Die Regel der Zwei

von Remediem
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
General Hux Kylo Ren
17.05.2018
04.11.2019
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Ren verstand die Welt nicht mehr.
"In solchen Zeiten darf man keine Chance ungenutzt lassen", schnarrte Snoke von seinem Thron aus.
Und Kylo dankte der Macht, dass die Maske seinen Gesichtsausdruck soweit verschleierte, dass sein Meister die Wut in seinen Augen nicht sehen musste.
Stattdessen drehte er den Kopf, nur ganz leicht um die verhüllte Gestalt neben sich zu betrachten.
Das sollte Snokes neuer Schüler sein? Diese dünne Erscheinung, sollte seinen Platz einnehmen?
Dieses Nichts sollte ihn ersetzen können?
"Meister, aber die Regel-", hob er in einem einzigen Versuch an, diese Ungerechtigkeit ruhig zu lösen.
Es musste ein Fehler sein. Ganz sicher sogar.
"Die Regel der Zwei bedeutet den Sith nichts mehr. Ihre wahre Stärke erreichen sie durch Eigennutz. Und nach deinem Versagen, war dies die Konsequenz daraus."
Snokes Stimme war kühl, wie immer wenn er sprach. Er betrachtete Wesen als Gegenstände, Schachfiguren auf seinem Brett. Kalte Gegenstände ohne Würde. Bisweilen hatte er diese Eigenschaft als eine Stärke interpretiert. Diese Kälte sogar geschätzt.
Nun verriet sie ihn.
"Ich werde nicht noch einmal scheitern", beharrte Ren eisern.
Der Oberste Anführer zuckte mit dem Mundwinkel.
"Davon gehe ich aus. Und dennoch bedarf es einer Absicherung."
Man deutete mit einem Nicken auf die Gestalt neben Kylo. Der Dorn in seinem Auge, der stach und biss ohne dass er sich bewegen musste.
Diese ließ auf das stille Kommando seines Meisters, die schwere Kapuze sinken.
"Armitage mag zwar nicht deine Macht besitzen, aber seine Techniken sind fein und seine Sinne geschärft."
Ren starrte. Wütend und aufgebracht.
Es stand Snoke nicht zu ihn mit so einem verweichlichten Typen zu ersetzen.
Der Kerl schien sich nicht einmal auf den Beinen halten zu können, so mager und schmal war er.
In dem Moment, als man eine Verbeugung andeutete, packte Ren an seine Seite.
Er würde Snoke den Fehler zeigen ihn damit auszutauschen.
Die schwere Klinge aus feurig rotem Plasma surrte, sie wütete wie ihr eigener Brand.
Er führte sie mit beiden Händen, holte aus mit der Absicht diese Imitation sofort zu exekutieren, damit er wenigstens etwas Stolz behielt.
Ren rechnete mit keinem Widerstand. Er erwartete nichts von diesem schwächlichen Exemplar der Gattung Mensch.
Eine zweite Klinge flammte auf, ruhiger und weniger wütend wie die erste.
Rens Augen begegneten blauen.
Herablassend betrachteten sie, während man den Schlag abfing und zurückstieß, mit einer Leichtigkeit, die Kylo sauer aufstieß.
"Es freut mich auch dich kennenzulernen, Kylo Ren."
Was erlaubte man sich?
Ihn mit dieser falschen Freundlichkeit noch derart zu beleidigen?
Rens Blut kochte.
"Das ist mein Platz!", knurrte er aggressiv, umfasste den kalten Stahl kräftiger und holte aus.
Doch die feine, grazile Klinge des anderen leitete den Schlag Richtung Boden, wo er tiefe Spuren im Grund hinterließ.
Kylo funkelte seinen Gegner böse an, nachdem er sein Lichtschwert ohne Widerstand aus dem Grund zog, wie das Metall um die feurige Schneide schmolz und sich rot glühend seinen Weg bahnte.
So glühend wie die seltsamen Haare des anderen.
Ein nahezu unnormaler Bronzeton, schillernd und seidig.
Ren schüttelte diese Gedankengänge ab, nachdem ihm das verächtliche Grinsen im fremden Gesicht aufgefallen war.
Wie es ihn reizte. Wie es ihn verspottete.
Er hasste es.
Er blendete aus, dass sich Snoke erhoben hatte, interessiert am Duell seiner Schüler. Aber vor allem daran, wer überlegen war.
Das flammende Schwert surrte erneut durch die Luft, erfüllte sie mit kleinen Funken und Energie.
Diesmal hatte sein Gegner Mühe damit, ihre Richtung zu lenken.
