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Silent Snakes

von ThreeJay
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Betty Cooper Fangs Fogarty FP Jones Jughead Jones OC (Own Charakter) Sweet Pea
17.05.2018
29.04.2021
7
11.316
6
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17.05.2018 1.764
 
Hallo ihr Lieben :-)
dies ist mein erster Versuch an einer FF von Riverdale.
Vorab: ich werde mir Zeit lassen mit den Kapiteln, da sie wirklich gut und nicht schnelllebig werden soll. Und nein, mein OC wird keine Mary Sue sein. :-)
Viel Spaß beim Lesen und über Rückmeldung jeglicher Art würde ich mich wahnsinnig freuen.
Eure Jay



Die Sonne brannte mir auf den Rücken, als ich dabei war, die neuen Bremsbeläge auf meine Rennmaschine zu befestigen. Ich liebte mein Motorrad über alles und verbrachte über die Hälfte des Tages auf ihr. Nichts liebte ich mehr, als mit hoher Geschwindigkeit in die Kurven zu gehen, sodass mein Knie beinahe den Boden berührte.
Mit dem Handrücken wischte ich mir den aufkommenden Schweiß von der Stirn und griff mit der anderen Hand nach einer Flasche Wasser.
Im Hintergrund vernahm ich die Motorgeräusche mehrerer Bikes, weshalb ich mich umdrehte und versuchte gegen die Sonne anzublinzeln, allerdings musste ich meine Augen so stark zusammen kneifen, dass ich nichts mehr sehen konnte und ich den Versuch aufgab, die Besucher vorher zu erkennen.
Mit einem Seufzen widmete ich mich wieder meiner Maschine zu und zog die letzte Schraube fest an.
Mühselig raffte ich mich auf und streckte mich in alle Himmelsrichtungen. Gefühlt war ich den ganzen Tag damit beschäftigt gewesen, das Motorrad wieder in Ordnung zu bringen.
„Dann wollen wir dich mal waschen, meine Hübsche.“, murmelte ich freudig und lief neben die Garage zum Wasserhahn, um einen Eimer zu befüllen, in den ich Pflegemittel kippte.
Motiviert, aber auch ein wenig erschöpft schlenderte ich zurück und tauchte einen Schwamm in das kühle Wasser und begann damit, erst die Verkleidung und dann den Rest des Motorrads zu säubern.
Das Blubbern der anderen Bikes kam immer Näher, bis ungefähr sieben Chopper auf dem Hof zum Halten kamen und die Männer sich ihre Helme abnahmen.
„Alex... vielleicht solltest du dir lieber einen Mann suchen, anstatt immer an deiner Maschine zu schrauben.“, brüllte ein großer, breiter, mit Tattoos geschmückter, älterer Mann.
„Dann zeig mir einen Mann, der es mit mir aufnehmen kann!“, rief ich zurück und zwinkerte ihm zu.
Jeden Abend die gleichen Sprüche, wenn die Jungs vom Club zu uns nach Hause kommen.
Ich beeilte mich, mein Motorrad trocken zu reiben und stellte mein Werkzeug wieder zurück in die Garage, wo ich es her hatte.
„Mama beeilt sich mit dem Duschen.“, flüsterte ich meinem Bike zu und lief in das alte Farmhaus meines Großvaters, den ich schon von der hinteren Veranda lachen hören konnte.

Zweistufen auf einmal nehmend sah ich zu, dass ich in das obere Stockwerk kam, zog mir neue Sachen aus dem Kleiderschrank und verschwand unter der Dusche, in der ich das Öl und den Schweiß von meiner gebräunten Haut schrubbte.

Nach der Dusche kämmte ich meine langen, braunen Haare und trug etwas schwarze Schminke auf, die meine blauen Augen deutlich hervorhoben.
Noch nicht ganz trocken versuchte ich in meine zerrissene, schwarze Röhrenjeans zu kommen. Ich sprang und streckte meine Beine in sämtliche Richtungen, damit sie auch richtig saß und stülpte mir zu guter Letzt noch ein schwarzes Tanktop über den Kopf. Schnell schlüpfte ich in meine Lederboots und warf noch einen letzten Blick in den Spiegel.
Durch die Risse und Löchern an den Beinen konnte man deutlich meine Tattoos erkennen, so wie auch meine Tattoos an den Armen und Rücken sichtbar war. Für meine süßen 17 Jahre war es vielleicht ein wenig zu viel, aber mich hat die Meinung von anderen Menschen noch nie sonderlich interessiert. Genauso wie mich ihre verurteilenden Blicke auch kalt ließen.
Fröhlich hüpfte ich die Treppen wieder hinunter und ging nach Hinten zu den anderen, um mich von meinem Großvater zu verabschieden.
„Ich fahr ein wenig durch die Gegend. Mach dir keine Sorgen.“, lächelte ich und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Liebevoll drückte er meine Hand und ich stürmte zur Garderobe, wo ich mir meine Lederjacke und meinen schwarzen Helm, mit einem verdunkeltem Visier schnappte.
Die Jacke zog ich auf dem Weg schon an und setzte mir den Helm bereits schon auf, ehe ich mich auf die Maschine schwingen konnte.
Vorsichtig steckte ich den Schlüssel in das Zündschloss und verstaute mein Handy, ebenso wie meine Geldbörse in die Innentasche meiner Jacke, ehe ich sie schloss und die Zündung anschaltete.
Mit einem leisen Brummen gurrte der Motor vor sich hin und ich drückte die Kupplung, um den ersten Gang ein zu rasten.


Mit hoher Geschwindigkeit flog ich über die Straßen und die Kurven. Es gab für mich kein schöneres und berauschenderes Gefühl. Die Liebe für Motorräder brachte mir mein Dad bei und zeigte mir schon als kleines Kind, wie ein Bike aufgebaut ist und verbrachte jede freie Sekunde mit mir beim Schrauben.
Während ich durch die Gegend fuhr, bemerkte ich gar nicht, dass ich Riverdale immer näher kam. Es war eine kleine Stadt, die in North und South Side aufgeteilt war. In der North Side lebten die, sagen wir mal, besseren Leute, während in der South Side die Außenseiter lebten. Drogendealer, Abhängige, Kriminelle und Leute wie ich – Gangmitglieder.
Dort wurden die Straßen von den Serpents und den Ghoulies beherrscht. Zwei sich, seit Jahren, hassende Gangs.
Ich habe noch nie wirklich viel davon verstanden und halte mich prinzipiell aus solchen Sachen her raus, denn ich habe durch diesen Krieg zwischen den beiden, meinen Vater und meine Mutter vor einigen Jahren verloren, was mich allerdings nicht daran hinderte, dem Club meines Großvaters beizutreten. Wir waren die Silent Snakes – eine Art Untergruppe der Serpents. Da wir in Greendale zuständig sind, halten wir den ganzen Drogenhandel von der North Side fern.

Ich verlangsamte mein Tempo und bog auf den Parkplatz von Pop's Chock'lit Shop. Mit meinem linken Fuß drückte ich den Ständer des Motorrads hinunter und setzte sie langsam auf diesen ab.
Während ich zum Eingang des kleinen Diners ging, nahm ich meinen Helm ab und schüttelte meine Haare durch.
Pop sah mich schon durch die Tür und lächelte mir freundlich zu. Mit Schwung öffnete ich die Tür und trat herein. Das  Lächeln des Herren wurde immer breiter.
„Wie immer, Alex?“, fragte er und machte sich daran eine Tasse mit Kaffee zu füllen. „Danke, Pop.“, schmunzelte ich leicht und setzte mich an den hintersten Tisch, der noch frei war.
Ich mochte diese Ecke des Diners, denn niemand achtete darauf, wer hinten saß und man wurde nicht von anderen Besuchern belästigt. Früher kam ich oft mit meinem Dad hierher und wir aßen jeweils einen großen Eisbecher zusammen mit einem Milchshake. Doch seit er von uns gegangen ist, habe ich nie wieder etwas von den beiden bestellt. Es erinnerte mich daran, dass es nie mehr sein wird wie früher und ich eine Waise bin.
„Wie geht es deinem Großvater, Kleines?“, fragte der ältere Mann, als er mir den dampfenden Becher Kaffee vor mir auf den Tisch stellte. „Ein zäher Bursche. Der wird nicht so schnell von dieser Welt verschwinden.“, lachte ich und umschloss mit meinen kühlen Händen den Becher, um sie ein wenig aufzuwärmen.
„Grüß ihn mal von mir und er kann sich gerne mal hier blicken lassen.“, Pop legte seine Hand auf meine Schulter und ging wieder hinter den Tresen.

