Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Our Stories: Puppyshipping

von Letira
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Katsuya Jonouchi / Joey Wheeler OC (Own Character) Seto Kaiba
08.05.2018
16.01.2021
12
15.219
4
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.01.2021 1.898
 
Hello :)
Dieses Kapitel schließt an "Tage in der KC 1&2" an, die solltet ihr am besten nochmal anschauen, wenn ihr euch nicht mehr erinnert :D
Viel Spaß <3
__________



Amelia Winterbottom kochte vor Wut.

Zumindest musste man davon ausgehen, wenn mal all den großen Boulevardzeitungen glaubte.

Sie kochte, weil Seto Kaiba und Joey Wheeler zusammen eine Suppe gegessen und dabei gelacht hatten. Dann waren sie auch noch zusammen Auto gefahren! Wie konnte man bei diesem skandalösen Verhalten nicht völlig außer sich sein?!

„Wie viele dieser Zeitungen möchtest du noch hier anschleppen lassen?“, fragte Henry und schob einen ganzen Stapel der bunten Hefte zur Seite, um auch noch Platz am Küchentisch zu finden.
„Ich finde das sehr unterhaltend. Ich habe mein Gesicht lange nicht mehr in über zwanzig verschiedenen Heften gleichzeitig gesehen. Die Zeiten sind vorbei seitdem du und ich öffentlich zusammen auftreten und sie nicht mehr jedes Foto von Seto und mir ausschlachten. Jetzt ist hier eins, wie ich mich vor zwei Tagen an meinem heißen Kaffee verbrannt habe, als ich auf dem Weg ins Büro war und sie schreiben dazu:
Amelia Winterbottom kämpft mit ihren Emotionen. Hat sie mit ihrem kalten Unternehmersinn die Hoffnung auf eine romantische Beziehung mit Junggeselle Seto Kaiba für immer ruiniert?
Der fährt mit jemandem Auto und mein Herz ist gebrochen. Ich sehe den Zusammenhang zwar nicht, aber lustig ist es“, lachte sie, „und sie haben alle echt immer ein Händchen dafür zu unterschlagen, dass ich mit dir verlobt bin.“

Henry seufzte, musste aber auch schmunzeln.

„Allerdings freut sich Seto nicht gerade“, sagte sie dann, „seit dieser Sache vor 5 Tagen haben sich auch die Bilder von Mokuba in den Zeitungen wieder gehäuft und auch wenn er nicht mehr 12 ist kann er das gar nicht leiden… Irgendwie habe ich das ungute Gefühl er wird es an ihm auslassen…“
„An wem?“, fragte Henry irritiert.
„Na an Joey Wheeler. Er kennt ihn von früher und sobald sie Leute ausgraben, die bereit sind über die Zeit in den DuellMonsters Turnieren zu sprechen, wird immer mehr über die beiden in der Presse stehen, ob nun wahr oder nicht.“
„Und willst du etwas dagegen tun?“
„Ich weiß nicht“, sagte sie ausweichend, was eigentlich nicht ihre Art war, „Seto ist mir im Moment zu… angespannt, als dass ich mich einmischen möchte, ohne dass er fragt…“

Und das sollte bei Amelia Winterbottom schon was heißen.


***


Seto Kaiba kochte vor Wut.

Die Presse sah das zwar nicht so, aber er war wütend. Er war wütend über die Fotos von ihm und Wheeler. Er war wütend darüber, dass Amelia sich so amüsierte und er war wütend darüber, dass Mokuba ihn angerufen hatte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen.

ES GING IHM GUT!
Das hatte er zumindest gesagt. Auf jeden Fall sehr, sehr glaubwürdig.

Jeden Morgen hoffte er aufs Neue, dass sich die Lage in den Zeitungen entspannt hatte, aber es wurde eher schlimmer und das bedeutete, dass er am besten noch heute sein PR-Team darauf ansetzen musste, bevor es Ausmaße annahm, die nicht mehr beherrschbar waren. Er wusste, dass Amelia darauf brannte sich eine Strategie einfallen zu lassen, aber konnte das auch allein!
Die Hilfe einer anderen Person würde er allerdings brauchen und das behagte ihm nicht.


***


Joseph Jay Wheeler wusste nicht so recht, wie er sich fühlen sollte. In ihrer DuellMonsters Zeit hatten die Zeitungen auch viel Schund über Yugi, Kaiba & ihn geschrieben, aber da hatte es ihn irgendwie weniger gestört.
Seine Kollegen tuschelten auf den Fluren über ihn, weil er mit ihrem Chef Mittag gegessen hatte. Diese Auto-Sache mitten in der Nacht, hatte alles nur noch schlimmer gemacht. Jeder malte sich noch unglaubwürdigere Storys aus und das brachte ihn auf die Palme.

