~Fragmente der Fantasie~

von Kazuka
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
03.05.2018
20.06.2018
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben =)
ich habe mich tatsächlich mal an etwas eigenes herangetraut.. mir Gedanken über die gesamte Story gemacht und einfach angefangen zu tippen.. mittlerweile sind es schon 8 Kapitel, die nach und nach hier erscheinen werden. Natürlich schreibe ich auch schon fleißig weiter =)
Freu mich riesig über Rückmeldungen und wünsche euch viel Spaß beim Lesen
Liebste Grüße
Kazuka<3


~Fragmente der Fantasie~

Prolog


Ein Schmerzensschrei durchschritt die allgegenwärtige Stille der Nacht und ließ alle kleinen ängstlichen Wesen zusammenzucken. Schnell verkrochen sie sich unter Baumwurzeln oder lockerem Moos, welches ihnen ein wenig Schutz bot. Ansonsten war der Wald kaum bewachsen, selbst die Bäume trugen keine Blätter mehr und waren in einem rußigen Schwarz getaucht. Normalerweise war das Gehölz in Geräuschlosigkeit eingetaucht, doch manchmal geriet das Gleichgewicht ins wanken. Erneut erklang die beinahe erstickende Stimme und in der Dunkelheit erkannte man einen Jungen der keuchend am Boden des Waldes lag. Sein Atem ging schnell und unregelmäßig. Er versuche sich zu bewegen und vergrub seine Finger in die feuchte Erde, während sein Blut, welches von seinen Armen rann, sich mit dieser vermischte. Seine schwarzen kurzen Haare klebten ihm, von Schweiß getränkt, an der Stirn. Dort klaffte ebenfalls eine tiefe Wunde, die ihm erschwerte deutlich zu sehen. „Du bist ganz schön stark.“, brachte er japsend hervor, grinste jedoch daraufhin müde. Trotz schmerzender Glieder und das dröhnende Pochen in seinen Wunden, drehte er sich keuchend auf den Rücken und blickte in die dunklen Augen des Wesens, welches ihn seit Stunden jagte. Kleine hellbraune Sprenkel zierten den Rand der Iris und eine ungewöhnliche Entschlossenheit spiegelte sich darin, dass der Tod niemals Macht über dieses Wesen gewinnen könne. Er spürte den warmen, faulenden Atem auf seiner schweißnassen Haut und musste sich zwingen sich nicht zu übergeben. Der Geruch erinnerte ihn an verdorbenes Fleisch und er versuchte den Gestank für einen Moment auszublenden. Wieder spürte er einen stechenden Schmerz im Arm und bemerkte nur noch wie er mit voller Wucht gegen einen Baumstamm geschleudert wurde… dann wurde es schwarz um ihn herum.

Immer wieder durchlebte er ähnliche Schmerzen, immer wenn die Nacht hereinbrach und die schreckliche Kreatur zu wüten begann. „Komm schon… war das schon alles?“, lächelte der Junge und versuchte sich wieder auf seine Beine zu stemmen. Zitternd stützte er sich an einen der Bäume ab. Durch sein Gewicht bröckelte ein Teil der morschen Ringe ab und fiel zu Boden. Genau so fühlte er sich im Moment. Er wollte nur noch auf den Boden fallen und sich nicht mehr bewegen, doch sein Wille war viel zu groß um jetzt, nach so langer Zeit, aufzugeben. Die Kreatur stieß erneut einen gequälten Schrei aus und setzte sich wieder in Bewegung, was den Jungen bis aufs Mark zusammen zucken ließ. Er sprang noch rechtzeitig zur Seite, sodass das Wesen mit voller Wucht mit seinen Schnabel gegen den Baum raste. Dieser gab augenblicklich nach und fiel mit einem ohrenbetäubenden Geräusch zu Boden. Röchelnd kroch der Junge vom aufgewirbelten Dreck davon. Die Erde brannte in seinen Augen, weil er sie nicht schnell genug schließen konnte.

Einzelne Tränen liefen ihm die dreckige Wange herab und mit etwas Geschickt rieb er diese mit einem seiner Ärmel wieder trocken. „Verdammt.“, fluchte er und benutzte all seine Kraft, um immerhin halbwegs aufrecht stehen zu bleiben. Es waren nun schon fünf Tage vergangen, als er dem Wesen zum ersten Mal begegnet war. Er kannte diese Kreaturen eigentlich nur aus Geschichten, die ihm als kleiner Junge erzählt wurden. Nun stand er vor einem Tayran und wusste nicht ob er sich von ihr fürchten oder sie bewundern sollte. Sie war wunderschön, dachte er und erhob vorsichtig seine Arme, um ihr zu zeigen dass er nicht angreifen würde. Es gelang ihm für einen ruhigen Moment das Tier genauer anzusehen.

Den spitzen Schnabel und die gefährlichen Krallen hatte er schon viel zu oft in seinem Fleisch gespürt. Auch den Flügelschlag und die weichen Federn an ihrem Kopf, die er nach jedem Kampf aufsammeln konnte, kannte er. Doch den schuppigen Körper und den wendigen Schwanz des Wesens hatte der Junge noch nie berühren können. Neugierig trat er einen Schritt näher, seine Hände zitterten leicht und er versuchte, trotz Furcht, ihrem Blick stand zu halten. Dies gelang ihm jedoch nicht allzu lange, denn mit einem Hieb, mit dem gewaltigen Schwanz, spürte er erneut das Moos unter seinem Körper. Der Körper des Jungen war geschunden, obwohl er gerade einmal zwölf Jahre zählte. „Mein Name ist Damien.“, hauchte er noch, ehe er schon wieder ohnmächtig wurde.

Am achten Tag konnte Damien kaum mehr stehen und torkelte durch das Dickicht. Der Tayran war ihm dicht auf den Fersen, bis sie plötzlich Halt machte. Damien war zuerst stehen geblieben und kniete sich auf einen Fleck Erde, frei von Moos und wildem Gras. Mit seinem blutenden Finger zeichnete er etwas in den Boden, klatschte einmal in die Hände und legte diese behutsam auf das eben gezeichnete Symbol. „Okay… es geht wohl nicht anders… ich wollte eigentlich meine Magie nicht einsetzen, aber wenn ich es jetzt nicht tue bedeutet dies meinen eigenen Tod.“, sprach er beschwörend, überzeugt das das Wesen jedes einzelne Wort verstand. Ein helles blaues Licht umgab ihn wenige Augenblicke später. Das Wesen preschte zurück, da es solch Magie wohl kannte. Damien ließ sie jedoch nicht ziehen, murmelte geheime Worte, die er damals von seinem Meister gelernt hatte und schlug mit flachen Händen vor sich auf den Waldboden. Dieser erhob sich wie eine Decke, die man noch einmal vor dem Einschlafen ausschüttelte. Das schuppige Wesen verlor ihren Halt und flog mit einem lauten Kreischen auf einer ihrer Flügel. Damien rannte mit besorgtem Blick auf die Kreatur zu. Sie atmete noch, doch seine Magie hatte sie erheblich geschwächt. „Tut mir leid…“, flüsterte er und ließ sich neben ihr sinken. Sein Kopf ruhte auf einer ihrer Krallen, während sich seine Lider endlich schlossen und er in einen traumlosen Schlaf fiel.

Der nächste Morgen verlief eher unsanft, denn mit einem Ruck des Wesens landete Damiens Kopf ohne Vorwarnung auf den steinigen Untergrund. „Beruhige dich!“, versuchte der Junge die Kreatur zu bändigen, rieb mit einer Hand seinen verletzten Kopf und legte mutig die andere auf das schuppige Äußere. Grinsend bemerkte er, dass es sich nicht rau sondern eher geschmeidig anfühlte. Sie ließ die zunächst zaghafte Berührung zu seiner Überraschung sogar zu und legte ihren Kopf zu Boden. Dies interpretierte Damien sofort als unterwürfige Geste. Vorsichtig kletterte Damien auf ihren Rücken und krallte sich an den riesigen Schuppen fest. Erst jetzt bemerkte er seine zerkratzten Finger, die mit dem Gemisch aus Blut und Erde furchterregend aussehen mussten. Er bemühte sich seinen Griff an den scharfen Kanten der Schuppen nicht locker zu lassen und schmunzelte kurz. Gestern Nacht hatte er es wohl geschafft zu zeigen wie stark er war und konnte sie somit mit einfacher Magie bändigen. Trotzdem war er nicht stolz auf dieses Detail, eher die Tage davor die er mit richtigem Kämpfen verbracht hatte, gaben ihm ein warmes Gefühl in der Bauchgegend. Die Tatsache, dass Magie in diesen Zeiten missbilligt wurde gab ihm zusätzlich noch einen Stich ins Herz... er hasste diese veralteten Regel, von Leuten die keine Ahnung hatten wie es war Magie zu spüren. Sein Körper schmiegte sich erschöpft an den Rücken des Tieres und ein Flüstern reichte aus, dass es sich in die Höhe schwang. Die Luft brannte in seinen Wunden, sodass er sich noch mehr an den Körper des Mischwesens presste. „Ich nenne dich Eveliina, meine neue treue Freundin.“, lächelte Damien und unterdrückte einen schmerzenden Schrei, als sich einer der scharfkantigen Schuppen in einer seiner Füße vergrub.
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