Zufall oder Schicksal?

von Ahadi
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Kate Beckett Richard Castle
15.05.2018
24.07.2018
26
72000
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Grüß Gott, meine liebe Leserschaft.

Herzlich Willkommen zum aller ersten Teil meiner brandneuen und gleichzeitig bereits zweiten AU-Caskett-Story.

Ich hoffe, dass ihr bei dem warmen, teilweise sogar schon heißem Wetter nicht einfach so dahin geschmolzen seid, ein paar wunderbare Tage verlebt habt und nun schon sehr darauf gespannt seid, was meine nagelneue Geschichte wohl beinhalten mag.

Und wie ich es an dieser Stelle stets zu tun pflege, so bedanke ich mich natürlich auch heute noch einmal ganz herzlich bei all den Lesern unter euch, die mir zum finalen Part meiner letzten Oneshot-Reihe ein Feedback schickten und es in Zukunft eventuell noch tun werden.

Aber ich will euch nicht länger als nötig hinhalten, sondern stattdessen nur noch eines tun:

Nämlich euch, wie immer, viel Spaß beim Lesen wünschen!

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Es war schon einige Stunden her, seit die Sonne hinter’m Horizont versunken war und das damit verbundene, angenehme rot-orangene Licht des Abends, vom tiefen Schwarz der Nacht abgewechselt wurde und die weltberühmte Millionenmetropole New York City vollständig umhüllt hatte.

In einer alten, rustikalen Bar namens „The Old Haunt“ herrschte Hochbetrieb.

Sowohl die beiden Barkeeper, als auch die Kellnerinnen und Kellner hatten alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Gäste in dem einladenden Gastraum zu bedienen, während ein älterer Mann am Klavier saß und alle Anwesenden mit Musik unterhielt.

Plötzlich öffnete sich im hinteren Bereich des Gastraumes eine Bodenluke und ein großer, gut gebauter, braunhaariger Mann mittleren Alters, mit ozeanblauen Augen trat heraus.

Es handelte sich dabei um Richard Castle, den glücklichen Inhaber des Old Haunts, der gerade aus seinem verborgenen Kellerbüro kam, in dem er bis eben gerade den notwendigen Papierkram bearbeitet hatte.

Tja, der Besitzer einer Kneipe zu sein hatte, genau so wie vieles andere auf der Welt eben auch, seine zwei Seiten – sowohl gute, als halt auch schlechte, wozu nun mal auch der nervige Bürokram zählte.

Er schloss die Bodenluke wieder hinter sich, sah sich dann im Gastraum um und stellte zufrieden fest, dass sein Lokal wieder einmal gut besucht war, so wie es häufig der Fall war, seit er das Old Haunt vor gut einem Jahr übernommen hatte.

Zwar verdiente er als weltbekannter Autor von nunmehr 26 Bestsellern mehr als genug Geld, um davon leben zu können und hatte es von daher eigentlich nicht nötig, zusätzlich auch noch eine Bar zu führen und sich damit noch mehr Arbeit auf zu laden.

Doch als er damals erfuhr, dass seine einstige Lieblingsbar, in der er den größten Teil seines aller ersten Romans „Im Kugelhagel“ geschrieben hatte, zum Verkauf stand, hatte er nicht lange gezögert, sondern stattdessen in Windeseile gehandelt, das Old Haut gekauft und es somit davor bewahrt, zu einer Espressobar umfunktioniert zu werden.

Als der Pianist seinen Arbeitgeber erblickte, begann er prompt dessen Lieblingsmelodie zu spielen und zog damit natürlich sofort Castles Aufmerksamkeit auf sich.

„Danke Eddie, Du bist und bleibst einfach der Beste“, sagte Rick lächelnd zu seinem Angestellten, zückte dann einen 50-Dollar Schein und warf diesen in den Trinkgeldbehälter des Pianisten, welcher ihm daraufhin dankend zunickte.

Zwar bezahlte der Kneipenbesitzer seine Angestellten auch so schon sehr gut, aber da er von Natur aus ein großzügiger Mann war, gab er seinem Personal dennoch ganz gerne Mal, zusätzlich zu ihrem üblichen Gehalt, ein großzügiges Trinkgeld.

