Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Herz der Alchemie

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Eskel Geralt von Riva Lambert OC (Own Character) Triss Merigold Yennefer von Vengerberg
11.05.2018
11.05.2019
31
107.057
38
Alle Kapitel
82 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
21.05.2018 2.572
 
Sie waren nun seit fünf Tagen unterwegs.
Noch vor Einbruch der Dämmerung erreichten sie die Stadt Rinde, die letzte größere Ortschaft, bevor ihr Weg sie in nur dünn besiedelte Gegenden bringen würde. Am nächsten Tag würden sie ins Kestrel-Gebirge abbiegen. Sobald sie in der Wildnis waren, mussten sie nicht nur mit Banditen, sondern auch vermehrt mit Ungeheuern rechnen, die abseits des Weges auf arglose Reisende lauerten.
Im Pontar-Gebiet hatten sie bisher viele Ortschaften passiert, sodass sie abends immer in Gasthöfen eingekehrt waren und den Komfort einer warmen Mahlzeit und eines einigermaßen bequemen Bettes genießen konnten - auf Kosten des Spesenkontos der Akademie. Ab morgen würden sie auf diesen Luxus aber für wenigstens ein paar Tage verzichten müssen.
Nachdem Thalia beim Wirt einer dem Augenschein nach gepflegten Gastwirtschaft Zimmer für die Nacht und ein Abendessen in Auftrag gegeben hatte, brachten sie die Pferde in den Stall und sattelten ab. Die beiden Wächter nahmen ihre Satteltaschen an sich und gingen zum Haupthaus. Eskel und Thalia versorgten die Pferde. Wie jeden Abend nach einem langen Ritt striegelte der Hexer das schwarze Fell seines Hengstes, kontrollierte die Hufe und tätschelte Skorpion dann zum Abschied die Flanke.
Thalia striegelte ihre Stute ebenfalls, hatte darin jedoch wesentlich weniger Übung als der Hexer. In der Akademie versorgten Knechte die Pferde, die für Expeditionen gebraucht wurden. Aber vernachlässigen wollte sie ihr Pferd auch nicht, schließlich hatte es sie in den letzten Tagen stundenlang getragen, ohne sich über ihre mangelhaften Reitkenntnisse zu beschweren.
Schweigend gingen sie zusammen zum Gastraum, wobei Eskel sowohl seine als auch ihre Satteltaschen scheinbar mühelos auf den Schultern trug. Thalia war dankbar, dass sie sich nicht selbst mit der Tasche plagen musste. Sie hatte nur wenig Garderobe und andere persönliche Gegenstände eingepackt, aber die Auswahl der alchemistischen Bücher, die sie mitnehmen sollte, war ihr schwergefallen. Die Taschen waren deshalb nicht gerade leicht. Eskel brachte das Gepäck nach oben zu den Schlafkammern und stieg dann wieder zu ihr die Treppe hinunter.
Im Schankraum der Gastwirtschaft herrschte reger Betrieb. Die Luft war erfüllt vom Geruch nach Bier, Braten und Schweiß. Viele Einheimische und auch einige Reisende saßen an den Tischen, tranken Bier und aßen ihr Mahl.
Olbertz und Jonas saßen an einem Tisch an der Seite und waren schon beinahe fertig. Sie vertilgten gerade die letzten Bissen ihres Wildbratens, als Eskel und Thalia sich zu ihnen an den Tisch setzten. Das Gespräch, das sie zuvor miteinander geführt hatten, verstummte und machte einer etwas drückenden Stille inmitten des fröhlichen Geschwatzes der anderen Gäste Platz. Olbertz trank sein Bier aus und warf dem Hexer einen undeutbaren Blick zu. „Ich geh ins Bett. Magister van de Wintervoord. Hexer.“ Er nickte beiden wenig freundlich zu und stand auf.
„Ich geh auch schlafen. War ein anstrengender Tag heute… Gute Nacht“, verabschiedete sich auch Jonas und eilte Olbertz hinterher die Treppe ins Obergeschoss hinauf.