Trotzdem schaffte man es sich in der Bewegung zu drehen.
Die rote Klinge schoss hervor, strich brennend über den Stahl seiner Maske.
Ren riss die Augen vor Entsetzen auf, als er keine Luft mehr bekam.
Wie panisch streifte er sie von sich, schmiss das rauchende Metall von sich.
"Und endlich sehe ich dein Gesicht", spottete sein Gegenüber harsch.
Erst da, als sie einige Schritte trennten, fiel Ren auf, dass dieser Armitage gar nicht so leicht gebaut war wie angenommen. Im Gegenteil sogar. Statt drahtig und dürr zu wirken, schien er nun mit dem karmesinroten Lichtschwert mächtig und geschmeidig.
Kylo durchfuhr Neid. Purer, blanker Neid für diese Eleganz, mit der man die Klinge schwang.
"Nicht mehr lange", fauchte Ren, damit abgeschlossen seinem Feind die Augen auszustechen, um dem Blick zu entgehen.
Diesen von Mitleid erfüllten Augen, die ihn betrachteten mit Hohn und Herausforderung.
Er senkte sein Schwert, genoss das Surren der Energie, ehe er erneut hervorstach, mit der Absicht böse Wunden zu hinterlassen.
Der Rothaarige ächzte unter den wuchtigen Schlägen, parierte sie dennoch ohne einen Schritt zurückzuweichen.
Ren packte Wut.
Er ließ die Klinge mit einer Hand los, die andere streckte er aus. Bereit den Rivalen mit seiner Kraft zu erwürgen, zu zermahlen.
Doch auch hier ahnte man den Streich der Macht.
Armitage löschte sein Schwert in dem Moment, als die gestaute Energie ihn drohte von den Füßen zu reißen, hielt er dagegen.
Wütend starrten sie einander an, diese Macht zwischen ihnen, die pulsierte und wütete wie ein Sandsturm.
Es knisterte. Fein und leicht und leise. Gefährlich geradezu.
Der ohnehin schon beschädigte Boden knarzte unter der Kraft, verbog sich und bäumte sich auf.
Ren lief der Schweiß in die Augen, das flammende Schwert erlosch ebenfalls, zu einem kleinen Brand, als würde es den Atem anhalten in einer Sekunde oder zwei, in der die Zeit stehen blieb.
Seinem Gegenüber ging es ähnlich.
Der Kiefer stach scharf hervor, die Augen ärgerlich verdunkelt, während seine Wangen bebten bei jedem abgehackten Einatmen seiner Lunge.
Ihre Stiefel bohrten sich in das Metall, drückten sich geradezu hinein um nicht nachzugeben.
"Genug!"
Etwas riss sie auseinander.
Ren landete dumpf auf dem Bauch, ruschte noch etwas über den glatten Boden.
Keuchend sah er auf und bemühte sich, nicht gänzlich als Versager dazustehen. Oder zu liegen.
Sein Gegner hingegen stand noch. Seine Augen hingen jedoch am Obersten Anführer, dem er mit einer Verbeugung Respekt zollte.
"Ich verstehe deinen Zorn, junger Ren", hob Snoke bitter an. "Doch wage es nie wieder eine meiner Entscheidungen anzuzweifeln."
Die Drohung war angekommen, als sich Kylo wieder auf die Beine raffte, dabei geschlagen sein Schwert einsammelte.
"Ich sende euch nach Korriban. Wandelt auch dunklen Pfaden zur Macht, um das Beben zu finden, welches sich regt."
Rens Gedanken wurden schwarz.
Er würde nicht mit diesem Mann zusammenarbeiten. Den Teufel würde er tun.
Snoke strafte ihn mit einem warnenden Blick.
"Sehrwohl, Oberster Anführer", antwortete Armitage in der Zeit und erhob sich von den Knien.
Seine blauen Augen, durchzogen von hellen, giftigen Facetten, streiften seinen Feind.
Ren schob widerwillig den Kiefer vor.
Diese Schlacht mochte verloren sein. Doch der Krieg wartete noch auf ihn.
Entschieden wurde am Ende, nicht am Anfang.
"Wie Ihr wünscht, Meister", erwiderte er bitter in Gedanken, seinen Rivalen auszuschalten.
Koste es was es wolle.
Mit einer wehenden Bewegung drehte er sich um, bereit den Saal zu verlassen.
Jetzt hieß es seine Wunden zu lecken, sich einen Plan anzueignen.
Denn mit roher Wut kam er hier nicht weiter. Auf keinen Fall sogar.
Es versprach eine interessante Zeit zu werden.
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