Geschichte: Fanfiction / Anime & Manga / Bleach / Eis

Eis

von Serenael
GeschichteRomanze, Angst / P16
Hitsugaya Toushirou Ichimaru Gin
05.05.2018
20.09.2019
43
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~Donnerstagmorgen, 1.02, bei Hitsugaya~

Das penetrante Klingeln des Weckers riss ihn aus seinem Schlaf. Schlaf, der ausnahmsweise mal gut war. Erholsam und keine Albträume. Etwas, womit er endlich aufatmen konnte. Wäre da nur nicht dieser blöde Wecker. Wecker? Momentmal…
Das war gar nicht sein Wecker!
„Gin?“ erkundigte er sich mit leicht gereiztem Unterton. Immerhin konnte er ihn noch ‚wahrnehmen‘. Wohl eher das andere Paar Füße und ein Arm, der seltsam auf seinem Rücken lag. Wieso schlief der noch? Störte ihn dieses vermaledeite Piepen nicht? Von so einem Schlaf konnte er nur träumen.
Mühsam richtete er sich, wehrte sich gegen den Klammergriff der fremden Hand und tastete sich zu dem nicht hauseigenen Wecker vor. Wo war das beschissene Ding nur? Ah, ein Handy. Gins Handy. Würde es aufhören ihm penetrant auf die Nerven zu gehen, wenn er es in den viel zu hohen Schnee vor seinem Fenster warf? Einen Versuch wäre es wert, oder? Aber entschied sich dagegen, obwohl die Idee ziemlich verlockend war. Also saß er auf und hob es seinem Nachbarn ans Ohr, in der Hoffnung er würde erwachen.
„Verdammte Scheiße!“ schrak plötzlich Gin in die Höhe. Er hatte es gerade so geschafft dem älteren auszuweichen. Zum Glück. Das hätte sicherlich ein blaues Auge gegeben. Etwas, das er vermeiden wollte. Immerhin erinnerte er sich noch gut an das letzte Mal. Oh ja, das war Gins Schuld. Vielleicht sollte er dies einfach vergessen.
„Morgen!“ brummte er und wand sich um. Er schnappte sich so viel Bettdeckte wie er konnte und legte sich wieder hin. Er war doch nicht bescheuert. Sie hatte noch viel Zeit. Er könnte sicherlich noch einmal einschlafen.
„Nein, es ist Zeit zum Aufstehen!“ bemerkte Gin und zog an der Bettdecke. Was war sein Problem? Wieso wollte der jetzt schon aufstehen? Hatte er einen so strengen Tagesablauf? Oder war langsam? Kam Gin morgens nicht in die Gänge?
„Was zur Hölle? Gin, es ist halb fünf!“
„Genau deswegen! Wir müssen bei mir sein gegen halb sechs!“ erklärte er und kletterte er. Naja, es gab immer noch Fragen, wie zum Beispiel, was zur Hölle hatte Gin geplant? Und wieso müssen sie zu ihm? Wegen den Kleidern? Das konnten sie auch sicherlich hier regeln. Also, es gab kein Grund zum Stress machen. Er drehte sich wieder um mit dem bisschen Bettdecke, das ihm geblieben war.
„Was hast du vor?“ fragte er giftig, als Gin daran arbeitete ihm die Bettdecke erneut weg zu nehmen. Es war halb fünf, was war Gins Problem? Er brauchte seinen Schlaf, vor allem nach dem Stress in den letzten Tagen. Vor allem, wegen der letzten Nächte! Ja, er war auch überrascht, dass er so gut geschlafen, wie es ihm seit knapp zwei Wochen nicht mehr möglich war.
„Komm schon, es ist Zeit zum Aufstehen! Du musst dich duschen und umziehen, bei mir kriegst du was zu essen! Los! Jetzt!“ befahl Gin und hob ihm aus dem Bett wie ein Kind.
„Shiro-Chan, ich kann ja verstehen, dass du in letzter Zeit aufgrund des Stresses keinen Appetit hattest. Du bist immer noch zu leicht!“ bemerkte Gin grimmig. Ja, und? Dann war er immer noch zu leicht? Wen kümmert es? Er lebte noch! Zudem war das ja mal ein No-Go. Wieso musste Gin ihm immer so hoch nehmen. Wie so ein Mädchen. Er konnte laufen! Er hatte zwei Beine, die noch intakt waren.
„Sag mal, Gin. Wenn es das ist, was ich meine es ist, was ich da an meinem Rücken spüren, dann kann ich nur die Taschentücher in der obersten Schreibtischschublade empfehlen!“  
„Du bist so gemein!“ meckerte Gin und ließ ihn runter. Er hatte, was er wollte. Festen Boden unter den Füßen. Er sah Gin in die fast geschlossenen Augen und seufzte. Ins Bett käme er nicht mehr, was? Na gut, dann bekam der Idiot seinen Willen. Dann ging er eben duschen. Genervt stampfte er davon.

„Gin, wo zur Hölle bist du gewesen?“ fauchte der Alte von Gin, als Gin vor ihm in die Küche trat. Man, der war schon wieder gelaunt. Am liebsten wäre er wieder gegangen. Oder davongerannt. Oder im Erdboden versunken. Oder tot umgefallen.
„Hast du wenigsten das Auto in einem Stück zurückgebracht. Ich brauche es gleich! Oh, O-Ohayou Hitsugaya-Kun!“ unterbrach der Mann seine Schimpftriade. Cool, der klang genauso überrascht wie freundlich. Vielleicht müsste er die Flucht doch erst in ein paar Minuten planen.