„Was ist denn mit denen los? Eigentlich sollte ich doch eher todmüde sein und nicht unsere wackeren Recken…“ wunderte sich Thalia mit einem Hauch von Spott. Während der letzten Tage hatte sie während des stundenlangen Reitens in Ermangelung einer anderen Unterhaltung den Geschichten von Olbertz gelauscht, die dieser nicht müde wurde, seinem Kollegen zu erzählen. Wenn man ihm Glauben schenkte, so war er auf seinen zahlreichen Expeditionen schon so mancher gefährlichen Situation entkommen – meistens durch seinen den Wissenschaftlern überlegenen Verstand oder durch seinen unbändigen Mut. Vielleicht aber auch eher durch seine blühende Fantasie…
Die Gäste am Nebentisch hatten Eskel bereits seit seinem Eintreten in den Gastraum beobachtet und warfen ihm nun feindselige Blicke zu. “Widerlicher Mutant. Nicht besser als die Monster, die er abschlachtet…”, murmelte einer der Männer, gerade laut genug, um am Nebentisch gehört zu werden. Er und seine zwei Gefährten nahmen demonstrativ ihre Teller und Bierkrüge und setzten sich damit an einen weiter entfernten Tisch. Eskel, der mit dem Rücken an der Wand saß und den gesamten Raum überblicken konnte, machte viele feindselige Blicke aus, die ihm begegneten. Die übliche Reaktion der Menschen auf seinen Anblick. Thalia schien jedoch irritiert vom Verhalten der anderen Gäste und peinlich berührt.
“Ist es immer so?”, fragte sie zaghaft.
“Was meint Ihr?”
“Benehmen sich die Leute immer so, wenn sie Euch begegnen?”
“Meistens, ja. In Rinde sind wir Hexer jedoch noch etwas weniger gern gesehen als anderswo. Das liegt wohl immer noch daran, dass ein Vertreter unseres Berufsstands vor vielen Jahren einmal die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt hat, als er zusammen mit einer Zauberin versuchte, einen Djinn zu bekämpfen. Bei so etwas sind die Leute oft nachtragend…
Aber es macht keinen großen Unterschied, die meisten Menschen begegnen uns mit Misstrauen, Furcht und Abscheu. Für die meisten sind wir gefühllose, brutale Monsterschlächter, die für Geld alles tun. Daran muss man sich als Hexer gewöhnen. Noch dazu, wenn man so aussieht wie ich…”
“Ihr seht aus wie ein Mann, der in seinem Leben schon viele Kämpfe bestritten hat, Meister Eskel. Jede eurer Narben zeugt von eurem Mut. Und mutige Männer sollten nicht so behandelt werden…”
Thalia blickte ihn an und sofort schienen ihr ihre Worte peinlich zu sein. Sie errötete leicht und wandte ihren Blick ab.
An einem Tisch in der Mitte des Schankraums spielten zwei Reisende eine Partie Gwint. Dem abgegriffenen Zustand der Karten nach zu urteilen, waren die beiden erfahrene Spieler. Einer der beiden ärgerte sich gerade über einen misslungenen Zug und benutzte dabei eine Reihe farbenfroher Metaphern, um seinem Unmut Luft zu machen.
Eskel wusste nicht, wie er auf Thalias Kompliment reagieren sollte und suchte eine Möglichkeit, das Gespräch wieder in unverfängliche Bahnen zu lenken. Ihm fiel auf, dass er Thalias Durchhaltevermögen unterschätzt hatte. „Ihr habt Euch bisher gut im Sattel gehalten. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass wir langsamer reiten müssten, damit Ihr mithalten könnt. Aber da habe ich mich wohl getäuscht“, gab er zu.
