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Meine schlimmsten Feinde sind meine besten Freunde?!

von Franka04
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Julian Preston Ashton OC (Own Character) Oliver Hector
04.05.2018
25.11.2019
13
27.863
1
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Dieses Kapitel
1 Review
 
25.09.2018 3.907
 
Als ich wieder aufwachte, fand ich mich auf einem Schlachtfeld wieder. Ich lag in einer riesigen Schlammpfütze. Vorsichtig stand ich auf. Überall lagen tote Menschen die mit Schwertern, Speeren oder Pfeilen durchbohrt waren. Es mag zwar komisch klingen, aber dies war sogar relativ 'Normal' für mich. Das Merkwürdige an dieser Situation war jedoch, dass jeder dieser Menschen eine römische Rüstung trug. Langsam tastete ich mich an eine dieser Leichen heran. Sie roch bestialisch. Das getrocknete Blut stank so stark nach Urin, dass ich würgen musste. Zögernd streckte ich meine Hand nach der Leiche aus, um sie zu betasten. Meine Hand näherte sich dem toten Mann wie in Zeitlupe. Eigentlich sollte ich den Mann berühren, doch meine Hand glitt einfach durch ihn durch. Verwundert sah ich mich um. Irgendetwas war hier faul. Das spürte ich. Mit meinen Augen scannte ich die Umgebung. Aber niemand Lebendiges war zu sehen. // Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich weiß es.// Dennoch konnte ich nichts ungewöhnliches an diesem Szenario erkennen. Natürlich wusste ich nicht, wie ich hier her kam, was hier passiert war oder warum ich den Geruch der Toten zwar riechen aber sie selbst nicht anfassen konnte. Aber ganz tief in mir drinnen, konnte ich ein seltsames Gefühl spüren. Als wäre ich schon einmal hier gewesen. Und das noch bevor die Schlacht getobt hatte. Erst jetzt merkte ich, dass kein Schlamm an meinen Händen oder am Rest meines Körpers klebte. // Okay. Es ist hier definitiv etwas faul.// Angewidert sah ich die Leiche noch einmal kurz an, bevor ich mich abwandte, um die Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Himmel war Blutrot. Ein kleines Lächeln entfloh mir. // Wie Klischeehaft es doch ist, dass nach einer Schlacht der Himmel Blutrot ist. So viele Bücher über Kriege hab ich schon gelesen und in den meisten Fällen war der Himmel nach der Schlacht rot. Blutrot.// Es war wirklich ein faszinierender Anblick. Doch da gab es eine Sache am Himmel, auf die sich meine ganze Aufmerksamkeit richtete. Die Sonne. Dieser glühende Feuerball, tauchte den Schauplatz in ein wunderschönen Bernsteinfarbenen Ton... // Moment mal. Bernsteinfarben?// Endlich wusste ich, warum ich hier war. Doch die eigentliche Frage die mir noch im Kopf herum schwirrt war: Was oder wo ist 'hier'? Es gab nur einen Weg dies herauszufinden. >> Ares? Wo bist du?<< Kaum hatte ich diese Fragen gestellt, nahm ich auch schon eine Präsenz hinter mir war. Mit einer schnellen Umdrehung, sah ich meinen Gegenüber an. >> Du hast lange gebraucht, um zu begreifen, dass ich dich hier her gebracht habe.