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Das Herz der Alchemie

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Eskel Geralt von Riva Lambert OC (Own Character) Triss Merigold Yennefer von Vengerberg
11.05.2018
11.05.2019
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23.03.2019 2.695
 
Thalia lag schwer in seinen Armen. Sie holte stockend Atem, wurde sofort von Husten geschüttelt. Ein dünnes Rinnsal Blut floss aus ihrem Mundwinkel und hob sich im Mondlicht von ihrer blassen Haut ab. Ihr Haarknoten hatte sich gelöst und die nassen Strähnen umrahmten ihr Gesicht. Sie zitterte. Ihr verschleierter Blick suchte den Eskels.
Die letzten Sekunden kamen ihm unwirklich vor, sein Verstand weigerte sich zu akzeptieren, was passiert war. Er fühlte den Armbrustbolzen zwischen seinen Fingern, der noch immer in Thalias Rücken steckte.
Aus dem Augenwinkel sah er Shani und Yennefer, die auf Thalia und ihn zueilten. Shani ging sofort neben ihrer Freundin auf die Knie, hob ihr Augenlid an und fühlte dann ihren Pulsschlag am Hals. Vorsichtig schob sie Eskels Arm, der Thalia hielt, ein wenig nach oben, um einen Blick auf die Wunde in Thalias Rücken zu erhalten. Ihre Augen weiteten sich kurz, als sie die Verletzung begutachtete.
Auch die anderen hatten inzwischen bemerkt, was geschehen war. Als Eskel kurz den Blick hob sah er, dass Geralt, Lambert und Keira bestürzt zu ihnen herüber blickten.
Laikos war mit fassungsloser Miene in die Knie gegangen, Yonkas Hand lag stützend auf seiner Schulter.
Shanis Miene hatte sich verfinstert. “Der Bolzen hat das Schulterblatt durchschlagen und ist offenbar in die Lunge eingedrungen. Sie hat schon viel Blut verloren.” Shani dachte kurz nach. “Wenn wir den Bolzen entfernen, wird die Blutung sich möglicherweise noch verstärken. Aber bleibt er, wo er ist, droht sie zu ersticken.”
Die Ärztin blickte Yennefer an. “Wir müssen uns beeilen. Könnt Ihr mit euren Fähigkeiten die Blutung stoppen, während ich den Bolzen entferne?”
Yennefers Lippen bildeten einen schmalen Strich. “Das kann ich. Doch wir müssen auch zügig von hier verschwinden. Ich kann uns alle per Portal von hier wegbringen - nach Kovir, wo eine Kollegin von mir uns bei ihrer Behandlung helfen kann. Ich habe vor Jahren neben ihrem Haus einen Anker platziert, sodass wir es mit nur einem Sprung zu ihr schaffen. Aber wenn ich meine Kräfte zu sehr erschöpfe, kann ich das Portal nicht so lange stabilisieren, bis wir alle hindurchgetreten sind. Keira? Kannst du uns unterstützen?”
Keira trat einen Schritt näher. “Meine Magie kehrt erst langsam wieder zurück, aber ich werde tun, was ich kann. Soll ich versuchen, ihre Schmerzen zu dämpfen, während du dich um die Blutung kümmerst?”
Yennefer nickte kurz, war in Gedanken offenbar bereits dabei, den geeignetsten Zauber auszuwählen.
“Yen …” Geralt klang besorgt, als er hinter die Zauberin trat.
“Ich weiß, Geralt. Ich werde darauf achten, mich nicht zu verausgaben. Diese Erfahrung einmal gemacht zu haben, reicht mir völlig.”
Shani stieß einen tiefen Seufzer aus. “Also gut, wir werden versuchen, sie zu stabilisieren und bringen sie dann schleunigst nach Kovir.” Aus ihrer Tasche zog sie saubere Verbände und eine Flasche, mit deren Inhalt sie einen der Stoffstreifen tränkte. Alkoholdunst stach in Eskels Augen.
Mit einer Schere vergrößerte Shani den Riss in Thalias Tunika um die Eintrittsstelle herum.
Eskel hielt sie nach wie vor in seinen Armen, ihr Kopf ruhte an seiner Schulter. Leise flüsterte er ihr beruhigende Worte zu, während die anderen Frauen den Eingriff vorbereiteten. Thalia zuckte zusammen und sog zitternd die Luft ein, als Shani den Bolzen berührte.
