Forever - Wir sind noch hier

GeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
10.05.2018
21.09.2019
20
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Vorwort

Hallo an alle, die sich hierher verirrt haben ^^
Ich bin aus der Versenkung zurück und habe diese Geschichte komplett gelöscht. Es gibt einen neuen Titel, eine neue Kurzbeschreibung, neue Unterkategorien und auch so hat sich viel verändert.
Diejenigen, die sie schon vorher gelesen haben, haben das wahrscheinlich bemerkt. Ich habe die Story komplett überarbeitet und vor allem der Anfang hat sich stark verändert. Deshalb habe ich beschlossen noch einmal ganz von vorne anzufangen. Vor allem für die Leser, die schon bis Kapitel 25 gekommen sind, tut mir das sehr leid. Viele Kapitel sind auch ähnlich geblieben und ich hoffe sehr, dass ihr die Ausdauer habt sie noch einmal zu lesen und auch die kleinen Veränderungen zu bemerken. Denn auch diese werden für den Verlauf der Geschichte sehr wichtig sein.
Ich werde dieses Mal versuchen einmal die Woche hochzuladen, inwiefern ich das schaffe, wird sich zeigen.
Jetzt freu ich mich aber erst einmal euch den Prolog präsentieren zu dürfen, an dem sich wirklich einiges verändert hat. Ich bin gespannt, was ihr denkt und würde mich über eure Meinung freuen.
Ganz liebe Grüße,
ever  

Forever – Wir sind noch hier


Prolog
Merina

15. August, 118 NN*
Zukunft

„Auf Befehl seiner Majestät König Ilirian Cornelius Ravenwood, Präsident des Vereinigten NewLondon, Oberhaupt der Lichtwelter und erhabener Herrscher über alle Unsterblichen, seid Ihr, Cray Bennington, zum Tode verurteilt. Die Exekution wird am Morgen des nächsten Tages in der Gnadenhalle, unter Anwesenheit des hohen Rates sowie allen Mitgliedern der Königsfamilie vollstreckt.“
Der Richterhammer rast auf das massive Pult hinab und erzeugt einen lauten, unheilverkündenden Knall. Wie ein Donnerschlag hallt er durch den Gerichtssaal und lässt den gesamten Raum vibrieren. Ein Raunen geht durch die Menge.
Kein einziger Platz im Saal ist frei und nun beginnen die Zuschauer zu tuscheln. Jeder einzelne von ihnen hätte Eintritt bezahlt, um bei diesem Prozess anwesend zu sein, der seinen Namen nicht verdient hat. Denn wie dieser Tag enden würde, war von Beginn an klar.
Cray steht nach wie vor regungslos da. Seine Miene ist versteinert und undurchdringlich. Er hat seinen Platz direkt vor dem Gericht, die Hände auf dem Rücken gefesselt, den Blick stur geradeaus gerichtet. Falls das Publikum auf eine Reaktion seinerseits gehofft hat, werden sie enttäuscht.
Auch ich bewege mich nicht. Keine zehn Meter trennen mich von Cray, dafür aber eine dicke Glasscheibe und eine Hand auf meiner Schulter.
Der Prozess ist vorbei. Unter dem lauter werdenden Stimmgewirr, wird Cray von zwei Soldaten der Lichtwehr gepackt. Wie die Geier begaffen sie ihn. Als wäre er irgendein exotisches Tier, dem man nicht zu nahe kommen darf, von dem man den Blick aber auch nicht abwenden kann. Die Szene ist so grotesk, dass ich am liebsten laut gelacht hätte.
Während sie Cray umdrehen, glaube ich kurz seine Augen auf mir zu spüren... Doch er kann mich nicht sehen. Er weiß nicht einmal, dass ich hier bin. Sein Blick ist auf die verspiegelte Scheibe gerichtet, hinter der ich stehe und geht durch mich hindurch, während er abgeführt wird.
Für einige Momente halte ich diesem Anblick stand. Dann schließe ich die Augen.
Der Druck auf meine Schulter erhöht sich unangenehm. Ich genehmige es mir, ein letztes Mal durchzuatmen, bevor ich nachgebe und mich umdrehe.
Ein Paar eisblaue Augen sind auf mich gerichtet. „Und hast du dich entschieden, Prinzessin?“
Ich ignoriere den verhassten Spitznamen und erwidere stattdessen seinen herausfordernden Blick. „Das habe ich.“
Meine Hände beginnen zu zittern und ich balle sie zu Fäusten.
Wie konnte es so weit kommen?
Nicht zum ersten Mal frage ich mich, wann dieses ganze Chaos eigentlich begonnen hat.
Ein Netscreen im Zimmer wird lauter geschaltet und ich dadurch gezwungen zuzuhören. „Das Urteil des hohen Gerichtes ist soeben gefallen. Am 16. August im 118. Jahr nach Null, wird Cray Bennington hingerichtet.“
118 Jahre nach Null ... Irgendwo dazwischen wird unsere Geschichte wohl ihren Anfang haben.

Das Jahr Null.
So bezeichnen wir heute das Ende der Ära der Menschheit. 2812 Jahre nach der Rechnung der Menschen und in Wirklichkeit noch viel länger haben wir es geschafft unsere Erde zu erhalten und zu überleben.
Dann kam der Dritte Weltkrieg. Was vorher nicht schon durch Naturkatastrophen zerstört worden war, richteten die Menschen mit ihren Waffen und Bomben zu Grunde.
Schuld waren wir. Die unsterblichen Retter und Beschützer der Menschen, die vor tausenden Jahren mit dem Ziel entsandt wurden, genau so einen Untergang zu verhindern. Doch auch wir verfielen dem Durst nach Macht und Ruhm. Schatten und Licht wandten sich gegeneinander und brachten in ihrer unersättlichen Gier, das Gleichgewicht durcheinander, das sie erhalten sollten. Nachdem er also hunderte von Jahren verhindert worden war, brach der Dritte Weltkrieg aus.
In dem Ergebnis dieses Krieges leben wir heute. Eine Welt in der über neunzig Prozent der Erde vollkommen verseucht und unbewohnbar sind. In der es noch knapp ein Hundertstel aller Menschen und genau fünf Städte gibt. Irgendwo dazwischen existieren wir und betrachten, was wir angerichtet haben. Auch von uns sind nicht viele geblieben.
Mit dem Ende des Krieges begann eine neue Zeitrechnung. Aus der alten Welt brachten wir nicht als Trümmer und Zerstörung mit in die Zukunft. Doch auch die schlimmsten Wunden heilen, wenn man nicht an ihnen gestorben ist. Der Wideraufbau begann und man rettete das, was zu retten war.
So wurde es mir erzählt.
Erlebt habe ich von all dem nichts. Ich wurde nach dem Jahr Null geboren. Als ich zum ersten Mal meine Augen aufschlug, war das Schlimmste längst vorbei und die einstige Katastrophe lag nur noch wie ein Schleier über unserer Welt.
Über hundert Jahre sind seit dem Dritten Weltkrieg nun schon vergangen. Kein einziger Zeitzeuge der Menschen lebt heute noch und ihre Kinder schaffen es zu vergessen. Bei uns ist es anders. Es gibt nur eine Handvoll Unsterbliche, die den Krieg nicht miterlebt haben. Ich bin eine von ihnen.
Es gab eine Zeit in der ich geglaubt habe, dass die Unsterblichkeit und die damit einhergehenden Kräfte ein unglaubliches Privileg seien. Wenn ich mir unsere Vergangenheit ansehe, weiß ich wie naiv das war.
Sicher gäbe es Menschen, die uns beneiden würden, wenn sie nur von uns wüssten. Doch auch sie müssten lernen, wie grausam die Ewigkeit einen Menschen machen kann. Denn auch in einer Welt wie der Unseren gibt es noch Unsterbliche, die nach Macht, Vergeltung, Tod und Krieg streben. Ob wir mit diesem Zerstörungstrieb geboren werden? Ich weiß es nicht.
Tatsache ist, wir sind Soldaten. Egal ob Unsterbliche des Lichtes oder des Schattens: Unsere Kräfte sind für den Kampf geschaffen. Dort erwacht unsere Energie zum Leben.
Dort zeigen wir, was es bedeutet unsterblich zu sein.

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*NN: Nach Null (Zeitrechnung die nach dem Ende des 3. Weltkrieges eingeführt wurde)
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