„Oh, vielen Dank. Aber wenn ich jetzt behaupten würde, nicht am Ende meiner Kräfte zu sein, müsste ich lügen. Ich muss mich wohl erst einmal wieder daran gewöhnen, den ganzen Tag über unterwegs zu sein. Das ist schon anstrengender als die Arbeit im Labor“, gestand Thalia lächelnd. Tatsächlich taten ihr sämtliche Muskeln im Leib weh, ganz zu schweigen von ihrem Hinterteil. Sie freute sich bereits darauf, sich mit der kühlenden Salbe einzureiben, die sie zum Glück vor der Reise angerührt hatte und seit dem jeden Tag benutzte. Die ersten Tage waren die schlimmsten gewesen - mittlerweile schien sich ihr Körper ein wenig an die ungewohnte Belastung gewöhnt zu haben und meldete sich erst ab dem späteren Nachmittag mit wehen Stellen und verspannten Muskeln.
Der Wirt servierte ihnen Rehbraten in dicker, brauner Sauce, dazu Kartoffeln und Rübenmus. Nach den Entbehrungen des Tages freute sich Thalia auf ihr Essen. Doch nach dem ersten Bissen verzog sie enttäuscht das Gesicht. Eskel lächelte amüsiert. „Hattet Ihr mit etwas Aromatischerem gerechnet?“ „Hm… da ist kein einziges Gewürz an der Sauce und am Fleisch. Hätte der Koch denn nicht wenigstens etwas Majoran verwenden können? Der wächst doch sogar wild neben dem Stall. Ich bin eben fast reingetreten. Naja, der Hunger treibt´s hinein…“, seufzte sie.
Eskel schmunzelte über ihre Enttäuschung. Dabei hatten noch Glück gehabt: Hier im Gasthof gab es zumindest genießbares Fleisch und nur mäßig verkochtes Gemüse. In den weniger gut gestellten Landstrichen, die sie bald bereisen würden, wo Lebensmittel knapp waren und die Leute oft hungerten, wurde auch in Gasthäusern meist nur dünner Eintopf serviert, bei dem man die Einlage im Teller suchen musste. Aber um Thalia keine Angst vor den folgenden Tagen zu machen, sagte Eskel das nicht.
Am Nebentisch wurde sich nun lautstark über die Auslegung einer Gwint-Regel gestritten. Der Kaufmann, der offenbar das bessere Blatt hatte, bezichtigte sein Gegenüber, eine Finte regelwidrig ausgespielt zu haben. Der Disput wurde jedoch schnell beendet und die Partie ging weiter. Eskel wandte sich wieder seiner Mahlzeit zu.
“In Oxenfurt ist man natürlich besseres Essen gewohnt… Ihr stammt aber nicht ursprünglich von dort, oder?” Ihm war aufgefallen, dass sie die Gemeinsprache mit einem ganz leichten Akzent der nördlichen Provinzen sprach. Die normalerweise scharf ausgesprochenen Konsonanten sprach sie kaum merklich weicher aus, betonte manches Mal zu sehr die Wortendungen.
“Das stimmt. Aufgewachsen bin ich in Kovir. Aber in Oxenfurt lebe ich schon seit sechs Jahren. Ich dachte eigentlich, dass ich den Akzent inzwischen abgelegt hätte…”
“Man hört es nur, wenn man genau darauf achtet. Aber wieso habt Ihr Kovir verlassen? Ohne Euch zu nahe treten zu wollen, aber ich habe Eure Heimat als angenehme Gegend in Erinnerung. Es gibt dort kaum Armut und auch die abgelegeneren Gebiete sind fast gänzlich frei von Ungeheuern und Bestien. Deshalb gibt es dort auch kaum Arbeit für Hexer. Ich war, glaube ich, das letzte mal vor vier Jahren dort.”
