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Unsterblich

von Hasimausi
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
04.05.2018
04.05.2018
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04.05.2018 727
 
Unsterblich

Magnus wusste nicht wie lange er schon auf den Trank in seinen Händen starrte. Es musste wohl schon eine Weile sein, denn er erinnerte sich daran, dass es dunkle Nacht gewesen war, als er die Rezeptur fertiggestellt und endlich in Händen gehalten hatte.

Nun dämmerte es draußen bereits und der ein oder andere Vogel hatte sein Morgenlied angestimmt. Er meinte sogar, das Öffnen der Blütenkelche auf seinem Balkon hören und die Wärme der Sonne, die langsam an Kraft gewann, fühlen zu können. Ja, dort draußen folgte alles seinem natürlichen Lauf.

Nur er selbst strebte dem entgegen. Versuchte verzweifelt, den Lauf der Dinge aufzuhalten - hinauszuzögern, was doch letztendlich unvermeidbar war. Den Verlust der kommen würde und die unendliche Leere, die ohne Zweifel zurück bliebe, zu vertagen.... Den Tod zu besiegen.

Ob er wirklich das Richtige tat?

Tief atmete Magnus ein. Jetzt war wirklich nicht die Zeit, plötzlich noch Zweifel zu bekommen. Schließlich hatte er in den letzten Monaten sehr deutlich bemerkt, wie dünn Alec geworden war und wie sehr seine Kräfte nachließen. Wenn er jetzt nichts unternahm, würde er ihn für immer verlieren. Vor vielen Jahren hatte er schon einmal vor dieser Entscheidung gestanden und damals wie heute gab es kein zurück für ihn. Er konnte seinen geliebten Alexander einfach nicht gehen lassen.

Entschlossen öffnete der Hexenmeister die kleine Phiole und wappnete sich gegen den unendlichen Schmerz, der bald darauf folgen würde. Denn eine Zutat fehlte noch für die Vollendung des Tranks. Es war auch die wichtigste Zutat, nämlich ein Teil seiner Lebensenergie. Diese Energie würde für ihn nach der Übertragung für immer verloren sein und seine magischen Fähigkeiten auf ewig schwächen. Aber das war zweitrangig.

„Für Alexander“, flüsterte er leise und legte seine Hand auf sein Herz. Ein sanftes Glühen ging von seinen Fingern aus. Nur noch wenige Sekunden, dann würde es beginnen....

Magnus war so konzentriert, dass er das Öffnen der Tür nicht hörte. Dafür spürte er jedoch die Hände, die sich sanft auf seine Schultern legten.

„Oh Magnus, was tust du denn nur?“ Alec´s Stimme klang resigniert. Seine Berührung hatte den Energiefluss unterbrochen und das Glühen in Magnus Fingern war wieder erloschen.

Fast schon ärgerlich drehte sich der Hexenmeister um. „Ich tue das, was notwendig ist. Und versuche bitte nicht, mich davon abzuhalten. Ich werde dir diese Energie geben und du wirst sie annehmen. Alles andere ist einfach keine Option.“ Magnus Stimme war immer lauter geworden, während er seinen Geliebten ansah.

Alec sah in seinen Augen immer noch wunderschön aus, auch wenn er trotz der magischen Verlängerung seiner Lebenszeit mittlerweile sichtlich gealtert war. Sie waren nunmehr seit mehr als einhundert Jahren ein Paar. Sie hatten Höhen und Tiefen erlebt, aber immer hatte sie die unendliche Liebe zueinander verbunden. Und er war noch nicht bereit dieses Band zu lösen. Er konnte es nicht.

„Ich liebe dich, Magnus.“ Zärtlich fuhr Alec mit seinem Zeigefinger die zusammengepressten Lippen seinem Mannes nach. „Und um dieser Liebe Willen bitte ich dich: Lass mich gehen. Niemand hätte ein besseres und erfüllteres Leben als ich haben können. Ich hatte das große Glück viele Jahre mit der Liebe meines Lebens zusammen zu sein. “ Alec schwieg einen Moment, er schien erschöpft. „Verstehe doch Magnus, ich bin ein Shadowhunter. Uns ist es nicht bestimmt auf ewig zu leben. Dies hier ist nicht mehr meine Zeit. Alle Menschen die ich gekannt und geliebt habe sind schon lange tot. Nur du bist mir geblieben. Ich bin müde Magnus und meine Kraft ist verbraucht. Bitte halte mich nicht länger fest.“

Jegliche Energie schien Magnus zu verlassen. Er hatte gewusst, wie Alec über die Sache dachte, es aber nicht wahrhaben wollen. Zu schmerzhaft war der Gedanke gewesen ihn endgültig zu verlieren.

Hilflos flüsterte er:“Aber was soll ich denn ohne dich tun? Wie soll ich denn leben ohne dich?“

Alec zog ihn in eine feste Umarmung und legte den Kopf auf seine Schulter. „Du wirst niemals ohne mich sein, Magnus. Meine Liebe wird dich immer begleiten, auch wenn ich schon längst nicht mehr auf dieser Erde verweile. Meine Liebe ist wie du: Unsterblich.“

Resigniert schloss der Hexenmeister die Augen und drückte Alec so fest es ging an sich. Er wusste, dass er verloren hatte. Ihm blieb jetzt nur noch, die restliche Zeit mit Alexander zu genießen und Erinnerungen zu schaffen, von denen er für den Rest der Unendlichkeit zehren konnte.
Sein geliebter Shadowhunter wollte es so.
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