A fighting chance

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
10.05.2018
24.05.2018
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Hallo :-) Ich schneie nochmal rein, mit einer weiteren (natürlich genehmigten) Übersetzung, die ich eigentlich schon fertig auf meinem Laptop habe.

Geschrieben und veröffentlicht wurde die Story von heartsdesire456 auf der Seite Archive of our own. Hier der Link zur original Story: https://archiveofourown.org/works/6820201

Die Geschichte besteht im Originalen aus einem einzigen riesigen Kapitel. Ich habe sie für hier in mehrere Kapitel aufgeteilt, damit man es übersichtlicher hat beim Lesen.

Vorab muss ich noch erwähnen, dass ich von der Sportart MMA überhaupt keine Ahnung habe, also bitte achtet nicht auf irgendwelche sportbezogene Begriffe, die ich vielleicht falsch übersetzt haben könnte, haha :-)

Ich hoffe, sie gefällt euch :-)

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!!! ACHTUNG!!! Diese Geschichte enthält detaillierte Sexszenen!! Nur zur Info...

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"Eins und zwei und drei und ..." Magnus verlor den Rhythmus und fletschte genervt die Zähne, als
der Spiegel an der Wand hinter ihm klapperte. Er bemerkte, dass die Tänzer ohne seine Zählung aus
dem Takt kamen, denn sie waren erst Anfänger. "Sechs und sieben und acht." Das Wummern des
schweren Bass` auf der anderen Seite der Wand nervte ihn wirklich abartig, aber er fürchtete, wenn
er die Musik hier bei sich noch mehr aufdrehte, würden ihn seine Schüler gar nicht mehr verstehen.


Er seufzte und bedeutete Isabelle, die Musik auszuschalten. Er klatschte in die Hände. "Gebt mir
nur eine Sekunde, Leute.", sagte er mit einem strahlenden, kraftvollen Lächeln. "Ich bin gleich
wieder da.", sagte er und schlüpfte in die Uggs, die immer in der Ecke standen
für den Fall, dass er rausrennen musste, um etwas zu holen. Jetzt stürmte er aus der Tür und lief um
die Ecke zu der Tür direkt neben seinem Studio.


Als Magnus vor zwei Jahren das Pandemonium eröffnet hatte, schien es dem Immobilienmakler, der
ihm geholfen hatte das perfekte Gebäude für sein Tanzstudio zu finden, entfallen zu sein, ihm zu
sagen, dass das nebenan befindliche Fitnessstudio, das zu der Zeit renoviert wurde, nicht nur ein
normales Fitnessstudio war, sondern eine MMA-Trainingshalle. Er hatte keine Ahnung, dass seine
Schüler mit mumifizierten MMA-Kämpfern, die auf dem Gehweg herumhingen, würden umgehen
müssen. Und noch viel schlimmer war diese gottverdammte Musik.


Anscheinend trainierten MMA-Kämpfer zu schrecklicher Heavy Metal- Müll- Musik, die in einer
Lautstärke gespielt wurde, dass der Bass die Wand zwischen ihren Studios erzittern ließ und der
Beat seine Tänzer völlig durcheinander brachte. Und das war selbst dann so, wenn es keine großen
Trainingskampftage gab und die Rufe und der Jubel laut genug waren, um auch durch die Wand
gehört zu werden.


Offensichtlich hatten sie die Tatsache verschleiert, dass die Wand zwischen ihren Räumen praktisch
so dünn war wie die Wände in einem Mehrfamilienhaus, als sie Magnus den Raum verkauft hatten.


Als er an die Tür des `Instituts` stürmte (ja, nach Magnus' Meinung der dümmste Name aller
Zeiten), starrte er unglücklich an die Tür, und versuchte seine Wut im Zaum zu halten. Er riss
gerade die Tür auf, als zwei blonde Menschen auf dem Weg nach draußen vor Überraschung
stehenblieben.


"Oh, Entschuldigung", sagte die Frau lächelnd und schob den Mann zur Seite, um Magnus
hereinzulassen. Magnus begann die Treppe hinauf zu steigen, aber ein dicker, tätowierter Arm
schoss an die Tür und hielt ihn auf. Er drehte sich um, um den Mann anzusehen und zog eine
Augenbraue hoch.


Der blonde Typ lächelte, und Magnus hätte ihn am liebsten geschlagen. "Hey, ich kenne dich. Du bist von
nebenan. Mark oder so." Er grinste und beäugte Magnus' Baggy-Sweatshirt, Yoga-Hose und Uggs.


"Wenn du dich anmelden willst, solltest du es in dem 24 Stunden Fitnesscenter die Straße runter
versuchen, bei der Aerobic Trainerin mit den großen Titten, dass dürfte mehr dein Ding sein."


Magnus musste sich auf die Zunge beißen, um dem blonden Muskelprotz nicht zu sagen, wo er sich
seine Empfehlungen hinschieben konnte.


"Eigentlich nicht. Ich heiße ich Magnus Bane.", begann er ruhig. "Ich bin der Besitzer des
Tanzstudios nebenan und würde gerne mit dem Eigentümer oder Manager sprechen, oder wer
auch immer für eure ..." Er schaute an ihnen vorbei in eine Art dunkle und schmutzig aussehende
Turnhalle. "...Einrichtung zuständig ist."


