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Zwischen Wolf und Hirsch

GeschichteAbenteuer, Thriller / P18 / MaleSlash
Buck Jacob Seed
17.05.2018
01.05.2019
23
36.131
9
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19.05.2018 1.350
 
Olá ... Gesichtslose Masse ♡

Sagt schon, hab ich so ins Klo gegriffen, wenn ich mir denke dass Buck und Jacob gut zusammen passen? Ihr wählerischen kleinen Schlingel...~ Viel spaß mit Kapitel 2

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Erwachen


Frischfleisch - so konnte man zumindest einen Teil der Bewohner und Widerständler von Hope County betiteln, welche mit der letzten Lieferung zu Jacobs Lager in den Whitetail Mountains gebracht wurden. Manche von ihren würden sich als stark und nützlich genug heraus stellen, andere würden den anderen Gang gehen, doch wer davon welchen Weg einschlagen würde, war immer mal wieder überraschend. Was die Sache ab und an auf eine andere Art interessant machte.
Mehr einer Routine folgend schritt Jacob die Käfige mit den bereits angekommenen Neuankömmlingen ab und zählte mehr, als das er bereits irgendwelche Abschätzungen vornahm, um einfach einen Überblick zu bekommen und zu behalten. Hier und da fiel sein Auge bereits auf den einen oder anderen, der etwas viel versprechender aussah und den er bereits gedanklich für seine Tests notierte - immerhin galt es eine Armee aufzustellen. Ein kleiner Tumult etwas abseits zog seine Aufmerksamkeit auf sich, als es bei den im hinteren Teil des Geländes verteilten Käfigen offenbar zu einer Auseinandersetzung kam. Einer der Gefangenen hatte sich offenbar befreien können, stieß einen der Wärter zur Seite und entriss ihm dabei die Waffe.
Mutig, schoss es Jacob im ersten Moment durch den Kopf, wobei er sich noch nicht schlüssig war, ob er noch ein Dumm hinzufügen sollte oder nicht. Die ersten Schüsse fielen bereits, als der Flüchtling wild das Feuer eröffnete und auch aus einiger Entfernung konnte man die Panik in seinen Augen erkennen, als einer von Faiths Angels auf ihn zu kam, welche bekanntlich alles andere als leicht zu töten waren.
"Doch nur dummes Fleisch." In Jacobs Stimme schwang ein leichter, schon fast abwertender Unterton mit, als er beobachtete, wie die MP5 in dem Versuch auch nur einen Treffer zu landen, wild hin und her gerissen wurde. Ein panischer Schrei ertönte, als es den Flüchtling mit einem Schlag von den Füßen riss, doch schon nach wenigen, nur teilweise gezielten Hieben verstummte der Ton bereits wieder und es war nur noch matschig klingende Geräusche zu hören, als von dem Kopf des Namenslosen nur noch eine breiige Masse übrig war.
"Räum das weg", fuhr Jacob einen der Peggies neben sich in einem ruhigen Ton an und gab ihm einen Stoß in Richtung der Leiche. So schnell wie Unruhe entstanden war, war sie auch schon wieder verstummt und vielleicht war der Anblick dessen, was von diesem sinnlosen Versuch übrig war, auch eine kleine Lehre für den Rest. Den Blick noch einen Moment auf den reglosen Körper und die in der Sonne bereits trocknende Pfütze aus Blut, Knochensplittern und Hirnmasse gerichtet, wandte sich Jacob ab, während die Leiche davon geschleift wurde. Zwei oder drei Käfige standen schließlich noch aus, von denen der letzte gerade mit einem Nachzügler versehen wurde, bei welchem das Tattoo auf dessen Brust als erstes die Aufmerksamkeit des ältesten Seeds auf sich zog. Stilistisch vielleicht Geschmacksache, doch der Rehbock an sich ließ ihn kurz die Stirn runzeln.

Als Buck erste Reize wieder wahrnehmen konnte, was alles, was er spürte, wie er von starken Armen mehr geschleift wurde, als dass man ihn trug, oder er eigene Schritte machen konnte. Wie auch? Sein Körper war noch nicht bereit, um eigenständige Aktionen zu vollführen. Er war zu weggetreten, zu tief in Gefangenschaft der Ohnmacht. Nur dumpf drang Trubel an sein Bewusstsein, ließen seine Augenlider flattern. Dann war alles still - er wurde geschleift, fallen gelassen und die Tür scheppernd verschlossen, noch bevor Jacob bei ihm war. Mit leicht geneigtem Kopf betrachtete Seed den Unbekannten und ließ sich mit wenigen Worten von einem der Peggies erklären, wo und wie man dieses Exemplar eingefangen hatte. Währenddessen wurde die Geräusche deutlicher. Immer klarer sein Verstand. Langsam kehrten die Sinne zurück. Der lehmige Geruch der Erde. Der dumpfe Schmerz an seinem Kopf. Eine Stimme. Zwei? Bucks Gesichtsmuskeln zuckten.
Ein weiterer Schritt brachte Jacob bis auf wenige Zentimeter an den Käfig heran, wobei die Dogtags um seinen Hals leise klimperten, als sich sein Brustkorb bei einem tiefen Atemzug hob und wieder senkte.
"Nun, Reh", begann er, als er den leichten Bewegungen in dem Gesicht des Gefangenen entnehmen konnte, das dieser zumindest wieder so weit bei sich war, dass er begriff das man ihn ansprach. "Zu welcher Sorte Fleisch gehört du wohl?" Die Ruhe, welche in der Stimme erneut mitschwang, machte es im ersten Moment schon fast schwer zu unterscheiden, ob er wirklich mit Buck sprach, oder sich die Frage nicht vielleicht doch selbst gestellt hatte.