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Castle lehnte sich auf das Klavier und ließ, mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, seinen Blick dann erneut durch den prall gefüllten Gastraum schweifen, als seine Augen abrupt an einer der besetzten Nischen hängen blieben.

In der besagten Nische saß eine junge, attraktive, bildhübsche, brünette Frau mit dem Gesicht zu ihm, sodass er ihre wunderschönen, dunklen Augen sehen konnte.

Das lange, braune Haar, welches von der Frau offen getragen wurde und ihr in sanften Wellen auf die schmalen Schultern fiel, sah selbst aus der Distanz verführerisch weich aus und er würde nur zu gerne wissen, ob es sich auch genau so anfühlte.

Rick ließ seine Augen über den Körper der brünetten Schönheit schweifen und stellte fest, dass sie ein olivgrünes Oberteil, mit schwarzem Schriftzug trug, eine dunkelblaue Jeans und nachdem er sich ein wenig verrenkt hatte, pechschwarze High-Heels, mit zehn Zentimeter Absatz.

Er wusste zwar nicht exakt, was genau es war, aber irgendetwas an der Frau faszinierte ihn auf Anhieb und zog ihn, selbst aus der Ferne, nahezu magisch an, wie so ein Magnet.

Allerdings war die Frau nicht alleine, sondern in Begleitung von zwei Männern, welche beide ungefähr in ihrem Alter sein dürften.

Der Mann, der direkt neben ihr saß, war ein gut aussehender und muskulöser Latino, welcher, trotz der Entfernung, einen fast schon einschüchternden Eindruck auf ihn machte.

Die Kleidung des dunkelhäutigen Fremden bestand aus einem tiefroten Shirt, einer schwarzen Lederjacke, einer ebenfalls schwarzen Jeans und weißen Turnschuhen.

Ihr gegenüber, auf der anderen Seite des Tisches, saß ein hellhäutiger, eher schmächtig, aber dennoch gut gebauter Mann, von dem Rick fest annahm, dass er Ire war.

Die Kleidung des, ihm ebenfalls vollkommen unbekannten Mannes, bestand aus einem hellgrauen Hemd, einer schlichten, dunkelblauen Jeans und schwarzen Lederschuhen.

Und obwohl der hellhäutige Mann weit weniger bedrohlich auf ihn wirkte, als der dunkelhäutige Latino, so würde Castle dennoch einen Teufel tun und sich mit den beiden anlegen wollen.

Denn eines, das konnte der Writer, trotz der Entfernung zu den drei Personen, zweifellose instinktiv spüren:

Nämlich, dass diese zwei Männer die Frau, mit der sie in diesem Moment zusammen saßen, mit ihrem Leben beschützen würden.

In der nächsten Sekunde wandte Castle, obwohl es ihm schon arg schwer fiel, seinen Blick von der schönen Unbekannten ab, zwang sich quasi dazu weg zu sehen und ging an die Bar, wo er sich ein Glas Scotch mit extra viel Eiswürfeln genehmigte.

Die zusätzlichen Eiswürfel sollten dazu dienen, die aufsteigende Hitze tief, ganz tief in seinem Inneren zu löschen.

Denn obwohl er die fremde Frau nur sehr kurze Zeit beobachtet hatte, so war er dennoch sofort Feuer und Flamme für sie gewesen und das trotz der Tatsache, dass er noch nicht einmal ihren Namen kannte, geschweige denn auch nur ein einziges Wort mit ihr gewechselt hatte.

Er war in seinem Leben schon vielen unterschiedlichen Frauen begegnet und war auch mit einigen von ihnen zusammen gewesen, aber so etwas war ihm bisher noch nie widerfahren.

Noch nie zuvor war er von einer Frau, noch dazu auf solche Distanz, so dermaßen fasziniert gewesen, geschweige denn hatte er sich auf diesem Wege, zu einer hingezogen gefühlt.

Die Situation, in der er sich in diesem Augenblick befand, war für ihn zweifellos neu, fremd und unbekannt.

Mit anderen Worten, sie war vollkommen und absolut ungewöhnlich.

Wenn nicht sogar außergewöhnlich.