Die Frau fixierte ihn mit einem entschuldigenden Lächeln und stieß dem blonden Mann in die Rippen. "Das
wäre ich, im Moment." Sie bot ihre Hand an und er bemerkte, dass sie die gleichen Tattoos hatte
wie der blonde Typ. "Lydia Branwell, bitte, komm rein.", sagte sie, und Magnus warf dem Typ auf
dem Weg einen selbstsicheren Blick zu. "Tut mir Leid wegen ihm", sagte Lydia, als der Blonde wegging.
"Das ist Jace, seiner Familie gehört diese Halle. Ich bin zur Zeit die Managerin.", erklärte sie und
führte Magnus an ein paar Matten vorbei, auf denen halbnackte Männern herumrollten.


Magnus zob eine Augenbraue hoch. "Kein Wunder, dass Blondie an der Tür so genervt war. All
diese Homoerotik hier. Es muss für viele Männer stressig sein, wenn sie anfangen, ihre Sexualität
zu hinterfragen.", sagte er und Lydia zeigte tatsächlich ein Lächeln, bevor sie es unterdrücken
konnte.


Sie gingen ein kleines Stück weiter, bis sie in ein Büro kamen. Lydia klopfte an die Tür und öffnete
diese im selben Moment. "Alec, wir haben einen Besucher." Sie deutete auf Magnus und ging einen
Schritt zur Seite, um Magnus reinzulassen, welcher fast stolperte, als der junge Mann hinter dem
Schreibtisch aufstand. Er war wahrscheinlich der schönste Mann, den Magnus je gesehen hatte.
Jemals. Und Magnus hatte in seinem Leben schon viele schöne Männer gesehen. "Magnus, das ist
Alec, seiner Familie gehört das Fitnessstudio.", stellte Lydia den Mann vor. "Alec, Magnus Bane ist
der Besitzer vom Pandemonium nebenan."


Alec blinzelte ein paar Mal, sah Magnus an und errötete dann lächelnd. "Ja. Ich kenne Sie. Ich
meine, ich habe Sie schon mal gesehen. Draußen. Also- nicht - nicht auf eine gruselige Art oder
so.“ Er lachte nervös. "Ich hab nicht ... Ich habe nie durch das Fenster oder geschaut oder irgendwas,
ich … "Er senkte den Kopf und wurde rot. "Ich hör jetzt auf zu reden.“ Er räusperte sich und kam
auf ihn zu. "Was können wir für Sie tun?"


Magnus ignorierte das süße Stottern (oder wie groß Alec war, Jesus), sowie die gleichen seltsamen
Tattoos - ernsthaft, was zum Teufel? - und verschränkte die Arme. "Nun, eigentlich bin ich jetzt
irgendwie etwas von den Socken, denn Sie sind total bezaubernd und nicht so ein Idiot wie Ihr
Bruder und eigentlich bin ich hierher gekommen, um denjenigen anzuschreien, der für diesen Lärm
verantwortlich ist.", erklärte er.


Alec runzelte die Stirn. "Welcher Lärm?"


Jetzt fing Magnus fast an zu stottern und deutete auf die Wand Richtung Halle. "Dieses schreckliche
Geschrei-Zeugs, das die Fenster klappern lässt!“


Lydia neigte den Kopf. "Tut mir leid, aber die Kämpfer mögen es, mit Musik zu trainieren. Vor
allem diese Woche müssen einige dieser Leute Gewicht verlieren."


Magnus zuckte die Achseln. "Und könnt ihr das nicht einfach verbieten? Ich bin mitten in einem
Senioren-Tanzunterricht, diese Leute sind sowieso schon schwerhörig und sie können meine
Anweisungen nicht hören, weil eurer Geschramme so laut ist und das ist nicht in Ordnung!", sagte
er zu ihr.


"Sehen sie, Mr. Bane, es tut mir leid.", sagte Alec und Magnus drehte sich um und zog eine
Augenbraue hoch. "Aber sie hat Recht. Ich habe einen Typen, der seit drei Stunden bergauf läuft. Er
braucht die Ablenkung. Er muss bis heute Nacht die letzten acht Pfund verlieren."


Magnus starrte ihn an. "Und ich habe 65-Jährige Schüler, die 30 Dollar pro Stunde für
Tanzunterricht bezahlen und die ich erstatten muss, wenn ihr diese Scheiße nicht abschaltet.",
argumentierte er.


Alec sah ehrlich betroffen aus, aber Magnus konnte sich nicht dazu bringen, dass ihm das Leid tat,
denn Alec schüttelte nur den Kopf und mit dieser Antwort war Magnus nicht zufrieden. Lydia
zuckte die Achseln. "Tut mir leid, Magnus, aber er hat Recht. Wir können es einfach nicht."


"Was soll ich meinen Schülern sagen?!", fragte Magnus wütend.


Lydia zuckte die Achseln. "Mach deine Musik lauter?", schlug sie vor.


Magnus sah sie ungläubig an, dann klappte er den Mund zu und verengte die Augen zu Schlitzen.
Er sah zu Alec und zurück zu Lydia und machte ein abwertendes Geräusch . "Na gut. Wenn das so
ist.“ Er drehte sich auf dem Absatz um und stapfte zurück zur Haustür. "Dumme Kämpferfreaks.
Dumme Scheiß-Metal-Musik.“ Er grummelte auf dem ganzen Weg zurück zu seinem Atelier, wo er
in die Ecke stapfte, um sich die Schuhe auszuziehen und die Musik hochzudrehen.


"Okay, meine Damen und Herren. Lasst es uns erneut versuchen!"


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Zwei Tage später kam Magnus aus dem Büro und sah, wie Raphael den Knöchel eines kleinen Jungen aus seiner Klasse untersuchte, während der Kleine weinend auf dem Boden saß. Magnus keuchte und rannte hinüber. "Oh nein, Toby, bist du in Ordnung?", fragte er und kniete sich neben sie. Toby war erst acht, der Jüngste in dieser Klasse, und Magnus machte sich immer Sorgen, dass er eines Tages von den größeren Kindern umgenietet werden würde.


