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Die Burg der Ahnen

GeschichteMystery, Familie / P16 / MaleSlash
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
07.05.2018
07.05.2018
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72.119
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07.05.2018 23.187
 
Christina Luciana stand am Bett ihres Lieblingspatenonkels und rüttelte an sei-nem Arm. "Onkel Lucifer, wir sind wach. Steh auf ich habe Durst und auch Hun-ger." flüsterte das kleine Mädchen. Sie lächelte ihn an, als er die Augen auf-schlug und sie kurz ansah. Er stöhnte kurz auf. Sein Kopf dröhnte, er wusste, dass eine Tablette diesmal nicht ausreichen würde, wenn er den Tag überstehen wollte. Er hatte gestern zu viel getrunken, beim Feiern mit den Insulanern, aber da er sich sonst oft zurückzog, oder nur kurz unter das Volk mischte wollten viele der Insulaner mit ihm Trinken, da sie ihn sehr schätzen, weil er damals den Fluch, der über der Insel gelegen hatte gebrochen hatte und außerdem hatten sie ihn näher kennengelernt und mochten ihn sehr, nachdem sie festgestellt hatten, dass er ein ganz netter Mann war, wenn auch manchmal ein wenig schlecht gelaunt und barsch, aber die Insulaner akzeptierten ihn mittlerweile so und hatten ihn bei sich aufgenommen. Ebenso wie sie es gestern mit Sandalephon und Katherine gemacht hatten.
"Ach Süße, es ist noch mitten in der Nacht, es ist ja noch dunkel draußen." "Aber es ist Morgen, Luciano sagt es ist halb fünf und halb fünf ist schon Mor-gen." Er stöhnte auf und quälte sich leise aus dem Bett, um seine schwangere Frau nicht zu wecken. Er zog eine schwarze Jeanshose, sowie ein schwarzes Hemd aus dem Schrank, schlüpfte in die Hose und wandte Magie an, um sich und die beiden Kinder in der Küche wieder erscheinen zu lassen.
Er schaltete Kaffeemaschine, sowie den Wasserkocher an, während er sein Hemd anzog. er knöpfte es vorne zu, ließ die obersten zwei Knöpfe, so wie die Knöpfe an den Ärmeln offen. Ebenso wenig machte er sich die Mühe das Hemd ordentlich in die Hose zu stecken. Er machte sich seinen Kaffee und goß den Tee für die Kinder auf. Als sie gemeinsam am Küchentisch saßen und die beiden Kinder ihr Marmeladenbrot aßen, nahm der Höllenfürst eine von den Schmerz-tabletten, die Sandalephon im gestern Abend zugesteckt hatte.
"Du hast heute ganz schlimme Kopfschmerzen, Onkel Lucifer?" fragte seine kleine Patentochter besorgt. Er nickte, und spülte eine der Tabletten mit einem Schluck Kaffee herunter. "Aber Sandalephon hat mir Tabletten gegeben... Aber... Warum seid ihr denn schon so früh wach? Es ist noch stockdunkel drau-ßen." fragte er die beiden Kinder. "Aber wir sind schon wach." sagte Christina Luciana. "Das sehe ich." murmelte er. Nach dem kurzen Frühstück, las er den beiden noch ein Bilderbuch vor und legte sich anschließend im Wohnzimmer auf das Sofa vor dem Kamin, während die Kinder neben ihm spielten. Die Lautstärke war kaum zu ertragen, obwohl die beiden Kinder eigentlich gar nicht laut waren.
Etwa drei Stunden später trafen Sandalephon und Kat, so wie Astaroth und Phi-lip mit Christian und Metatron und Cassandra mit Jan wieder ein. Gemeinsam sa-ßen alle am Frühstückstisch. "Was seht ihr uns denn so fragend an? Nein wir haben kein Hochzeitsnachtbaby gezeugt. Wir wissen, dass der alte Herr da oben es sofort einschlagen lässt und das wollten wir nicht." sagte Sandalephon und außerdem... Weder Lucia und ich wollten riskieren, dass Juliel wieder an unserem Bett steht."
"Lucifer, schaffen wir jetzt endlich diesen widerlichen Engel aus unserer Hölle weg? Ich kann ihn nicht mehr ertragen." fragte Astarte ihren höllischen Chef. "Liebend gerne!" antwortete er und rieb sich die Schläfen. "Und ich möchte wissen wer Sandy und Kat verraten hat! Er wird ebenfalls für seinen Verrat be-zahlen!" antwortete der Fürst der Hölle finster. "Ich denke, das kann uns nur Juliel verraten... und wenn ich ihn dafür mehrmals hintereinander grillen muss. " murmelte Sandalephon. Der Höllenfürst grinste. "Deine Einstellung gefällt mir... Machen wir das Verhör in der Hölle oder im Boulevard? Da könnten wir ihn auch noch etwas mit Flammenschwertern weichklopfen..." "Und ich könnte auch mit-helfen!" ließ Metatron sich vernehmen. Er legte Kat väterlich einen Arm um die Schulter. "Und wir könnten Michael dazu bitten... und Cassie. Die hat nämlich auch eine absolute Wut auf Juliel, weil sie schon geahnt hat, der Bursche könnte wieder auftauchen..." "Du meinst, uns daran hindern die Ehe zu vollziehen? Ganz ehrlich, Bruderherz, Lucia und ich... also..." Metatron grinste und unterbrach den etwas verlegenen Sandalephon. "Krieg dich ein, ich war auch kein Kind von Traurigkeit bei meiner Cassie... Jan war schon vor unserem Gang zum Traualtar da... also von daher hab’ ich damit keine Probleme!"
"Wenn Cassie mit darf, dann will ich auch mitgehen!" sagte Selvaggia die Frau des Höllenfürsten. Dieser starrte sie aus einer Mischung zwischen Entgeiste-rung und Missfallen an. "Was denn? Immerhin betrifft es Kat, die ich sehr mag genau wie du und ..." "Ist gut - wenn es sein muss." murmelte er missmutig und gereizt, während er mit Kaffee eine zweite Tablette hinunterspülte.
"Sag mal Lucifer, seit wann bist du eigentlich schon wach?" wollte seine Frau kurz wissen. "Seit fünf Uhr. Luciano und Luciana haben mich geweckt." mit ei-nem Wink von Metarton befanden sich alle im Trainingsraum des Boulevards. Sandalephon rief Michael herbei, der auch sofort erschien. Der Höllenfürst ließ mit einer Handbewegung Juliel erscheinen. "Du dreckiges Miststück! Kannst du mich nicht endlich in Ruhe lassen! Ich verachte und verabscheue dich! Kapier das endlich!" rief Kat wütend und schlug ihm mit der Hand ins Gesicht, dass er zu Boden ging.
"Genug Käthchen!" sagte ihr höllischer Lieblingspate und schob sie beiseite. Grob zog er den kleinen Engel, der ihm in der Hölle unterstellt war hoch. "Raus mit der Sprache, wer hat dir gesteckt, dass Kat und Sandalephon heiraten und die Nacht davor gemeinsam in ihrem Haus auf Norderney waren und dich aufge-hetzt, bei Sandalephon und Kat aufzutauchen?" fauchte er wütend. Juliel sah ihn nur schweigend an. "Wage nicht mich zu reizen. Ich bin noch vom gestrigen Fei-ern echt angeschlagen. Mein Kopf dröhnt zum Zerplatzen und deshalb bin ich in genau der richtigen Stimmung dich bis zum geht nicht mehr zu foltern, wenn du nichts sagst. Und ich bin mir sicher, dass es allen Anwesenden hier so geht." drohte er sichtlich gereizt. Er stöhnte kurz auf, als er ein weiteres Mal heute Morgen einen sehr starken Schmerz verspürte. Die anderen nickten zustim-mend. Metatron ließ ein Flammenschwert erscheinen und hielt die Flamme an den Hals des kleinen Engels. "Entweder du redest jetzt, oder ich lasse dich ganz in Flammen aufgehen!" drohte der himmlische Botschafter. "Ich... ich... "Hör auf mit dem Gestottere, sonst helfe ich dir flüssig zu antworten." fauchte Sandal-ephon wütend, der jetzt neben Lucifer und Metatron aufgetaucht war. Kat und Michael tauchten hinter ihm auf. "Überleg dir genau Junge, ob du dich mit den fünf mächtigsten Seraphim anlegen willst, indem du schweigst." flüsterte Mi-chael sehr finster als auch Astaroth im Trainingssaal erschien, was den Höllen-fürsten zufrieden grinsen ließ, zumal er in der Hand Astaroths eine feurige Peitsche entdeckte.
"Und wir zaubern ein wenig, während unsere Männer und Kat dich verdreschen und quälen." fügte Selvaggia hinzu. Juliel schluckte verängstigt und schrie kurz auf, als Metatron ihn weiter mit dem Flammenschwert attackierte. Die anderen ließen ebenfalls Flammenschwerter erscheinen und ließen ihn brennen, während Astaroth die Peitsche schwang. "Du Hexe!" rief er schreiend vor Schmerz und sah in Selvaggias Richtung. "Genau eine Hexe. Das bin ich und ich bin eine schwarze Hexe! Falls du dich erinnerst habe ich mich vor Ewigkeiten von Lucifer verleiten lassen und ich hatte ihn als Lehrer, wie jetzt auch Kat." Juliel starrte die bedrohlich klingende Frau schweigend an. "Was hast du gemacht?" fragte der mächtigste der Seraphim seine Frau. "Ich habe den Schmerz den ihr ihm zufügt nur verstärkt. Ich kann ihn noch unerträglicher machen, wenn er nicht redet." Der Höllenfürst grinste seine Frau an. Die anderen erkannten einen ge-wissen Stolz darin. "Nur zu... Hexlein!" Selvaggia und auch Cassandra verstärkten den Schmerz, während die Engel ihn weiter quälten. "Ahhhhh - Aufhören! Ich sage - es euch!" brüllte Juliel vor Schmerz. Sie ließen die Flammenschwerter verschwinden und sahen ihn erwartungsvoll an.
"Seraphiel und Sealthiel." sagte er. Während die himmlischen Engel schweigend da standen und versuchten ihre Wut zu zügeln, schleuderte der Höllenfürst, der den kleinen, verräterischen Engel die ganze Zeit in der Luft gehalten hatte diesen heftig an die Wand, so dass dieser keuchend zu Boden fiel. Seine ver-brannte Haut schmerzte. Der Höllenfürst schrie vor Wut und fluchte. "Vater schick mir Prodotisel herunter, aber in seiner männlichen Gestalt! Solltest du dem nicht nachkommen, dann werde ich mich dir abermals widersetzen und ihn mir einfach holen! Au!" brüllte der Höllenfürst und griff sich mit beiden Händen an die Schläfen um seine Selbstheilung zu nutzen. Seine eigene Stimme schmerzte in seinem Kopf. "Warum sollte ich ihn dir nicht schicken, mein Sohn? Er hat zum wiederholten Male Verrat begangen, während du... mit mir zusam-menarbeitest. Du weißt, dass ich dich noch immer sehr liebe Lucifer und ich bin froh dich als Fürst der Hölle zu wissen. Denn ohne die Hölle kann der Himmel nicht existieren wie er ist und du bist der Beste für den Job und du genießt es in deinem Reich der Chef zu sein. Das kannst du nicht leugnen." Lucifer sah fast etwas verlegen zu Boden. "Dann her mit dem Dreck. Darf ich ihn diesmal behal-ten und... ihm geben was ihm zusteht?" "Tobt euch an den beiden aus." folgte nach einer kurzen Pause und Prodotisel, ehemals Seraphiel erschien in ihrer Mitte. Mit einer kurzen Handbewegung des Höllenfürsten erschien Sealthiel neben ihm.
Ängstlich sahen die beiden sich um. Sie wussten, dass sie gegen ihre mächtigen Brüder keine Chance hatten. Die Engel wichen etwas erschrocken zur Seite, während die beiden gefallenen Engel in der Mitte unter Schmerzen zusammen-zuckten. Selvaggia und Cassandra ließen mit Magie elektrische Blitze auf die beiden los. Lucifer erschrak kurz, als er seiner Frau in die Augen sah. Dieser Hass und die Kälte die er darin erkannte erschreckte ihn, dies hatte er bisher nur einmal bei ihr erlebt. "Selvi, Cassie - Schluss jetzt! Es ist genug! Jetzt ge-hören sie mir - beziehungsweise uns!" befahl er den beiden Frauen. Diese ge-horchten sofort und ließen die Blitze verschwinden. Die beiden Engel fielen zu Boden und zuckten noch immer. Der Höllenfürst bückte sich, hob sie hoch und schlug die sehr hart mit den Köpfen aneinander und ließ sie wieder hart zu Bo-den fallen. "Was soll das? Dachtet ihr, ihr könnte irgendetwas bewirken, wenn ihr diesen kleinen nichtsnutzigen Engel schickt?" fuhr er die beiden an und knall-te sie fast schon auf den Boden. Sie schrien auf. Michael trat hervor und schlug beiden mit dem Fuß hart in den Magen. "Und dann den Verdacht auch noch auf mich lenken. Sowas hab’ ich gerne!" fauchte der Engelsgeneral. "Ihr beide seid Abschaum. Ich hoffe ihr verrottet jämmerlich bei Lucifer in der Hölle. Lass sie nur schön leiden, Großer!" Sein ältester Bruder sah ihn mit einem diabolischen Lächeln an. "Warum? Warum habt ihr das getan?" wollte Kat wissen. "Antwortet gefälligst, wenn ihr nicht von mir auch noch Hiebe wollt!" befahl Sandalephon. "Wir... also... wir finden..."
"Hört - verdammt - nochmal auf zu stottern!" donnerte der Höllenfürst und schlug erneut auf die beiden ein. "Es ist ungerecht, ihr habt alle euren freien Willen bekommen und wir ..." "Deshalb der ganze Verrat an uns und unseren Fa-milien?" fragte Metatron ungläubig. "Schon wieder die alte Leier? Ihr seid däm-licher als ich dachte!" sagte Michael. "Hättet ihr euch nicht so anmaßend und arrogant aufgeführt und wärt derart gegen einige von uns losgegangen, wäre vielleicht auch für euch alles anders gelaufen. Alles in Ordnung Lucifer?" been-dete Michael, als er sah wie sein ältester Bruder sich mit einem kurzen Seuf-zen sich mit den Händen abermals die Schläfen massierte und sich anschließen mit beiden Händen über das Gesicht fuhr. Dieser nickte. "Astaroth, schaff mir diesen Abschaum in die Hölle! Ich werde mich den beiden die nächsten Tage selbst annehmen und sie vermutlich erst mal zum Frust ablassen verwenden, denn wenn ich nicht mal bald meine Wut wieder rauslasse dann... kann ich für nichts mehr garantieren. Und Juliel - da beraten wir mit Vater, der wird jetzt wieder zum Menschen degradiert und dann endlich weggeschickt, dass ich ihn nicht mehr sehen muss!" fauchte der Höllenfürst. "Entschuldigt mich bitte. Ich brauche erst mal Ruhe um mich zu beruhigen. Wir kommen später wieder." sagte er ruhig und verschwand mit Selvaggia.
Juliel wimmerte leise. "Kittykat, hab Erbarmen!" "Wenn du mich mit diesem schmierigen "Kittykat" anredest, könnte ich schon wieder brechen!" "Aber als Mensch habe ich die Vergebung des Höchsten und wir könnten wieder zusam-men..." Sandalephons ungläubiges Lachen unterbrach ihn. "Du armer Narr! Du bist dann ein Sterblicher, ein Mensch, Katherine-Lucia ist eine Seraphim. Wieso sollte sie sich auf dein Niveau herablassen?" Über Juliels verbrannten Wangen flossen Tränen. "Weil ich sie liebe und Astaroth hat sich auch auf das Niveau von Philip Callaghan..." "Philip ist meine Sache! Und er ist es wert! Er hat mich nie betrogen! Dass du es auch nur wagst dich mit ihm zu vergleichen, du Stück Dreck... Dafür könnte ich dich... erledigen!" brüllte Astaroth und drückte ihn an der Kehle haltend an die Wand. "Beruhige dich Bruder, Vater ist der Meinung, dass er in einem kleinen Bergkaff, fernab von Paris nützlich sein kann... seine Triebe nicht befriedigen könnend und eine kleine Region glücklich machend weil der Papst ihnen einen Pfarrer schickt... Wobei... da wäre eine Bedingung, Juliel... Vaters Vergebung während du auf Erden wandelst, als Mensch, wohlgemerkt... solange du deinen Dienst als Pfarrer vorbildlich erledigst, doch für deinen Ver-rat als Engel zahlst du nach deinem Tod: Du wirst einen Pakt mit der Hölle schließen; nach deinem Tod gehört deine Seele Lucifer. Kat wirst du dann nur noch sehen, wenn sie mit Sandalephon höllische Angelegenheiten erledigt und solltest du wagen sie anzusprechen oder zu belästigen, dann werden nicht nur die beiden das ahnden! Und glaub mir, eine Seele kann in der Hölle ebenso leiden wie ein kleiner Abschaum der du momentan bist. Du hast 24 Stunden um dir zu überlegen ob du weiterhin in der Hölle bleiben oder für den Zeitraum eines - vielleicht etwas längeren - menschlichen Lebens als Pfarrer Dienst tun willst... um danach zu büßen..." sagte Michael kalt.
Astaroth schnaubte verächtlich. "Wieso sollte er noch entscheiden dürfen?" fragte er und ließ Juliel los. Wimmernd fiel der zu Boden und erhob sich zit-ternd an die Wand gelehnt, den Blick zu Boden gesenkt. Michael lächelte fins-ter. "Freier Wille, Bruder..., freier Wille..." antwortete jedoch Metatron. San-dalephon lächelte hintergründig. "Und soweit ich mitbekommen habe bin ich in Zukunft in der Hölle unter anderem für die Bestrafungen und ähnliches - und die Begnadigungen auch - zuständig... das wird sicher interessant..." murmelnd. Juliel wurde sichtlich blass. "I... Ich dachte, dafür ist mon chaton..." "Noch ein so blödes abgelutschtes "Kosewort" aus deinem Mund und ich vergesse mich!" schnauzte Kat ihn an. "Komm Sandalephon und mir nicht unter die Augen und du hast einige... irdische Jahre in Ruhe und Frieden vor dir, Juliel... lehne ab und du wirst lernen, was ein kleiner Engel wie du ertragen kann!" Astaroth knallte mit der Feuerpeitsche um Juliels Beine. Der schrie erschrocken auf und versuchte aus dem Weg zu hüpfen, was misslang. Schmerzhaft kreischte er auf, als die Peitsche ihn an den verbrannten Beinen traf. " "Hui, da kann das Engelchen tan-zen lernen..." spottete Astaroth mit diabolischem Lächeln und holte erneut aus. "Tanz, kleiner Engel, tanz!" rief er und schlug erneut zu. Juliel jaulte auf. "Ge-nug! Soll er sich erstmal selbst heilen, das wird einige Zeit dauern, und dann entscheiden. Du kannst mir mit Kat und Metatron helfen einen Bann zu spre-chen, damit er hier gefangen ist während er überlegt ob er Vaters Angebot annimmt oder ablehnt. Sollte er es ablehnen... nun ja... dann könnte er mir fast leid tun..." sagte Michael und lächelte finster. Astaroth, Kat und Metatron nick-ten.
Gemeinsam - und Kat lächelte als Sandalephon hinter sie trat und ihre Kräfte mit seinen verstärkte - sprachen sie einen Bann, der Juliel am Verlassen des Übungsraumes hindern würde. Und im gleichen Moment spürte sie auch die geis-tige Anwesenheit ihres Lieblingspaten, der sichtlich amüsiert war, da Sandal-ephon ihn via Seraphimpfad auch über Astaroths Disziplinierungsmaßnahme für Juliel auf dem Laufenden gehalten hatte - sogar bildlich. Gemeinsam verließen sie den Raum und ließen Juliel zurück.