„Hi-Hitsugaya-Kun? Was für eine Überraschung! Ich würde dich bitten, von Gins Zeug fern zu bleiben. Ich habe es noch nicht gereinigt!“ begrüßte ihn Ichimaru-San, als sie ihn entdeckte. Sie schien mit der Vorbereitungen des Frühstücks beschäftigt zu sein. Er könnte ihr ja helfen. Immerhin musste Gin sich ja noch duschen. Da konnte er eine Flucht planen und Ichimaru-San helfen.
„Los, Jungs! Ich bin fertig!“ bemerkte die Frau und sofort sprangen die Männer auf. Er hatte keine Ahnung wohin Gin verschwand, aber es schien ihm ratsam zu sein, ihm nicht zu folgen. Also, jetzt konnte er mit seinem Plan beginnen.
„Kann ich Ihnen zur Hand gehen, Ichimaru-San?“

~Bei Ichimaru~

„Der siehst ja schrecklich aus! Was hast du letzte Nacht gemacht? Wie oft hast du es denn mit ihm getrieben?“ fragte Tou-San, als er sich die Krawatte richtete. Fast hätte er sich an der Zahnpasta verschluckt. Fast. So schnell wie möglich spuckte er aus. Was fiel diesem Idioten ein so derartig niederwertig von seinem Shiro-Chan zu reden? Er verbrachte seine Zeit mit Shiro-Chan so wie er es wollte!
„Gar nicht! Er ist schon um halb neun eingeschlafen!“ erklärte er, nachdem er sich den Mund abgetrocknet hatte. Und außerdem, was fiel dem Mann ein solch eine unhöfliche Frage zu stellen? Er wusste ja von seinen Perversen Tendenzen, aber so extrem? Man, wie hielt es Kaa-San nur mit ihm aus? Dem war doch nichts zu peinlich!
„Was hat er dann? Nähert sich ein Jahrestag?“
„Nein, ich nehme an, er zerbricht sich den Kopf bezüglich des Angebots!“
„Das klingt gut. Wie steht er denn dazu?“
„Weiß ich nicht. Ich habe ihn nicht gefragt. Und zudem habe ich nicht vor ihn zu fragen!“
„Wieso? Es ist doch zu seinem Besten! Du kennst das Klientel des ‚Pub’s!“
„Ich werde ihn nicht an euch verraten, ganz einfach!“
„Und? Schon etwas für heute Abend geplant?“
„Nein, er ist voraussichtlich arbeiten…“ bemerkt er verwirrt. Was für eine seltsame Frage. Wieso interessierte es ihn so sehr, wann er mit ihm abhing. Doch nicht etwa um ein Treffen mit Byakuya zu organisieren. So ein Dreck. So ein verdammter Dreck. Wie sollte er Shiro-Chan erklären, dass er in nächster Zeit keine Sekunde seine Seite verlassen durfte? Oder sollte er ihn irgendwo verstecken? Ein paar Vorlesungen zu verpassen brach Shiro-Chan nicht das Genick. Verdammt! Verdammt! Verdammt! Was sollte er nur tun? Er konnte schlecht auf Shiro-Chan zu gehen und ihm die ganze Angelegenheit beichten. Das wäre zu Byakuyas Vorteil. So ein Arsch. Sein Standpunkt war mit Abstand der schlechtesten des gesamten Spiels. Je mehr Informationen Tou-San sammelte, desto mehr geriet er in das Netz von Byakuya. Sobald Shiro-Chan darin verhangen war, würde er erkennen, dass er ihm die gesamte Zeit einiges verschwieg. Einiges, das sehr essentiell wäre. Wenn er die Beziehung erhalten und Shiro-Chan von Byakuya fernhalten wollte, dann musste er die Klappe aufmachen und hoffen, dass Shiro-Chan ihn versteht. Das war grauenvoll.

~Hitsugaya~

Er wagte es nicht sich zu setzten. Sicherlich Ichimaru-San war zwar gleich wieder da, aber er glaubte es sei unhöflich. Also stand er völlig verlegen da und blickte zu dem Fenster hinaus. Es lag immer noch eine absurd hohe Schneeschicht draußen. Den Garten hatte er nie gesehen. Dieses Haus hatte er noch nie wirklich erkundet. Es schien ihm größer zu sein, als es auf den ersten Augenblick schien. Er glaubte sogar, dass es größer war als das seiner Großmutter. Viel, viel größer. Es war ja nicht so, dass er neidisch war. Er … er wunderte sich nur.  Immerhin sprach Gin nicht sooft über privates. Und er glaubte kaum, dass er in einer Position war, dies zu hinterfragen. Oder war er? Konnte er Gin ausfragen? Aufgrund ihrer Beziehung? Man, das war voll schwierig … dieses Beziehungsdings.
„Oh, Hitsugaya-Kun. Ich glaube die beide brauchen noch ein wenig Zeit. Setz dich hoch!“
Wann hatte sie den Raum betreten? Man, war er wieder konzentriert… Und natürlich war das voll peinlich. Man, er bekam auch gar nichts auf die Reihe, was?
„Danke!“ murmelte er gedankenverloren und setzte sich. Der Tisch war vollgedeckt mit unterschiedlichen Speisen aus verschiedenen Kulturen der Welt. Früchten und Eiergerichte. Es gab sogar Frühstückflakes. Immerhin kein Natto. Das war eine unglaubliche Erleichterung.
„Greif doch zu!“
„Entschuldigung, bei dieser großen Auswahl fällt es mir schwer mich zu entscheiden!“ bemerkte er und nickte kurz respektvoll.