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Geraume Zeit später verließ Castle, nachdem er sich von seinen Angestellten verabschiedet hatte, seine Bar und stieg die Treppe zur Straße hinauf empor.

Da es schon ziemlich spät war, kurz vor elf um genau zu sein und es zur momentanen Jahreszeit, Anfang März, allgemein auch nicht besonders warm draußen war, zog er seinen ehe schon geschlossenen Mantel noch enger um sich, um so die Kälte besser von seinem Körper ab zu schirmen und begab sich dann gemächlichen Schrittes, zum nächstgelegenen Taxistand.

Doch als er sich auf halbem Weg zu diesem, einer Seitengasse näherte, da hörte er urplötzlich merkwürdige Geräusche, die aus dieser drangen und lief, nach kurzem Zögern, zum Eingang der Gasse.

Und obwohl diese in schwaches, dürftiges Licht gehüllt war, so konnte er trotzdem zweifelsfrei zwei Personen erkennen, welche heftig miteinander rangen, gar kämpften und er vermochte, trotz der vorherrschenden Dunkelheit, schemenhaft die Umrisse einer Frau zu erkennen, welche von der anderen Gestalt offenbar angegriffen wurde.

„Hey! Lassen Sie die Frau los!“, rief er in der darauffolgenden Sekunde, während er auf die zwei, noch immer miteinander kämpfenden Personen zu rannte.

Mit Courage, Mut und dem festen, starken, unbeirrbaren Willen in seinem Inneren, der Frau mit allen Mitteln zu helfen, koste es, was es wolle.

Und tatsächlich war der Angreifer so dermaßen überrascht, gar überrumpelt, als Rick ihn mit aller Kraft von seinem Opfer wegriss, dass dieser sich zunächst gar nicht gegen ihn wehrte, sich aber, sobald der Überraschungsmoment vorbei war, auf den unerwarteten Gegner stürzte.

Allerdings erwies sich der Grabscher, sehr zum Glück von Castle, nicht als Nahkampfexperte und als dem Schriftsteller kräftemäßig ebenbürtig, sodass es ein ziemlich ausgeglichener Kampf war.

Insofern man es unter diesen Umständen so bezeichnen konnte.

Doch sei’s wie’s sei.

Jedenfalls gelang es dem Autor, obwohl sowohl er, als auch sein Gegner einige Schläge einstecken musste, über kurz oder lang, in dem Kampf die Oberhand zu gewinnen und schaffte es somit, den Angreifer erfolgreich in die Flucht zu schlagen.

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Und sobald der besagte Typ, wenn auch körperlich ziemlich angeschlagen, das Weite gesucht hatte, drehte der glückliche Sieger, welcher ebenfalls nicht unversehrt davon gekommen war, sich zu der Frau um, welcher er so eben zur Hilfe gekommen war und erkannte in dieser überraschenderweise die Frau von vorhin aus dem Old Haunt wieder.

Doch er schluckte seine arge Überraschung herunter und beschloss sich stattdessen erst einmal um das Wohlergehen der Frau zu kümmern, welche an der Wand eines Gebäudes gelehnt stand und noch etwas durch den Wind zu sein schien.

„Alles in Ordnung bei Ihnen, Miss? Sind Sie verletzt?“, fragte er sie mit sanfter, einfühlsamer Stimme und berührte mit seiner Hand ganz vorsichtig ihren linken Oberarm.

„Das sollte ich wohl besser Sie fragen“, erwiderte die Brünette und er stellte mit Erstaunen bzw. Verblüffen fest, dass ihre Stimme genau so schön war, wie sie selbst.

„Schließlich haben Sie sich so eben mit einem wildfremden Mann geprügelt“, fügte sie hinzu, mit dem kleinsten Hauch eines Lächelns um die Mundwinkel herum.

„Das stimmt. Aber ich tat das ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern um Ihnen zu helfen“, entgegnete er, wobei die Winkel seines Mundes ebenfalls leicht nach oben zuckten.

„Ja, ich weiß“, nickte sie.

„Danke“, schenkte sie ihm ein ausgewachsenes Lächeln, welches, trotz der um sie herum herrschenden Dunkelheit, ihre Augen hell erstrahlen ließ und im Gegenzug, sein Herz wie wild zum Klopfen brachte.

