Dreamland Meetings || park jimin

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Jimin OC (Own Character)
15.05.2018
12.06.2019
34
63967
15
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
"Ein Traumfänger", sagte Jimin überlegend, als wir über ein Feld liefen, das zur Hälfte voll von roten Mohnblumen war und sommerliche Temperaturen aufwies und auf der anderen Hälfte eine Winterlandschaft zeigte, mit schneebedeckten Häusern die nahe des Horizonts lagen.
Ich Jimin Haeuns Idee geschildert, nachdem ich ihm gebeichtet hatte, dass nun auch sie wusste, dass ich ihn kennengelernt hatte und keinen Sugar Daddy auf einer irgendeiner Chatplattform (über diese Vermutung meiner Freundin hatte er sich redlich schlappgelacht).

"Ja, genau. Einen Versuch ist es wert. Dann zwinge ich ihn zurück in meinen Traum und ... werde ihn hoffentlich schnell erledigen."
"Und was ist, wenn er sich sträubt, wieder zurückzukehren? Vielleicht weiß er ja, was ihm bevorsteht und dass er ohne seinen Dolch keine Chance hat, wenn es denn wirklich so ist."
Da hatte Jimin recht. Immerhin wusste ich nicht genau, wie ich den Jäger wieder zurück in meine Traumwelt verfrachten konnte. Vielleicht geschah sowas ja mit dem Willen beider beteiligten.

"Ich werde schon eine Lösung finden und wenn ich ihn mit Gewalt zurückholen muss. Wow, ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so sehr darauf beharre, meine Träume wieder in Albträume zu verwandeln", sagte ich mit ironischem Unterton und steckte meine Hände in meine Kapuzenjacke, als wir auf die Seite mit dem ganzen Schnee wechselten und es auf einen Schlag eiskalt wurde.
Jimin sagte nichts, sondern schien vor sich hinzubrüten, als würde es noch viele weitere Überlegungen geben, die in dieser Sache entscheidend waren. Ich zog meine rechte Hand aus meiner Tasche, legte sie auf Jimins Oberarm, so dass er mich ansah.

"Geht es dir denn gut, Jimin? Du bist heute sehr in dich gekehrt und in Gedanken weit weg. Hast du gerade viel um die Ohren?", fragte ich einfühlsam und hakte mich bei ihm unter. Gleich darauf trat er auch einen Schritt näher an mich heran.
"Nein, der ganze Arbeitsstress ist gerade relativ gering und ich bereite mich darauf vor zu meiner Familie zu fahren. Ich mache mir halt nur ... Sorgen um dich. Der Jäger hat dich verletzt Somin, was wenn er es wieder tut, wenn du ihn einfängst, ihn zurück in deine Träume verfrachtest und dich dann mit ihm anlegst? Er hat gezeigt, dass er dich verletzen kann und er kann es wieder."
"Jimin, dazu wird es nicht-"

Er unterbrach mich, baute sich vor mir auf und legte seine Hände an meine Oberarme, ehe er mich beinahe mit seinem sorgenvollen Blick durchbohrte.
"Und was wenn doch? Wie gesagt, du bist jetzt schon verletzt. Wenn du es schon vorher kaum mit ihm aufnehmen konntest, wie willst du das jetzt tun? Und dann auch noch ganz alleine? Wirklich? Das ist reiner Selbstmord."
Ich zog meine andere Hand aus der Tasche und hielt sie hoch.
"Mein Gelenk ist hier nicht beschädigt, ich bin also in keiner Weise eingeschränkt. Und ja, alleine. Ich will dich da ganz sicher nicht wieder mit reinziehen. Das eine Mal, als du dabei warst, hat mir gereicht, um mir eine Heidenangst um dich einzujagen. Du würdest mich auch nicht mit hineinziehen wollen, wenn er eigentlich bloß hinter dir her wäre."