„Fang einfach an. Mit dem, was dir ins Auge sticht oder etwas probieren möchtest!“
„O-Okay!“
Sicherlich hatte sie gewusst wie ahnungslos er war. Natürlich war er ahnungslos. Seitdem seine Großmutter starb, frühstückte er nicht mehr. Die erste Mahlzeit nahm er zwischen den ersten beiden Vorlesungen ein. Dann aß er etwas zu Mittag. Ab und zu gab es einen kleinen Snack und das Abendessen gab es nur, wenn er Hunger hatte. Vielleicht sollte er daran etwas ändern, wenn er wirklich an Gewicht zu nehmen wollte… Natürlich könnte er jetzt auch anfangen etwas zu essen. Ein Problem wäre es naja nicht, oder?
Er fand ein paar Melonenscheiben, die er zwar zum Tisch getragen hatte, aber nicht aufgeschnitten. Er wunderte sich wo Ichimaru-San diese herhatte. Es war ja nicht so, dass er sie in dem Convini nie fand. Vielleicht weil sie keine anbieten… Oder er sie vielleicht übersah…
„Entschuldigung, falls ich dir zu nahe trete, aber würdest du mir verraten, warum du die Melone ausgewählt hast?“ brach Ichimaru-San das halbwegs unangenehme Schweigen. Was war das denn für eine Frage? Wieso wollte sie es wissen? Gin hatte es nicht interessiert. Vielleicht weil er auch nicht nach seiner bevorzugten Essenswahl gefragt hatte. So im Nachhinein, wäre schon interessant zu wissen…
„Naja, ich esse sie nun mal … gerne!“ murmelte er. War solch eine Antwort überhaupt angebracht? Konnte man das so sagen? Aber die Frage war ja schon seltsam… oder war das normal? Fragen Menschen immer einander was sie aßen und was sie bevorzugten zu speisen? Sozial mit anderen Leuten in Kontakt treten war ja merkwürdig…
„Echt? Die beiden Jungs essen sie kaum! Ich mag sie. Sie ist so saftig. Mein Mann hatte mir sogar einmal eine quadratische mitgebracht!“ begann die Frau nach Belieben zu plaudern. Vor allem machte sie den Eindruck, als wolle sie nicht mehr damit aufhören. Aber es war in Ordnung, dann musste er sich nicht um peinliche Gesprächsthemen kümmern. Und ihre lockere Art glich der von Matsumoto. Er glaubte sich trotz aller Widrigkeiten etwas wohler zu fühlen, weniger verloren in dieser fremden Umgebung.
„Ich habe nur gehört, dass es sie gibt, aber gesehen habe ich sie noch nie!“ nuschelte er ehrlich. Woher denn sollte er die Dinger kennen? Die richtig guten waren verdammt teuer. Und manche waren nur Deko-Artikel. War nur schön an zu sehen, aber nicht essbar. Wieso man so etwas kaufen würde, war ihm ein Rätsel. Wieso man überhaupt von der runden Form wegging, verstand er ja. Dann rollten sie ja nicht mehr durch die Gegend und konnten besser in Kühlschränken gelagert werden.
Unterdessen griff Ichimaru-San selbst zu den Melonenstücken. Er betrachtete die seine. Ob er nicht gierig damit wirkte. Das wollte er nicht. Aber zurücklegen konnte er nicht mehr. Man, was tat er denn jetzt?
„Sag mal, Hitsugaya-Kun, kannst du die Kerne auch während dem Essen ausspucken?“
Was zur Hölle stimmte mit dieser Familie nicht?
„Entschuldigung, aber ich glaube kaum, dass-…“
„Kannst du? Oder kannst du nicht?“
„Ja?“ nuschelte er so leise wie möglich. Diese Familie war doch so vollkommen Schamlos. Nein, Schamfrei. Gin starrte ihm stundenlang auf den Hintern und gab es zu. Der Alte betrank sich mit Vorliebe und begann zu singen. Eine Erfahrung, die er nicht weiter empfehlen konnte. Gin hielt seine Augen geschlossene, obwohl er verdammt nochmal schöner Augen hatte als er selbst. Und obwohl Gin das leugnet. Und Ichimaru-San war so unglaublich peinlich, dass er sich schon fremdschämte. Gin war seltsam überfürsorglich. Zudem, Gin und seine Mutter genossen es ihn so vollzustopfen, dass das Essen oben wieder herausquoll. Er würde dann jetzt gerne nach Hause gehen, natürlich nur, wenn es in Ordnung wäre. Plan B wäre ja dann die Flucht. Oh, verdammte Scheiße, hoffentlich verlor er nicht den Verstand in diesem Haus.
„Zeig mal!“ forderte die Frau ihn auf. Aufregt und neugierig wie ein Kind. Ob Gin deshalb auch immer so kindisch war? Ob es tatsächlich in den Genen dieser absolut schrägen Familie lag. Dann war es immerhin gut, dass, wenn Gin sich mit ihm fortpflanzen wollte, er nicht funktionieren würde. Noch jemand von diesem Schlag konnte die Welt echt nicht verkraften.
Wiederwillig hob er eines der Stücke an, während Ichimaru-San eine Tasse leerte. Sie diente als Ziel. Er biss zu und kaute so langsam er konnte, da er wirklich nicht vor einer Frau wie Ichimaru-San Kerne durch die Luft spucken wollte. Aber sie hatte ja danach verlangt. Er legte sich als den Kern zurecht und wartete. Sie stellte die Tasse mitten auf den Tisch und bot ihm an, sie auch zu verschieben, weil er immer noch den Teller in der Hand hatte. Es war eine Ewigkeit her, seitdem er das letzte Mal Kerne gespuckt hatte. Zur Hölle, er behielt den Teller für den Fall der Fälle, das was schief ging.