<< Seine tiefe Stimme war wie ein Donnern. Das erste Mal, als ich Ares gegenüberstand, hatte ich mich vor seiner lauten donnernden Stimme so sehr erschrocken, dass ich mich am liebsten in eine Ecke verkrochen hätte. Ares war anders als andere Götter. Ihm misstrauen einige von ihnen, insbesondere Athene, weil er ein aggressiver, grausamer, unbarmherziger und blutrünstiger Gott war. Dies wollte ich auch gar nicht bestreiten. In vielen Büchern wurde sogar beschrieben, dass er auf Seiten Lokis kämpfte. Man konnte sogar gewisse Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Göttern sehen. Und dennoch, Unterstützte der Gott des Krieges den Chaosgott nicht im geringsten. Damals, als er mich zu seinem Champion machte, bekam ich wie jeder andere Champion von seinem Gott einen Auftrag. Ich sollte alles in meiner Macht stehende tun, um zu verhindern, dass Loki an die Macht kam. Des Weiteren musste ich Nikes Champions beschützen. Damit meinte er sowohl die Champions, die ihren Dienst bereits erfüllt hatten, als auch die kommenden Champions von Nike. An unserem ersten Treffen meinte Ares zu mir, dass Nike bald einen neuen Champion ernennen würde. Und damit hatte er auch Recht. Nur einige Jahre später ernannte Nike Gwen zu ihrem neuen Champion. >> Wo sind wir?<< Fragte ich. Dabei sah ich mich noch einmal auf dem Schlachtfeld um. >> Im Spiegel deiner Seele.<< Verwirrt sah ich ihn an. Seine Miene war Emotionslos wie immer. Weil er ein Kriegsgott war und das Kämpfen liebte, trug er seine dunkelbraunen Haare relativ kurz. Zwei schmale Narben durchzogen seine linke Gesichtshälfte. Er hatte mir einmal erzählt, dass er diese Narben von Athene erhalten hatte. Sie hatten damals im Trojanischen Krieg gegeneinander gekämpft. >> Im Spiegel meiner Seele? Wie ist das denn gemeint?<< Mit einer Handbewegung deutete er mir an, dass ich ihm folgen sollte. Gemeinsam liefen wir durch das Schlachtfeld. Wie auch die toten Männer und Frauen, trug er eine Lederrüstung. Doch anstatt, dass er eine römische Rüstung trug, trug er eine Ärmellose schwarze Lederweste, die mit Silberelementen verziert war. Passend dazu trug er eine ebenso schwarze Lederhose. Bei jedem Schritt den er tat, klimperten die kleinen Dolche, die an seinen schwarzen Lederstiefeln befestigt waren. >> Du warst schon einmal hier. Doch zudem Zeitpunkt wurde keine Schlacht ausgetragen.<< Manchmal ging es mir echt auf die Nerven, wenn Ares meine Fragen nicht direkt beantwortete. // Hatten alle Götter einen Faible für die Geheimnistuerei?// Ares blieb plötzlich stehen. Und drehte sich zu mir. Seine glühenden bernsteinfarbenen Augen fixierten mich scharf. Ich vergaß, dass Götter in der Regel wussten, was man dachte. Nervös schluckte ich einmal, bevor ich ein leises 'Entschuldigung' murmelte. Mit einem Nicken zur Bestätigung, drehte sich Ares schon wieder um und lief weiter. >> Mir kam es tatsächlich so vor, als wäre ich schon mal vor dem Krieg hier gewesen. Aber was genau meinst du mit Seelenspiegel?<< Er betrachtete mich aus den Augenwinkeln. >> Als du das letzte Mal hier warst, tobte noch kein Krieg. Zu diesem Zeitpunkt war auch noch Preston am Leben. Doch in der Zeit in der du nicht hier warst, hat sich viel geändert. Du wurdest schwächer und kaputter, als du es eh schon warst und dies hat auch Einfluss auf deine Seele. Je mehr Schmerz und Kummer du erleidest, desto kaputter wird deine Seele.<< Seine Stimme war eisern, doch ich konnte einen winzig kleinen Hauch von Mitleid heraus hören. >> Stell dir vor, dass alles Negative, was du bis jetzt erlebt hast eine gewaltige 'Fleischwunde' ist. Schmerzen einer solchen Wunde können dich umbringen oder in den Wahnsinn treiben. Aber da gab es eine gute Sache in deinem Leben. Dein 'Schmerzmittel'. Preston war dieses Mittel. Er konnte nichts von dem Rückgängig machen, was passiert ist, dennoch konnte er sehr wohl den Schmerz von dir fernhalten. Doch als Preston dann starb, wurde dein 'Schmerzmittel' nur zu einem weiteren Teil deiner 'Fleischwunde'. Und jetzt da du diese 'Schmerzen' spürst, zerbrichst du daran.