When the stars begin to fall

GeschichteAllgemein / P16
Thorin Eichenschild
12.05.2018
28.11.2019
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Entschlossen stürzte ich mich ins hitzige Gefecht, welches bereits im vollen Gange war. Mit erhobenem Schwert und Mut im Herzen begab ich mich in den Kampf, die geschärfte Klinge in eine Gruppe unachtsamer Orks schlagend, die den Vorgängen hinter ihrem Rücken keine sonderlich große Beachtung schenkten. Die Hiebe, die ich verteilte, waren alles andere als spektakulär, da meine Gegner mit recht simplen Manövern außer Gefecht gesetzt werden konnten. Hier versetzte ich einem Ork den Todesstoß mit meinen Dolchen, dort schlug ich einem den Kopf mit meinem Schwert nach einer kurzen Auseinandersetzung mit unseren Waffen ab. Meine Gedanken waren einen Moment lang bei nichts weiter als der Schlacht. Ich fühlte nichts weiter, allein die Energie und das Adrenalin, die durch meinen Körper flossen, jedes Mal, dass ich meine Klinge schwang, dass ich mit einem Angreifer Schwerter kreuzte. Die Atmosphäre, das Kampfgeschrei gingen mir in Fleisch und Blut über, pulsierten in mir wie ein Vulkan. Die Schatten meiner Identität waren zurückgedrängt worden, nicht mal ein Funke war davon spürbar. Ich glitt dahin auf dieser Welle der Inbrunst, eins mit meinen Waffen tanzte ich regelrecht übers Schlachtfeld und fühlte mich erstmals nicht als eine der meinen – ein Maß an Freiheit, welches ich nie erwartet hatte zu erfahren, doch leider sollte dies nicht lang von Dauer sein. Es war, als würde ich plötzlich gegen eine unsichtbare Mauer in meinem Inneren treffen. Die Leidenschaft des Augenblicks prallte erbarmungslos und unaufhaltsam dagegen, fiel direkt davor staubig zu Boden und wurde bald schon eins mit ihm, als hätte es sie nie gegeben. Nach außen versuchte ich den Bruch, der in meinem Inneren geschah, zu kompensieren und unbeirrt weiterzukämpfen, da ich sonst von meinem derzeitigen Kontrahenten in Stücke zerschnitten worden wäre. Mein Kopf hingegen lief auf Hochtouren, versuchte die sich entwickelnden Impulse und Informationen zu verarbeiten. Was war das? Dieses Gefühl in mir, das ich noch nie zuvor gespürt hatte? Etwas löste sich auf während etwas anderes seinen Platz einnahm. War es eine Ahnung? Eine Spur vom Ende aller Dinge für mich?
Nach meinem letzten endgültigen Schlag nahm ich mir einen Moment und atmete erschöpft durch in der Hoffnung, das Gefühl wäre nichts als eine Schöpfung meiner Atemlosigkeit und würde verschwinden, wenn ich mir einen Augenblick erholsamer Ruhe zugestand. Schnell musste ich mir eingestehen, dass ich damit einem großen Irrtum erlag. Es war kein Gefühl, keine Ahnung, sondern Gewissheit. Als ich um mich sah und all die Leichen zu meinen Füßen betrachtete, wurde mir bewusst was es war, das ich zu wissen begann.
Mein Ende, die Erfüllung meiner Aufgabe, meiner Prophezeiung rückte in greifbare Nähe – noch heute würde ich mein Versprechen, meinen Eid, den ich Varda einst gegeben hatte, erfüllen. Es musste so sein. Wie nur würde ich mein vorbestimmtes Schicksal erkennen? Wie genau würde ich es schaffen mein Leben einem anderen Wesen zu übertragen? Was für mich in dem Moment jedoch das Wichtigste war, auch wenn es töricht erscheinen mochte, würde ich Thorin zuvor noch einmal sehen? Thorin, befreit von der giftigen Dunkelheit des Schatzes? Ein letztes Mal nur?
Gerade, als ich begann mich tiefer und tiefer in meinen sorgenvollen Gedanken zu verstricken, kam ein Kriegs-Troll auf mich zugestapft. Ich konnte ihm noch in letzter Sekunde ausweichen bevor ich mit meinem Schwert um ihn herumtänzelte, Acht gebend nicht von seinen riesigen, scharfen Metallarmen erwischt zu werden und versuchte ihm zuzusetzen.