Die Zauberinnen gingen neben Thalia in die Knie, legten jeweils eine Hand auf ihren Rücken. Yennefer und Keira begannen, verschiedene Sprüche zu intonieren. Aus Yennefers Fingerspitzen drang ein weißliches Leuchten in Thalias Körper, während von Keiras Hand ein blasses rötliches Strahlen ausging.
Eskel drückte Thalia fest an seine Brust. “Gleich ist es geschafft, mein Herz. Gleich kannst du besser atmen.”
Keiras Magie schien bereits Wirkung zu zeigen, Thalias Zittern ließ etwas nach und ihr Blick wurde klarer. Shani beugte sich zu Thalias Gesicht herüber. “Hier, Thalia. Ich ziehe gleich den Bolzen heraus, das wird weh tun.” Sie schob ihrer Freundin einen Streifen Leder zwischen die Lippen. “Beiß darauf.” Thalia nickte schwach und presste die Zähne auf das harte Leder.
Ein schmerzerfülltes Stöhnen entrang sich ihr, als Shani den Bolzen entfernte. Eskel hätte alles darum gegeben, an ihrer Stelle zu sein und den Schmerz für sie zu ertragen.
Das weiße Leuchten von Yennefers Magie gewann an Intensität, als sie den Zauber verstärkte, um den Blutstrom zu stoppen, der Thalias Tunika immer mehr tränkte. Zwischen den Brauen der Zauberin hatte sich vor Konzentration eine steile Falte gebildet. Dann endlich, nach viel zu langen Sekunden, schien sie zufrieden zu sein und gab Shani ein Zeichen, dass diese mit ihrer Behandlung fortfahren könne. Shani legte einen Druckverband an, führte den Verband um Thalias Körper und fixierte ihn. Sie nahm Eskels Hand, die auf Thalias Rücken lag und legte sie auf die versorgte Wunde. “Drück leicht darauf, das sollte verhindern, dass die Blutung wieder einsetzt.”
Der Schmerz, der Thalias Körper hatte verkrampfen lassen, schien nachzulassen. Sie atmete nun etwas leichter.
Die Zauberinnen zogen ihre Hände zurück - Keira schien bereits am Ende ihrer Kräfte zu sein. Zu sehr hatte das Dimeritium, dem sie in den letzten Tagen ständig ausgesetzt war, sie ihrer Energie und Magie beraubt.
Yennefer seufzte und erhob sich, drehte sich zu Geralt um und nickte ihm zu. “Lasst uns von hier verschwinden.”
“Je schneller, desto besser.” Geralt und Lambert hatten in den letzten Minuten Wache gehalten.
Im dichten Nebel, der vom Pontar her das Ufer bedeckte, konnten sie keine Verfolger ausmachen. Da die Brücke, die die Gefängnisinsel mit dem Rest der Stadt verband, zerstört war, mussten sie nicht so bald mit Feinden aus dieser Richtung rechnen. Doch die Stadtwache war mit Sicherheit bereits auf dem Weg zu ihnen. Spätestens, nachdem das magische Geschoss die Brücke zerschlagen hatte, musste wohl jeder Einwohner Oxenfurts erwacht und auf den Beinen sein.
Eskel erhob sich mit Thalia in den Armen. Sie atmete nun nicht mehr so qualvoll wie zuvor, jedoch war ihre Haut immer noch erschreckend blass.  Eskel versuchte vergeblich sich einzureden, dass nicht der Blutverlust, sondern das Mondlicht Schuld daran trug.
Das vertraute Geräusch eines sich öffnenden Portals drang in Eskels Bewusstsein, doch sein Blick ruhte weiter auf Thalias Gesicht.
Ihre Augen, die sie erschöpft geschlossen hatte, öffneten sich leicht. Sie atmete flach, doch er konnte dennoch deutlich ihr Flüstern hören.
“Eskel … ich …”
“Sch… spar dir deine Kräfte. Wir bringen dich nach Kovir. Dort sind wir in Sicherheit und die Zauberinnen und Shani werden dich heilen. Alles wird gut.”
“Eskel … ich … liebe dich.” Ihre Augen fielen zu, er spürte ihren Körper erschlaffen.
“Thalia!” Eskel fühlte, wie eiskalte Angst einen Knoten in seiner Brust bildete, der sich immer mehr zuzog.
Shani fühlte Thalias Puls. “Alles gut, Eskel. Sie ist nur bewusstlos.”
“Das Portal ist stabil, ihr könnt hindurchtreten!” Yennefers Aufforderung drang zu Eskel durch und er trat mit Thalia in den Armen in das pulsierende Leuchten. Kurz hörte er noch Yennefers Stimme. “Ich hoffe, dass sich Triss nicht all zu sehr erschreckt, wenn wir mit einem Mal in ihrem Hof auftauchen …”

* * *


Die nächsten Minuten nahm Eskel wie durch einen Schleier wahr.
Er fand sich, mit Thalia in den Armen, im Hof eines kleinen, aber gepflegten Stadthauses wieder. Triss Merigold - nur mit einem dünnen Nachtgewand bekleidet - lief ihnen entgegen und sondierte Thalias Zustand, während Shani neben ihm der Zauberin schilderte, was passiert war und welche Verletzungen Thalia erlitten hatte.
Er trug Thalia ins Obergeschoss und legte ihren bewusstlosen Körper auf das Bett im Gästezimmer.
Als die Zauberinnen sich über die beste Behandlung berieten, hielt er Thalias Hand. Wie aus weiter Ferne hörte er, wie Yennefer frustriert feststellte, dass ihre magischen Kräfte erschöpft seien. Und er bemerkte, wie Shanis Gesichtsausdruck sich verfinsterte, als sie den provisorischen Verband löste und sich ein Blutschwall über ihre Hände ergoss. Als Triss sofort darauf begann, einen Spruch zu intonieren, spürte er Geralts Hand an seinem Arm. Er ließ sich von seinem Bruder aus dem Zimmer führen. Gemeinsam ließen sie sich auf einer Bank im Flur nieder.
Eskel holte tief Luft, langsam erwachte er aus seinem tranceartigen Zustand.
“Sie ist in den besten Händen, Eskel. Vertrau ihnen.” Geralts Stimme war ruhig und zuversichtlich. Wenn er doch selbst nur diese Ruhe würde empfinden können …
“So viel Blut, Geralt. Sie hat so viel Blut verloren.” Eskel barg das Gesicht in den Händen. “Ich habe es noch nicht einmal bemerkt, als sie getroffen wurde. Wie … wie konnte es nur soweit kommen? Wieso habe ich sie nicht besser beschützt?”
Er ließ die Hände fallen und richtete den Blick ins Leere. “Wenn sie es nicht übersteht …”
“Sie wird es überstehen, Eskel”, unterbrach ihn Geralt.
“Wenn nicht, dann ist es meine Schuld. Wenn ich ihr doch nur nie begegnet wäre … dann wäre sie nun sicher in ihrer Universität, mit ihren Büchern und ihrem Labor. Nichts von all dem wäre ihr zugestoßen und sie würde ein glückliches, erfülltes Leben führen. Stattdessen ringt sie nun mit dem Tod.”
“So etwas darfst du nicht denken, Eskel. Du weißt nicht, was gewesen wäre. Vielleicht wäre sie genau so im Gefängnis gelandet wie dieser Yonka.”
Eskel schüttelte leicht den Kopf. “Es ist wie ein Fluch, Geralt. Jeder Frau, die mir etwas bedeutet, bringe ich Unheil. Zuerst Isadora - damals, als ich diese Narben noch nicht hatte. Sie wollte mir bei einem Kampf gegen einen Katakan zu Hilfe eilen - und wurde vor meinen Augen in Stücke gerissen. Dann Deidre, mein Überraschungskind. Ich hätte für sie da sein sollen - stattdessen ließ ich sie im Stich und brachte ihr den Tod. Und nun Thalia …”
“Eskel! Du quälst dich nur selbst. Hör auf damit!”
“Weißt du, was ihre letzten Worte eben an mich waren? Sie sagte, dass sie mich liebt. Seit über sechzig Jahren habe ich diese Worte nicht mehr gehört. Und ich kam noch nicht einmal dazu, ihr zu sagen, dass ich …” Eskel brach ab und vergrub sein Gesicht wieder mit gesenktem Kopf in seinen Händen.