“Oh ja, es ist wunderschön dort. Ich vermisse Kovir auch, die Strände, die Wälder… Aber so üppig die Vegetation bei uns im Norden auch sein mag, in akademischer Hinsicht ist die Gegend dort Ödland. Es gibt ein paar Gelehrte in Pont Vanis und Lan Exeter, aber keine Schule oder Universität, an der ich viel über Alchemie hätte lernen können. Meine Eltern sind Händler in Pont Vanis und hätten mich am liebsten mit einem der Erben des Reeders im Ort vermählt. Gustav hieß der Gute…” Sie lächelte, als sie an den nicht sehr klugen, aber doch netten jungen Mann dachte. “Aber ein Leben als Frau eines Geschäftsmanns, so wie meine Mutter es geführt hat, konnte ich mir nicht vorstellen. Ich wollte nicht nur als “die Gemahlin von” gelten, sondern selbst etwas erreichen. Und die Alchemie hat mich schon als Kind fasziniert. Ich meine… Gibt es etwas Interessanteres als die Elemente zu erforschen, herauszufinden, wie verschiedene Stoffe miteinander reagieren und sich durch Transformationsprozesse in etwas völlig anderes verwandeln können? Oder welche Wirkung bestimmte Substanzen auf den menschlichen Organismus haben? Wie man Krankheiten und Gebrechen heilen kann, indem man dem Körper des Patienten hilft, sich selbst zu heilen?”
“Ist das nicht eher das Gebiet der Mediziner?”
“Zum Teil, ja, aber Mediziner und Alchemisten arbeiten an der Akademie eng zusammen. Die Disziplinen ergänzen sich. Natürlich gibt es auch einige Alchemisten, die ihren Forschungsschwerpunkt auf die Metallurgie legen, aber das war nie mein Fachgebiet. Ich habe mich immer mehr für die Heilmittelforschung interessiert…”
“Aber der Verlobung mit dem Reederssohn seid Ihr dann doch nicht entkommen?”, fragte Eskel und deutete auf den Ring an Thalias Finger: Zwei ineinander verschlungene Stränge, einer aus Rotgold, der andere aus Weißgold - in Kovir ein klassischer Verlobungsring.
Thalia wurde etwas blass, ihr Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an. “Oh, den habe ich nicht von Gustav. Der ist von Gregor… Unglaublich, dass das schon so lange her ist.” Es fiel ihr sichtlich schwer, weiterzusprechen. Offenbar lag ihr etwas auf der Seele. Eskel bedauerte, das offenbar delikate Thema so ungeschickt angesprochen zu haben. Aber den Ring hatte er direkt bei ihrer ersten Begegnung bemerkt und sich gewundert, warum der Verlobte seine Versprochene allein auf solch eine nicht ganz ungefährliche Expedition gehen ließ. Gebildete Frauen waren es dieser Tage natürlich gewohnt, selbst Entscheidungen zu treffen und scheuten auch nicht vor Risiken zurück - aber Eskel wollte es nicht in den Sinn, wie jemand den Schutz seiner Verlobten anderen Männern überlassen konnte, ohne sich zumindest von deren Redlichkeit zu überzeugen. Dass Thalia nun so traurig geworden war, tat Eskel leid. Etwas verlegen strich er sich mit den Fingern über seine Narbe. “Bitte verzeiht mir. Es geht mich nichts an…”
“Ist schon gut… Gregor war Student im letzten Jahr als wir uns kennenlernten. Ich war gerade erst im zweiten Jahr meines Studiums. Eine gemeinsame Bekannte von der medizinischen Fakultät stellte uns einander vor. Als er dann seinen Abschluss gemacht hatte und eine Anstellung als Arzt im Hospital von Oxenfurt erhielt, bat er mich um meine Hand.” Thalia lächelte wehmütig. “Ich war überglücklich und malte mir eine wunderbare gemeinsame Zukunft aus. Doch leider kam dann alles anders… Ein Kollege hatte ihn nach Novigrad eingeladen, um seine Meinung zu einem Fall einzuholen. Auf dem Rückweg kam Gregor in ein Dorf, er war durstig und seine Feldflasche schon leer. Er wollte um