"Was hast du mit Prodotisel und Sealthiel gemacht?" fragte Sandalephon Asta-roth. "Sie erstmal in den Tartaros geschickt. Von da können sie sich nicht selbst befreien ohne Lucifers, Kats oder meine - und ja, gut, Vaters - Erlaubnis... Aber bevor du fragst... Juliel dahin zu verbannen, da wird Vater wohl weniger mitspie-len. Er ist ja immer noch der Ansicht, dass Juliel... nun ja... er meint glaube ich, dass Juliel nur so abgedreht ist, weil ihm seine Macht als Engel zu Kopf gestie-gen sei..." Sandalephon schnaubte. "Wer es glaubt! Lucia und ich haben gesehen was für ein Widerling der in jedem Fall geworden wäre!" antwortete er abfällig. "Außerdem hat er schon versucht meine Frau zum Ehebruch zu verleiten - oder wie interpretierst du die Worte: "Aber als Mensch habe ich die Vergebung des Höchsten und wir könnten wieder zusammen...", Bruderherz? Das klingt für mich danach, dass er nicht begreifen will, dass Lucia verheiratet ist - mit mir!" "Stimmt, jetzt wo du das sagst... da denke ich, dass die Dummen nicht mehr so selig sind... oder die "geistig Armen"... ganz im Gegenteil..." sagte Metatron.
Lucifer hatte sich mit seiner Frau auf die Veranda ihres Strandhauses auf Norderney gezaubert. Da es schon Spätsommer war und somit mittlerweile auch etwas kühler, hatten sie jetzt Jacken an. Selvaggia trug eine rote Herbstjacke, die sehr gut zu ihren rotbraunen Haaren passte, während er wie immer seinen schwarzen Mantel trug. "Was lachst du denn?" wollte Selvaggia wissen, als ihr Mann plötzlich aus unersichtlichem Grund zu lachen begann, aber im nächsten Moment schon wieder aufstöhnte, da das Lachen richtig schmerzte. Er erzählte kurz von den Bildern, die Sandalephon ihm geschickt hatte. Selvaggia lächelte. "Gut so." "Du hättest gestern auf der Hochzeit nicht so viel Trinken sollen, mein Junge." sagte Ilse, die gerade heraustrat und einen Teller mit zwei eingelegten Heringen auf den Tisch neben ihren Sohn stellte, der auf einem Liegestuhl da-neben lag. Er würgte kurz. "Das ist nicht dein Ernst?" fragte er leise und sicht-lich angewidert. "Da muss ich Ilse recht geben, war wirklich viel gestern." sagte Selvaggia ohne abfällig oder böse zu klingen. "Diesmal... gebe ich... euch sogar... recht." antwortete er leise stockend und rieb sich die Schläfen. "Sorry, Bruder, aber gegen einen so üblen Kater im Zusammenspiel mit den typischen "Grund-kopfschmerzen" die wir hohen Engel durch unseren dauerhaften Aufenthalt auf der Erde haben, kommen selbst die Tabletten nicht an." ertönte die Stimme Sandalephons auch für die beiden Frauen hörbar.
"Na dann solltest du dir vielleicht doch überlegen, ob du nicht die zwei Heringe isst." sagte seine Frau. "Mir wird total schlecht davon." murmelte er. "Was ist besser? Höllische Kopfschmerzen oder leichte bis mäßige Übelkeit?" fragte ihn seine Wahlmutter. Er lachte bitter. "Leichte? Mäßig bis erträglich trifft es eher. Das letzte mal musste ich mich am Nachmittag sogar übergeben und die Übelkeit war erst am nächsten Tag wieder weg." Ilse grinste. "Aber deine Kopfschmerzen waren etwa eine halbe Stunde nach dem Essen dieses Herings besser!" stellte Ilse fest. "Komm iss mein Schatz, iss, das hilft dir. "Ihr seid verrückt." kam die leise, schwache Antwort. "Deshalb liebst du uns." sagte seine Frau. Er atmete einmal tief ein und würgte die zwei Heringe hinunter. Er musste husten und hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Etwa fünfzehn Minuten später begann auch sein Magen zu rebellieren, wobei die Kopfschmerzen wie das letzte mal nachließen. "Lehn dich zurück mein Schatz." sagte Selvaggia, als sie merkte, dass ihr Mann jetzt Magenschmerzen hatte. Er tat was sie sagte, wäh-rend seine Frau ihm mit ihrer Hand unter das Hemd glitt, da er es immer noch locker über der Hose trug, was er in letzter Zeit sehr oft tat. In der Hose trug er es nur noch bei Hochzeiten oder Empfängen der Botschaft. Er stöhnte kurz auf, als sie auf die schmerzende Stelle drückte. Kurz darauf genoss er aber die kleine Massage. Die Zwillinge von Derek und Rachel, Luciano, Sophia Au-rora, Luca und auch Samantha, die die letzte Woche auch noch ohne ihre Eltern bei Lucifer und Selvaggia verbringen durfte, rannten auf die Veranda auf ihren Onkel und Papa zu. "Gehst du mit uns reiten, Papa, Onkel Lucifer?" fragten sie gemeinsam. Er seufzte. "Heute Nachmittag. Wenn Christian aus der Schule zu-rück ist." antwortete er flüsternd. "Hast du wieder Bauchschmerzen?" fragte Christina Luciana besorgt und etwas traurig und streichelte ihm über den Arm. Er lächelte schwach.
"Ich habe noch Magentropfen, falls du welche möchtest." sagte Ilse beim Mit-tagessen an ihren Sohn gerichtet, der sich geweigert hatte etwas zu essen. "Ich habe selbst noch welche Mutti, aber momentan ist es noch erträglich und ich nehme die Tropfen eigentlich meistens nur, wenn ich die Schmerzen nicht mehr aushalte." sagte er während er sich immer wieder den Magen massierte. "Ich gehe schon mal in den Stall, ihr könnt dann nachkommen, wenn ihr mit essen fertig seid." Sagte er an die Kinder gerichtet. Als er in den Stall trat stand Jasper in der Box seines Pferdes. "Ich hoffe es ist okay, dass ich so oft hier auftauche." sagte der Junge. Der Hausherr nickte. "Dein Pferd braucht ja auch seinen Auslauf und ich bin froh, dass Christian endlich einen Freund hat. Er ist richtig aufgeblüht, seit er hier bei uns auf der Insel lebt." antwortete er.  Jas-per nickte und sah ihm nach als er zu seinem eigenen Pferd lief. Dem Jungen war nicht entgangen, dass es dem gutaussehen Mann wiedermal nicht ganz so gut ging. "Kommt Christian denn auch gleich?" Er nickte nur lehnte den Kopf an sein Pferd und streichelte es. "Ist alles in Ordnung, Lucian?" fragte der Nachbars-junge, der wegen seines Pferdes fast jeden Tag zu Gast war. "Ja. Ich habe auf der Hochzeit nur eindeutig etwas zu viel getrunken." flüsterte er. Als die ande-ren Kinder kamen, konnte der Ausflug mit den Pferden losgehen.
Als Lucifer mit den Kindern zurück kam saßen alle zum Kaffee am Tisch. "Wie geht es dir Lucifer?" wollte Rachel wissen. "Etwas besser. Die Kopfschmerzen haben nachgelassen, ich habe jetzt nur noch die Kopfschmerzen die ich  immer habe und na ja schlecht ist mir noch etwas." Er setzte sich an den Tisch, wobei er unter Schmerzen aufstöhnte. Sein Magen rebellierte mittlerweile sehr hef-tig gegen die Heringe. Ilse schenkte ihm sofort Kaffee ein . Er tat einen Löffel Zucker in seine Tasse und zauberte mit einer Handbewegung das kleine Medizin-fläschen herbei, das er von Sandalephon bekommen hatte. "Geht es deinem Ma-gen noch nicht besser?" erkundigte sich Ilse besorgt. "Dem Magen gleich - die Übelkeit, wir werden sehen." antwortete er, während er einen Tropfen davon nahm. "Wo ist Selvi?" fragte er und trank einen Schluck von seinem Kaffee. "Sie war etwas müde und hat sich vorher hingelegt. Wir wollten sie schlafen lassen. Sie sagte du sollst dir keine Sorgen machen, das ist die Anfangsübelkeit einer Schwangerschaft und sie meinte sie hat ja teilweise stärkere Symptome, als Menschen, zumindest sagte sie das so." antwortete Rachel. Der Höllenfürst nickte und trank weiter von seinem Kaffee. Zum Abendessen tauchte auch Sel-vaggia wieder auf. Der Abend verlief gemütlich.
Am nächsten Morgen waren Selvaggia und Lucifer bereits recht früh auch, da sie von Linnea, die gerade Zähne bekam geweckt worden waren. Da es am Vor-abend für die Erwachsenen recht spät geworden, ließen sie die anderen noch schlafen. Während Selvaggia ihre jüngste Tochter fütterte, machte sich ihr Mann schweigend, wie immer am Morgen einen Kaffee. Gerade als er sich setzen wollte kamen Christian und die kleine Samantha in die Küche. "Guten Morgen." sagten die beiden Kinder. Die beiden setzten sich und bekamen von ihrem Onkel jeweils eine heiße Schokolade. "Reiten wir heute wieder zusammen aus Onkel Lucifer?" fragte das kleine Mädchen. Er lächelte kurz und nickte dann. Seine Frau schnaubte etwas verächtlich. "Was ist jetzt los?" fragte der Höllenfürst seine Frau. "Ach, es ist nur, weil ich das Gefühl habe, dass du mehr Zeit mit den Kindern verbringst als mit mir und die Kinder sind viel lieber mit dir zusammen als mit mir und das betrifft alle Kinder, nicht nur unsere. Aber bei unseren trifft es mich am meisten." Er starrte seine Frau etwas ungläubig an. "Christian, nimm bitte Samantha mit ins Wohnzimmer und trinkt eure Schokolade dort." sagte er so ruhig wie möglich. "Was soll das denn jetzt?" fragte er sichtlich ge-reizt und trank einen großen Schluck seines Kaffees. "Na es ist doch wahr. Die Kinder reiten ständig mit dir aus und auch sonst wollen sie ständig mit dir spie-len. "Wo ist Papa? Wann kommt Papa? Hast du die Kinder mit Magie beeinflusst, die wollen ja nur noch mit dir zusammen sein. Mama und Tante Selvi ist unwich-tig." antwortete sie sehr giftig.
"Sag mal ... spinnst du? Sorry meine harte Wortwahl, aber dazu fällt mir nichts anderes ein. Mich zu bezichtigen ich würde die Kinder verzaubern, damit sie Zeit mit mir verbringen. Ich glaub es hakt. Jedes Mal zickst du so rum wegen Nichts, wenn du schwanger bist. Vor einer Weile die Sache mit den Kopf-schmerzen, wo du mir nicht geglaubt hast und jetzt das. Ich habe keine Lust mehr auf so sinnlose Vorwürfe gegen mich. Und ich habe es nicht nötig auch nur eines der Kinder zu verzaubern, dass es mich mag oder Zeit mit mir verbringt. Und wenn du es genau wissen willst ... während du so lange weg warst, wegen - du weißt schon weshalb, da haben unsere Kinder ständig nach dir gefragt. Sie waren teilweise sehr traurig, weil sie dich so vermisst haben. Auch einige unsere Nich-ten und Neffen haben nach dir gefragt. Ich bin es langsam echt leid. Und ich habe jetzt nicht die Nerven dazu über derartige Sinnlosigkeiten zu diskutie-ren." sagte er zum Schluss war er etwas lauter geworden. Ilse und Rachel be-traten die Küche und sahen gerade noch wie der Höllenfürst verschwand. "Was war denn hier los?" wollte Ilse besorgt wissen, der es immer sehr weh tat, wenn sich ihre Kinder stritten. Sie liebte den Höllenfürsten mittlerweile wie einen eigenen Sohn, da er der Sohn war, den sie sich immer gewünscht hatte und der ihr zur Seite stand, wenn es Probleme gab. Und sie mochte auch Selvaggia sehr. "Hast du schon wieder gezickt, Selvi?" fragte Rachel ihre Freundin, die schon wusste wie zickig diese während ihrer Schwangerschaften war, vor allem wenn sie mit einem Mädchen schwanger war. "Ich bin nicht zickig. Lucifer ist einfach ..." "Lucifer ist wie immer! Doch du bist zickig! Wir haben zwar den Anfang des Gespräches nicht mitbekommen, aber ich weiß, wie du während deiner Schwan-gerschaften mit deinem Mann umgehst. Du kannst nur froh sein, dass er dich so liebt." unterbrach sie Rachel. Selvaggia die eigentlich wusste, dass ihre Freundin recht hatte, sagte nichts dazu.
Währenddessen saß ihr Mann mit seiner Tasse Kaffee und einer Zigarette auf der Veranda seines Hauses in Irland, das einsam gelegen am Rande einer Klippe lag und starrte traurig und nachdenklich auf das Meer. Er hatte nicht auf die Zeit geachtet und wusste daher nicht wie lange er schon da saß, als Kat mit ih-rem Vater auftauchte.  Verwundert sah er sie an. "Käthchen! wie hast du mich gefunden? Ich habe einen Zauber auf dieses Haus gelegt, dass mich keiner fin-den kann und das schließt sogar Vater mit ein." fragte er überrascht. "Oh Onkel Lucifer! Das funktioniert aber nicht bei mir. Wir sind auf ganz besondere Weise miteinander verbunden und das weißt du auch und das ermöglicht mir so einiges. Keine Sorge Dad und ich werden nichts verraten." erklärte sie und umarmte ih-ren Lieblingsonkel. Dieser zog sie an sich und legte ihr eine Hand auf den Bauch. "Ihr habt es also getan. Und Vater hat nicht lange gefackelt."  Die junge Frau lächelte. "Warum seid ihr hier?" "Um mit dir zu reden. Was genau ist eigentlich zwischen dir und Selvi vorgefallen?" fragte Derek. "Ach sie zickt mal wieder und spinnt sich irgendwas zusammen. Ich bin es leid mich noch zu rechtfertigen!" antwortete er sichtlich gereizt und traurig. Er stöhnte auch und rieb sich die Schläfen. Kat trat hinter ihn und begann seinen Nacken und seine Schultern zu massieren, während er erzählte um was es bei dem Streit ging. Derek seufzte.
"Sei mir nicht böse Lucifer, aber da bin ich echt froh, dass Rachel nicht so ist." Der Höllenfürst lachte bitter. "Glaube ich dir gerne." war die knappe Antwort. "Na ja - es ist zumindest beruhigend, dass ihr euch früher oder später immer wieder vertragt." Der Höllenfürst seufzte. "Ilse ist etwas bedrückt, dass du so plötzlich ohne ein Wort verschwunden bist." sagte Kat. "Ihr könnt Mutti beruhi-gen, ich komme schon wieder zurück. Ich brauchte nur etwas Ruhe und ein biss-chen Abstand von Selvi. Diese Frau treibt mich noch in den Wahnsinn!" antwor-tete er.
Kat seufzte. "Mum ist grade auf Norderney. Vielleicht entschuldigt Selvi sich ja heute Abend." Der Höllenfürst lachte auf.  "Redest du von meiner Frau, Käth-chen? Eher friert die Hölle zu!" meinte er etwas trocken. "Na, mal sehen - Mum ist Psychologin und wird Tante Selvi "bearbeiten" und Ilse gefällt es schließlich auch nicht wenn ihr euch streitet."  "Ach Käthchen... ist ja nett, dass du nach deinem alten Onkel schaust, aber du solltest doch wohl besser bei deinem Mann sein, oder?" Kat grinste. "Sandy ist gerade wieder am Salben, Tinkturen und Pil-len mixen mit Jophiel..." Der Höllenfürst musste schmunzeln. "Dann solltest du ihn vielleicht ärgern und an seine Pflichten als frischgebackener Ehemann erin-nern... Geh schon, ich bringe deinen Vater mit zurück nach Norderney." Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Würde ich gern, aber Vater... er will mit uns re-den, mit Metatron, Hagiel, Sandalephon, dir, mir... und mit Onkel Kerubiel. Ich glaube auch Samyaza und selbst Onkel Paymon sollen kommen... und Mum und Dad auch... Ich hab’ ein komisches Gefühl - genau wie Sandy..."
Der Höllenfürst runzelte die Stirn. "Dann wollen wir mal, bevor der alte Herr meinen Schlupfwinkel aufspüren lässt - wer holt deine Mutter ab?" "Sandy bringt sie mit..." murmelte Kat. Gemeinsam erschienen sie im Himmel wo die an-deren schon warteten und ihnen zunickten. Rachel trat zu Derek und Sandal-ephon kam sofort auf Kat zu, legte liebevoll einem Arm um sie und küsste sie liebevoll. "Was hat Vater vor?" fragte der Höllenfürst. Sechs Wachengel be-traten zeitgleich mit Michael und dem himmlischen Vater den Raum in dem die anderen Paten Kats und ihre Eltern nebst ihrem Mann bereits warteten. Kat erstarrte: Zwischen den Wachengeln gingen Sealthiel, Prodotisel - ehemals Se-raphiel - und Juliel, der etwas verwirrt wirkte. Die zwei ehemaligen Seraphim wurden brutal zu Boden geschubst. "Was hat das bitte zu bedeuten, Vater?" wollte Sandalephon mit finsterem Blick zu den drei in die Hölle verbannten En-geln wissen. Ein tiefes Seufzen war die Antwort. "Etwas was ich zutiefst bedau-re, mein Sohn... Sealthiel und Prodotisel haben weitaus schrecklicheren Verrat begangen als ich das jemals für möglich gehalten hätte... Sie hatten noch genug Macht übrig um mich zu täuschen - mich und Lucifer ebenso... und auch dich, Ka-therine." "Inwiefern?" verlangte der Höllenfürst zu wissen. Kat lehnte sich fröstelnd an ihren Mann. Irgendwas sagte ihr, dass ihr - und auch ihm - eigent-lich keinem ihrer Paten oder ihren Eltern gefallen würde, was nun käme.
"Du bist mit Sandalephon durch die verschiedenen Möglichkeiten gereist, Kat-herine - hast scheinbar gesehen, wie Julien oder Juliel sich entwickelt hat oder hätte - und doch... in der Universität war er noch Julien, ja, er hat sehr sexis-tisch gedacht - zu Anfang, meine Tochter, doch das ist dem noch nachwirkenden Einfluss seines Vaters geschuldet gewesen. Er war dir in Wahrheit treu... In der Hölle hatte er gar nicht mit der Seele seines Vaters zu tun. Sealthiel hat-te sich in Juliel verwandelt und so den Eindruck vermittelt es sei dein Freund. In Chile war es Seraphiel, jetzt Prodotisel... Lucifer kann einen Engel der nicht freiwillig in der Hölle ist nicht so unmittelbar kontrollieren wie eine Seele."
Sandalephon zog die fassungslose Kat in seine Arme. "Lucia ist mit mir verheira-tet, Vater!" "Ja, und ihr seid das ideale Paar, denn Julien-Noel Dubois hatte nie die Stärke die für einen Seraphim notwendig ist - auch wenn er kurz mal einer gewesen ist. Es hat ihn innerlich ausgebrannt. Und ja, was er gegenüber dir, Ka-therine, verspürt hat, meine Tochter, war Eifersucht, weil du die Stärke hast. Und du erinnerst dich, dass seine Seele mit der Icnoyotls im Gleichklang schwang. Sie gehörte einer Studentin aus Fribourg die in den ersten Wirren während des Machtergreifungsversuchs der Apokalyptischen Reiter umkam, weil sie gerade am falschen Ort war... Er wäre ihr am gleichen Tag begegnet wie ihr euch begegnet seid, nur gegen Abend. Doch ich gebe zu, er wurde an deiner Seite gebraucht..." "Was heißt das jetzt?" Wollte der Höllenfürst misstrauisch wissen. "Julien wird wieder ein Mensch sein, ich werde ihm vergeben und bitte dich, Lucifer, und auch die anderen, ihm zu vergeben. Er wird sein Studium be-enden und ich werde die Seele die mit seiner im Gleichklang ist in die einer Stu-dentin versetzen. Julien wird in Fribourg seine Doktorarbeit schreiben, dort Professor werden und ein glückliches Leben an der Seite seiner Frau führen können - mit vielem von dem Wissen um die Herrlichkeit des Himmels, mit dem Wissen wer die Botschafter sind und auch der Gabe zu erkennen, wenn ihm ei-ner von euch gegenübersteht." "Habe ich... war das in Hongkong Julien oder... oder war das... einer von den Dreckskerlen?" fragte Kat innerlich schaudernd. "Das war leider Julien, Katherine. Doch was geschehen ist, das ist etwas was ich ihn vergessen lasse, denn angesichts dessen was er dir scheinbar angetan hatte, ist das nachvollziehbar gewesen und auch ich vergebe dir deine Rachegelüste, meine Tochter."
Kat nickte. Sie wandte sich Juliel zu. "Es tut mir leid... ich... ich war so ent-täuscht, so angeekelt von dem was ich gesehen hatte und... es..." "Kat, bitte, ich verstehe das. Ich habe gezeigt bekommen was sie dir vorgespielt haben - auch den letzten "Coup" - ich war völlig verwirrt, als du was von wegen "Trophäe" und ähnlichem gesagt hast, aber ich bin über alles aufgeklärt worden. Und ich soll wohl auch die Bemerkung gemacht haben, dass Pornos ab und zu gut sein könnten, oder so ähnlich, aber in meinen zu dem Zeitpunkt menschlichen Verstand und in mein menschliches Sein konnte Sealthiel sich sehr gut - auch aus der Hölle her-aus - einklinken." unterbrach Juliel sie sanft. Er kam auf sie zu und nahm sie freundschaftlich in den Arm. "Ich mag dich wirklich, Kittykat - okay, du magst den Namen nicht, weil dieser Abschaum den auch missbraucht hat, und ich wür-de mich freuen, wenn wir Freunde bleiben. Und ich bin mit der Lösung, dass ich Professor für Theologie werde und somit heiraten und eine - hoffentlich große - Familie haben werde durchaus einverstanden. Ich liebe dich noch immer - ir-gendwie... aber ich sehe, wie glücklich du an Sandalephons Seite bist und da wah-re Liebe auch Verzicht ist... Bleibe so glücklich wie du bist, meine Freundin - und richte dich darauf ein, Patentante von zwei oder drei kleinen Dubois' zu wer-den." Kat kamen die Tränen, aber sie erwiderte die Umarmung. "Nenn mich ruhig Kittykat, Julien, bei dir klingt es sympathisch, nicht so vulgär wie zuvor, wo es offensichtlich die anderen waren... und danke, dass du mir verzeihst... ich... al-so... quid pro quo... ich werde... also... würdest du gern Pate von Sandys und mei-ner Tochter Elisabeth werden?"
Sie spürte Sandalephons Hand auf ihrer Schulter. "Es wäre ein Zeichen der Freundschaft von uns beiden, Julien..." sagte er sanft. "Sehr gern... und ihr werdet im Gegenzug Paten wenn ich mit meiner... na ja..." Juliel lachte leise und nervös, "wobei das ja bei mir noch ein paar Jahre dauern wird." Sandalephon und Juliel reichten einander die Hand. "Lucifer - wir sollten den Dubois-Konzern wieder aufbauen... immerhin braucht Julien genug Kapital für seine große Fami-lie." Der Höllenfürst grinste. "Joah... und Vater: Schick die Seele der zukünfti-gen Madame Dubois nicht in so eine bigotte... na ja… lass sie Betriebswirtin sein, irgendwas Bodenständiges mit Talent um den Konzern zu leiten! Julien wird schließlich nur über der Bibel hocken." Schmunzelnd antwortete der Herr: "Das ist vielleicht eine gute Idee... Hast du in deinem Unternehmen nicht gerade eine Praktikantin, die zwar recht gut, aber etwas "ohne Biss" ist und etwas mehr da-von vertragen könnte?" Der Höllenfürst lächelte. "Ja, Celes-Cendrillon Clement- sie ist eine Waise und die arroganten Schwestern in diesem Waisenhaus wo sie groß wurde haben sie die Himmlische genannt - und Cendrillon, Aschenputtel, weil sie in ein graues, schon abgenutztes Babyoutfit vor der Kirchentür abgelegt worden ist - und weil sie gerade bei C waren was die Namensgebung betraf..." antwortete er. "Und traust du ihr - mit etwas mehr... Biss - die Leitung des Dubois-Konzerns zu?" Nachdenklich nickte der Höllenfürst. "So sei es. Sicher kannst du Julien und Celes-Cendrillon miteinander bekannt machen." "Sicher."
"Und Julien..." Sandalephon wandte sich an den Exfreund von Kat: "Du wirst ja in Fribourg weiterstudieren und dort habe ich ein Haus, das ich als Kapitalanlage gekauft hatte und eigentlich zum Studentenwohnheim umbauen lassen wollte, aber ich würde es dir gern schenken. Nimm es als... Entschuldigung und als... Ent-schädigung von Lucia und mir bitte an. Es ist groß genug für ein Dutzend kleiner Dubois-Sprösslinge und du brauchst dir nichts zu suchen. Und wir können unsere zukünftigen Patenkinder auch mal besuchen und für ein, zwei Tage bleiben... denn ein Gästezimmer hat es auch." Juliel errötete. "Das ist nicht nötig, ich..." "Sam und ich bestehen darauf!" unterbrach Kat ihn sanft. "Nun nimm es schon!" knurrte der Höllenfürst. "Ich will nicht, dass Celes in einem erbärmlichen Stu-dentenwohnheimzimmer hausen muss! Wenn ich sie schon mit dir bekannt mache, dann will ich, dass sie es besser hat als im Waisenhaus!" Julien nickte und be-dankte sich.
"So sei es, du Juliel, wirst als Julien-Noel Dubois ein friedliches, langes und glückliches Leben führen." und schmunzelnd fügte der Herr hinzu: "Und mit Sandalephon kannst du um das Geschlecht der zukünftigen Dubois feilschen..." Juliel und Sandalephon grinsten einander an. "Was Sealthiel und Prodotisel be-trifft: Zum wiederholten Mal habt ihr beide mich betrogen, hintergangen und Zwietracht gesät! Dafür werde ich euch endgültig auslöschen!" Die beiden fleh-ten um Gnade." "Vater... ich habe eine sehr interessante andere Idee... wie wä-re es, wenn man sie mit dem Lilith-Baum verschmilzt? Lilith wird sie verspotten, quälen, hänseln... es wird - trotzdem es im Garten Eden ist - die Hölle für beide sein..." "Ich glaube, Vater, Lucifers Idee gefällt mir..." murmelte Michael mit spöttischem Lächeln zu den beiden jetzt entsetzt blickenden verräterischen Engeln. "Nun gut, es sei!" "Gnaaaade! Lilith ist gehässig und... oh Vater!" wimmer-te Prodotisel. Ein Wink des Herrn und die beiden wurden von den Wächtern da-vongeschleift. Im nächsten Moment waren alle im Garten Eden vor dem Lilith-baum und sahen, wie die beiden Verräter an ihn gekettet mit ihm verschmolzen. Das dunkle Rot der Blätter vom Baum färbte sich auf der einen Seite braun und auf der anderen sehr dunkel grün. Ein gehässiges Spotten flüsterte durch den Wipfel. Der Höllenfürst grinste Metatron und Michael zu. "Von der Strafe ha-ben die zwei Dreckskerle wenigstens bis in alle Ewigkeit was..."
"Und du, Juliel, wirst morgen früh in deinem neuen Haus in Fribourg aufwachen, eingeschrieben an der dortigen Theologischen Fakultät, und deine Doktorarbeit fast abgabefertig. Und da die Botschaft demnächst wieder einen Ball geben wird... zu Weihnachten, denke ich, dass du sicher eingeladen wirst um Celes-Cendrillon Clement kennen zu lernen." hörte Juliel noch die Stimme des Höchs-ten, dann war er verschwunden. "Ich danke euch, meine Kinder, dass ihr Julien-Noel verziehen habt und ihm auch eure Freundschaft botet." "Schon gut, ich verschwinde dann wieder!" meinte der Höllenfürst etwas unwirsch und ver-schwand. Die höllischen Paten und Samyaza taten es ihm gleich und auch Michael, Metatron und Hagiel verabschiedeten sich - gemeinsam mit Kat und Sandal-ephon.
Der Höllenfürst war nicht nach Norderney verschwunden, wie Kat traurig fest-stellte. Sie vermutete ihn wieder in Irland. Sie ließ ihn aber dort bleiben, weil sie sich fast sicher war, dass er am nächsten Morgen wieder auf Norderney auftauchen würde.
Am nächsten Morgen herrschte in der Küche des Hauses von Dr. Lucian B. Ray-ne und seiner Familie auf Norderney eine recht eisige Stimmung.
"Ich bin heute in der Botschaft. Ich habe dort einiges zu erledigen, liegenge-bliebenes, das neue Kitajahr fängt an und ... dieser Weihnachtsempfang muss geplant werden und Euangelion hat einiges für mich, was ich durchsehen und wo ich meinen Segen zu geben muss. du hast die Kinder heute also ganz für dich allein." sagte er sehr kühl an seine Frau gerichtet.
Diese starrte ihn überrascht von der eisigen Kühle ihr gegenüber nur an und nickte dann. Ilse gefiel die eisige Stimmung gar nicht. Mit einem Schluck trank er seinen Kaffee aus, stellte die Kaffeetasse in die Spülmaschine und verab-schiedete sich mit einem liebevollen Kuss von seinen Kindern und Ilse. Dann ver-schwand er.
"Na mein Großer, hast du Lust heute mal in Irland, am Strand und in den Wäl-dern auszureiten?" sagte er zu seinem Pferd, das er in der Box sanft streichel-te. Der schwarze Hengst nickte und schmiegte sich an seinen Herrn. Er be-merkte, dass sein Besitzer sehr traurig und verletzt war. Im nächsten Moment fand er sich mit seinem Pferd in Irland wieder, wo er den Ausritt sichtlich ge-noss. Am Spätvormittag tauchte er dann in der Küche des Boulevards in Paris auf, nachdem er sein Pferd wieder in den Stall auf Norderney gebracht hatte. "Tag Lucifer!" wurde er von Euangelion, Metatron, dem himmlischen Botschafter und Astaroth begrüßt, die gerade zur Mittagspause zusammen saßen.  "Hallo." sagte er knapp, machte sich einen Kaffee und setzte sich zu ihnen an den Tisch. "Das mit Sealthiel ist Seraphiel ist ja echt der Hammer! Aber ich finde die Strafe für die zwei echt cool ... Chef!" sagte Euangelion belustigt. Dieser grins-te frech. "Ja! Fand ich auch...deshalb habe ich es ja auch vorgeschlagen, sogar Michael war sehr davon angetan - und die zwei wissen nicht mal wirklich wie fies und gehässig das Miststück sein kann. Gibt es viel zu besprechen?" Euangelion nickte. Ich habe noch Berichte zum durchsehen und signieren und Madame Brissac hat um ein Gespräch gebeten, wegen des neuen Kindergartenjahres. Du sollst zurückrufen." Der höllische Botschafter nickte. "Wird alles erledigt. Ich habe heute viel Zeit."
Euangelion und Lucifer gingen die wichtigsten Infos durch, dann telefonierte er mit Madame Brissac um die grobe Planung bis Dezember mit ihm durchzugehen. Anschließend setzten sich die beiden Botschafter mit ihren Sekretären noch kurz zusammen um schon mal grob die Termine für die Botschaft zu besprechen, so wie eine gemeinsame Aktion "Kita-Schule". Ganz überrascht wurde er von ihr gegen Mittag in die neue Mensa geführt, wo Schul- und Kita-Kinder gemeinsam zu Mittag aßen. Erfreut sah er, wie viel Rücksicht auf die Kleinen genommen wurde. Ein kleiner Junge zupfte an seiner Hose. "Du, Monsieur Rayne, wo sind Luca und Sophia?" fragte er. Der Höllenfürst lächelte mild. "Die wollten heute bei ihrer Mama bleiben, aber Morgen sind die beiden bestimmt wieder da." ant-wortete er. "Grüßt du sie von mir, Monsieur Rayne?" fragte der Junge. "Von wem denn, junger Mann?" "Ich bin Martin." der Höllenfürst nickte und versprach die Grüße auszurichten. Schon kam Sheila Mahmouri auf ihn zu und reichte ihm ein volles Tablett. "Spätzle mit Rindergulasch, Monsieur, hauen Sie rein, wir sind gespannt, ob Ihnen unsere Kochkünste auch so gut schmecken wie den Kindern." Der Höllenfürst seufzte innerlich. Eigentlich hatte er so gar keinen Appetit aber das Lächeln der Köchin unter den drei muslimischen Angestellten der Kita war ansteckend und er mochte die resolute junge Frau. Freundlich bedankte er sich und setzte sich mit Madame Brissac, die für sich auch ein Tablett holte, an einen der Schülertische wo sofort für sie Platz gemacht wurde. "Paulette, kannst du für Andre mal den Hochstuhl holen? Mein kleiner Cousin will unbedingt bei uns sitzen!" rief ein Teenager und sofort wurde ein Hochstuhl an den Tisch gestellt auf dem gleich darauf ein kleiner Junge saß.
"Wie gefällt euch allen denn das neue Konzept mit dieser gemeinsamen Mensa?" erkundigte der Höllenfürst sich. "Ich finde das cool - vor allem weil das Essen jetzt verdammt lecker ist - im Gegensatz zu früher, wo das geliefert worden ist." meinte das junge Mädchen, das offenbar Paulette war. "Und mein kleiner Cousin findet toll, dass er mit uns "Großen" zusammen sitzen kann." Der kleine Junge hatte den Mund voll Kartoffelbrei und nuschelte: "Ist doch auch gut - bei euch ist es lustiger, Fanette." "Und es gibt nicht nur ein Gericht, sondern es gibt immer eins mit Fleisch und ein vegetarisches und eine Suppe und es ist in-ternational, mal haben wir "Orientwoche" mal "Europawoche" oder letzte Woche war Asien an der Reihe." sagte ein Schüler am Tisch. "Und es gibt auch Essen das halal ist..." sagte ein Mädchen mit Kopftuch. "Ja und wir füllen Ende der Woche immer einen Zettel aus, damit Madame Perrault und Madame Mahmouri wissen was uns geschmeckt hat und was nicht so. In der Europawoche letztens war das Thema eher Osteuropa und da ist Bortsch, so eine Rote-Beete-Suppe durchgefallen. Das ist auch prima, dass die uns mitentscheiden lassen. Und mein Vater legt auch Wert auf Fisch am Freitag - er denkt immer ich hole mir dann auch das Fischgericht, aber das tue ich meist nur in der Orientalischen Woche, denn Madame Mahmouris Makrele ist eine echte Offenbarung!" ließ sich ein an-derer Schüler grinsend vernehmen.
Der Höllenfürst nickte nachdenklich. "Dann gefällt euch das allen?" Die Schüler am Tisch und der kleine Junge aus der Kita stimmten zu. "Wobei... uns wurde gesagt, dass die Leitung für diese Mensa nicht bei Ihnen oder Botschafter Saint Cyr liegt... Sie sind doch Botschafter Rayne, oder?" fragte das Mädchen mit Kopftuch. "Ja, der bin ich, aber ich kann Sie beruhigen, Safiye, die Leitung für die Mensa hat der Mann meiner ältesten Patentochter Katherine übernom-men, Sam Dale-Ponte McNeal, einer der Brüder von meinem himmlischen Kolle-gen und mir. Er hat auch die Hauptplanung übernommen und das lediglich von Me-tatron und mir angedachte Konzept in diese ausgereifte Form gebracht." ant-wortete der Höllenfürst und sah sich in der freundlich und farbenfroh einge-richteten Mensa um. "Kat? Die war doch letztes Jahr noch an der Schule und hat mir Mathe-Nachhilfe gegeben? Die ist jetzt echt verheiratet?" fragte Paulette. Der Höllenfürst nickte. "Mit einem Ihrer Brüder... Sam... Da-le...Ponte...? San Dal Pon... Sandalephon?" fragte Fanette. Überrascht zog der Botschafter eine Augenbraue hoch. "Sie haben offenbar ein Faible für Wort-spiele, Fanette, sehr gut." "Du isst ja gar nicht, das Gulasch ist echt lecker!" sagte Andre schmatzend. "Du hast recht, aber ich habe gar nicht so großen Hunger. Magst du noch was davon haben?" fragte der Höllenfürst - grinsend nickte der Kleine und bekam etwa die Hälfte auf seinen fast leeren Teller. "Dann wollen wir mal, was Andre?" Der kleine Junge nickte begeistert und ge-meinsam begannen die zwei zu essen.
Es schmeckte sehr gut und kam locker an Mathildes Kochkünste heran. Sheila Mahmouri war offensichtlich ein echter Glücksgriff für die Kindergarten- und jetzt Mensaküche gewesen. Mit vielen Grüßen für Kat, ihre Geschwister und seine eigenen Kinder bedacht verabschiedete er sich, brachte das Tablett dan-kend zu Sheila und Sylvie zurück - mit einem Kompliment an die Küche, wie er zwinkernd hinzufügte und geleitete Madame Brissac in ihr Büro zurück, bevor er sich in sein eigenes zurückzog, um noch etwas liegengebliebenen Papierkram zu erledigen.
Zum Abendessen tauchte der Hausherr dann wieder auf Norderney auf.  "Ich bringe echt nichts mehr rein, Mutti. Ich musste in der Mensa der Kita und Schule einen großen Teller Gulasch essen, wo ich eigentlich gar keinen Appetit hatte." sagte er als sie ihn fragte, warum er nichts aß. "Luca, Sophia ich soll euch Grüße von einem Martin ausrichten, er freut sich schon auf euch, als ich ihm sagte, dass ihr morgen auch wieder kommt." Die beiden Kinder lächelten. Martin mochte die beiden sehr gerne, seit sie letztes Jahr in den Kindergarten gewechselt waren.
Nach dem Abendessen sahen sie sich mit den Kindern noch einen Film an, bevor diese ins Bett mussten. Die kleine Sophia saß neben ihrem Papa, der auf dem Sofa lag und kuschelte sich liebevoll an ihn. Ilse hielt das Schweigen oder die kühlen Unterhaltungen, die ganze eisige Stimmung zwischen ihrem Sohn und sei-ner Frau kaum aus.  
"Was ist eigentlich zwischen euch vorgefallen? Das ist ja kaum zu ertragen, wie kalt ihr miteinander umgeht! So schlimm habe ich das noch nie erlebt." sagte Ilse am Abend, als die Kinder im Bett waren. Das Paar schwieg. Lucifer, rieb sich über den schmerzenden Magen, der wieder mal heftig auf den privaten Stress reagierte. "Lucian?" fragte sie als keiner von beiden reagierte. "Frag doch Selvi, was sie immer dazu bringt mir Vorwürfe wegen irgendwas zu machen. Ich hab keine Lust mehr, mich zu rechtfertigen, darauf einzugehen oder mich zu entschuldigen wegen irgendwas. Ich kann und will im Moment nicht mehr! Das was sie mir vorgeworfen hat - verletzt irgendwie total. Wenn - dann muss SIE sich entschuldigen!" fauchte er wütend. "Gute Nacht!" sagte er und stand mit einem unterdrückten Schmerzseufzer auf und verschwand nach oben.  Mit ei-nem ärgerlichen Blick verschwand Ilse in die Küche, machte ihrem Jungen einen steifen Grog und tat zwei Tropfen von dem Medikament hinein, das Sandalephon ihr gegeben hatte. Sie klopfte an die Tür. "Ja? Komm rein, Mutti." Ilse betrat den Raum und sah ihren Sohn traurig auf der breiten Fensterbank sitzen. "Ich hab’ dir nen Grog gemacht - mit Magentropfen drin. Ich hab’ man gemerkt, dass dir das Ganze wieder auf den Magen schlägt." sagte sie und reichte ihm das Glas. Er küsste sie sanft auf die Wange. "Danke Mutti, du bist ein Schatz." "Und nu’ sag mir was los ist! Was hat Selvaggia schon wieder rumgezickt?"