Doch ganz gleich, wie oft ich meine Klinge in seinen Körper bohrte, es schwächte ihn kaum, machte ihn lediglich immer aggressiver. Ich wusste nicht, was ich noch tun sollte, denn ich war allein im Gefecht gegen ihn und ich hatte keine Pfeile, welche ich hätte auf ihn schießen können. Schließlich unternahm ich einen Verzweiflungsversuch, als ich so schnell rannte, wie es mir meine Beine noch ermöglichten um ein wenig mehr Abstand zu dem riesigen Troll zu bekommen, bevor er wieder kampflustig auf mich zueilte, um meine beiden Dolche auf ihn zu werfen. Überlegt zielte ich auf seine Augen, denn selbst wenn ich sein Herz getroffen hätte, so hätte meine bloße Wurfkraft nicht ausgereicht sie tief genug hinein zu rammen. Mein Plan war es ihm sein Augenlicht zu nehmen und tatsächlich gelang mir dies. Mein Gegner taumelte brüllend umher, womit ich jedoch nicht gerechnet hatte war, dass er weiter in meine Richtung laufen würde. Noch schneller und aggressiver als zuvor, seine bedrohlichen Armklingen schwingend. Diese Wendung versetzte mich in eine kurzzeitige Starre, in der ich mich keinen Millimeter vom Fleck rührte. Hätte mich nicht etwas im letzten Augenblick zur Seite gezogen, so wäre ich wohl in zwei Teile gerissen worden.
Um den erblindeten Troll kümmerten sich nun ein paar Zwerge, wie ich erkannte, als ich wieder die Gewalt über meine Sinne und meinen Körper bekam. Mein Retter ließ mich nicht aus seinen Armen entgleiten, sein Gesicht zeigte er mir nicht, doch das war auch gar nicht notwendig. Ich kannte seinen Geruch nur zu gut, konnte nicht ganz glauben, was da gerade passierte.
„Thorin?“ Endlich ließ er mich aus seiner Umarmung und fand mit seinen Augen die meinen.
„Eben jener, wie du ihn einst kennengelernt hast mein Stern.“
Überglücklich und mit Tränen in den Augen warf ich mich ihm abermals in die Arme, presste meine Lippen sehnsüchtig auf die seinen. Der kurze Moment voller Liebe, Zuneigung und Friedlichkeit sollte nicht lang anhalten, denn schon mussten wir uns wieder auf die vor sich gehende Schlacht konzentrieren – eine weitere Aussprache blieb aus.
Doch für diesen einen Moment sagte dieser leidenschaftliche und innige Kuss alles aus, was unbedingt gesagt werden musste und war damit alles, was wirklich nötig war. Als wir uns nun voneinander lösten wurde mir umso bewusster, wie sehr ich ihn wollte. Es war so lang her… doch würde uns das vergönnt sein?
„Was hast du nun vor?“ Ich spürte, dass er etwas ausheckte als sein Blick direkt zum Rabenberg, wo Azog sich positioniert hatte, glitt. Sein Vetter Dáin stieß zu uns mit ebenfalls gespitzten Ohren.
„Der Schlange den Kopf abschlagen.“
„Aber sicher nicht allein, so schaffst du es nie.“ Und wie sein Vetter das letzte Wort gesprochen hatte, so kamen Fili, Kili, Dwalin und Balin mit einem von Steinböcken gezogenem
Kampfgefährt zum Vorschein. Der König bekam ein breites Grinsen im Gesicht als er sich schließlich noch einmal an mich wandte.
„Ich weiß, du bist mehr als eine passable Kämpferin, doch es ist zu gefährlich dort. Hier unten bist du am sichersten.“ Es wäre nutzlos gewesen ihm zu widersprechen, es war dieselbe Situation wie damals in der Seestadt unten. Ich würde ihm diesen Wunsch erfüllen und stellte mir gleichzeitig die Frage, ob ich ihm von meinen Gefühlen erzählen sollte. Sollte ich ihm sagen, dass ich mein Ende auf mich zukommen sah?
Schnell entschied ich mich dagegen, ich musste ihm nicht noch mehr Sorgen bereiten und vielleicht lag ich auch gänzlich falsch.
„Seid vorsichtig, versprich mir das.“
Er nickte und als ich ihm in die Augen sah wusste ich, dass er den Fluch tatsächlich besiegt hatte. Seine charakterliche Stärke sollte also am Ende über den dämonischen Schatten triumphieren.
