Aus dem Licht ins Feuer - Vanejas Geschichte

von CreaTarik
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
15.05.2018
21.02.2019
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Dieses Kapitel
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“Habe ich etwas getan?”, fragte ich ihn, während wir beieinander vor dem Stand mit Kräutern und Obst standen und Frau von dem Holdenberg einiges auszuwählen begann. “Du bist viel zu sehr mit den Gärten und diesen Wesen und deinen Büchern und …” Ich erschrak, wie gekränkt er klang. Ohne nachvollziehen zu können, woher seine Meinung kam, schwieg ich. Gespannt standen wir nebeneinander, bis Frau von dem Holdenberg mich zu sich beorderte, damit ich ihr sagen konnte, welche Kräuter zu den Knollen passten, die wir gerade gekauft hatten.
Wir sprachen nicht weiter darüber. Er griff später auf dem Weg zurück zur Kutsche wieder meine Hand und kommentierte fröhlich unsere Einkäufe. Doch die vorführende Art, mit der er mich an der Hand zog und wie er glücklicher war, während er mich beinahe in die Kutsche schob, stieß mir sauer auf. Ich wusste nicht, warum er sich so merkmürdig aufführte, aber es gefiel mir ganz und gar nicht.
Während der Fahrt unterhielt ich mich ausschließlich mit Frau von dem Holdenberg über unsere Einkäufe und welche der Sachen wir vielleicht im Garten anbauen konnten. Roman blieb außen vor.
Am Abend griff ich, kaum dass ich im Bett lag, nach einem der Bücher von Maknard und begann zu lesen. Er fragte zwei Mal, ob wir nicht kuscheln wollten, aber als ich nicht antwortete, rollte er sich auf seine Seite und schwieg ebenfalls. Ich fühlte mich schlecht dabei, aber ich fühlte mich ohnehin nur noch schlecht in seiner Nähe. Es war einfacher mich in diese Geschichte zu vertiefen, statt zu verstehen, was zwischen uns vorging.

Einen guten Monat später gingen Roman und ich mal wieder durch den Park. Für uns war es eigentlich die letzte Beschäftigung, die wir gemeinsam unternahmen. Abends im Bett lagen wir nur gemeinsam da und sprechen relativ wenig. Und tagsüber wurden unsere Treffen bisweilen sehr schweigsam.
Er merkte das natürlich. Ich hatte ihn zuvor meist freundlich behandelt, aber inzwischen interessierte ich mich nicht mehr für ihn und seinen langweiligen Alltag. Ich driftete gedanklich ab, wann immer er anfing davon zu erzählen. Und ich antwortete knapp, wenn er nach meinem Tag fragte.
Jetzt stellte er sich vor mich, blickte in mein Gesicht und es war offensichtlich, dass er etwas von mir wollte. Ich stellte mich auf ein unangenehmes Gespräch ein. “Meine liebe Frau”, begann er stockend - so hatte er mich auch noch nie genannt - “Du hast dich von mir abgewandt. Und ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann.” Das war ungewohnt direkt. Ich schlug sofort die Augen nieder. Er hatte es mit ein paar Geschenken versucht gehabt; Die ich nur schweigend lächelnd angenommen hatte, wie ich nun fürchtete. Im Bett hatte er es mit Streicheln versucht, aber ich hatte es meist nur ertragen, weil ich mich nicht wehren wollte. Auch das hatte er gemerkt und es bald gelassen.
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