Er hatte die letzten Tage also damit verbracht, möglichst alleine an seinen Projekten zu arbeiten und nur zu wichtigen Meetings sein eigenes Büro zu verlassen. Er hatte Kaiba seit dieser Nacht nicht mehr zu Gesicht bekommen, vermutlich wollte dieser weitere Schlagzeilen vermeiden und er konnte es ihm nicht verübeln. Trotzdem machte es diesen Tag nicht gerade besser.

Sein Magen knurrte, er war müde und so langsam auch emotional angekratzt. Sein Laptop war gerade abgestürzt, weil Photoshop wieder nur Probleme machte und Kaffee hätte bestimmt geholfen, aber dann hätte er durch das Großraumbüro gehen müssen… Nein danke.

Er war sich schon fast sicher, dass der Tag nicht mehr schlimmer kommen könnte, aber er irrte sich und er wusste es sofort als jemand an seine Glastür klopfte. Er erkannte die kleine Frau, die auf sein Nicken in den Raum trat. Es war Kaibas Sekretärin. Normalerweise saß sie in der Etage über ihm und beschützte die Büros von Seto Kaiba und Amelia Winterbottom wie eine Löwin.

„Mr. Kaiba wünscht Sie zu sehen, Mr. Wheeler.“
Er rührte sich nicht, schaute dafür aber ziemlich fragend.
„Jetzt.“

Er erhob sich langsam und folgte ihr einmal durchs Großraumbüro und fühlte sich wie auf dem Weg zum Schafott. Das würde jetzt erst recht Gerede geben. Und irgendwie erinnerte ihn das alles auffällig an ihre Schulzeit, aber im negativen Sinne. Sie fuhren Schweigend in dem gläsernen Fahrstuhl nach oben.
Vielleicht würde Kaiba ihn einfach kündigen. Er war noch nie gekündigt worden, aber eine schlechte Erinnerung mit dem Geldsack mehr würde sicher nichts machen.


Der Fahrstuhl hielt und er schritt allein auf die Tür zu, während die Sekretärin sich wieder hinter ihren Schreibtisch setzte. Während sie immer souverän und ruhig wirkte, war ihm danach sich zu übergeben. Er klopfte, hörte Kaibas undeutliche Antwort, die auch „Nein“ hätte heißen können, aber dann hätte er ihn wohl kaum herbestellt und drückte die Türklinke nach unten.

Das erste was er sah, war dass Kaiba nicht an seinem Schreibtisch saß. Und dann sah ich ihn doch. Er lümmelte (zumindest für seine Verhältnisse) mit einer Zeitung auf seinem Sofa herum und schlürfte Kaffee.
„Du siehst aus als hättest du einen Geist gesehen“, sagte Kaiba ohne seine Aufmerksamkeit ganz von seiner Zeitung zu nehmen.
„Zu viele Schlagzeilen, zu viel Gerede…“, sagte Joey und stand immer noch in der Mitte des Raumen.
Es blieb kurz still, bis ihm noch etwas auffiel: „Ääääh, was soll das ganze Essen?“
„Du gehst seit Tagen nicht mehr in die Cafeteria“, sagte Kaiba, als ob das alles erklären würde, „ich dachte wir könnten zusammen Mittagessen.“
Joey zögerte kurz und ging ließ sich dann auf den Sessel Kaiba gegenüber fallen.

„Aber bevor wir essen“, begann Kaiba und sah ihn zum ersten Mal seit er hereingekommen war, richtig an, „lass dir nie wieder einfallen Meetings zu verschieben, nur weil du Sorge hast, die Leute könnten über dich Reden. Du wirst deine Arbeit machen und deine Leute unter Kontrolle behalten.“
Joey schluckte und nickte.

„Gut, dann iss“, sagte Kaiba nur, als wäre gar nichts gewesen und nahm sich ein Stück aus dem Pizza Karton. Überhaupt hatte Kaiba kiloweise Essen angeschleppt. Nudeln, Pizza, Häppchen, Kaffee und Kuchenteilchen.
„Was soll das alles?“, brachte Joey dann doch über sich und zog sich sogleich einen wütenden Blick von Kaiba zu.
„Du hast seit Tagen nicht richtig gegessen, leugne es nicht Wheeler, hier sind überall Kameras. Und für das was wir vorhaben, brauche ich dich ausnahmsweise mal bei klarem Verstand, also iss endlich.“

Er überwand sich und nahm eine Aluschale voller Spagetti und begann sie auf seine Gabel zu wickeln. Nach dem ersten Bissen meldete sich sein Magen und verdeutlichte, was Kaiba eben gesagt hatte: Er hatte seit Tagen nichts gegessen und nur deshalb, um unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen. Das hätte selbst High-School Joey erbärmlich gefunden.