Thorins Augen blieben solang an mir haften bis er auf einen Steinbock gestiegen war. Mich allein zu lassen war das Allerletzte was er gewollt hatte, vor allem nach den Ereignissen, die alles zerrüttet und erschüttert hatten. Ich wusste genau, dass er sich nach den gleichen Dingen sehnte wie ich. Ich sah es. Ich spürte es, so wie ich es früher gespürt hatte. Unsere Verbindung lebte wieder auf, erblühte von Neuem. Ich wollte bei ihm sein, wollte mich mit ihm aussprechen, hören, wie er den Fluch besiegt hatte und seine Nähe wieder fühlen. Eine ganze Nacht lang wach in seinen Armen liegen, ihm in die Augen sehend und über Vergangenes und Zukünftiges sprechend. Schweigend. Liebend. Doch all das blieb uns verwehrt, daran durften wir eigentlich nicht einmal denken angesichts des Krieges in dessen Mitte wir uns befanden. Und dennoch taten wir es, weil wir unsere Gefühle und Verlangen nicht einfach abstellen konnten, waren sie doch ursprünglich. Die Schmerzen, die dieser kleine Abschied hervorrief, waren schrecklich. Unsere letzte Begegnung war alles andere als liebevoll verlaufen, wir waren einander ferngeblieben und nun, wo Thorin Eichenschild wieder Thorin Eichenschild war, sollte keine Zeit für eine richtige Versöhnung sein. Ich fürchtete, ich könnte ihn verlieren. Ich fürchtete, er würde mich verlieren, mehr als jemals zuvor, doch ich konnte den Lauf der Dinge nicht ändern. Ich konnte nicht ändern, was unausweichlich war. Der König musste gehen und dafür sorgen, dass Azog kein Leid mehr verbreiten konnte, ebenso wie ich mich meiner Bestimmung widmen musste.
Kurz bevor sich die Gruppe nun auf den Weg machte, wandte sich Thorin mir noch einmal zu.
„Wir werden später reden, ich verspreche es Liebste.“
Und wie er es so sagte war ich mir gar nicht so sicher, ob es überhaupt ein später gab.

Ich sah dem Gespann einen Augenblick lang hinterher, bis ich mich schließlich wieder den Feinden um mich herum widmete. Etwas unkonzentrierter noch als zuvor tänzelte ich nun also um die Orks herum, sie mit meinen Waffen niederstreckend. Trotzdem behielt ich stets den Rabenberg im Blick, ich machte mir einfach zu große Sorgen was da oben vor sich ging, als das ich es hätte unterlassen können. Plötzlich ließ ein Zustand, den ich nicht sofort erkennen konnte, meinen Blick länger als normal an dem Berg haften. Eine unbeschreibliche Kälte erfasste meinen Körper als ich erkannte, was meine Aufmerksamkeit so sehr auf sich zog. Es gab nichts zu sehen so weit oben, überhaupt nichts.
Von einem Moment auf den nächsten war Azog einfach verschwunden. Da, wo er eben noch gestanden hatte, war nun nichts weiter als Nebel – wo war er hin? Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht, hatte der Häuptling der Orks doch die ganze Zeit über seine Aufmerksamkeit und Augen nicht von dem Geschehen der Schlacht abgewandt. Und nun auf einmal sollte er fort sein, sich für das alles nicht mehr interessieren…?
Einen Augenblick lang war ich abgelenkt und konnte den Vorgängen auf dem Berg keine Beachtung schenken, denn da waren Orks, die auf einmal auf mich zugestürmten mit dem festen Entschluss, mich in zwei Teile zu zerstückeln. Am Ende jedoch sollte dies ihr eigenes Schicksal sein. Als ich nun wieder Freiraum zum Atmen hatte, wagte ich einen erneuten Blick hinauf zum Berg.
Auf einmal ertönte Kampfgeschrei von dort oben und schon bald erblickte ich Thorin, wie er sich gegen widerwärtige Orks wehrte, welche von Azog angestachelt wurden. Meine Lungen unterbrachen ihre Arbeit, jegliche Luft blieb ihnen verwehrt, so schockiert und erschrocken war ich von der plötzlichen Wende. Hatte ich nicht gespürt, dass der Gang der Zwerge auf den Gipfel problematisch werden würde?
Augenblicklich warf ich mein Versprechen an den König, ich würde vom Berg fernbleiben, über Bord. Er brauchte Hilfe. Wo Dwalin und die anderen waren vermochte ich nicht zu sagen, womöglich waren sie in ihre eigenen Kämpfe verstrickt, sodass es ihnen unmöglich war ihren Anführer zu unterstützen. Mein Inneres sprach zu mir. Ich musste da hoch, um jeden Preis. Das war mein Weg. Er musste es sein. Was wenn… was wenn es Thorin war, dessen Leben ich retten sollte?