“Sie weiß es, Eskel. Sie weiß es.”
Schritte auf der Treppe kündigten einen der anderen Männer an. Vincent Laikos kam auf die beiden Hexer zu, einen fragenden Ausdruck im Gesicht. “Wie geht es Thalia?”, fragte er zögerlich.
“Die Blutung hat wieder eingesetzt”, erklärte Geralt. “Die Zauberinnen und Shani kümmern sich um sie. Wir können jetzt nur abwarten und das Beste hoffen.”
Laikos nickte langsam, schluckte. “Ich wünschte, ich hätte sie überredet, mich allein gehen zu lassen. Hätte ich doch nur …”
“Selbstvorwürfe helfen niemandem”, unterbrach Geralt. “Setzt Euch.”
Laikos ließ sich neben Eskel auf der Bank nieder. Beide Männer starrten ins Leere und hingen ihren Gedanken nach, während die Minuten verstrichen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete Keira die Tür zum Gästezimmer. Ihr Ausdruck versprach keine guten Neuigkeiten.
“Triss und Shani haben alles getan, was sie konnten, aber …” Eskel war sofort aufgesprungen und drängte sich an Keira vorbei ins Zimmer. “Sie lebt, Eskel. Aber … sie hat sehr viel Blut verloren und ihre Lungenverletzung ist gravierend. Sie spricht nicht gut auf die Zauber an, die Triss gewirkt hat. Und Shani kann ohne ihre Instrumente nicht mehr tun …”
Neben dem Bett ging Eskel in die Knie, griff nach Thalias Hand. Ihre Finger lagen kühl auf seiner Haut. Ihre durchnässte Tunika lag auf dem Boden, zusammen mit dem Rest ihrer Kleidung. Der Stoff war blutdurchtränkt, ebenso zahlreiche Tücher, die auf den Dielen lagen. Der Geruch von frischem Blut erfüllte die Luft.
Thalias blasses Gesicht wirkte wächsern im Schein des Feuers, das im Kamin des Zimmers brannte.
Ihr inzwischen getrocknetes Haar lag offen wie ein Fächer über dem Kissen. Direkt daneben lag eine gelb-orangene Feder - die Greifenfeder, die er ihr vor drei Tagen geschenkt hatte.
Shani hatte Eskels Blick bemerkt. “Sie trug die Feder als Glücksbringer, in ihrem Untergewand.”
Eskel schluckte. Sanft strich er eine Strähne von Thalias Haar zur Seite, die auf ihrer Wange lag. Das warme Flackern der Flammen zauberte wieder rot-goldene Reflexe in ihr Haar. Ein bitteres Lächeln stahl sich auf Eskels Lippen. “Sie sieht genau so schön aus wie damals, als wir zusammen am Feuer saßen. Als sie mich dazu gebracht hatte, ihr Aard und Igni beizubringen. Sie hat es immer und immer wieder versucht, bis es endlich funktionierte. Als sie den ersten Funken erzeugt hatte, lächelte sie mich so glücklich an. Wenn ich sie noch einmal so lächeln sehen könnte …”
Geralt legte seine Hand auf Eskels Schulter.
Laikos verharrte wie angewurzelt im Türrahmen, den Blick starr auf Thalia gerichtet.
Die Zauberinnen standen in einer Ecke des Zimmers beisammen. Bei Eskels schmerzlicher Erinnerung hatte Triss zunächst mitfühlend den Blick abgewandt. Als ihr die Bedeutung seiner Worte jedoch klar wurde, hob sie ruckartig den Kopf. “Thalia kann Zeichen wirken?”
Eskel nickte gedankenverloren. “Ja. Ja, wenn auch nur sehr schwach. Sie ist leicht magisch begabt. Nicht genug, um eine Karriere als Zauberin anzustreben.”
Triss blickte Yennefer und Keira an, suchte in ihren Gesichtern nach der Bestätigung ihrer Erkenntnis. Als Yennefers Augen sich weiteten und Keira scharf die Luft einsog, lief Triss mit schnellen Schritten zum Bett und durchsuchte die Tasche mit Amuletten und Heilsteinen, die auf dem Boden stand. “Eskel, wieso hast du uns das nicht früher gesagt? Wenn sie magisch begabt ist, dann …”
“Ein Katalyst-Stein!” Yennefer eilte Triss zur Seite, als diese bereits einen im Feuerschein schimmernden, facettierten Edelstein aus der Tasche zog.