Raphael murmelte etwas, und Magnus sah ihn erwartungsvoll an. Raphael schaute Toby an und
beugte sich dann flüsternd zu Magnus. "Der Krach von nebenan verwirrt sie, der vermischt sich mit
dem Takt unserer Musik und eines der größeren Kinder hat ihn aus Versehen umgerannt." Er stand
auf und legte Tobys Fuss ab. "Es fühlt sich nicht an, als wäre irgendwas verstaucht. Du wirst dich
wahrscheinlich bald besser fühlen.", beruhigte er Toby. Er half ihm auf die Beine und führte ihn zur
Stereoanlage, wo er sich auf die Bank setzen konnte. "Hier, ruh dein Bein ein bißchen aus."


Magnus konnte die Musik von nebenan ziemlich deutlich hören, ohne das ihre eigene Musik an war,
also konnte er verstehen, wo das Problem lag. Er sah Toby an, stand auf und ging direkt ins Büro
zurück. Er konnte sie vielleicht nicht dazu überreden, die Musik runterzudrehen, aber als er das
Bürotelefon nahm und die örtliche Polizeistation anwählte, dachte er, dass eine Beschwerde wegen
Lärmbelästigung sie hoffentlich endlich zum Schweigen bringen würde.


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Als ein Polizeiauto draußen parkte und zwei Bullen ins Institut gingen, sah Raphael zu Magnus
hinüber und zog fragend eine Augenbraue hoch. Magnus grinste nur als Antwort und drehte sich
wieder dorthin zurück, wo die Jazz-Schüler seiner U-10-Klasse warteten, während Raphaels Klasse
nach ihrer Stunde zusammenpackte und sich auf den Heimweg machte.


Er war gerade mitten in einem Spagat, als die Tür laut genug aufschlug, um die meisten Kinder zu
erschrecken und sie verwirrt aus ihrer Spagat-Übung rauszuholen. Er drehte den Kopf und sah, dass
das Polizeiauto weg war, drehte sich zur Tür und sah den großen, blonden Typen - Jace - auf
Raphael zustapfen. Magnus rappelte sich auf. "Es ist alles okay, ich bin gleich wieder da.", sagte er
zu seinen Schülern und eilte zu Raphael, bevor der zu wütend wurde.


„Wenn du die verfickte Polizei nicht angerufen hast, wer zum Teufel war es dann?“, fragte Jace und
starrte Raphael an.


"Das war ich.", sagte Magnus und ging auf ihn zu. "Und hüte deine Zunge in einem Raum voller
Kinder.", schnappte er und stellte sich zwischen ihn und Raphael.


Jace blinzelte und schnaubte grinsend. "Oh, also bist du es wieder.", spottete er. "Wirklich? Die
Polizei rufen? Ist das nicht ein bisschen kleinlich- "


Raphael wollte wütend an Magnus vorbei und auf Jace zulaufen, wurde aber von Magnus am Arm
zurückgehalten. "Einer meiner Schüler wurde wegen eurer dummen Musik verletzt.", zischte er Jace an. "Ihr wurdet gebeten, sie auszuschalten und jetzt ist ein Kind verletzt, weil ihr anscheinend kein Trommelfell besitzt. Eure Mitglieder könnten für das Training auch einfach in ein paar Kopfhörer investieren!"


Jace verdrehte die Augen. "Wir sind eine MMA-Trainingshalle und keine dicke-Hausmütterchen-
Laufband- Bude."


Magnus sah ihn schockiert an. "Erstens, das ist wirklich schrecklich. Verurteile niemanden, der
trainiert, nur weil er nicht groß und mit Steroiden vollgepumpt ist wie du!", argumentierte er. "Und
zweitens ist eure Musik für euren Sport nicht wichtig! Für meinen aber sehr wohl! Dies ist eine
Tanzschule. Der Bass von eurer Hintergrundmusik wirft meine Schüler aus dem Takt und heute
wurde ein Achtjähriger wegen euch und eurer hypermaskulinen 'Männer'-Musik verletzt. Also zieh
Leine und viel Spaß mit der Strafe für die Lärmbelästigung.", sagte er und zeigte zur Tür.


Jace lachte ungläubig. "Das klingt ziemlich lächerlich , wenn es von einem dünnen, kleinen,
hübschen Jungen wie dir kommt, Bane.", sagte er und betrachtete Magnus' zierliche Figur in dem
Sweatshirt und der Yogahose. "Sieht so aus, als könntest du mal etwas Männliches gebrauchen.",
höhnte er.


Magnus lachte hart auf und senkte seine Stimme, so dass die Kinder nicht hörten, was er antwortete:
"Ich verwette mein rechtes Bein, dass ich meine Hände auf mehr Titten hatte als du je haben wirst,
Big Man, also lass dich von meinem Make-up und meiner Kleidung nicht täuschen."


Es war Raphael wohl ein Bedürfnis, Jace auf Spanisch zu beschimpfen und es war genugtuend, den
schockierten Blick in Jace` Gesicht zu sehen, als er sich bemühte, eine Antwort zu finden, nur um
schließlich aufzugeben und rauszustürmen.


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Die Wirkung ihrer Beschwerde bei der Polizei dauerte genau bis zum Wochenende. Laut den
Flyern, die an alle möglichen Pfosten und Ladenfronten in ihrer Straße angebracht waren, gab es im
Institut heute den ganzen Tag irgendein internes Event, von dem Magnus nichts verstand und sich
auch nicht dafür interessierte und außerdem hatten sie irgendwelche `Intra-Gym-Kämpfe` für die
Amateure, was auch immer das sein sollte.