Ich versuchte diesen Gedanken fürs Erste so gut es ging zu ignorieren und mich darauf zu konzentrieren, einen Steinbock zu fangen. Zu Fuß würde ich es nie bis zu meinem Ziel schaffen und erst einmal zählte nur, dass ich den gefährlichen Weg durch die kämpferischen Massen überstand, denn selbst, wenn es so war und ich Thorins Rettung war, so würde ich nichts daran ändern können. Es war Schicksal, vorbestimmt vor langer Zeit. Möglicherweise lag ich dennoch falsch, woher sollte ich schon wissen, wen ich retten sollte?
Etwas unsicher saß ich schließlich auf meinem Reitgefährten, denn ich hatte zwar Erfahrung damit Pferde als Transportmittel zu nutzen, auf einem Steinbock zu sitzen war mir jedoch nicht mal im Traum in den Sinn gekommen. Trotz aller anfänglichen Probleme hatte ich mich bald schon an das wippende Gefühl gewöhnt und hatte mein Transportmittel voll und ganz unter Kontrolle. Ich begann also den Aufstieg in der Hoffnung, nicht zu spät zu kommen.

Nach einigen abgewehrten Wargangriffen und unzähligen abgeschlagenen Köpfen erreichte ich endlich den Gipfel, wo die blutige Schlacht weitertobte. Ich sprang von dem Steinbock ab und versuchte mir meinen Weg zu meinem Liebsten zu bahnen. In etwas weiterer Entfernung sah ich, wie Dwalins gefährlichen Äxte durch die Luft schnitten und einen Ork nach dem anderen niederstreckten.
„Dwalin!“
Irritiert drehte der Zwerg sich um, die Feinde nicht unbeachtet lassend, um den Ursprung der Stimme ausfindig zu machen. Als er mich erblickte wirkte er auf der einen Seite recht verwirrt, denn natürlich hatte auch er mitbekommen, wie sein König mich dringlichst darum gebeten hatte dort zu bleiben, wo ich war. Allerdings erkannte ich auch eine Spur von Freude.
„Válan, was tust du denn hier? Solltest du nicht im Tal bleiben?“
„Ich dachte, ihr könntet etwas Hilfe gebrauchen. Wo hast du Thorin zuletzt gesehen, kannst du mir das sagen? Er scheint in Schwierigkeiten zu stecken.“
Der Gesichtsausdruck des sonst so eisernen Zwergs zeigte Sorge, während er mir die Richtung wies. Ihm war klar, dass ich mir um jeden Preis den Weg zu Thorin durchkämpfen würde und dass er mich nicht aufhalten könnte. Eindeutig war jedoch auch, dass Dwalin mir dabei helfen würde diesem Kampfmassaker zu entfliehen, um mein Ziel zu erreichen. Er gab mir noch ein „Gebt auf euch Acht“ mit auf den Weg und viel zu gern hätte ich ihm versprochen, dass wir das tun würden, doch mehr als ein „Wir versuchen es“ brachte ich nicht hervor, als ich dankbar lächelnd an ihm vorbeistürmte.

Erschöpft trieb ich mich weiter voran, ich musste mich beeilen. Mein Herz glühte vor Furcht. Vor Todesangst. Ich hoffte innständig, dass es nicht zu spät war…
Glücklicherweise erschienen Thorin und Azog bereits in meinem Blickfeld, wie sie sich auf dem Eis den entscheidenden Kampf lieferten, als plötzlich aus dem nichts eine Schar angriffslustiger Orks auf mich zukam. Fokussiert und wütend darüber, dass sich abermals etwas zwischen mich und meinen geliebten König stellte, parierte ich den Hieb des vordersten Orks und verfiel schlagartig in einen Kampfrausch. Kein Schlag blieb unbemerkt, ich brachte jeden der Lebenden ins Reich des Todes, sodass schon bald die leblosen Hüllen meiner Angreifer zu meinen Füßen liegen sollten. Mit rasendem Herzen und nach Luft ringend setzte ich meinen Weg über und über bedeckt mit dem Blut von Orks fort.
Meine eigenen Wunden waren dank meiner Kräfte genauso schnell wieder verschwunden wie sie gekommen waren. Im dichten Nebel versuchte ich nun mich zu orientieren. Während ich mich um eigene Probleme gekümmert hatte, war es mir unmöglich gewesen auch noch ein wachsames Auge auf den Kampf zwischen Thorin und seinem Kontrahenten zu entbehren. Tatsache war jedoch, dass ich in diesem Augenblick weder den Ork noch den Zwerg zu erblicken vermochte. Mein derzeitiger Standpunkt ließ ihre Position lediglich erahnen und tatsächlich entdeckte ich nach einigen Schritten, wonach ich gesucht hatte.
