Zum Scheitern verurteilt

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Lewis Hamilton Nico Rosberg
03.05.2018
11.09.2019
23
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Warum war das alles so verdammt schwer? Wieso konnte er nicht einfach seine Gefühle abstellen, er verfluchte sein Herz wie all zu oft in dieser Zeit. Er musste einen Weg finden, diesen Schmerz auszuhalten und durchzustehen, irgendwann wäre er sicher vorbei, aber wann ist irgendwann? In einem Monat? In einem Jahr? Nie? Er wusste nicht weiter. Dieser Schmerz setzte ihm nicht zum ersten Mal zu, doch er musste einen Cut setzten. Es geht so nicht, Nico war verheiratet und erwartet mit Vivian ein Kind, es geht nicht. Er verstand das, doch es war so schwer das zuzulassen.
Und jetzt auch noch das Rennen in Monaco und wieso nochmal wohnte er im gleichen Haus wie Nico? Vielleicht sollte er sich ein anderes Zuhause suchen oder gar in eine andere Stadt ziehen, okay wobei er ja so oft gar nicht in Monaco war. Dennoch wollte Lewis am liebsten von niemanden irgend etwas wissen, er würde sich am liebsten tief in seiner Wohnung in einer dunklen Ecke verkriechen und nie wieder herauskommen, doch das konnte er nicht und er konnte auch nicht zulassen sich so hängen zu lassen. Das ging nicht, es musste nicht jeder wissen, wie es ihm ging, also war sein Plan eine Hülle aus Fröhlichkeit zu erstellen und jedem weiß zu machen, dass alles in bester Ordnung sei, vielleicht würde Nico es dann auch besser wegstecken und ihn schneller vergessen, genau das war sein Gedanke.
Lewis Zwang sich raus zu gehen und eine Runde zu laufen, das würde ihm bestimmt guttun, wenn dann noch gute Musik dabei war, dann war es doch perfekt, so würde er erstmal einen freien Kopf bekommen.
Er lief eine ganze Weile, er war ziemlich schnell unterwegs und ganz in seinem Tunnel Blick und seiner Musik fokussiert, sodass er nicht mitbekam, dass jemand von der Seite auf ihn zukam.
Bis sie zusammen stießen.
„Ah, Entschuldigung, es war meine Schuld … Valtteri?“
Lewis bemerkte erst später, wen er da umgerannt hatte.
„Ja, ich bins, alles okay.“
„Wirklich sorry, ich war völlig fokussiert und habe dich nicht gesehen.“
„Nein alles gut, ich wollte auch gerade etwas laufen gehen, wie gehts dir? Du hast dich lange nicht gemeldet, alles in Ordnung?“
„Ja, alles gut und keine Sorge den ringen geht es auch gut. Ich muss nur irgendwie versuchen klar zu kommen, ich versuch mich abzulenken, immer zu Hause hängen bringt ja auch nicht viel. Ich möchte halt nicht, das man mir ansieht, wie es mir geht und ich will mich auf das Rennen konzentrieren immerhin will ich es gewinnen.“
„Ich wette, es ist echt nicht einfach, damit fertig zu werden, aber du versuchst nach vorne zusehen, du willst das richtige tun, auch wenn es dich verletzt, weil da noch Liebe ist, das verlangt echt viel von dir, ich ziehe den Hut vor dir, das ist echt krass, aber du schaffst das.“
Die zufällige Begegnung mit Valtteri war echt hilfreich, von alleine hätte sich Lewis wahrscheinlich nicht gemeldet, weil er nicht seine ganze Zeit in Anspruch nehmen wollte, doch mit ihm zu reden tat immer gut.
Er war so froh, dass er ihn hatte, einen Freund zu haben, ist etwas, was man in solchen Situationen nicht vermissen will.
Sie verbrachten während des Wochenendes viel Zeit miteinander und so viel zu reden hat wirklich geholfen und es war sehr gute Ablenkung, sie tüftelten weiter an Valtteris Antrags Plan und hatten ein paar echt kreative Ideen und Lewis war so glücklich für ihn, dass er die Liebe seines Lebens gefunden hatte, vielleicht wurde er es ja auch schaffen die eine Person für immer zu finden. Doch davon war er leider noch all zu weit entfernt.

Nach dem Rennen allerdings war über ihm eine schwarze Regenwolke, er konnte nicht verstehen, warum er nochmal in die Box geschickt werden musste.
