Pretty Little Endings

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
Alison DiLaurentis Mona Vanderwaal OC (Own Character) Spencer Hastings Toby Cavanaugh
15.05.2018
22.07.2019
13
16972
5
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Dieses Kapitel
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Hey ihr Lieben,

ein herzliches Dankeschön für die Empfehlung und die ersten Favo-Einträge.
Ihr seid die Besten! Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem nächsten Kapitel.

Liebe Grüße
RedQueen

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Alex fühlte sich beobachtet.
Von ihrer Mutter und den Kameras, die sie mit einem surrenden Geräusch ins Visier nahmen.
Sie wusste genau, was geschah, wenn sie sich den Anweisungen widersetzte, doch der Drang ihren Peiniger zu reizen und sich selbst zu bestrafen, war einfach zu groß.

„Meine kleine Prinzessin“, drang es aus den Lautsprechern.

Die Stimme machte eine von Mitgefühl erfüllte Mutter nach, dessen Kind sich gerade das Knie aufgeschürft hatte.

„Du musst etwas essen“, sagte sie mehr als Befehl, als eine Aufforderung.

Alex schnaubte und stemmte die Ellbogen auf den Tisch.

„Das ist aber nicht sehr ladylike, Mademoiselle“, ermahnte sie die Stimme.

Alex bemerkte, wie sie unruhiger wurde.
Mona wollte ihre Puppen nicht bestrafen, doch irgendwann war es ihr zu viel und sie drückte auf den dicken, roten Knopf auf dem Danger stand.
Natürlich entsprach dies nicht ganz der Wahrheit, da Alex sich das nur ausgedacht hatte, um sich die Zeit zu vertreiben.

„Alex, ich warne dich“, erklang die Stimme erneut.

Der Angesprochenen fiel ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen.
Es war bald soweit. Nur noch einen Augenblick.

„Mary, du hast deine Tochter aber nicht gut erzogen“, wandte sich die Stimme an ihre Mutter.

Mary hob den Kopf und warf einen finsteren Blick in eine der Kameras. Alex musste schmunzeln.
Denn sie lag komplett falsch.
Ihre Mutter hatte sie gar nicht erzogen.
Sie hatte sie verkauft und ihrer jüngsten Tochter somit ein einsames und trostloses Leben geschenkt.
Bis heute hatte sie ihrer Mutter nie verziehen, doch das spielte keine Rolle mehr. Das einzig Wichtige war, dass sie eingesperrt war und, dass sie so schnell wie möglich entkommen musste.
Mit oder ohne ihrer Mutter.

„Alex, reiß dich zusammen“, riss ihre Mutter sie aus den Gedanken.

Sie sahen sich kurz in die Augen.
Alex erkannte Schmerz und Hoffnungslosigkeit in Marys grauen, kalten Augen und sie verstand nur zu gut weswegen.

„Deine Mutter hat Recht, Alex Schätzchen“, kam die Stimme ihres Peinigers aus dem Hintergrund.

Alex atmete tief ein und fing an zu schreien.

„Verdammt Mona, hörst du dir überhaupt selbst zu?
Du bist eine kranke Psychopathin, die das hier alles nur zu ihrer eigenen Befriedigung tut.
Ich hatte wenigstens einen Grund, warum ich gefoltert habe, doch du schlägst wahllos um dich in der Hoffnung irgendetwas oder irgendjemanden zu treffen. Deine kranken Spielchen finden nur in deinem Kopf statt und du kannst uns nicht wie Puppen erziehen, damit du diese besänftigst“

Alex spürte selbst, wie ihr Kopf rot angelaufen war.
Sie hatte sich zu eine der Kameras hin gebeugt, die Augen weit aufgerissen und geschrien, was ihr gerade in den Sinn gekommen war.
Und das Beste daran war, dass alles von dem, was sie gesagt hatte wahr war.
Mary hatte ihrer Tochter nur fassungslos dabei zugesehen, wie ihr Wutausbruch sie voll und ganz in Besitz genommen hatte.
Doch was Mona von dem ganzen hielt, wussten sie nicht, jedoch konnten sie es ahnen.
Die Ruhe vor dem Sturm.