„Und was“, begann Joey wieder, nachdem er die Aluschale geleert hatte und sich den Häppchen zugewandt hatte, „haben wir vor?“.
„Wir werden die Sache in der Presse in Ordnung bringen. Ich würde ja meine Anwälte darauf ansetzen, aber dann wirkt es so als hätten wir tatsächlich etwas zu verbergen. Wir können es auch nicht auf sich beruhen lassen. Sobald solche Typen wie Rex Raptor auftauchen und ihre Chance auf das schnelle Geld mit alten Geschichten über uns wittern.“
„Das beantwortet die Frage eigentlich nicht“, sagte der Blonde, „es zeigt nur was wir schon wissen.“

Er erntete noch einen Blick von Kaiba, dieser sprach aber trotzdem weiter: „Das weiß ich selbst, Wheeler. Wir werden eine Pressekonferenz zu unserer neuen DuellMonsters Karten halten, die bei der du für die Werbung zuständig warst. Das ist Grund genug beide zusammen in der PK zu sitzen. Wir werden die Fragen zu uns zulassen und sicherstellen deutlich zu machen, dass unsere privaten Angelegenheiten unsere Sache sind und das auch bleiben werden.“
Joey stutzte und konnte nicht genau ausmachen warum.

„Was wird meine Aufgabe sein?“
„Mit mir eine Strategie zurechtlegen und ihr auch zu folgen.“
Er nickte: „Wird Amelia Winterbottom uns helfen?“
„Was willst du mit ihr?“, fragte der Braunhaarige und seine Augen wurden ganz schmal.
„Ähm, ich dachte nur, weil sie deine Marketingexpertin ist… habe ich zumindest gehört“, schob er recht kleinlaut hinterher, weil er das Gefühl hatte sich in etwas verrannt zu haben.
Kaiba stöhnte: „Wenn es nach ihr geht, ist sie für alles eine Expertin… Aber du hast Recht Marketing und Hacking ist das was sie am besten kann. Aber ich habe jetzt dich hier, weil du mit für die Situation verantwortlich bist und sie ihre Nase nicht immer überall hineinstecken muss.“
„ICH BIN MITVERANTWORTLICH? WAS KANN ICH DENN DAFÜR, DASS SICH DIE WELT AUCH FÜR DEIN KLOPAPIER INTERESSIEREN WÜRDE?“
„Ich habe irgendwie ein Déjà-vu, Hündchen.“
„Halt die Klappe, Geldsack.“

Und das taten sie beide. Sie aßen noch einige Minuten und gingen dann zum Kaffee über und während Joey sich bereits Strategien zurechtlegte, wie man am besten antworten könnte, dachte Seto Kaiba ausnahmsweise nur an seinen Kaffee und daran, dass er dringend Urlaub brauchte, wenn diese Sache endlich vorbei war.

Sie arbeiteten fast bis in den Morgen und als die Sonne langsam aufging, entschied sich Joey dazu noch einige Meetings für den angebrochenen Tag und den darauffolgenden Montag (denn morgen war Samstag) mit seiner Marketinggruppe zu planen, da auch in Sachen Werbung bis zur PK noch viel zu tun war. Das schien Kaiba zu gefallen, denn er quittierte es mit einem für seine Verhältnisse schon sehr zufriedenem Lächeln. Sie waren nicht fertig geworden, aber eine Strategie erforderte eben auch genügende Planung, wenn sie nicht nach hinten losgehen sollte.

Beide Männer schliefen in dieser Nacht nicht und gingen auch nicht nach Hause. Joey war damit beschäftigt fleißig im Großraumbüro herumzulaufen und alle Gerüchte über ihn mit einem bösen Blick zu ersticken (hatte er sich von Kaiba abgeguckt). Der Weg zur Kaffeemaschine war so also auch wieder frei.

Seine Meetings zogen sich noch in den frühen Abend, allerdings konnte er so auch seine Möglichkeit nutzen seinen Kollegen von seiner gemeinsamen Schulzeit mit Kaiba zu berichten, was dazu führte, dass plötzlich alle so taten als wäre es deshalb ganz natürlich, dass er und der Chef zusammen aßen. Vielleicht würde das wenigstens das Gerede in seiner Abteilung in Zaum halten.
Es dämmerte erneut, als Joey sich wieder auf dem Weg in sein Büro machte, um seine Sachen zu packen und nach diesem 30 Stunden Arbeitstag endlich nach Hause zu kommen. Er schnappte seine Sachen so schnell, dass er fast die Notiz in seiner Postablage übersehen hatte.
Auf dem Briefpapier der KC stand da geschrieben:

„Morgen um 17 Uhr PK-Besprechung in der Villa. SK“

Das konnte ja noch heiter werden.

__________
Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen :) Lasst mir gern Feedback da.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast