Keep your mind.

von lusie
GeschichteRomanze / P12
Chris Evans
03.05.2018
27.08.2019
35
55654
28
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Hallo an alle alten und neuen Hasen auf der Zuckerwattewolke *.* Schön, dass ihr alle hier seid!
Es geht weiter :-)

***

Am darauffolgenden Morgen springt Chris in seinen Wagen und macht sich auf den Weg zu Theas Wohnung.
Irgendwie hat er ein komischen Gefühl in der Magengegend, ohne sie ihre eigene Wohnung zu betreten und diverse Dinge zusammenzusuchen. Und es würde definitiv nun ein einziges großes Gesuche werden.
Angekommen schließt er die Tür hinter sich und sieht sich durchatmend einmal um. Aufgeräumt wie immer. Er sieht ihren Rucksack neben dem Esstisch stehen und nickt zu sich selbst. iPad und Kopfhörer liegen wie vermutet auf dem Klavier, an ihrem Schreibtisch findet er auch die beschriebene Kamera und entscheidet sich dazu, doch so nett zu sein und ihr die Speicherkarte mitzubringen. Hierfür packt er noch den passenden, danebenliegenden Adapter ein, verstaut alles sicher in ihrem Rucksack.
Zahnbürste und diverse andere Hygieneartikel hat er auch schnell zusammengeschmissen, bis er staunend vor Matheas offenem Kleiderschrank steht. "Wow", entfährt es ihm.
Diese Frau hat allen ernstes ihre Klamotten nicht nur nach Art, sonder auch noch nach Farben sortiert. Von dunkel nach Hell.
Schnell zieht er sein Handy aus der Hosentasche, macht ein Foto und schickt es an Thea. "Freak", schreibt er darunter und es dauert nicht lang, bis er einen heulenden Smiley zurück erhält. "Ich kann einfach nicht anders!", schreibt sie, "Oh und die dünne schwarze Jacke ganz links kannst du mir bitte auch noch mitbringen. Danke, du bist mein Held! <3"
Schmunzelnd steckt er das Handy zurück in die Hosentasche und stopft das benannte Jäckchen neben einer Jogginghose, Socken, Unterwäsche und ein paar Shirts in Theas Rucksack.
Zufrieden mit seinem Werk nickt er und fährt zum Krankenhaus.

Der Interviewtermin am Mittag läuft ganz hervorragend. Auch wenn er immer wieder und wieder ganz schön nervös ist, fallen die Wörter quasi nur so aus seinem Mund. Zu seinem Glück hat er zwei seiner Schauspielkollegen an seiner Seite.
Nach dem Interview kickt ihm Scarlett gegen die Schulter.
"Hey, mein Shooting für übermorgen wurde abgesagt. Geht es Mathea gut?" In Chris' Hirn gehen mehrere Lichterketten gleichzeitig an. "Ach, du bist der geheimnisvolle Shootingstar. Kriegst du 'nen neuen Termin mit jemand anderem?" Scarlett zieht irritiert die Augenbrauen zusammen. "Ich krieg... 'nen neuen Termin mit Mathea..", sagt sie verwirrt, "Was ist denn los?" - "Die Schnarchnase ist gestern vor ein Auto gerannt. Also hab ich den ganzen gestrigen Abend im Krankenhaus verbracht. Aber das wird sie freuen, dass nicht einfach ein anderer Fotograf für dein Shooting gestellt wurde."
"Warte, sie ist was? Warum bist du so ruhig dabei?"
Chris lacht auf. "Weil es nicht so schlimm ist, wie angenommen. Gebrochener Arm, gebrochene Rippe, fette Gehirnerschütterung mit Platzwunde... sonst hat sie einen wahnsinnigen Schutzengel gehabt." Scarlett nickt. "Sag ihr von mir liebe Grüße und gute Besserung. Kommt sie nächsten Monat mit zu der Premiere?"
Chris hält kurz die Luft an.
"Wow, du hast noch gar nicht gefragt?!" Entsetzt starrt sie ihren langjährigen Freund an. "Tatsächlich noch nicht, nein." Er senkt seinen Blick und wirkt ein bisschen, wie ein im Regen stehen gelassener Pudel. "Wieso?! Wovor hast du denn jetzt schon wieder Angst?" - "Ich weiß es doch auch nicht, Scar... sie ist auch immer so beschäftigt und wir sahen uns in letzter Zeit nicht so oft und gestern hab ich's vergessen und eigentlich hatten wir besprochen, uns erstmal aus der Öffentlichkeit rauszuhalten... und ich glaube auch, dass sie bei der Premiere wahrscheinlich eher arbeiten muss... oder will." - "Das wirst du aber auch nicht herausfinden, wenn du nicht fragst", antwortet die Schauspielerin streng, was Chris jedoch zum Grinsen bringt. "Ja Ma'm."
"Chris...", setzt sie dann nochmal an, sieht ihm genau in die Augen und hält ihn rechts und links an den Oberarmen fest. "Mathea ist eine ganz ganz tolle Person, mit der du wahrscheinlich über ALLES frei sprechen kannst. Bitte setz' es nicht durch irgendwas komisches in den Sand."
Chris nickt stumm.
"Und wenn sie 'Nein' sagt? Wenn sie nicht mit mir in die Öffentlichkeit will?"
"Dann würde es dafür sicher seinen Grund geben." Sie seufzt und kann einfach nicht verstehen, dass er es sich so schwer macht. "Erst dieses Geheimhaltungsding von eurer Beziehung und nun sowas", wettert sie weiter, während die beiden aus dem Gebäude gehen. "Theoretisch hast du doch nichts zu verlieren. Ihr kennt jeweils eure Eltern, euer Umfeld kennt euch, bei euch läuft's... es läuft doch, oder?!" - "Ja, natürlich!!!", antwortet Chris schnell und inspiziert den Boden unter seinen Füßen. Scarlett hat mal wieder recht, das weiß er ganz genau. Und sie hat mit ihm schon viele Frauen durchgemacht und hatte auch bei jeder ihre klare Meinung. Meist fiel sie eben nicht so positiv aus und auch damit hatte sie früher oder später einfach Recht behalten. Bei Mathea beanstandete sie bisher nichts. Und das gibt Chris zusätzlich ein gutes Gefühl.
"Frag' sie endlich. Mit der hat man bestimmt 'ne Menge Spaß auf 'ner Aftershowparty. Und wenn du nicht fragst, frag ich!"
"Das tust du nicht!"
"Doch und wie! Und dann kommst du so richtig in Erklärungsnot, mein Freund. Willst du sie nicht mitnehmen?"
Chris schnappt empört nach Luft und sieht die Blonde entsetzt an. "Was ist das denn für eine Frage, natürlich will ich sie mitnehmen. Überall, am liebsten. Und meinetwegen mein Leben lang, weil ich diese Frau abgöttisch-..." Er hält den Atem an und realisiert jetzt erst, was er im Begriff war zu sagen. Auf Scarletts Gesicht bildet sich ein breites Grinsen aus. "Man, dich hat's ja richtig erwischt." Chris seufzt und zieht sein Handy aus der Hosentasche. "Was tust du denn jetzt?"
"Thea Bescheid geben, dass ich nachher nach dem Koffer packen nochmal vorbei komme."
Zufrieden verschränkt die Schauspielerin die Arme vor der Brust. "Danke, Scar", murmelt er, woraufhin sie ihn in ihre Arme zieht. "Ich verpasse dir doch immer gerne wieder einen Arschtritt", grinst sie, "Mach's gut, Großer. Wir sehen uns spätestens übermorgen am Set." Chris drückt ihr noch einen Kuss auf die Wange und verabschiedet sich.
Gerade in seinen Wagen eingestiegen, denkt er seinen Satz zuende. '...liebe. Weil ich diese Frau abgöttisch liebe.'

Am späten Nachmittag dreht sich Mathea, im Schneidersitz und mit Kopfhörern auf ihrem Krankenbett sitzend, genüsslich eine Tafel Schokolade rein, während in ihrem iPad eine Star Wars Episode läuft. Heute sieht ihr Kopf schon nicht mehr ganz so schlimm aus, den dicken Verband hat ein schickes, breites Pflaster abgelöst, sie durfte derweil duschen und hat sich von einer lieben Pflegeschülerin die blonden langen Haare zu einem französischen Zopf flechten lassen. Die Rippen tun ihr weh, wie zuvor und sie ist wirklich in Versuchung, sich vor lauter Langeweile selbst etwas auf den Gips an ihrem linken Unterarm zu malen.
Vertieft in den Film und in die Schokolade, bemerkt sie nicht, wie jemand den Raum betritt und sich plötzlich zu ihr auf das Bett schmeißt. "HUAAAHH!", schreit sie auf, reißt sich selbst die Kopfhörer aus den Ohren und hält sich kurz darauf lachend die Hand vor den Mund, weil Chris sie ebenso schockiert von ihrem Aufschrei ansieht. "Spinnst du?!", lacht sie und hält sich den eigenen Oberkörper. "Oh Chris, man. Das tut so weh!", jammert Thea hinterher und lässt sich beschwichtigend vom schönen Mann küssen.
"Tut mir Leid", murmelt er mit seiner extra ruhigen, dunklen Stimme an ihre Lippen und sie ist schon wieder am dahinschmelzen. Er streicht ihr sanft über die Wange. "Du bist wunderschön. Und weniger Zombie, als heute morgen noch."
Er muss grinsen, als Thea gespielt empört ausholt und ihm die Faust gegen die Schulter kickt. "Danke für das Kompliment. Können wir mal fragen, ob ich hier ne Stunde raus kann? Ich halte das nicht mehr aus." - "Klar. Aber warum musst du fragen?" Thea rollt mit den Augen. "Darf nicht alleine. Falls ich umfalle." Sie greift nach ihrem iPad und schaltet es aus.
"Warte, hast du Star Wars geguckt?"
"Klar!"
Er seufzt theatralisch: "Du bist perfekt! Hat dich jemand entworfen?!" - "Jetzt hör auf!", lacht Thea.
"Siehst du, du kannst mit Komplimenten nicht umgehen." - "Ruhe jetzt!"
Sie klettert aus dem Bett, schlüpft in ihre Turnschuhe und kurz darauf hat sie auch das Okay für einen kleinen Ausflug. Jedoch nicht, ohne nochmal eine Belehrung bekommen zu haben, auf was sie zu achten habe und bei welchen Anzeichen sie auf jeden Fall zurückkommen solle.

Im klinikeigenen, von vielen Bäumen und Büschen eingezäunten Park, lassen sich Chris und Thea mit jeweils einem Kaffeebecher in der Hand auf einer Parkbank nieder.
"Ich hoffe, dass ich den scheiß Gips schnellstmöglich gegen 'ne Schiene tauschen kann", murrt die Fotografin. "Aber es ist doch komplett gebrochen, oder?" - "Anscheinend. Aber trotzdem. Es gibt nichts schlimmeres, als sechs Wochen so 'nen dämlichen Gips zu tragen. Spätestens nach fünf Tagen fängt's halt an zu stinken und man kann einfach nichts dagegen machen. Das ist ekelhaft." Chris lacht amüsiert auf.
"Wie sieht deine weitere Jahresplanung aus?", fragt Thea schließlich und nippt an ihren Kaffee. "Jahresplanung?"
"Naja, wir haben Mitte September. Das Jahr hat nicht mehr so viele Wochen." Er nickt. Das wäre nun wohl der Zeitpunkt für diese super einfache Frage, die ihm aber so schwer fällt.
"Also... morgen fliege ich wieder nach Atlanta. Für ungefähr zwei Wochen zum offiziellen Drehabschluss. Also bitte brich dir derweil nicht wieder irgendwas und mach' die Augen auf, wenn du über die Straße gehst."
Mathea quittiert diese Aussage mit einem Schmollen, muss jedoch mit ihm mitgrinsen. "Naja und dann...", fährt er fort, "Dann bin ich eine Woche in Boston, um dann Dodger wieder bei meinen Eltern abzuholen und mit nachhause zu nehmen. Und ab mitte Oktober hab' ich echt viel Zeit."
Thea nickt. Dank ihres Unfalls kann sie ihm leider keine ihrer Termine zum Abgleich vor die Füße schmeißen. Die hätte sie am Morgen im großen Meeting alle bekommen.
"Thea...", sagt er plötzlich entschlossen und sieht sie direkt an.
"Hm?"
"Am letzten Oktoberwochenende feiern wir eine Premiere... und..."
"Jaaa?" Sie macht große Augen und sieht ihn erwartungsvoll an.
"Möchtest... also... Willst du mitkommen? Als meine Begleitung?"
Review schreiben