Der Höllenfürst seufzte. "Ach Mutti... na gut, ich weiß ja, dass du keine Ruhe gibst... Sie ist eifersüchtig, weil sie meint, die Kinder sind lieber bei mir als bei ihr und sie vermutet, dass ich zaubere um die Kinder - sämtliche Kinder - an mich zu binden." "Wie kommt sie den auf den Stuss? Hast du ihr mal gesagt, wie eure vier jeden Tag nach ihr gefragt haben als sie zur Entgiftung im Himmel war? Und nicht nur hier, Kat und ihr Sandy haben das doch auch erzählt, wie sehr die Kinder sie vermisst haben! Na, das Mädel wird von mir jetzt was zu hören kriegen!" Sie stürmte aus dem Raum, hinein ins Wohnzimmer wo Selvaggia zum Strickzeug gegriffen hatte. Wütend schlug Ilse es ihr aus der Hand. "So, Mädchen! Jetzt hörst du mir mal zu! Was fällt dir eigentlich ein, deinem Mann zu unterstellen er würde die Kinder mit Magie an sich binden? Hast du dir mal Gedanken gemacht, dass die Kinder ihn während deiner Ausnüchterung und Ent-giftung als Fels in der Brandung wahrgenommen haben? Ihr Vater war immer da und hat geduldig die Fragen nach dir beantwortet, hat den Kindern gesagt, du bist krank und beim Großvater zum gesund werden! Er hat nicht einmal über dei-ne maßlose Dummheit, diesen Schlankheitsfritzen zu glauben, ein Wort verloren, sondern dich vermisst wie ein geprügelter Hund und du undankbare Göre hast nichts anderes zu tun als neidisch auf ihn zu sein? Schäm dich, schäm dich ganz gewaltig!" fuhr sie Selvaggia an. Die starrte entgeistert auf die sichtlich wü-tende alte Frau. "Was fällt dir ein, so mit mir zu reden? Ich hetze dir gleich einen Fluch auf, wenn du mich noch einmal so angehst!" fauchte die Hexe zurück, als sie sich wieder etwas gefangen hatte.
"Mach nur, wenn du das Echo verträgst, Fräuleinchen! Dann hole ich nämlich die-se komischen Staubfänger raus, die ich hab’ verschwinden lassen als du sie hier im ganzen Haus verteilt hast, damit es mit deinem Mann keinen Stress gibt und knüpfe sie an Paketschnur und versohle dir damit den blanken Hintern wie es einem unartigen Kind zu meiner Zeit - und wohl auch zu deiner - noch zukam!" schnauzte Ilse nicht um Worte verlegen zurück. Selvaggia ballte die Hände zu Fäusten. "Das kannst du nicht machen! Diese Palmbuschen sind gesegnet und wie kannst du es wagen mir Schläge anzudrohen?" fuhr sie die alte Dame laut an. Die beiden Frauen wussten nicht, dass sie in der oberen Etage auch noch zu hören waren. Man konnte zwar nicht wirklich verstehen, was sie sagten, aber dennoch ihren Streit wahrnehmen.
"Mama, warum streitest du mit Oma und warum ist Papa so traurig? Er war schon heute Morgen sehr traurig." wollte Luciano das älteste Kind der beiden wissen, als er plötzlich ins Wohnzimmer trat. Ilse wandte sich dem Jungen zu. "Ach mein kleiner Schatz, das sind ... Erwachsenenprobleme. Das regelt sich schon wieder. Und jetzt geh wieder schlafen." versuchte Ilse ihn zu beruhigen. "Aber ich mag nicht, wenn ihr streitet. Und auch nicht, wenn Mama und Papa streiten." sagte der kleine Junge traurig, der den Streit seiner Eltern durchaus schon mitbekommen hatte. Christian betrat den Raum. "Oma Ilse hat Recht Lu-ciano, das müssen die Großen untereinander klären. Komm mit, ich bringe dich wieder in dein Zimmer - wir hören kurz Musik und morgen gehst du wieder in den Kindergarten und deine Eltern vertragen sich schon wieder." sagte er zu dem kleinen Jungen. "Danke Christian." murmelte Ilse. Dieser nickte. "Ich mag es übrigens auch nicht, wenn ihr streitet, Oma. Weder ihr beide noch Tante Selvi und Onkel Lucifer." sagte er noch, bevor er sich umdrehte und zusammen mit Luciano den Raum verließ. "Siehst du was die Streiterei anrichtet! Sogar die Kinder bekommen es mit." sagte Ilse ruhig und sah wie ihrer Schwiegertochter eine dicke Träne die Wange hinunter kullerte. "Da siehst du, was dein ewiges Gestreite auslöst. Die Kinder bekommen mit, dass ihre Eltern sich streiten ... kannst du dir vorstellen wie sich fühlen? Und dein Mann stürzt sich den ganzen Tag in die Arbeit und sitzt jetzt traurig mit Magenkrämpfen in seinem Arbeits-zimmer. Du bringst das jetzt wieder in Ordnung!" Die schöne Hexe wischte sich die Träne ab, erhob sich und lief langsam nach oben. Die Tatsache, dass ihre Kinder es schon so mitbekommen und wie traurig ihr ältester wirkte, ließ sie wach werden. Sie klopfte an die Tür des Arbeitszimmers ihres Mannes.
Sie trat ein, als er nicht reagierte. Sie fand ihn auf der breiten Fensterbank sitzend vor. Mit der Tasse Grog in der Hand und mit der anderen seinen schmerzenden Magen massierend.
Ihr fiel erst jetzt auf, wie traurig er aussah. "Lucifer ... ich..." Erst jetzt sah er seine Frau kurz an. "Lucifer, es tut mir leid. Ehrlich ich wollte dich nicht ver-letzen. Mir war das gar nicht so bewusst, dass ich ..." Er wandte sich ihr erneut zu und unterbrach sie. "Was glaubst du denn, wie es sich anfühlt ... wenn man ständig angezickt wird. Schlechte Laune ... kein Thema, die habe ich ständig am Morgen. Aber ich greife niemanden von der Familie an. Und mit dieser Beschul-digung mir gegenüber hast du es echt zu weit getrieben. Die Kinder ... mit rein-zuziehen, das ist ... unglaublich." sagte er immer noch sichtlich wütend. "Ich ... ich weiß auch nicht was dieses Mal mit mir los ist, vielleicht ... stellt uns dein Vater auf die Probe? Als Strafe für mein Fehlverhalten mit dem Mist der blau-en Kirche." Er räusperte sich. "Möglich." "Lucifer, ich liebe dich und es tut mir leid, was ich gesagt habe. Ilse hat mir gesagt wie sehr du mich vermisst hast, als ich zu der Entgiftung so lange im Himmel war und ... wie gut du dich in der Zeit allein um die Kinder gekümmert hast. Was soll ich mehr tun, als dich um Verzeihung zu bitten? Bitte Lucifer! Reagiere doch bitte mal!" Er seufzte nahm einen Schluck von dem Grog und massierte nebenbei seinen Magen.  
"Was soll ich dazu sagen, Selvi? Du hast mich zum zweiten Mal sehr verletzt. Ob es da mit einfachen Entschuldigung getan ist? Ich liebe dich, sehr sogar. Nur leider bin ich mir nicht sicher, ob dir klar ist was ich alles für dich mache, dass ich manchmal sogar echt darunter leide in Anbetracht, dass ich der Teufel bin. Wie auch immer ... ich nehme deine Entschuldigung zur Kenntnis, nehme sie an unter der Bedingung, dass du dir mal Gedanken machst ... über dein Verhalten mir gegenüber, unsere Beziehung ... Was machen wir denn noch großartig mitei-nander? Etwas ... was uns beiden Spaß macht? Sandy und Kat, Derek und Rachel, oder jeder andere meiner Brüder, passt auch mal gerne auf die Kinder auf und bei Sandy und Kat haben sie sich als wir die Kinder allgemein zu den beiden ge-schickt haben, während der Wirren hier wegen der blauen Kirche, auch wohl ge-fühlt. Denk mal darüber nach!" sagte er ruhig aber bestimmt, zog sie dicht an sich und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund. "Und jetzt geh wieder nach unten zu Ilse und erzähle ihr, dass du dich entschuldigt hast und dann komm ins Bett, ich möchte heute Nacht in deinem Arm einschlafen." flüsterte er.
Selvaggia gehorchte und ging wieder nach unten. "Ilse es tut mir leid, dass ich so fies zu dir und Lucifer war. Ich habe mich entschuldigt und wir haben ge-klärt, dass wir beide, also Lucifer und ich mal in Ruhe reden müssen um einiges zu klären. Ich gehe jetzt ins Bett, Lucifer wartet schon bis Morgen. Schlaf gut und du musst nicht aufstehen, denn es wird sehr früh bei uns werden, denn die Kinder gehen ja wieder in die Kita. Und wir gehen morgen früh beide hin um auch Linnea in die Krippe zu bringen. Da gibt es bstimmt etwas zu bereden und Linnea muss sich ja eingewöhnen." Nachdenklich sah Ilse sie an. "Na, mich alte Frau kannst du ruhig anfauchen, Selvi, ich trau mich auch dir notfalls die angedrohte Tracht Schläge auf den Hintern zu geben! Nur hört auf vor den Kindern zu streiten! Zeig ihnen, dass ihr zusammensteht und ihre Eltern seid, die an einem Strang ziehen! Was bringt es den Kindern, wenn sich die Eltern uneins sind?" Zaghaft umarmte die Hexe die alte Frau. "Du hast ja recht, Ilse, aber ich...  ach, ich möchte so gern eine wundervolle Mutter sein..." llse erwiderte die Umarmung. "Das bist du, Mädchen, ganz ehrlich. Selbst Christina-Luciana und Lucas Lucian haben nach dir gefragt als du weg warst und auch Jan, Christian, selbst Jasper und Samantha haben sich nach dir erkundigt! Und da sagst du die Kinder würden dich nicht lieben! Verrücktes Mädchen! Und nun geh, lass deinen Mann nicht warten!" Sie küsste Selvaggia liebevoll auf die Wange. "Danke Ilse..." flüsterte Selvaggia lächelnd und huschte davon.
In seinem Zimmer lag der kleine Luciano traurig im Bett. Neben ihm lag sein Cousin Christian, tröstend einen Arm um ihn gelegt. "Christian, ich glaub, Mama hat Papa und mich nicht mehr lieb - oder sie ist böse auf Luca, Sophia, Linnea und mich, weil Papa uns auch ganz doll lieb hat. Ich glaube, es würde Mama gar nicht stören, wenn wir Kinder zu Sam und Kat gehen würden. Die nehmen uns be-stimmt und auch wenn Kat ein Baby kriegt, die beiden mögen uns alle." flüsterte er. Christian schnarchte leicht. Er hörte gar nicht was sein Cousin gesagt hatte. Luciano seufzte leise, konzentrierte sich auf das Haus von seinem Onkel und seiner Tante und erschien vor deren Schlafzimmertür. Er horchte mit einem Ohr ob er Geräusche hörte und als er sicher war, dass die beiden flüsterten, klopfte er. "Herein, Luciano." hörte er Sandalephon überrascht. Vorsichtig öff-nete er die Tür und sah die beiden im Bett sitzen und ihn ansehen. "Ach du sü-ßer Spatz, was machst du denn hier?" fragte Kat. "Kann ich... darf ich bei euch bleiben? Und könnt ihr Luca, Sophia und Linnea holen?" Die Eheleute sahen sich an. "Warum das denn?" "Mir ist kalt - kann ich zu euch kommen?" "Aber klar." mit einer Handbewegung seines Onkels lag er zwischen den beiden und Kat schnippte mit dem Finger und hatte ein Glas warme Milch in der Hand. "Ih, Kat, kannst du das zu Kakao machen? Heiße Milch mag ich nicht!" Sandalephon lachte leise, pustete einmal ins Glas und schon dampfte heißer Kakao darin.
"Und nun erzähl mal, warum du hier bleiben willst und wir auch deine Geschwis-ter holen sollen." sagte er dann jedoch ernst, aber sehr sanft, da er merkte, dass Luciano Kummer hatte. "Weil... weil Mama und Papa nur noch streiten. Und ich glaube, Mama ist böse mit uns Kindern, weil wir ihr die Zeit mit Papa weg-nehmen. Und da wäre es doch viel besser, wenn wir... na ja... wenn wir bei euch bleiben, weil... ihr habt uns vier doch auch lieb, oder? Und ihr habt uns auch be-stimmt noch lieb, wenn ihr Ealasaid kriegt - oder Elisabeth... und ihr würdet nicht streiten, wenn ich vielleicht lieber mit dir was mache, Onkel Sam und Linnea was mit Kat machen will, oder wenn wir alle lieber was mit dir machen wol-len, wärst du doch nicht böse mit uns, oder Tante Kat?" Kat und ihr Mann wech-selten einen besorgten Blick, "Natürlich wäre keiner von uns... du sagst böse, aber vielleicht ist eifersüchtig richtiger. Schau mal, dein Papa hat viel zu tun: In der Hölle, als Botschafter und dann ist da eure Mama die seine Zeit bean-sprucht und ihr, das ist ziemlich viel. Und ich bin da auch noch, und meine Eltern, meine Geschwister, Christian und auch deine Oma Ilse. Für alle ist er da und will auch für alle da sein. Und da deine Mama keine Seraphim ist versteht sie vieles nicht und dann ist sie auch noch sehr... katholisch.. und will oft in die Kirche. All das ist nicht so einfach für deinen Papa." begann Kat.
"Und deine Mama sieht, dass ihr viel mit eurem Papa macht und sie möchte viel-leicht auch mal Zeit mit euch verbringen. In ihrer Zeit war ein kleiner Junge in deinem Alter noch bei seiner Mama. Schau mal, du bist viereinhalb, Luciano und in dem Alter sind Kinder, also normal sterbliche Kinder, gerade mal ein Jahr im Kindergarten und du bist schon seit zwei Jahren mit Christina-Luciana und Lucas-Lucian dort. Die Mädchen waren dann immer bei ihrer Mama und haben von ihr Nähen und Kochen und solche Sachen gelernt während die Jungs irgend-wann in die Lateinschule gingen oder beim Vater im Geschäft angefangen haben. Deine Mama hat aber momentan nur Linnéa und die kommt ja jetzt in die Krippe - und dann ist sie vormittags und nachmittags allein. Und wenn ihr dann hierher zurückkehrt eilt ihr zu euren geliebten Ponys und reitet mit deinem Papa aus - und eure Mama ist wieder allein." "Aber freut Mama sich nicht, dass wir Papa lieb haben? Wieso ist sie immer so böse mit Papa, Onkel Sam?" fragte Luciano traurig. "Natürlich freut sie sich, dass ihr euren Papa lieb habt, Luciano, aber sie hat vielleicht manchmal das Gefühl, dass ihr sie nicht so dolle lieb habt wie euren Papa, weil ihr durch das Reiten und so mehr Zeit mit ihm verbringt." sagte Kat leise.
Über ihre sehr private Verbindung bat Sandalephon Kat ihren Patenonkel zu in-formieren, dass Luciano bei ihnen war und was er ihnen erzählt hatte. Kat nickte vorsichtig, suchte den Pfad zu ihrem Lieblingspaten und erklärte ihm die Situa-tion. Sie merkte, dass er traurig wurde. "Tut mir einen Gefallen, holt die drei Kleinen auch zu euch, vielleicht merkt Selvi dann mal was Sache ist, wenn sie vor den leeren Bettchen steht. Immerhin hat sie mir vorgeworfen ich würde Zau-ber weben um die Kinder an mich zu binden. Und seid so gut und bringt die drei Großen morgen in die Kita - und vielleicht Linnea auch zu ihrem ersten Tag? Ich komme dann auch nach Paris. um dabei zu sein und mit dem neuen Team wegen Linnea zu reden. Aber ich glaube, es ist für euch auch mal gut - und für Linnea, wenn ihr zwei seht, wie das funktioniert und dabei seid. Und danke, dass du mir Bescheid gegeben hast - und danke an euch beide, dass ihr für mein Quartett eine wundervolle Tante und ein verständnisvoller Onkel seid..." Kat teilte das Gespräch mit Sandalephon und der meinte leichthin zu Luciano: "Na gut, wenn du meinst, dass deine Geschwister auch zu uns kommen sollten, dann will ich die drei mal holen, was?" und schon war er verschwunden und kam gleich darauf mit den friedlich schlafenden Zwillingen auf dem Arm und einer fröhlich herumhopsen-den Linnea zurück. "Tante Kat!" rief Linnea freudig und rannte auf ihre Patin zu, die sie auffing, als sie über den Saum ihres Nachthemds stolperte und mit ei-nem Lächeln liebevoll an sich drückte. "Hallo Sonnenschein."
"Onkel Sam hat gesagt, wir dürfen heute bei euch schlafen und ihr bringt uns auch in die Krippe - aber ich will da nicht hin! Lucas und Christina haben erzählt, dass das da voll babyhaft ist und ich bin doch kein Baby mehr!" Überrascht sah Kat sie an. "Wow, seit wann sprichst du denn schon so gut?" Verlegen kaute Linnea auf ihren Lippen. "Ich habe Großvater gebeten, ... ich wollte doch nicht dumm sein, Tante Kat. Weißt du, ich kann doch da nicht so babyhaft reden, da verstehen die mich in der Krippe doch noch gar nicht... und wenn ich eine neue Windel brauche dann will ich das auch sagen können - wobei das schon... pingelig ist, wenn ich das sagen muss, dann werde ich immer rot.... weil ich mich schäle." "Du meinst, weil dir das peinlich ist und du dich schämst?" fragte Sandalephon sie liebevoll verbessernd. Linnea nickte. "Aber Großvater hat auch gesagt, ich darf das Mama und Papa nicht zeigen, dass ich schon so gut sprechen kann, weil sie sonst dir die Schuld geben, Onkel Sandalephon." Um die Mundwinkel von Kat zuckte es. "Na dann, wenn eurer Großpapa das sagt... Dann wollen wir euch mal in eure Bettchen bringen, oder?" "Kann ich mit Luciano bei euch bleiben?" fragte Linnea und setzte einen kleinen Hundeblick auf, bei dem beiden Erwachsenen warm ums Herz wurde. "Na klar - oder möchtest du in dein Bett oben, Luciano?" Der kleine Junge schüttelte den Kopf. "Dann bringe ich mal die Zwillinge nebenan unter, da hören wir sie wenigstens und sie wissen dann auch gleich wo sie sind."
Es war kurz vor sieben und im Hause Rayne klingelte der Wecker. Der Höllen-fürst stöhnte, da er genau wusste was jetzt kommen würde. "Lucifer, die Kinder sind weg!" Er lag noch im Bett und wollte die Augen gar nicht aufmachen. "Wie weg?" murmelte er. "Na weg! Sie sind nicht in ihren Betten und auch nicht un-ten, oder sonst wo im Haus!" Er seufzte. "Lucifer, wo sind sie? Hast dein Vater sie uns weggenommen?" "Woher soll ich das denn wissen?" murmelte er ver-schlafen. Der himmlische Vater hatte seinen drei Söhnen Lucifer, Sandalephon und Metatron mittlerweile ein dauerhaftes Schlafbedürfnis auferlegt, da es den Alltag auf der Erde mit der Familie geregelter ablaufen lassen sollte.