Keira trat zu Eskel und Geralt und schob beide sanft in Richtung Tür. “Meine Herren, wenn ich Euch bitte noch einmal in den Wartebereich verweisen dürfte.”
Eskel runzelte verwirrt die Stirn. “Was habt ihr vor?”
“Da Thalia magisch begabt ist, können wir einen sogenannten Katalyst-Stein in ihre Wunde einsetzen. Dieser verstärkt die Wirkung von Zaubern und Amuletten und leitet sie direkt in den Körper. Wenn alles gut geht, dann sollte es danach kein Problem mehr sein, die Blutung zum Stillstand zu bringen und die Lunge zu heilen. Also habt noch etwas Geduld.”
Eskel drehte sich wieder zum Bett um. “Ich möchte bei ihr bleiben.” Er sah, dass Yennefer bereits dabei war, den Stein tief in der Wunde zu platzieren, während Triss einen Zauber wirkte. Thalia lag auf der Seite, ihre Haut immer noch fast so hell wie das Laken. Die Angst und die Trauer, die Eskel bis eben noch fest umklammert gehalten hatten, wurden von der aufkeimenden Hoffnung abgelöst. Er schob sich an Keira vorbei und ließ sich wieder neben dem Bett nieder.
Triss legte nun verschiedene Amulette auf Thalias Körper, die nach und nach ein sich verstärkendes Leuchten ausstrahlten. Als der zuvor verletzte Lungenflügel heilte, hörte Eskel, wie Thalia trotz ihrer Bewusstlosigkeit tief einatmete. Dann verschloss Triss die Wunde mit einem Zauber, der die zerfetzten Muskeln und den Knochen des Schulterblatts wieder zusammenfügte. Triss´ Stirn lag vor Anstrengung in Falten, ihre Augen waren geschlossen. Mit fester Stimme intonierte sie einen Zauber nach dem anderen. Als sich auch die Haut an Thalias Rücken über der Wunde geschlossen hatte, sank Triss erschöpft auf die Bettkante.
Yennefer legte ihr eine Hand auf die Schulter. “Das war beeindruckend, Triss.”
“Danke.” Die rothaarige Zauberin blickte auf und sah Eskel an. “Ich glaube, sie hat es geschafft, Eskel. Sie wird noch eine Zeitlang schlafen, während die Amulette mit dem Stein korrespondieren. Ruh du dich am besten auch aus.”
“Diesen Rat solltest du selbst als Allererste befolgen, Triss.” Yennefer zog Triss auf die Füße und stützte sie auf dem Weg zu ihrem Schlafzimmer.
Shani fühlte Thalias Puls und schien zufrieden. “So viele Fortschritte wir auch in der Medizin gemacht haben, aber Heilzauber bei ihrer Wirkung zu beobachten, erfüllt mich immer noch mit Ehrfurcht.” Sie wandte sich an die anderen im Zimmer Anwesenden. “Ich schlage vor, wir gönnen Thalia nun etwas Ruhe.”
Zusammen mit Keira, Geralt und Laikos, der sichtlich erleichtert wirkte, verließ Shani das Zimmer.
Eskel war plötzlich allein mit Thalia. Die Anspannung der letzten Stunden fiel von ihm ab und große Müdigkeit erfüllte ihn. Mit einem Mal spürte er auch die Nebenwirkungen der Tränke, die seine letzten Kraftreserven aufgezehrt hatten. Und er wurde sich seiner immer noch feuchten Kleidung bewusst.
Nachdem er sich derer entledigt hatte, legte er sich neben Thalia in das Bett und zog die große Decke über ihrer beider Körper. Ihre Haut lag kühl an seiner, als er sich vorsichtig näher an sie heranschob, um sie zu wärmen. Ihrem ruhigen Atem lauschend schlief er neben ihr ein.
Geweckt wurde er von einer sanften Berührung an seiner Wange. Als er die Augen öffnete, schien bereits Sonnenlicht ins Zimmer.
Thalia lag neben ihm, ihre Hand strich leicht durch sein Haar. Sie lächelte ihn an. “Haben wir es geschafft, Eskel?”
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