„Gern geschehen“, erwiderte er das Lächeln und verursachte damit, ohne es zu wissen oder zu ahnen, bei ihr genau das gleiche, heftige Herzklopfen wie sie bei ihm.

Es vergingen einige Sekunden, in denen die beiden nichts anderen taten, als einander selig und auch ein wenig scheu an zu lächeln.

Doch dann besann Rick sich eines besseren, griff dann in seine Manteltasche und zückte sein Handy, mit den Worten:

„Ich rufe Ihnen jetzt besser erst einmal einen Krankenwagen.“

„Hören Sie, das ist zwar sehr lieb von Ihnen, aber unnötig. Ich versichere Ihnen, ich bin unverletzt, wirklich“, wollte sie ihn von seinem geplanten Vorhaben abbringen.

„Das mag zwar sein. Aber ich würde mich trotzdem wohler fühlen, wenn Sie sich von einem Arzt durch checken lassen würden“, blieb er beharrlich und wählte die Notruf-Nummer.

„Okay…aber nur, wenn Sie sich auch untersuchen lassen“, gab sie schließlich nach, offenbarte ihm dabei jedoch gleichzeitig ihre Bedingung.

„Sie sehen nämlich ziemlich lädiert aus“, ergänzte sie und berührte mit ihrer linken Hand ganz behutsam seine rechte Schläfe, an der sich eine blutende Wunde befand.

Neben etlichen weiteren Verletzungen und Blessuren in seinem Gesicht und natürlich auch seinem Körper, welche zu diesem Zeitpunkt aber natürlich von seiner Kleidung verdeckt waren.

„Ach was, halb so wild“, erwies er sich als genau so ein sturer Dickkopf, wie sie es war.

Ja und genau dasselbe war es auch, als die herbei gerufenen Sanitäter wenig später, am Ort des Geschehens eintrafen und darauf bestanden ihn mit ins Krankenhaus zu nehmen.

Er versicherte den Sanis immer und immer wieder, dass es ihm gut ginge und das seine Verletzungen schlimmer aussahen, als sie in Wirklichkeit waren und das sie sich lieber um die Frau kümmern sollten, als um ihn.

Jedoch ohne Erfolg.

Denn spätestens, als die Brünette ihn bat sie ins Krankenhaus zu begleiten und sich auf diesem Wege gleich vorsichtshalber untersuchen zu lassen, gab der Writer seine Gegenwehr schließlich auf und willigte ein, sich von den Sanitätern ins Hospital bringen zu lassen.

Er sprach noch mal kurz mit den ebenfalls anwesenden Cops, schilderte diesen den Vorgang der Geschehnisse und gab eine detaillierte Täterbeschreibung ab, woraufhin die Uniformierten ihn entließen und ihm sagten, dass sie im weiteren Verlauf der Ermittlungen eventuell noch mal auf ihn zurück kommen würden.

Dann stieg er zu der Braunhaarigen, welche von einem der Sanitäter betreut wurde, in den Krankenwagen und ließ sich von diesem in die nächstgelegene Klinik chauffieren.

Weder ahnend, noch wissend, was die Begegnung mit der Frau, welche in diesem Moment zusammen mit ihm im Krankenwagen saß, noch für Folgen für ihn haben würde.

Geschweige denn, dass diese Folgen sein ganzes Leben verändern würden.

Und zwar für immer.


Fortsetzung folgt...

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So dalla, der erste Teil wäre geschafft.

Hoffentlich hat es euch nicht nur gefallen, sondern euch natürlich auch neugierig gemacht, auf die Parts, die noch folgen werden.

Nur zu eurer Info: Beckett ist in dieser Story kein Cop und auch ihre Mutter erfreut sich bester Gesundheit.

Auf jeden Fall freue ich mich schon riesig auf eure Reviews, ganz egal, ob diese nun positiver oder eben auch negativer Natur sind.

Teil zwei kommt dann voraussichtlich Anfang, Mitte nächster Woche auf den Markt.

Ja und bis dahin, an euch nur die aller besten Wünsche und noch ein paar schöne Tage.

Mit respektablen Grüßen, euer Ahadi.
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