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Soul Eater: Wiedergeburt

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
OC (Own Character)
01.05.2018
13.06.2021
33
48.861
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06.08.2020 1.089
 
Es war fünf Minuten vor acht. Die Grillen zirpten laut im hohen Gras. Louis setzte sein Fernglas an. Von seiner jetzigen Position konnte er das Versteck des Feindes sehen. Ein großer Hügel in der sonst so flachen Landschaft verriet, dass sich hier mehr verbergen musste. Weit weg von der Zivilisation, meilenweit von dem nächsten kleinen Fischerdorf entfernt. Ein perfekter Ort für eine Organisation wie die Kinder von Atlantis. Ohne Hilfe hätte die Shibusen sie nicht so schnell finden können.
Vorsichtig zog Louis sich zurück. Durch sein Funkgerät gab er Sid seinen Lagebericht durch. Er befahl ihm zum Lager zurückzukommen. Der Meister seufzte. Wie gerne wäre er jetzt auf dem Abendempfang. Er könnte Spaß haben, seinen Bauch am Buffet vollschlagen und alte Freunde wiedersehen. Vielleicht würden er und Tamara zusammen tanzen, wie sie es früher auf den Feiern des alten Gassion getan hatten.
Ein bitterer Stich fuhr durch seine Magengegend. Er fühlte sich schuldig, weil er Monsieur Gassion wieder von Tamara erzählt hatte. Erst gestern hatte der Alte ihn angerufen, um sich nach seiner Enkelin zu erkunden. Louis wusste, dass Tamara dies nicht wollte, aber er hatte keine andere Wahl. Ihrem Großvater allein, verdankte er seine Karriere als Meister.
Er war es gewesen, der ihn bei einem Turnier entdeckt hatte und zum Probetraining an seiner Schule einlud. Alles lief wunderbar. Monsieur Gassion sah Talent ihn im und bot ihn einen festen Platz an. Es gab nur ein Problem. Im Gegensatz zu den anderen Schülern, die die prestigeträchtige Schule besuchten, war er nicht wohlhabend. Sein Vater war Busfahrer, seine Mutter eine Hausfrau. Das Fechten war ihm vorher nur durch eine Schul-AG möglich gewesen.
Louis hatte seinen Traum bereits zerplatzen gesehen. Da machte der alte Gassion ihnen ein großzügiges Angebot. Er würde es Louis durch ein Stipendium ermöglichen, seine Schule zu besuchen, wenn dieser sich bereit erklärte, im Anwesen der Familie auszuhelfen.
Seine Eltern stimmten dem Angebot zu. Sie wussten, dass dies eine seltene Möglichkeit war, ihrem Sohn etwas zu bieten. Louis hatte zunächst etwas Bange gehabt. Er dachte, dass er die Rolle des Laufburschen übernehmen sollte und dadurch ein gemachtes Ziel, für seine reichen Mitschüler werden würde. Nie im Leben hätte er erraten können, was der alte Gassion mit ihm vorhatte.
Louis wurde zum Gesellschafter für die Enkelin des Alten. Er sollte Zeit mit ihr Verbringen, Spiele mit ihr spielen und auf Ausflüge in die Stadt begleiten. Was halt ein normaler Freund machen würde. Ein Traumjob für einen Jungen in seinem Alter. Monsieur Gassion machte ihm natürlich sofort klar, dass wenn die Beziehung zwischen den Beiden eine unangebrachte Wendung nehmen sollte, dies zur sofortigen Ende der Vereinbarung führen würde und Louis die Schule verlassen müsste.
Ihm war es schwer gefallen überhaupt eine Bindung zu Tamara aufzubauen. Anfangs wollte sie nicht einmal ein Wort mit ihm wechseln. Er befürchtete, dass sie ihn hasste und er sich schon bald wieder von der Schule verabschieden konnte. Aber er gab nicht auf. Sie brauchte Zeit um sich zu öffnen, wie man es von einem Mädchen erwarten würde, das noch nie richtigen Kontakt zu anderen Gleichaltrigen hatte. Seine Geduld zahlte sich aus.
Louis Mundwinkel bewegten sich nach oben. Selbst heute noch musste er schmunzeln, wenn er an damals zurückdachte. Er würde niemals ihr Lachen vergessen, als sie über seinen grottenschlechten Rübenwitz gelacht hatte.
»Erwischt! «
Louis zuckte erschrocken zusammen. Schnell drehte er sich um. Das wütende Gesicht seiner Partnerin sah ihm entgegen. »Annika! «
»Wo steckst du denn?! Alle warten schon! Weißt du, wie peinlich das ist? « schimpfte sie. »Gib es zu! Du hast es schon wieder gemacht! «
Louis kratzte sich unschuldig an seinem Hinterkopf. »Was meinst du? «
»Tu nicht so! Du weißt genau, was ich meine! « Annika packte ihren Meister am Ohrläppchen. »Du hast an deine kleine Freundin gedacht! «
Louis versuchte seine Partnerin zu beruhigen. »Ich habe nur daran gedacht, wie toll es doch wäre, auf dem Empfang zu sein. Nichts weiter. Deine Eifersucht spielt dir wieder einen Streich. «
»Meine Was?! « Annika lief auf der Stelle rot an. Sie begann an dem Ohr ihres Meister zu ziehen.
Unerlässlich schimpfte sie auf ihn ein. Sie zog immer fester und weiter, so dass ihr Meister sich bis zu ihrer Schulterhöhe beugen musste. Wieder einmal musste Louis den quälenden Schmerz spüren. Er biss die Zähne zusammen. Dieses Mal war Annika wirklich wütend. Er verstand einfach nicht, was für ein Problem seine Partnerin hatte. Nur ein Wunder konnte ihn nun noch retten.
»Da seid ihr ja! «
Auf der Stelle ließ Annika das Ohr ihres Partners los. Louis atmete innerlich auf. Seine Gebete waren erhört worden. Er rieb sich sein schmerzendes Ohr. Zwei Personen waren aus dem naheliegenden Gebüsch gekommen.  Es waren Maka Albarn und Soul Evans. Ein weiteres Meister-Waffen-Paar, das an der Mission teilnahm.
»Maka, Soul! Schön euch zu sehen! « begrüßte Louis die Beiden.
» Sid schickt uns. « erwiderte Maka. »Er befürchtete, dass ihr dem Feind begegnet seid. «
»Ihr sollt sofort zurück ins Lager kommen. « sagte Soul.
Ohne ein Wort zu sagen packte Annika ihren Meister an seinem Arm und zog ihn mit sich in die Richtung aus die Maka und Soul gekommen waren. Louis beobachte, wie sich Maka und Soul verwirrte Blicke zuwarfen, bevor sie ihnen folgten. Er konnte spüren, wie sein Gesicht zu glühen begann.
Erst als sie im Lager angekommen war ließ Annika ihn los. Dort hatten sich bereits alle Missionsteilnehmer um Sid versammelt. Die Vier dazugekommenen schlossen sich ihnen an.
»Louis, Annika, wo habt ihr gesteckt? Ist etwas passiert? « fragte der Untote.
Annika ließ einen genervten Seufzer von sich. »Mein Partner ist mal wieder in seine Wolken abgedriftet.«
»Tut mir wirklich. « Louis kratzte sich erneut am Hinterkopf. »Ich hab mich wohl mal wieder etwas ablenken lassen.«
Sid schüttelte den Kopf. »Das solltest du dir abgewöhnen. Niemand kann einen Meister gebrauchen, der sich nicht voll und ganz auf sein Ziel konzentrieren kann. Durch solch ein Verhalten bringst du dich, deinen Partner und deine anderen Teamkollegen schnell in Gefahr. «
»Verstanden. « Louis senkte seinen Kopf. Sids Worte fühlten sich wie ein Schlag in die Magengrube an. Er konnte die Blicke der Anderen auf sich spüren. Am liebsten wäre er ins nahegelegene Gebüsch gesprungen.
»Na gut. Wir haben genug Zeit verschwendet. « Sid wendete sich der großen Karte zu, die hinter ihm aufgestellt worden war. »Wir werden jetzt ein letztes Mal den Plan durchgehen. «
Louis atmete einmal leise durch. Obwohl er die immer noch anhaltende Wut, seiner Partnerin spüren konnte, wanderten seine Gedanken wieder zu dem Empfang. Für einen Moment brannte der Schmerz an seinem Ohr wieder auf. Dies würde eine lange Nacht werden, dass wusste er genau.
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