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Okay?

von Ririchiyo
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P6 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
14.05.2018
14.05.2018
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Okay?


„Gibt es einen Anlass hierfür?“, will Magnus wissen, während er den Tisch betrachtet, der unter anderem mit einer schneeweißen Tischdecke gedeckt ist. Er hat wirklich keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Als Alec ihn nach seinem Auftrag im Institut angerufen und zurück ins Loft bestellt hat, hat er mit wirklich vielem gerechnet, aber ein Tisch mit Kerzen, Blumen, Wein und überhaupt all das hier? Nicht wirklich. Und … hat Alec gekocht? Denn es riecht wirklich gut, und wie Magnus gelernt hat, ist Alec ein wirklich ausgezeichneter Koch, wenn er das richtige Rezept hat. Was im Normalfall heißt, kein Familienrezept, denn die Lightwoods scheinen im allgemeinen eher wenig Ahnung von Essen zu haben.
Aber ihr Jahrestag war letzten Monat, und Geburtstag haben sie beide nicht, also versteht Magnus wirklich beim besten Willen nicht, warum-
„Ja“, antwortet Alec nur, nickt, und lächelt ihn an. „Es gibt einen Anlass. Aber das kommt später.“ Und dann drückt er Magnus einen Kuss auf die Lippen, und bedeutet ihm, sich auf den Stuhl zu setzen, welchen er gerade zurecht rückt.
Sobald Magnus sitzt, verschwindet Alexander in der Küche, und kommt kurz darauf mit zwei Tellern Pasta zurück. Nachdem er sie beide abgestellt hat, setzt er sich Magnus gegenüber ebenfalls an den Tisch, bevor er ihn mit einem Lächeln auf den Lippen aufmerksam ansieht. Und ehrlich, dass ist wirklich …
„Okay, was habe ich vergessen?“, will Magnus wissen. Denn Alec ist nie derjenige, der ein romantisches Dinner vorbereitet. Was nicht schlimm ist, Alec muss so etwas nicht tun, damit Magnus ihn liebt, aber es sorgt dafür, dass Magnus sich nun, wo Alec wirklich mal ein Essen organisiert – ein richtiges, mit Kerzen und Wein und allem drum und dran –, ein wenig unwohl fühlt. Irgendwas muss er einfach vergessen haben. Nur kommt er beim besten Willen nicht darauf, was es ist, und das macht es noch viel schlimmer. Denn Magnus vergisst niemals ein wichtiges Datum. Nicht, wenn es um Alec geht!
Doch Alec lacht nur, schüttelt den Kopf, und greift nach seinem Besteck. „Du hast gar nichts vergessen, genieß es einfach“, meint er dann, und beginnt seelenruhig, zu essen, was Magnus bei seiner vorherigen Belustigung noch mehr aus dem Konzept bringt. Aber Alec scheint nichts weiter sagen zu wollen, und so gibt Magnus sich mit einem Seufzen geschlagen, schiebt den Gedanken beiseite, und tut genau das: er genießt einfach den Abend.
Aus das Pasta-Gericht folgt ein Dessert, und schließlich ziehen die beiden, zusammen mit der fortschreitenden Zeit, auf das Sofa um, wo sie sich weiterhin über alles mögliche unterhalten. Das Geschirr auf dem Tisch vergessen, und beide mit einem Weinglas in der Hand, was bei Alec wirklich selten ist, und eigentlich nur vorkommt, wenn Alec sich wohlfühlt, weshalb Magnus das ganze nur noch mehr zu genießen beginnt.
Nur ist Magnus noch nie sehr geduldig gewesen, und diese Tugend hat er sich auch nach all den Jahren, die er nun schon über die Welt wandelt, noch nicht angewöhnt, und entsprechend hat er jetzt langsam wirklich genug.

„Okay, Alexander“, meint er darum irgendwann ernst, und stellt sein Glas beiseite, bevor er sich wieder Alec zuwendet und ihm tief in die Augen sieht. „Raus mit der Sprache, was ist los?“ Es kann eigentlich nichts schlimmes sein, dafür ist Alec den Abend über zu entspannt gewesen, aber das ändert nichts an seiner Neugierde. Eher im Gegenteil. Besonders, als Alec jetzt ebenfalls sein Glas beiseite stellt, und sich einmal nervös räuspert, bevor er tief durchatmet und nickt.
„Gut, okay“, sagt er, schluckt, und erwidert dann Magnus‘ Blick genauso eindringlich. „Ich habe lange nachgedacht“, beginnt er dann und lächelt. „Und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es wirklich viele Dinge und Sachen gibt, die ich wirklich hasse..“ Okay … das ist ein ziemlich merkwürdiges Geständnis, besonders von Alec, aber Magnus schweigt und wartet einfach, bis Alec weiter spricht, denn in den drei Jahren, die sie sich nun schon kennen, hat Alexander noch niemals ein Gespräch begonnen, ohne zu wissen, wohin es ihn bringen sollte. Und tatsächlich wird Alecs Lächeln noch ein wenig breiter, bevor er die Finger seiner einen Hand mit denen von Magnus‘ verschränkt, und dann weiterspricht: „Aber egal wie viele Dinge ich nicht ausstehen kann, aus irgendeinem Grund scheine ich dich immer gut leiden zu können, und du machst mich glücklich, und-“ Alec leckt sich einmal über die Lippen, sieht auf ihre verschränkten Hände, und plötzlich versteht Magnus, was das ganze hier soll. Und er hat nichts vergessen. Alec will- Alec wird- Oh. Wow. Bei Lilith, er hätte niemals gedacht, dass ausgerechnet sein Alexander- Und doch, hier ist er.
„Und darum-“, spricht Alec weiter, und sieht Magnus wieder fest in die Augen. „-darum würde ich gerne den Rest meines Lebens mit dir verbringen.“ Bei diesen Worten greift er mit seiner freien Hand hinter sich, und im nächsten Moment hält er Magnus eine schlichte schwarze Schachtel entgegen. Und obwohl Magnus genau damit gerechnet hat, verschlägt es ihm die Sprache. Besonders, als Alexander die Schachtel mit einer Geschickten Handbewegung öffnet, und meint: „Wäre das okay für dich?“
Und sofort muss Magnus lachen. Nur Alec kann jemandem – ihm, er kann sein Glück noch immer nicht ganz fassen! – so einen Heiratsantrag machen.
„Ja“, meint er beinahe schon atemlos, während er auf die Schachtel starrt, aus der ihm ein schlichter goldener Ring entgegen starrt, der mit zwei Runen – Liebe und Hingabe – verziert ist. „Ja, das wäre sehr okay für mich.“
Wie auch nicht? Das hier wird für immer der beste Tag seines ganzen verdammten Lebens sein!



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