Und dazu brauchte es natürlich wieder die laute Kackmusik.


Isabelle unterrichtete gerade ihre Ballettschüler, während Magnus versuchte, Papierkram im Büro
zu erledigen, aber wenn er hier schon Kopfweh bekam von dem Gejubel und dem Bass der durch
die Wände wummerte, dann musste sie jetzt kurz davor sein, sich die Haare rauszureißen, denn die
Arme versuchte, unter diesen Bedingungen Ballettschüler der höheren Klasse zu unterrichten. Nach etwa einer halben Stunde kam Isabelle ins Büro und sah frustriert aus. "Ich musste den Unterricht heute früher beenden.", sagte sie und ging zu ihrer Handtasche. Sie zog ihr Handy raus und setzte sich an den Schreibtisch. "Das muss aufhören. Ich kann nicht noch eine Klasse so unterrichten.", sagte sie und wählte eine Nummer. Magnus wollte gerade fragen, wen sie anrief, aber sie fluchte und legte auf. "Und natürlich geht mein Bruder nicht an sein Handy.", sagte sie seufzend.


Er wusste nicht, wer ihr Bruder war oder warum sie ihn anrufen wollte, aber es war ihm egal, denn
auch er hatte genug. Er stand auf, wobei der Stuhl kreischend über den Boden rutschte und wandte
sich zum Gehen. "Scheiß drauf.", sagte er nur. "Ich werde da rübergehen und nochmal mit ihnen
reden. Wenn ich nicht zurückkomme, dann bin ich von den Arschlöchern mit ihrem blöden
Kampfgeschrei ermordet worden.“, sagte er und Isabelle lachte über seine Theatralik.


"Du musst ihnen einfach nur damit drohen, die Feuerwehr wegen ihrer blockierten Ausgänge
anzurufen.", schlug sie vor, als er schon halb aus dem Zimmer war.


Magnus fragte sich einen Moment, wie Isabelle wissen konnte, dass sie Ausfahrten blockierten, aber
das war ihm jetzt wirklich egal. Er war sauer.


Als Magnus an die Haustür des Instituts kam, schob er sie auf und stürmte an der Rezeption vorbei.
Er schob sich an all den Leuten vorbei, die sich um die Sparringmatten herumtrieben, und ging
direkt auf den blonden Haarschopf zu, den er neben dem Käfig stehen sah. Als er an der offenen
Bürotür vorbeikam, hörte er jemanden fluchen und von einem Stuhl aufspringen, also nahm er an,
wer auch immer gerade die Leitung hier hatte, hatte ihn entdeckt, aber jetzt wollte er sich erstmal
dieses arrogante Arschloch, Jace, vorknöpfen.


"Mr. Bane! Mr. Bane, kann ich Ihnen helfen?!"


Als er jemanden Magnus` Namen rufen hörte, wandte Jace sich von den Käfigtüren ab und grinste.
Er fuhr sich mir einer Hand durch sein verschwitztes Haar. "Oh, hey, wenn das nicht der Tänzer von
nebenan ist.", sagte er laut und lachte in Richtung der Schar von Muskelprotzen, die um den Käfig
herumstanden. "Was ist es diesmal, Bane? Willst du wieder die Polizei rufen?"


"Mr. Bane, bitte, wir können darüber reden -"


Magnus drehte sich so schnell um, dass der große, hübsche Alec fast in ihn reinrannte. "Oh nein,
Alec, das ist eine Sache zwischen mir und deinem Bruder.", sagte er und Alec schien es nicht zu
stören, dass Magnus ihn plötzlich duzte, denn er sah Jace nur genervt an. Magnus drehte sich
wieder um und schob sich zwischen zwei Männern hindurch, die beide ungefähr dreimal so breit
waren wie er. "In Ordnung, Arschloch. Was zur Hölle muss ich tun, damit du die gottverdammte
Musik runterdrehst?!", verlangte er zu wissen. "Denn so gerne ich diesen Live-Schwulen-Porno hier
auch mit anschauen würde -" Dazu gab es eine Menge `Hey, Moment mal!`-Rufe von den
Umstehenden. "Ich muss wirklich meinen Job machen. Mein Geschäft ist wichtig. Ich hab diese Scheiße jetzt zwei Jahre lang mitgemacht und jetzt reichts. In letzter Zeit wird es immer schlimmer!"


"Wahrscheinlich, weil wir vor kurzem Kämpfer reinbekommen haben, die einen Kampf gewinnen
müssen.", erklärte Alec rational von hinten. "Mehr Training-"


"Mach dir keine Sorgen, Alec", unterbrach ihn Jace. "Pretty Boy Bane denkt, dass alle seine
Tinkerbelle-Mädchen auch Sportler sind. Er wird unsere Gewinner nicht mehr respektieren als er es
bei Verlierern tut."


Magnus biss die Zähne zusammen. "Hör zu. Ich rede nicht über eure Athleten! Ich bin mir sicher,
dass ihr viele großartige Kämpfer habt, aber ich trainiere Tänzer, die genauso hart arbeiten wie jeder
andere, und das sind sechsjährige Kinder. Ich rede nicht von Kämpfern, ich mache mir nichts aus
eurem Sport, ich möchte nur, dass du meine gottverdammten Tänzer respektierst!", schrie er. "Dreh
die verdammte Musik runter!", schrie er, die Wangen rot vor Wut.


Jace sah beeindruckt aus, dann grinste er. "Weißt du was?"


Alec trat neben Magnus und sah Jace streng an. "Wag es nicht. Ich kenne diesen Blick- "


Jace ging zu Magnus und grinste ihn an. "Ich habe eine großartige Idee. Steig mit mir in den Käfig
und verpass mir einen einzigen festen Schlag und ich gebe dir mein Wort, wir schalten die Musik
von jetzt an ab." Alec fing an zu protestieren, aber Jace fuhr fort. "Ich werde nicht zurückschlagen,
ich blocke nur. Lass mich dich tapen, du kommst rein, und wenn du innerhalb von fünf Minuten
einen Treffer hinbekommst, haben wir einen Deal."


Magnus zog eine Augenbraue hoch. "Ist das dein Ernst? Habe ich dein Wort, dass du deinen Teil der
Abmachung halten wirst?"


Jace schenkte ihm ein amüsiertes Grinsen, während die Hälfte der Jungs um sie herum anfing zu
lachen. "Ja, Bane. Du hast mein Wort."


Alec stöhnte. "Jace, das ist eine schlechte Idee …"


"Alec, komm schon, sieh ihn dir an.", sagte Jace siegessicher, als wäre Magnus gar nicht da.


"Jace, ich denke trotzdem, dass es eine schlechte Idee ist."


Magnus schlug ein. „Deal.“, sagte er und streckte die Hand aus. Jace grinste und schüttelte sie,
während die Menge um sie herum johlte. Jace griff nach dem Tapeband das am Ring hing und Magnus streckte die Hände aus und starrte Jace an, während der seine Hände und Handgelenke  abklebte. Als er fertig war, kletterte Magnus in den Käfig und blieb an der Tür stehen, um sein Sweatshirt über den Kopf zu ziehen. Er fühlte sich ein wenig lächerlich, als er in seiner knielangen Jogginghose mit "NYC" am Oberschenkel und einem losen, abgeschnittenen pinken Tank-Top mit der Aufschrift `Bi-sexuel boys have more fun` dastand, aber er konnte es kaum erwarten, Jace in die Schranken zu weisen.


Ein paar der Jungs um den Käfig musterten Magnus' Arme mit überraschten Gesichtern und er
grinste deshalb vor sich hin. Jeder schien immer überrascht zu sein, wie viel Muskeln er trotz seiner
zierlichen Figur hatte. Jace kam mit einem Mundschutz, aber ohne Kopfschutz rein und Alec stand
auf der Treppe und starrte ihn an, während er die Kopfbedeckung in der Hand hielt. Jace sah
Magnus an, der ein bißchen rumhüpfte um sich zu lockern, und grinste, als er sein Shirt sah. "Oh,
ich hab mich geirrt, Alec, er ist doch nicht hetero.", rief er und Magnus drehte verwirrt den Kopf,
nur um zu grinsen, als er sah, wie rot Alec wurde und dabei seinen Kopf mit großen Augen
schüttelte.


Das erklärte natürlich einiges, dachte Magnus. Obwohl er bei der Art und Weise wie Alec sich
umsah, als würde er gleich von irgendjemandem angesprungen werden, dachte, dass es jemand, der
nicht komplett hetero war, in dieser Branche schwer haben musste. Wie traurig. Plötzlich fühlte er
sich entschlossen, Jace die Scheiße aus dem Leib zu prügeln, nur um den großen, dummen Jungs
um den Ring herum zu zeigen, dass ihre übertriebene Männlichkeit ernsthaft überbewertet war.
"Also.", sagte Magnus, rollte seine Schultern und den Nacken und schwang seine Arme, um seine
Muskeln zu dehnen. "Wie funktioniert das?", fragte er und beäugte Jace, der sich ebenfalls
vorbereitete.


Alec erklärte es von der offenen Käfigtür aus. "Die Glocke läutet zum Start, und dann klingelt sie
bei jedem erfolgreichen Schlag oder wenn die Zeit abgelaufen ist.", rief er und Magnus zwinkerte
ihm zu.


Jace lachte. "Keine Sorge, Bane. Wir alle wissen, dass du ein Tänzer bist. Wir werden nicht zu sehr
lachen, wenn du keinen guten Schlag erzielst."


Magnus knirschte mit den Zähnen und sobald die Glocke läutete, war er in der Mitte des Käfigs.
Jace blockierte seinen ersten Schlag mit seinem Unterarm und sein Gesichtsausdruck war leicht
schockiert und verwirrt, als er spürte, dass Magnus ganz schön hart zuschlagen konnte. Magnus
schlug ein paar Mal, ohne einen Treffer zu landen, aber Jace lächelte. "Hey, du bist nicht so schlecht
wie ich dachte- uufff!“ Magnus boxte ihm in den Magen und lenkte Jace dadurch so ab, dass er ihm
hart in sein arrogantes Gesicht schlagen konnte.


Es gab einen kollektiven Schreckensaufschrei, als Jace flach zu Boden ging und auf dem Rücken
liegen blieb. Die Glocke klingelte und Magnus zog sich etwas zurück, mehr als ein wenig
schockiert über die Art und Weise, wie Jace stöhnte, als er sich auf seine Knie rollte und sein
Gesicht mit einer Hand abtastete. Aber nach ein paar Sekunden spürte auch Magnus Schmerzen in
seiner rechten Hand und er stöhnte gequält auf und krümmte sich, die Hand an den Bauch gedrückt.
Es tat höllisch weh.

Jace stand wieder auf und drehte sich zu seinem Gegner um. Magnus sah, dass Jace` Auge von dem
Schlag rot umrandet war und bereits anschwoll und dass er Magnus geschockt ansah. Alec jedoch
ging zu Magnus hinüber, der immernoch gebeugt stand und seine Hand zähneknirschend zwischen
die Knie geklemmt hatte und bückte sich etwas, um ihm ins Gesicht sehen zu können. "Hast du dein
Handgelenk verletzt?", fragte er mitfühlend und Magnus blickte auf und biss sich auf die Unterlippe, als er nickte. Alec nickte ihm mitfühlend zu. "Das passiert, wenn du hart zuschlägst ohne vorher zu trainieren."


Magnus richtete sich auf und hielt sein Handgelenk gegen seinen Bauch, während er rau ausatmete.
"Heilige Scheiße, ich wusste nicht, dass es so weh tut jemanden zu schlagen."


"Oh ja", sagte Alec mit einem kleinen Lachen. "Komm mit.", sagte er und nickte mit dem Kopf zur
Treppe. "Ich werd es mir ansehen und sicherstellen, dass du nichts gebrochen hast."


Als sie an Jace vorbeiliefen, warf er Magnus ein anerkennendes Nicken zu und reichte ihm die
Hand. „Das du so stark bist hatte ich wirklich nicht erwartet.“, sagte er und Magnus verdrehte die
Augen und schüttelte seine Hand mit der linken Hand, da seine rechte höllisch weh tat.


„Ein Deal ist ein Deal, oder?“, fragte Magnus und Jace grinste.


„Ein Deal ist ein Deal.“, stimmte er zu und grinste ihm selbstgefällig nach, als Magnus Alec folgte
und die anderen Jace damit aufzogen, das Magnus ihn besiegt hatte.


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Magnus biss die Zähnen zusammen, als er auf der Couch im Büro saß, während Alec vor ihm auf
dem Boden kniete und vorsichtig das Klebeband um seine Hände und zwischen seinen Fingern
löste. "Ich habe versucht ihn zu warnen.", sagte Alec mit einem amüsierten kleinen Grinsen auf den
Lippen. Er sah zu Magnus auf, der eine Augenbraue hochzog. "Ich hab ihm gesagt, er soll dich nicht
herausfordern." Er sah wieder nach unten und drehte Magnus' Hand um, um das Tape an seiner
Handfläche zu lösen. "Ich hab dich durch die vorderen Fenster tanzen sehen, für mich war es
ziemlich offensichtlich, dass du stärker bist als er dachte."


Magnus hmmte. "Naja, wenn ich gewusst hätte, wie weh das tut, hätte ich ihn vielleicht nicht so
hart geschlagen.", sagte er und runzelte die Stirn. "Obwohl es wirklich gut war, diesen
selbstgefälligen Blick aus seinem Gesicht zu wischen."


Alec lächelte. "Er war dumm und überheblich, also hat er es verdient. Er weiß, dass Tänzer nicht
schwach sind. Isabelle hat ihn früher ziemlich oft in den Arsch getreten."
Magnus sah überrascht auf. "Isabelle Lightwood?", fragte er. "Meine Isabelle?"


"Ja.", sagte Alec und sah auf. "Meine Schwester."


"Isabelle ist deine Schwester?!", fragte Magnus. "Heilige Scheiße, deshalb hat sie versucht, ihren
Bruder anzurufen, als sie sich über die Musik beschwert hat. Whoa. Sie hat mir nie erzählt, dass ihr
ihre Brüder seid."


Alec sah ihn verwirrt an. "Naja, das sind wir aber. Alec, Jace und Isabelle. Und wir haben noch
einen kleinen Bruder, der noch ein Kind ist und Max heißt." Er hmmte. "Sie hat uns nie erwähnt?"


"Naja, ich wusste, dass sie Geschwister hat.", sagte Magnus. "Ich wusste nur nicht, dass Sie hier in
dieser Gehirnerschütterungs-Fabrik arbeiten."


Alec lachte und schüttelte den Kopf als er fertig war und den letzten Streifen entfernt hatte. "Das ist
mal eine neue Umschreibung.", sagte er, dann drehte er Magnus` Hand um und befühlte sein
Handgelenk. "Okay, sag mir, ob das weh tut.", sagte er und drückte an bestimmten Stellen. Magnus
schüttelte jedes Mal den Kopf, bis Alec eine Stelle unter seinem Handgelenk drückte und er vor
Schmerz aufzischte.


"Au, au, da!", klagte er und zerrte seine Hand zurück.


"Tut mir leid.", sagte Alec und rieb beruhigend seinen Unterarm. "Ich denke, es ist nur ein gezerrter
Muskel. Es fühlt sich nicht so an, als wäre irgendwas gebrochen und eine Verstauchung würde mehr
weh tun." Er lächelte Magnus an. "In ein oder zwei Tagen sollte es gut sein, aber ich würde
trotzdem Ibuprofen nehmen und vielleicht ein bisschen Eis darauf legen, damit die Schmerzen
aufhören."


Magnus schmollte dramatisch. „Sag deinem Arschloch-Bruder, sein Gesicht hat meine Hand
zerstört.“, sagte er mit einem gespielten Schniefen und grinste als Alec die Augen verdrehte und
lachte. „Aber im Ernst, ich weiß dass die Aktion irgendwie bescheuert war, aber diese laute Musik
muss aufhören.“, sagte er leise. „Du scheinst der Vernünftigste von euch zu sein, also bitte lass mich
nicht nochmal die Polizei rufen müssen. Ich verstehe, dass euer Geschäft laufen muss, aber eure
Kämpfer können trainieren ohne das die Musik so laut ist, während ich meine Leute nicht trainieren
kann, wenn ich mit zwei verschiedenen Rhythmen fertig werden muss. Ich bin mir ziemlich sicher,
dass ich deshalb Tänzer verlieren könnte.", betonte er in vernünftigem Ton und hielt Alecs Blick
fest.