"Wie kannst du da so ruhig sein? Hast du etwas damit zu tun?" fauchte sie ihn an und stieß ihn in die Seite, weil er sich nicht bemühte aufzustehen. Er schrie kurz leicht auf, zog seine Frau dann wieder zu sich ins Bett. "So, jetzt beruhige dich erst mal und überleg mal. Egal wo sie sind, ob bei Vater, oder einem meiner Brüder... es geht ihnen auf jeden Fall gut. Panik hilft uns also nicht weiter. Luci-ano kann sich beamen, und unsere anderen drei ... auch? Sie können alle mehr als sie zeigen - vor allem unsere Jüngste, die verschweigt einiges. Und jetzt beru-hige dich erst mal, denn wenn du hier so rum schreist bringt uns das die Kinder auch nicht wieder." versuchte er seine aufgebrachte, mittlerweile weinende Frau zu beruhigen. "Ich will meine Kinder wieder haben! Gib sie mir bitte zu-rück." bat sie schluchzend.
Während er seiner weinenden Frau sanft über Kopf und Rücken strich ertönte für beide hörbar die Stimme des himmlischen Vaters: "Vielleicht ist dir das jetzt eine Lehre Selvaggia. Wie Lucifer schon sagte euren Kindern geht es gut, aber es so nicht weitergehen. Ich will erst mal mit euch reden. Erst mit dir meine Tochter... ich möchte dir ein paar Situationen zeigen und anschließend mit euch beiden reden. Lucifer du gehst nach Paris, bring deine Kinder in die Kita, regle die ersten Formalitäten und erscheine anschließend auch im Himmel. Sel-vaggia - zieh dich um und dann wirst du geholt!" befahl er. "Er hat sie also ge-holt, beziehungsweise dafür gesorgt, dass sie weg kommen!" knurrte sie jetzt auch sauer. "Bei so ziemlch fast allem was geschieht, hat Vater seine Finger im Spiel. Tun wir was er sagt und heute Abend haben wir unsere Kinder wieder." sagte er ruhig, zog sich an und verschwand.
Er tauchte in der Küche des Boulevards wieder auf, wo Sandalephon und Kat be-reits mit seinen vier Kindern beim Frühstück saßen. "Guten Morgen, Monsieur Rayne setzen sie sich, ich mache ihnen gleich ihren Kaffee." begrüßte ihn Sylvie fröhlich. "Wie kann man am Morgen schon so gute Laune haben?" murmelte er grimmig und setzte sich, nachdem er seine Kinder liebevoll begrüßt hatte. Er übernahm nach dem Frühstück und seinem ersten Kaffee. Er brachte erst Luci-ano, Sophia Aurora und Luca in die Kindergartengruppe zu Farida Mahmouri und Sarah Parker. "Monsieut Rayne, haben sie einen Augenblick?" fragte die Erzie-herin freundlich, nachdem sie die Kinder begrüßt hatten und diese sofort mit ihrem Freunden spielten. "Sicher, was gibt es denn?" antwortete freundlich und ließ Linnea herunter, die sofort losstapfte und die Gruppe erkundete. Die großen Kinder waren sofort von der Einjährigen beeindruckt und kümmerten sich für-sorglich um das kleine Mädchen. "Ich dachte, da ihre Kinder - also auch Luciano schon weiter sind als ihre menschlichen Freunde und Luciano ja sehr viel mit Christina und Lucas Rayne  zusammenhängt, würde ich vorschlagen sie lassen ihn mit zum Vorschulkind werden, denn ich denke mal es ist das beste, wenn er mit den beiden nächstes Jahr eingeschult wird." Er nickte. "Die Idee ist ziemlich gut. Ja machen sie das." antwortete er. "Sehr schön! Bei dem Elternabend und Elternbeiratswahl veranstalten wir dann noch einen kurzen Infoabend. Wenn Sie es beide, Ihre Frau und Sie es einrichten könnten da zu erscheinen, dann erzäh-len wir ihnen etwas über unser neues Vorschulprogramm. "Er nickte abermals. "Sicher. Linnea komm. Wir gehen jetzt in die Krippe." Das kleine Mädchen schüttelte den Kopf und spielte unbeeindruckt weiter.
Er schnappte sich sein Töchterchen und verließ den Raum. Er gab Linnea in der Krippe ab, wo sie nach einigen Protesten dann doch etwas eingeschnappt blieb. Nach einer kurzen Unterhaltung mit der Leiterin, die ja die Erzieherin der Krippengruppe war, dann verschwand er. Mit einer weiteren Tasse Kaffee tauchte er im Himmel auf. Dort saß seine Frau weinend auf dem Sofa, das der himmlische Vater herbeigezaubert hatte um eine gemütlichere Atmosphäre zu schaffen. "Was hast du ihr gesagt?" wollte sein ältester Sohn wissen. "Ich habe ihr nichts gesagt. Ich habe ihr etwas gezeigt. Wie sehr du gelitten hast, als sie so lange zur Entgiftung weg war, wie gut du dich um die Kinder gekümmert hast. Wie sie ständig nach ihrer Mutter gefragt haben - und jetzt setz dich!" Er folgte der Anweisung. "Eure Kinder sind weggegangen, weil Luciano euren Streit mitangehört hat, er denkt wohl irgendwie sie sind euch im Weg und wenn sie weg wären, dann hättet ihr mehr Zeit für euch." erklärte der HERR streng. "Und was sollen wir dagegen tun, Vater? Du weißt - genau wie ich - wo sie sind." Nach Luft schnappend sah Selvaggia ihn an.
"Erstens - streitet euch nie wieder vor den Kindern. Zweitens reden wir jetzt, denn so kann es nicht mehr weiter gehen! Selvaggia reiß dich in Zukunft am Rie-men, wenn du schwanger bist. Und behandle deinen Mann auch mal besser. Zeig ihm, dass du ihn liebst. Reißt euch in Zukunft einfach beide etwas zusammen, bitte - und wenn ihr streiten müsst, dann tut dies nicht mehr vor den Kindern und zieht euch in eines deiner Häuser zurück! Und Lucifer: Du bist in der Bot-schaft dein eigener Chef - nimm dir auch mal einen Tag frei und genieße ein paar Stunden mit deiner Frau, wenn die Kinder in der Kita sind. Du kannst Sandal-ephon auch das eine oder andere an Arbeit überlassen. Binde ihn etwas mehr in der Hölle ein, du hast doch längst gemerkt, dass er dir in vielem sehr ähnlich ist. Oder macht euch mal alle zusammen einen schönen Tag, unternehmt etwas, einen Ausflug als Familie - noch können die Kinder auch mal ohne weiteres blau machen. Du hast doch mitgekriegt, wie toll die Kinder die Freizeitparks fanden in denen du mit ihnen warst oder in denen sie mit Kat und Sandalephon - und auch mit Ilse und dir waren."  Sie redeten mit dem himmlischen Vater über alles mögliche und versöhnten sich soweit wieder. Selvaggia akzeptierte, dass er noch etwas Zeit brauchte, bis alles wieder ganz gut sein würde, da er sehr verletzt war. Und das nicht nur wegen ihres letzten Streits. Dann plauderten sie ein we-nig, bis der himmlische Vater die Kinder zu sich holte, diese eilten sofort zum Sofa, auf dem ihre Eltern saßen und umarmten beide. "Eure Eltern haben euch etwas zu sagen."
"Es tut uns leid, dass wir so gestritten haben, dass ihr es mitbekommen habt und vor allem... dass ihr denkt es wäre besser, wenn ihr bei Sandy und Kat seid. Ihr seid niemals schuld an einem Streit zwischen uns. Und ihr müsst auch keine Angst haben, dass wir uns trennen, wenn wir uns mal streiten. Eure Mama und ich wir lieben uns und auch euch. "Aber du bist so traurig Papa - schon länger und ich dachte..." murmelte Luciano.
"Hey mein Großer, das ist etwas was ich mit mir ausmachen muss. Es hat nichts mit euch zutun. Ihr seid für uns BEIDE das Wichtigste im Leben und kommt bitte nicht wieder auf die Idee, dass es woanders besser ist. Ich wäre wahn-sinnig vor Angst gewesen, wenn Kat und Sandalephon mir nicht mitgeteilt hätten, dass ihr bei ihnen seid!" Luciano nickte verlegen. "Tut mir leid, aber... aber... ich weiß, dass die beiden auch Zeit haben... und wir können - wenn ihr mal Zeit für euch braucht auch zu den beiden gehen." "Ich... ähm... Is mad Dade Tat un On-del Sanano..." murmelte Linnea. Ein nachdenklicher Blick des Höllenfürsten traf das momentane Nesthäkchen. "Sag mal, Linnéa... Wie war es denn heute in der Krippe bei Charlotte und Rose?" "Das war lan... äh... da wa doof! Hadde vill me Spas..." "Du kannst ruhig vernünftig reden, Fräulein! Mir war doch schon seit zwei, drei Monaten so als ob du das ziemlich perfekt kannst. - oder?" Verlegen nickte Linnea. "Ich habe Großvater gefragt. Ich wollte doch nicht dumm sein wenn ich in die Kita komme, Papa..." Seufzend sah der Höllenfürst seinen Vater an. "Nun ja... wenn das so ist..." "Ich hab’ euch lieb, Mama, Papa - und dich auch Großvater." sagte sie und umarmte alle drei und blieb auf dem Schoß ihres Groß-vaters sitzen.
Die anderen Kinder spielten unter Camaels Aufsicht im Garten Eden, während sich ihre Eltern noch mit ihrem Vater/Schwiegervater unterhielten. "Was wür-dest du denn gern mal mit deinen Eltern machen, Moosglöckchen?" fragte ihr Großvater Linnea. "Ich würde gern Tante Milly und Onkel Sean besuchen. Mama kennt die beiden noch gar nicht und die sind nett. Onkel Sean hat mich gekitzelt und die beiden haben auch nicht babyhaft mit mir geredet." "Onkel Sean? Tante Mily? Wer ist das?" fragte Selvaggia überrascht. Der Höllenfürst lächelte. "Die beiden sind sowas wie Ilse für mich ist - nur von Sandy... die zwei leben auf sei-ner Schaffarm auf Neuseeland. Du hast die zwei auf der Hochzeit von Kat und Sandy kurz kennen gelernt. Die beiden haben neben Sandy gesessen - und ich glaube, langsam ist der richtige Zeitpunkt für die Frühlingslämmchen auf der Südhalbkugel. Und die beiden haben die Kinder und mich - und somit auch dich - eingeladen als die Kinder einmal über Nacht bei den beiden und Kat und ihrem Mann waren. Milly - eigentlich Mildred - macht sehr leckere kleine Pfannkuchen mit Kiwisauce und eine phantastische Pawlova. Und sie wissen beide wer Sandy ist, haben erfahren wer ich bin und es hingenommen und Jophiel taucht da auch einfach auf und wird mit einem freundlichen "Jophi! Setzt dich, iss’ ein Stück Pawlova, nimm einen Tee!" begrüßt. Beide sind sehr kinderlieb - obwohl sie nie eigene Kinder hatten. Ich sehe die beiden schon jetzt vor Freude aus dem Häuschen, wenn sie erfahren, dass sie jetzt schon "Großeltern" werden."
"Ob ich ein Lämmchen haben kann?" fragte Linnea. "Was willst du denn mit einem Lämmchen? Das wird später mal ein stinkendes, übellauniges Schaf!" meinte Sel-vaggia erstaunt. "Mein Schäfchen nicht! Das wird vielleicht mal ein Schaf, Mama, aber bestimmt nicht übellaunig und wenn ich es bade stinkt es auch nicht!" Ihre Eltern mussten lachen. "Na ja, wenn du unbedingt eines willst - ein Schafstall ist schnell gemacht. Das Grundstück ist groß genug und ... wenn ich etwas Magie ein-setze, dass es nicht stinkt und übellaunig ist ... was hältst du davon Selvi?" Sie seufzte. Nun ja ... wenn du etwas zauberst ... gut okay, solange ich mich nicht um das Schaf kümmern muss." "Danke Mama! Ihr seid so lieb!" sagte sie strahlend. "Wir sehen mal, ob Milly und Sean uns eines geben." antwortete ihr Vater. "Kön-nen wir gleich hingehen? Bitte! Und habt ihr euch jetzt wieder lieb?" fragte das kleine Mädchen. "Ach Spatz, wir haben uns doch immer lieb. Auch wenn wir streiten. Und dein Papa ist einfach noch ein wenig traurig, weil ich wirklich ge-mein zu ihm war." erklärte Selvaggia ihrem Töchterchen. Der gefallene Engel zog seine Frau an sich, nahm sie in die Arme und gab ihre einen zärtlichen Kuss. "Siehst du, alles ist gut und ich ... werde auch bald wieder etwas fröhlicher. Und was den Besuch angeht, ich muss mich erst mal mit den beiden in Verbindung setzen, ob wir überhaupt kommen können. Und erst mal geht es diese Woche noch in die Kita und dann sehen wir mal weiter, ob wir die beiden mal über ein verlängertes Wochenende besuchen." Das kleine Mädchen strahlte über beide Ohren.
"Und denk an das, was ich dir gesagt habe Selvaggia - mach deinem Mann zwi-schendrin auch mal eine Freude. Zum Beispiel mit einem Geschenk oder etwas was ihm Spaß macht. Interessiere dich auch mal für seine Vorlieben. Musik ... und was er sonst noch gerne mag. Lass dir was einfallen. Bring ihn zum Lachen, denn er ist total glücklich mit dir und den Kindern, du schaffst das." sagte der himmlische Vater in ihrem Kopf, als sie sich verabschiedet hatten, um ihre Kin-der im Garten Eden abzuholen.
"Willst du nach Neuseeland? Ich könnte mich bei den McNeals erkundigen, ob es ihnen passt, wenn wir kommen..." fragte Selvaggia fast etwas schüchtern. "Ja, unsere Kinder wollen hin und Mildred und Sean sind nett. Mach das ruhig. Ich muss noch arbeiten." antwortete ihr Mann ruhig, verabschiedete sich von ihr mit einem flüchtigen Kuss und wuschelte den Kindern durchs Haar bevor er ver-schwand. Seufzend rief Selvaggia in Rom bei Kat und Sandalephon an. Kat würde wahrscheinlich in der Uni sein, immerhin hatte sie gerade mit dem Medizinstudi-um begonnen. Durch ihren "Onkel" Sariel - oder Sandro Ariel Bragi, den Leiter der Chirurgie an der Gemelli-Klinik würde sie sich auch in jeder Abteilung des Klinikums umsehen können um am Ende eine sie faszinierende Fachrichtung zu finden. Wobei... Selvaggia musste fast lächeln... Sandalephon, Kats frischgeba-ckener Ehemann, hatte Kinderheilkunde studiert und sie ein wenig mit der Faszi-nation dafür infiziert. Und Kat liebte Kinder - die Kinder ihrer Paten, ihre klei-nen Halbgeschwister - wobei es für sie, da Derek wie ihr Vater war, eigentlich eher richtige Geschwister waren und die Kinder liebten Kat.
Sandalephon war auch gleich am anderen Ende der Leitung. "Selvi, was kann ich für dich tun?" erkundigte er sich freundlich. Selvaggia schilderte ihm kurz ihr Anliegen und war überrascht als er lachte. "Selbstverständlich kannst du die Nummer haben. Sean hat mich schon gelöchert wann seine "Hilfskräfte" Luciano und Luca wiederkommen und Milly hat die Zeit mit den Mädchen und nachher auch allen Kindern in der Küche sehr genossen und ebenfalls gefragt. Also an sich brauchst du den beiden nur mitteilen wann ihr sechseinhalb kommen wollt, Milly und Sean werden sich unheimlich freuen, vor allem weil Christina-Luciana auch mit ihrem Bruder schon "nervt" weil es auf Neuseeland jetzt ja die Lämm-chen gibt." Selvaggia musste leise lachen. "Und dann ist da noch das Anliegen, dass unsere Kleine, Linnéa, gern ein Lämmchen hätte... ich konnte sie auch nicht davon abbringen als ich ihr erzählt habe, dass es ein stinkendes übellauniges Schaf wird." Sandalephon lachte laut auf. "Und wie ich meine Patentochter ken-ne, hat sie geantwortet, dass sie das Schaf täglich badet und es bei ihr nie übellaunig würde, sondern immer vergnügt und fröhlich blökend hinter ihr her trottet... Ich sehe sie schon mit dem Schaf - ein rosa Schleifchen um den Hals, frisch gebürstetes Fell - in die Kita kommen." Damit brachte er auch Selvaggia zum Schmunzeln und ihre Laune wurde besser. Er nannte ihr die Nummer der McNeals und verabschiedete sich.
Als die Kinder wieder in der Kita waren rief Selvaggia in Neuseeland bei Milly und Sean an und telefonierte kurz darauf mit der begeisterten Mildred, die sie bat doch am besten gleich zu kommen, sie und ihr Mann würden sich freuen auch sie, Selvaggia, besser kennen zu lernen und die Raynes zu Gast zu haben. "Und Ihre Kinder sind solche Sonnenscheine, Mrs. Rayne, und sie haben so nett von Ihnen geredet und Sie so sehr vermisst als die vier bei uns waren, dass wir, Sean und ich, schon neugierig auf Sie sind, Mrs. Rayne. Sie waren ja leider krank, aber hier werden Sie sich auch noch etwas erholen können. Ich freue mich schon darauf Sie und Ihre Familie zu verwöhnen!"
Selvaggia klopfte an die Tür des Arbeitszimmers ihres Mannes auf Norderney. Sie trat ein, als dieser mit einem kurzen "Ja." geantwortet hatte. Ihr Mann saß am Laptop und schrieb gerade einen Bericht von dem sie nichts verstand. Sie verstand eh nicht viel von den Geschäften ihres Mannes, von seinen höllischen Angelegenheiten ganz zu schweigen. "Ich habe mit den beiden aus Neuseeland geredet und sie waren so begeistert, dass sie uns baten sofort zu kommen. Ein paar Tage. Ich sagte ich rede mit dir und ... sie scheinen unsere Kinder sehr zu mögen oder?" Er nickte und schrieb weiter. "Ich denke wir sollten gehen. Es wä-re so eine Art ... Familienurlaub. Nur wir und unsere Kinder. Und wir ..." "Na dann. Willst du heute Nachmittag gleich gehen oder ...?" "Ja. Vielleicht können wir ja so etwas abschalten und kommen uns wieder näher." antwortete sie. Er seufzte. "Dann sagen wir in der Kita Bescheid, dass unsere Kinder diese Woche nicht mehr kommen."
Zum Abendessen saßen sie mit Milly und Sean am Küchentisch auf deren Farm in Neuseeland - mit den Arbeitern, die zu Selvaggias Belustigung die zwei Jungs sofort wie "Männer" behandelte und gutmütig zustimmten als die zwei erklärten am nächsten Morgen mitkommen zu wollen zur Arbeit auf der Farm. Mildred und Sean, die ja bisher nur Lucifer und seine Kinder kannten, merkten sofort, dass es zwischen den beiden Spannungen gab. "Das Essen schmeckt sehr lecker. Ist das ein neuseeländisches Gericht?" fragte Selvaggia. "Ja, hast du Lust morgen mit mir zu kochen? Vielleicht wollen die Mädchen ja auch mitkochen?" "Sehr gern." antwortete Selvaggia. "Oh ja, Tante Milly, können wir wieder Kekse ba-cken und Hokey Pokey-Bonbons? Die waren total lecker! Ich soll auch danke sa-gen von den Kindern in der Krippe!" rief Sophia begeistert. Mildred strahlte über das ganze Gesicht. "Aber natürlich!" sagte sie begeistert. "Und Pawlowa können wir auch machen!" "Oh ja, bitte, Ma'am, Ihre Pawlowa ist ein Traum!" meinte einer der Farmarbeiter erfreut. Der Höllenfürst musste schmunzeln. Die Zuneigung der Arbeiter zu den McNeals war fast rührend - und für Mildred waren die Männer fast wie eine große Familie. Mit einem allgemeinen "Gute Nacht" und einem Dank für das gute Abendessen - wie jeden Abend - verließen die Arbeiter die Küche und gingen in ihre Unterkünfte.