<< Geschockt blieb ich stehen. >> Das heißt, dass meine Seele verkorkst ist und ich wahrscheinlich nicht in einem Kampf mit Schwertern sondern durch einen Kampf mit meinem Gefühlschaos sterben werde?!<< Da Ares keine Anstalten machte mir auch nur zu antworten, nahm ich sein Schweigen als ein 'Ja' hin. Ich versuchte mich zu beruhigen, indem ich einmal tief durch Atmete und kurz die Augen schloss. Nach einigen Sekunden ging es mir erstaunlicher Weise schon deutlich besser. >> Manchmal sind die Fähigkeiten eines Hamingjur praktisch. Nicht wahr?<< Die Gottheit hatte recht. Egal wie schnell ich mich auch aufregte, ich konnte mich mindestens genauso schnell wieder abregen. >> Ja, da hast du recht. Dennoch ist es auch oft lästig. Nur ein kleiner Wutanfall und ich könnte schon im nächsten Moment eine gigantische Bestie sein.<< Ich vernahm ein leichtes schmunzeln auf Ares' Gesicht. >> Wer sind eigentlich diese Menschen hier?<< Dabei sah ich mich um. Wir waren schon einen weiten Weg gelaufen, und es lagen immer noch überall Leichnamen herum. >> Das sind Menschen, die du hast sterben sehen. Egal ob du sie ermordet hast oder sie anders ums Leben kamen.<< Vor uns lagen zwei Leichen. Ein Mann und eine Frau. Beim genaueren Hinsehen konnte ich nicht glauben, wer die beiden waren. Vor Schock stolperte ich einige Meter nach hinten. Auch Ares bemerkte dies und sah die Leichen an. >> Deine Eltern, Katherine und James Hunter. Sie waren herausragende Krieger des Pantheons.<< Nachdem ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte, stellte ich mich neben Ares. >> Ja, das waren sie.<< Betrübt schaute ich auf sie nieder. So schnell wie möglich wollte ich das Thema wechseln. >>Weswegen hast du mich eigentlich hierher gebracht?<< Bei meiner Frage wandten wir uns beide von den Leichen meiner Eltern ab und gingen weiter. >> Ich möchte von dir, dass du alle Informationen über die wichtigsten und mächtigsten Artefakte sammelst. Du sollst sie nicht selbst finden. Zu groß ist die Gefahr, dass sie bei einer Durchsuchen der Schnitter gefunden werden. Des Weiteren sollst du diese Informationen indirekt an das Pantheon weitergeben. Wie du dies anstellst ist dir überlassen.<< Misstrauisch sah ich ihn an. >> Ist das alles? Das klingt zu einfach. Wo ist der Haken?<< Ares schaute weg, als wäre ihm es irgendwie unangenehm. >> Fang da an, wo alles begonnen hat...<< Verdattert sah ich ihn an. Ich wollte anfangen zu sprechen, doch als Ares mir seine Hände auf die Schultern legte und mir zu nickte, wusste ich, dass er mich jetzt zurückschicken würden. Er lies mich los und ging an mir vorbei. Innerlich machte ich mich schon auf die Rückreise bereit, indem ich die Augen schloss. >> Ach übrigens. Ein Selbstopfer ist sehr mächtig, besonders wenn man sich aus freiem Willen dazu entschließt.<< Blitzschnell riss ich meine Augen auf und wirbelte herum, doch es war schon zu spät. Ares war weg. Nichts außer große schwarze Geierfedern blieben übrig. Danach wurde auch um mich alles schwarz und ich wurde zurück in die Realität
gebracht.