Alec nickte entschuldigend. "Ich verstehe das. Das tue ich wirklich. Ich meine, ich mag es zwar
nicht.", sagte er ehrlich. "Weil meine Leute laute Musik mögen, aber wenn du nochmal die Cops
rufst, werden wir Strafe zahlen müssen, und da du recht hast, können wir es ohne die laute Musik
versuchen.“


Magnus verdrehte die Augen. "Sag deinen Kämpfern, dass ich persönlich jedem einzelnen von
ihnen ein Paar fünf Dollar Kopfhörer kaufe, die sie in ihre Handys stecken können, wenn sie diese
verdammte Musik so laut hören wollen."


Alec grinste. "Ich werds ihnen ausrichten.", stimmte er zu.


Magnus war sich nicht sicher, wie lange sie dort saßen und sich einfach nur wie Idioten anlächelten
- denn ehrlich gesagt hatte Alec das hübscheste Gesicht, das er seit langem gesehen hatte -,
bevor er schließlich seinen Blick von Alecs großen, haselnussbraunen Augen abwandte und
aufstand, was Alec dazu brachte, auch aufzustehen. "Okay, ich sollte wahrscheinlich
zurückgehen.", sagte er und Alec nickte. Magnus' Lächeln verwandelte sich in ein amüsiertes
Grinsen und er nickte in Richtung seiner Hand, die Alec immer noch sanft zwischen seinen Händen
hielt. "Die bräuchte ich irgendwie zurück.", neckte er.


Alec errötete und ließ seine Hand so schnell los, als hätte sie ihn gebissen. "Tut... tut mir leid,
ich ... ich hab vergessen ... ich hab nicht …"


"Oh nein, ist schon okay.", sagte Magnus und zwinkerte Alec zu. "Du kannst meine Hand halten,
wann immer du willst, ich muss sie mir nur kurz leihen, um zurück zu gehen und meine nächste
Klasse zu unterrichten."


Alec errötete nur noch weiter und senkte den Kopf. "Ähm, sag Izzy, ich werd sie später
zurückrufen.", sagte er zum Abschied und Magnus nickte nur und ließ sich von Alec zur Tür des
Büros führen.


"Bis später, Alec", sagte er, und Alec winkte abwesend, bevor Magnus sich umdrehte und das
Fitnessstudio verließ. Er spürte ein gewisses Flattern in seinem Bauch, als er an Alecs hübsche
Augen und große, starke Hände dachte.


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Magnus konnte erst nach der nächsten Stunde mit Isabelle sprechen. Als sie fertig war, folgte er
ihr ins Büro und zeigte mit dem Finger seiner unverletzten Hand auf sie. "Du hättest mir erzählen
können, dass die Leute von nebenan deine Familie sind.", beschuldigte er sie und ließ sich
verärgert auf den Schreibtischstuhl fallen.


Isabelle zuckte unbedenklich mit den Schultern. "An dem Tag, an dem ich hier angefangen hab,
hab ich gehört wie du dich bei Raphael über die `Möchtegern-Rockys`, die ständig vor deinem
Studio rumhängen, aufgeregt hast. Ich dachte, du magst mich vielleicht nicht, wenn du es
wüsstest, und dann wurde mir klar, dass der ganze Mist mit der Musik und dem Institut wirklich
nervig war und dass ich damit nichts zu tun haben wollte. Aber.", fügte sie hinzu. "Nach dem einen
Tag neulich dachte ich, du wüsstest es. Du bist ihnen doch begegnet.“ Sie setzte sich auf die
Schreibtischplatte und grinste ihn verschlagen an. "Jetzt sag mir, womit du diesmal gedroht hast,
damit sie aufhören?"


Als er sich an Jaces Gesichtsausdruck erinnerte, lachte Magnus grimmig vor sich hin. "Ich hab
deinen Bruder ausgeknockt." Isabelle schnappte nach Luft und Magnus hielt seine rechte Hand
hoch. "Dein anderer Bruder, der Hübsche, musste sicherstellen, dass ich mir mein Handgelenk nicht
gebrochen hab."


"Oh mein Gott, du hast Alec geschlagen?!", fragte sie und hob schockiert die Hand über den Mund.


Magnus verzog das Gesicht. "Was? Nein, das blonde Arschloch."


Sie entspannte sich. "Achso." Sie winkte ab. "Er ist unser Bruder, aber er ist adoptiert und kam
ziemlich spät zu uns, deshalb dachte ich bei `meinem Bruder ', dass du Alec meinst." Sie sah ihn
an und grinste langsam. "Hast du gerade meinen großen Bruder, Alexander Lightwood, 'den
Hübschen' genannt? Anstatt Jace?", fragte sie neckend.


"Natürlich!", sagte er und verzog das Gesicht. "Jace ist ein großspuriger Idiot, der aussieht wie ein
Gorilla.", sagte er unverblümt. "Hat ihm das irgendjemand jemals gesagt?", fragte er abwesend.
"Weiß er, dass er das Gesicht eines Primaten hat? Ich frage mich, warum ihm das nicht selbst
auffällt."


Isabelle lachte. "Oh mein Gott, du denkst Alec ist attraktiver als Jace! Das ist eine Premiere."


Magnus schnaubte. "Das ist lächerlich." Er legte die Füße hoch. "Nichts gegen dich, Izzy, aber
Alexander ist wahrscheinlich der schönste Mensch, den ich je gesehen hab. Ich würde ihn
erklimmen wie einen Baum ... und er ist groß genug, dass ich ihn tatsächlich besteigen könnte.",
fügte er schwärmerisch hinzu. Er seufzte und lächelte, den Kopf in den Nacken gelegt. "Ich mag
seinen vollen Namen lieber. Alexander.“ Er schmiegte seine verletzte Hand an seine Brust. "Und
diese großen, männlichen Hände sind so warm und stark. Mmmmm."


"Okay, du kannst jetzt aufhören.", sagte Isabelle und ahmte ein Würgen nach. Sie beugte sich vor.
„Aber ernsthaft, du hast Jace geschlagen?“


Magnus grinste stolz. "Ja! Er war total gockelhaft und arrogant und hat versucht mich
herauszufordern mit ihm in den Käfig zu steigen. Ich sollte einen einzigen guten Schlag erzielen,
er hat nur geblockt, aber er hat wohl unterschätzt wie stark ich bin." Er schüttelte sein
Handgelenk. "Ich hab mich zwar verletzt, aber man, das war es echt wert. Den schockierten
Ausdruck auf seinem Gesicht werde ich nie vergessen. Und er hat den Deal vorgeschlagen, also
erwarte ich, dass er seinen Teil der Abmachung einhält.", fügte er hinzu.


Isabelle gackerte nur und klatschte in die Hände. "Ich liebe es!" Sie seufzte. "Und diese Musik!
Endlich! Ich hab mich bei meiner Mutter beschwert, aber sie hat nur gesagt, dass 'unsere Kämpfer
wichtiger sind als dummes Tanzen.' Nicht dass ich was anderes erwartet hätte.“, sagte sie und
zog die Nase kraus.


"Also gehört die Trainingshalle deiner Mutter?", fragte er und sie nickte.


"Mom war ein Kämpfer, als Alec und ich klein waren.", erklärte sie. "Sie hatte sich zurückgezogen,
als sie mit Alec schwanger wurde und dann kam kurz darauf ich und sie entschied, dass sie wieder
anfangen wollte, da in Amerika die Szene größer wurde. Vor Alec lebten meine Eltern in Japan um
zu kämpfen. Aber nachdem ich geboren worden war, hat meine Mutter wieder angefangen zu
kämpfen, bis ich sieben oder acht war.„ Sie schnaubte. "Du kannst dir sicher vorstellen, wie sehr
meine Mutter mein tanzen respektiert. Der einzige Grund, warum sie es mir als kleines Mädchen
erlaubt hat, ist, weil Alec und mein Vater für mich eingetreten sind."


Magnus hmmte. "Das ist ... mal was anderes." Er grinste. „Ich bin immer noch so froh, dass ich
unser Problem gelöst habe, dass ich Jace ins Gesicht schlagen durfte und dass ich diesen großen,
schönen Mann eine Weile anstarren durfte.“ Er schüttelte den Kopf. "Man, die Dinge, die ich mit
ihm anstellen würde, wenn er auf dem freien Markt wäre."


"Du meinst Alec?", fragte sie und warf ihm einen verwirrten Blick zu. "Er ist Single, warum denkst
du, dass er vergeben ist?"


Magnus zog langsam eine Augenbraue hoch. "Du meinst Lydia und er sind nicht ... du weißt
schon." Er winkte ab. "Sie schienen sich ziemlich nah zu sein."


Isabelle schnaubte. "Also bitte. Alec ist schwuler als Raphael."


Magnus setzte sich auf. "Ist er dann ungeoutet? Ich meine, ich hatte den Verdacht, dass er ist nicht
hetero ist. Jace hatte was gesagt, was mich denken ließ, er könnte auf Männer stehen, aber ich
dachte mir, wenn er mit Lydia zusammen ist, war das bestimmt nur so dahingesagt und hätte
nichts zu bedeuten.“


"Nein.", sagte sie. "Jeder weiß es, denn als meine Mutter anfing, ihm ständig die weiblichen
Kämpfer vorzustellen, hat er sie irgendwann angeschrien und gesagt, dass er schwul ist." Sie
zuckte mit den Schultern. "Er hält es einfach nur zurück, weil, weißt du, ein Fitnessstudio voller
Kämpfer ist nicht der richtige Ort, um zu zeigen, dass du auf Männer stehst. Vor allem, weil er ja
auch immernoch manchmal selbst kämpft und es 'ganz einfach keine schwulen Kämpfer gibt
beim MMA'.“, sagte sie leicht verärgert. "Die Sponsoren würden sich zurückziehen und die
anderen Kämpfer würden sich weigern, Kämpfe zu bestreiten, denn es könnte ja sein, das `ihn das
anturnt`. Die Leute würden sich wahrscheinlich darüber streiten, dass es nicht sicher wäre, wenn
er den ganzen Ring vollblutet, da er wahrscheinlich AIDS hat und so ne scheiße.", sagte sie bitter.
"Also ist er raus aus der Kampfsache, aber nicht ganz. Wenn er und Lydia ein wenig so tun als ob,
dann ist das sicherlich nur, damit die anderen in der Halle nicht mißtrauisch werden weil er nie von
Frauen redet.“


Magnus stöhnte auf. "Gott, ich hasse Kampfsportler. Natürlich gibt es keine schwulen Kämpfer. Ich
weiß nicht, warum ich überrascht bin.", sagte er und schüttelte den Kopf. "Armer Alexander. Er ist
zu süß, um so viel Homophobie erleiden zu müssen."
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