Dann spuckte er. Zu seinem, so wie Ichimaru-Sans Überraschung, traf er.
„Großartig! Jetzt ich!“
Aus der Sache kam er in nächster Zeit nicht wieder heraus. Verdammte scheiße zu Hause starb es sich besser als hier!
Zum Glück kam es nicht zu einem weiteren Spucken seiner Seite, da Ichimaru-San drei Versuche nacheinander machte, aber die Kerne nur über den Tisch verteilte. Und bevor Ichimaru-San eine Unterhaltung über seine Spuck-Technik anfangen konnte, trabten zwei äußerst motivierte Männer in den Raum. Eilig sammelte sie die Kerne zusammen und erhob sich. Sicherlich würde sie die Beweise dieser unglaublich kindischen Aktion vernichten. Oder aufheben. Er war sich da nicht sicher, immerhin gehörte sie zur Ichimaru Familie. Und da hatten nicht alle zwingend alle Latten am Zaun. Sie fing die beiden ab, bevor sie den Tisch erreichten und wisperte ihnen geschwind etwas zu.
„Wehe einer von euch verdirbt Hitsugaya-Kun, dann sitzt was! Haben wir uns verstanden?“

~An der Touhou, Cafeteria, Mittagspause~

„Du? Was haben eigentlich du und Kaa-San gemacht, als ihr auf uns gewartet habt?“
„Frühstück gerichtete, Tisch gedeckt und ohne euch angefangen zu essen, wieso?“
„Kaa-San war seltsam erfreut…“
Er konnte Gin ja schlecht sagen, dass er mit seiner Mutter ein Melonenkerneweitspucken veranstaltet hatte. Nicht, dass er dachte, er sei verrückt. Verrückt genug um in diesen geistesgestörten Laden zu passen. Vielleicht sollte er dieses Haus weiterhin als eine Sperrzone betrachten. Etwas, das Kuchiki wiederrum gefallen würde. So ein Mist. Was sollte er nur tun?
„Shiro-Chan?“
Es Gin erzählen? Aber er kannte den Informanten noch nicht. So sehr er die Vermutung hasste, aber, wenn er sich zukünftig von allem jedem fernhielt, dann bekam Kuchiki keine neue Information. Etwas, das ihm wieder in die Hände spielen. Auch wenn es nur ein geringer Vorteil war. Im Anbetracht der Tatsachen, würde Kuchiki wieder Rukia-San vorschicken. Seine zweite Wahl. Sie war nur seine zweite Wahl. Vielleicht, weil sie seine ‚Schwester‘ war und er nicht wollte, dass sie zwischen die Fronten geriet? Also musste seine eigentliche Quelle besser sein. Verlässlicher. Wer oder was konnte das sein?
„Hitsugaya-Kun?“
Wie konnte er diesen jemanden nur finden und isolieren? Er wurde nicht verfolgt. Sofern seine Paranoia, wenn er die Autos zählte, die an ihm oder seinem Haus vorbei fuhren. Es war womöglich eine Sackgasse. So würde er nicht weiterkommen. Er brauchte einen neuen, besseren Plan. Aber an die Öffentlichkeit konnte er nicht gehen. Er kannte weder den Radius des Einflusses Kuchikis noch den Informanten. Zur Hölle, vielleicht würde der Informant ihn aufhalten. So kam er nicht weiter. Er brauchte einen neuen Blickwinkel. Wem konnte er überhaupt noch vertrauen? Bei wem, konnte er sich sicher sein, dass er nicht der Informant war. Und kein Ausbruch mütterlicher Beschützerinstinkte bekam. Matsumoto war raus. Alle Hinamoris waren raus. Immerhin hatte er noch Hausverbot. Und Momo hatte ihn sicherlich an Aizen verraten. Damals. Aizen war auch raus. Der Typ war unheimlich, obwohl er womöglich die unwahrscheinlichste Person war, die ihn an Kuchiki verraten würde. Selbst wenn er es tat, es hätte sicherlich einen Eigennutzen. Aber bei einer Kooperation zwischen Aizen und Kuchiki sah er keinen Vorteil beider Parteien.
„Hitsugaya!“
Andere Frage, wer würde von einer Kooperation mit Kuchiki überhaupt profitieren? Mitarbeiter, Kunden und vielleicht auch die Konkurrenz. Man, er kannte sich mit dem Geschäftsleben nicht aus. Wie sollte er da nur vorankommen? Okay, neuer Ansatz. Wie könnte jemand durch die Kooperation mit Kuchiki profitieren? Kunden, durch  Rabatt. Mitarbeiter durch Zuschüsse. Die Konkurrenz durch Kartellbildung. Eisläufer? Nein, Kuchiki wollte ihm die Möglichkeit anbieten, häufiger trainieren zu können.
„Aua!“ knurrte er und rieb sich seinen Arm.
„Was gibt´s?“ brummte er miesgelaunt. Er hatte den Faden verloren. Vielen Dank auch. Blöder Gin!
„Ich habe dich mehrfach angesprochen! Du hast nicht reagiert!“
„Echt? Tut mir leid. Ich muss wohl in Gedanken versunken gewesen … sein…“
Gin. Was, wenn Gin dahinter steckte? Niemals, oder? Gin möchte zwar, dass es ihm besser ging, dass er mehr aß. Aber Gin hätte keinen Vorteil, wenn er wegzog. Aber er könnte mehr Zeit mit ihm verbringen, wenn er nicht mehr arbeiten musste. Aber, ja das große aber war, dass Kuchiki ihre Beziehung nicht tolerierte. Gin konnte nicht dahinter stecken… Nein, es muss jemand sein, der ihre Beziehung nicht unterstützt.