Jimin schüttelte den Kopf und ließ wieder von mir ab.
"Nein, das würde ich nicht wollen. Aber vielleicht müsste ich, weil er zu stark ist. Keiner von uns könnte alleine gegen ihn ankommen, aber zusammen wäre es möglich. Wenn man geschickt ist."
"Jimin", sagte ich flehend und steckte meine Hände zurück in meine Jackentaschen, da meine Finger allmählig einzufrieren drohten. Leise seufzend griff er wieder nach meinem Arm und zog mich mit sich auf die warme Seite dieser Landschaft.
"Sowas geht nie gut aus, wenn man es alleine durchziehen will, Somin. Und außerdem, was wenn der Jäger darauf abzielt und plötzlich mich aus dem Hinterhalt angreift? Dann hast du weder mich, noch dich geschützt."
"Er kommt doch gar nicht auf deine Traumseite", entgegnete ich schmollend, da Jimin es sich einfach nicht ausreden ließ, sich aus diesem letzten, unvermeidbaren Kampf herauszuhalten.
"Und was, wenn er ein Schlupfloch findet?"

Beleidigt grummelnd verschränkte ich die Arme und drehte mich ein wenig von Jimin weg. Ich war froh, dass er die ganze Zeit über da gewesen war, mich unterstützt, mir geholfen und mich sogar gerettet hatte, aber ich wollte nicht, dass er ihm noch einmal begegnen musste. Er war mein schwächster Punkt und sicherlich wusste der Jäger das. Er würde es schamlos ausnutzen und sich wohl oder übel Jimin zuerst vorknöpfen.
"Du lässt es dir nicht ausreden, oder?", fragte ich mit leicht wackeliger Stimme und nun schien Jimin zu merken, wie ernst es mir wirklich damit war, ihn aus der weiteren Sache rauszulassen.
"Hey, Somin", sagte Jimin bloß in sanftem Ton, löste sachte meine verschränkten Arme und zog mich zu sich.

Starr nach vorne blickend legte ich meinen Kopf an seine Schulter. Jimin strich mir in beruhigender Geste durch das Haar und ich verbarg mein Gesicht schließlich in seiner Brust, als ich daran dachte, was passieren würde, wenn der Jäger Jimin erwischen würde.
"Ich will nicht, dass dir irgendetwas passiert. Dieser Albtraum ist mein Problem, nicht deins."
"Mir würde nichts passieren, weil du auf mich acht gibst. Und dir würde ebenfalls nichts passieren, weil ich auf dich aufpasse. So funktioniert das bei einem gemeinsamen Kampf. Wenn wir das zusammen tun, ist die Chance größer, dass alles glimpflich ausgeht."
Ich musste Jimin recht geben. Zusammen hätten wir eine viel größere Chance gegen ihn, aber es war mir trotzdem zuwider ihn dabei zu haben und zu wissen, dass er vermutlich sogar eine größere Angriffsfläche bietet, als ich selbst.
Welcher Bösewicht würde denn nicht zuerst die Liebe seines Feindes zerstören, bevor er ihn selbst ins Nichts schickte?

"Ich mag es ganz und gar nicht, dass du damit recht hast."
Jimin lachte freudlos und drückte mich fester an sich.
"Lass uns darüber jetzt nicht weiter nachdenken. Wenn wir ihm gegenüber stehen wird sowieso alles von alleine laufen. Wie geht es deinem Handgelenk? Schmerzt es sehr?"
Ich schüttelte den Kopf und lehnte mich etwas nach hinten.
"Es ist bloß angebrochen, nicht der Rede wert."
"Wow, andere hätten bei sowas rumgeheult bis zum geht nicht mehr."

Wir lachten über diese Äußerung und spazierten dann weiter. Danach lenkten unser Gespräch auf lockerere Themen, um uns ein bisschen abzulenken und nicht mehr so ernst zu sein. Trotzdem dachte ich weiter über das Kommende nach. Wie der Jäger wohl ohne seinen Dolch vorgehen würde? Ich hatte nie erlebt, wie weit seine Fähigkeiten wirklich reichten. Bisher hatte er mich auch nur verfolgt und bei unserem einzigen, richtigen Kampf gegeneinander, hatte er seinen Dolch gehabt. Außerdem war er wirklich stark. Man musste ihm wohl schon mächtig was entgegenbringen, damit er seine weiteren Fähigkeiten zeigte.
Wenn er denn welche besaß. Von seinem Aufenthalt in unserer Welt weiß ich, dass er für unbestimmte Zeit in menschliche Körper fahren konnte, aber das würde ihm hier vermutlich nicht viel bringen, da er hier scheinbar weitaus mehr Schaden anrichten konnte, als außerhalb aller Träume.

Ich merkte gar nicht, wie lange ich abgedriftet war, bis Jimin meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zog und es mir sagte. Als grobe, ziemlich übertriebene Schätzung.
"Tut mir leid. Ich weiß nur nicht, was ich davon halten soll, dass wir vielleicht so kurz vor dem Ziel stehen und ihn besiegen. Und vielleicht besiegen wir ihn auch nicht, aber was ist dann? Was passiert mit jemandem, der in seinem Traum stirbt?", fragte ich und seufzte frustriert.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in unserem speziellen Fall dann einfach aufwacht und alles normal ist. Wir erleben alles so intensiv mit, als wäre das hier eine zweite Welt für uns. Denkst du, es sind unsere Seelen, die hier umherstreifen, während wir schlafen? Denkst du, es gibt sowas? Eine Seele?"
"Jetzt wirst du aber richtig philosophisch. Ich habe keine Idee davon, in was für einem Zustand wir uns gerade befinden und ob wir weiter leben würden, wenn wir hier sterben. Ich will es hoffen. Aber wir werden hier nicht sterben, Somin."

Jimin legte so viel Sicherheit in seine Stimme, wie er konnte. Natürlich war das ganze nur reines Hoffen, genau sagen, was passierte, konnte keiner von uns.
"Unsere Träume finden in unseren Köpfen statt. Wenn wir hier sterben, vielleicht sind wir dann ja hirntot. Vielleicht hören dann einfach alle unsere Gehirnfunktionen auf und wir können nur anhand von künstlicher Beatmung weiterleben, ohne wirklich zu leben."
"Somin!", sagte Jimin und es klang schon beinahe ein bisschen mahnend, während so viel eigene Angst und Sorge in seine Stimme gemischt hatte.
"Sorry, ich frage mich halt nur, ob es nach dem schlimmsten Ende, das diese Sache nehmen kann, doch noch zu etwas Gutem kommen kann."
"Einen Hirntod zu erleiden und an Geräte angeschlossen zu werden siehst du als etwas gutes an?"
"Nein, natürlich nicht", sagte ich beinahe lachend. "Ich meine ja nur, man muss alle Möglichkeiten durchgehen."

Plötzlich ertönte ein Donnergrollen und in Windeseile zogen graue Wolken über das Mohnblumenfeld, nahmen die Sonne weg und entzogen den roten Blüten ihre Farbe.
Jimin neben mir war bereits verschwunden, da er scheinbar aufgewacht war.
Schnell suchte ich mir einen Unterschlupf und wie es der Zufall - oder der Traum - so wollte, erschien am Ende des Feldes, zwischen einer Reihe von dunklen Bäumen, eine kleine Waldhütte.

Ich öffnete die quietschende Holztür und erblickte vor mir einen Boden, der mit schwarz-weien Fliesen belegt war und aussah wie en Schachbrett.
Das innere der Hütte lag im Halbschatten, aber ich konnte auch so erkennen, dass der Raum, der sich mir zeigte, niemals unter das kleine Dach gepasst hätte. Ein einzelner Kronleuchter, in mehreren Metern Höhe, erleuchtete das riesige Innere spärlich und ließ nur den Blick auf einen abgedeckten, riesigen Stuhl am Ende des Raumes und unerkennbaren Steinskulpturen, die die Seiten flankierten frei.
Als ich weiter in den Raum hineintrat, schloss sich die Tür mit einem lauten Knall hinter mir, und erst jetzt fiel mir auf, dass der Wind von draußen einen ganz schönen Lärm verursacht hatte. Nun aber war es totenstill.