Als ich die Augen wieder öffnete, fand ich mich in der Bibliothek der Altertümer wieder. Nachdem ich mich ausgiebig gestreckt hatte, stand ich auf und schaute über das Geländer nach unten in den Hauptraum. Es war deutlich weniger los. Um genau zu sein, gar nichts. Die meisten Schüler hatten wahrscheinlich gerade Unterricht. Auf einmal wurde die Tür zur Bibliothek aufgerissen und ein sehr zorniger Nickamedes stapfte zu den Büros im Untergeschoss. Da ich sicherstellen wollte, dass kein anderer in der Bibliothek war, atmete ich einmal tief ein. Und sofort wurden meine Augen wieder Bernsteinfarben. Zu meinem Glück nahm ich nur den Geruch von Nickamedes war. Da ich mich jetzt nicht im verborgenem halten musste, schwang ich mich über das Geländer und viel vor Nickamedes zu Boden. Meine Knochen knackten so unerträglich laut, dass es sogar mein Gegenüber mit bekam. Denn dieser verzog sein Gesicht schmerzvoll, obwohl er keine Schmerzen hatte. Die hatte ich auch nicht. >> Victoria, was machst du denn hier?<< Ich ging zu einem der Tische und setzte mich auf diesen. >> Nun, ich wollte dir deinen Schlüssel wiedergeben. Ach ja, was haben sie eigentlich wegen Gwen gesagt?<< Nickamedes wandte sich zu mir um und sah mich misstrauisch an. >> Sie haben Gwen befragt und jetzt läuft sie mit einem 'Bodyguard' herum. Aber als Gwen den Raum verlassen hat, wurde uns das Verhörs 'Werkzeug' gezeigt. Ein Korb wurde aus eine der Zellen geholt und aufgemacht, aber als wir rein sahen...<< Er unterbrach sich selbst. Vermutlich fragte er sich gerade, warum er mir dies erzählte. >> Lass mich raten, ihr fandet eine tote Maat-Natter vor.<< Verschwörerisch sah ich ihn an. Seine Augen weiteten sich für einen kurzen Augenblick. Doch dann verfinsterte er seine Miene. >> Woher weißt du das?<< Knurrte er mich an. Er ging einen großen bedrohlichen Schritt auf mich zu. Eigentlich sollte ich vor ihm angst haben, denn er war ein Spartaner und er konnte mich, wenn er wollte, mit einem Flusen umbringen. Doch ich musste mir ein dickes Grinsen verkneifen. Ich hatte ihn noch nie zuvor so 'bedrohlich' gesehen. >> Das ist jetzt nicht relevant.<< Mit einem Ruck, sprang ich vom Tisch herunter und ging zu ihm. >> Für mich ist es relevant!<< Keifte Nickamedes. Wütend starrte er mich an. Seine eisblauen Augen fixierten meine braunen. Es fühlte sich so an, als würde er versuchen, mich mit seinen Augen zu durchbohren. Trotzdem ging ich schweigend weiter auf ihn zu, nahm seine Hand und legte ihm seinen Schlüssel dorthin. Ich wollte wieder gehen, doch er packte mich am Handgelenk und hielt mich fest. >> Lass mich los!<< Schrie ich ihm entgegen. >> Nein. Du bittest mich um Hilfe, doch ich weiß gar nicht was mein Handeln für Konsequenzen haben wird!<< So 'stark' wie ich konnte, versuchte ich mich aus seinem Griff zu befreien, doch es klappte nicht. // Sein Griff ist nicht stark, doch wenn ich mich mit aller Kraft losreiße, reiße ich ihm entweder den Arm ab, oder ich breche ihn nur.// Da ich beides nicht wollte, weil es nur zu Problemen geführt hätte, hörte ich auf mich zu wehren. >> Na schön. Ich wusste, dass das Verhör mit einer Maat-Natter gehalten wird. Deswegen brauchte ich auch deinen Schlüssel. Mein Ziel war es, die Natter zu töten. Und Überraschung! Ich war Erfolgreich. Mehr brauchst du nicht wissen.<< Immer noch starrten wir uns böse an. Doch Nickamedes lies mich los, da er seine Antwort erhalten hatte. Er machte auf dem Absatz kehrt und wollte wieder gehen, doch dieses Mal hielt ich ihn am Handgelenk fest. >> Was soll das?<< Dabei zerrte er mit aller Kraft und wollte sich losreißen, doch ich verstärkte den Griff einfach nur. Dies lies ihn scharf die Luft einziehen. >> Ich muss wissen, wie ich an die Akten meiner Eltern heran kommen.<< Nickamedes runzelte die Stirn. >> Warum?<< Ein lautloser Seufzer entglitt mir und ich rollte mit den Augen. >> Ist es nicht normal, dass ein Mädchen mehr über ihre Eltern erfahren möchte?<< Er nickte kurz zu Bestätigung. Deswegen lies ich ihn los. Mit schnellen Schritten ging er in sein Büro. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er mit zwei großen Ordnern wieder. >> Das Pantheon bat mich sie auf zu bewahren.<< Schnell nahm ich mir die Ordner und sah sie gierig an. >> Danke.<< Lächelnd sah ich zu ihm herauf. Gerade wollte er etwas erwidern, doch ich hielt ihm die Hand vor dem Mund. Ganz leise Schritte waren zu hören. // Okay mir bleibt nicht mehr viel Zeit. Wie viele sind es? Hört sich an, wie vier Personen.// Am Geruch konnte ich entnehmen, dass es sich um drei Männer und eine Frau handelte. Mir entfloh ein leises Knurren. Den Geruch dieser Frau würde ich bei fünf Kilometern Entfernung gegen den Wind riechen. // Agrona..// Damit nahm ich ordentlich Anlauf und sprang so hoch es ging Ares' Statur hoch. Da ich aber nicht genug Anlauf hatte, kam ich nur bis zur seinem Gürtel. Den Rest kletterte ich so schnell wie möglich hoch. Mit einem Schwung, wurde die Bibliothekstür aufgestoßen. // Das ist meine Chance.// Dank meiner Amazonenschnelligkeit konnte ich noch unbemerkt durch die Tür huschen, bevor diese zu fiel.
Schwer atmend, stand ich nun vor der Bibliothek. Trotz, dass ich so erschöpft von diesem Sprint war, merkte ich, wie mich die Greifenstaturen anstarrten. Ich sah zur linken Statur herüber. >> Ich weiß was du jetzt denkst. 'Du bist doch eine Amazone, also warum bist du so erschöpft?' Ich benutze meine Amazonenkraft aber so gut wie nie, Okay?<< Es mag etwas komischen klingen, doch ich meinte, ein unscheinbares nicken der Statur zu sehen. Ohne Umschweife, lief ich direkt zum Haupttor der Akademie. Schnell quetschte ich mich dann durch die Gitterstäbe des riesigen Tores und verließ, dass Akademiegelände.