etwas Wasser bitten und hörte aus einer der Hütten ein Stöhnen und Wimmern. Er fragte die Leute, ob jemand krank sei und ob er sich denjenigen einmal ansehen dürfe, vielleicht könne er helfen. Der Mann wurde ungehalten und sagte, er solle sich davon scheren. Aber Gregor war Arzt mit Leib und Seele. Er konnte nicht einfach untätig bleiben, wenn jemand seine Hilfe brauchte. Also verschaffte er sich wohl etwas grob Zutritt zu der Hütte und fand ein kleines Kind im Bett vor, dem es offenbar sehr schlecht ging. Als er das Kind untersuchen wollte, biss es ihn plötzlich und ohne Vorwarnung in den Arm. Der Vater des Kindes packte ihn und warf ihn aus der Hütte. Gregor versorgte den Biss notdürftig und ritt weiter nach Oxenfurt. Zunächst sah es so aus, als ob die Wunde gut verheilen würde und alles gut wäre. Aber nach ein paar Tagen bekam er Fieber, hatte Wahnvorstellungen und phantasierte. Im Hospital diagnostizierten seine Kollegen Cordoxie, eine seltene Krankheit. Er hatte sich wohl durch den Biss des Kindes infiziert. Die Krankheit beginnt sehr plötzlich und lässt sich dann lange Zeit, um den Erkrankten zu quälen. Gregor lebte noch drei Monate, wobei sein Geist, sein Wesen ihn schon viel früher verlassen hatte. Sein Körper verfiel immer mehr. Als sein Siechtum endlich ein Ende hatte, war es eine Erlösung…”
Thalias Stimme war immer leiser geworden. Sie nahm einen tiefen Atemzug und blinzelte die Tränen fort, die sich in ihren Augenwinkeln gebildet hatten. “Das ist jetzt drei Jahre her. Eigentlich genug Zeit, um über einen Verlust hinwegzukommen… Ich habe mir vorgenommen, dieser vermaledeiten Krankheit auf den Grund zu gehen, sobald ich Professorin bin. Dann stehen mir die Mittel der Akademie zur Verfügung, die ich brauche, um mit der Forschung zu beginnen. Wenn ich es schaffen kann, diesen Fluch von einer Krankheit zu besiegen, dann war Gregors Tod nicht ganz umsonst.”
Eskel wusste nicht recht, was er sagen sollte. Er wollte Thalia gern trösten, aber ihm war bewusst, dass keine Worte dieser Welt dazu in der Lage wären.  Verdammt, er war nicht gut in solchen Dingen... “Euer Verlust tut mir sehr leid. Er hat euch bestimmt sehr geliebt…”
“Ja.” Thalia presste die Lippen aufeinander und rang sich ein Lächeln ab. “Ja, das hat er. Und ich ihn auch. Aber so ist das Leben nun einmal. Wenn das Schicksal einen anderen Weg für uns geplant hat, dann können wir Menschen keinen Deut daran ändern… Es ist spät geworden, ich sollte schlafen gehen. Meint Ihr, ich könnte vom Wirt heißes Wasser für meinen Tee bekommen?”
Aus einer Tasche ihrer Jacke zog sie ein kleines, in Papier eingeschlagenes Brieflein hervor, aus dem sie je einen Zweig Lavendel und Verbene zog. Daher stammte der schwache, aber angenehme Duft also, den Eskel schon während ihres gesamten Mahls wahrgenommen hatte. “Mit Lavendel kann ich besser einschlafen”, sagte Thalia und stand auf, um sich beim Wirt an der Theke einen Krug mit heißem Wasser geben zu lassen.
Am Nebentisch war die Gwintpartie gerade zu Ende gegangen, der Verlierer ging zur Theke, um seinem Kontrahenten ein Bier zu spendieren.
Den dampfenden Krug in der Hand kam Thalia zurück an Eskels Tisch und tauchte die Kräuter in das heiße Wasser. Sie warf Eskel ein warmes Lächeln zu. “Gute Nacht, Meister Eskel. Wir sehen uns morgen früh.”
“Gute Nacht, Magister. Eine erholsame Nacht wünsche ich euch.”
Es gefiel ihm, wie sie seinen Namen aussprach. Eskel, mit einem weichen S… Er sah ihr nach, als sie die Stufen zu den Schlafgemächern hinaufging.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast