesen.
Die Fanfiktion knüpft genau 60 Jahre nach der Reise zum Erebor ans Geschehen an.
Dann möchte ich mal nicht lange Reden, sondern wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Reviews sind immer willkommen. Ich freue mich auf eure Meinung

LG Soleira :)

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Wir schreiben das Jahr 2916 des 3. Zeitalters

Hell und rund hing der Mond über einem kleinen Dorf an der Grenze zu Rohan. Das klare silberweiße licht, ließ das Wasser des Flusses, der sich um die kleine Ansammlung an Häusern schlängelte, glitzern. Die Nacht war warm und klar, genau wie der Himmel, an dessen Decke sich unzählige strahlende Sterne tummelten. Keine Wolke war zu sehen. Ab und an kam Wind auf, welcher leise, wie ein unsichtbarer Schatten durch die Gassen des Dorfes, bis hin zu dem kleinen Marktplatz und darüber hinwegschwebte und verschwand. Die Menschen hatten die Fenster ihrer Häuser geöffnet um den ein oder anderen Lufthauch einzufangen. Für Frühling, was dies eine ungewöhnlich warme Nacht. Die Gräser auf den Wiesen, rund um das Dorf herum waren so trocken, dass die Bauern befürchteten, dass ein Brand ausbrechen und ihr kostbares Getreide zerstören könnte. Denn es war die erste warme Nacht, nach einem grausamen und kalten Winter.

Der Frühling war nur langsam gekommen. Erst vor ein paar Wochen, waren die Bauern in der Lage gewesen, Getreide auf den Feldern zu säen. Der Boden hatte lange gebraucht um weich zu werden. In dieser Nacht konnte niemand so wirklich schlafen. War es die Wärme oder doch etwas anderes, das sie wachhielt?

Womöglich lag es auch an den Gefahren, die der Frühling mit sich brachte? Bären würden aus ihrem Winterschlaf erwachen und könnten Vieh reißen. Wölfe könnten in die Nähe des Dorfes kommen. Das war auch der Grund, weshalb sich keine Seele, des Nachts vor die Tür traute. Gegen die Bedrohung unternahm niemand etwas, denn kaum ein Mann im Dorf war in der Lage ein Schwert zu führen. Hier hatten sich hauptsächlich Bauern niedergelassen, dazu kamen noch ein paar Dunedain, samt einem jungen Paar, das sich am Rande des Dorfes eine kleine Hütte gebaut hatte. Dort brannte, anders als in vielen anderen Hütten, kein Licht. Durch eines der sachte geöffneten Fenster, war das leichte Atmen zweier Personen vernehmbar.

Silbriges Mondlicht fiel durch das Fenster, tauchte den Raum in ein schönes Silberblau und ließ seine Schatten an den Wänden tanzen. Das junge Paar schlief in einem großen Bett, welches mittig im Zimmer stand. Der kleine Raum wurde nur durch das einfallende Mondlicht und den tanzenden Feuerschein einer einzelnen Kerze erhellt. Während die ruhigen Atemzüge des Mannes den Raumer erfüllten, schlief seine Frau eher unruhig. Ihr Körper zuckte und sie wandte sich von einer Seite auf die andere, ohne aufzuwachen. Schweißperlen glänzten auf ihrem Gesicht. Auf den ersten Blick hätte man vermuten können, sie befände sich in einem Alptraum und würde deshalb so zucken, doch dem war nicht so. Sah man jedoch genauer hin, konnte man unter der dünnen Felldecke eine dicke Wölbung ihres Bauches erkennen. Es war unverkennbar. Sie war kurz davor ein Kind zur Welt zu bringen.

Mit einem Mal begann sie sich zu verkrampfen, riss die Augen auf und stieß einen heiseren Schrei aus. Ihr Gatte war sofort auf den Beinen und eilte an ihre Seite. Seine Augen leuchteten in dem schwachen Licht vor Aufregung und Furcht. „Es ist so weit“, presste sie hervor. Dann wurde sie erneut von einer Schmerzenswelle überrollt. Schweißperlen rannen ihr Gesicht hinab und ihr ganzer Körper zitterte vor Anstrengung, dennoch lächelte sie. Glücklich und erwartungsvoll. Der Mann erwiderte es, doch es erreichte seine Augen nicht. Die Besorgnis darin war unübersehbar. Ein Poltern an der Tür schreckte ihn auf. Die Erleichterung in seinen Augen war unübersehbar, als er zur Tür eilte. Mit schnellen Schritten hatte er sie erreicht und geöffnet. „Danke, dass du gekommen bist alter Freund“, ließ er den nächtlichen Besucher dankend ein.

