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Der Storch und das Kamel

OneshotAllgemein / P6
30.04.2018
30.04.2018
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30.04.2018 401
 
Hi,
diese Fabel war mein Beitrag zu einem Projekt über Flüchtlinge während eines BFD-Seminares. Sie lässt einiges an Interpretationsspielraum.
Viel Spaß damit ;)
LG ThePrancingPony




Mit einem leisen Flügelrauschen landete der Storch auf dem sumpfigen Untergrund
und begab sich auf die Suche nach den schmackhaften, süßen, roten Beeren, die es nur
in diesem Teil der Gegend gab. Als er den Platz errerichte, wo er die meisten Beeren
vermutete, war der Platz überraschenderweise bereits besetzt.

Empört wandte sich der schwarz-weiß gefiederte Vogel dem Beerendieb zu. „Wer gibt
Ihnen das Recht, meine Beeren zu essen?“, blaffte der Storch das unbekannte Tier an.
„Was sind Sie überhaupt für ein Wesen? So eines wie Sie habe ich mein Lebtag noch
nicht gesehen.“

Erschrocken drehte sich das fremdartige Geschöpf um und antwortete auf die Frage
seines Gegenübers: „Entschuldigung. Ich wusste nicht, dass diese Früchte Euch gehören,
doch es ist keine Markierung vorhanden, die mir dies aufgezeigt hätte. Es ist nicht
verwunderlich, dass ihr mich in diesem Teil der Welt noch nie gesehen habt, ich bin mit
einigen Freunden von weit her gekommen und bin ein Kamel. Welcher Spezies gehört Ihr
denn an?“.

„Sieht man das denn nicht? Ich gehöre zu den Majestätischsten Flugtieren dieses Bezirks.
Ich bin ein Sinnbild der Liebe und Fruchtbarkeit. Mein Name ist Storch und ich bin im
ganzen Land gerne gesehen. Doch was ist mit Euch? Ihr kommt in unsere Gegend und
vertilgt unsere Früchte, von denen es in dieser Jahreszeit eh nicht besonders viele gibt.
Wo habt ihr vor zu leben? Alle Nester sind besetzt und auch der Wohnraum in Berghöhlen
und Baumstämmen ist begrenzt.“, echauffierte sich das langhalsige Tier.

„Es ist gewiss nicht unsere Absicht euch etwas wegzunehmen. Weder die Lebensmittel,
noch die Behausungen. Wir suchen nach einem friedlichen Zuhause, ein Zusammenleben
in Harmonie, was in unserer alten Heimat nicht möglich war.“. Das sah der Storch
überhaupt nicht ein und ein hitziges Gespräch zwischen den beiden entfachte.

Sie waren so in ihre Streitereien vertieft, dass sie nicht merkten, wie sich die Tageszeiten
vier Mal änderten. Als sie am frühen Morgen des zweiten Tages einmal innehielten und
sich umschauten, bemerkten sie, dass sich der Reifegrad der so begehrten Beeren
gewandelt hatte und die kleinen roten Kugeln nun runzlig auf dem Boden lagen.
Somit war der Auslöser des Streites nun geklärt und das Kamel und der Storch zogen
von dannen.

Und die Moral von der Geschicht, Feindseligkeit lohnt sich nicht.
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