Am Auto angekommen, legte ich als erstes die Ordner ins Handschuhfach, damit sie nicht beschädigt wurden. Widerwillig, fuhr ich zu meinem nächsten Ziel. Das zweite Mal an diesem Tag, betrat ich das Gelände, des meiner Meinung nach zu protzigem Anwesen der Hollers. Vivians Schwarzer Rock saß auf dem Balkon, der zum Arbeitszimmer gehörte und schaute mich an. // Oh Gott, wie ich diesen Vogel hasse.// Dennoch lies ich mich nicht von ihm abhalten, die Villa zu betreten. Zügig ging ich ins Arbeitszimmer, wo zu meinem Glück auch schon die Person saß, die ich sprechen wollte. >> Vivian.<< Begrüßte ich sie mit einer Stimme, die selbst Feuer zum erfrieren gebracht hätte. Sie sah auf, und als sie mich erblickte, verfinsterte sich ihre Miene. >> Was willst du von mir?<< Fragte sie genervt. >> Ich wollte nur Bescheid sagen, dass ich für ein paar Tage verreisen werde.<< Vivian sah mich an, als hätte sie einen Geist gesehen. Doch auf einmal fing sie hysterisch an zu lachen. Verdutzt schaute ich sie an. >> Du glaubst wirklich, dass du Urlaub nehmen kannst? Bist du noch bei Verstand?<< Und schon wieder hatte ich dieses Bedürfnis, Vivian den Hals umzudrehen. Man sollte dies nicht falsch verstehen. Eigentlich wünschte ich niemanden vom ganzen Herzen den Tod, aber wenn Vivian einen Unfall hätte und ich die einzige wäre, die ein Telefon hätte um den Notarzt zu rufen, würde ich mir eine Pizza bestellen. >> Niemand hat behauptet, dass ich Urlaub machen will. Ich will in der Zeit recherchieren.<< Sie stand auf und stellte sich genau vor mich hin. >> Recherchieren, kannst du auch hier!<< Blaffte sie mich an. Gerade wollte ich etwas erwidern, doch die Tür des Arbeitszimmers wurde aufgestoßen und Agrona und ein anderer Schnitter betraten den Raum. >> Ich weiß echt nicht warum ich das gesagt habe. Bitte glaube mir doch!<< Flehte der Schnitter Agrona an. Ich erkannte ihn. Er war der Schnitter, der vorhin mit mir im Akademiegefängnis war. >> Was ist hier los?<< Fragte Vivian. >> Du wirst nicht glauben, was passiert ist. Wir haben im Akademiegefängnis den Korb mit der Natter aufgemacht und finden die Natter TOD vor! Und David hier war der einzige, der heute mit der Natter im Kontakt war!<< Agrona und Vivian bedachten David mit einem wütenden Blick. >> Außerdem meinte er, als ich ihn fragte, wie dies passieren konnte, dass er die Natter vergiftet hat!<< Beide Augenbrauen von Vivian schossen in die Höhe. >> Ach wirklich. Ich glaube wohl eher, dass es jemand anderes war. David ist nicht Intelligent genug, um so einen Plan auszutüfteln.<< Bei ihren Worten sah sie mich intensiv an. >> Ich bin sehr wohl Intelligent genug. Man sieht doch, dass ich erfolgreich war.<< Mischte sich David ins Gespräch ein. Doch kurz darauf wurde ihm klar, das er gerade schon wieder 'Gestanden' hatte. >> Wir können ganz leicht heraus finden, ob er es war oder nicht.<< Warf ich ein. >> Und wie?<< Wollte Agrona wissen. >> Vivian besitzt doch Telepathiemagie. Wie wäre es, wenn sie einfach Davids Gedanken ausliest.<< Mein Vorschlag schien Agrona zu gefallen, denn sie lächelte mich zufrieden an. >> Sehr gut Victoria.<< Nun sah Agrona zu Vivian. >> Auf die Idee hättest du auch kommen sollen!<< Schimpfte sie Vivian aus. >> Was? Nein, ich will nicht, dass Vivian in meine Gedanken eindringt.<< Ein höhnisches Lachen entfloh Vivian. >> Wieso, hast du angst, dass ich dich mit meiner Telepathie umbringe und du so ein erbärmliches Schicksal wie Preston erleiden musst?