Schwere Schritte hallten durch den kleinen Flur. Noch konnte man nicht viel von ihm erkennen, da er fast gänzlich von den Schatten verschluckt wurde. Nur vage konnte man die Umrisse eines großen Mannes mit einem langen Mantel vernehmen. Als er in das kleine Schlafzimmer trat, hob die junge Frau den Kopf und sah dem Mann mit erleichterten Blick entgegen, bevor sie sich erneut verkrampfte und den Kopf nach hinten warf. Sogleich war er an ihrer Seite und legte eine Hand auf ihre Stirn, die andere vorsichtig auf ihren Bauch. Er wirkte konzentriert, seine buschig grauen Augenbrauen zogen sich zusammen und er murmelte ein paar Worte in einer fremden Sprache. Die Frau schien sich zu entspannen und atmete immer leichter. „Fast geschafft“, murmelte der Mann.

„Du musst noch ein bisschen durchhalten Tarlin.“ Die Frau, Tarlin, nickte und verzog angestrengt das Gesicht. Dann mit einem Mal, war der Raum von Licht durchflutet. Es schien von dem Bauch der Frau auszugehen. Wenige Augenblicke später, hielt der Mann das Baby in Händen. Das Licht war verschwunden. Vorsichtig überreichte er das Kind seiner Mutter. „Ein kleines Mädchen“, flüsterte er. Dankbar sah Tarlin ihn an, bevor sie das kleine Mädchen an ihre Brust hob und trinken ließ. Dann lehnte sie sich zurück und schloss die Augen.

„Farlin, folge mir.“ Ohne viele worte zu verschwenden, zog der Mann, den Gatten der Frau aus dem Raum und in ein Nebenzimmer. „Ich bin dir so dankbar, dass du mir halfst. Was hätte ich sonst nur tun sollen?“ Der andere winkte nur ab. „Selbstverständlichkeit Farlin. Ich kenne dich nun schon, seit du deine ersten Worte sprachst. Ich versprach damals, dass ich mich gut um deine Familie kümmern werde, und das werde ich mein Leben lang tun.“ „Danke mein Freund.“ Die Erleichterung war dem frischgebackenen Familienvater deutlich anzuhören. Sein Gegenüber winkte ab. Dann fuhr er mit ernster Stimme fort.

„Achte gut auf dein Kind mein lieber Farlin.“

Die Augen seines Gegenübers weiteten sich leicht.  

„Aber…ich dachte das Licht vorhin, wäre deine Magie gewesen“, stammelte Farlin.
Ein dunkles Grollen entrang sich der Kehle des anderen.
„Nein, war es nicht. Was auch immer das Kind alles aus eurer Blutlinie geerbt hat, es wird nicht leicht werden.“

Als Farlin schwieg fuhr sein Gegenüber fort.

„Dieses Kind wird von vielen gefürchtet, bewundert und gehasst werden. Gib gut auf sie acht und verschweige um jeden Preise was sie ist. Hast du mich verstanden?!“

Eindringlich sah der bärtige Farlin an. Langsam nickte dieser. Die Gesichtszüge des anderen glätteten sich beruhigt und er atmete tief durch. „Sag es ihr erst, wenn sie alt genug und in der Lage ist, mit der Wahrheit umzugehen.“ Er legte eine Hand auf Farlins Schulter und sah ihm tief in die Augen.

„Wann immer ihr Hilfe braucht, so werde ich kommen. Du hast mein Wort.“

Farlin atmete aus. Erleichterung machte sich auf seinem Gesicht breit und er lächelte leicht.
Sein Gegenüber lächelte leicht trat schließlich gemeinsam mit ihm aus dem kleinen Zimmer heraus. Kurz warf Farlin einen Blick in Richtung Schlafzimmer.

Tarlin hatte den Blick gehoben und sah ihn aus müden, aber glücklichen Augen an. Das kleine Mädchen schlummerte friedlich in ihren Armen. Sie legte einen Finger an die Lippen.

„Sie ist eben eingeschlafen. Mein kleines Mädchen.“ Liebevoll sah sie auf das zarte Geschöpf in ihren Armen hinab.
„Ich denke, so langsam müsstet ihr euch einen Namen für die Kleine überlegen.“

„Farja“, sagte Tarlin. „Ihr Name wird Farja sein.“
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