Die Wut, die er gegenüber Nico hatte, war so groß, die Wut, weil er das Rennen gewonnen hatte und auch weil er diesen Arsch immer noch liebte, doch er würde in Vivians Arme flüchten nach diesem Rennen war er für sie garantiert der größte Held, den es gab. Lewis musste versuchen ruhig zubleiben. Doch so einfach war das nicht, er konnte zwar seine Gefühle, all die Zeit lang unter Kontrolle halten, doch nach den letzten Interviews, suchte er sich irgendeinen leeren Raum und schrie all seinen Schmerz heraus, wobei ihm die Tränen kamen. Er bemerkte nicht, dass jemand das mitbekommen hatte, allerdings weder Valtteri noch Nico.
„Lewis? Alles okay?“
Lewis schreckte auf, was suchte der denn hier? Er fühlte sich ertappt, doch was sollte er jetzt sagen? Die Wahrheit? Nein, er sollte das nicht wissen.
Lewis war wie in Schockstarre und konnte sich allerdings Gott sei Dank wieder beruhigen.
„Ist okay, mich geht das ja auch nichts an, ich wollte eigentlich nur meine Flasche holen, die ich vergessen hatte“, sagte Sebastian und zeigte auf die Flasche mit dem berühmten Ferrari Logo, mit dem springenden Pferd.
„Ich habe gerade nur eine miese Zeit vor mir, bitte vergesse, dass du mich so gesehen hast“, sagte Lewis und versuchte die letzte Träne irgendwie wegzuwischen.
„Bist du dir sicher, willst du vielleicht nicht doch reden? Das sah halt ziemlich heftig aus.“
„Alles okay, meine Wut musste nur irgendwie raus, ich komme schon alleine klar. Ich will nicht drüber reden, ich hoffe, das ist okay.“
„Ja, okay. Aber, na ja, ich weiß nicht so recht, ich will dich nicht alleine gehen lassen. Ich glaube einfach nicht, dass du in der Lage dazu wärst.“
„Meinst du wirklich, dass ich die paar Meter nicht alleine laufen kann?“
Sagte Lewis und wollte aufstehen, doch er taumelte leicht, da ihm durch all dem schwindlig geworden ist.
Sebastian sah ihn skeptisch an.
„Okay vielleicht wäre das doch nicht so schlecht.“ Am liebsten wollte Lewis davon rennen, nur war er nicht in der Lage dazu und vielleicht war es wirklich nicht so schlimm, wenn noch jemand dabei wäre.
Auch wenn alle Augen auf sie gerichtet wären, Lewis kannte Wege, die nicht jeder kannte.
Sebastian lief neben Lewis und erst jetzt fiel Lewis auf, wie nervös und besorgt der deutsche eigentlich wirkte. Lewis ahnte etwas, doch er war nicht bereit. Er hatte bereits bei ihrem One Night Stand, das Gefühl, dass da mehr bei Sebastian war, doch er musste erstmal versuchen, dass alles zu verarbeiten und Nico vergessen, an ihm hing sein verdammtes Herz noch immer, warum ausgerechnet an diesem Mann? Warum konnte er sich nicht zum Beispiel auf Sebastian einlassen und all seine Gefühle für Nico loswerden? Das war im Moment leider schier unmöglich.
„War es eigentlich deine Entscheidung, nochmal an die Box zu fahren?“
Mit dieser Frage riss Sebastian Lewis aus seinen Gedanken.
„Nein, ich hatte nie einen Sieg gefährdet … und mir wurde gesagt, dass es noch reichen würde, dann fiel ich hinter dir zurück, super.“
„Na ja, die paar Punkte mehr, kann man mir schon mal gönnen.“
Lachte er und versuchte die Stimmung aufzulockern und irgendwie hatte es ja geklappt Lewis musste etwas lachen.
Sie kamen weiter ins Gespräch und Lewis Wut und Schmerz war für einen Moment weg, da war, einfach nur ein freundschaftliches Gespräch was ihm guttat.
„Danke!“, sagte Lewis, als sie ankamen, er war echt froh, ihm ging es gleich viel besser. Sebastian ist echt ein netter Kerl, aber er musste ja an so einen Arsch hängen, auch wenn es für Nico bestimmt auch nicht einfach war, doch Lewis konnte es man nun wirklich nicht übel nehmen, dass er so über ihn dachte.
„Kein Problem“, sagte Sebastian und Lewis bemerkte, dieses verlegene lächeln.
„Wenn es nur so einfach wäre, sich zu ent- und neu zu verlieben.“
Lewis ließ seine Gedanken allerdings nicht weiter schweifen und legte sich ins Bett, sodass er gar keine Zeit hatte, wieder an Nico zu denken und das half auch, er schlief sofort ein.
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