Ten Days

von AnjaAve
GeschichteRomanze / P18 Slash
Riku Rajamaa Samu Haber
08.05.2018
10.12.2019
77
81993
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Als ich mehr oder weniger bereit bin, nicke ich Tom zu. In Gedanken zähle ich vor und steige dann mit meiner Gitarre ein. Dieses Mal achte ich genau auf Toms Einsatz, doch er verpasst ihn nicht.

there are times I can leave my heart wide open
there are days I believe I can heal wounds on me
there are times I could come to you and hurt you
I could easily bring you tears
I could send you to hell
I know you
oh I know you

Ja, es gab Zeiten, wo ich ihn kannte. Natürlich ist er jetzt kein Fremder für mich, aber wir stehen uns bei weitem nicht mehr so nahe wie noch vor vielleicht einem halben Jahr. Damals war er mein bester Freund und meine unglückliche Liebe zugleich.
Mein Ein und Alles.
Bei ihm, der ständig in meiner Nähe war, konnte ich ich selbst sein, mein Herz ein kleines Stück öffnen und mich stark genug fühlen, um zu glauben, das alles heil überstehen zu können. Für ihn hätte ich alles aufgegeben.
Doch jetzt möchte ich ihn einfach nur vergessen.

I will find something more, someone I am made for
shame on you baby, I’m forever yours

Egal, ob ich jemanden finde, der für mich bestimmt ist, oder nicht, ich werde wohl nie ganz über Samu hinweg kommen. Dazu sitzt der ganze Schmerz viel zu tief.
Fast hätte ich meinen Einsatz für das Solo verpasst, doch ich erwische sogar noch den ersten Ton ordentlich. Mit jedem weiteren werde ich immer entspannter, fühle mich sicher in dem, was ich tue und steige mit viel festerer Stimme in die zweite Strophe ein.

you were mine and I was yours for the one night
you were mine and there is no one who’s like you
these screams
they wake me up in the night
they violently fill my room
they keep me awake
I hate you
oh I hate you

Ja, ich hasse ihn wirklich. Obwohl, eigentlich hasse ich nur die Tatsache, dass er solche Gefühle bei mir auslöst, wie er es eben tut und ich mich einfach nicht dagegen wehren kann. Wenn ich zum Beispiel an die Situation auf dem Klo denke, komme ich schon fast wieder aus dem Konzept.
Dann war da diese eine Nacht, die alles verändert hat. Hätte es sie nicht gegeben, wäre ich einfach weiterhin damit klargekommen, dass ich nie eine Chance bei ihm haben werde.
Doch er hat mir Hoffnung gemacht mit dem, was er in dieser Nacht mit mir angestellt hat und seit dem geht alles drunter und drüber. Ein in meinem Leben noch nie da gewesenes Gefühlschaos, das wir selbst manchmal Angst einjagt.
Mehr oder weniger konzentriert bringe ich den letzten Teil hinter mich und bin froh, dass Tom mitsingt, sonst würde man zu stark bemerken, dass meine Stimme immer mehr bricht. Meine Augenlider presse ich fest aufeinander um ja nicht in Versuchung zu geraten, Samu anzusehen und vollends die Kontrolle zu verlieren.
Schon so kann ich meine Tränen kaum noch zurück halten, doch ich sage mir pausenlos selbst, dass ich stark genug bin. Endlich kann ich damit abschließen.

Bahnbrechender Applaus kommt auf, als ich meine Augen öffne. Alle haben sich von ihren Plätzen erhoben, einschließlich der Coaches.
Ihre Kommentare kriege ich gar nicht mit, zu berauscht bin ich von meinen eigenen Gefühlen. Mit meinem Shirt wische ich mir den Schweiß aus dem Gesicht und bemerke zu spät, dass ich hier ja nicht auf der üblichen Bühne stehe, sondern der Auftritt und alles andere auch live im Fernsehen übertragen wird.
Schnell lasse ich mein Shirt wieder sinken und schaue mich nach Tom um. Der grinst ununterbrochen. Irgendwie komme ich die Treppe hoch zu Doris, um mich von ihr über den Auftritt ausquetschen zu lassen. Hunderte von Händen strecken sich mir entgegen und ich breite einfach meine Arme aus, während ich mich weiterschiebe.
„Wow. Was für ein grandioser Auftritt! Möchtest du gerne wissen, wie die Zuschauer zuhause deinen Auftritt bewertet haben?“, fragend schaut Doris mich an und ich kann nichts tun, außer meinen Kopf zu schütteln.
Sie überspielt diese ‚dezente‘ Andeutung oder ignoriert sie, denn nun erscheint trotzdem die nach oben kletternde Prozentzahl. Als sie bei 70% immernoch nicht stehen bleibt, schaue ich weg und betrachte all die Menschen, die live hier vor Ort sind. Ich kriege nichts mehr mit und werde irgendwann von Doris wieder ins Hier und Jetzt zurück geholt.
„Wie war es denn nun überhaupt, einen Song alleine zu performen, den ihr sonst mit Sunrise Avenue auf euren Touren spielt?“
„Es war… I don’t know. It’s just unbeschreibbar. But es war toll, although Samus voice fits better, I think” Charmant und witzig sein, hat Jukka mir mal gesagt.
Egal, welche Fragen kommen, versuche sie mit etwas Humor zu beantworten, dann hast du das Publikum auf deiner Seite.
„Ach Quatsch! Deine Stimme passt doch perfekt. Oder Leute, was meint ihr?“, lautes Kreischen kommt auf und ich ringe mich zu einem Lächeln durch.
„Aber jetzt lassen wir den Riku erstmal verschnaufen und kommen zum nächsten Auftritt…“, während Doris Andreas ankündigt, sinke ich in den erstbesten Sessel und greife nach einer bereitstehenden Wasserflasche.
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Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!

Wenn ihr den Song in etwa so hören wollt, wie Riku ihn gesungen hat, dann hört euch die offizielle Akustik-Version an. Die mit Gitarre, keine von den neuen Klavier-Versionen. Ein Video dazu gibt es auch von mir auf YouTube, aber ich weiß nicht, ob das nicht wegen der GEMA gesperrt ist... hier ist auf jeden Fall der Link: https://www.youtube.com/watch?v=b0qUod6ZYVw&index=7&t=0s&list=PL5YJADthwksZO96Fctx3qZwZlM8r4Tfc1

Liebe Grüße,
eure Anja
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