<< Vivian kassierte einen mordlustigen Blick von mir. Agrona bekam dies mit und schlug Vivian auf den Hinterkopf. Ich musste mich richtig anstrengen nicht laut los zu Lachen. >> Wir haben doch heute morgen über das Thema Preston diskutiert. Glaub mir, wenn Victoria noch einen Dolch nach dir wirft, werde ich dich nicht verarzten, auch wenn das heißt, dass du sterben könntest.<< Dieses Mal war ich diejenige, die höhnisch Grinste. Noch bevor Vivian etwas erwidern konnte, deutete Agrona an, dass Vivian endlich mit dem Gedanken auslesen beginnen soll. Ohne ein weiteres Wort setzte Vivian ihre Telepathie ein. Nach einigen Minuten sah Vivian ungläubig David an. >> Er sagt die Wahrheit! Er hat die Natter mit Tabak umgebracht?! Kontrolliert seine Taschen, damit ich sicherstellen kann, dass es keine Falsch eingesetzten Erinnerungen sind.<< Bei ihrem letzten Satz schielte Vivian noch einmal zu mir, als würde sie hoffen, dass ich es gewesen war. Ich war es auch, aber Vivian wird es nie erfahren. Agrona stiefelte zu David und durchsuchte seine Taschen. Anscheinend wurde sie fündig, denn sie hielt kurz inne. Sie holte eine kleine Phiole heraus. Vorsichtig öffnete sie diese und roch daran. >> Es stinkt nach Tabak.<< Sie rümpfte die Nase. >> Du weißt, was das heißt David?<< David fiel vor Agrona auf die Knie. >> Bitte nicht! Nein ich will nicht sterben!<< Bettelte er. >> Du hast uns verraten. Du verdienst keine Gnade!<< Zischte Agrona wütend. Ohne das David die Chance hatte etwas zu erwidern durchbohrte ihn Agronas Schwert und er fiel leblos zu Boden. Nun wandte sich Agrona an mich. >> Da du geholfen hast, den Verräter zu entlarven, darfst du einen Wunsch äußern Victoria.<< Ich zögerte keine Sekunde. >> Ich möchte, dass meine Strafe, die du mir heute Morgen hinterher gerufen hast, nicht ausgeführt wird. Als hättest du sie nie ausgesprochen.<< Vivian runzelte die Stirn. >> Und ich dachte, dass du für ein paar Tage vereisen wolltest?<< Genervt sah ich Vivian. >> Ja, dies habe ich auch noch vor?<< Damit ich Vivian ekelhafte Visage nicht sehen musste, drehte ich mich zu Agrona. >> Und? Akzeptierst du meinen Wunsch?<< Sie schien einen Moment über meinen Wunsch nachzudenken. >> In Ordnung, wir tun so, als wäre nie etwas gewesen. Aber was meinte Vivian mit 'ich dachte, dass du vereisen wolltest'?<< Fragend sah sie mich an. >> Ich wollte mehr über mächtige Artefakte in Erfahrung bringen. Wie du weißt, waren meine Eltern beim Pantheon tätig und als Pantheon Mitglied, hatten sie Zugang zu Informationen, die selbst du noch nicht besitzt. Ich denke es wäre ein Vorteil, wenn ich anstatt sie die Artefakte ausfindig mache.<< Und das war noch nicht einmal gelogen. Aber ich hatte nicht vor, die Informationen an Agrona weiter zu geben. Außerdem wird mir Agrona jetzt etwas mehr Vertrauen, weil ich ihr geholfen hatte den 'Verräter' auf zu spüren. >> Okay. Du hast die Erlaubnis, solange wie nötig zu vereisen.<< Als Antwort bekam Agrona nur ein kurzes Nicken von mir, bevor ich auch schon das Anwesen wieder verließ und nach Hause fuhr. Zu Hause angekommen packte ich meine Sachen und nahm mir ein Taxi zum Flughafen. Zu meinem Siebzehnten Geburtstag hatte mir Preston zwei Flugtickets geschenkt. Eine für ihn und eine für mich, doch wie es jetzt aussah, würde ich alleine fliegen. So führte mein Nächstes Ziel in meinen alten Heimat Staat Wyoming.

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So das waren die anderen Szenen, die eigentlich noch für Kapitel 5 gedacht waren, aber sonst wäre es ein viel zu langes Kapitel geworden.

Hamingjur= Gestaltwandler
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