„Sag mal Gin, was hält eigentlich dein Vater von der Beziehung?“
„Er … ich weiß nicht. Er toleriert es, aber rät mir auch, meiner Freundin mehr Abstand und Zeit zu geben. Sie sollte auch die Möglichkeit haben neben all ihren anderen Aktivitäten zu lernen!“ antwortete Gin mit einem breiten Grinsen. Wer hatte gesagt, dass er die weibliche Rolle einnahm? Nur weil er so klein war?
„Wie kommst du eigentlich darauf, dass sie die ‚weibliche Rolle‘ spielt?“
„Ich glaube sie sieht unglaublich gut in einem Hochzeitskimono aus. Oder Kimonos allgemein!“
„Und was sagt sie dazu?“
„Sie sei nicht bereit!“
„Ein Monat? Ist das nicht etwas zu früh!“ knurrte er wütend. Bei dem Kerl konnte auch nichts zu schnell gehen was? Er würde ihm eigenhändig den Kopf von den Schultern reißen und dann damit Fußball spielen. Und irgendwoher einen Kimono besorgen und den Körper darein stecken! Natürlich würde er der Öffentlichkeit sein Kunstwerk nicht vorenthalten.
„Alles Okay bei dir? Du siehst verstimmt aus?“
„Nein, es ist alles in Ordnung, wirklich!“ sagte er so freundlich er konnte und mühte sein sanftes Grinsen ab. Hoffentlich gelang ihm die Maskerade.
„Auf einer Skala von 1 bis 10, wie tot bin ich?“
„100 aufwärts!“ bemühte er sich so höfflich zu wispern und aufrichtig, freundlich zu grinsen. Gin verstand seine Botschaft.
„Also, wie immer war schön mit dir!“ bemerkte Gin und räumte sein Zeug zusammen und stapelte die Bücher neu.
„Ich muss noch kurz in die Bibliothek, die hier abgeben! Man siehst sich ja Morgen wieder!“ meinte Gin rasch und erhob sich, warf sich die Tasche über und schnappte sich die Bücher. Einen halbwegs eleganten Abgang, was? Aber das minderte die Tatsache nicht, dass er ihn später dafür umbringen würde! Wahrscheinlich holte sich der notgeile Bock zu diesen Bildern sich einen runter. Das war so schmeichelhaft wie es eklig war. Er würde ihn dafür trotzdem umbringen!
Also fing er wieder an zu essen. Immerhin musste das blöde Sushi weg, das er gestern gekauft hatte. Er war sich nicht sicher, wie lange es noch gut war. Je nachdem, würde er auf dem Heimweg etwas zu essen mitnehmen. Nachdem sie nach der Höllentour endlich wieder zu Hause waren, halfen sie noch kurz ausladen. Eigentlich hatte er gewusst, das Matsumoto bleiben wollte, um mit ihm etwas zu trinken. Vielleicht wollte sie herausfinden, wie er zu dem Vergnügen kam Kuchiki Rukia kennen gelernt zu haben. Man, die Geschichte war so konfus, dass er sie niemals jemanden erzählen konnte. Aber, zu seinem Glück, wurde Rukia-San kurzdarauf abgeholt und Matsumoto entschied sich ebenfalls zu gehen. Dann hatte er nur schlafen wollen. Aber nein, Gin musste ja dazwischen funken. Obwohl er trotzdem irgendwie zu seinem Schlaf kam. Wenn er nachher Gin anrief, musste er unbedingt herausfinden, was Gin tat nachdem er eingeschlafen war…
Kira lief schon eine Weile herum, womöglich suchte er nach jemand. Vergebens, was?
Er schaufelte sich etwas in den Mund, bevor er wieder in die Gedanken abtauchte. Ja, irgendwie musste er diesen Informanten finden. Nur wie? Er war in seinem Umfeld. Da war er sich ganz sicher. Nur blöd, dass sein Umfeld ziemlich klein war und die meisten Personen kaum in Frage kamen. Mist. Das wird nichts. Sollte er Kuchiki fragen? Der würde niemals mit dem Namen herausrücken. Oder behielt er diesen als Trumpfkarte gut versteckt? Was könnte die Folge sein? Würde es einen Keil zwischen ihn und Gin treiben? Wäre all seine wertvolle Entschlossenheit vernichtet?
„Entschuldigung, Hitsugaya-Kun? Wo ist denn Ichimaru-Sempai?“
„Bibliothek, er wollte noch ein paar Bücher abgeben!“
Endlich Mut gefunden alleine das hässliche Tensaiji anzusprechen, stimmt´s?
„Danke!“ murmelte Kira schüchtern und nickte kurz, bevor er verschwand. Er schien es eilig zu haben? Die Pause war noch lang genug. Seltsam. Aber warum sollte es ihn kümmern? Kira war immer etwas seltsam. Das ging schon in Ordnung, oder?

~Pub, 18.00~

„Ihr habt mich reingelegt!“ bemerkte er nüchtern, als er den Pub betrat und beobachtete wie die anderen den größten Tisch deckten.
„Natürlich! Du wärst ansonsten nie gekommen!“ bemerkte sein Chef und schob ihn weiter in das Lokal hinein. Er kam nicht aus der Sache heraus, was? Musste er wirklich warten bis sie alle betrunken waren und er sich davon schleichen konnte?