Sophia gähnte. Liebevoll lächelte Sean. "Na, Lassie, da ist aber jemand müde, was?" Sophia grinste und nickte. "Können wir zu den Schafen gehen? Darf ich ein Lämmchen haben? Ich finde die so süß und ..." Mit einem Räuspern ihres Vaters wurde Linnea unterbrochen. "Ich denke wir gehen erst morgen früh in den den Stall und das mit einem Lämmchen klären wir später, du solltest Milly und Sean nicht gleich damit überfallen." antwortete er und rieb sich kurz die Schläfen.
"Ist schon okay, Lucian. Aber dein Vater hat recht Kleines. Wir gehen morgen nach dem Frühstück in den Stall und reden auch dann über ein Lämmchen, denn das können wir nicht so ohne weiteres entscheiden, da die Farm Sam gehört und..." "Onkel Sam ist mein Patenonkel, der schenkt mir bestimmt ein Lämm-chen!" Sean grinste. Mildred schmunzelte. An alle Kinder gerichtet sagte sie dann: "Ihr solltet jetzt fertig essen, es ist schon sehr spät und wir möchten uns gerne noch etwas mit euren Eltern unterhalten, denn immerhin kennen wir euren Vater nur ganz kurz und eure Mutter noch gar nicht. Und wir sind sehr gespannt Sam`s ältesten Bruder und seine Familie endlich näher kennen zu ler-nen." "Onkel Sean, erzählst du uns noch eine Geschichte?" bat Luca. Hinter ihnen allen lachte es leise. "Vielleicht wollt ihr ja eine Geschichte von uns hö-ren?" sagte Sandalephon belustigt. Er und Kat begrüßten alle herzlich und der Höllenfürst merkte, dass seine Patentochter fast schon ein wenig verlegen ob der Herzlichkeit und Akzeptanz des Ehepaares war. "Na gut... aber ich möchte eine Geschichte mit einem tollen Helden hören!" stimmte Luca zu. "Nein, eine mit Prinzessin!" verlangte Sophia. Sandalephon lachte leise. "Das eine schließt das andere doch selten aus..." sagte er mit einem Zwinkern. "Dann macht euch schnell fertig und wir zwei bringen euch zu Bett, dann können Milly und Sean eu-re Eltern besser kennen lernen."
Die älteren drei Kinder sagten brav Gute Nacht, nur Linnéa stellte sich vor ih-ren Patenonkel. "Du, Onkel Sam...?" Sandalephon, der schon ahnte was kommen würde, musste sich bemühen ernst zu bleiben. "Ja, Linnéa, Spätzchen, was ist denn?" "Onkel Sean hat gesagt, wenn ich ein Lämmchen haben möchte, dann muss ich dich fragen ob du mir eins schenkst. Kriege ich ein Lämmchen - bitte? Die sind so süß und lieb und..." "...werden groß und bockig und sind manchmal schlecht gelaunt..." fuhr Sandalephon mühsam ernst bleibend fort und Kat - um ihre Mundwinkel zuckte es verdächtig - fuhr fort: "Und dann stinkt es irgendwann!"
"Mein Lämmchen wird nicht bockig, nicht schlecht gelaunt und ich dusche jeden Morgen mit ihm, dann stinkt es nicht! Und Papa hat versprochen, dass er notfalls auch zaubert damit es nicht müffelt!" protestierte sie. Sandalephon musste la-chen. Wieder ernst geworden antwortete er: "Also, Linnéa, wir schauen Morgen mal ob dich überhaupt ein Lämmchen mag. Kann ja sein, dass die Lämmchen dich nicht riechen mögen, dich übellaunig oder bockig finden und keins dein Lämmchen sein will..." Linnéa grinste. "Und was ist, wenn mich zwei oder drei Lämmchen mö-gen? Darf ich die dann alle drei haben?" Hinter ihr kicherte Mildred und Sean prusteste vor Lachen. "Jetzt bist du in der Zwickmühle, mein Junge! Da manöv-riere dich mal wieder raus!" Sandalephon lächelte. "Mal sehen... wenn dich mehr als ein Lämmchen mag, wirst du dir eins aussuchen und die anderen bleiben hier und werden hier auch nicht irgendwann geschlachtet für Lammkottelet und so. Sie werden geschoren - denn sonst schwitzen sie irgendwann im Sommer ganz furchtbar. Du kannst sie dann immer mal besuchen, aber wie gesagt: Nur ein Lämmchen kommt mit nach Paris, Venedig, wo immer du bist, und ist dein Hau-stier!" "Mal sehen..." meinte Linnéa grinsend und hüpfte befriedigt über die Zu-sicherung in Richtung Badezimmer.
"Was darf ich dir zu trinken anbieten, Lucian? Einen Wein, Whiskey oder lieber etwas Anderes?" Der Gast lächelte freundlich. "Ein Whiskey wäre ganz gut." Sean erhob sich. "Und was darf ich dir ... ich darf doch du sagen oder? Ich bin Mildred oder auch Milly und mein Mann heißt Sean. Und dein Mann duzt uns ja auch." "Selbstverständlich." antwortete Selvaggia lächelnd. "Also was darf ich dir anbieten? Ich kann uns auch einen leckeren Tee kochen, denn wie ich sehe trinkst du momentan keinen Alkohol." stellte Mildred grinsend fest. "Ja ein Tee wäre schön. Danke." "Wisst ihr denn schon was es wird, oder ist das ein Geheim-nis?" fragte die Gastgeberin, als sie den Tee in die Tassen schenkte. "Ein Mäd-chen. Sie wird Allegra heißen. Das war ein Vorschlag von Sandalephon, der uns beiden gefallen hat." antwortete die werdende Mutter. "Unseren herzlichen Glückwunsch. Wir freuen uns sehr für euch und wir hoffen auch ihr beehrt uns in Zukunft mal öfter mit einem Besuch. Wir möchten doch euer jüngstes Töch-terchen dann auch kennenlernen und wir lieben Kinder. Leider haben wir keine eigenen Kinder. Aber Sam ist für uns wie ein Sohn." Selvaggia nickte. "Sicher, kommen wir in Zukunft gern öfter vorbei. Und ja das haben ich gehört. So wie Lucifer für Ilse ihr Sohn ist." Mildred lächelte. "Ah, ja, diese nette Insulanerin, die Sams Trauzeugin war." Selvaggia nickte.
Ihr Mann schwieg trank einen Schluck seines Whiskeys und starrte anschließend in sein Glas, ohne sich am Gespräch zu beteiligen. "Aber ihr freut euch doch auf euer Kind ... ihr wirkt gar nicht glücklich, wie werdende Eltern es sein sollten und ..." "Wir haben bemerkt, dass zwischen euch irgendwie ... starke Spannungen herrschen. So als ... würdet ihr nur vor den Kindern miteinander reden." Der Höllenfürst nippte etwas verlegen an seinem Glas und seine Frau verschluckte sich heftig an ihrem Tee.
Lucifer räusperte sich. "Na ja ... das ist alles nicht so einfach. Selvi und ich wollten eigentlich noch etwas warten mit einem weiteren Kind. Der Grund warum wir jetzt Allegra bekommen ist ... nun ja ... wie soll ich es sagen? Eine Art Dis-ziplinierungs-... hm... -maßnahme meines Vaters. Sicher werden wir unsere kleine Allegra sehr lieben wie alle unsere Kinder. Und ... verschiedene Differenzen zwischen Selvi und mir ..." Mildred erlöste ihn von seinem Erklärungsversuch. "Mensch Junge, sag doch einfach, dass ihr euch heftig gestritten habt. Du musst das doch nicht so kompliziert machen." Beide lächelten die ältere Dame freundlich an. "Ich bin schuld. Ich habe Lucifer, zweimal hintereinander sehr verletzt und ... ich kann es im Nachhinein auch verstehen. Ich bin immer unaus-stehlich, wenn ich schwanger bin und ganz besonders zickig wenn ich ein Mädchen erwarte, aber diesmal habe ich es ... zu weit getrieben." gab die werdende Mut-ter traurig zu. "Aber ihr liebt euch doch noch, oder?" wollte Sean wissen. Beide nickte sofort. "Sehr sogar. Es gibt keine Frau die ich mehr liebe oder mehr be-gehre. Es ist nur ... es tut einfach im Herzen weh, wenn man..."
Er sah kurz zu seiner Frau, woraufhin diese dann kurz nickte. "Ich habe Lucifer schwerwiegende Vorwürfe gemacht, die ihn an meinem Vertrauen zu ihm zwei-feln ließen. Ich verstehe, wenn er mir das nicht verzeihen kann." gab sie zu. Tränen rannen ihre Wangen hinunter. Ihr Mann stellte sein Glas hin und nahm sie liebevoll in den Arm. In diesem Moment betraten Sandalephon und Kat das Wohnzimmer. Selvaggia, die auf dem Sofa neben ihrem Mann saß lehnte sich an ihn. "Es tut mir so leid Lucifer, dass ich dich so verletzt habe. Ich vermisse dich und ich liebe dich so sehr. Bitte ..." sie brach schluchzend ab. "Ach Selvi. Ich liebe dich und hab dir eigentlich schon längst verziehen. Deine Vorwürfe haben mich halt diesmal nur hart getroffen, da ich wirklich richtig Sehnsucht nach dir hatte und dann streiten wir uns gleich darauf zweimal heftig und ... Ich liebe dich, sehr sogar!" flüsterte er liebevoll und gab ihr einen leidenschaftli-chen Kuss, wie er sie die letzten Wochen nicht mehr geküsst hatte. Glücklich schmiegte sie sich an ihn und blieb eine ganze Weile so sitzen.  
"Es ist so schön euch zwei wieder versöhnt zu sehen, Bruder..." sagte Sandal-ephon freundlich. "Und euer Quartett will unbedingt noch einen Gute-Nacht-Kuss von euch beiden und das Gotteslob von dir vorgesungen haben." fügte Kat grinsend hinzu. Der Höllenfürst lachte leise. "Na, Hexlein, dann wollen wir mal, was?" meinte er belustigt und entschuldigte sie kurz bei Sean und Mildred. Er-griffen lauschte das ältere Ehepaar kurz darauf dem klaren reinen Tenor. "Das ist ja mal was - das Gotteslob vom Herrn der Unterwelt... das hat man nicht alle Tage!" murmelte Sean als die Raynes wieder in die große Küche traten. Der Höl-lenfürst grinste. "Funktioniert aber prima als Schlaflied - und ist nicht so infan-til wie "Guten Abend, Gute Nacht" oder ähnliches... und wie ich immer sage: Nachdem ich es ein Millenium lang da oben trällern durfte, wieso nicht, wenn ich es eh nicht vergesse..." "Das war sehr ergreifend... Danke, dass wir das hören durften." sagte Mildred. Ihr Gast neigte den Kopf. "Gern. Wobei meine zukünf-tige Patentochter das wohl lieber von ihrem eigenen Vater hören wollen wird - wenn der nicht zu den menschlicheren Kinder- und Wiegenliedern neigt..." Irri-tiert sahen die McNeals sich an. "Zukünftige Patentochter?" Sandalephon lä-chelte Kat liebevoll an, sie nickte ihm leicht zu. "Nun ja... Lucia und ich haben eine kleine... Ankündigung zu machen, Milly, Sean, ihr werdet sozusagen Großel-tern... in fünf, vielleicht sechs Monaten... Ich meine, Kat und ich sind beide Se-raphim, da ist nicht so klar wie lange die Schwangerschaft dauern wird, aber bisher kamen meine Neffen und Nichten immer so um die 2-3 Monate früher, wobei... Nun ja... Cassandra, Metatrons Frau war Kyriotes... sie ist jetzt auch eine Seraphim und wird wohl..." Mildred jauchzte auf. "Oh, wie wunderbar!" rief sie. "Wir müssen unbedingt Kinderkleidung kaufen, Sean, lass uns Morgen gleich in die Stadt fahren und... und... oh, was wird es? Wisst ihr das schon?"
Kat und Sandalephon lachten. "Ja, ein Mädchen - und ihr erster Name soll Elisa-beth sein, vielleicht Lisa als Rufname, aber das ergibt sich." erklärte die wer-dende junge Mutter. "Und Babysachen, Milly, lass uns die doch zusammen kau-fen. Vielleicht in Rom? Oder in Paris oder San Francisco mit meiner Mutter. Meine kleine Schwester hat auch schon gesagt, dass Elisabeth ja auch ihre al-ten Kleider haben könnte, sie hätte immer gut darauf aufgepasst und die wären sehr schön." Sie grinste. Sandalephon lachte. "Deine Schwester, dieser kleine Wildfang?" Kat`s Lieblingspatenonkel lachte. "Die kleine Christina Luciana ... die ist wirklich ein kleiner Wildfang. Ihr sagtet der erste Name ... wieviele gedenkt ihr der kleinen denn zu geben? Gebt keinen extra Namen von mir. Wie wäre es mit Lucia als Zweitnamen, benannt nach ihrer Mutter. Ich weiß, wie sehr du die-sen Namen magst, Lucia und auch wenn ich ihn benutze, da du ihn von mir hast. Und ihr erspart eurem Töchterchen eine weitere, vielleicht weniger schöne Ab-leitung von Lucifer, da der Name dann für dich und mich stünde." sagte er liebe-voll lächelnd und zwinkerte seiner ältesten Patentochter zu. Kat lächelte als er Lucia zu ihr sagte. Sie mochte es sehr, dass ihr Mann sie so nannte, aber wenn ihr Lieblingspatenonkel sie manchmal so nannte, war das etwas ganz Besonderes. "Ja, das ist eine schöne Idee Onkel Lucifer. Ich glaube das machen wir, oder Schatz?" Sandalephon lächelte ebenfalls. "Ja, das machen wir so. Wobei... wenn wir als nächstes einen Sohn kriegen... ich glaube, ich werde auf Lucifer als Tauf-namen bestehen..." meinte er grinsend, Sean verschluckte sich vor Schreck an seinem Whiskey, doch der designierte Patenonkel grinste. "Wenn du das schaffst Brüderchen, dies durchzusetzen, dann lasse ich meinen Namen auch offiziell in Lucifer ändern, da es ja mein richtiger Name ist." lachte der Höllen-fürst.
"Also rein tauftechnisch ist das glaube ich von päpstlicher Seite kein Problem - und Maria von protestantischer Seite... die würde ja auch meinen kleinen Bruder auf Lucifer taufen... wobei... Schatz... eigentlich könnten wir das doch schon mal antesten... Mum und Dad werden ja eh öfter mal auf Norderney sein, jetzt wo wir da auch oft sind, wenn wir nicht gerade hier oder wegen meines Studiums in Rom leben... und in Deutschland... hm... was meinst du? Mum und Dad sind be-stimmt sofort dabei." "Hm... joah... wäre eine Idee... vielleicht nicht als direkt erster Name, aber so als zweiter oder dritter... ich spreche das mal mit meiner Rechtsabteilung durch..." antwortete Sandalephon nachdenklich, aber ziemlich belustigt. "Das meint ihr ernst?" fragte Mildred - um ihre Mundwinkel zuckte es. "Aber klar, Mom. Was denkst du? Ihr merkt doch, dass Lucifer mir ver-dammt ähnlich ist, in so vielem..." entgegnete Sandalephon lächelnd. Der Höllen-fürst schmunzelte. "Oh ja, äußerlich bist du ja praktisch ein Ebenbild von Me-tatron, aber sonst... langsam frage ich mich, wieso du mir damals nicht mit Asta-roth in die Hölle gefolgt bist... wir sind uns in unserem Wissensdurst, unserem Geschäftssinn und unserer Vielseitigkeit wirklich sehr ähnlich... Wenn ich daran denke, dass ich geglaubt habe, du wärest ein Moralapostel wie Vaters Muster-knabe, der gute Mike oder ein Schlauby Schlumpf wie Camael... und ich freue mich irgendwie, dass du der dritte Erzseraphim beider Seiten bist. Wobei mir einfällt: Die Mensa für Schule und Kita ist ein großer Erfolg. Ich habe letztens dort gegessen und die Schüler und eins der Kita-Kinder "interviewed". Das Gu-lasch mit Spätzle war sehr lecker." Sandalephon lächelte. "Freut mich zu hören. Und danke, dass du dich da mal etwas umgesehen hast. Ist gut zu wissen, dass unser Projekt gemeinsame Mensa gut läuft." Der höllische Botschafter nickte.
"So Lucia und ich machen uns mal auf nach Rom. Lucia hat morgen Vorlesungen." "Aber ihr schaut doch noch mal vorbei oder? Wir freuen uns immer, wenn ihr uns besucht." Sandalephon lächelte. "Natürlich Mum. Dad, bis bald." antwortete er und gab Mildred einen zärtlichen Kuss auf die Wange und verabschiedete sich von Sean mit einer herzlichen Umarmung.
"Habt ihr euch eigentlich nicht immer so gut verstanden du und Sam?" wollte Sean wissen. "Nein, ich war am Anfang sehr skeptisch was ihn angeht. Aber ich war zu Anfang auch sehr misstrauisch, bei all meinen himmlischen Brüdern. Der Anfang der himmlisch/höllischen Botschaft in Paris war echt nicht leicht. Und es wurde zunehmend schwieriger für mich, weil ich immer mehr Kontakt mit Men-schen aufnehmen musste. Mittlerweile klappt das ganz gut." Selvaggia grinste. Nach einer Weile verabschiedeten sich auch Lucifer und Selvaggia und gingen in ihr von Mildred zugewiesenes Schlafzimmer.
Um sechs Uhr morgens standen Luciano und Luca am Bett ihrer Eltern. Luciano rüttelte am Arm seines Vaters und Luca am Arm der Mutter, Linnea kletterte über ihren Vater auf das Bett und hüpfte auf und ab. "Mama, Papa aufstehen. Wir wollen doch mit in den Stall und müssen jetzt aufstehen zum Frühstücken. Die beiden seufzten, standen jedoch auf, zogen sich flüchtig an. "Guten Mor-gen!" riefen die drei Kinder fröhlich, als sie die Küche betraten, wo Mildred und Sean bereits mit den Farmarbeitern am gedeckten Frühstückstisch saßen. Die beiden Jungen setzten sich sofort an den Tisch. "Guten Morgen." sagte auch ihre Mutter. Ihr Vater kniff die Augen zusammen, murmelte ein "Morgen." Und setzte sich wortlos neben seine Frau. Er stützte seinen Kopf in die Hände und seufzte, während Mildred den beiden Teller und Tassen hinstellte. "Kaffee und alles andere steht auf dem Tisch. Bedient euch und fühlt euch wie zu Hause. Was macht ihr eigentlich schon so früh hier unten?" erkundigte sie sich. "Unse-re Jungs und Nesthäkchen haben uns geweckt. Sie meinten sie müssen jetzt aufstehen um in den Stall zu gehen." antwortete sie lachend. "Hast du auch ei-nen Tee für mich?" fragte sie, während sie sich schon am Essen bediente. Ihr Mann griff unterdessen schweigend und wie jeden Morgen mürrisch vor sich hinstarrend nach der Kaffeekanne. Nachdem er sich seinen einen Löffel Zucker hineingetan hatte, nahm er gleich einen großen Schluck, hielt die Tasse mit bei-den Händen fest und starrte hinein.
