Men of our Destiny: The Beginning

von Raymond
OneshotFamilie, Sci-Fi / P12 Slash
10.05.2018
10.05.2018
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Louis saß auf dem Dach des Waisenhauses. Er hatte keine Erlaubnis hier oben zu sein. Das Dach war der Ort an dem die Pfleger und Gäste rauchten, doch an einem solch regnerischen Tag kamen kaum Besucher und Pfleger gingen lieber in den Innenhof um die vielen Treppen nicht steigen zu müssen, auch wenn es eigentlich nicht erlaubt war. Seufzend stützte sich der Jugendliche auf seinen Handballen. Es war nicht das erste Mal das er hier war um seine Ruhe zu haben. Die meisten anderen Kinder hatten entweder nicht den Mut dazu hier herauf zu kommen oder sie erkannten den Sinn dahinter nicht.
Gedankenversunken sah der 15-Jährige über das bewölkte London. In reicheren Bezirken der Stadt war es wunderschön, doch hier in den ärmeren erkannte man nicht mehr viel von dem englischen Charm für den sie so bekannt war. Er fuhr sich durch die Haare in einem Versuch sich wieder in die Wirklichkeit zurück zu holen, doch es brachte nicht viel. Seine Tante hatte ihn vor 10 Jahren hier abgegeben. Sie wollte ihn nicht haben nach allem was mit ihrer Schwester und ihrem Schwager vorgefallen war. Nun war er zu alt. Niemand wollte einen Jugendlichen adoptieren. Jeder über 10 gab die Hoffnung auf ein neues zuhause auf. Der 11 Geburtstag war wie ein Todeszeichen. Der Junge war so in Gedanken versunken das er nicht bemerkte wie das Quietschen der Türen einen Besucher ankündigte.

Zuerst etwas verwirrt doch danach interessiert tat Roderick Burns seine Schritte auf das Betondach. Schmunzelnd setzte er sich neben den braunhaarigen Jungen. Die Steinbänke waren nass, doch das Wasser störte den Amerikaner kaum. Dazu war seine Neugierde den Unbekannten betreffend viel zu groß.
„Was machst du hier oben, Kleiner?“
Geschockt sah der Jugendliche dass er zu sehr in seine Gedankenwelt abgedriftet war. Er zuckte zusammen und erwartete eine Strafpredigt die sich gewaschen hatte.
„Ich brauchte frische Luft. Der Lärm dort drinnen ist kaum auszuhalten.“ Louis versuchte die Situation mit einem zögernden Lächeln herunter zu spielen. Er hoffte auf eine verständnisvolle Seite in dem Fremden.
Roderick schmunzelte als er die Ausrede des Jungen hörte. Natürlich hatte er keine Ahnung ob es wahr war, aber meistens lag er richtig wenn es um solche Dinge ging.
„Verständlich. Wie heißt du, Kleiner?“
Erleichtert dass der Fremde ihn wohl nicht verpetzen würde entkam dem Braunäugigen ein Seufzer.
„Louis Marsh, Sir.“
„Ich bin Roderick Burns.“
Louis Pupillen erweiterten sich als er den Namen des Unbekannten hörte und er sprang erschrocken auf, auch wenn das nicht in seiner Absicht lag. Ein leises Kichern war von Roderick zu hören und er lächelte den erschrockenen Jungen warm an.
„Sie sind DER Roderick Bruns? Der Gründer von Stratus Bionic? Griffin?“
Lachend gestikulierte Burns seinem Kumpanen er solle seine Stimme etwas leiser halten.
„Ja, genau der Roderick Burns. Und was ist mit dir, Louis Marsh? Was ist deine Geschichte, nachdem du meine schon sehr gut zu kennen scheinst.“
Zögernd setzte sich der Engländer wieder neben den Wissenschaftler. Diese ganze Situation kam ihm surreal vor. Als wäre er in einem seiner lächerlichen Tagträume in denen einer seiner Helden einfach in ihn stolpern würde.
„Ich glaube nicht dass es da viel zu erzählen gibt, Sir. Ich bin in diesem Waisenhaus seit ich 5 Jahre alt bin.“
Der Blick des Amerikaners hatte sich geändert. Er sah nun ernst aus und Louis fürchtete er hätte etwas gesagt das ihn verstimmt haben könnte.
„Das meinte ich nicht, Louis. Was möchtest du werden wenn du erwachsen bist?“
Der Braunhaarige musste nicht darüber nachdenken, nicht einmal eine Sekunde. Er wusste was er werden wollte seit dem Tod seines Vaters.
„Wissenschaftler. Am Liebsten im Feld der Robotik!“
Auf Burns Gesicht war wieder das Schmunzeln zu sehen für das er so bekannt war. Louis hatte es immer witzig gefunden dass er auf allen Fotos die von ihm aufgenommen wurden gleich aussah.
„Ein sehr interessanter Beruf.“
Gerade wollte Louis weiter über Robotik schwärmen als er von der quietschenden Tür unterbrochen wurde und ein weiterer Mann auf das Dach trat.

Genau wie Burns hatte der Mann kurzes, schwarzes Haar und einen Bart. Doch im Gegensatz zu ihm waren seine Augen nicht blau sondern hellgrau. Es sah fast schon so aus als hätte er komplett weiße Augen.
„Rick, was tust du hier oben?“
Burns zuckte mit den Schultern und erhob sich von der nassen Bank. Er gab dem Neuankömmling einen Kuss auf die Wange während Louis kurz davor war einen weiteren Zusammenbruch zu bekommen.
„Sie sind Doktor Edward Baker!“
Wieder war der Junge in seiner Aufregung aufgesprungen. Er musste träumen, es gab keine andere, plausible Erklärung zu dem was sich gerade abspielte. Er wollte sich selbst schlagen, doch wenn es kein Traum war würde er sich so nur vor zwei seiner Idole blamieren, also entschied er sich dagegen.
„Alles in Ordnung, Junge?“
Bakers Stimme war um vieles harscher als Burns. Im Allgemeinen wirkte er strenger, aber Louis erwartete nicht viel anderes von einem Mann der sich auf den Einbau mechanischer Teile in menschliche Körper spezialisiert hatte.
„Ja, es tut mir unheimlich Leid.“
„Kein Problem.“
Die formelle ‚Unterhaltung‘ der beiden wurde prompt von Burns unterbrochen.
„Ich glaube ich habe mich entschieden, Teddy.“
Zweifelnd sah Edward seinen Verlobten an. Es hatte keinen Sinn Roderick irgendetwas ausreden zu wollen, er machte meistens was er wollte, trotzdem zweifelte er jede seiner Entscheidungen an.
„Du bist dir damit sicher?“
„Wenn nicht er, wer dann?“
Mit einem Augenrollen und Nicken bestätigte Baker die Entscheidung des Blauäugigen. Burns trat wieder an Louis heran und legte ihm jeweils eine Hand auf eine Schulter. Der Junge konnte kaum begreifen dass er die Berührungen wirklich spüren konnte. Er dachte in Träumen könne man so etwas nicht fühlen.
„Was würdest du davon halten wenn wir dich mitnehmen würden? Es wäre vielleicht eine lange Reise, aber wir könnten dir ein zuhause und eine Familie bieten.“
Louis wusste nicht was er sagen sollte. Er versuchte Worte zu finden die den Emotionen in ihm Ausdruck verleihen könnten. Doch als er sah wie die Miene des Wissenschaftlers mit jeder Sekunde die verging verzweifelter und verängstigter wurde war ihm klar das er nur eines zu tun hatte.
„Ja!“
Tränen bildeten sich in seinen haselnussbraunen Augen. Es wurden immer mehr und es wurde immer schwieriger sie unter Kontrolle zu halten. Bis er es schließlich nicht mehr konnte. Tränen flossen seine Wangen herunter und durchnässte seine Kleidung noch mehr als sie ohnehin schon war. Burns zog ihn in eine Umarmung die der Junge nur sehr zögerlich erwiderte. Er war glücklich, aber vor allem hatte er Angst.
Schon viele Kinder waren adoptiert worden und waren einige Tage später zurück gekommen. Es war immer sein schlimmster Albtraum gewesen und er hatte Angst, dass die beiden ihn nicht mehr wollen könnten wenn er auch nur eine falsche Bewegung machte.
„Du brauchst keine Angst zu haben. Wir werden dich niemals zurückbringen.“
Bakers Stimme war einfühlsamer als er es ihm jemals zugetraut hatte und irgendwie wusste er genau was in ihm vorging, doch trotzdem beruhigten ihn die Worte des Arztes ungemein. Vielleicht würde er tatsächlich, endlich wieder eine Familie haben können.
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