„Sie konnten seinen Wunsch ja auch nicht respektieren!“ warf Nanao streng ein, während sie sich die Brille hoch schob. Anschließend nahm sie wieder Wasserflaschen und Sake aus der Theke. Nemu trug die Flaschen umher. Unterdessen tauchte Kotarou zusammen mit dem Küchenteam auf. Sie waren beladen mit Tellern und Schüsseln unterschiedlicher Größen. Allerlei verschiedene Gerichte trugen sie auf.
„Na, sieh einer an! Hitsugaya? Ich glaube, ich trau meinen Augen nicht!“ rief Kotarou mit einem breiten Grinsen. Nein, so schnell kam er definitiv nicht mehr hier aus. Also, tat er das was ihm noch blieb. Er fand sich mit der Situation ab. Ein paar Stunden würde er aushalten, oder? Andere Menschen sehen und auf andere Gedanken kommen. Schaden konnte das doch nicht, oder?

Kurzdarauf saßen sie eng beieinander. Alle. Eng. Beieinander. Menschen…
Das wurde anstrengender als er dachte. Nicht weil Harry-San neben ihm saß und ihm ständig wieder Sake nach goss. Und alle über irgendwelche Dinge sprachen von denen er keine Ahnung hatte oder gar nicht kannte. Also saß er peinlich schweigend neben seinem Boss und hoffte sobald wie möglich verschwinden zu können. Zudem musste er morgen früh raus. Immerhin hatte er noch Vorlesungen. Freitag. Klang wie ein Scheißtag alleine zu sein. Aber sollte er wirklich mit Gin den Abend verbringen? Er war sich nicht sicher. Immerhin musste er noch diesen verdächtigen Informanten finden. Und die Suche nach dieser Person war alles andere als leicht. Vielleicht sollte er…
„Sag mal, Hitsugaya-Kun, wieso bist eigentlich immer noch hier?“
„Wie bitte?“ fragte er und wand sich Harry-San zu. Ganz mieser Fehler. Der hatte sicherlich vorgeglüht. Der stank ja abartig aus dem Mund. Oder lag das am Essen. Das war ja schrecklich. Wenn es tatsächlich am Essen lag, dann konnte er sich morgen wirklich nicht mit Gin verabreden.
„Naja, du arbeitest seit knapp zwei Jahren bei uns! Solange hatte es bisher keiner in dem Laden ausgehalten, der in deinem Alter war…“ murmelte Harry-San und versuchte den Kopf soweit wie möglich fern zu halten von dem Mann. Bei dem Gestank war es kein Wunder, das er keine Frau fand. Alles Leben verging bei dem bloß Wittern der Fahne. Und das nach einer Stunde. Das war Rekord.
„Wahrscheinlich wegen der Bezahlung. Wegen den Gästen sicherlich nicht! Vor allem Maki hat es immer besonders auf ihn abgesehen!“ erklärte Nemu ruhig. Einfühlsam wie eh und je. Sicherlich würde sie sich hervorragend mit Gin verstehen. Der hatte bekanntlich ja auch so viel Ahnung von Einfühlsamkeit.
„Ach was! Maki ist doch ein ganz lieber!“
„Das glaube ich nicht! So der ihn die ganze Zeit-…“
„Ja, es ist wegen der Bezahlung, weil es schnell und viel ist. Vor allem weil ich als Student die Materialien zum Großteil selbst finanziere!“ fuhr er bestimmt das zwischen. Zum Glück, nicht, dass Nemu zu erklären begann, wie Maki ihn als nervte. Oder um es mit Kuchikis oder Gins Worten, er war sich da nicht mehr sicher wer es gesagt hatte, aber er traute es beiden zu, dass er sich von den Gästen demütigen ließ. Freiwillig. So als würde er diesen Scheiß brauchen. Die konnten ihn mal am Arsch lecken. Was hatte die das denn zu kümmern, wie die Gäste dieses Pubs ihn behandelten.
Nemu sah ihn fragend an. Er schüttelte nur den Kopf. Dies war ganz sicherlich nicht der Anlass über solche Strapazen zu reden!
„Andere Frage!“ rief Kotarou erfreut. Endlich Themawechsel!
„Nanao-San, in welcher Beziehung stehen sie zu Kyouraku-Keibu?“ Sofort war das gesamte Interesse von ihm verschwunden und alle blickten neugierig zu Nanao. Hauchzart liefen ihre Wangen rot an. War es ihr ebenfalls peinlich im Mittelpunkt zu stehen? Oder hatte die Röte einen tiefgründigen Sinn? Zum Beispiel anderweitige Gefühle…
„Da ist nichts! Er geht mir nur auf die Nerven!“ klärte sie alle auf. Ihre Stimme war gefüllt mit Trotz und Entschlossenheit. Aber, ob diese Entscheidung wirklich zu ihrem Besten war…
Es war nicht sein Problem. Er hatte genügend. Eigentlich hatte er so viele, dass er sie gerne teilen würde. Nur mit wem. Und schon war er wieder bei dem leidigen Thema. Wollte er heute Abend mal nicht daran denken? Lief ja super…
„Was ist mit dir, Hitsugaya-Kun? Schon vergeben?“
„Nee, läuft nicht so! Muss wahrscheinlich am Aussehen liegen…“ antwortete er lässig auf Nemus Frage. Er nahm wieder einen Schluck von dem Sake. Einen möglichst kleinen Schluck. Er wollte nicht der erste sein, der dicht war. Langsam trinken und essen. Das war der Plan. Aber so wirklich aufgehen wollte er nicht. So ein Dreck. Er konnte schlecht noch die Taktik wechseln. Das Einzige, was ihm blieb war der Rückzug…
„Ach was, wenn du dich etwas mehr herausputzt siehst du sicherlich großartig aus!“ munterte ihn Yoshino auf. Sie war eine Küchenhilfe und so ungefähr in Matsumotos Alter…
„Oder es liegt daran, dass kaum jemand in meinem Alter ist an der Uni…“ murmelte und erhielt von allen Seiten zustimmendes Getuschel. So wirklich warm wurde er mit niemand. Warum wusste er nicht. Er kannte kaum jemanden näher. Zur Hölle, von dem meisten kannte er nicht einmal den Nachnamen, weil sie sich nur mit dem Vornamen ansprachen.