"Willst du nichts essen, Lucian? Wir haben reichlich ..." sagte Sean. Der Höllen-fürst schüttelte den Kopf. "Nur Kaffee, danke." murmelte er. "Und das mindes-tes zwei, besser sind drei. Dann ist Lucians Laune erträglich." sagte Selvaggia. Er warf ihr einen dankbaren Blick zu, denn so musste er nichts sagen. "Bist du jeden Morgen so?" fragte Mildred ihren Gast. Dieser hob nur kurz die Augen und sah die fürsorgliche alte Dame kurz an. Sie verstand den Blick des gutaus-sehenden, wie Anfang Dreißig wirkenden Mannes dem sie sich gegenüber sah so-fort. "Wo ist denn Sophia?" fragte Sean. Der Höllenfürst grinste. "Mein kleiner Engel - schläft noch wie ein Murmeltier..." murmelte er, was Selvaggia lachend hinzufügen ließ: "Sophia ist eine kleine Langschläferin und wird bestimmt mal ge-nauso morgenmuffelig wie ihr Vater..."
"Selvaggia, möchtest du nach dem Frühstück mit in die Stadt fahren. Heute ist Markt und ich muss noch für das Essen einkaufen. Dann kann dein Mann sich nochmal hinlegen." fragte Mildred. "Ja gerne. Das geht doch in Ordnung Lucian?" Dieser sah sie skeptisch an. "Sicher. Seit wann fragst du da denn?" antwortete er. "Ach mir war danach." Während die anderen am Tisch amüsiert lachten, seufzte er nur und nahm einen weiteren Schluck seines Kaffees. "Was sagt denn Ilse zu der Morgenmuffeligkeit ihres Sohnes?" fragte Sean grinsend. "Sie hat es akzeptiert, provoziert ihn aber manchmal und das nicht nur morgens. "Red’ nicht so viel iss lieber, dass du mit Mildred Einkaufen fahren kannst." murmelte er. "Ich kann beides, Schatz. Essen und reden." Sie erntete ein Seufzen und sogar ein kleines Lächeln, das aber sofort wieder verflog. Nachdem der Tisch abgeräumt war, und die Jungs mit Sean und den Arbeitern im Stall waren und seine Frau mit Mildred und Linnéa in die Stadt gefahren war blieb er allein zu-rück - auch darauf achtend, wann Sophia aufwachen würde. Er genoss die Ruhe, schenkte sich seinen zweiten Kaffee ein, trat auf die Veranda uns steckte sich dort eine Zigarette an. Anschließend legte er sich auf das bequeme Sofa im Wohnzimmer.
Plötzlich hörte er in Gedanken die Stimme von Sandalephon. "Lucifer! Komm bit-te in mein Schloss in Schottland. Ich brauche deine Hilfe." Kurz darauf erschien er in dem Arbeitszimmer des schottischen Schlosses. Er fröstelte. "Es ist im-mer noch eiskalt hier drin." Sein Bruder nickte. "Ja, und das ist nicht das Einzi-ge." Er zauberte sich und seinen Bruder in die Halle des Schlosses. "Ach du Schreck! Was ist denn hier passiert?" fragte er überrascht, als es das total verwüstete Schloss sah. "Das wüsste ich auch gerne. Hilfst du mir dies heraus-zufinden?" Der Höllenfürst nickte langsam. "Was denkst du wer das so verwüs-tet hat?" Der Erzengel zuckte mit den Schultern. "Ich habe keine Ahnung, Bru-derherz." Der Fürst der Hölle seufzte. "Wir könnten versuchen Kontakt mit Ealasaid aufzunehmen, sie war ganz kooperativ, auch mir gegenüber." Sandalephon nickte."Wobei ihre Seele natürlich schon... in unserer kleinen Elisabeth lebt... wir müssen wohl versuchen mit den anderen Geistern zu reden... Dann treffen wir uns heute Nacht wieder hier? Ich möchte Luica, jetzt da sie schwanger ist kei-ner Gefahr durch einen dieser eventuell aggressiven Geister aussetzen. könnte ja sein, dass jemand etwas gegen die Wiedergeburt von Ealasaids Seele hat." "Ja, das sehe ich auch so. Kommst du mit nach Neuseeland? Mildred ist mit Sel-vi und Linnéa in der Stadt zum Einkaufen, Sophia schläft noch und ich "überwache" sie gerade, nicht, dass sie Panik kriegt, wenn sie aufwacht und nicht in Paris, Venedig oder Rom ist - oder auf Norderney, und meine beiden Jungs helfen Sean und den Arbeitern auf der Farm. Linnéa hofft, dass du mit-kommst, denn sie möchte sich ja unbedingt sofort ein Lämmchen aussuchen." Sandalephon lachte und zauberte beide auf die Farm nach Neuseeland, wo sie schon von Mildred und Selvaggia, die mit Sophia kochen wollten, begrüßt wurden.
Auch ein wenig griesgrämig war die Kleine - "Mama hat mich geweckt - ich wollte doch noch schlafen..." flüsterte sie ihrem Vater zu. "Kommt gar nicht in Frage! Es ist schon fast Mittag, du kleines Faultierchen!" rief ihre Mutter, die das sehr wohl gehört hatte. Sophia streckte ihr hinter ihrem Rücken die Zunge raus, wofür sie von ihrem Vater eine mentale Rüge erhielt, was sie ein wenig verlegen erröten ließ. "Dann geht mal raus, Sean und die Arbeiter sind schon draußen und du, Sam, Junge, wirst schon sehnsüchtig erwartet, weil ein kleiner Wirbelwind unbedingt ein Lämmchen will - oder zwei, oder drei..."meinte Mildred. Sandalephon lachte laut auf.
Gemeinsam traten die zwei aus dem Haus und schlenderten zum Stall. Fast ge-rührt sah der Höllenfürst wie seine Jüngste zwischen den Lämmchen und Scha-fen herumtollte und sogar den dicken alten Widder kraulte, der bei ihr zutrau-lich wie ein Hündchen war. "Pass auf, Linnéa!" rief Sean zwar, doch grinste, als er "seinen Sohn" und dessen Bruder am Gatter der Weide stehen sah. "Deine Kleine ist einmalig, Lucian - selbst der sonst eher etwas ruppige Tam frisst ihr aus der Hand wie das friedlichste Lämmchen!"  In diesem Moment sah das klei-ne Mädchen ihren Onkel und ihren Vater. "Daddy, Onkel Sam! Schau mal, das ist Cleo und das ist Basil und das ist.... oh Onkel Sam, die Lämmchen sind alle so niedlich! Und Onkel Sean hat gesagt, dass das Schaf da vorne vielleicht heute noch Mama wird!" Sie rannte auf die beiden zu und stolperte, fiel mit der Schul-ter auf die eine Zaunlatte und weinte. Erschrocken eilten ihr Vater und ihr On-kel zu ihr. Vorsichtig hob der Höllenfürst seine Tochter über den Zaun - und sofort kamen auch einige Schafe - und Widder Tam an das Gatter und blökten besorgt. "Es tut so weh, Papa!" schluchzte das kleine Mädchen. "Darf ich mal schauen, Linnéa? Du weißt doch, ich bin Arzt für Kinder." Linnéa nickte, kam zu ihm und hielt ihm den Arm hin. "Autsch... der ist gebrochen, Herzchen, aber..." er zwinkerte ihr zu und umfasste den Arm "...da du ja weißt, dass ich ein Engel bin können wir das ja heilen..."  flüsterte er und ließ etwas von seiner Selbsthei-lungsenergie in den Arm fließen. Sie lächelte wieder. "Danke Onkel Sam.…" flüs-terte sie und gab ihm ein Küsschen auf die Wange.
"Und Linnéa, welches Lämmchen hast du dir ausgesucht?" "Weißt du, Onkel Sean hat ja gesagt, dass die Schafin da vorne..." "Schafin?" lachte der Höllenfürst, "Also was ist, mit welchem Schaf?" Linnea runzelte die Stirn, sagte dann jedoch: "Das Schaf da vorne, Sally, wird heute oder Morgen Mama und Onkel Sean hat gesagt, wenn ich will und wenn Papa und Mama und du "ja" sagen, dann darf ich dabei sein... wenn sie ihr Baby kriegt - und Onkel Sean meint sogar, vielleicht kriegt sie zwei." "Hm... also das ist etwas blutig und... ich weiß nicht, Linnéa..." meinte Sandalephon zweifelnd. "Wenn sie das sehen will, gut!" entgegnete der Höllenfürst. "Und dann hat sie gleich eine Beziehung zu dem Lämmchen!" Nach-denklich sah Sandalephon seinen Bruder an. "Na gut, ist deine Entscheidung. Also werden wir dich wecken wenn Sally ihr Lämmchen kriegt." "Prima!" rief sie und machte sich los um wieder über den Zaun zu klettern um weiter mit den Scha-fen auf der großen Weide herumzutollen. "Da bin ich ja mal gespannt..." meinte Sandalephon nachdenklich. Der Höllenfürst zuckte mit den Schultern. "Übrigens danke, dass du so schnell... reagiert hast." "Na, bei meiner Patentochter... wo die so ein kleiner Wildfang ist - deine Linnéa ist schlimmer als Christina Luciana!" Der Höllenfürst lachte leise. "Da könntest du recht haben."
Als es endlich Mittag war, mussten die Arbeiter Linnéa fast von den Schafen fort ziehen. "Jetzt wird gegessen, Missy!" sagte Boris, der eine Vorarbeiter streng. "Und dann legst du dich hin, sonst schläfst du ein, wenn Sally ihr Lämm-chen kriegt!" "Papa, ich muss mich doch nicht schlafen legen, oder?" Der Vorar-beiter grinste den Höllenfürsten an. "Du, ich glaube, Sams Vorarbeiter weiß wo-von er redet. Ich denke, du hörst besser auf ihn." Doch nach dem Essen wollten auch die Jungs drinnen bleiben um Kekse zu backen und wieder die neuseeländi-schen Toffee-Bonbons zu köcheln und Linnea ließ sich nicht davon abhalten mit den Schäfchen-Ausstechern fleißig Schaf-Kekse auszustechen, bis Sandalephon sie streng ins Bett schickte, bevor er sich nach Rom zu Kat zurückzog.
"Ich ziehe mich dann mal zurück, ich hab noch einiges an Arbeit liegen und beim Backen bin ich ohnehin nicht besonders nützlich." Selvaggia seufzte. "Und ich dachte wir machen hier mal Urlaub. Soviel dazu." "Fängst du schon wieder an? Ich kann es nicht ändern, dass in der Botschaft und der Hölle immer Arbeit an-fällt. Und außerdem muss ich heute Nacht auch arbeiten, in Sandy`s Schloss spukt es noch immer. Und wir ..." Selvaggia seufzte abermals.
"Da arbeitest zu viel Lucifer. Sandalephon, ebenso wie Sariel haben bereits festgestellt, dass ..." Er unterbrach seine Frau, indem er ihr einen Finger auf den Mund legte. "Ich weiß ... und Sandy hat mir etwas dagegen gegeben, auch gegen die Kopfschmerzen, die uns beide quälen. Wenn ich zu starke Schmerzen haben sollte nehme ich schon etwas. Mach dir also keine Sorgen. Und ich bin der Fürst der Hölle. Der höllische Botschafter. Da fällt immer Arbeit an. Und mal ganz ehrlich ... was soll ich denn hier, wenn ihr alle backt? Ich backe nicht! Ich mache mir meinen Kaffee und ich mache Essen für meine Kinder wenn es sein muss, weil du es ohne Magie bevorzugst, aber das ist auch schon alles." flüster-te er freundlich und gab seiner Frau einen Kuss auf den Mund. Kurz darauf ver-schwand er. Mildred grinste, als Selvaggia erneut seufzte. "Mach dir nichts draus, Selvaggia. So sind die Männer. Flüchten, sobald es an Küchenarbeit geht und stürzen sich in Arbeit. Sean ist da nicht anders." besänftigte Mildred die Hexe. "Ach Mildred. Es ist ... ich weiß gar nciht genau wie ich es erklären soll ... wir haben schon so viel erlebt in der himmlisch/höllischen Verbindung und die meisten Fälle sind nie ohne Gefahr. Lucifer ist ... immer mit von der Partie. Es gibt kaum einen Fall, in dem er nicht mitmischt. Und ..." "Na das wäre ja auch langweilig oder? Ich meine ich kenne euch noch nicht so lange, Lucian ein wenig länger als dich, aber ... sei doch mal ehrlich, wenn er nicht arbeiten würde und ihr euch immer den ganzen Tag auf der Pelle hocken würdet - ich glaube da hät-tet ihr noch mehr Differenzen und eure Ehe würde nicht funktionieren, oder?" Selvaggia nickte zustimmend, während sie Sophia beim rühren half.
"Machst du denn auch irgendetwas oder bist du nur Hausfrau und Mutter?" er-kundigte sich Mildred freundlich. "Eigentlich ja, aber ich engagiere mich sehr im Kindergarten. Ich bin im schon seit längerem im Elternbeirat und helfe auch sonst sehr viel mit beim Organisieren und so weiter. Ich mache das sehr gerne und brauche das auch. Eine Aufgabe, neben der Kindererziehung." Die ältere Dame nickte.
Gegen späten Nachmittag erschien der Höllenfürst wieder auf der Farm in Neuseeland. "Hallo Lucian!" wurde er freundlich von seinem Gastgeber begrüßt. "Hallo Sean. Warte ich helfe dir." sagte er und half dem älteren Herrn die gro-ßen Heuballen auf den Anhänger zu heben. Die Farmarbeiter lächelten, als sie den in ihren Augen jungen Mann sahen, wie er ihrem Boss half. "Schon mal mit einem Traktor gefahren?" fragte Sean seinen Gast und momentanen Helfer, als der letzte Heuballen aufgeladen war. Der Höllenfürst lachte. "Ich? Nein. In der ... an meinem Hauptarbeitsplatz, in Paris und den anderen Städten in denen ich mich aufhalte gibt es die eher weniger und Farmarbeit ist nicht so wirklich meins, von daher ..." "Dafür hast du deine Sache aber echt gut gemacht. Na los komm schon, steig auf. Es macht Spaß und Auto fahren kannst du ja nehme ich an?" "Sicher!" Die beiden Männer stiegen auf und Sean zeigte seinem Gast kurz wie der den Traktor starten musste. "Danke, für deine Hilfe. Ich hätte nicht gedacht, dass..." Der Höllenfürst unterbrach ihn lachend und führe den Satz zu Ende. "Dass jemand wie ich solche Arbeiten verrichtet?" Sean nickte. "Ja ... na ja ... du wirkst mit deiner schwarzen Jeans, dem schwarzen Hemd und deinem schwarzen Mantel ... eher schick. Und bist eigentlich eher der Geschäftsmann, wie ich so mitbekommen habe." Lucifer lächelte. "Das stimmt schon, aber ... deshalb kann man ja auch mal einem Freund beim Heu aufladen helfen oder?" Sean nickte und lächelte freundlich. Er mochte ihn und seine Familie.
Der höllische Botschafter fuhr den Traktor vor die Scheune und half Sean die Heuballen in die Scheune zu bringen. Gemeinsam betraten sie das Wohnzimmer des großen Farmhauses. "Was hast du denn gemacht?" fragte Selvaggia ihren Mann, als dieser sich erschöpft in einen Sessel fallen ließ. "Ich habe Sean ge-holfen und das ganz ohne Magie. Es ist bemerkenswert, welch harte, körperliche Arbeit manche Menschen jeden Tag leisten. Mildred, hab’ ich vor dem Essen noch Zeit zum Duschen?" fragte er seine Gastgeberin. "Aber sicher. Es gibt sowieso nur eine deftige Brotzeit, da wird nichts kalt."
Nach etwa fünfzehn Minuten kam er wieder herunter und setzte sich an den Tisch neben seine Frau. "Wann bekommt das Schaf jetzt sein Baby?" fragte die kleine Linnea ungeduldig. "Vielleicht morgen, kannst es wohl kaum abwarten?" lachte Sean. "Papa ... auf Norderney ist doch viel Platz, wenn das Schaf jetzt mehrere Lämmchen bekommt, dann könnte ich doch alle haben, oder?" fragte Linnea. Ihr Vater verschluckte sich an dem Bier, das Sean ihn zum Abendessen hingestellt hatte. "Fräulein. Es war die Rede von einem Lämmchen!" tadelte sie ihre Mutter. "Aber ... ihr würdet uns ja auch nicht trennen und brauchen die Lämmchen nicht ihre Mutter?" fragte ihre jüngste Tochter. Die Farmarbeiter konnten sich ein Lachen nicht verkneifen.
"Darüber reden wir, wenn es soweit ist und außerdem hat da Sam noch ein Wort mitzureden." sagte ihre Mutter. Sie ließen sich die Brotzeit schmecken. Nach dem Abendessen zogen sich die Farmarbeiter in ihre Quartiere zurück und die Kinder wurden von ihren Eltern ins Bett gebracht. Mildred und Sean machten es sich mit ihren Gästen bequem, bis um dreiundzwanzig Uhr Sandalephon auftauch-te. Er begrüßte zuerst seine "Eltern" und dann seinen Bruder und Frau. Der Erzengel trank noch ein Glas Wein mit den anderen, bis sich Selvaggia und seine "Eltern" gegen viertel vor zwölf verabschiedeten um ins Bett zu gehen. Selvag-gia gab ihrem Mann einen zärtlichen Kuss und Mildred nahm beide in den Arm.
"Passt aufeinander auf!" sagte sie und drückte beiden ein Küsschen auf die Wange und verließ mit den anderen den Raum. "Deine "Mutter" ist sehr herz-lich. Sean auch. So viel Gastfreundschaft erlebt man selten. Ich habe Sean vor-her sogar mit dem Heu geholfen und er hat mich mit seinem Traktor fahren las-sen." Sandalephon lächelte. "Das sind meine "Eltern" auf der Erde. Und sie mö-gen euch und sind sehr kinderlieb. Aber jetzt lass uns an die Arbeit gehen." antwortete Sandalephon seinem ältesten Bruder.
Gemeinsam erschienen sie in der großen Eingangshalle des Schlosses. "Und was hast du jetzt vor? Willst du den Geist des verstorbenen Schlossherrn rufen?" Sandalephon seufzte. "Sei nicht so sarkastisch, Lucifer. Du weißt genau wie ich, dass wir in fünf Minuten Besuch aus der Geisterwelt bekommen werden." Um Punkt zwölf hörten sie Krach aus dem ersten Stock. Sie liefen die große Treppe nach oben in die Bibliothek. Dort tobte ein wahrer Büchersturm.
"Aufhören! Sag mir was du willst!" forderte Sandalephon den tobenden Geist auf. "Wir haben doch schon alles geklärt und du warst einverstanden, dass deine Tochter ..." Er wurde unterbrochen als die Bücher auf sie geworfen wurden. Plötzlich wurden sie von einer unsichtbaren Kraft hinaus auf die Gallerie ge-schleudert. Lucifer schrie erschrocken auf, als sein Bruder durch einen weite-ren Schlag die Treppe hinuterstürzte. "Sandy!" rief er und eilte sofort zu ihm. Der Erzengel stöhnte vor Schmerz. Der gefallene Engel setzte sofort seine Selbstheilungskräfte bei seinem Bruder ein und half ihm so die zahlreichen Kno-chenbrüche zu heilen. Anschließend half er ihm auf und sie betraten den Salon. Der Höllenfürst schenkte beiden ein Glas schottischen Whiskey ein, den er aus der Bar genommen hatte. Er reichte es seinem Bruder und setzte sich dann ihm gegenüber in einen Sessel. "Das war nicht der Vater der beiden Kinder. Irgend eine Ahnung wer der angriffslustige Geist sein könnte?" fragte er. "Keine Ah-nung Lucifer. Vielleicht der Geist von dem der einst die Familie ermorden ließ und so das Erbe an sich gerissen hat. Das wäre die einzige logische Erklärung." antwortete Sandalephon.
"Mal angenommen du hast recht ... müssen wir ihn loswerden und alles ist vor-bei?" überlegte der Höllenfürst. "Niiiiicht gaaaanz!" flüsterte eine unheimliche Stimme, die beide zusammenzucken ließ. Plötzlich erschien der wahre Besitzer, des Schlosses, mit dem sie schon einmal Kontakt hatten. "Was fehlt noch?" for-derte der Höllenfürst ungewollt barsch, da er etwas genervt war. "Unsere Lei-chen, die meiner Frau und meiner beiden Kinder liegen noch auf ungeweihtem Boden." antwortete der Geist. "Und wer ... liegt dann ... in der ... Familiengruft?" fragte Sandalephon stockend. "Unseeer Mördeeer ... mit Familie." Die beiden Engel schluckten. "Na dann suchen wir morgen die Leichen auf deinem Grund-stück und bringen sie in die Gruft." Sandalephon nickte. "Aber bitte erst wenn Lucia in der Uni ist. Ich komme dann am Vormittag nach Neuseeland, denn ich muss ja auch nach dem Schaf sehen, ob die Lämmchen schon da sind, denn deine Kleine ist ja schon ganz ungeduldig."  Der Fürst der Hölle lächelte.
"Na dann, erwarte ich dich morgen nach dem Frühstück nehme ich mal an." San-dalephon nickte und verschwand wieder nach Rom zu seiner Frau. Der Höllen-fürst saß noch in dem Schloss und trank seinen Whiskey aus. Währenddessen überlegte er, wo sie den Mörder, der jetzt in der Familiengruft lag begraben konnten, so dass er nie wiederkehren konnte. Mit einem Grinsen fielen im zwei oder drei Möglichkeiten ein. Er leerte sein Glas und kehrte nach Neuseeland zurück, wo gerade Sean mit Linnéa in der Küche war und ihr eine Jacke anzog. "Papa, Sally kriegt ihr Lämmchen!" rief das kleine Mädchen begeistert. Der Höl-lenfürst grinste. "Na dann, Nesthäkchen: Auf zu Blut, Schweiß, Tränen, Gestank und Geblöke! Ich gehe ins Bett zu deiner Mama." Linnéa schürzte die Lippen. "Kommst du nicht mit? Sean hat schon Onkel Sandalephon und Kat angerufen und die beiden kommen auch!" Der Höllenfürst grinste gequält als er antwortete: "Linnéa Schätzchen: Sandalephon gehört diese Farm und er hat sowas schön öf-ter gesehen. Mir wird dabei schlecht - und wenn ich Glück habe, dann dir auch und du willst gar kein Schaf mehr...!" "Doch! Ich werde immer Schäfchen haben wollen, Papa!" Sean lachte leise. "Dein Papa braucht auch mal seine Ruhe mit dei-ner Mama, Lämmchen, gehen wir schauen wie es Sally geht und warten auf dei-nen Onkel und Kat." Linnéa streckte ihrem Vater die Zunge raus, kicherte und hüpfte aus der Küche in Richtung Stall. "Ich passe auf sie auf. Keine Sorge, schlaf gut, Lucian." versprach Sean lächelnd und folgte dem kleinen Mädchen. Im Stall trafen sie auf Sandalephon und Kat. Sally das Schaf lag leise blökend in den Wehen in einem Stall. "Ich glaube, Linnéa, Herzchen, du solltest schlafen ge-hen..." murmelte der Erzengel leise. "Nein, ich habe Sally versprochen, dass ich bei ihr bin!" Sean sah besorgt zu dem Schaf. "Sie wird es nicht schaffen?" frag-te er leise - und wie er hoffte unhörbar für Linnéa. Kat nickte anstelle ihres Mannes.
Doch Linnéa hatte Ohren wie ein Luchs. "Heißt dass, Onkel Sandalephon, dass Sally sterben wird?" Ihr Patenonkel zuckte zusammen und nickte. Linnéa blickte traurig zum Schaf und kniete sich dann neben Sally. "Mach dir keine Sorgen, Sal-ly, ich passe auf dein Kindchen auf und wenn du nicht mehr seine Mama sein kannst, bin ich seine Mama. Und ich bin sicher, Großvater wird deine Seele ins Paradies holen. Da gibt es auch Lämmchen die eine Mama brauchen, ganz liebe Lämmchen, aber ich wollte lieber ein irdisches Lämmchen und die Lämmchen im Garten Eden brauchen auch eine Mama. Du wirst eine tolle Mama sein! Und ich hoffentlich auch, Sally..." flüsterte sie beruhigend und kraulte liebevoll den Kopf des Schafes, das augenblicklich sichtlich ruhiger wurde. Sandalephon sah ziem-lich überrascht Sean und Kat an, dann kniete er sich auch neben das Schaf. Lei-se hörte er Linnéa beten und lächelte mild. "Ich denke, dein Großvater hört dich." flüsterte er sanft und untersuchte das Schaf.
"Du hast dir eine ziemliche Aufgabe gegeben, Kleines: Sally bekommt Drillinge... und du musst auch in der Nacht da sein und mit Fläschchen die Lämmchen füt-tern! Meinst du, du schaffst das?" Linnéa wirkte ein wenig erschrocken, doch dann nickte sie. "Ich habe Sally versprochen für ihre Kinder da zu sein und ihre Mama zu sein und Versprechen muss man halten, Onkel Sandalephon!" sagte sie ernsthaft und entschlossen. "Nun gut, wir sind ja auch auf Norderney... oder du bleibst für zwei Monate hier, denn hier wird es jetzt warm während es auf der Nordhalbkugel jetzt kalt wird..." "Kannst du nicht zaubern damit den Schäfchen warm ist, Onkel Sandalephon? Oder nein! ich weiß, ich brauche drei schöne Bett-chen für die Schäfchen und dann können sie in meinem Zimmer sein und ... und... na ja.... du hast für mich diese leckere Bananen-Schokomilch gemixt mit Onkel Jophiel... kannst du das auch für die Schäfchen machen?" Linnéas Patenonkel lä-chelte. "Ich weiß nicht, was deine Eltern davon halten, dass du die Lämmchen in deinem Zimmer halten willst, Engelchen, aber.... ja, ich glaube, Spezialnährlösun-gen für die Kleinen kann ich dir mit Jophiel auch Nährlösungen herstellen."
Gegen Morgen waren alle drei Lämmchen auf den Beinen und Sally das Schaf blökte einmal leise auf und starb. "Du kannst ihre Seele im Garten Eden besu-chen, mein Kind..." flüsterte es durch den Stall. Vorsichtig reichte Sandalephon Kat und Linnea je ein Fläschchen. "Dann sollten wir die drei mal füttern, oder?" sagte er leise. Liebevoll zog Linnéa ein Lämmchen in ihre Arme. "Ich glaube, ich nenne dich Lulu... und das bei Kat nenne ich Kitty und das bei dir, Onkel Sandal-ephon Saphi..." In diesem Moment sah der Höllenfürst um die Ecke. "Dürfte ich Stinkywinky, Skunky, und Müffel vorschlagen?" meinte er ironisch und sah seinen Bruder tadelnd an, während er mental fast ärgerlich meinte: "Drei? Du willst ihr wirklich diese drei kleinen Stinker schenken? Bist du von Sinnen?" "Sie hat sich verpflichtet, Lucifer, vor Vater... und die Lämmchen können zu Lucia und mir auf Norderney kommen... wir wohnen ja nicht wirklich weit weg und... Linnéa könnte die nächste Zeit erstmal bei uns bleiben und wir bauen - mit Magie, auch wenn Selvi das nicht schätzt - einen kleinen beheizten Stall wo es dem Trio gut geht..." "Ah, und wer kümmert sich nachts? Das wird nicht meine Tochter tun, Sandy! Die muss am Morgen in die Kita nach Paris! Und ich will nicht dass die Kleine da einschläft!" "Onkel Lucifer, wir sind auf Norderney auch da!" tadelte Kat ihn sanft in Gedanken. "Du bist blöd, Papa, Lulu will nicht Stinkywinky heißen und Skunky und Müffel sind auch keine schönen Namen!" Der Höllenfürst schnaubte. "Wenn dein Onkel und ich nicht zaubern wären sie aber passend..." "Egal! Ich bin jetzt die Mama von den drei!" "Ja schon gut, dann überleg mal wie du das deiner Mama beibringst... Die hat sich ja schon wegen des einen Lämm-chens aufgeregt, das du wolltest - und jetzt hast du eine halbe Herde..." Linnéa grinste ihren Papa an, drehte sich dann zu ihrem Onkel um und fragte: "Onkel Sandalephon, wo Papa sagt, ich darf eine halbe Herde haben... darf ich mir noch ein paar Lämmchen aussuchen?"
Sandalephon lachte innerlich, Kat musste ihr Grinsen verstecken. "Hm... wäre eine Überlegung wert... ich glaube mein Nachbar von der Hayts-Schaffarm hat auch zwei kleine mutterlose Lämmchen..." "Sandy!" rief der Höllenfürst wütend. "Kannst du mir die schenken, Onkel?" fragte Linnéa unberührt von dem hörbaren Zorn ihres Vaters. "Linnéa Rayne! Nein! Es war ein Lämmchen ausgemacht und du hast jetzt drei! Es reicht! Strapaziere meine Nerven und meine Geduld nicht!" Linnea verschränkte die Arme. "Aber Kitty, Lulu und Saphi brauchen doch Spiel-gefährten, sonst sind sie einsam! Wir haben doch auch Christian, Samantha, Jas-per, die Kinder auf Norderney und in der Kita!" "Das ist natürlich ein Argument, Lucifer..." Sandalephon machte die Angelegenheit sichtlich Spaß. In den Augen des Höllenfürsten glitzerte es wütend. "Hab ich wirklich mal gedacht, ich mag dich? Komm mit raus, dann haue ich dir eine rein!" Sandalephon begann laut zu lachen. "Man kann dich so wunderbar auf die Palme bringen, Großer. Lass ste-cken. Die Lämmchen kommen in einen Stall bei Kat und mir auf Norderney und wir und Linnéas Onkel werden uns auch kümmern, also komm runter!" Er wandte sich an Linnéa: "Also Engelchen: Auf Norderney gibt es doch auch Schafe, Scha-fe die auf dem Deich grasen. Mit denen werden sich Kitty und Co gut verste-hen, wenn sie soweit sind und alt genug um auch auf den Deichen zu grasen. Ich bin sicher, Schäfer Möller wird auch gut für die drei sorgen und du musst dir auch nicht ums Scheren Sorgen machen, sondern bekommst pünktlich zur Som-mersaison schick frisierte Töchterchen" "Na gut... aber wenn die armen Waisen-lämmchen auf dieser Hayts-Farm unglücklich sind, kriege ich sie, oder?" Sandal-ephon lächelte. "Einverstanden, Spätzchen. aber vielleicht möchte dein Papa jetzt mal Saphi füttern?" sagte er und drückte dem Höllenfürsten dias Fläsch-chen und das Lämmchen in den Arm. "Tu deine Pflicht, Opa!"
"Bist du jeck?" fragte der Höllenfürst, doch dann wurde sein Blick weich als Sa-phi sich leise blökend an ihn kuschelte und gierig an Fläschchen nuckelte. "Siehst du Papa, sie mag dich!" sagte Linnea stolz und strahlte ihn an. "Scheint so... und noch stinkt es ja nicht..." "Schwatz nicht, Papa, du weißt genau, dass du Saphi magst und Kitty und Lulu auch! Und die drei finden dich auch toll." meinte Linnéa und lächelte. ihren Onkel an.
"Ich glaub, Lulu bracht noch ein Fläschchen, Onkel." Um die Mundwinkel des Höl-lenfürsten und der McNeals zuckte es verdächtig… Sandalephon reichte Linnéa ein weiteres Fläschchen und der Höllenfürst füllte mit einer Handbewegung das in seiner und Kats Hand nach. "So, ich kümmere mich erstmal um Sally hier und..." "Wir müssen sie begraben, Onkel Sean!" sagte Linnéa ernst. "Ich kümmere mich darum, Spatz - und wenn dein kleines Trio hier satt ist, würde ich vorschlagen, gehst du erstmal ins Bett und schläfst und ich kümmer mich mit deinem Papa und deinem Onkel um die drei Lämmchen. Du brauchst deinen Schlaf!" "Na gut..." sie gähnte.
Zärtlich umarmte sie die drei Lämmchen, die von Sean, Kat und dem Höllenfürs-ten in einen anderen Stallbereich gebracht wurden, während Sandalephon seine Patentochter hoch hob und sie zu Bett brachte.
Später am Morgen saß Mildred McNeal mit ihren Gästen beim Frühstück. "Wo ist denn Sean heute und eure Farmarbeiter?" fragte Selvaggia neugierig. "Sean ist mit den Farmarbeitern auf den Viehmarkt in die Stadt gefahren um ein paar neue Schafe zu erwerben." antwortete sie. Lucifer, der erst seinen ersten Kaffee hatte und wie immer sehr schweigsam und sichtlich schlecht gelaunt in seine Kaffeetasse starrte, sah seine Frau ungläubig an, als diese sagte: " Luci-fer, was hältst du davon, wenn wir unsere Kinder heute bei Mildred und Sean lassen und in ein Museum in Sydney gehen... ein geschichtliches, nur du und ich? Ich meine, Linnéa wird schlafen. Sophia hilft sicher Milly beim Kochen und Ba-cken und die Jungs sind mit auf dem Viehmarkt..." Er glaubte nicht richtig ge-hört zu haben. Hatte seine Frau ihn gerade gebeten, ihr die Geschichte Austra-liens näher zu bringen? "Ja, sicher. Sehr gerne. Bist du sicher, dass du das auch wirklich willst?" antwortete er etwas verwirrt. "Ja, mich interessiert die Ge-schichte von Sydney und ich möchte mal wieder etwas mit dir alleine machen und da du dich ja mit Geschichte sehr gut auskennst und einen Universitätsab-schluss in Geschichte hast. Und wir machen mal etwas, was dich auch interes-siert." Sandalephon tauchte auf und begrüßte die beiden Frauen mit einer Um-armung und bedachte Lucifer mit einem freundlichen "Guten Morgen". "Morgen." murmelte dieser. "Mum, hast du mir bitte noch einen Kaffee? Und für Lucifer vielleicht auch noch einen, weil seiner Laune nach zu urteilen, hat er erst einen." fragte er, während er sich am Frühstückstisch bediente. "Natürlich, sehr gerne mein Sohn."
"Wann und wie gehen wir jetzt nachher vor?" fragte er seinen Bruder. Der Höl-lenfürst seufzte genervt. "Darüber bin ich mir noch nicht so ganz im Klaren. Erst begeben wir uns in die Gruft und entfernen dort die falschen Leichen. Wir gehen am besten gleich jetzt, denn ich habe heute Nachmittag und Abend et-was vor und komme erst am nächsgten Tag wieder." Seine Frau sah ihn fragend an. "Ich bin mit Selvi für einen Tag und Nacht in Sydney. Unsere Kinder sind hier ja bestens aufgehoben und du bist ja sowieso da, wegen der Lämmchen und hilfst meiner Kleinen, dass sie sich dann selbstständig um die Lämmchen küm-mern kann." Nachdem sie ihren Kaffee getrunken hatten und Sandalephon fertig gefrühstückt hatte, begaben sie sich in sein Schloss in Schottland.
Sie zauberten sich in die große Familiengruft, in der schon mehrere Generatio-nen bestattet waren. Als sie die falsch bestatteten Leichen gefunden hatten und sie den ersten Sarg  öffneten wurde ihnen schlecht, als ihnen der Ver-wesungsgestank, der schlecht einbalsamierten Leiche entgegen kam. Sandal-ephon würgte und öffnete tapfer den nächsten Sarg. Lucifer wich zurück würg-te ebenfalls und hielt sich die Hand auf den Magen und bemühte sich nicht zu übergeben. Er trat wieder zu seinem Bruder, der mittlerweile alle vier Särge geöffnet hatte. "Sag ... jetzt nicht wir müssen ... diese widerlich stinkenden und verwesten Körper anfassen ... um sie weg zu schaffen." würgte der höllische Botschafter.
Sandalephon schluckte. "Ich fürchte schon, es sein denn du weist eine andere Möglichkeit sie mit zunehmen." Sie überwanden sich selbst und legten jeweils einen Zeigefinger auf die Schultern der Leichen und zauberten sich zu Lucifers Blutacker, was er seinem himmlischen Bruder vorher gesagt hatte. "War das ekelhaft." sagte der Höllenfürst angewidert.
Mit einer Handbewegung der beiden, taten sich vier Gräber im Boden auf und die Leichen flogen hinein. Mit einer weiteren Handbewegung schloss sich der Boden wieder. Der Höllenfürst murmelte etwas für seinen Bruder Unverständli-ches. "Was hast du gerade gesagt?" fragte er deshalb neugierig. "Einen Bann-spruch, dass die Leichen qualvoll vor sich hingammeln und ihr Geist es auch mit-bekommt, so dass sie sie richtig leiden. Außerdem sind ihr Geist und ihre Körper für immer in der Erde gebannt." Sandalephon nickte. "Sehr gut. Jetzt müssen wir nur noch die Leichen der richtigen Erben finden und diese in die Gruft schaffen." antwortete er.
Als die beiden mit Hilfe ihrer Magie die auf dem Grundstück des Schlosses ver-scharrten Leichen gefunden hatten standen sie da uns starrten in die Gräber, in denen nur noch zu Staub zerfallene Skelette zu erkennen waren.  Lucifer ließ vier Urnen erscheinen. Sandalephon sah ihn an und nickte. Kurz darauf stiegen zwei Staubwolken aus dem Boden auf und verschwanden in den Urnen. Das Ganze wiederholte sich noch einmal mit den beiden Kindern. Anschließend verschlossen sie die Urnen und brachten sie in die Familiengruft des Schlosses.
Kurz darauf erschienen die Geister der Familie. "Danke. Jetzt können wir end-lich unseren Frieden finden und Dank unserer kleinen Ealasaid, deren Seele in deinem Kind wieder geboren wird geht das Schloss wieder in Familienbesitz." sagte das Oberhaupt der Geisterfamilie.
Die beiden Engel zauberten sich wieder zurück nach Neuseeland. Lucifer zau-berte sich mit seiner Frau nach Sydney, wo sie ein paar Museen besuchten, die Selvaggia aussuchte. Dank dem Wissen ihres Mannes mussten sie in keinem die-ser Museen eine Führung mitmachen und Selvaggia war begeistert wie gut ihr Mann sich auskannte und wie toll und interessant er dies alles erklärte. "Das war toll Lucifer. Wenn du willst können wir so etwas öfter machen, auch in ande-ren Städten, die mich interessieren. Du bringst alles so ... interessant rüber und ... " Er zog sie an sich, so dass ihr kleines Schwangerschaftsbäuchlein direkt an seinem Bauch war. Durch seine magischen Kräfte konnte er die Bewegungen seiner ungeborenen Tochter wahrnehmen. Er lächelte. "Freut mich, dass es dir gefallen hat - es war mir ein Vergnügen." antwortete er und küsste seine Frau leidenschaftlich. "So und jetzt gehen wir in ein Hotel, machen uns dort frisch und dann gehen wir noch in die Oper. Genießen den Abend dann mit einem schi-cken Essen und dann ... nun das ergibt sich." grinste er frech.
Gut gelaunt kehrten die beiden am nächsten Tag nach Neuseeland zurück.
 
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