Eine entsetzlich laute Sirene ertönte aus den Lautsprechern.
Mary ließ ihre Tasse fallen, wobei das Porzellan in tausend Stücke auf dem weißen Teppich verteilt wurde und die schwarze Flüssigkeit hinausfloß.
Sie und ihre Tochter pressten die Hände auf die Ohren und verzogen die Gesichter zu angst- und schmerzerfüllten Grimassen.
Diese Sirene war anders, als die die sie morgens weckte und die Aktivitäten für beendet hielt.
Es war als würden tausend Feuerwehrsirenen, Feuermelder und Alarmanlagen gleichzeitig ertönen.
Alex stöhnte, als sie von ihrem Stuhl rutschte und auf den Boden fiel.
Sie wusste, dass es erst wieder aufhörte, wenn sie beide in ihren Zimmern waren, doch diesen Gefallen wollte sie der Puppenspielerin nicht tun.

Da lag sie nun. Zusammengekauert auf dem Boden, die Hände auf die Ohren gepresst und mit Tränen in den Augen, die sie versuchte herunterzuschlucken.
Mary hingegen hatte gar nicht daran gedacht sich selbst oder ihre Tochter aufzugeben.
Sie lief zu ihr und versuchte ihr zu helfen aufzustehen, doch Alex weigerte sich.

„Bitte Alex“, rief Mary gegen die Sirene an.

Alex sah ihre Mutter an und musste etwas geschockt feststellen, dass auch sie den Tränen nah war. Sie entschied sich dafür ihr diesen Gefallen zu tun.

Gemeinsam standen sie auf und liefen so schnell es ging zu Tür.
Dahinter kamen sie wieder an den nur leicht beleuchteten Gang, in dem sie sich trennen mussten.
Alex bog nach rechts ab, während Mary die entgegengesetzte Richtung nahm. Bevor sie ihr Zimmer betraten, sahen sie nochmal zu der anderen.
Ein kurzer Blick zwischen Tochter und Mutter zeigte, dass sie sich doch näherstanden, als sie eigentlich zugeben wollten.

Dann verschwanden sie in ihren Zimmern und als sie die Türen zuschlugen, wurde es augenblicklich still.
Mary lehnte sich an die Tür zu ihrem Zimmer und ließ die Tränen, die sich in ihren Augen gesammelt hatten, laufen.
Sie hatte das alles nie gewollt, besonders nicht für ihre Tochter.
Was sie getan hatte, war unverzeihlich und sie hatte auch nie geglaubt, dass Alex oder auch Spencer ihr das jemals verzeihen würden.
Spencer.
Sie dachte oft an ihre zweitjüngste Tochter.
Sie stellte sich vor, wie sie ihr Leben gestaltet hatte.
Dass sie sich diesen schönen Pony, der ihr Gesicht noch klarer betonte, abgeschnitten hatte.
Dass sie und Toby geheiratet und vielleicht schon ein Kind bekommen hatten.
Dass sie auf ihre typische Hastings Art einfach das erreichte, wofür sie kämpfte.
Bei diesem Gedanken schluchzte Mary auf.
Sie hatte so viel von ihren Kindern verpasst, denn sie hatte kein einziges großgezogen, und doch liebte sie alle drei, als wären sie nie voneinander getrennt gewesen.

Als sie da so vor sich hin weinte und versuchte das grauenvolle Piepen, das aus ihrem Ohr drang zu ignorieren, hätte sie diesen einen lauten Knall fast überhört.
Es klang nicht so, als wäre Mona etwas heruntergefallen und sie hatte den Lautsprecher noch an oder, als würde sie mit den Sirenen experimentieren.
Es klang wie eine Tür. Vermutlich eine Stahltür.
Doch sie konnte nicht zuordnen, wo eine sein sollte und was das zu bedeuten hatte.

„Bonjur?*“, drang eine männliche Stimme hinter der Tür hervor,
„C'est la police. Il y a quelqu'un?**“

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*Hallo
**Hier ist die Polizei. Ist da jemand?
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