„Aber du hast doch sicherlich andere Möglichkeiten Leute zu treffen. Soweit ich weiß fährst du Schlittschuh!“ dachte Kotarou laut nach.
„Lass doch den Jungen in Ruhe, wenn er nicht darüber reden möchte!“ boxte Yoshino ihn in die Seite. Immerhin jemand, der seine introvertierte Einstellung verteidigte. Irgendwie war er selbst kaum fähig dazu. Wieso auch immer. Sobald er länger nachdachte tauchten da ein paar Probleme auf. Probleme, die er eigentlich nicht zur Seite schieben sollte. Aber für einen Abend wäre das nicht schlimm, oder? Der Himmel würde ihm nicht auf den Kopf fallen, stimmt´s?
„Das tun doch nur Mädchen!“ warf irgendeine andere Küchenhilfe ein, die neu war. Seinen Namen kannte er nicht. Okay, mit der Küche hatte er auch immer so viel zu tun. Die Kerle verschwanden pünktlich gegen 22.30 Uhr. Warum sie nicht länger blieben, erklärten sie mit einer Liebe zum Leben. Immerhin konnte er es nachvollziehen. Dadurch kam er auch nur selten mit ihnen ins Gespräch…
„Warst du bei diesem Contest von Hyoushou? Ich habe gehört dort sei die Post abgegangen. Eine Menge bekannter Leute seien aufgetreten!“ fragte Yoshino ganz begeistert. Kannte sie sich etwa aus? Lief sie selbst? Hatte sie dieses bescheuerte Kobayashi-Debakel mitbekommen? Okay, wer hatte das nicht. Ein Typ gewinnt einen Contest und dann fand man kaum Informationen im Internet über diesen Typen. Fast jeder hatte heutzutage Social Media. Besonders die jüngeren Generationen.
„Nein, ich war hier. Ich habe nur den Livestream gesehen!“
Hoffentlich hielt Kotarou die Klappe. Hoffentlich hielt Kotarou die Klappe. Hoffentlich hielt Kotarou die Klappe.
„Schade, der nächste soll Ende Februar sein. In Nagano…“ dachte Yoshino laut nach. Nagano, etwas, das er unbedingt im Hinterkopf behalten sollte. Es brachte ihn auf eine verdammt gute Idee.
„Wirklich? Vielleicht klappt es ja dann!“ bemerkte er ehrlich erfreut. Wirklich. Er hatte keine Ahnung, was in Nagano als abging. Aber es könnte klappen. Sein Plan könnte wirklich gut werden. Nur hatte der Plan auch hohe Kosten. Und die Frage war, ob er mit den Konsequenzen leben konnte.
„Na, Chef! Wie sieht es bei ihnen aus? Schon die Traumfrau gefunden?“ lallte einer der Köche. Shogi. Dicht. Er war dicht. Das war eine angenehme Überraschung er war nicht der Erste. Großartig.
„Nein! Es ist ja nicht so, dass sie hier einfach so herein spazieren würde!“
„Bei manchen schon!“
„Hilf mir mal aus, Yoshino!“ bemerkte Nanao und krempelte den Ärmel zurück. Eifrig nickte die junge Frau und tat es ihr nach.
„Ladies, bevor ihr euch über ihn hermacht. Gedenkt, ich brauche ihn morgen früh noch!“
„Zudem ist er schon betrunken!“ warf Kotarou ein. Unterstützend nickte Harry-San ihm zu. Das hielt aber die beiden Frauen nicht auf. Im Gegenteil, sie erhoben sich und zogen den verrückt, kichernden Koch mit sich. Eigentlich wollte er nicht wissen, was aus dem Koch wurde.
„Falls er stirbt, mein Vater ist Arzt!“ rief Nemu hinterher und nahm einen Schluck von ihrem Sake. Das war jetzt verwirrend. Wieso sollten sie einen Arzt rufen, wenn der Betroffene schon tot war. Naja, war es dann nicht ein klein wenig … zu spät? Oder war ihr Vater Gerichtsmedizin oder so was?
„Der hat keine Ahnung, was passiert, oder?“ hinterfragte Kotarou und bemühte sich es sich wieder bequem zu machen.
„Hundertpro!“
„Oi?“erschrak er, als sein Chef ihn am Arm hochzog. Er spürte die feste Hand um seinen Oberarm greifen. Harry-San sah ihn verwundert an und er blickte ihn verstört an.
„Man, bist du leicht! Kriegst du von deinen Kollegen nichts zu essen?“
„Er isst kaum. Jedenfalls, wenn wir noch da sind!“ bemerkte eine Küchenhilfe.
Scheiße. Nicht noch mehr Leute, die sich über sein Gewicht aufregen. Zwei waren vollkommen genug. Besonders weil es sein Freund und dessen Mutter waren. Und wahrscheinlich sprachen sie sich heimlich mit einander ab. Gin erzählte wann er zu essen kam, dann würde Ichimaru-San so viel Essen machen, als müsste sie eine Armee durchfüttern.
„Ich erwarte ja nicht, dass ihr euch hier durchfüttert. Aber manchmal, Hitsugaya-Kun, ist es durchaus angemessen auf Angebote einzugehen!“ erklärte sein Chef und ließ ab von ihm.
„Ich habe keine Ahnung wie er es macht, aber die Kisten schleppt er selbst nach oben!“ erzählte Kotarou. Ja, verdammt nochmal auf wessen Seite war denn der Mistkerl? Auf seiner Seite jedenfalls nicht! Musste er den Typen jetzt auch noch mit Schweigegeld bestechen, oder was? Er? Jemanden bestechen? Dann müsste er monatelang am Hungertuch nagen.
„Alles auf die geringe Körpergröße angepasst, was?“ grinste sein Chef und ging an ihm vorbei. Er schlug Kotarou auf die Schulter. Dieser zuckte zusammen, bevor er sich erhob. Was hatte Harrry-San nur vor? Nach dem verlorenen Koch schauen? Er glaubte nicht, dass er noch lebte. Nanao-San konnte durchaus streng sein. Wenn nicht sehr, sehr streng. Und durchsetzen konnte sie sich. Nicht so wie er und Maki. Immerhin gelang es ihr irgendwie Kyouraku von sich fern zu halten.
Noch bevor sich die beiden auf die Suche machen konnte nach dem verschollenen Koch, tauchen die beiden Damen wieder auf. Beide waren leicht außer Atem, jedoch setzten sie sich wieder hin. Sie nahmen an der geselligen Runde teil, als wäre eben nichts geschehen.
„Lebt er noch?“
„Er schläft!“ knurrte Nanao und schenkte sich ein neues Glas Wasser ein. Warum sie Sake und Alkohol im Allgemeinen verabscheute, wusste er nicht. Wahrlich, er kannte diese Leute nicht. Leute, die er mindestens zweimal in der Woche sah.
„Schade!“ murmelte Nemu. Sie und ihr Vater waren ihm ab sofort unheimlich. Ende der Diskussion. Nun musste er nur noch herausfinden, wo ihr Vater arbeitete. Nur so für den Fall der Fälle.
„Worum ging es?“
„Hitsugaya-Kuns Mängel!“ kommentierte Nemu als sei er eine Ware. Für ihren Vater wahrscheinlich schon. So was von jemand, den er nicht treffen wollte. Wie hieß Nemu noch mal mit Nachnamen? Ah, verdammt, er hatte keine Ahnung. Er war also am Arsch, egal wie. Man, gab es nicht einen positiven Aspekt in letzter Zeit? Alles schien so gegen ihn gerichtet zu sein. Etwas, das ihm unnötig viele Probleme und Schwierigkeiten machte.
„Wie denn?“
„Er ist so klein und leicht und doch irgendwie stark…“
„Und jetzt?“
„Durchfüttern!“ erklärte Harry-San.
Halt Stopp. Das ging zu weit!
„Nein, das ist wirklich nicht nötig!“
„Versucht ihm trotzdem was unterzuschieben!“
„Wieso?“
„Ich schätze dich sehr! Immerhin hast du es solange mit uns durchgehalten. Fast zwei Jahre. Die anderen haben meist nach einem Monat aufgegeben! Und du kommst mit allen zurecht!“
„Außer mit Maki!“ warf Nemu ein. Harry-San sah nachfragend Nemu an. Also wollte er wirklich wissen, was sein Kumpel als verbockte. Diese Geschichte würde dem Chef gar nicht gefallen! Aber es war ja nicht sein Problem.
„Es ist eigentlich ganz amüsant mit an zusehen!“ murmelte Nemu. Was stimmte mit der nicht? Die war ja schadenfroh. So als würde ihr das Leid anderer Spaß machen. Schrecklich. Durchhalten war ja nett ausgedrückt. Hier zu arbeiten bedeutete einen ordentlichen Schaden zu haben.
„Harry-San, Sie kennen ihn. Hitsugaya-Kun ist wie immer höflich, aber dem betrunkenen Maki gefällt seine Frisur oder die Körpergröße nicht. Er benimmt sich wie ein Arsch!“ erklärte Nanao. Ihren üblichen emotionalen Abstand zu solchen Angelegenheiten schien dieses Mal durchaus dünn. Wahrscheinlich hatte er schon versucht sich an sie ran zu machen, wenn Harry-San oder er selbst nicht anwesend waren.
„Ich glaube, ich werde mal mit ihm reden, was?“ meinte sein Chef und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Danach wurde eine Runde Sake ausgeschenkt und er hatte nun zwei Schälchen vor sich stehen, die er noch zu trinken hatte. Der Abend würde einen ganzen schrecklichen Abschluss finden.


Hallo, ich entschuldige mich für das Ausbleiben des Updates für letzte Woche. Ebenfalls, dass das Kapitel kürzer ist, womöglich prompt endet. Das Ende hängt mit dem nächsten Kapitel zusammen, das wahrscheinlich doppelt solang wird. Ich hoffe, ich habe alle Rechtschreibfehler erwischt. Trotzdem hoffe ich, dass euch das Kapitel irgendwie zufrieden stellen kann, obwohl ich von meiner Arbeit nicht wirklich begeistert bin. Es ging so lange bis überhaupt ein bisschen Motivation aufkam. Tut mir leid! Nächste Woche geht es wie gewohnt weiter. Und womöglich besser.
Bye Bye! Und haltet die Ohren steif!
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