Ich sah mich um, auch wenn ich nicht viel erkennen konnte. Je weiter ich in den Raum hineinging, desto dunkler wurde es.
Aber ich konnte erkennen, dass die Steinskulpturen an den Seiten Schachfiguren darstellen sollten, was auch das Schachbrettmuster des Bodens erklärte.
Zu dem abgedeckten, großen Stuhl am Ende, kam ich aber nicht, denn dieser entfernte sich immer weiter, als ich mich ihm nähern wollte. Ich zuckte die Schultern und drehte mich um. Die Tür war nun ebenfalls in weiter Ferne und ich konnte es wohl vergessen dorthin zu gelangen, denn nachdem ich einen Schritt getan hatte, entfernte sie sich um weitere Meter.

"Sieht so aus, als wärst du gefangen, Mädchen!", donnerte eine dunkle, grollende Stimme von irgendwoher. Plötzlich löschten sich die Lichter und undurchsichtige Dunkelheit umgab mich.
"Wer ist da?"
"Du weißt, wer ich bin. Viele Möglichkeiten gibt es ja nicht."
"Du", sagte ich langgezogen und wütend und stand wieder auf, um mich in der Dunkelheit umzublicken, aber ich hätte ihn so oder so nicht sehen können, da er ebenfalls aus Dunkelheit bestand. "Du bist also zurück?"

Ein Lachen ertönte, erschallte in der großen Halle und erreichte mich bei jedem Echo mit einem schmerzhafteren Dröhnen in den Ohren, als würde jedes Echo lauter und durchdringender werden.
"Ich war nie wirklich weg, aber du meinst sicherlich, ob ich in deine Träume zurückgekehrt bin. Nein, das bin ich nicht, aber ich muss sagen, die Idee mit dem Traumfänger wäre keine schlechte gewesen, wäre er funktionstüchtig. Albträume lassen sich nicht fangen, wenn das Netz nicht intakt ist."
Überraschung und gleichzeitig Ärger machten sich in mir breit. Warum hatte ich den Traumfänger nicht noch einmal richtig durchgecheckt? Mir hätte klar sein müssen, dass ein kleiner Schaden das Gefangennehmen des Jägers verhindern konnte.

"Warum bist du hier? Nur um mir zu sagen, dass ich dich beim nächsten mal mit einem intakten Traumfänger fangen soll?"
Wieder sein Lachen, doch dieses mal noch lauter und tiefer. Das Dröhnen schien mir beinahe meine Trommelfelle platzen zu lassen.
"Nein, ich bin hier, um dich zu warnen. Du legst dich mit Kräften an, denen du nicht entrinnen kannst. Ich ahne deinen Plan, du willst mich mit meinem eigenen Messer vernichten, aber du wirst nicht weit kommen, denn wenn ich erst einmal zurückkehre, gehe ich nicht so nachsichtig mit dir um, wie die letzten Male.
Ich werde dich endlich töten und dann hat diese ganze Jagd ein Ende."

Als ob ich nicht schon wusste, dass er mich töten wollte.
"Das ist deine Warnung? Das versuchst du sowieso schon die ganze Zeit und bisher ist es dir nicht gelungen. Wieso solltest du mich also dieses mal bekommen?"
"Oh", sagte der Jäger mit hörbarer Belustigung in der Stimme. "Du wirst schon sehen, wie ich dich fange und leiden lasse, bevor zu röchelnd krepierst und diese Jagd endet."

Schlagartig kehrte das Licht zurück und blendete mich kurz. Doch was ich sah, als ich mich umschaute, war nicht mehr der riesige Saal mit dem Schachbrettmusterboden und den steinernen Schachfiguren, sondern mein Zimmer. Ich saß aufrecht in meinem Bett, meine Nachttischlampe wurde mir vor das Gesicht gehalten und ich spürte, wie mir kalter Schweiß die Schläfe hinunterlief.
"Ist alles okay bei dir? War das ein Albtraum?", fragte Eunji leise und senkte die Nachttischlampe, mit der sie direkt in mein Gesicht leuchtete.
"Nein, kein Albtraum. Der Jäger. Und ich glaube, er ist sich ziemlich siegessicher."
Review schreiben
 
'