Entspannt lehnte ich mich auf das rote Polster zurück und nippte vorsichtig an dem heißen Kaffee, bis die Tür schlagartig aufging und vier Personen in meinem Alter jubelnd in das Diner kamen.
„Wir haben wirklich die Ghoulies aus der South Side vertrieben.“, lachte ein Junge mit orange-rötlichen Haaren. Sofort wurde ich hellhörig und richtete mich auf. Pop sah zu mir hinüber und in seiner Mimik konnte ich Sorge erkennen.
„So schnell werden sie sich nicht mehr hier blicken lassen.“, grinste ein schwarzhaariges Mädchen und küsste den jubelnden Jungen von eben auf die Wange.
„Sie werden sich Rächen wollen. Wir müssen darauf vorbereitet sein.“, ein zweiter Junge mit dunklen Haaren und Mütze auf dem Kopf dämpfte die Stimmung wieder. Als er mir den Rücken zudrehte, konnte ich deutlich erkennen, dass er eine Kutte der Serpents trug.
Als hätte er gewusste, dass ich ihn anstarrte, drehte er sich abermals in meine Richtung und sah mir direkt in die Augen.
Augenblicklich sank ich meinen Blick und mein Handy klingelte in dem Moment. Es war einer der Jungs aus dem Club.
„Was gibt’s?“, fragte ich und konnte nur lautes Gebrülle und aufheulende Motoren hören, dann brach die Verbindung ab.
Ich zog 10 Doller aus meiner Geldbörse und legte sie auf den Tisch. „Alex?“, Pop sah mich mit einem Blick an, bei dem ich am liebsten angefangen hätte zu weinen.
„Sie sind bei uns!“, sagte ich lauter als gewollt, denn die vier Jugendlichen warfen einen Blick zu mir.
Ich trat die Tür auf, setzte mir blitzschnell den Helm auf und raste mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch die Nacht.



Von weitem konnte ich schon den Geruch von Rauch und Feuer riechen und als ich um die Kurve bog, war unser Haus nichts weiter als ein brennendes Inferno.
Je Näher ich meinem Zuhause kam, umso langsamer wurde die Maschine.
Die Bikes der anderen brannten ebenfalls und ich sah die Männer auf dem Boden liegen.
Ich stieg von meinem Motorrad ab und rannte zu dem ersten, der mir über den Weg lief.
„Wo ist mein Großvater?“, schrie ich und mein Blick lenkte sich immer wieder auf brennende Haus. „Alex, sie waren einfach zu viele.“, schnaubte Jack, spuckte Blut aus und drückte seine Hände auf den Bauch.
Nicht mehr im Stande logisch zu denken, rannte ich wirr über den Hof und schrie immer wieder nach meinem Großvater, doch bekam keinerlei Antwort. Das einzige was ich sah, waren immer mehr Männer die schwer verletzt waren und um ihr Leben zu kämpfen schienen.
Von weitem vernahm ich wie durch Watte, das Sirenen lauter wurden und als ich um das Haus herum gelaufen bin, konnte ich meinen Opa sehen, wie er verletzt am Fuße der Treppe lag. Ohne lange zu zögern rannte ich direkt auf ihn zu und versuchte ihn von dem Feuer wegzuziehen, da die Flammen anfingen sich auf seiner Hose auszubreiten und ich mir meine Unterarme dadurch stark verbrannte.
Mit zittrigen Händen tastete ich nach seinem Puls, welcher kaum noch vorhanden war und atmete etwas erleichtert auf.
Mit wackeligen Beinen ging ich wieder zurück auf dem Hof, um den Sanitätern Bescheid zu sagen, dass hinter dem Haus auch noch jemand liegt, doch dann schlug der Schmerz der Verbrennungen schlagartig zu und ich konnte nichts weiter, als laut zu schreien.
Bevor ich zu Boden sank konnte ich noch sehen, wie zwei Männer auf mich zu liefen und sich neben mich knieten.
„Mein Großvater liegt dorthinten.“, wisperte ich und dann wurde alles schwarz um mich herum.
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