Der bleiche Ork, der dem königlichen Geschlecht Durins so lang nichts als Verderben gebracht hatte, lag auf dem Rücken auf dem Eis, durchbohrt von Orcrist. Leblos mit einem Ausdruck völlig überraschender Überwältigung.
In einiger Entfernung am Abgrund stand sein Bezwinger, Thorin Eichenschild, der völlig außer Atem auf die Schlacht unter ihm hinabsah.
Erleichtert entflohen einige Tränen meinen Augen. Mein Herz schlug noch schneller, meine Gefühle und Gedanken überschlugen sich. Es war vorüber, es war endlich vorüber. Diese ewige Hetzerei, dieser Alptraum sollten nun endlich ein Ende haben. Ich konnte nicht fassen, dass er überlebt hatte, konnte dieses Glück nicht begreifen, das uns zukam. Der König hatte den Kampf für sich entschieden, hatte den Mörder seines Großvaters, seinen Jäger niedergestreckt und überlebt. Uns würde eine gemeinsame Zeit vergönnt sein, wenn sie auch nicht lang sein würde. Keiner von uns würde heute sterben, das sagte mir mein Verstand, mein Gespür nahm ich nicht wahr, ich war zu sehr von Liebe erfüllt. Ich begann von einer Zukunft zu träumen, die so eigentlich gar nicht für mich bestimmt worden sein konnte und als ich gerade fest zu glauben begann, dass ich mich geirrt hatte und meine Aufgabe weder hier oben noch heute auf meine Erfüllung warten würde, brach der König unter dem Berge erschöpft und offensichtlich bei weitem nicht so unverletzt, wie es der Anschein mich glauben gelassen hatte, zusammen. Von einer Sekunde auf die Nächste war der Sturm des Glücks vollkommen abgeklungen, der Schock und die Angst waren abermals eingezogen.
Wie sich meine Beine nun in Bewegung setzten und ich ohne auch nur einen Gedanken zu verschwenden zu dem am Boden liegenden Mann sprintete, kam die Gewissheit zurück. Mein Gespür an diesem Tag, die Erfüllung meiner Aufgabe würde heute auf mich warten, war von Anfang an richtig gewesen. Schlagartig wurde mir bewusst, wie viel Tiefe wirklich in der stetigen Bezeichnung gelegen hatte, ich wäre sein Stern. Wie Recht Thorin daran tat, mir diesen Namen zu geben.
Von Anfang an war ich voll und ganz die seine gewesen. Seine Liebe und seine Königin. Seine Ayani und sein Stern. Ich war seine Rettung, er meine Bestimmung.
Endlich sah ich den Sinn meiner Worte, die ich einst bei unserer Begegnung in Bree an ihn gerichtet hatte. Es war Vardas Hand zu verdanken, dass mein Liebster wahrlich stärker für mein Schicksal bluten würde, als er sich je in seinen schlimmsten Alpträumen hätte ausmalen können…



Hallihallo,

nach einer halben Ewigkeit melde ich mich auch mal wieder zurück. Tut mir leid, dass es solang gedauert hat, doch ich habe meine freie Zeit ausgiebig mit meiner Familie, meinem Freund und meinem Partner verbracht. Außerdem habe ich auch recht lang an diesem Kapitel gesessen, bis ich nun endlich zufrieden genug damit bin, es euch zu präsentieren. :) Es ist ein ziemlich hektisches Hin und Her, wo nur Zeit für das Nötigste bleibt, schließlich gilt es eine Schlacht zu gewinnen und einem erbitterten Feind das Leben auszuhauchen. Válan sieht sich nach ewigen Zeiten ihrem Schicksal gegenüber und all ihre Gedanken darüber, wie sie den Beginn der Erfüllung ihrer Aufgabe erkennen soll, werden hinfällig. Nicht das erste Mal hat sie den Gedanken gefasst, dass sie der Stern sein könnte, der für Thorin bestimmt ist, doch nun bewahrheitet sich diese Möglichkeit als die Eine... Wie wird es nun weitergehen? Bleibt ihnen Zeit für die Aussprache, nach der sich Válan so sehr sehnt? Oder läuft ihnen die Zeit davon...?

Ich hoffe, auf das nächste Kapitel müsst ihr nicht wieder solang warten, ich geb mir Mühe :D
Lasst es euch gut gehen und bis bald,

Eure Enelya
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