"Reh" - das hörte Buck. Ein Signalwort für ihn. Ein Trigger. Das Gemüt wurde wacher. Ein maulendes Geräusch drang zwischen seinen Lippen hervor - Töne, die das wiedererlangen der Kontrolle über seinen Körper nicht deutlicher machen konnten. Flatternd öffnete er die Augen - halbgar, zu mehr war er im ersten Augenblick nicht im Stande... nicht ganz zumindest: "F..... uck."
Ja - Fluchen funktionierte noch - wobei es bei dem Australier wohl mehr eine Art Reflex war, als eine ausgereifte Handlung.Ein Fluch war zwar nicht gerade die Antwort, die Jacob gerne gehabt hätte, aber eigentlich keine all zu unübliche Reaktion. Zumindest für jemanden, der sich nicht wie eine ängstliche Ratte verhielt, wenn er nach und nach und nach begriff, in welcher Situation er sich in etwa befand. Erst einmal ruhig abwartend, beobachtete Jacob, wie Bucks Sinne einer nach dem anderen wieder zuschalteten und dessen Gehirn zumindest teilweise zu verarbeiten begann, was los war.  Noch im Dämmerzustand kamen erste Eindrücke bei dem Gefangenen an - jemand stand vor ihm. Der Versuch den Kopf zu heben, zu drehen, war nur in Begleitung von Schmerzen möglich. Hartnäckig versuchte Buck sich daran. Sein Gesicht spiegelte den Schmerz wieder den er empfand - die alte Stirn in Falten gelegt, keuchte er angestrengt aus. Vielleicht wurde er doch zu alt, für so eine Scheiße?
"Khha...", drang ein weiteres keuchen aus seiner Kehle... Nur kurz schien er sich 'auszuruhen'. Lang genug, um noch einmal Kräfte zu sammeln und alles daran zu legen, sich auf die Seite zu begeben, um nicht mit dem Gesicht im Dreck zu liegen. Der Blick klärte sich. Stumm sah er sich schnaufend um - sah auf die abgetragenen dreckigen Stiefel, die sich hinter den Gitterstäben befanden. Gitterstäbe, schoss es ihm durch den Kopf und Alarmglocken begannen zu klingeln.

Plötzlich strömten die Gedanken an die vergangenen Ereignisse zurück in sein Hirn. Collin, USA, Montana, Hope Country, diese Sekte und... Adrenalin war es, das ihn zu plötzlichen Bewegungen fähig machte.  Aufmerksam beobachtete Jacob die Reaktionen des Körpers, welche teilweise eher instinktiv und eintrainiert und weniger gewollt oder beabsichtig waren und zog für sich die ersten Schlüssel darauf, was für eine Art Mann er da vor sich hatte. Dieser schaffte es sich auf den Rücken zu drehen und versuchte, nach hinten weg zu kriechen, während er verzweifelt nach seinem Jagdmesser griff - nicht mehr, als eine leere Scheide. Ein Beweiß für Jacob, dass Buck kein Amateur sein konnte. Er schien besser ausgebildet, die Bewegungen zeugten, trotz einer noch immer vorhanden leichten Trägheit, von einer gewissen Kampferfahrung. Eindeutig ein anderes Kaliber, als die meisten anderen, die man bisher hierher zu ihm gebracht hatte - ob nun einfache Bewohner oder Widerständler von Hope County.
Schwer atmend und mit dröhnendem Kopf sah er sich genauer um. Musste die Situation verarbeiten. Er sah sich den Käfig an, und es dauerte nicht lange, bis sein Augenmerk seinen "Wärter" erreichte. Es gab nur eine logische Frage - sie zu stellen, war absolut menschlich: "Was.... zum Teufel..."
Weiter fuhren die Augen seinen Gegenüber ab - selten war er in einer solchen Situation gewesen, zu selten... und für klare Gedanken reichte weder die Zeit, noch in diesem Augenblick die Kraft.
"Tztztztz, na der Teufel hat hiermit aber nichts zu tun", entfuhr es Jacob mit einem kurzen Geräusch ,das sie ein unterdrücktes Lachen klang.
"Wobei man schon sagen kann, das der Gedanke dieser Vermutung gerade hier sicherlich ohne Schwierigkeiten aufkommen könnte. Je nachdem, mit wem man sich zuvor unterhalten hat."
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